Indiana Tribüne, Volume 27, Number 115, Indianapolis, Marion County, 6 January 1904 — Page 3
Jndiana Tribüne, tt. Januar 1901
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Dreitausend Seesoldaten Werden für die neuen Schlachtschiffe gebraucht. Der öenat erörtert die Panama jracp. Ökiiijacfcn in Seoul gelandet. Xein öwhl-Vividende. Vi falte Velle. Ucberall werden Iheater geschloffen
8000 Blaujacken. Washington. & Jan. Als das Haus.lomite Über die Flotten. Verwilligungs.Vorlage berieth, drängte Vice.Admiral Taylor als Vertreter des JlotteN'DepartementS darauf, daß für die inreihung von 3000 neuen Mari netruppen Torge getragen werde.
CongreK. Senat. Washington, 5. Jan. Nach Eröffnung der heutigen Sitzung bean tragte Senator Hale, die Commisfäre de Distrikts Columbia zu einem Berichte Übn die Verhältnisse der Theater in Washington aufzufordern. Der Antrag ging ohne Debatte durch. Senator Lodge begann dann mit seiner Rede Über Panama. Er führte eine Reihe von Autoritäten an. um zu zeigen, dag der Präsident d?i Anerkcnnung der Unabhängigkeit Panamas die gebahnten Pfade nicht verlassen habe und daß ein aufständischer Senat als unabhängig von einer nationalen Macht ohne Verletzung der Neutrali;ütZ Grundsäße anerkannt werden tonne." Redner erklärte, ein solches Borge hen könne nicht als Provokation zum Krieg gelten. Es erschien ihm als unwürdige Be' weiSsithrung. aus der Thatsache, daß
d e Ver. Staaten im Bürgerkrieg den Süden an der Secession gehindert haden. die Unmöglichkeit für Amerika her leiten zu wollen, eine durch LoSlösung entstandene Nation, gleich Panama, anzuerkennen. Das Recht der Secession sei das Recht der Revolution und habe nichts mit dem Gesetze zu thun. Redner behauptete, ein neuer Staat solle anerkannt werden, sobald er ge nügend gefestigt sei. um seine Völker rechtlichen Verbindlichkeiten erfüllen zu können. America habe stets den allge meinen (Grundsatz befolgt, daß eine thatsächliche Regierung auch die ..de jura" Regierung sei. Die Anerkennung eines Staates sei eine Frage, deren Entscheidung ausschließlich von der Erwägung des anerkennenden Landes abhänge. Senator Gorman stellte einen Befchluß'Antrag. durch welchen der Prä sident aufgefordert werden soll, gewisse eingehende Erklärungen über in seiner Panama Botschaft aufgestellte Be hauptungtn abzugeben und auch ge wisse auf die PanamaRevolution bez. I okumente dem Senat vorzulegen. Auf
Antrag des Senators Allison wurde Gorman's Antrag auf den Tisch gelegt. Haus. Washington, 5. Jan. Im Haus kam heute der Antrag deS Abg. Hat), Birg., der eine Untersuchung an läßlich gemisser Behauptungen in Bristoms Bericht verlangt, zur Be rathun und wurde auf Veranlassung Payne's dem Ausschuß für Postämter und Post-Straßen überwiesen. Gegen die l5.ommissionSüberweisung stimmte die Minderheit geschlossen, deßgl. von den Republikanern Eooper von WiS confin; Prince von Illinois und Wan ger von Pennsylvania.
hicagos Katastrophe
Xni cl auf grösste Fahrlässigkeit.
M c h r Schiffe nach d e in 3 st h m u S. P e n s a c o l a. & Januar. Das atlantische UebungS Geschwader, de stehend aus den Schiffen Minneapolir, ..Eolombia", ..7)anl:e" und ..Hartford" ist nach Guantanamo gesandt worden. Von dort wird das Geschwader jedenfalls nach Panama damhfen. U. S. Truppen in S e a u l gelandet. Washington, 5. Jan. Das
Flotten'Departement erhielt Depeschen von dem lsommandeur des SchieS VickSburg" aus Ehemulpo. Diesel den haben folgenden Wortlaut: ..Nach Berathung mit dem amerikanischen Ge sandten steht, meiner Meinung nach, ein Aufruhr koreanischer Truppen be vor." Die Depeschen melden weiter, daß von jedem der Schiffe je ein Fel) geschütz und 36 Marinesoldaten getan det wurden.
Antwort für General R e y e S. Washington. 5. Jan. DaS StaatS'Deartcment hat seine Antwort auf die Note des colombianischen Emis fürs General ReyeS fertig, dieselbe wird ihm in wenigen Tagen eingehün digt werden. Ungünstiges über die Zerstörer. N e w p o r t. N. I., 5, Januar. Nachrichten an Marine-Kreise zufolge verlief die kürzliche Probefahrt der Tor pedo-erltörer-Flotte. in rauhen Wetter von Norfolk nach Key West, unbefriedigend. Die Schiffe verhielten sich sehr schlecht in dem Sturze und rollten stark. Auch sollen die Kessel sich als untauglich gezeigt haben. Um die Boote zu erleichtern, mußte ein Theil der Mannschaften den begleitenden Kreuzer Busfalo" besteigen. San Juan. P. R.. 5. Jan. -$ic ,lotille, von LeutnaatEommandeur S. H. Ehandler befehligt, säurt morgen nach den canarischen Inseln ab. Sie ist auf dem Wege nach den Philippinen. Schwer verdächtigt. Chicago, 5. Jan. Frank und John Jager wurden auf Veranlassung hiesiger Postinspektoren verhaftet. Sie sollen die Post benutzt haben, um ver lockend.' aber betrügerische (sirculare über die Jager Cil Eo. und die Model Gold Mining Eo. zu versenden. Es handelt sich um SS00,000. E l m i t t i r u n g von Arbeiter f a m i l i e n, trotz bitterer Kälte. S o m m e r s e t. Pa., 5. Januar Friedensrichter Rauch hat dem Sheriff Eiinittirungsbefehle gegen 3i Fami
lien von streikenden Grubenarbeitern eingehändigt. Der Sheriff beschloß mit Ausübung seiner Pflicht bis mor gen zu warten, hoffend, daß dann die Kalte etwas nachgelassen haben wird. Heute früh war die Temperatur 16 "Zrad unter Null. Furchtbare Kälte. N e w V o x k. 5. Jan. Das Thermometer fiel früh auf 24 Grad unter 0, der käi.cfte Tag seit 1870 mit 6 Grad. In den Vorstädten war es noch kälter. Die bittere Kälte führte für regel. mäßige und VorstadtZüge Verspätungen von verschiedenen Minuten bis zu verschiedenen Stunden herbei. Die Transatlantischen Dampfer sahen wie Geisterschiffe aus. Ost und
North Rive waren kaum schiffbar und die Fährdote werden durch den Eis gang häusig aus ihren EurS gebracht. Die Post aus dem Westen hatte 610stündige Verspätung; außerdem war die strenge Witterung an einer Reihe von Bränden Schuld; in kaum 0 Stun den gab es 13 Alarme. W i l k e s b a r r e. Pa.. 5. Jan. Seit vielen Taaen herrscht in dieser
Gegend di-strengste Kälte. In Glan Summit stand das Thermometer auf
28 unter 0. in Hillside auf 2'.. in Monatain Top 29; hj?r in der Stadt 14 unter 0. Die Kohlenförderung ist ernstlich gehemmt und die KohlenNach frage groß. New Haven. Tonn.. 5. Jan. Seit den letzten 5 Tagen war das der kältest: Morgen im Staate: die nie drigste Temperatur wird aus Danburg mit 20 unter 0 bcrichttt. W i l ui i n g t o n. Del.. 5. Jan. Die lalte Welle sucht den ganzen Stl.at fast mii gleicher Stärke heim. Der (Kristiania Fluß ist mit Eis blockirt und der Verkehr gehemmt. Bahnzüge haben Verspätung. i l i I q . Pi., 5. Jan. Ge. gen 2 Uhr früh zeigte das Thermometer
M Grad unter Null. ES war in 10 Stunden 32 Grad gefallen. H a g e r S t o w n. Md., 5. Jan. Das Thermometer stand heute auf 26 Grad unter Null.
h t c a g o, 6. Jan. DieVorbe reitungen für den Jnqurst über die iiei chen der Opfer des TheaterdrandeS wurden heute vom Eoroner Träger voll endet. Alles ist jetzt für die am Don nerstag beginnende eugenvernehmuiiq bereit Es find 140 Zeugen geladen, hinunter W. I. Daviö und H. g Powers. Direktoren des JroquoiSThea terS. Bau.Jnspektor Williams. Polizei Ehef O'Ncil. sein Gehülfe Schüttle? und eucrmebrshef Musbam. Ter koronn suchte heute verschiedene Stunden nach neuem Beweis makriul. indem er eine Reihe von Zeugen in ih ren Wohnungen vernahm. StaatSan walt Denken igt an. das; zur Uu tecsllchung d, heaterbrandes keine Spccial'Grandjury einberufen werden würde. Zwei wichtige Zeugen wurden heute entdeckt in den lrundeigenthnms'Agen ten Köster nnd Zander. Si? gingen bei Ausbruch des Brandes an dem Theater vorbei und suchten htnelnz' kommen, es wurde ihnen aber der Ein laß verweigert. Sie erklären, nach Entdeckung des Feuers auf dcr Bühne seien die Thüren noch fünf Minuten lang geschlossen ge schlössen gehalten worden. Vormann Jones von der Füller Voastruction Eo., der das Oberlicht
des Theaters nach dem Brande zertrüm mcrt haben soll, ist gefunden. Er wurde heute aus die Beschuldigung hin vernommen, daß ein Versuch zur Bei seiteschaffung von Beweismaterial gemacht worden sei. I. Daugherty. dem die Aussicht über den ASbest-Vorhang oblag, erklärte heute bei seiner Vernehmung, vor zwei Wochen sei während einer MatineeVor stell un g auf der Bühne Feuer ausgcKrochen, und als er den Asbest-Vorhang herablassen wollte, sei dieser durch das gleiche Hinderniß aufgehalten worden, welches an dem verhängnißvollen Rächmittag? die Wirksamkeit der Maschine rie unmöglich machte. Seine damalige Mahnung sei ungehört verhallt. Mit einem weiteren Opfer stellt sich die lesammt'odtenliste jetzt auf 591
Schließung von Theatern. Philadelphia. 5. Januar. Bürgermeister Weaver verfügte heute die Schließung des LyceumTheaters. einer Vaudeville-Bühne, ebenso muß Gallerie und Balkon des Kensington und der Balkon des Grand Opera Hauses geschlossen werden. Legislatur versammelt. Frank fort, Ky., 5. Jan. Die General'Versammlung organisirte sich heute durch Erwählung demokratischer Beamter in beiden Häusern. Die Bot schast des Gouverneurs kam zur Vt? lesung. ty Verhaftung eines E s n g r e ß D c l e g a t e n. Washington. Jan. Josef Kalaniaole (Prinz Cupid), der Hawaiische EongreßDelegat, erschien heute in dem PolizeiGericht unter der Anklage des unordentlichen Benehmens. Er war gestern Abend verhaftet worden und der Fall ist bis Donnerstag ver tagt. In einen Streit mit einem gewissen Elarke gerathen, erklärte Eupid bei Nahen der Polizei, daß er als (on greß.Mitglied vor Verhaftung geschützt sei. Er mußte aber in einer Zelle über nachten und besteht jetzt auf Processirung. U. S. S t e e l E c. z a h l t k e i N c Dividende. New Bork, 5. Jan. Die Direk. toren der U. S. Steel Eo. haben dies-
mal keine VierteljahrsDividende auf gewöhnliche Aktien erklärt, auf bevorzugte Aktien wird 1?i Prozent bezahlt werden. Für das letzte Vierteljahr von 1908 beUef sich der Netto.Profit auf $14,. 845,042 gegen 29,700,912 zur selben Zeit im Vorjahre.
Lincoln, Neb. Bei einem Brande in einer Motor.Jabrik kam der Nachtwächter Crawsord um's Leben. New York. Der Schooner Bulkley" wurde im Hasen durch Eis start beschädigt. Alle an Bord gerettet.
Kurze Depeschen. Stand. Wien. Adalbert Stribal ist zum Commissär Oesterreichs für die St. Louiser Welt.AuSftellung ernannt werden. München. Prof. Beverley Bur. ton, früher Professor der Chemie an der Universität von Pennsylvanien ist hier gestorben. P e n z a n e, Engl. Durch eine Er plosion in den Nat. Explosive WorkS", 8 Meilen von hier, kamen 4Leute um'S Leben. In einer Ortschaft 3 Meilen weit wurden alle Fenster zertrümmert.
vom Jnlande. Die leichtsinnige R e v o l derspielerei hat in Paterson. N. I.. wieder ein Opfer gefordert. Dort hat der 15) ahre alte Julian Wagaman den ebenfalls 15. Jahre alten Antonio Leo im Keller eines Hause an $ort Str. erschossen. Nach Wagaman's Darstellung spielten die beiden Knaben in dem Meiler. Da beide Revolver hatten, kamen sie uverein. 'sich zum 5$ttj zu duelliren. Leo entlud seine Wass und Wagaman glaubte, wie er sagt, dies ebenfalls mit seinem Revol ver gethan zu haben. Die .Nnabcn stellten sich in einer Entfernung von Fuß gegenüber und feuerten gleichzei tisi. Leo erhielt eine Kugel in den $iop und fiel bewußtlos nieder. Man brachte ihn nach dein Hospitale, wo der Knabe bald darauf starb. Eine K r i e g ö v e r s a m m luna gegen coskitos wurde kürzlich in New yjorf abgehalten. W. I. Äl'attheson. der Urheber der Moskito Vertilgung auf Long Island, erzählte dabei: Seit Jahren habe er auf seinem Grundcigenthum zu Oyster Bay einen Vernichtungskrieg gegen die Moskitos geführt, was ihm mehr Vergnügen bereite, als das Fischen oder Jagen. Es sei ihm gelungen, seine Nachbarn, worunter im Sommer der Präsident der Ver. Staaten, dermaßen zu überzeugen. laß auch s sich dem Vergnügen der Moskito - Vertilgung angeschlossen hätten. Schließlich meinte Herr Mattheson. wenn Moskitos eristirten. so sei da und dort die Gleichgiltigkeit der Bewohner Schuld daran. Jin Stadtgefängniß zu Eagle Lake, Ter.. verbrannten zwei Neger, die erst am selben Abend eingebracht worden waren. Während der s)lad) klagten sie über Zälte und der Wärter gab ihnen Holz, worauf er sich in seine Wohnung begab. Um 4 Uhr Morgens bemerkte man das Feuer i in Gefängniß. Leute liefen herbei und versuchten, die Thür einzuschlagen, wobei das Schloß derart außer Ordnung gebracht wurde, daß es nicht geöffnet werden konnte, als der Wächter mit dem Schlüssel auf der Stelle erschien. So mußte man das jammervolle Geschrei der beiden Menschen mit anhören und unthätig zusehen, wie sie verbrannten, da das Feuer schon zu große Fortschritte gemacht hatte, um es mit den vorhandenen kärglichen (5inrichtungen von Außen erfolgreich bekämpfen zu können. i ti Zusammentreffen widersprechender Naturereignisse im Winter hat der Dampfer Teutonic" von dcr White Star Linie erfahren. Mittags auf hoher See während eines Schneesturmes fuhr ein Blitzschlag aus das Schiff nieder und traf den Vor dermast, eine Menge Takelwerk auf das Deck niederschmetternd. Der Capitän McKinstry erzählte nach der Ankunft des Tamvfcrs in New )ork: Ich befand mich mit dem drittenOffizier auf der BrücZe. als der Blitz ein schlug. Dcr grelle Schein blendete UNZ fast. In den ersten Minuten wußten wir kaum, was geschehen war, und ich glaubte zuerst, es habe eine Ex-
plosion an Bord gegeben, doch bald sah ich. daß es der Vordermast war, der von einem Blitz getroffen worden." Der aus Holz bestehende obere Theil de Mastes wurde vollständig von dem Blitz gespalten, und das Takelwerk fiel prasselnd auf Deck. Mehrere andere Blitze schienen in der Nähe des Schisfes einzuschlagen, und das seltsame Schauspiel, ein Schneesturm auf hoher See, in Begleitung eines Gewitters, veranlaßte eine Anzahl Passagiere, dem Sturm zum Trotz auf Deck sich aufzuhalten und das Naturschauspiel zu genießen. Die Ueberfahrt des Dampfers war von heftigen Stürmen begleitet. Fast forrwährcnd würd? er von Wogen überschwemmt, und die Fahrgeschwindigkeit hatte öfters durch die starkbewegte See, welche gegen das Schiff anschlug, zu leiden. JnMartinsöurg, W. Va., war ein alter Neger. Namens (5barles Busey. welcher als Arbeiter und ehrbarer Mann sich einer gewissen Achtung erfreute, die Ursache zu einer seltenen Sensation. In Folge seines hoben Alters war der Neger seit einiger Zeit kränklich, und als die Nachricht eintraf, daß er bei der Arbeit todt niedergestürzt fei, wunderte sich Niemand darüber. (5r wurde nach seiner letzten Wohnung gebracht, ein Leichenbestatter bereitete ihn für die Beerdigung vor. und am Abend sammelten sich die Bekannten des Alten sehr zahlreich im Trauerhause an. um dem Manne eine respektable Beerdigung zu Theil wer den zu lassen. Der Leichnam ivar mit einem Todtenhcmde bekleidet und aus einem Gestelle ausgelegt, bis der Sarg eintreffen sollte. Die Besucher saßen des Abends und deö Nachts im Zimwer herum und gähnten schläfrig, als sich plötzlich die Thüre des Zimmers öffnete, in welchem der Leichnam lag. und der alte Neger ir. seinem LeichenHemde erschien und zu den Bersammelten in gutem Neger-Englisch sagte: Jch will Euch Negern zu verstehen geben, daß ich noch nicht todt bin, und ich werde noch eine lange Zeit leben Das Erscheinen des Alten verursachte einen solchen Schrecken unter den abergläubischen Gemüthern, daß sie Stühle und Tische in dem Bemühen, aus dem Hause zu kommen, zerbrachen. Der Schwiegersohn des Todtgeglaubten sprang mit einem Schreckensrufe durch ein Fenster und verschwand.
eZfttn tvit in viel?
Englische Statistiker haben sich neuerdings mit der Ernä!rung der Nation beschäftigt und weisen mit unerbitt'en offiziellen Zahlen nach, daß gegenwärtig allgemein zu viel gegessen llnd getrunken wird. Per Kopf der Bevölkerung gerechnet. l?en die Englänocr heute viermal so viel Fleisch wie vor siebzig Jahren, trinken dreimal so viel Thee als Anno 1859 und rauchen unendlich viel mehr als früher. Der Durchschnitt zeigt, daß Arbeiter 1"7 Pfund Fleisch im Jahre verzehren, dcr niedere Mittelhand V22, der höhere vttielftand 12 und die Reichen 300. T ie Aerzte wurden nun angegangen, -in Urtheil darüber abzugeben, inwiefern diese erhöhte Fleischnahrung die Bevölkerung kräftiger mache. Eine allererste Autorität gab darüber ein (iiltachien ab und erklärte, daß ganz ntschiedcn die wohlhabenden Klassen zu viel Fleisch essen, jedenfalls mehr als der Körper nutzbringend verarbei ken kann. Dagegen ist er fest über zeugt, daß von den ambulatorisch be Nvelten Patienten der Spitäler weitau die 'UMnahl überhaupt nicht krank wäre, wenn sie mehr Fleisch be kamen. Öb überhaupt zu viel gegessen werde, war eine Frage, die der Arzt schwer beantworten tonnte. Während e leicht sei. nachzuweisen, wenn ein Mensch zu viel Alkohol zu sich nehme, sei es fast unmöglich, zu beurtheilen. ob er mehr esse als gut für ihn fei. Der Arzt müsse sich freuen, daß im Ganzen mehr Fleisch verzehrt wird als in früheren Zeiten, denn die Zahl der besser genährten Armen sei jedenfalls größer als die Zahl der durch übertriebenen Genuß von Fleisch leidenden Reichen. Auf die Frage, ob die Zunähme der Krebserkrankungen von der zunehmenden Fleischnahrung komme. sagte der Arzt, daß man hierüber bis jetzt zu keinem llrtheil berechtigt sei, daß aber vielleicht in Zukunft ein solcher Zusammenhang würde nachgewie sen werden können. Jedenfalls sei allen Leuten, deren Hirn und Nerven angestrengt werden, dringend abzurathen. eine große Mahlzeit zu sich zu nehmen, wenn sie sich hernach nicht eine lange Ruhepause gönnen können. Es könne die Regel ausgestellt werden, daß kein Ncensch an einem Tag mehr bedürfe als: ein halbes Pfund Fleisch, anderthalb Pfund Brot, ein Seidel Milch drei Dekagramm Butter, drei Dekagramm Fett und ein Pfund Kartosfel. Nun sollte sich der Arzt auch noch über die Schädlichkeit des übertriebencn Theegenusses aussprechen. Obwohl er dagegen ist, daß zu allen iahlzeiten, wie es in England jetzt der Brauch ist, mehrere Schalen Thee getrunken werden, so kann er doch im allgemeinen gegen das Theetrinken nichts einwenden, weil es den übermäßigen Biergenuß verdrängt hat. Was das Rauchen anbelangt, so bebekämpft er nur die Cigarette, weil sie zu jeder Tages- und Nachtzeit geraucht wird, und weil der Rauch eingeathmet wird. Nach seiner Erfahrung leiden alle Eigarettenraucher an unregelmä-
ßigem Herzschlaa, gestörter Verdauung, nervöser Unruhe und chronischer Ncüdigkeit. Schon deshalb bedauert er die Erfindung der Cigarette, weil der kleine Bub, dem eine Pfeife oder Eigarette unfehlbar Seekrankheit verUrsachen würde, eine Eigarette ohne zutage tretende Unannehmlichkeiten rauchen kann. Und für den Organiömuß des heranwachsenden Kindes ist der Tabak ebenso wie der Alkohol das reine Gift.
Aerzte.
Eine besondere Aus Zeichnung für Rettung eines Menschenlebens wurde dem Pionier Sandhofer von der 4. Compagnie des in Harburg garnisonirenden Pionier - Bataillons No. 9 zutheil: er wurde zum Gefreiten befördert, weil er dieser Tage den fahnenflüchtigen Hoboisten Hilms vom Infanterie - Regiment No. 71, der sich durch einen Sprung in das Wass?r seiner Verhaftunq zu entziehen versuchte, mit eigener Lebensgefahr vom Tode des Ertrinkens gerettet hat. GleichenHg wurde dem Kaiser eingehend Bericht übe? diese Angelegenheit erstattet. In einem vornehmen Hotel zu Köln spielte sich kürzlich eine Liebestragödie ab. Ein Herr, der sich mit einer aus Berlin stammenden Dame dort einlogirt hatte, erschlug seine Begleiterin mit einem Hammer und tödtete sich dann durch einen Schuß in den Kopf. Die Beweggründe für die That sind noch unaufgeklärt, doch bat man aus Papieren, die bei dem Her? vorgefunden wurden, ermittelt, daß der Mörder aus Paris stammt. Seine Familie wurde durch die Pol!zeibebörde verständiqt. Die Identität der Berliner Dame konnte bisher nicht festgestellt werden. Spanien trifft V o r b er e i t u n o n für den Mai 1905, die dritte Säkularfeier der Erstausgabe des ..Don Quichote". Es soll eine internationale Feier werden. Alle Staa ten von Süd- und Mittelamerika tt? den eingeladen. Das provisorische Programm enthält eine CervantesAusstellung, die Einweihung eine? Statue, akademische Feste, Empfang im Palais. Umzüge, mittelalterliche Turniere unter Betheiligung von Granden und Stiergefechte. Der eng lische Dar'teller Henry Jrving wird eingeladen, im klassischen Teatro EspaNol" den Don Quichote zu spie-len.
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