Indiana Tribüne, Volume 27, Number 117, Indianapolis, Marion County, 8 January 1904 — Page 6

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Europäische Nachrichten. gx 0 pttti grf l I JbCfW i n . Schleswig. Den Lehrern Schwarz in LepSYN, Thomsen in Lewkendorf. Vtinkman in Hanifelde, Rötticher in Arentsec, Wiese in V rstoft, Busch in Beredt, Brühn in liiiifiiöorf ist aus Anlaß ihrer Pen stonnirng. der Aö'.er der Inhaber des Hauiordens von ohenzollcrn verlieworden. A l t o n a. Sein 25jä hrig.es Bcrusß Jubiläum feierte der erste Stadtreisende der Chokoladen Fabrik von 15. H. L. GartmaNN, Heinrich Meyer. Dem Jubilar wurden viele Aufmerksamkeiten zu Theil. Das Fejt der goldenen Hochzeit feierte der an der Vreirnist raste wohnende ehema lige Buch und Papierhändler I. Bogt mit seiner Gattin. Aa rH. Auk d?r hiesigen Insel ertranken beim Fischen die Gebrüder Axel uud Jürgen Pctersen. F j e l st r u p. Der 1 jährige Knecht Cster war mit dem Pflügen beschöfs tigt und hatte sich die ügel um den Leib gelegt. Plötzlich wurden die Pferde schell und liefen davon. Dem jungen Nnecht gelang eö nicht, die ügel abzustreifen, er wurde zuBoden gerissen und fortgeschleift. Die rasen den Thiere liefen nun in eine ziemlich tiefe iergelgrube hinein, tvobei der Knecht, der vermuthlich schon die Be siNNUNg verloren hatte, den Tod fand. E r o st - D a n n e n w 1 1 1. DaS 5ft der diamantenen Hochzeit feierten ia Altenthciler Thomas Horn und Edefran. Trotz des lzohen Alters. 7 und 8 Jahre, sind beide Shekuit noch sehr rüstig. H a r e r s l e b e n. Der hiesige Femina - Direktor. Schulrath Ca steii. feiert sein .'.jähriges DirektorInbiläunl. . ii u ul. Maschinenwärter Groth der iv'bakinbetricbVvcrtstatt tonnte a .lf S dienst jähre zurückblien. t j e l. Wjährige Amtsjubis lau, dc Tireltors der medizinischen Klinik hierselbst. Professors Dr. Quincke. brachte dem bekannten Ge lehrten vielfache Bliickwünsche aus den Kreisen seiner Kollegen, Schüler Ilnd Patienten. g ii ii o e n. In Kchitlperftel wurde der Arbeiter lrostmann, der bei der Dreschmaschine auf dem Hofe Staact beschäftigt war, beim Einlegen des Kante! von der Trommel erfastk und arg zugerichtet. M e l d o r f. Die noch rüstigen Fheleutk Iah. Dohse uud rau feierten ihre goldene Hochzeit. Dohse. der älteste der noch lebenden Kameraden des hiesigen Kampfgenossen - Vereins von 1X4 51, hat . Jahre als Polieidiener unserer Stadt treue Dienste geleistet und trat in den wohlverdienten Ruhestand. Sonderburg. In seltener m stes frische und körperlicher Rüstigkeit feierten der Altentheiler Nicol.'.i Wkolaisen und Ehefrau in Ulkebüll ihre diamantene Hochzeit. Bon ihren dreizehn hindern leben nur noch drei. Teten bull. Der ljähr. Sohn des Ioh. Peters gerieth in einen Marschgraben, der wegen der Dunkelheit nicht erkenntlich war, und ertrank. 'grv.-unttl5 DcHlV sion. B r e s l a u. Den ttronenorden 3. Klasse erhielt der Pastor emer. Spiest. Die 34 Jahre alte, unter stttenpolizeil icher (5ontrolle stelzende Agate Weinland wurde in ihrer Wohnung erdrosselt aufgefunden. Der Mörder ist noch nicht ergriffen. u ch s m ü h l. Die goldene Hoch zeit beging Amtsvorsteher Schmidt mit seiner Ehefrau im Kreise von Kindern und KindeSkindern, Geschwi stern. Verwandten und Bekannten. Grost ' Becker n. Beim Abputzen eines Hauses stürzte der r0 Jahre alte Maurer Weinhold infolge eines Fehltrittes vom Baugerüst und v.'rstarb bald darauf infolge eines Schadclbruches. H o ch k i r ch. In der sogenannten Schöppe" am Kirschberge hierselbst ertrank die über 07 Jahre alte Wittwe Johanne Förster, geb. Mertfch. eine schon etivas geistlgschwache Person, welche beim Maler Stekn wohnte. Sie wollte eine Kanne Wasser holen, bückte sich dabei und fiel in den Wassergra den, mit dem Gesicht nach unten. L i e g n i tz. (5iner der wackersten Vorkämpfer für regiliöse Freiheit, für Volksbildung und für Recht, ist mit dem hiesigen hochbetagken Pastor pn marius Dr. Seyffarth zur ewigen Ruhe eingegangen. Viele Jahre vertrat er ols der liberale Vertrauensmann seiner Mitbürger dke Stadt im preustischen Abgeordnetenhause, zu deren sympathischsten Mitgliedern er zählte. L e o b s ch ü tz. Der im dritten Jahre dienende Gefreite Sczypior von der 5. Eskadron des Husaren Regiments Graf Goeben verunglückte da durch, dast sein Pferd sich mit ihm überschlug, wodurch Sczvpior eine Darmzerreistung davontrug. An den Folgen derselben ist er. trotzdem sofort eine Operation vorgenommen wurde, gestorbrn. R e i ch e n b a ch. Hier wurden drei Realgymnasiasten beim Spielen in einer Sandrube verschütet. Zwei wurden lebend ausgegraben, während der dritte. Sextaner Klose aus Tepliwoda, todt war. Strieqau. Ertrunken ist im Stadtbruch der unverheiratheteSchnei-

dermeister Otto Konrad von hier, der aus Lebensüberdruß den Tod gesucht haben dürfte. Winzig. In seltener Rüstigk?Zt feierte der bereits im Alter von 93 Jahren stehende Zimmermeister und Stadtälteste G. Wolfsdorff hierselbst das Fest der ..silbernen" Hochheit. Der JuMa hat als Wittwer im Alter von fiX Jahren noch einmal qeheirathet: seine zn'kite Frau hak bereits das X2. Lebensjahr überschritten und erfreut sich ebenfalls noch geistiger Frische und körperlicher Gesundheit. MrovttlZ TÜWon. P o s e n. Der ttyjähriae reiche HolzHändler Lewissohn, rabmstraste 5, wurde verhaftet: er soll sich fortgesetzt tk? Sittlichkeitsvcrbrcchen an schulPflichtigen Mädchen schuldig gemacht haben. Kurz zuvor ist auch sein ältester Sohn wegen Hehlerei in UntersuchlingShaft genommen worden. Bei der Haussuchung wilrden Brillanten, Schmucksachen. Uhren usw. Vorgesun den, die grösttentheilö von größeren DiebstäKlen herriihren. Lewissohn se nior beantragte bei der Staatsanwaltschaft seine Haftentlassung gegen Hinterlegung einer Kaution von 4(()00 Mark, wurde aber abgewiesen. Vramberg. Die Uebergabe eines Stiftungskapitals des verstorbenen Stadtraths Dietz zur Erbauuung cine, Waisenhauses mir 400,000 Mark und für das Bürgersiift mit 30,000 Mark an die hiesige -tadtgcmeinde erfolgte kiirUich. D r e i d o r f. Bei dem hiesigen Kirchenba ereignete sich ein schreckli cher tlnfall. Die Zimmerlente August Pahki und Jakob Noschek auö VandS bürg stürzten bei der Vinschalung des ThurNtt herunter. Während Patzki 30 Meter tief fiel und auf der Stelle tobt liegen blieb, hatte oschek das Glutf, an der 10 Meter tieferen Rüstung sich festzuhalten, lind kam mit geringen Verletzungen davon. I n o tv r a z l a w. Der SOKHrige Altsitzer Posadzn. dessen Frau letztens ermordet wnrde, ist wegen Verdachts, seine KhefraN ermordet jn haben, ver haftet worden. Den Anlast hiernl sott ein Schreiben geaes'en hoben, in "e" l).'!ll ll. a. autAkffhr. lvird. dast Po sadni mit seiner Frau in beständigem Unfrieden gelebt habe, weil jeder der beiden Ehegatten seine Blutsverwandt schaft begünstigen wollte. L n k o w o. Arbeiterfrau Lis trlkg ihrem Manne lassen auf das Feld und liest ihren vierjährigen Sohn allein in der Stube niriick. Dieser kam dem brennenden feii zu nahe, so dast die Kleider Feuer fingen und der Knabe so schwere Brandivundcn erlitt, dast er starb. O st r o tv o. Wirth Joseph MojMi ii Mloiewo hatte einen Streit mit der Wirtschafterin Anwnie VtzS-Nßkl und ve'-sete ihr mit einein Stein einen solch schweren Schlag aeacn den Kopf, dast si? hin darauf an den erlittenen Verleßungen starb. Schult Das Altsii'er Ludlvig Raddaft'sche Fhevaar feierte in lelte ner Frische das Fest der goldenenHochzeit. S ch o ck e n. (in Ungliieksfall bat die F.mutt iisterhüft b eutlchfc'd betroffen. Besitzer Diisterböst war nach Wongrotvitz gefahren lind nicht zurück gekehrt. Die Familie war nun denn rllhigt nnd sandte Boten ans. welche ihn aber nicht fanden, ftun daran? wurden das Gesvann und Düsterhöft in einer Torfgrube in der Näbe von Deutschfeld gefunden. iisterböft war bereits todt, das fcrd konnte noch gerettet werden. Wie er in die ?orfgrllbe gerathen konnte, ist unerklärlich. ?. a lesie. Wirth Anton aniiar fiel beim Abendessen plötzlich vom Stllhl und starb, lr war dnrch einen ?Neischbissen, der ilnn in die Luftröhre a?iathen war, erstickt. 'Arc'vi, 'cxctlo,r. Magdeburg. Aus Anlast der Wicderkchr des Tages, an dein vor .'ij Jabren in Anwesenheit des Königs Friedrich Wilbelm des Vierten der Grundstein zu dem leizigen groyen Präbendatenhause des Klosters AugU stini in der ceustädterstraste gelegt lvurde, fand in der Klosterkirche ein Festgottesdienn statt, zu dem sich die Kapelle bis auf den letzten Platz gefüllt hatte. Pastor Hildebrandt hielt die Festvrediat. A t e n. Der hiesige Männerturn verein feierte unter Betheiligung verschiedener auswärtiger Vereine sein fünfundzwanzigjähriges Bestehen. B i r t e n f e l d e. Hier starb nach langem Leiden Pfarrer Streicher. Der Verstorbene stand im 71. Lebensjahre nnd war schon über 42 Jahre Priester. Erfurt. Streckenarbeiter Lapp aus Bischleben wurde auf dem Wege zu seiner Arbeitsstelle von einem nach Ritschenhausen fahrendenZug überfahren und so schwer verletzt, dast er auf dem Transport nach dem Krankenhausc verstarb. Der kurz darauf auf dem Streckenrevisionsgange befindliche Bahnwärter Schröder von hier wurde auf derselben Strecke von einem Arbeiterzuge überfahren und so schwer verletzt, dast seine Überführung in's Krankenhaus nöthig wurde. In bei den Fällen scheint Selbstverschuldung vorzuliegen. E i s l e b e n. Der auf dem Martinsschachte beschäftigte Häuer Karl Wächter aus Kreisfeld wurde in der Frühschicht durch niedergehendes Gesiein so schwer verletzt, daß er bald darauf verstarb; er hinterläßt eine Frau und 8 Kinder.

Jhleburg. Das Altsitzer Knebcl'sche Ehepaar feierte unter Anthrlnahme der ganzen Gemeinde seine diamantene Hochzeit. Der Jubelbräutigam ist 1817 geboren, die Jubelbraut 1820. K ö s e n. Bürgermeister Lünzner. der seit 2' g Jahren unsere GemeindeVerwaltung leitete, ist im Alter von 80 Jahren gestorben. Bevor er hierher kam, war er Bürgermeister von Weistensee (Thür.). Ran m bürg a. S. Oberlandesgerichts - Senatspräsident. Geheimer Oberjustizrath Dr. Hilse. feierte sein 60ja hriges Dien stjubiläum. S a n g e r s h a u s e n. Dachdecker Rumstedt war damit beschäftigt. daS Dach eines Hanfes in der Probstgasse auo'.ubcssern. Plötzlich stürzte er herab und brach das Genick. Der Tod trat alsbald ein. T h a l d o r f. Das Gottfried Sturm'sche Ehepaar feierte das seltene Fest der diamantenen Hochzeit im Kreise seiner Angehörigen. Das In belpaar war noch so riistig. dast es den Weg zur Kirche zu Fust zurücklegen konnte.

Seit Jahren lvird in der Schlvciz, angeregt namentlich dnrch die Allfführung großer Festspiele im Freien, der Gedanke er;vogen. ob sich nicht ans diesen Massenauffühningcn eine Art Rationalthcater ständiger Art entwickeln ließe. Im Dramatischen Verein Schaffhausen hat min dieser Tage der Regisseur des Schaffhausener Ccntcnarfestspiels, Professor Haug, einen förmlichen Plan für ein solches Rationaltheater große Freiluftbühne mit Wo bis 7(iit Spielenden zur Aufführung vainländischer Dramen vorgelegt. (?r glaubt, mit 27)0.000 Fr. das Unternehmen, das vermuthlich in der (5entralschiveiz seinen Sitz erhielte, finan ziren zu können. A n 6 D e u t s ch l a n d w i r d wieder ein Unfall beim Loojring the t.""l berichtet. In der Turnhalle zu Leipzig Initritzfch war eine Schleifen bahn erbaut worden, auf welcher sich ein Kunstfahrer produziren wollte. Aber schon der erste Versuch m--glückte. Der junge Mann war die Anlanfsbhn herabgesaust und hatte schon die Mitte der Schleife passirt. als er durch ein Aufrichten seines Körpers die Führung seines Rades verlor, nach rechts ausbog, mit aller Gewalt geaen einc das Schutznetz haltende (5isenstange anfuhr und außerhalb deö RctzeS zu Voden fiel. Hülfreiche Hände leisteten ihin den ersten Bei stand. Der Waghalsige trug Konhisionen am Kopfe davon und lvurde in ein Krankenhaus gebracht. Der H ä r i n g s f a n g im S uperiorsce war, wie aus Duluth bcrichtet lvird, im verflossenen Jahre um ca. 2l. i) Pfund geringer als im vorigen Jahre, cineAbnahme, die sich auf Procent be läuft. Die Saison bauert gewöhnlich drei Wochen, war aber in diesem Jahre kürzer als sonst, und diesem Umstände ist die Abnahme im Fange zuzuschreiben. Zwei Leben wurden in der soeben zu (5nde gegangenen Saison eingebüstt. Für $i.!)0 werth Retze sind eingefroren im tife von Cheguanlegon Bai und sind vklleicht auf immer verloren. Die erste je eine m Indianer gewährte lhescl)idung ist von Richter Goodland in Appleton, Wis., ausgesprochen worden. Joseph WfU toren, 58 Jahre alt, wurde von seiner Gattin Lena Metoxen. 21 Jahre alt. geschieden. Sie verheirateten sich am 24. October 1001 und am 18. Novembcr, drei Wochen später, verließ ihn die jung Frau. Sie soll seither mit einem jnngen Indianer gelebt haben. D?r alte Mdore erzählte im Gericht, dast Lena eine gute Squaw" gewesen sei, dast sie ihm aber drei Wochen nach der Hochzeit gesagt habe, er solle sich eine ondere Sguow zur Führung seines Haushaltes suchen. Dast R a u ch e n und mäßig Trinken nicht schadet, tann Joseph Lander vonDubuque, Ja., beschlvören, der dieser Tage den hundertsten Iahrestag seiner Geburt in voller Rüstigseit beging und den Tag durch K 8 Hauchen einer iLrtra - (Zigarre H-'". $1 ist in Lu rein bürg geboren und befindet sich schon seit 60 Jahren in Amerika. Der alte Herr sieht aus, als wenn er nicht älter als 65 bis 70 Jahre sei; er erklärt, dast er nie in seinem Leben ernstlich krank gewesen, stets Tabak geraucht nnd gekaut und Spiritllosen getrunken habe, und schreibt dem Umstände, dast er dies mäßig gethan, sein hohes Alter zu. M i t dem französischen Dampfer La Savoie" reist kürzlich ein Herr Hugo nach seiner eigenen Heimath zu nick. Da er kein geivöhnlich.'s Mensctenkwd, sondern ein MuseumsRiese von 7 Fuß 9 Zoll Größe und 430 Pfund Körpergewicht ist. mußte, um ihn komfortabel unterzubringen, die Scheidewand zweier Kajüten herausgenommen und in die dadurch entstandene Dopvelkajüte ein Ertrabett von 10 Fuß Länge gestellt werden. Uederall in den Schiffsräumen mußte er aufpassen, daß sein Kopf nicht an die Decke stoße. Wenn Herr Hugo bei Appetit ist. was beiläufig viermal des Tages vorkommt, kann er ein ganzes Schaf mit den nöthigen Zuthaten verspeisen. Braucht er einen neuen Anzug, so sind für denselben 8 Nards Tuch erforderlich. Er ist jetzt 25 Jahre alt und wog schon als neugeborenes Babv 26 Pfund.

ff'eik Vndersack's Sltireivebrief.

Vo 521

Seöbrter Mister l?ditr! Ich hcn mich seit e paar Däg zurück e wenig di stellt von die Selma gehalte. Die Sach Hot en gute Riesen. Sehn Se. ich sin ja en ganz guter Feller ahl reit ahlrcit, un sin einige Zeit rettie. for die Baldians einiges zu duhn un espeschicllie for die Selma, awwer die selwe ,iHkit gleich ich auch nit. immer zu höre, wie gern sie gleiche deht, en Dei inentring for Krißmeß zu hen. daß der Christ awwer zu stinschie wär un dast niemand annerscht so viel von se denke deht, daß er sie das Fehwer duhn deht. Ich lsnn nit helfe, awwer ich gleiche's nit. In die erschle Lein kann ich nit sehn, for warum e Frau wie die Selma en Dcimcntring hawwe lvill. In die alte Kontrie do wehre die ganz reiche Leit Deiments un wann en an nerer !1ensch en Deiment wehre deht. dann deht kein Mensch glauwe. daß es der schenjuein Ahrtikel wär. Hier in dies hier Kontrie, do muß einiges 'N.'chdche, was so ebant fünf Dahler die Woch ernte duht, sein Deiment hen, sonst is es nit in Steil. Off Vtohrs wer'n die Deiments an den Jnstahlment Plan gekauft un bei die Ecks'.'en zes alle Woch könne se nit erfordern mit ganze StackinS zu gehn un wann die Schnhs verrisse sin, dann lvehre se ihre Robbers driwiver. Ich hen lnich doch emol in en Tschnhellerstor erklindigt, tvas denn ennihau so en Ring werth ll un der Storkieper Hot gesagt, dast ich nit eckspeckte könnt, cblcs nie sentes billiger wie hunnert un fufzig Dahler zu kriege. Wie ich das gehört hen, do hen ich gefühlt, als ob ich die Selma gar nit mehr angucke sollt, br kahs die Unverschämtheit is doch e 've nig zu lveit gange. So oft sie in meine Räh is komme, sin ich allögebäckt un ich hen fe gescilcit wo ich nor gekoimt hen. Der (5hrist. daS alte Kameel. Hot mich e:nol gefrogt. was denn die Matter mit mich wär nn die Selma delit arig infoltet fühle, bikahs ich debt se so schleite. Se lvär schuhr, dast sie nicks zu mich gedahn hätt un ich hätt dorchaus kein Riesen, sie den Weg tu tricte. Is dat so, heii ich gesagt, se Hot mich nicks gedahn? Well, ei tell jnh, deine Aktie is e rehgeller Rabbcr: wann e Mummen ein frage buht hnn nert un fufzig Dahler for e KristmestPressent zu spende, dann dllht das ei niges biete. Sie is doch so 9 saae nicks zu mich als wie meine Ländlebdi? nn da for duhn ich se alle Woch bezahle. ?.iit dcnl'elive Reit kann se auch an die Strikt nehn un die Leut ufshalte." Wie ich damit fertig war'n, Hot der (Christ aegreint un Hot gesagt, das hatt seine Alte schuhr genug nit verdient, dast ich den Weg von se spreche deht: aiower er Müht auch gut genug, daß sie ilvlver alles en eimentring gleich? deht. wollt mich jetzt emol ebbes sage, in c paar Dag loär die Selma ihren Gcburtsdag un dann loollt er die Sach schon ufffickse: er könnt nit stende, dast ich nn die Silma nit an spiekina Tchrms wäre. Well, ich hen nicks drum gewwe un Hen gesagt, er sollt :nache was er wollt, ich bätt mit" die Selma gesettclt. Ich deht ja ga? nicks diuiii gelve. die Cclma un jedem in die Fämillie c Pressent zu kaufe un deht auch nit meinde, for jedes e koppele Tahlers zu spende, aiower was zu viel is, is zu motsch. Well, der Geburtsdag von die Selna is tornnle. Ich hen nie nit keine Ettcnschen dazu gcpeht, bikahS tv is so klohs zu Kristmest, dast ich nit zlveimal zu die Eckspenses hen gehn wolle, nn for den Riesen hen ich geäcktet, als wann ich gar nit müßt, dast die Selma gebore is. Well, an sellem Daa hen ich mich am Morgen schon in Zeit aus den Haust fortgemacht. Ich hen den Christ erscht später in meine Office gesehn nn do Hot er mich inwei tet, Dinner mit sie zu hen, bikahs, er deht eckspeckte, daß die Selma ebbes feines gefickst hätt, weil e7 sie e Sur preis geprammistt hätt. Ich hen awwer reffjuhjt. bikahs wenn mer so e Jnwitehschcn ackzepte duht, dann werd auch eckspektet, dast wer e Pressent gewwe duht. Ich sin erscht spät am Obend heim gange un hen schon an die Stepps gehört, daß in Baldrians e Feit im Gang war. Ich hen mich ganz schloh in mei Ruhm schnieke wol le, awwer die Selma Hot mich gehört gehabt. Sc Hot die Diehr uffgemacht un sagt, ich sollt emol inseit komme. Se Hot das in en Ton gesagt, wo mich die Schills gewwe Hot. Ich sin in den Sittenruhm un mitaus e Wort zu sage, Hot se mich e Päcketsch an den Kopp qeschinisse, des Hot gefühlt, als wanns

en Brickstein wär. Se Hot mich alle

mögliche Rehms geruse un is, was mer uff deutsch historisch rufe duht, geworde. Mitaus e Wort zu sage, sin ich ausgerisse un sin in meiRuhm gelaufe. wo ich mich eingelackt hen un mein

Kopp emol Znwestigehtet hen. MeZ Nos die war so flätt als wann ich se an en Greindstohn gehalte hätt. Mei Schnut. die Hot gefühlt, als wann ick zwei Wieners instett von Lipps hätt un mei schenerell Fiehling ' Ivar so daunhartet un so missercbbel. dast ich's Jhne gar nit sage kann. Ich hen mich mein Kovp verbroche. was do nur die Matter sein könnt, awwer ich heil keine idie gekriegt. So viel is schuhr geivese. daß ich nit mehr länger in den Haus hcn steh", könne. Ich kann ja e ganze Latt stende. annver wann ich Brickstein an den Kopp geworfe kriege, dann zieh ich doch die Lein. Ich lvnnner. wie das aus-ehn wero un in mein nächste Brief dann will ich Jhne alles ecksplehne. Juhrs trulie M e i k H a b e r s o a pskweier un Sheriff von Apvel Jack. Holie Terrer Kauntie.

Tas ll)citt( Rcauisit.

In Fuldas Novität Rovella d'Andrea" spielt ein zahmer Falke eine gewisse Rolle, den die lebenslustige schöne Schwester der geistreichen Dottoressa deß Stückes für ein Weilchen auf die Hand zu nehmen hat. Anfangs dachte man, so erzählt der Bühncnplaudercr eines Wiener Blattes, daran, einen lebenden Falken zu verwenden und liest einen thierfreundlichen Requisiteurgehülfen mit einem lebendigen Falken einige Proben machen. Zu nächst stelllc der Mann fest, dast Frau Rettn, die Darstellerin der jugendlichen Bettina, und alle übrigen Dan.eil. die das Thier in die Hand zu nehmen haben, unbedingt .Handschuhe tragen müßten, da sich so ein Raubvogel mit seinen langzchigcn Füstcn recht kräftig auf solch einem zarten Finger festhält. Aber der Arbeiter stellte die Versuche bald ein. denn sie ergaben, daß die Verwendung eines lebenden Falken für die Hoftheaterverwaltung mit ziemlich großen Kosten verbunden wäre. Richt etwa, dast das Thier selbst so hoch zu stehen käme. Ter Beschaffungsprcis wäre eine Kleinigkeit gewesen; aber die Damen müssen zu ihren Kostümen nach der Vorschrift des Direktors, Professor Lefler, weiße Gla'.-chand-schiihc tragen, und da stellte sich eben höchst unangenehmer Weise heraus, dast auch solch ein wilder Segler der Liit'le seine bedenklichen nervösen Zustände bekommt, sobald er Bühnenlnft alhmen muß. Und diese Nervosität änstert sich natürlich auch auf speziell r'icfsichtslose Falkenart. Kurzum der Arbeiter legte schließlich auf tincm Zettel, so gut er sich mit der oder ausdrücken konnte, zum Rutzen der vorgesetzten Verwaltungsbehörde seine Erfahrungen ungefähr in folgender Form nieder: lm lebender Falke sei für Rot'lla d'Andrea" nicht zu empfehlen, da dieser Vogel durch unanständiges Bcnehiien der löblichen Verwaltung viele Kosten, sowohl bei den Proben, als auch bei der Auisülmtng, verursachen würde. Denn aus den weißen Handschuhen gehe es mit Benzin nicht heraus" und selbe, die Handschuhe, müßten daher immer einfach weggeschmissen werden, und zwar nach jeder Vorfiellung und sogar nach jeder Probe." Da nun für das Fulda'schc Stück von vornherein ungefähr zwanzig Proben in 'Aussicht genommen waren, so berechnete man. daß nach diesen (rsahrungen des freiwilligen FalkenerzieHers für Frau Rettp. bis zur Premiere allein, ungefähr 80 Kronen an andschuhkosten ausgegeben werden mußten. Das konnte von einer gewissenhaften Verwaltung nicht zugestanden werden, und so beschloß man. einen ausgestopften Falken zu verwenden. Aber wie das so geht, auch mit diesem Thiere hatte man seine liebe Roth. Obwohl ganz und gar nicht nervös, verursachte ei dennoch enorme Handschuhkosten; denn der Präparaten? hatte den gastirenden Vogel unvorsichtigcrweise biihnenrnästig nachgefärbt, sozusagen geschminkt. Deshalb mußten aber die weißen Handschuhe der Frau Rctty Bettina und der übrigen Personen, die mit dem ausgestopften Darsteller in Berührung kamen, nach jeder Probe als sürderhin unbrauchbar fortgeworfen werden. Denn es traf der complizirte Fall zu, den jener schlichte Arbeiter auf dem obigen Zettel so einfach dargestellt hatte: Es ging mit Benzin nicht heraus. Und da zeigte sich winder der administrative Funktionär des Burgtheaters, Herr Rechnungsrath Cernn. als Mann von Erfindung. (5r gab nämlich der schönen Frau Rettn für den Falken ein sogenanntes Krückcrl in die Hand, ein im rechten Winkel gebogenes Naturholz.' wie man es in Papageienkäfigen häufig sieht. Und dieses Krückcrl. dessen Anschaffungskosten sieben Heller betrugen, hatte eine wunderbare Wirkung: dem Dichter ward Gerechtigkeit zutheil. und die hohen Handschuhberechnungen hatten ein jähes Ende. Mildernd. Wie ich höre, ist Jh? letztes Stück durchgefallen?" Ja, es waren aber sehr wenig Leute im Theater." Rette Reklame. Herr Müller (der schon längere Zeit vergebens bearbeitet worden ist): Aber öerr Agent, ich denke ja noch gar flicht an's Sterben!" Agent: Denken nicht daran?! Sehen Sie da draußen mein Automobil? Glauben Sie vielleicht, daß die vier Menschen, die ich schon überfahren habe, an's Ster ben dachten?"

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