Indiana Tribüne, Volume 27, Number 114, Indianapolis, Marion County, 5 January 1904 — Page 4

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Jndiana Tribüne, 5. Januar 190Y

Indiana Tribüne. Hk?auSAtkedn von der Cluttwfcef 6 Indianapolis, Ind.

Gang O. Thudium t

Präsident.

GeschäftSlocal: No 31 Süd Delaware Strabe.

TELBPHOhE

iuere.1 ai the Pnit Office os Indianapolis a itcond clats matter.

Tie Botschaft.

In seiner Botschaft an den Senat und das Haus der Repräsentanten weist der Präsident zunächst auf die vom 2. Juui 1002 angenommene Acte hin, welche sich betitelt: Eine Acte, welche die Constnictiirn eines Canalö, der die Gewisser der Atlantischen und Stillen Oceane mit einander verbindet, vorschreibt," in der er seine Panama-Politik begründet und entschuldigt. Der Präsident der Vereinigten Staaten wurde durch dieselbe devollmäch tigt, das Eigenthum der Panama Ca nal-Gesellschaft und die perp?tuelle ontrolle übe? einen Meilen breiten Landstreifen längst des Jsthmuß von Panama zu erwerben. Es wurde in der Act ferner vorgesehen, daß wenn der Präsident nicht im Stande sein sollte, einen zufriedenstellenden Titel auf das Eigenthum der Neuen Pamana Canal-Gesellschaft und die Controlle über das nöthige Gebiet von der Republik Colomdia zu erlangen. er dann unter annehmbaren Bedingungen für einen Eanal via Wiest ragua Vorkehrung treffen sollte. Der Präsident wurde ermächtigt, nur dann die Nicaragua - Route in Fr wägung zu ziehen, wenn die Controlle über das nothwendige Gebiet von der Republik Eolombia nicht erworben werden konnte. Diese Controlle ist jetzt erlangt ; die Vorschriften der Acte find eingehalten worden und die Nicaragua - Route als eine Alternative kommt nicht mehr in Betracht. Die Vereinigten Staaten haben den Standpunkt eingenommen, daß keine andere Regierung den Canal zu bauen hat. In dem Hay'PaucefoteVertrag war 'ücklich die Clausel enthalten, daß vieVereinigten Staaten den Aanal. welcher gebaut werden sollte, controtliren und beschützen und dafür sorgen sollten, daß er für die Schiffe aller Rationen unter gleichen Bedingungen zugänglich sein sollte. Die Vereinigten Staaten überneh men dadurch die Stellung eines Garan. torS Uk'er den Canal nnd seiner fried lichen Benutzung der ganzen Welt. DaS Unternehmen ist allseitig als eine internationale Nothwendigkeit angesehen worden. Als diese Regierung der Republik Colombia den Hay-Her ran Vertrag übermittelte, da waren die Punkte bereits erledigt. Der eine war. daß der Canal gebaut werden müßte und daß die Zeit, mit dem Bau noch langer zu warten, vor über war. Zweitens war beschlossen, daß die Bevölkerung, durch deren Lano der Canal gebaut werden würde, in jeder Beziehung zuvorkommend behandelt werden sollte. Die einzige Critik. welcher der Administration hinsichtlich des Hay Herran Vertrags gemacht werden tonnte, war die. daß in dem selben der Republik Colombia zu viel bewilligt wurde. Derselben wurde in der That alle garautirt. was sie nur verlangen konnte. Die pecuniären Forderungen der Republik Colombia wurden in generöser Weise bewilligt, aber die Administration mußte darauf bestehen, daß sie eine dauernde Controlle über den vom Canal beherrschten Land strich, die Jurisdiktion betreffend der polizeilichen und sanitären Regulativ nen erhalte. Die Regierung von Co lombia opponirte diesen Bedingungen, weil sie befürchtete, daß ihre Souveränität dadurch Einbuße erleiden würde.

Anstatt ein Aufhören der Souveränität Columbia'S über den Canal treifcn zu verlangen, anerkannte der Vertrag bestätigte und prüservirte der. selbe diese Souveränität. Der Vertrag folgte in dieser Beziehung den Regeln aller Verhandlungen, die bis zur gegenwärtigen Situation gepflogen worden find, und in bitfen wird die Ausübung iner substantiellen Controlle der Ver. Staaten über den Canal und das angrenzende Territorium, unterworfen den höheren Rechten des localen Souverän, als das Fundament irgend eines Arrangements, das getroffen wer

den könnte, betrachtet. Dieses ist der Haupt.Aactor aller unserer Pläne ge wesen p5d seine Nothwendigkeit ist im Hay-Pauncefote-Vertrag voll anerkannt worden. Der Congreß hat, indem er anordnete' daß solche Controlle erlangt wer den sollte, kein neues Princip ange nommen. sondern in seiner Lcgislalion

leine, wie allgemein anerkannt wichtige

und eigenthümliche Sachlage iiuorpo rirt. Während der jahrelange., Verhandlungen und bei dem Abschluß des Hay-HerraN'Vertrages hat Colombia niemals angedeutet, daß das Verlangen der Ver. Staaten nach Controlle über den Canal-Streifen den Bau eines Canales durch den JsthmuS von Panama unmöglich machen würde; ebenso wenig wurden wir, während das 1902 -Gesetz monatelang vor dem Congreß schwebte, benachrichtigt, daß seine Bedingungen Unterhandlungen mit Colombia unmöglich machen würden. Es ist ersichtlich, daß keine Nation im Stande ist, mit weniger Controlle, als im Hay-Herran'Vertrage stipulirt ist, volle Neutralität für den Canal zu etabliren und zu garantiren. Die Weigerung, diesen Grad von Controlle zu gewähren, war mithin eine Weigerung, irgend einen practischen Vertrag abzu

schließen. Solche Weigerung daher die Irage nahe, ob Colombia berechtigt war, den Uebergang des WeltHandels über den Isthmus zu verhüten. D'e Botschaft setzt nunmehr auseinander, daß die Bevölkerung des IsthMUS von Panama den Canal dringend verlangte, und zwar unter amerik. Controlle, wie ja durch das einmüthigc Vorgehen der neuen Panama-Repttblik wiesen sei. Serner sehne Colombia sich jetzt, nachdem es trotz unserer Proteste und Warnungen, den Vertrag abgelehnt, eifrig darnach, denselben Vertrag anzunehmen, wenn nur der utus quo" wiederhergestellt werden könnte. Er, der Präsident, wolle nicht näher auf die Srage eingehen, ob Colombia jcht wirklich Wort halten und nicht aricrmals den Vertrag ablehnen würde; aber gewiß sei, daß 'die Ver

.lnlgten Staaten nie und nimmer den Frevel begehen könnten, die neue Republik von Panama iin Stiche u lassen. Der Congreß hat endgültig entschieden, wo der '"nal gebaut werden sollte. Es war bestimmt, daß ein Vertrag für den Bau des Kanales über den sthinns von Panama abgeschlossen werden sollte; und. wenn nach Verlauf einer bestimmten Frist der Abschluß ciucS solchen Vertrages sich als UNMÜg lich erweisen sollte, dann erst sollten wir nach Nicaragua gehen. Der Vertrag ist abgeschlossen worden; denn es bedarf keines Argumentes, daß es die

Absicht des Congresses war. einen Kanal durch Panama zu sichern, und daß es ganz und gar gleichgültig ist, ob die Republik, welche den Vertrag gewährt New Granada. Colombia oderPinama heißt. Die Zeit verstrich und es wurde mit dem Verstreichen der Monate immer unwahrscheinlicher, daß der Colomdianischc Congreß den Vertrag ratificiren oder andere Schritte zu seiner Anerkennung thnn würde; mit dem Schlüsse des Congresses Ende Octobcr schwanden alle Aussichten für solche Handlung; und 3 Tage später war die Revolution in Panama ausgedrochcn. Panama ward ein unabhängiger Staat und dadurch erhielten wir die Controlle über das für den Canal-Bau nöthige Territorium. Mithin siel die Bedingung fort, die allein uns gezwungen haben könnte, nach Nikaragua zu gehen. Wenn der jetzt schwebende Vertrag mit Panama nicht vom Senat ratifi cirt werden sollte, würde dies nichts an der Thatsache andern, daß wir nicht nach Nicaragua geben können. Der Congreß hat den Weg bestimmt nnd unter der bestehenden 'Y.'setzgebung giebt eS keine Alternative. Der Präsident erklärt nun. daß er.

als die Unterhandlungen mit Colomdia zu keinem Resultate kommen zu wollen schienen, rcspective als die Bestätigung des Vertrages von der colombianischen Legislatur hingeschleppt wurde, bereits daran gedacht hatte, dem amerikanischen Congreß in seiner Botschaft mitzutheilen, daß eS der Regierung nicht gelungen sei. einen Vertrag für den Bau des CanaleS via Panama'Noute zu sichern. In der That sei der erste Entwurf seiner Botschaft an den Congreß in dem Sinne gehalten gewesen. Hervorragende internationale Juristen waren der Ansicht, daß in Anbetracht der Thatsache, daß das großar

tige Project unserer Garantie unter dem 1846er Vertrage die Devication dcS Isthmus für interoceanischen Verkehr war, und vor Allem die Sicherung eines interoceanischen Canales. daß in Anbetracht dieser Thatsache Colombia unter den obwaltenden Bedingungen sich nicht weigern könne, eiu diesbezügliches Arrangement mit den Vereinig t?n Staaten abzuschließen, ohne den Geist des Vertrages zu verletzen und alle feine Bedingungen umzustoßen, eines Vertrages, dessen große Wohlthaten Colombia mehr als 50 Jahre lang genossen hatte. Meine Absicht war es. sagt der Präsident. den Congreß zu befragen, ob es unter solchen Umständen nicht angebracht sei, zu verkünden, daß der Canal ohne Weiteres gegraben werden sollte; daß wir die früheren Bedingungen ge währen würden, keine anderen; und daß, wenn solche Bedingungen nicht angenommen werden sollten, wir mit Panama direct ein Abkommen treffen oder andere Schritte thun sollten, um das Unternehmen in Angriff zu nehmen. Eiue dritte Möglichkeit war. daß das Volt des Isthmus die losen Beziehungen, die es an Colombia knüpften, zerriß, um in der Lage zu sein, an dem großen civilisatorischen Werke mitzuhelfen. Diese dritte Möglichkeit trat ein. öS blieb daher nur noch der Ausweg für Panama, auf sein früheres Recht zu pochen, seine Unabhängigkeit zu erklären und auf gerechten Grundsützen eine Regierung zu bilden, welche fähig und willig war, an dem großen civilisirenden Werke mitzuhelfen. Dies ist, was auch geschah. Ein Jeder mußte, daß solch Ereigniß möglich sei. Aber wirklich wurde es erst Ende October. Obgleich die Administration spezielle Nachrichten hatte, war dies eigentlich gar nicht nöthig, denn die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Revolution war allgemein angenommen. Um dies beweisen zu können citirt der Präsident Artikel ans verschiedenen Leitungen vom 31. August, die von einer bevorstehenden Revolution in Panama - sprachen, obwohl er sehr wohl weiß, wie leicht derartige Berichte von Interessirten in gewisse Zeitungen hineingeschmuggelt werden können. Dann giebt der Präsident den Wortlaut eines Berichtes, den am 1'. Oct. einige Armeeos fi ziere, die eine Tour durch Venezuela und Colombia machten, über eine bevorstehende Revolution gaben. Unter Anderem berichteten die Offiziere, daß sie in Erfahrung gebracht, daß eine große Anzahl Waffen nach Panama eingeschmuggelt wurden. AuS diesem Bericht kann man mit Sicherheit entnehmen, daß die erwähnten Offiziere nicht anf einer bloßen Vergnügungstour waren, sondern als Kundschafter fungirten. Die Botschaft sagt nun luciter : In Hinsicht auf die Sachlage instruirte ich das Marine Departement, unsere Schiffe am Isthmus in Bereitschaft zu halten. Ich schickte sodann folgende Befehle an die Commandeure der Boston". ..Nashville" und..Dixie": ..Sorgt für freien ununterbrochenen Verkehr. Falls derselbe dnrch eine bewaffnete Macht bedroht ist. besetzen Sie Bahnlinien. Verhindern Sie die Lan dung von Bewaffneten, die in feindlicher Absicht kommen, innerhalb 50 Meilen von Panama. Regierungs trnppen sollen auf dem Wege nach dem JsthmuS sein. Verhindern Sie deren Landung, wenn nach Ihrer Ansicht ein Zusammenstoß droht." Diesen Befehl, der ein Land verhin dern sollte, einen Ausstand im Innern niederzuwerfen, entschuldigt der Präsident sodann durch von früheren Administrationen erlaffene Befehle, als Panama in Gefahr war bombardirt zu werden. Die Botschaft führt nun

weiter die Einzelheiten des Aufstandes vom 4. November und der Unabhängig-keitS-Erklärung vom gleichen Tage an. Die Botschaft lautet nun wörtlich wei ter: ..Nur ungern erwähne ich die beleidigenden Verdächtigungen, welche unsere Regierung der Theilnahme an der revolutionären Bewegung in Panama be zichtigen. Sie find ebenso jeder Be gründung wie der Schicklichkeit daar. Die einzige Entschuldigung, wenn ich darauf überhaupt eingehe, liegt für mich darin, daß weniger urteilsfähige Personen das Schweigen der Selbst achtung als ein Eingeständnis; auslegen kannten. Ich erkläre daher, daß kein Ange höriger der diesseitigen Regierung an der Vorbereitung, Anstachelung oder Ermuthlgung der kürzlichen Revolu

tion auf dem Jstmus irgendwie betheiligt war und daß. abgesehen von den bereits angeführten Berichten unserer Armee- und Marine - Offiziere, Niemand. der mit d?r diesseitigen Regierung in Verbindung steht, von der Revolution andere vorherige Kenntniß hatte, als sie dem Zeitungsleser von Durchschnitts.Jntelligenz. der sich mit dem Gang der politischen Ereignisse auf dem Laufenden erhält, zugänglich ist. Die Bevölkerung Panamas hat sich einstimmig, ?hne das Abfeuern eines einzigen Schusses mit einer Einstimmigkeit, wie sie selten jemals in einem ähnlichen Zallc zu beobachten war als unabhängige Republik erklärt. Die Anerkennung durch unsere Regierung gründete sich auf solche Thatsachen, daß zur Rechtfertigung unseres Vorgehens die Haltung gewöhnlichen Füllen gegenüber nicht herangezogen werden kann. Ich habe niemals die Giltigkeit und Zweckmäßigkeit der allgemeinen Regel bestritten, nach welcher ein neuer Staat erst dann anerkannt werden soll, wenn er die Fähigkeit, seine Unabhängigkeit zu behaupt. m. gezeigt. Dieser Grundsatz folgt ans dem Princip der NichtEinmischung und ist im Allgemeinen stets von den Ver. Staaten durchge führt worden. Aber gleich dem Princip, von dem sie abstammt, ist auch diese Regel selbst Ausnahmen unterworfen; und meines Erachtens giebt es klare und zwingende Gründe, welche ein Abweichen in dem gegenwärtigen Falle rechtfertigen und sogar nothwendig machten. Zu diesen Gründen gehören erstens unsere Ver-trags-Rechte; zweitens unsere nationalen Interessen und unsere Sicherheit; drittens die Jntereffen der gesammten Civilisation. Der 30. Artikel des Vertrags von 110 gibt den Ver. Staaten das Recht auf freien Verkehr durch den Isthmus und zn diesem Zwecke haben wir New Granada seine Souvcränitäts- und Eigenthumsrechte über jenes Gebiet garantirt. Der Artikel wird zeitweilig so ausgelegt, als ob sein einziger Zweck darin bestehe, die Ver. Staaten zum Schutze der Souveränität New Granadas gegen innere Revolutionen zu verpflichten. Nichts könnte aber irriger sein. Daß unsere Vorfahren, mit all' ihrer Befürchtung vor verstrickenden Bündnissen, mit New Granada einen Vertrag nur oder auch nur Hauptfachlich deßhalb abgeschlossen haben sollten, um diesem Theile der ursprünglichen Republik Colombia (damals in die Staaten New Granada, Venezuela und Ccuador aufgelöst) von Bogota aus die Herrfchaft über den JsthmuS zu sichern, ist an sich schon eine unglaubwürdige Annahme, auch wenn das Gegcntheil nicht klar erwiesen wäre. Allerdings müßten die Ver. Staaten wie der und wieder zur Wahrung der Ordnung und zum Schutze des freien Verkehrs gewaltsam interveniren und von dieser Intervention hatte gewöhnlich die Titular-Regierung Colombias den Nutzen. Ebenso wahr ist es aber, daß die Ver. Staaten bei der Intervention stets jede Pflicht ablehnten, die colombische Regierung gegen eine heimische Insurrektion und Errichtung einer ununabhängigen Regierung auf demJsth mus zu vertheidigen. Der große Zweck jenes Artikels war die Sicherung des JsthmuS für einen freien und ungehinderten zwischenoceanischen DurchgangS-Verkehr. deren Krönung ein die beiden Meere verbindender Canal darstellen sollte. Die Erringung dieses Ziels war seit Jahren die diplomatische Ausgabe der amer. Regierung und lange vor Ab schluß des Hay-Herran-Vertrags hatte der Gang der Ereigniffe gezeigt, daß der Verbindungs Canal der beiden Oceane von dn Ver. Staaten oder überhaupt nicht gebaut werden könne. Unternehmungen von privater Seite ermiesen sich der Aufgabe als durchaus nicht gewachsen und die öffentliche Mei nung Amerikas machte den Beginn des Werkes durch europäische Mächte, ein zeln oder gemeinsam, zu einer moralischen Unmöglichkeit. DieS waren die allgemein anerkannten Verhältniffe. auf welchen sich die Gesetzgebung deS Congresses aufbaute und auf Grund welcher die kürzlichen Verhandlungen mit Colombia abgeschlossen wurden. Als das Abkommen indessen von Colombia zurückgewiesen und die JsthmuS Revolution auSgekrochen war, rief Columbia die Jnter vention der Ver. Staaten an und eS scheint seine Aufforderung nicht auf diese Regierung allein beschränkt zu haben. Wir wurden am 7. Nov.

durch unsern Gesandten in Bogota ver ständigt. daß General RcyeS demnächst mit Vollmachten versehen Panama ver lagen werde und daß er dem Präsidenten v. Mexico tclcgraphirt habe, er möchte die amer. Rccrtcru::g und alle auf der panamerikan. Confercnz ver tretencn Lander ersuchen, ..Colomdia sei Wahrung seiner Integrität zu hei fcn ; sowie oaß es verlangte, die amer. Regierung solle einstweilen die Neutralität und den Verkehr auf dem Isth. mus aufrechthalten" und die neue Re gierung nicht anerkennen' In einer anderen Depesche Bcaupre's vom gleichen Tage wurde unsere Regie ruug gefragt, ob sie Colombias Souveränität auf dem Isthmus gemäß Artikels 35 des Vertrages von 18 ii schützen wol!?, falls die colombifche Regierung außer Stande fei. die dortige Seces-sions-Bewegnng zu unterdrücken". Hierin lag eine Aufforderung an die Vereinigten Staaten, entgegen der stets von der amerikanischen Regierung dem Vertrage gegebenen! Auslegung, eine neue Revolte gegen Colomdia zu unterdrücken, die herbeigeführt war durch die Weigerung Colombias, den großen Zweck zu erfüllen, zu dessen Erreichung der Vertrag abgeschlossen war. Unter diesen Umständen mußten die Vereinigten Staaten in Jenen, welche die Bestimmungen des Vertrages znr Wirklichkeit zu machen suchten, die an gemessenen Hüter der Souveränität des Isthmus erkennen. Ferner war die Anerkennung durch unsere nationalen Interessen uud unsere Sicherheit geboten. Längst schon als wesentlich erachtet für unsere Han delsentwicklung wurde der Canal mit Ausdehnung unserer territorialen Besitzungcn zu einer Nothwendigkeit der nationalen Seldstvertheidigung. Die Gründe, welche Präsident Polk bei ttedermittelung des Vertrags von 1846 an den Senat anführte, besitzen nach den Ereignissen der letzten ö Jahre noch eine ungleich höhere Bedeutung, als ihnen 1846 zukam. Im Lich!c unserer gegenwärtigen Lage ist die Errichtung einer kurzen Vccbindungsstraße zur See zwischen dem Atlantischen und Stillen Ocean ein Ziel, das sicher und bald erreicht werden muß. Gründe von nationaler Nothwendigkeit, welche die Gründe der Zweckmäßigkeit in den Hintergrund gedrängt haben, gestatten keine endlosen Verzögerungen mehr. Solchen aber sahen wir rms durch die Ablehnung des Hay-Herron Vertrags direkt ausgesetzt. Drittens endlich hege ich die feste Zuversicht, daß die Anerkennung der Republik Panama durch die Interessen der Welt - Clviüsatlon gerechtfertigt war. Wenn jemals eine Regierung einen klvllafcllorlscyen Auftrag zur Einreichung eines Zolls im Interesse der Menschheit erhielt, so triff dies auf die Ver. Staaten rücksichtllch des zwifchen-oceanifchcn Canales zu. Seit wir unsern Entschluß, den Canal zu bauen, enigiltig angekündigt, wuroe uns aus allen Theilen der Welt Zu stimmung und Ermuthigung, worin sich selbst C.lomvia Zeitweilig vetheiligte. Um uns Hindernisse aus dem iMege zu räumen, hat England auf wichtige Rechte unter dem ClaytonBulwer Vertrage verzichtet und feine Abschaffung gewilligt, als Entgelt nichts erhaltend, uls das Versprechen unsererseits den Canal zu bauen und ihn als offenen Hochweg zu schirmen. Die genannte Conserenz. die in der Stadt Mexico tagte, faßte am 22. Jan. 1902 zustimmende Beschlüsse, die auch von dem Delegaten Colombias, General ReyeS. unterzeichnet wurden. Daß unsere Stellung als Madator der Civilisation nicht mißverstanden wird, zeigt die rasche Bereitwilligkeit, mit welcher die Anerkennung des selbst ständigen Staates Panama durch die verschiedenen Machte der Reihe nach er solgt ist. Meinem Dafürhalten nach muß jeder gerechte Beurtheilcr zugeben, daß Panama unter den gegebenen Verhältnissen die vollste Berechtigung hatte, sich von Eolomdia zu losen und die Pessi misten hinsichtlich unseres Verhaltens gegenüber Panama mögen sich an unser Vorgehen an Cuba erinnern, wo wir sogar mit Waffengewalt aus Gründen der nationalen Interessen und inter nationaler Pflicht intervenirtcn. Es wurde prophezeit, daß wir Cuba be halten und zu eigenem Nutzen verwalten würden. Heute ist Cuba eine unabhängige Republik. Seine Bevölkerung empfing unermeßliche Wohlthaten durch unsere Einmischung und auch unser Vortheil war groß. Das Gleiche wird mit Panama d?r Fall sein. Der Bevöl kerung des JsthmuS wie den angren zenden Theilen Mittel- und Südamerikas wird aus dem Canal-Bau großer Segen erwachsen; ebenso aber uns und der gesammten Menschheit. Die einzige Frage, die jetzt vor uns liegt, ist die Ratifikation des Vertrags. Man muß bedenken, daß eine NichtRatifikation des Vertrag das Ge schehene nicht rückgängig, Panama nicht

an Colombia zurückfallen und unsere Verpflichtungen zur Aufrechterhaltung des freien Jsthmus-Verkehrö in keiner Weise berühren würde. Als durchaus irrig ist endlich die Meinung gewisser Kreise zu bezeichnen, als werde ein Staat, der feine Unab hängigkeit erklärt, dadurch von allen Vertragsoerpflichtungen feines Mntter landes befreeit. Es ist unbestreitbar, daß VertragsVerpflichtungen, welche sich auf das Gebiet des neuen Staates erstrecken, auch für den neuen Souverän jenes Gebietes in Kraft bleiben. Zum Schluß wiederhole ich, daß die Frage, die unserer Regierung vorliegt, nicht die der Anerkennung der Unabhän gigkeit Panamas ist. Das ist schon eine erledigte Angelegenheit. Sie Frage ist die, ob wir einen IsthmusCanal bauen wollen oder nicht. Ich übermittele hiermit den jüngsten Notenwechsel zwischen Panama und die ser Regierung, sowie Noten, welche zwischen dem Specialcommissär Cnlom bias und dieser Regierung gewechselt wurden. Washington (White House), 4. Januar 1904. Theodore R 0 v s c v c l t.

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Neue Inkorporationen. Ein geschäftig? Tag in der DfffeC kks Staats 'Feeretär?.

Ju der Office des Staatssccretärs ging es gestern wieder sehr geschäftig zu. Denn die folgenden neuen Firmen etc. wurden incorporirt. Die ..Gas City Window Glaß Co.". eine unabhängige Gesellschaft, gebildet von GlaS-Ardeitern von Gas City. Capital K25.000, Directoren: I. Lcwis Edwards, Joseph Burkhart, William Kallenbach, Edward Herbel. Emil Miller und John Leffler. Die ..Kettle Creek Mining Co.". Capital 820,000, Jncorporatorcn : Louis Gernerdt, Herbert E. Meginneß, Abraham L. Boyer. Owen W. Brady und R. H. Catlin. Die Way Highley Grain Co.", Valparaiso; Capital $5000; Directo ren: Othle Way. Othello G. Highley und Theodore W. Swift. Die Vrockenbrough Agency". La fayette; Capital $3,500 ; Jncorporato ren: Arthur O. und Edith G. Brocken brough und Alice Rosenberger. Die Columbia City Lumber und Coal Company, Capital 830.000; Dircctoren: Arthur S. NowellS, Charles D. Nowells und John W. Wasson. Die Central Car und Foundry Co.". Vincennes; Capital $25,000; Direktoren: Joseph Cavenagh. H. E. Frazier, Otto Winkenhosser, Charles G. Mueller und T I. Moll. Die Rothschild Rotten Company", Indianapolis, Capital $25,000, Dircctoren: Urban H. Rothschild. Joseph I. Rothschild und L. G. Rothschild. Constantine & Co." Jncorporatoteu: Arthur Gillet. Rutherford C. und Pearl I. Constantine.

Bon einer Maschine in Stücke gerissen.

Grauenhaftes Ende eines jungen F?chrikr beiters.

Einen schauerlichen jähen Tod fand gestern Nachmittag kurz nach l Uhr Neal Lanahan, ein 22jähriger junger Mann, der seit dem 8. October letzten Jahres im Schleif-Departemcnt der E. C. Atkins' Sägenfabrik beschäftigt gewesen war. Kurz nach 1 Uhr half Lanahan dem Maschinisten James Fonderömorth bei der Anlegung eines neuen Treibriemens an einer Maschine. Auf dem Fußboden sitzend half La nahan bei der Arbeit, da plötzlich gerieth sein Fuß auf irgend eine noch nicht aufgeklärte Weise zwischen den Treibriemen, der inzwischen auf das betr. Rad geschlüpft war, und im näch ften Augenblicke ereignete sich daS ent fetzlichste Unglück, das sich jemals in der Atkins'schen Fabrik zugetragen. Ehe di.' Maschine nämlich zum Stillstand gebracht werden konnte, waren dem Unglücklichen beide Beine an den Hüften vom Leibe getrennt worden, sein Kopf wurde ihm am Nacker,- abgerissen und etwa 100 Fuß weit durch den Fabriksaal geschleudert und zerschmet tert, kurz die Verstümmelung deS Un glücklichen war eine grauenhafte. Die Ueberreste deS Verunglückten, der an West und McCartc- Str. wohn haft gewesen war, wurden zuerst per Ambulanz in'S städtische TodtenhauS geschafft, später jedoch einem Ltichen bestatter zur Vorbereitung für die Beerdigung überwiesen. Lanahan war

ledig.

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Weiffenbach's Wirthschaft, No. 1401 Madison Avenue.