Indiana Tribüne, Volume 27, Number 125, Indianapolis, Marion County, 18 January 1904 — Page 3
Jndina Tribüne, Januar 1904
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Eine ohnmächtige Regierung. Verhältnisse in Korea nähern sich immer mehr der völligen Auflösung. Ziussijche dauern Reformen. 2lmcrikancr der sichten Inscl. Ans Santo Domingo. Aord's Rache.
Sultan zahlt.
CWjien. A ii s f ch r e i t u n g e n in Korea. 8 o !i Ö o n, 18. an. Au? angeblich autoritativer Quelle kündigt ccr ..Daily Graph- heute Morgen an, oafr. die Vermdlung bei 2 ftragen angelangt seien, wv weder Rußland noch Japan nachzugeben geneigt sind und noch kein Kompromiß-Weg gesunden ist. Beide Punkte betreffen die Mandschurei und ihre Annahme würde weder l GttiNsAe den rechtlichl: Status quo berühren oder die LettvÄtungS Situation in der Mandschurei ander,:, allein Japan bcßehi darauf, sie vertraglich fcstzulegeu. wahrend Rußland ein solches Gebot an? den Handen Iavan's nicht an nimmt. Viel indeffey wird noch vom Einfiuße des -Zaren gehofft." Sei Artikel fügt bei : Selbstredend t: niöe jeder Versuch Rußland'S, seine eetreitträfte in Qstasien durch Absenduug seiner Tchwarzeil Meer oder C st 3 tt Slottl bedcuteud zu verstärken, den Krieg u einer rage von einigen Stunden machen." Aus der javanischen Gesandtschaft wurde gestern Abend gesagt, es seien keine neuen Nachrichten eingelaufen und die Lage bleibe die gleiche. Nach der Taily Mail" hat der ruffische Vchmdtt iu Seoul die koreanische liegiernng verständigt, daß koreanische Truppen verschiedentlich die chinesische OtoengC nberschritten und rcesse gegen die Einwohner begangen hätten. Aehn tiche Begebenheiten melden russische ,',o!l-Beamte von dtc äußersten NordostVmkze; sie versichern, daß die Koreaner Torfer nier brennen uud Leute umbringen, fyx russische Gesandte stellte für solche Vorfälle schwere Straf-Maß-nahmen in Aussicht. Nach dem Korrespondenten des gleichen Blattes in 3eoul und in der Provinz Pyongan, Korea, Nnruben aii'g?brochen. Andern Nachrichten zu folge, soll daselbst ein allgemeiner Ans. rubr dro'acu und die koreanischen Sol taten gemeinsame Seiche mit dcu Re bellen machen.
'um Kriege bereit, i o ! i o, 17. Jan Japan er-
wartet die russisch Antwort frühestens in einer Woche. Inzwischen ist die Ration l''m Kriege gerüstet und fest dazu entschlossen. Politische und andere Unterschiede sind geschwuudeu uud das Land ist patriotisch geeint. Tie Regierung erhält für den Kriegs fftfl viele Angebote zu Beiträgen, auf '.'.'illlionen Feu sich belaufend. a? japanische Volt würde einen ehrenvollen Frieden willkommen heißen, ist aber zu Kampfe entschlossen, bevor es feine Stellung im Qsten aufgiebt. Tie Japan halten ihre Forderungen für gerecht und gemäßigt, sie rechnen auf die Sympathie der Welt in dem Kampfe und besitzen ein unbeschränktes Vertrauen in ihre Armee uud Flotte. Im Falle einer Niederlage herrscht die Ansicht, daß England und Amerika interveuireu würden, um das Gleichgewicht in Qstasien zu wahren Et Invasion Japan's, das vielleicht die stärksten Bertheidigungö-Vorkehrungen unier allen Lomdomd Welt besitzt, wird nicht befürchtet.
Bemerkeni'wcrth ist die wachsende freundliche Stimmung für England und Amerika. Man siebt zahlreiche Fahnen der bei den Nationen uud hört volkstümliche Lieder, welche den Ruhm des ..Löwen" und Cnkel Sam5" preisen, erschallen. Sri öffentlichen Tänzen sieht man auch die Charaktere von Qnkel Sam" uud ..John Bull". Iu manche Kreisen sagt man, die Energie, welche Amerika bei Oeffnung der Mandschurei - Häfen zeige, werde bei der Lösung des Problems, den Frie den Zll sichern, mithelfen. Die Zensur verbietet die Veröffeut lichung über militärische Bewegungen. Alle kürzliche Maßnahmen sind nur vorbereitender Natur und zu dem Zwecke, sofort eine gewaltige Land und Seemacht in's Feld stellen zn können, sollte sich die Nothwendigkeit hierzu er geben.
Mentern'? Tmincn iu Beirut lwittgen uch ihren 5old.
er-
Franz. Gesandtschaftwache. Seoul , 17. Jan. 39 MariueSoldatcu vom franz. Kreuzer Pascal sind aus Chemulpa um Schutze der franz. i;-sandtschaft angelangt. F r a u z I o f e f hofft. W i c n. 17. Jan. Kaifer Franz Josef bemerkte gestern Abend auf dem Hofdall zu Botschafter Storcr: ..Ich glaube, c geht jetzt besser im fernen Offen. Alles wird geregelt werden." Auch zu anderen Diplomut,n äußerte Su1) der Kaiser sehr hoffnungsvoll. F r a U c tt h ä !l d e a m i o r e a n. Hos. Victoria, B. C.. 17. Jan. Ter gestern Abend angelangte japanische Dampfer Tosa Maru" meldet, daß die Hospital-Schiffe des Rothen Kreuzes ..Hattuai Maru" uud Kosai Maru" jetzt zum Dienst im Kriegsfalle bereit sei.n. Der Hafen Vladivostock ist zugefroren. 4 Schiffe dafelbst sind für den ganzen Winter im Eis gefangen. Eine Seoul - Eorrefpondeuten zufolge hat die Frau des russischen Gesandten am koreanischen Hofe Einfluß erlangt lind ans Grund hiervon gelang
es dem Gesandten, mit dem Kaiser v. Korea einen Vertrag abzuschließen, wonach er im Kriegsfalle anf die russische Gesandtschaft flüchten und alle Regicrung?geschüfte von dort aus besorgen kann. (vii.c Anzahl in Tokio befindlicher Kricgs-lsorrcspundenten haben Korea nlid die Mandschurei besucht, darunter Martin I. Egan von der Asfociirten Presse und Vennett Burleigh vom ..L oudon Telegraph". Des 3 a r e n N e u j a h r s A e d S t. P e t e r s b u r g. 17. Jan. Die friedlichen Amßmrngni des Kaisers Nicolaus beim Neujahr-Empfang a Donnerstag im hiesigen Winterpalast in Verbindung mit den günstigen Kommentaren der auswärtigen Presse, die hier wiedergegeben werden, haben einen ausgezeichneten Eindruck gemacht. Sie hatten zugleich noch die wahrnehmbar günstige Wirtutig, das Kr'.egs.Gerede in Armee- und Marine-
Kreisen zu vermindern. Tie 'jeitttugett. welche die ostasia tische Lage mit beträchtlicher Freiheit besprachen, schweigen jetzt fast ganz ; was sie zu sagen haben, ist eine Hervlzrbebung der verbesserten FriedensAussichten. Oesterrclch'llngarn. Abreise l5 h r l st i a n 's von Dänemark. 8 m ll n d e n. 17. Jan. König
! kristian voii Dänemark, dessen Ge-
sundheit wiederhergestellt ist. reiste heute in Begleitung seiner Tochter, der Herzogin von lumberlaud. und seines Sohnes Prinz Waldemar nach Eopenhagen ab. Euba. Bure nP laue. H a v a n a, 17. Jan. Der ehemalige Bureu-Eommandant General
Dclarcy ist hier hier ans Merico angelangt. Er will sich mit cndanischer. Verhältnissen vertraut machm. in d?r Absicht, hier eine Burcu-Eolonie zu gründen. Die Amerikaner der Ficke n I n s c L H a v a n a, 17. Januar. Eonsul Steinhart Hut sich geweigert, sich der Beschwerden anzunehmen, welche die amerikanischen Bewohner der FichtenInsel gegen den Bürgermeister Sanchez
von Nuevacerona wegen Verhaftung eines jungen Amerikaners erhoben und es wird jetzt eine Petition an Präsident Roosevelt vorbereitet. Der Präsident wird darin gebeten, anläßlich deS unerträglichen" Verhalt trns von Sanchcz einen anderen Agen ten als den Gesandten SquierS mit Untersuchung der Angelegenheit zu betrauen. NöthigenfallS soll die cubanischc Regierung um Amt? Ent setznng des Bürgermeisters ersncht werden.
London. Sir Henry Keppel, Admiral der Flotte, ist gestorben. Er war 1809 geboren.
Eonstantinopel. 17. Jan. Die Regierung hat den Gouverneur von Beirut, Syrien, angewiesen, den dorti gen türkischen Truppen den rttckstäudigeu Sold anszuzahlen ZSeit mehreren Tagen meuterten die Truppen anläßlich der Nichtbezahlung des Soldes. Die aufrührerischen Truppen, etwa 1300 Monn, wnrden am 11. Januar von )emen. Arabien, gelandet und drohten n.it Plünderung der Stadt. Dcntsch'and. Rosa L u r e m b u r g v e r ii rurtheilt. Berlin. 17. Jan. Rosa Lurcmbürg, die bedeutendste socialistische Agi-
tatorin des Reichs, ist wegen M.ijestätsbeleidigllng in Itöau zii 3 MoNllten Gesängniß vernrlhcllt worden. S e l t s a m e E i n l a d u n g . B c r l i n. 17. Jan. Den Hardlirger Nachrichten zufolge hat der Kai' ser James Gordon Bcnnett, den Herausgeber des ..N. Herald", eingeladen, während der Automobil-Reunen in Homburg sein Gast zu sein. Der Schleier gelüftet. Berlin, 17 Jan. Es kann nunM'chr als feststehend angeschen werden, daß die Garnison, in welche Beyerlein den Schauplatz seines Jena oder Sedan" verlegt hat, baj sächsische Pirna an der Elbe ist. Die sympathischste Figur des Romans, der Oberst Frhr. von Faltenheitt, ist der frühere Pirnacr Ober? nnd jetzige Generalleutnant von Rabenhorst. Kommandeur der 2. Division No. 24 in Leipzig, welche zum ('-. Kgl. Sachs.) Armee. orps gehört. Sorgfältige Nachforschungen haben ergeben, daß die in Jena oder Sedun" geschilderten Verhältnisse genau ans Pirua zutreffen und daß die als HauptPersonen figurirendeu Militärs der dortigen Garnison entnommen wurden. Ein merlloürdiger Zufall fügt es. daß gleichzeitig mit der Konstatirung dieser Thatsache ein sensationeller Vorgang aus eben jenem Picna gemeldet wird, der in weitesten Kreisen PeinlicheS Anfsehe-. erregt. Zwischen einem Oberleutnant vom 2. Feldartillerie-
Regiment No 28 i.i Pirna und mich rereu Leuluauts des gleichen ir egim uts haben jüngster Tage Zweikämpse aus Pistolen stattgefunden, in denen zwei der Leutnants verwundet wurden. Der Oberleutnant war dahinter gekommen, daß die Herren Kameraden mit seiner Gattin in einem sträflichen Verkehr standen, nnd hatte sie gefordert. Die Fran ist die Tochter eines angesehenen ArztcS m Pirna. und bei der hohe gesellschaftliche, l Stellung der Familie hat die Sache um so wehr Staub aufgewirbelt. Die Namen der Bcthciligten weceii noch geheim gehalten, doch wird eS sich schwerlich lange verhüten
lassen, jaft die Oeffeutlichkeit in's Ber trauen gezogen wird. Ocstcrreich'ilnrn W a r u u u g vor der Aus Wanderung. 89 i e n. 17. Jan. Die Warnung der österreichischen Regierung vor der Auswanderung nach den Ver. Staaten hat beträchtliches Aufsehen erregt. Das offizielle Schriftstück, von dem bis da hin nur ein Bruchstück gemeldet wurde, geht viel weiter, als nach der fragmen tarischen Ve.öfsentllchuug anzunehmen
war. as Wiener Ministerium des Innern hat die Information Über die Aussichten für industrielle Arbeiter allen politischen Landstellcn zugehen lassen und bestimmt versichert, daß nicht nur gegenwärtig, sondern voraussichtlich das ga..ze Jahr hindurch in den Ber. Staaten keine lohnende Arbcit erhältlich sein werde, denn zahlreiche Betriebe seien eingestellt worden uud das Heer der Arbeitslosen vermehre sich reißend rasch. Tausende von Arheitern würden infolge des Mangels au Beschäftigung gezwungen, in die Heimath zurückzukehren. Die wieder angelangten Oesterreicher, Ungarn, Kroaten. Slowaken, Polen u. a. m. hätten sammt und sonders die nämliche Leidensgeschichte zu erzählen, und aus ihren jammervollen Erfahrungen sei die Lehre zu ziehen: Bleibe im Lande und nähre dich redlich! Rußland. Die B a u e c n-R e f o r m e n. St. Petersburg, 17. Jan. Minister des Innern Plchve hat den Entwurf des bäuerlichen Gesetzbuches oder den Plan für die bäuerlichen Re formen, welche der kürzliche Ukaö des
Militär-Gerichtc zum Tode und heute iu Gegenwart
T Zaren anordnete, vollendet. Der Entwurf dürfte nächster Tage an die LocalComites im ganzen Lande gesandt werden. Mitglieder deS Adels in jedr Provinz und jedem Distrikt dürfen Vertreter für diese Commission wählen ; jedoch die SemstowS (oder ProvinzialVersammlungen ans Grundbesitzern und Vertretern von Handwerkern nnd Bauern) werden vom Gouvcncur ernannt. Der Commission steht es frei, die Vorschläge ,zn discutircn nnd Wende rungs-Vorschläge zu machen, auögcnommen bei 3 Punkten, welche der Kaiser der DiScussion entzogen hat Ein mal muß der Bauern-Stand gesetzlich
...... völlig getrennt von andern Elasten bleibcn. de bäuerliche Gemeinde unterliegt ' nicht der Gesetzgebung und endlich haben ! die bäuerlichen Grundstücke uuverüußer lich zu verbleiben.
Diese Punkte drücken der kommenden Gesetzgebung in der Hauptsache einen conserv!.rtiven Charakter aus ; indessen ist die gegenwärtige Verwirrung so groß nnd die Pvlizei-WiUtür uud jener durch lscale Vertreter des Ministeriums deS Innern sowie durch Bauern-Gc richte uud der erwaltuttgs-Maschiuerie ein so weiter Spielraum gelassen, daß die Liberalen jede Art von Codification als Fortschritt erklären. Das Projekt des Ministers schlägt die Beibehaltung des Systems der körperlichen Züchtigung vor; jedoch schloß der Kaiser diese Forderung nicht iinter die Punkte ein, die keiner Aenderung unterworfen fein dürfen. Der Kaiser hält die Beibehaltung des Bauern-Standes, der WirthschaftsFreiheit der Kommune und der Uuveräußerlichckeit der bäuerlichen Grund, stücke füc nothwendig, um die Bauern vor Ausrottung zu schützen. Hayti. Revolutionäre hingerichtet. a v H a y t i e n, 17. Jan. 5 Personen, die sich an der Verschwörung gegeii Gen. Nord bctheiligt, wurden
von einem vcrurtheilt
einer großen Menge hingerichtet. Verschiedene gleichfalls verwickelte Anzünder werden voraussichtlich deporttrt. Eiue Depesche aus Port au Priuce vom 2. Jan. besagte, daß in Aowescn. dit.des Präsidenten Nord der General Montplaspio eine Revolte versuchte, die aber fehlschlug. Der Sohn des Gene
rals wurde nebst elaem Freunde gelobtet nnd zahlreiche Verhaftungen vorgenommen. E n t g i l t i g abgelehnt. Port au P r i n c c. 17. JanDie Regiernng hat es cutgiltig abgelehnt, die Beamten der National Bank.
die an der betrügerischen Ausgabe von Sicherheiten im Betrage von 8200,000 betheiligt waren, in Freiheit zu setzen. San Domingo. Größeres Kriegsschiff nöthig. San Domingo, Sonntag, 10. Jan. Der rcvolutiouarc Gen. Navarro hatte Vieh in La Fa. einer amcrikani fchcn Besitzung, reguirrirt, worauf sich der Agent der Besitznng au den amerikanischen Gesandten Powell nm
Schutz wandte Ter Gesandte sah sich zur Ablehnung des Gesuchs genöthigt. da ihm keine Truvpeumacht hierfür znr Verfügung steht. Tk Manufchaft vom Kanonenboot Newport" ist zu schwach, um Besitzuugen vor Plünderung zu schützcu und der Gesandte bezeichnet die Anwesenheit eines größeren Kriegsschiffs als dringcnd nothwendig. Falls die Revolutivnäre jetzt in die Stadt eindrängen, so konnte die sicher eintretende Plündc rung nicht gehindert werden und ein anderes Kriegsschiff liegt nicht hier, das die Ncwport" unterstützen könnte. Gestern Abend und heute früh wurde unablässig in der Umgebung der Stadt geschossen. Eine feindliche Kugel traf ein Haus und verletzte ein Kind. Unter den ärmeren Classen herrscht großes Elend. Eroberung Porto P 1 a t a s. C a p H a y t i e n, 17. Jan. Die in Sosua gelandeten RcgierungsTruppen wurden gestern zum Marsche auf Porto Plata befohlen. Abends begann ein scharfer Angriff, durch die Kanonen eines domiilik. Kriegsschiffs unterstützt. Heute früh ging der Kampf wieder los und die Regierungs.Truppen zogen in Porto Plata ein. Gen. Deschamps ist in's amer. Consulat geflüchtet. Der britische Kreuzer ..Pallas" hat Marinetruppen zum Schutze des Con sulats gelandet. Der amerikanische Kreuzer Hart fort)" ist angekommen.
Vom Jnlande.
Aerzte.
In, letzten Jahre wurde das amerikanische Eisenbahnnetz für Lotouiottvetried um circa 5000 Meilen vergrößert. Der weitaus größte Theil des Eisenbahn - Neubaues entfiel alif den Eüdwesten, namentlich Oklahoma, das Indianergediet und Texas. Im Osten iourde so gut wie gar nicht gebaut. Die Zeiten der riepgen Erweiterung unsere Eisenbahn netze,, ioie wir ju vor 15 bis 20 Jahren erlebten, sind überhaupt vorbei. Die älteren Systeme haben nicht länger die Tvncurrenz neuer Lokomotive bahne ,.u fürchten, sondern für sie alle liegt nie Gefahr nunmehr in dem iüiü'er fühlbarer iverdenden Wettbe werbe elektrischer Bahnen. Ein t r e i 5 runde S ch c u n c hat sich unweit Lapel. Ind.. der gfar ii-.er James Sears gebaut. Sie ist W ftiift hoch, hat t; 5-uß im Durchmefftt und gar keine Stützen. Damit das Gewicht oeö kegelförmig zulaufenden Daches die Mauer nicht auseinanderdrückt, umspannte -?ears. welcher von Profession Schmied ist. dieselde mit drei felbftgeschmiedeten, schweren
Vtahlretsen, etwa wie einen großen Wasservehölter. Die aeune ist "sicher gegen Wirbelstürme. denn sie bietet einein Eyclon keinen Halt. Im Innern führt ein Fahrweg ringsheruiu. Die Etallungen für Pferde und sonstigem Äieh sind kreisförmig angelegt, nnd in ver s))'iit erhebt sich ein bis an das Dach reichender Futterkasten. Herr Sears behauptet, cr könne in seiner neuartigen Scheune mehr Vieh und Mutter unterbringen, als in einer gewohnlichen, viereckigen. Von einem eigenen Plan für die Erbauung von Frachtdampfern wird aus Snpcrior, Wi berichtet. Vor Kurzem ivnrde ein Schiff vom Stapel gelassen und jetzt hat der Schiffsbaues nur noch einige !I!eparüturarbeiten zu thun, infolgedessen sind mehrere hundert Leute für den Winter arbeitslos geworden. Die Gescllschaft hat sich nun erboten, die billigsten Preise für einen 4M ffuß langen Dampfer zu berechnen und Generalbctriebsleiter Wolvin hat sich bereit erklärt, dem Dampfer eine Stelle in der Transportflotte anzuweisen, so daß auch Arbeit genug für das Schiff in der kommenden Saison vorhanden sein wird. Darauf hin hat sich ein Ausschuß gebildet, nm das nöthige Geld aufzubringen. Das Boot wird $:!", m i kosten. Angestellte des
Schiffsbauhofes haben selbst .$:;r,,ouo gezeichnet und Herr Wolvin .$1s,000. Sollte der Plan sich als ausführbar erweisen, wird möglicherweise eine lokale Aktiengesellschaft gebildet werden, die weitere Boote bauen wird. Als eine indirekte o l g c des Chieagser Theaterbranoes mag eine Panik angesehen werden, welche dieser Tage in einem Musentempel in Eamden, VI. I., ausbrach. In einem Güßchen hinter dem Theqter hatte Jeluand einen Haufen Kehricht in Vrand gesetzt, ivährcnd im Theater ein großes Auditorium von Frauen und Kindern der Matinee Vorstellung beiwohnte. Der durch den Vrand entstandene dicke
und übelriechende Rauch drang in das Theater, lind im Nu entstand unter den Zuschauern ejne hochgradigePanik, in welcher Groß und Allein wie Vcses sene nach den Ausgängen zustürzten. Der in dem Theater stationirtc Feuer wehrmann rannte auf die Vühne und versuchte mit lauter Stimme die von
Furcht gepackten Menschen zu beruhi gen. Die Sitzaniveiscr halfen nach Kräften darin, indem sie sich in die Gänge stellten und der Menge n schrien, daß gar kein Feuer im Theater sei. Alles erwies sich jedoch vergeblich. Die aufgeregten Menschen stürmten weiter, bis sie die Straße erreicht Hai ten. Glücklichcrlveise ging dies köpflose Durcheinaliderlaufen und rii.ksjchtslose Gedränge ohne ernstliche ttn fälle ab. abgesehen davon, daß Viele schmerzhafte Püffe und Kontusionen davontrugen. Eine geradezu unglaubliche Vertrauensseligkeit besitzt ein vkew ?)orker Damenschneider Rainen s An tonio Vcrnabeo. ivelcher der Polizei dieser Tage folgende Geschichte erzählte: Vor zwei Jahren, als er in's Land kam. machtc, er die Bekanntschaft eines jungen Engländers Namens Edward Thompson, mit welchem er bis vor ein paar Wochen zusammen logirte. Bernabeo deponirte seine Ersparnisse in der Dime Savings Bank" und hatte dort schließlich 1150 aufgespeichert. Sein Freund Thompfou wußte davon. Neulich Ubenbs lud der Engländer denSchneider zum Diner in einem Restaurant in 6. Ave. ein und stellte ihm dort einen untersetzten Mann vor, welcher, wie Thompson sagte, vor Kurzem von einem Bruder in der Schweiz $1(),(XK), 000 geerbt habe, aber Schwierigkeiten habe, seine Ansprüche geltend zu machen. weil es ihm an Geld fehle. Wenn er, Bernabeo, nun die Gute haben wolle u. s. w., dann würde dem Erben und auch ihm, Bernabeo, geholfen stin. denn der Erbe würde, sobald er das Erbe angetreten, sich nicht lun pen lassen und mit einem Bonus von wenigstens $10,000 herausrücken. Bernabeo ging auf den Leim. Er holte die sauer ersparten $1150 am nächsten Morgen von der Ban? und vertraute sie seinem neuesten Freunde an, der damit verduftete.
Dr. L, H. Herbert, i 7 Deutscher Llrzt Graduirt Kaiscrl. Univers. Wien. 120 Oft Qhio Str., Van orhiS Gebäude
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Venezuela. Enkel G a r i b a l d i'ö ent. deckt. Caracas, 17. Jan. Guileppe Garibaldi, ein C5ntel des italienischen Patrioten, wurde unter den Revolutio. nüren entdeckt, die im letzten August in Viudad Bolivar aefangen genommen worden sind. Als Präsident ßaftro dies hörte, ordnete cr die sofortige Frei
j lassung Garibaldi'S an.
