Indiana Tribüne, Volume 27, Number 120, Indianapolis, Marion County, 12 January 1904 — Page 6
Jlidiann Tribüne, 12. Januar 1904
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der Heilungen :Uhn aufknie qeük'lt. Wilitunn uiMi $U;Vt)n rf jiiii. st Jakobs Gel
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fast ssrt d,r g r ' f. iliolilf bjjrr m l(in in der Mut 99 Rheumatismus, Neuralgie, H uf tensch merzen, Ruckensciinierzen, Verrenkungen, Kopfschmerzen, Steifheit, Schmerzen. (?4 wird immer das grofte .tci( Mittel
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hörte längere Zeit dem Gemeinderath
! an, vtS er der den letzten Wahlen im
. Voriakre Irenen Kränklichkeit seine
I Kandidatur nicht wieder aufstellte, fiaaenau. verkästet winde
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ren ist nntotrertor o,es urni trn . der Tagner Joseph Wirth. 28 Iah sMlfr tan T V.ihrn hinr nflnrhon E . . , .
vvtl oMirM v,vv ; I von mer, wegen -seneijuua,
ei urnajnimi oer oieuaeii uiaie oer Rheinischen Kreditbank Im April 1872 lvurde er in noch jungen Jahren als Mitoimtor an Dieses Institut bem
der
Wehrpflicht. Wirth hatte sich im
Satire 1894 zur Fremdenlegion an loerben lassen und ist jetzt nach jelrnjähriger Dienstzeit völlig mittellos aus
fei,. ist konnte in dieser Stellung j der Jremdenleaion entlassen worden, lein funfnudnoauzigjaUrlges Dienst sm t , Der von der luwrnburni.
jubi lehnn begehen.
o l l. Das Anwesen des Schuhmachers mb?0i Vuntni brannte nie der. Es verbrannte vaares Geld im Betrage von 400 Mark. Man vermutet ,'Idstent.jiindung des aufestapelten ehmdes. E IN m 1 ii c e n a b t' g g. Die Anlyese der Echuhmachermeister Heist und Metzgermeister Störk mit vielen Fährnissen und Wintervorräthen wurden durch Feuer zerstört. Der Schaden beträgt 15,000 Mark. Kreibvrg. Im Alter von 78 Jahren ftarv der hiesige Baurath a. D. (hilft 'Bd'.agM, der 1X2s) in Heidelvern geboren, sich früh dein ,nanneiir:
fach gewidmet; 1868 trat er hier iU
Maschinen ingenieue in den Dienst derI
Badischen Bahn, chon 7', Jahre i
alt. that er noch seinen Dierst. , H e d d e ') e i m. Auf der von hiers
uact, dein tris'.cn!,e!inerhof führenden
Strafe, zehn lliinuten vom Orte ent-z fernt, wurde das 21 Jalre alte. Dienstmädchen Baroara Lang ermo ' det aufqefuu'en. Dem t'ädä'.eu warj der Hals bis ux Wirbelsäule durdi schnitten, außerdem zelgte die Leiche zwei Stichwunden in der Brust. !Ü der Zhnl verdächtig wurde der Lied Haber des 'ädcheus, der 20 Jahre! alte Landlvirthsohn Johann Knapp.!
verhaftet, von dem man amiinnnt, das; er das Mädchen beseitigt habe, um sich, zu erivartend? Aliinentationsansprü-j eben zu entziehen. Heidelberg. Die 54iährij Elisabeth Meißner von (fdingen' wurde' von der Straßenbahn ersaht und der-' art verletzt, das; sie im ..antenhause' starb. Das Stadttheater feierte sein 50jährige Jubiläum. Die erste Bestellung an de. von einer Ajjien ; gesellschaft gegründeten Bühne efi war GcliüKiv Braut von Mesiwa" fand 1853 in (Gegenwart des GroßHerzogs Friedrich statt. N o n st a n z. Der 7.iährig ' Nek-' tvr der hiesigen Gelverbeschule Maiev trat nach :"jährige? segensreict)er Leh-'
rertbätigkeit in den Nahestand. Lohr. Aus iebestummer er hängte sich der aus Mannheim gebiirt??:? Nekrut Bollinger von der H. (5om pagnie de hiesigen Ins. Neg. Ro. lt!'.' an der Thür seines Spindes. ?N'lNpfr5l. B ö ch i n g e n. veifelloö in einem Schwermuthsansall legte der ver heirathete etlva 56 Jahre alte cetzger meister Georg Jakob Follenius hier Hand an flch. indem er sich in dein in seinem Anivesen befindlichen Schlacht raunte erhäitgte. ' g r d a ch. Zwischen Wellesweiler und Ncuntirchen wurde von dem die Strecke revidirenden Bahnwart die schrecklich verstümmelte Leiche des A ährigeil ledigen Bergmannes Jakob Simon von hier gesunden. Simon hatte jedenfalls statt der Strafte, den Bahnkörper zum Heimweg benützt und ist vom Ztlg überfahren und getödt?t worden-. , i s ch b a ch b e i H a ch s p e n e r. Hier schoß sich der 23jährige Phil., o-dinger in selbstmörderischer Absicht in den Unterleib. An den folgen die'ser Berletzuug ist er im Distriktskran kenhausc zu Kaiserslautern verstorben. H a a r d t. In seiner Wohnung wurde der Küfer Jakob Niehm erhängt aufgefunden. iRiehrn stand in Mitte der Sechziger Jahre und war srühei bei Weingutsbesitzer Fritz Andree br schäftigt. in letzter Zeit aber beschäftig gungslos. Nahrungssorgen und Lebensüberdruß diirften die Ursache des Seldstlnordes sein. L u d w i g i h Q f t n. Der 55 Jahre alte Handschuhsabrikant ffriedr. liefert in der Kaiser Wilhelmstras'e t'ödtete sich durch einen Schuß in die Brust. Die U'.jährige Schlossers' tochtcr Johanna Link lvurde von oer elektrischen Tranibahn überfahren und schwer verletzt. Neu tni ra. . N h. Metzger Ludwig Weiseilburci.er erhielt von rall senden (5onirollpflichtigen einen Mes serstich in du Halsschlagader und ver blutete sich nach kurzem. Zweibrücken. Der lveqen i: mordung des M. I. Keßler zu Knopp Bezirk Zweibrücken) vom Schlvurgerichte zum Tode verurtheilte Knecht B)hn wurde unter Umwandlung der Strafe in lebenslängliche Zuchthaus begnadigt. l.' M 0 4U 1 1 v n c S t r a ß b u r g. lLhefredakteur Hstuß vom ..Bolksvoten" wurde wegen Beleidigung des Bürgermeisters Nie qert in'(5olmar zu 600 Mark Geldbuße und zur Tragung der Kosten ver urtheilt. In der Spochstllee 9to, 10 wurve oer von rvuonnairj Klüvern Ritter v. Heben st reit aus Innsbruck sterbend vorgefundcn und ist trotz so fortiger ärztlicher Belaük,ungen üllch alsbald gestorben. Es liegt Bergiftuna, durch Kohlcn5xr)dgas infolge un vorsichtiger Behandlung des Dauerbrandofens vor. Diedenhofen. Im CA. Mt bensjahre verstarb Johann Peter Goedert in Beaureaard. Derselbe ge-
llixeiilburai
scheu Behörde wegen vorsätzlicher Bralldstiftunc steckbrieflich verfolgte Heinrich Hentgen wurde nach Bettern burq trunsportirt. Der MuSketier
! ölNstedde von der S. Compagnie des
?7-.fanterle - Regimen No. 174 hat sich am Treppengeländer in der SeilleKaferne erhängt. S a a r g m ii n d. Im Walde zlvi schen Hanchach und Billevold iin reise Saargemönd wurde der Fuhlknecht iiiler ans seinem Wagen erschossen und beraubt. Man fand dn Unglücklichen auf bein Gefährt in sitzender
Stellung festgebllnden. Der Äiördcr
ist verhaftet worden. (?r ijl Kaufmann. MoeKkenbuVg, Dönkendorf. Den Vögten Nathje und Warnemünde wurde die von Friedrich Irailz II. gestiftete Verdienstmedaille in Bronze verliehen. '.lcaZhje ist 4.'i'. Jahre, Warneiuünde von seiner Kindheit an hier bedienstet. D o b e r a n. Der frühere aschinenbauer Ehlers feierte mit sci.ier Gattin uud zu gleicher Zeit die Maler Schlutow'schen (theleute ihre goldene g l.zeit. Die Musikkapelle brachte Jubelpaaren ein Ständchen. iZ ü st r o w. Dem früheren Schüler der hiestcl.en Doinschllle, jctziaen Studirenden des Baufaches. Adolf ierse. wurde vom Großhcrzoq die Äedaille für Rettung aus Leknge fahr verliehen. Lierse rettete alv Pri maner zu Anfang dieses Sommers in der Nähe der Badeanstalten au der dort sehr tiefen Nebel das in's Wasser gefältelte kleine Töchtcrchen eines unserer Mitbürger.
lCoulurrt. Oldenburg. In einer Schlägerei büßtt vor kurzer Zeit der SchienMitarbeiter Ostendors aus Bardeil fleth die Nase ein. Ostendorf war hier gewesen und kehrte auf dem Rückweg bei einem Wirth 511 Kl. Born borst ein, wo auch ?in Maurer aus Gr. Bornhorst anwesend war. Ueber Kraft Übungen, die scherzweise in oer Wirth schaft ausgeführt wurden, geriethen Beide in Wortwechsel, welcher in Thäl lichkeiten ausartete. Beim Nachhailse gehen lvurde der Streit ans der Straße fortgesetzt. Beide kamen nochmals in's Handgemenge, in dessen Bcrlauf der Maurer dem Oftenoorf die Nase abbiß. Baut. Hausdiener Ackert neust
rau feierten in voller Rüstigkeit ihre silberne Hochzeit. Der Jubilar, der schn eine !)keihe von Jahren bei der uiptstelle des Wahlfrtslvesen der kaiserlichen Werft beschäftigt ift, tx freut sich der vollen Achtung seiilcr Vorgesetzten und Ncitarbeiter. H e p p e n S. Der vierjährige Knabe der theleute Brinkinanil fiel in einem unbewachten Augenblick in eine mit kochendheißem Wasser gefüllte Badewanne. Das Kind erlitt so be deutende Brandwunden, daß es starb. Ircic U,DU. H a m b u r g. Inspektor der BolksKaffeehaln. Sebcliu. wude in einem Straßenbahnlvagcn von einem Un Wohlsein befallen; man trug ihn in einen Thorweg, wo er nach kurzer Zeit starb. Die Leiche fand Aufnahme im Hifenkrankenhause. - Assistent bei der Behörde für das Bersicherungswesen. Wilhelm Borsatz. feierte sein 25jähriges Dienstjubiläum. Die vom UntersuchuugSrichter beim Landgericht Stade wegen Verdachtes des !).'ordes lngelmacherei steckbrieflich verfolgte (5hcfrau Anna Schröder, geb. K lockmann. 37 Jahre alt, ist nach andauernden Nachforschungen hier am Hopfenillarkt ermittelt und zur Haft gebracht worden. (5s wird ihr zur Last gelegt, den Tod von sechs Kindern, die ihr gegen eine einmalige Abfindungssumme übergeben waren, durch Verwahrlosling lind völlig ungenügende Verpflegung vorsätzlich verschuldet zu haben. Das Fest der silve-nen Hochzeit feierte der Schiffsbauer I. C. Wriede mit seiner Gattin im engsten Familienkreise, da der Jubilar sich in kürzester Zeit einer schweren Augenoperation unterziehen muß. Wrede hat sich um die tfnt Wickelung der deutschen Seefischerei sehr verdient gemacht. Bremen. Der Senat bat den Ovc'lebrern an der Handelsschule Dr. Karl Bernhard Friedrich Koch und Dr. Justus Wilhelm Grosse sowie den Oberlehrern am Technikum Franz Robert Krüger, Max Hartmar.n und Heinrich Mänz den Titel Professor verliehen. l?in sehr bedauerlicher Unglücksfall mit tödtlichem Auvgange ist im Freigebet vassirt. Der in der Polizeiwache lm ssreigebiet stationirt gewesene Schutzmann Rades wurde bei dem Versuch, noch über das Geleise der Eisenbahn hinweg zu kommen, als der Schlgbaum schon herabgelassen war. von dem Pusser des ersten Wagenö umgeworfen. Als der Zug vor über war. lag Rades neben dem Geleise; sein rechtes Bein, das ihm dicht unter dem Unterleib abgesahren war. lag 20 Schritt davon entfernt. Der
auch am5topf und am Unterleib schwer Verletzte wurde noch lebend nach dem Krauknhuuse gebracht, dort ist er aber den surchtbareu Verletzlingen erlegen. Der bei einem Ziegeleibesitzer am Vlluteilthorssteinlveg in Dienst gerne; f nie Fuhrmann Hermann Bönker aus dem Warntengang wurde unter dem Tunnel bei der Gasanstalt oon seinem eigenen mit Ziegelsteinen beladcncn
und mit zwei Pferden esvaniucn Wa
gcn überfahren und getödtci. tV t v v S u t Hl u a x- t . W i e n. Der 70jährige Pfründner Johann Schinidt. Wähcing, .vr.'uzgasse 47 wohnhaft, wurde oou Nachbarn todt im Zimmer aufgesunden. In einem Gasthause um Alsergrnnd, Berggasse, wurde der TA jährige Bäcker meistcr und Hausbesitzer Franz Adrigan vom Schlage gerührt nnd ist belvusttlos vom Stuhle gefallen. In der Hinterbrühl machte der Vice Hof' kapelliucifter Bruckner, eine itl der
Kuustlvelt sehr belannte Persönlichkeit.,
seinem Leben in einein Anfalle von Geislesstö'rnng ein inde. Der Be amte des Oesterreichischen Ingenieur und Architekten Bereii'S Julius Müller feierte sein !''jähriges Dienst' jnbilä.um als Beamter des Vereins. Der 4jährige Sparkassendienersson Leopold Widhalm stürmte aus e!n ' Fenster der elterlichen Wolmuua, Wie denei Hauptstraße 77, vom Mezza in den Hof und erlitt eine Gehirner schütternng. Bildhauer Franz Er, ler, welcher kürzlich das seltene Jubiläum fünfzigjähriger künstlerischer Thätigkeit feierte, erhielt von Seit? seincr zahlreichen Tfrnnibe nnd Verehrer zahlreiche Svmpathiebeweise. Auf dem Schneebergc verunglückte dr hiessge Advokat Dr. Arnold Bert und dessen Bruder Dr. Siegmund Beck. ein junger Arzt, durch Absturz. Ersterer ist urn's Leben gekommen, letzterer wnrde verwundet. Linz. In Ottersbach, Bezirk Neulengbach. starb .Heinrich Skriwanek, der früher Theater Dnettor in St. Polten. Krems. Linz und Znaim war. und für die kommende Saison als Direktor nach Bozen gehen sollte. Bozen. Beim Abstieg vom Monte Vigolana wurde Graf Franz llberti von Enno aus Trieut von ei' nem abstürzenden Stein getroffen und erlitt einen Armbruch, sowie eine größere Vernmndllng. B r ii 11 11. Im Alter von 0 Iahren starb hier der Pfarrer zu St. Thomas, Eonsistorialrath Josef Scherak. G ö d i n g. Der hiesige Anstreiä)ermeister Jgnaz Jerzabek. welcher tii u -lich fischen ging, stürzte beim Herausziehen eines Fischnetzes in die hoch angeschwollene Mcirch und ertrank. Hall. Einen gräßlichen SelbstMordversuch verübte in Absam bei Hall ein Mann Namens Schwaninger. Er übergoß sich mit Petroleum und zün dde eö dann an. Der Lebnsüberdrüs. ssoe lebt noch. L a i b a ch. In Aßling lvurde dic aus fünf PersoMn bestehende Bauernfaulilie Koschir erstickt anfgesunden. Allem Anschein nach liegt eine kohleno.xydgasvergiftuna vor.
- F c st f ch in a 11 ß. Das war wohl ein großes Fest, als der Direktor des botanischen Gartens sein goldenes Jubiläum feierte?" Na, ich sage Jhnen, da haben sogar die sleischsrcssenden Pflanzen jede ein Würstchen gekrieat." 'muUiwMÜt
Ueber russische Eigenart wird geschrieben: Am Nikolastage. am 6. De centber. nicht früher und nicht später. Nimmt der russische Landmann an. daß nun die Schneedecke für den Winter wohl begründet sei nnd feststehe, daß der Herbst mit seinen Stürmen, mit Regen und sonstigem zweifelhaften Wetter endgültig vorüber sei. Dieser Tag ist deshalb für ihn anßerordentlich' wichtig: er holt den Schlitten hervor. das Fahrzeug, das ihm ungleich mehr zusagt, namentlich für die Personenbeförderung. als der Wagen. Die Schlittenkarawanen, die die Großstadt mit Zufuhr versorgen, beginnen, und schmllnzelnd feuert der Bauer, in seinen geliebten Schafpelz gehüllt, sein Rößlein von seinem niedrigen Schlittensitze an. Dic Russen regeln ihr ganzes Leben und namentlich die verschiedenen Thätigkeiten ihres HausHalts nicht nach der Natur, sondern ilach gewissen kirchlichen festen, die ein für allemal als die Ausgangspunkte gewisser Berrichtungen feststehen. So wird z. B. das Bieh nicht ansgetrieben, wenn das Grün grün ist. sondern am 17. April, am Tage des heiligen Stephan, nnter den Segenssprüchen und dem besprengenden Weihwasser des Priesters. Ebenso fangen sie nicht an zu ackern, wenn das Wetter günstig ist. sondern am Tage des heiligen Gregorius, der ein für allemal den Acker gut bestellt. Die Aepfel werden nicht, wenn sie reif sind, gepflückt, sondern im August, am Marienfeste. Ein vorher genossener Apfel könnte leicht wie Gist wirken. Nachher aber schadet selbst das unreike Obst nicht, sogar den Säuglingen nicht, und wenn sie auch danach oft sterben. Denn das ist Gottes Wille und wäre auch ohne den Genuß der Aepfel gekommen. Am Dienstag nrch Ostern fahren alle Tschumaks (Ochsenfuhrleute) aus. weil dann die Wege gut sind, und am 1. October kommen sie heim, weil es nachher draußen nicht mehr geheuer ist. 'Dies Ge brauche erhalten sich deshalb so lange, weil sie mit religiösem Eeremoniell ver knüpst sind.
Bcscnuldienngctt gcicn die Münchner 'o.izci. Schwere Bescht.l'gunae;l geen die .'olizeidirektion in München sind von -rfchiedcnen Mitgliedern des banri.t: Abgeordnetenhauses i: dortigen Finanzausschüsse erhoben werden. Beocisk für ihre Vortvürfe sonnte;; & Ankläger allerdings nickt ooricgeil, :ber da sie mit ihren Behauungen nur den Anstoß zu einer genauen Üntersuchung der Polizeiverhällnii''..' i der Hauptstadt des Landes gevcil iooll-
icn, wird man woll bald erfahren, wa, all dieser Beschuldigung Wahre ift. (5s verlautet darüber aus Münche: Im inanzausschus? re Abgeordnetenhauiei machte Korreferent ,-rank (Eentrum) gelegentlich der rathung de Elats der Polizeiviteklin Nünchen Älittheilungen über Miß näude bei dieser Behörde. Er behauptete, bei Eiurichtuug der Poleiämle.-h.-rrsä'e die iniglarblichste ProtekikonSivirthfchaft; es kämen do.-t Lute unter, die nitht einmal orthographi, fchiei ben konnten. Unter den EicherheitTkommissaren befanden sich Leute, die als Betrüger und Fälscher schon ,tei hei ts st rasen erlitten hätten. Unfähige L'ente inürben durch ein förmliches 'rotektionssysteul im 'oli ;eioiensl un :ergelracht. Diese Anklagen crre n in Ausschüsse enormes Aufsehen, 'r Minister des Innern. Frhr. v. Feilitzsch. sagtl': Die Polizeidirektion erkläre die Behauptung, daß unter dem Polizeipersonal Leute sich befänden, die als Betrüger uud Fälscker cU.'''irtheilt worden seien, für unwahr, oc rauf Hrant meinte, die Angaben oes Polizeidirektors könnten subjektiv wahr und objektiv doch falsch sein. Auf Zurufe, Namen zu nennen, erklärte Frank, das werde er nächstens thun. Auch Abg. Heim lEentrum) sagte, es seien ihm Mittheilungen zugekommen, lvolwch es bei dem Polizeiprüfungswesen sehr faul sei. und Avg. Easselmann (liberal) theilte mit, auch ihm seien ähnliche Beschuldigungen, wie dem Abg. Frank, zugebracl't worden. Der Minister erklärte, er werde den erhobenen Anklagen auf's Genaueste nachgehen. vm, ,, Amnrrttzm." Es muß immer ein Bebeit durch die ganze Oeffentlichkeit gehen, tvenn von unschuldig Verurkh.ilteu berichtet lvird, und zumal von solchen, die die a t hü ml ich verhängte Strafe verbüßt haben Welche Fülle an beispielloser See lengual bat das Urtheil zur Folge gehabt! In Oesterreich kommt jctji durch ein Geständniß ans Tageslicht, daß zwei wegen Nl'oroes uud Raubes zum Tode Berurtheitte. später aber zu Zuckuhaus Begnadigte völlig nuschul big gewesen sind. Es ist wiederum der berüchtigte Indizienbeweis gewesen, der zur Verurtheilung Unschuldiger Anlaß gegeben. Der Sachvenuil: ist folgender: Im Jahre wurde in Sicgerls haft in Oberösterreich eine Kräiilerin. Anna kranzinger. ermordet und ein Jahr darauf sprach das Schlvurgeriet:: in 'Ried zwei dieses Berb rächen s Angeklagte, Karl Harter und Theresia Gie tzinger. schuldig und verurtheilte beide zum Tode. Sie wurdc'n ,',u je zwanzig Jahren schweren .Nerkers begnadigt. Karl Harter starb kurz nachher im Ge fängnisse. Frau Gietzinger war am kritischen Tage spät bei Nacht noch wach, der Bodcn in dem Hausflur auf gewaschen, ihre Schuh, wiesen einen Blutfleck dar. So spann der Anschein ein Netz um sie und in dieses wurde such KarlHartcr verfangen, da man Zlt wissen glaubte, daß er zu ihr in freundschaftlichen Beziehungen geftar den sei. Der Mann oer Gietzinger hatte die Anzeige vom Morde an der Kranzinger erstattet. Um 12 Uhr Nachts klopfte ein Mann an feine Thür. Er war sehr erhitzt und erklärte, er sei bis halb 9 Uhr Abends im Gastbause gc'lvesen, habe dann nach Hanse gehen wollen, sich jedoch verirrt; er sei in einer falschen Richtung gegangen und habe endlich, als er dietesHauS erleuchtet sah. sich entschlossen, hier Zuflucht zu suchen. Bald nachher habe ihn lGietzinger) eine kleine NothwendigkeU veranlaßt, aus dem Haufe zu treten. Da fiel ihm auf. daß aus dem gegenüberliegenden Speicher der rau Kranzinger, einer allein wohnenden, etwa siebzigjährigen ftrnn. ein Lichtschimmer dringe. ' Er trat näher, blickte durch ein Loch in die Thür und sah dort die Frau auf dem Boden liegen. Sogleich alarmirte er das Dorf. Man fand die Greisin ermordet. Es war augenscheinlich auch versucht worden, einen Brand zu legen. Dicht neben der Leiche stand nämlich eia Lämpchen. von dessen Flamme der R'jck der Todten bereits ergriffen war. Der Mord mußte im Vorhause der Anna Kranzinger verübt worden sein, da sich dort Blutspritze? an der Wand befand. Der Leichnam war offenbar von dort in den Speicher geschleppt worden, vielleicht in der Hoffnung, dort, wo Heu umherlag, mit Erfolg einen alles vcrzehrenden Brand hervorrufen zu köunen. Der Laden im Vorhause war ab--gewaschen worden. Gietzinger ton- seine Frau waren sichtlich bemüht, gegen den Fremden (es war nicht der wirkliche Thäter) den Verdacht der Thäterschaft hervorzurufen. Es ergab sich indes kein Anlaß, gegen den Mann weiter einzuschreiten. Man wußte im Dorfe, daß Frau Kranzinger Sparkassenbücher besaß; sie waren verschwunden. Die Untersuchung richtete sich mit Nachdruck zu
nächst gegen Frau Gietzinger. und zwar nur gegen sie. nicht gegen ihren Mann, weil dieser Mit Erfolg gellend machte, daß er in der Nacht bis zu der kunft dec- Fremden geschlafen habe. Die Eheleute Gietzinger verkehrten viel mit Zru.Xraumlaer und besuchten sie Wnu flg. In der Wohnung de.' Ermorde. ten lvaren von dem unbekannten Aha ter nur jene Laden durchsucht worden, in loschen sie Wertsache aufzuver'ah ren pflegte. Wesbalb war es bei Gic tzinger noch nur 12 Uhr Nachts hell Frau Gicijinger sagte, da 1 komme wohl bei ihr manchmal vor. Der aufgewaschene Boden in renl H.insflur wies auf eine Frau hin. Endlich zeigte ein Schuh der rali Gietzinger einen Blul flecken. Die Frau erklärte ihn mit eiiler natürlichen Ursache. Fi bei lern Ehepaare Gietzinger vorgenommene Hausdurchsuchung ergab im Übrigen nichts Verdächtiges. Zu diesen Äerdachtsgriinden gegen Frau Gietzinger kamen, wie schon erwähnt, noch solche gen Karl Harter, der in mehr als freundschaftlichen Beziehungen zu der Erstgenannten gestanden sein soll. Beide Angeklagte wurden für schul big besunoen und zuinTode verurlhei.t, aber, wie schon oben bemerkt, zu 20 Jahren Zuchthaus begnadig'. Ihre Schüldllosigkeit wäre sonnn ins a eslichl gekommen, hätte man jetzt nichl bei dein wirtlichen Thäter ein damals geraubtes Sparkassenbuch gefunden. Dltrch unvorsichtiges Reden seiner Frau wurde der erdacht auf Mathias Kaufmann aus Weißau gelenkt, man hielt Hausdurchsuchung und die Ergebnisse waren so überwältigend, daß nun Mani la 0 Kaufmann ein Ge stänniß seiner THat ablegte und weiterer Folge das Geständnis'., daß er den Mord allein verübt habe. Wie furchtbar sind nicht die Folgen jenes Justi Irrthums; herz.erschiilternd
wäre es gewesen, trenn damals an den beiden Unschuldigen das odesurtheil vollstreckt worden wäre. Der eine Unschuldige ist ja im Gefängniß gestorden; für ihn y.iebt's überhaupt kein Gutmachen mehr; und für die überl bende. die unschuldig fünf Jahre im Zuchthause geschmachtet hat? ,,n!etrn" ui W..a,scl munde. Der Tomänenpächter Falkenhaaeu, der ivegen Duells, in dem er denand rath v. Bennigsen erschoß in der Festung Weichselmünde eine sechsjäh tige Festuugshaft abbiißt. stand Uiiz lich vor dem Schöffengericht in Dan zig wegen Beleidigung und Bedrohung des Wachkommandos der Festung. Der Sachverhalt war folgender: FaU kenhagen und andere Feüungsstu,ben gefangene hatten sich Ende September dieses J-ahrcs ei tun fröhlichen Tag gemacht. Lampions in ihre Fenster gehängt und diese auch an den Fenstern hängen lassen, was ihnen verboteil tvurde. Da Falkenhaqen dem Gebo: nicht Folge leistete, wurde eine Pa trouille mit aufgepflanztem Gewehr nach der Zelle mit dem dienstlichen Allstrage geschickt, die Lampions zu entfernen. Falkcnhagen verrammelte oie Thür von innen und verlangte einen dienstlichen Auftrag des Genc ra!s. Nachdem der Unteroffizier Pae sie wiederholt bemerkt hatte.
daß
er
im
Auftrage des
dienstthuenden Leutnants komme, und
ihm dennoch nicht die Thür geöffnet wurde, öffnete er diese gewaltsam, je dech nur soweit, daß kaum eine Per jon durchkommen konnte, worauf Fal' kenhaaen rief: ..Wer hier hineinkomnn. den stecke ich über den Haufen!" Der Unteroffizier stand nun von einem wei terenVordringen ab und machte dienst liche Anzeige, worauf gegen Falkenha gen die erwähnte Anklage erhoben wurde. Oblvohl die beiden eidlich ver nommenen Militärpersonen bekunde ten. daß Falkenhagen nickt nur dic Worte: ..Wer hier hineinkommt, den steche ich Über den Hausen", sondern auch die Worte: ..Von solchen Leuten sei er schon einmal destohlen worden", gebraucht habe, beantragte der Augeklagte, drei indere Zeaen. den Redak ttUl Brand, den Dichter des Grim maer Landratbsliedes. einen Medicincr und einen Apotheker, die seinerzeit als estllN -!sstllbengefaNiZene in Neben '.cllen weilten, .nl vernehmen. Der Gerichtshof beschlcs'. nach kurzer Veraihung Vertaciltn.i der Sache.
iii tiucitidi tcr nii von Leichenschändung hat das Stadtchen Burghausen in helle Aufregung versetzt. Kürzlich starb die Gastwirlhin Fran Kellermann. Verwandte, die zur Beerdigung gekommen waren! wollten die Verstorbene noch einmal sehen. Der Todtengräber weigerte si h ,edoch entschieden, den Sarg zu öffnen. iurz entschlossen sprengte der Gatte selbst mit ,lfe einiger Anverwandten den Sargdeckel. Doch welch ein An blick bot sich ihnen! Die Leiche lag mit dem Gesichße zu Boden gekehrt und zeigte sich vollständig beraubt. Der Gatte war hierüber so entrüstet, daß :r der Verstorbenen noch ins Grab nachrief: Anna. 17 Monate hast Du gelitten, und todt hat man Dich bel.iubt?" Anzeige gegen den Todtenzräber E.. der bereits vom Dienst entlassen worden sein sott, ist erstattet, ie man hört, will die Staatsanwalt, ichaft mehrere Leichen, die ebenfalls beraubt worden sein sollen, ausgraben assen. 5723 Meilen neuer Schielt t n Wege wurden wä'zrend d's Jahres 10(Ui in den Bereinigen
Staaten gelegt.
