Indiana Tribüne, Volume 27, Number 123, Indianapolis, Marion County, 15 January 1904 — Page 4

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Indiana Tribüne. traugetbrn von dr uUnbrtfl Indianapolis, Ind. Harry O. Thudiu Präsident GeschäftSlocal: No 31 Süd Dclawarc Strahe. -rez.vpno.xL

trei ai Ihc Po Office oi lndianapoli I .. ccond das matter.

TU Dreysus-Revifion. Unser Pariser Korrespondent streikt : Die einstimmige Erklärung der Revisions'Eommission zu fernsten der Wiederaufnahme de Dreyfus-Pro zesseS bedeutete für die nationalistische Partei Frankreichs den sehr unersreu lichen Abschluß eines JahreS. das ohne hin für sie ungünstig genug anlaufen war. WaS mit Sicherheit zu erwarten war. ist geschehen : die nationalistische Presse hat sich beeilt, den NriegSmi nifter General Andre, der vor allem die Revision des Prozesses betrieben hat als Verbündeten Deutschlands zu denunzieren; so schrieb beispielsweise daS Organ des Herrn Rochefort : Der deutsche Agent, der gegenwärtig Kriegs minister ist. wird alleS Erdenkliche thn.i. um das neue Krieg'gericht aus ihm ergeben? Qssizie?en zusainmenzu setzen und müßte er Richter in Berlin suchen." Dieses Manöver der nationalistischen Presse lft auf Leute von sehr kurzem Gedachtnisse berechnet. Wer fich der Laufbahn des Generals Andre als Minister erinnert, weiß, daß der General jede vorhandene Gelegenheit benutzt, um Reden zu halten, die ihre Spitze gegen Deutschland richten. Seine Gegner' schaft gegen die Nationalisten hindert ihn also keineswegs, im Punkte der Re vanchk'Jdec mit ihnen vollkommen zu syPpathifiren. Ob er Revanchemann istX weil er als Offizier sich gern mit dtzm Gegner messen möchte, oder weil er durchdaS Hervorkehren dieser Gesinnung rn Popularität zu gewinnen hosst, tyM hier nicht zur Sache: jeden falls haßt er Deutschland, und es ist deshalb lächerlich, ihn als ..Agenten Deutschlands" zu bezeichnen. Es ist eben ein in allen Landern ebenso be liebter wie moralisch unschöner Kniff, den politifchen'Gegner dadurch herabzu setzen, daß man ihn zum Agenten des Auslandes stempelt. Benutzen dielnationalistischen Gegner des Generals Andre in dieser Weise die Revision deS DreyfuSprozesseS. um gegen den General zu intriguiren, so ist diese Wiederaufnahme des Prozesse? seitens de Generals nichts anderes, als eine Intrigue gegen die ihm feindlich gesinnten confervativen Elemente in der Armee. Nur große Optimisten können der Meinung sein, daß der Kriegsminister die Wiederaufnahme des Pro zesses betrieben habe, um edlen Zielen zu dienen : der Erforschung der Wahrheit und der Wiederherstelluns; der Ehre eines Unschuldigen. Für den Ex EapitÜn DreyfuS würde General Andre keinen Führer rühren, aber er hofft, im Lause des Prozesses vor aller Oeffentlichkeit Fälschungen feststellen zu können, durch oie Männer compromi mirtirt werden, die in den Augen der Nationalisten Heroen uud die einzigen wahren Vertreter der Armee sind. Da durch würde dem Kriegsminister die Möglichkeit gegeben werden, das von ihm begonnene Wert der Ausmcrzung von Offizieren mit nicht zweifellos republikanischer und demokratischer Ge sinnung mit Nachdruck fortzusetzen, um schließlich ein einheitliches, von jeder Neigung zu reaktionären StaatSstrei chen freies Ofsizierkorps in seiner Hand zu haben. Dieser einheitliche Charakter des Cf ji zierkorps mag seine Vortheile haben, aber daS von General Andre gewählte Mittel ist jedenfalls nicht einwandsfrei. Wenn eS auch vollkommen ausge schlössen erscheint, daß die viederauf rollung der Affäee" ähnliche chaotische Zustände hervorruft, wie fle in den Jahren 1898 und 1H90 hier bestanden, so wird doch einerseits' der Haß der Parteien gegeneinander aufs neue angefacht und eS wird ferner durch die Aufdeckung von Fälschungen und ande ren Unregelmäßigkeiten dem Auslande ein für daS Ansehen Frankreichs nicht schmeichelhaftes Bild dargeboten.

Die weschältssührung eines hiesi gen Restaurants an Süd Meridian Str. hat für die netten Aufwärterinnen deren freundliches und zuvorkommendes Bedienen der Gäste viele Kunden her beizieht, ern System von Strafen er

dacht, welches besonders lehrreich ist. Die munteren Ijungen Mädchen finden sich, wenn sie ihren sauer verdienten Lohn erhalten, um 50 Cents oder mehr bestraft, und zwar es ist zum Lachen, für's Lachen. Die sonderbar? Erscheinung wird erklärich, wenn man erfährt, daß der Besitzer streng puritanischen Anschauun gen die Fröhlichkeit der Jugend als eine Sünde erachten, huldigt nno selbst Prohibitionist ist. Besser kann die verkehrte LebenSanschauung der Finsterlinge, welche die Sonne meidm und bn Schatten aus suchen, wohl kaum zum Ausdruck c bracht werden, wie durch das Systni dieses Kanzes. Bemerkt mnß werden, daß die Lohnadzüge in seilte eigenen Taschen fließen, seine Moral bezahlt jirt also.

Ans Stadt- nnd Cornty-Ber-waltung.

Neber die von uni am Mittwoch berichtete Debatte über die Panama Frage schreibt die N. y. St.Ztg.": Die Debatte läßt deutlich erkennen, daß eine Klärung der Ansichten langsam platzgreift und daß wir ans dem besten Wege sind, unsererseits zn Vorschlägen zu gelangen, die eine friedliche und für beide Theile ehrenhafte Lösung der Wirren mit Colnmbia in AnSsicht stellen. Wenigstens dürfen wir hosten, daß sich die konfcrvativen nnd besonnenen Elemente deioer Parteien uf ge meinsamem Boden zusammenfinden werden, wenn zwu Männer, wie Ba con von den Demokraten nid Hale von den R-publikanern, nach längerer Dis. knssion und mit gegenseitigen Znge' ständnissen zu einem Cinverständniß zu gelangen, zn vermögen. Freilich, die Heißsporne auf beiden Seiten, auf der demokratischen die Leute vom Schlage Morgans und aus republikanischer die blinden Vertheidiger des Präsidenten, werden nach wie vor Opposition dage gen machen. Aber um so erfreulicher ist es, wenn die anderen einlenken und Verstand annehmen. Gelinßt eS Senator Bacon im Ver ein mit Senator Hale, die Erledigung der Panama Frage m das richtige Fahrwasser zu leiten, so had?n die de mokratischen Senatoren einen gewalti gcn moralisch-n Sieg errungen, dessen Tragweite gar nicht hoch genug ange schlagen werden kann. Sie haben von Anfang an der Haltung de? Admini stration entschiedene Opposition ge macht, aber nicht dem von der Aoministration verfolgten Ziel, sondern den Mitteln, die sie angewandt. Sie haden sich nicht durch die sosort bereit ge. haltenen, allmählich etwa abgeftandenen Verdächtigungen, an denen es auch gestern wieder natürlich nicht fehlte, daß ihr Vorgehen unpatrkotisch sei uud dem Feinde" Vorschub leisten muffe, beirren und von ihrem Standpunkt abhringen lassen. Leute, wie Foraker und Lodge sind natürlich schnell mit solchen kindlichen Vorwürfen bei der Hand, in der Erwartung, damit den Beifall der Gallerten zu erringen. Aber auf ernst hafte, besonnene Männer kann das aus die Dauer nur einen höchst ungünstigen Eindruck machen, nnd diese Erfatzrnng hat sich auch diesmal gezeigt. E5 de ginnt zu tagen, und das Verdienst da für gebührt den Demokiaten. Der Vorschlag deS Senators Äacon ist dnrchans empfchlenSwerth und wür dig. ES ist darin kein Wort des direk ten Eingeständnisses eines Unrechts enthalten, sondern er basir! ans Anerkennung der thatsächlich vorhandenen Verhültnisie, hält namentlich die Rqt'.fizirung des Ea,,alvertrags mit Panama lur selbstverständlich. DaS hat Senator Bacon ausdrücklich erklärt. . Aber eS soll dem Präsidenten der Rath er theilt werden, mit der Republik CvloM' bia einen freundschaftlichen Vertrag ab zuschließen, wodurch dieses für alle et maigen Nachtheile, die ihr durch das

Eingreifen der Ver. Staaten erwachsen sind. Schadenersatz gewährleistet wird. Damit ist ."ach Hale einverstanden. Die Bestimmung über eine etwaige Verwei snng an das Haager Schiedsgericht soll auögem'rzt werden, weil Hale glaubt, daß eS auch ohne fremde Einml!chung geht. Andere befürworten, daß daS in der Form einer freundschaftlichen Vermittlung der Ver. Staaten zisch.'n Colombia nnd Panama unter Der Ga rantfe der AuSftihrnng der Veteinba rungen erfolge. Was immer eine Form gesunden werden mag, ist ver hältnißmäßig gleichgültig; die Haupt fache ist und bleibt, daß ein Ausweg gefunden wird, der für beide Thelic ehrenvoll ist. Wir sollten kein Mittel unversucht lassen, um das zu erreichen, denn wir haben indem übereiltes, un überlegten Vorgehen des Präsidenten ein Unrecht begangen, daS in irgend einerJjBeife wieder gut gemacht iwerden muß. Wenn eS gelingt, den Senat zu einer selchen Kundgebung zu veran lassen, so ist Alles erreicht, was jvir zur Zeit erwarten können.

Feuerschutz - Verbessert! n gen in den Theatern, K i r ch e il etc. Der Bau Inspektor hat gestern, nachdem er am Mittwoch, wie berichtet, seinen Jahresbericht vollendet und der Sicherheit Behörde vorgelegt hatte, seine Unteriikchnng der öfs. Gebäude, Thcatcr, Kirchen etc. aus ihre Feuer Sicherheit hin wieder aufgenommen. Als hinreichend geschützt sand er die 2. Presbytcrianer Kirche an Vermont nnd Pennsylvania Str.. die Bethel M. E. Kirche (für Farbige) und die (siezen' danner-Halle an Vermont Str. und Capital Ave. Für die Neger Odd Fellow)' Halle wurde die sofortige An bringung von Feuer Rcttungsleitern angeordnet und für die Alleil-Capclle iNegerKl.che) wurden gleichfalls mehrere Verbesserungen vorgeschrieben. Bei einer nochmaligen Untersuchung deS Grand Opera-Honse, in dem jetzt die vorgeschriebenen Wasjcrleituugs Staudröhrcu nebst Schläuchen angebracht worden sind, hat Inspektor Slällley die Entdeckung gemacht, daß im Keller, linier dem Auditorium, n'cht nur bei der Coustructiou deS NcwölbeS, sondern auch bei der der Schauspieler Garderoben, die im Centrum des KellrrZ errichtet worden find, eine Menge Holz, d. h. zuviel Holz, beuutzt worden ist. DaS rührt aber daher, daß das Theater zu einer Zeit erbaut worden ist, als man in Indianapolis noch nicht Viel von MetattConstructiou wußte, llm das Uebel zu beseitigen, müßte der ganze Kellerbau umgewandelt werden, und dieses anzuorduen steht gegenwär tig nicht in der Macht des BauJnspee torS. Das Special Comite deS Stadtraths, an waches die GaspenEppert'sche unvollkommene Theater schütz. Ordinanz verwiesen worden ist, hat, um doch bis Montag Etwas zu thuu. beschlossen, persönlich alle Thea tcr zu besuchen und auf ihre Feuer Schutzeinrichtungen hin zu untersuchen. Gestern Abend wurde bereits mit dieser Inspect:onsTour begonnen und WUr den besonders die sogen. AsbcftSchutz vorhänge auf ihre Oualität hin unter sucht. Die n e n e B a u O r d i n a n z. Die neue städtische Bau . Ordinan soll, wie Bau-Jnspector Stanley ge stern erklärte, von einem Comite zusammengeftellt werden, das nach seiner Idee aus folgenden Personen bestehen sollte: ein Mitglied der Behörde für öffentliche Werke, ein Mitglied der Sicherheit Behörde, ein Stadtraths - Mitglied, Stadt-Anwalt, BauInspector, Feuerwehr-Chef, ein Architekt, ein Contraetor und ein dem Baugewerbe völlig fernstehender Bürger. Diese Männer sollen ernannt werden, sobald daS Ar, chitecteN'Comite seine Vorschläge und Empfehlungen für die Oroinanz aus gearbeitet haben wird. S ch u l I u s v e c t i o n e u nach B o st o n e r Muster. Der städtische Gesuudheits Beamte beabsichtigt, dem Mayor und dessen Cabiuet demnächst die Anstellung einer Anzahl von Aerzten als Schul-Jnspec-toren zu empfehlen, nach dem Vorbilde Bostons. Diese Aerzte in Boston haben eine bestimmte Anzahl von Schulen un ter sich und erhalten für die reguläre Inspektion derselben und der Kiuder, zur Verhütung von ansteckenden Krank heiten :c, eine nominelle Vergütuug per Jahr (200). Ihre Aufgabe ist eS, Fälle vou Bräune, Blattern, Wasierpockcn, Diph theritiS, Scharlach. Keuchhusten und anderen ansteckenden Krankheiten zu entdecken, die betr. Kinder vom Ichulbesuche auszuschließen und die Weiter Verbreitung ver Krankheit zu vereiteln. UebrigenS werden in Boston auch alle Kinder vom Besuche der ösfentl. Schulen ausgeschlossen, die Mund, Ohr. Nase-, Kehlkopf, oder LuftröhreKralikheiten haben, ebenso die. welche an Tuberculose. an chronischem Kopfweh, an Hautkrankheiten etc. leiden. Hier würde man nach Ansicht des Dr. Spencer nicht so schars vorgehen können. Hangen und Bangen . Wahrscheinlich werden die County Commissüre noch vor Ablauf dieser Woche ihre Ernennungen der Angestell ten und Beamten der v.'rsch. County' Institutionen bekannt machen. ES wird erwartet, daß nicht viele Verände rungen getrosten werden.

Ein Check-Schwindler gesucht, Der in vielen Städten sein Handwerk ge schürt betrieben. Ein frecker und gewandter Schwind ler. der sich für einen Reisenden der hiesigen Droguen Firma Daniel Stewart Drug Compagnie" aus 5 ab. hat, wie gestern bekannt ward, in Philadelphia. Baltimore, Chatta nooga, Tenu., und anderen Städten zahlreiche Geschäftsleute mit gefälschten Checks ..hineingelegt". Die Columbia Natioual-Bank von dahier. welche durch diese Schwindeleicn allein in Mitleidenschaft gezogen zu sc'n scheint, hat die Pinkerton'sche Deteetiv-Agentnr mit der Aufspürung des Gauners beauftragt. Derselbe nannte sich ..A. Barristcr (Name einer Sor!c Cigarren, welche von der Stewart Drug Co. auf den Markt gebracht word.'n is!N uud et kertisicirte die Checks, zn Beträgen von 112.50 bis zu 8S7.M), mit einem Gummi-Stempel, welcher die uachge machte Unterschrift des Cast'irers der Columbia Nat. Bank, W. F. C. Golt, trug. Im Ganzen scheint der sehr gewandt auftretende und elcgant-gekleidete Gau--ner nahezu Kl 000 und mehr aus diese Weise erschwindelt zu haben.

Ein scheuender Gaul

Bühnen-suchtig

War die l t,jähriae Florcnc.' Webber,

H. C. Webster, ein Privat-Detcctiv. brachte gestern aus Vincennes die 14'jährige Florence Webber. Tochter deS Huthändlers Chas. R. Webber von der Sud Meridian Str.. zurück, die am Dienstag ihren in den Eugenia Flats wohnhaften Eltern durchgegaugcn war. Und zwar nur, weil sie sich einbildete, sie sei zur Bühne berufen, nachdem sie ein wenig Clavier- und Gesang-Unterricht genossen hatte. Sie hatte beabsichtigt, sich in Vwcennes der ..Prince of Pilsen" Truppe anzu schließen, die hier vor " Wochen gastirt hatte.

Ein iederkranz-Abend in der Kneipe." Die Sänger des Indianapolis Liedcrkranz" waren gestern Abcnonach der Probe die Gäste der Herren GuS Ren ner und William Brommcr, der Besitzer der )lrcadeKneipe und lang'ähri gen Passiven deS Vereins. Ein hochfeiner unch aus den Delicatcssen der Saison, sowie etliche Fäß'ein Home" waren für die Sänger uud ihren Dirigenten, errn Carl Riegner, servirt urd dabei und bei munteren und ernsten Reden, wohlgelungenen Vorträgen uud herrlicuem deutschen Männergefang n-rlebten die Liederkrünzler in der Kneipe" einen urfideleil Abend. Eine der Glanz Nummern des Abends war zweifelsohne der Solo Tanz. den Herr Brommer mit unnachahmbarer Grazie zum Besten ab. Neue Inkorporationen.

John Weber's Wirthschaft, No. V04 West North Str.

Jil der Osfic: des StaatS-SecretärS wurden gestern die folgenden neuen Firmen etc. incorporirt : Die Blue Cast Maguetic SpringS Company". Woodburn. Capital 5150.000; Direktoren: H.nrh F. Schneller. Mary G. Schneller. Clement P. Becker. Die H. F. Schneller Company", New Havcn. Capital 525.000; Dircc toren: Henry F. Schneller. Mary G. Schneller. John g. Andre. Die ..Schneller Farm Company". Maumee Township, Allen Couuty. Capital S50.000; Direktoren: Henry F. Schneller, Miry G. Schneller, Cor nclius Ragan. Die VcederSburg Handle Com pany", VeederSburg, Capital S10,000; Direktoren: C. WeSley Smith. Grant W. Ward, Jacob Rosenbarger, Theo dore Wooden, Walter W. Anderson. Die Jndiana Association of Se ventS Day AdventistL", Indianapolis; Dircctoren: William I. Stone, Wm. D. CurtiS, William A. 7)oung, Wm C. McClearly, Thomas E. Johnson, E. Wash, Martin Dunn.

Noch ein (inbrnchsdiebftahl. Morris Kahn'S Grocery an Masja chusettS Ave. und Aellesontaine Str. erhielt in der Mittwoch Nacht den Be such von Einbrechern, welche durch die Hinterthür eindrangen nnd ein Quan tum Grorerieö sowie mehrere Kisten Cigarren stahlen.

Verursacht Trubel an Ean und Washington Strahe.

Fred. Hubble, ein Hufschmied Gehülfe aus Shirfey'S Werkstatt an der Süd Pennsylvania Straße wurde wegen rücksichtslose Reitens verhaf et. An East und Washington Str. scheute nämlich plötzlich ein Pferd, das er znr Schmiede bringen sollte, nnd sührte dort einen wilden Reigen ans. Dabei wurde die in No. 7 Nord st Straße wohnhafte Frau Hannah Ban non von dem Gaule zu Boden getreten und, wie man anfangs glaubte, schwer verletzt. Sie wurde von Dr. Crockett per Ambulanz in'S städtische Hospital geschafft, wo man jedoch keinerlei Knochendrüche noch schwere äußerliche Ver letzuuqen au ihr eiitdeckeu konnte.

...

GrundeigenthumS Uedertragnngcn.

Walter I. Hubdard an Ella Holt. Lot Parker S Sudd. Oak Hill. Lot 48 Shoemaler u. A. Sudd., Theil Qat Hill und Lot 3, Bremerman ck Powell's Sudd. S1.000. Charles E. Barrett an Charles M. Clark. LotS 31 bis 101. Croß'S Clif ford Ave. Add. K6.300. John H. Larison an Herman P. Kuehn, Lot 13. Sander'S 1. Propect Str. Add. H2.850. Hiram B.Patten an Eugene Runyan. Theil Lot M, Bruce Place Add. S1, 500. Hiram B. Patteu au Clark Bland, Theil Lot 6, Bruce Place Add. $850. Charle M. Clark an Solomon F. Johnson, Lot l. Elder's Eastern H?ight's Add. 83.600. Jacob C. Yuncker an Tillie A. EnniS, Lot 1, Square 7, Fletcher'S nordöstliche Add. S,700.

Südseite Turnverein. Großer MaskenbaU Dienstag, den 26. Januar.

Kleine Stadtnachrichten. In den Räumen des Commer. cial-Clubs hat gestern die StaatsVereinigung von Ingenieuren" (Indiana lngineeriTi Society") ihre 24. Jahres-Convention begonnen, die bis morgen dauern wird. Nach der Entgegenlnihme der Jahresberichte der Beamten und der Jahresbotschaft des Präsidenten R. L. Sackett aus Ricbmond nahmen die fackwiffenschaftlichcn Vorträge ihren Anfang. Arbeiter, welche mit der Anläge des AbzugsCanales für das neue Deteniion - Hospital in Cerealinetown beschäftigt waren, sind bei ihren Aus grabungen auf einen Sarg gestoßen, der noch eine Leiche enthielt und den Arbeitern und Neugierigen Angst einflößte, dis er letzte Nacht wieder an and..er Stätle begraben werden konnte. Wie James Coleman , der damals Superintendent des vor 8 Jahren durch Feuer zerstörten Seuchenhauses war, erklärt, handelte es sich um die Leiche einer Negerin, die damals an den Blattern gestorben und deren Leiche von Niemand reclamirt worden war. Während Coleman'S 14 jähriger Amtszeit wurden im Ganzen 3 Blat tcrn - Opfer auf den SeuchenhauS Gründen beerd'gt. Personal-Notizen.

Herr W. F l e ck , der Vertreter der Amerik. Turnzeitung, ist im Circlc Park'Hotel abgestiegen. Herr Dr. Paul Martin und seine juuge Gemahlin sind gestern von ihrer Hochzeitsreise zurückgekehrt. Sie werden sich freuen, ihre Freunde vom 1. Mai ab in ihrer neuen Wohnung im städt. Hospitale begrüßen zu können

Der Thier', ächter richie jetzt sei.: Hauptaugenmerk af nv.rnc (3 iä sie l ad reichliche iriiistrcu, denn ein wann Ltall spart in erjter Linie Futier. Zi j VuSmisien geschehe thun lichsi blo alle M Tage und dann in der wärmsten ageö'.eit d. h. Mittag-:-. Durch lciqlichk'Z Ausmisten ,-wiiroe einerseits der Stall zu sehr au:getä! tet. andererseits li.'gt das Vieh auf der dicieren mit reichlich Stroh überstreu ten Mistlaae weicher und wärmer. Dail Tränkwasser werde stets in überschlage nem Znstande verabreicht. Jungviel, kann bei milder Witterung in den Vieh Zwinger gelassen werden. Tränken der Ziegen. Die Tränk: muß den Liegen in rauhe? Iah reszeit siets verschlagen gegeben wer den. Je kälter es ist, um so n ärmer muß auch das Saufen fein. Ein war mes Bleien saufen ist um die jetzige Zeil den Thieren sehr zuträglich, sonst mu, man ihnen aber das Kraftfutter trocken geben.

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l? in merkwürdiger aab unsall hat sich in Spanien zuqetragen. Während einer an einem Sonntag in Casa de Campo abgehaltenen Jagd, an der der König tbeilnahm, gab ein Waldheger aus seinem 5iara Inner einen Schuh ab. durch den ein Hirt getödiet wurde. E6 soll sich uin einen '.inglüct lichen Zusa? handeln. Der König war durch das Ereignih sehr ergriffen und kehrte gleich ins Sehloft zurück, wo bald darauf der Minister Präsident Maura eintraf. Dieser Unfall wird vielfach besprochen, und man meint, daß die Sache vielleicht etwas anders liegen könnte, dafz nämlich der Gctödtete Grund zur Beschwerde gegen eine Persönlichkeit aus der nähe ren Umgebung des Königs hatte und auf diese mit einem (Gewehre zielte, worauf er von dem Waldheqcr erschossen wurde. Nach der amtlichen Darstellung von dem Unglücksfall wurde der Hirt, als er sein Gewehr lud und der Schuft plötzlich losging, durch die Ladung seines eigenen Gewehres getödtet. l?in Waldheger meldete dem Könige nur den Vorfall, worauf der König doch sogleich die Nücrtehr nach Acadrid anordnete. I n d e n russischen Gouvernenients Ssamarc und Orenourg hat sich eine neue Sekte gebildet. Die der Sekte Antretenden werden vor einem Heiligendilde vereidigt, wobei sie aloben. das Geheimnis: der Sekte zu wahren, wcder Vater noch Mutter zu hören und nur die Gebot? des lebendigen Gottes" zu erfüllen. Die Sekte zeichnet sich durck Unduldsamkeit und großen Glaubcnseifer aus. Der Bericht führt einen all von Selbstmord einer ganzen, der Mormonensekte angebörenden nnilic an. der im Dorfe Danitowka, Gouvernement Ssamara, stattfand. l?in Bauer des Dorfes, der eine That der Selbstverleugnung zu verüben und die Märtnrerlront zu erlangen wünschte, weihte sich und seine aus drei minderjährigen Kindern bestehende Familie dem Tode durch l?rfrieren. Sie wanderten zusammen auf ein fteld in der Nähe des Dorfes und begruben sich dort im Schneehaufen, nachdem sie sich zuvor völlig entkleidet und ihre Sacken sorgfältig zusammengelegt hatten. Durch gerichtsärztltche Untersuchung wurde festgestellt, daß sämmtliche Umgekommenen freiwillig in den Tod gegangen waren und daß der Vater keinerlei äuszere Gewalt bei seinen Kindern angewendet hatte. Nach den Ergebnissen der Leichenschau hatten die Verstorbenen seit zwei Tagen nichts mehr genossen, jedenfalls, um sich durch das Fasten auf ihren Tod vorzubereiten.