Indiana Tribüne, Volume 27, Number 112, Indianapolis, Marion County, 2 January 1904 — Page 6
Jndiana Tribüne. 2. Januar 190.
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ItkinKamps in Korea. EH man in dem ostastatische Kaiserreich da eujakesteft feiert. Das ferne ostasmtische Kaiserthum Korea ist reich an meriwürdigen Bräuchen und namentlich sind es die Neujahrsbräuche. die dem Fremden viel Interessantes bieten. So versammeln sich am Neujahrstage. der nach unserem Kalender auf den 3. Februar fällt, die Einlvohner von Soul, der Hauptstadt des Landes, zu Tausenden auf einem Platz, der ungefähr 1j Meilen von den Wällen der Stadt entfernt an der großen Landstraße liegt, die zum Hanfluß führt, um einem Kamps als Zuschauer
ode? Zheilnehmer beizuwohnen, bei dem Steine ud Schleudern die Hauptwaffen abgeben. Auf diesem Platz werden Steinhaufen in Bereitschaft gehalten, welche die Freunde der Kämpfer einige Stunden vorher zusammengetragen haben Zuerst geht man mit nur wenigen Schleudersieinen in etwa 300 Fuß Entfernung gegeneinander vor; je näher die ?iden Schaaren einander aber auf den Leib rüden, desto heftiger wird das Gefecht, bis zuletzt der Kampf allgemein ist. Man macht kräftige Vorstöße, nnd das Lärmen und Schreien ist dabei betäubend, es gibt Schlververwnndete und sogar Todte, und keiner bleibt ohne Beulen und Schrammen. Die Hügel der Umgebung sind besetzt mit Zuschauern, die durch die blendende Weifte ihrer 5Neidung weithin sichtbar sind und jede Bewe gung in dein Gefecht mit großer Aufmerksanikeit verfolgen. Der Kampf, der äußerst lebhaft geführt wird, endet erst, wenn der laute Klang der Hauptstädtischen Glocke anzeigt, daß die Thore geschlossen werden, und es Zeit ist. nach Hause zurüzukehren. Diese Kämpfe beginnen, wie erwähnt, am Neujahr, dauern den ganzen ersten Monat des Jah-cs. und ein jeder
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Koreanischer Ning knaps. guter Koreaner ist begierig, an diesem Brauche nach straften theilzunehmen. Das Wunderbarste dabei ist aber, daß in den übrigen elf Monaten der Ko reaner ein so friedlicher M:nsch ist. wie man ihn nur finden kann. Nur in dem einen Monat tobt er seine Kamps lust aus. Die Steinirnd Faustkämpfe sind sehr alt. Der Brauch ist eine nationale Einrichtung, wird von der Regierung begünstigt und genießt den Schutz des Kaisers und des Ädels. Nenjahragratulation der Halloren. An den deutschen Kaiserhof bringt jedes Neujahr nach einer alten Sitte eine Abordnung der Halloren die Hallescbe Schlackwurst. Die Wurst wird natürlich aus dem allerbesten Material hei gestellt, worüber dem Hofmarschallamte ein Attest überreicht werden muß. Es werden im Ganzen etwa 1 1 0 Stück Eervclutwllrste, jede ungefähr ein Pfund, geliefert. Die Würste werden nicht, wie sonst üblich, in Mitteldärme oder Fettdärme (Schlacken), sondern in Kranz därme gefüllt. Die Würste werden scharf geräuchert; dies entspricht dem Geschmack des Kaisers. Von den Würsten erhalten der Kaiser, die Kaiserin, die Prinzen und Prinzessinnen, die ?Nitglieder des königlichen Hauses, die sonst zu Neujahr anwesenden Prinzen. Hof- und Neichswiirdenträger und so weiter. Bei der kaiserlichen Hoftafel am Neujahrstage wird von den Halloren die Wurst zugleich mit Sooleiern aus Halle aufgetragen, wobei die Halloren den Gästen des Kaisers serviren. Der Sprecher überreicht das '.lZeujahrsgedicht im Namen der ..Salzwirker Brüderschaft im Thal zu Halle." v e X i 1 1 t)t t H a u p t m a n u der deutschen Armee. Heinrich Barnickel in Pajsau. trat vor Kurzem nach 41jähriger Dienstzeit im Alter von (30 Jahren in den Nuhestand. 'Aus einem dem Roß k ä f e r verwandten Käfer gewinn: man in Mexiko ein stark berauschendes Vetrönk Man dampft die Thirr in Wasser ein. wobei ein Bodensatz tat steht. I n der R o r d und Ost. s e e gingen während der furchtbaren Stürme im Monat September 11)03 nicht weniger als 116 Schiffe gänzlich verloren, worunter sich sechs deutsche befanden. tfösc VenZtNen Schreiber (am Fenster stehend): Da kommt ein Kunde auf unser Haus III Xa hrtr.äf'.lni .lk.i m v U w "
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.schließen Se zu!"
Born Auslande
BondemBischofvon Rochester wurde dieser Tage in London der Grundstein zu dem ersten Jngram - Hotel für Jünglinge" gelegt. Das Haus ist nach dem Bischof von London, dessen Anregung die Idee ihre Ausführung verdankt, so genannt. Die Preise für Wohnung und Kost sollen äußerst mäßig gestellt sein. Das Hotel wird 208 Einzelzimmer mit Badewannen. eine Bibliothek, Speise-, Rauchzimmer, Billardsäle enthalten und soll auch einen Turnsaal erhalten. Das Hotel, dessen Errichtung $200,000 kostet und dem ähnliche folgen werden, soll jungen Leuten die Möglichkeit bieten. in anständiger Gesellschaft, fern von den Versuchungen der Großstadt, ein freies Leben zu führen. SeiteinigerZeit herrschte Unruhe unter den 'Dlilitärgefangenen in Gatta, tveit ihnen die Preise der Lebensmittel in der Kantine zu hoch und die Zahl der Arbeitsstunden zu groß erschienen. (iner der Gefangenen machte seinem Unmuth darüber offen Luft, schlug einen Osficier, der ihn zur Rede stellte, und rief seine Kameraden gegen die von allen Seiten herbeieilenden Wachmannschaften zu Hilfe. Es kam zu einem blutigen Kampf mit den Gefangenen, denen es gelungen war. sich mit eisernen Stangen, spitzen Ha cten und Buken zu bewaffnen. Sin Offieier, drei Soldaten und neun isk fangen? wurden bei diesem Handgemenge lebensgefährlich, viele andere leicht verletzt. Endlich stellte eine Eompagnie Infanterie die Ruhe wieder l)e?. Die Rädelsführer wurden in Eisen gelegt und erhielten verschärfte Haft. Das deutsche S ü d p o -larschiff ..Gauß" ist seine treueste Last, die Hunde, dieser Tage losgelvorden. indem sie einem zoologischen Garten überwiesen wurden. Die Katze, die der ..lauß" bei seiner Ausreise auch an Bord hatte, hat sich weniger anhänglich erlviesen. Während sämmtliche auf den Kerguclen an Bord genommenen Hunde in der bittersten Kälte wie in dlii Tropen treu ur Schiffsbcsatzung hielten, suchte die von Kiel mitgenommene Katze, die man für die Reinhal tung des Schiffes von ungebetenen Gästen angemustert" hatte, lereits in Kurhaven, dem letzten Anlcgeplatz des ..Gauß" vor der Seereise, das W?ite. In der Voraussicht, daß es an Bord wohl nicht zweimal täglich frischeMilch gelten lind daß es auch sonst an den gewohnten Bequemlichkeiten fehlen werde, sprang sie auf ein längsseit liegendes Schiff über und kam erst zum Vorschein, als der Gauß" in See gegangen war. Ein gefährliches A b e nteuer erlebten drei Einwohner von Duhnen bei Kuxhaven. Sie hatten sich mit Pferden und Wagen Morgens 9'j Uhr in's Watt begeben, um dort treibendes Holz, das von beschädigten Schiffen herrührte, zu fischen. VI 1 0 heftige Schneeböen eintraten, verirrten sic sich im Watt und tvurden von der Fluth iilerrascht. Anfangs wollten sie sich auf den Pferden retten, es ging aber nicht, da sie die Richtung verloren hatten. Sie mußten nun die Pferde im Stich lassen und im Watt herumirren, ohne daß sie den richtigen Weg finden konnten, da es ganz unsichtig war. Dabei stieg die Fluth immer höher. Im Augenblick der höchsten N'oth kam die Rettung. Da6 Lotsenfahrzeug Undine". das die Galliote täglich mit Proviant versorgt, sichtete, als es gerade für kurze Zeit klar war. die Vcr irrten, nabm sie an Bord und brachte sie Nachmittags gegen 4 Uhr in Kurha den an Land. Auch die Pferde haben sich nach Duhnen zurückgefunden. Vielleicht wären die Leute nicht so in Noth gekommen, locnn sie die Pferde hätten gelvähren lassen. Ueber sechs M o r d t h a -ten wird aus der griechischen Hauptstadt berichtet: Der einäugige Dudelsactpfcifcr Maris hatte sich mit seinem Bruder aus seinem Dörfchen in das nahe Äiarathon begeben, um dort nach der Festtagsgeivohnheit der meisten griechischen Landleute unablässig dem Bacchus zu opfern. Auf dem Heimwege begegnete er einem Mülxwohua feines Dorfes. Er haßte diesen schon seit langer Zeit und, erregt vom Weingenuß, tödtete ihn nach kurzem Wortwechsel durch zahlreiche Messerstich?. In seinem Dorfe angekommen, brachte der Musikant in Gemeinschaft
mit seinem Bruder auch die Frau und ' den Sobn des eben ermordeten Mannes. sowie dessen Nachbarn um's Lc
, den. An diese Unthaten schlössen sich ein fünfter und schließlich ein sechst?r
Ncord. welche die blutdürstigen Verbreche? innerhalb einer kurzen Spanne Zeit begingen. Endlich ernüchtert, glaubten die Brüder der inzwischen aufgebotenen Gendarmerie nicht mehr entrinnen zu können, und eilten nach Athen. In ihren noch blutbefleckten, zerfetzten Fustanellen pochten sie. Einlaß begehrend, an das Thor des Hauses. welches der reiche Bankier und frühere Minister Alexander Skonzes bewohnte. Da die Beiden bei der Wahl für diesen mächtigen Mann gestimmt hatten, glaubten sie. Herr Skonzes loürde ihnen znr Flucht in's Ausland verhelfen. Als sie aber das Gebäude betraten, wurden die wild aussehenden
; Burschen bald ergriffen und der Poli-
ei übcraeben. Bet dem Transport in j
das Gefängniß drohte das Publikum, die Mörder zu lynchen.
Streife Vaderlack' Schreivedrief.
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Seökzrker Mister Editor! Wisse Se. ich hen ausgefunne. wann mer so in die alte Erinnerung herumkrame dicht, dann fühlt merals lvenn mer gar nit mehr in die prcssente Zeit lewe deht un als ob mer noch emol jung wär un deht das alles noch emol er lewe. For den Riesen gleich ich auch gar nit so eckStra Geschichte von alte Zcite uffzu decke, bikahö. mer sieht dann immer, daß mer so mit die Zeit en ganz alter Knopp geworde iS. Es is jo gut genug, mer fühlt noch ganz diesent, mer Hot noch en ganz gute Eppe teit un iwwer den Dorscht braucht mer auch grad nit zu komplehne, awwcr ti kann mer einer sage was er will, es is doch en großer Differenz. Wann mer for Jnstenz emol en Stehrweh enuffkleime duht. wo mer früher immer zwei un drei Stepps uff einmal genomme Hot. do muß mer jetzt ganz schön schloh gehn, sonst gibt eim der Wind aus. un wann mer cbstehrs ankomme duht, dann muß mer immer crscht for e Weil stappe. bis mcr sein Wind widder Hot. Dann noch e annere Ding. Früher do Hot mer Schuhtäcks esse könne, lvann en diesente Grehwie dran gewese is. jetzt muß mer mit den Esse arig kehrsnll sein, daß mer sein Stommeck auch nit so viel zumuthe dicht, Tann Hot mer auch in seine Bohns, off Kohrö n:t all die Zeit, awwer doch so wann un dann, so e verdolltcs Reiße, was mer uff deutsch Rummetissem heiße dhut un was mer früher gar nit gekennt Hot. Ich muß sage in riegard zu den schöne Geschlecht, do schwärm ich hellt noch grad so wie frü her un mehbie noch e wenig mehr. Ich gleiche immer in Kompenie von LchdieS zu fein, awwer bei die Lehdies macht mer doch nit mehr die Jmpreschen. wo mer in seine jnnge Jahre gemacht Hot. Un es duht ein ganz verdollt fuchse, wann die junge Mehdercher von eim sage: Ehnt hie e neiö old Echentelmenn. Nit lang zurück hat so e junge Sckmattnobs von zwanzig Johr zu mich gesagt: Seh Mister Habersack, Jbne deht ick reiteweg heirathe, wann No, was dann wann? ben ich gefragt, un do Hot sc gesagt: Wann Se zwanzig Johr jünger wär. Gasch was Hot mich das so mähd gemacht! Ich hen gleich wie ich in mei Ruhm komme ssn emol in das Luckengläs gegnckt. for auszufinne, ob ich dann werklich älter wie fünf un zwanzig Johr gucke deht. Bon e Distcnz hen ich an gut geguckt, wie ich awwer e wenig klobser herbei sin gange, bei Galle, do hn ich genohtist, daß ich alliwwer in mei Fehs Rinkels gehabt hen un daß auch mei .Hoor ganz mit weiß gesprintelt gewese is. An Tapp von mein Kopp den ich ja nit mehr viel Haar awwer das is mich angebore; wie im uff die Welt komme sin, do hen ich schon e Bahlhett gehabt. Do geb ich auch gar nit so viel drum, das is der teil un lver den Steil mitmache will, der muß sich en Bahlhett stehn lasse. Well, ich sin reiteweg von den Luckengläs Weggänge un ich hen lang driwwer nachgedenkt, wie der Mensch doch mit die Zeit tschehnsche duht. Das einzige wo ich noch ebbcs diesentcs leiste kann, das is der Dorscht. Do kann ich einigen biete un ich muß immer lache, wann ich senn wie die junge Fellersch schon nach den siwwete Schoppe sillie wer'n un dummes Zeug schwätze buhn. Am Drinte do kann mcr erscht den Man erkenne. Ich kann jetzt nit sage, wie lang es ecksäcktlie nemme dicht, bis ich en Dust hen, awwer ich sin schuhe, daß es e ganze Latt nemme dubt un do druff do sin ich praud. juhbett. Denn was Hot nker dann von sei Lewe. wann mer sich nit mit das bische Bier das Dasein e wenig versüße tann Ich fühle immer sarrie for die Fellersch. wo sage, daß Bier e schlechter Stoff wär un daß mer sick von wer'n dcbt un daß mer en DrunZert gewwe debt. Das sin alles Kunnc, wo gar nit mit uff die Welt gehöre. Ich sage, wer nit weih, wann er genug Hot. das is e Pick, wann awwer en Mann wie sich's gehöre duht, sei Bierche drinke dnht. nit mehr wie er stende kann, awwer auch nit weniger, dann muh mer allerhand Riespekt vor ihn ben. Soll is auch noch mein einziger Trost. Was geb ich drum, wann's mich als emol in die Bohns reiße duht, UN wann mein Stommeck als mo sage dubt bis hierher un nit weiter, was duhn ich kehre wann mich die Mehdercher en gute alte Schentelmann rnfe. un ob ich nit mehr Hoor uff mein Kopp hen. als wie uff en recht klien gewaschen? or:,ellandeller solang ich noch mein diesente unverfälschte hausmachend? Dorscht hen. do sin ich sattisseit un bäppig. Awwer do kann mer sebn. wie mer in's Schwätze komme kann. Ich hen Jhne doch ebbes ganz di'f'.'rentes verzähle wolle. WieSe mehbie lcho gehört bcn, is jetzt bald Krismes, nn wenn Se e Fämillie hen mit
Kinner dazwische, dann kriege Se schuhr genug e Gänshaut un die Schills. wann Se dran denke. Ich hen ja off Kohrs keine Fämillie un auch keine Kids; awwer do sin die Baldrians. Well, wann Se die Feger sehn dehte, dann dehte Se wische, daß iwwerbaupt ferne Famulirv u gewwe deht. Die Fellersch dubn grad das Lewe aus mich battere, un jeder einzelne Hot mich schon ferzig mol v--ählt, daß jetzt bald Krihmeh komme deht un daß ich en arig guter Onkel wär, un daß se Niemtnd so gut gleiche dehte wie mich. Ich weiß ja bei Eckspierienz. daß mich Krihmeh immer en ganze Peil Geld koste duht. awwer jetzt den die Fellersch Wisches gehabt, do hätt ich den Rackelfeller sei Geld hen müsse, for die zu sattisfeie. Die Selma is auch so arig neis zu mich gewese. dah mich's schon himmelangstgeworde is un so ganz unner die Hand Hot se schon e Riemark gemacht, daß se gar zu gern en Deimcntring hätt, awwer der Ehrist wär zu stinschie un wer deht dann sonst so viel von sie denke, daß er sich wege sie so Eckspenze mache deht. Wie ich das gehörten, do hen ich das Sobscheckt getschenscht un hen von den Wetter gesprochc. Well, mehbie ich kann Jhne in mein nächste Schreiwebrief e wenig mehr von die Pertickelersch mitdeile. Juhrs trnlie Meik H a b e r s a ck. Fikwein un Sheriff von Appel Jack. .Holie Terrer Kauntie. Eindrücke auf des elektrischen Schnellbahn. Eines Ta.ies trafen zwei Amerikaner zusammen, die um die ganze Welt gereist waren und nun gegenseitig ihre Eindrücke austauschten. Sie sprachen vom Rekordfahren" auf der Eisenbahn. WeißtDu." sagie der eine, ich bin einmal so schnell gefahren, dah ich vom Fenster meines Speisewagens aus glaubte, die Telegraphenstangen draußen sind Statetenzäune." Ach. das ist noch gar nichts." lächelte spöttisch der zweite. .Ich fuhr einmal im Blitzzug. und als ich zum Fenster hinaussehe, da blick' ich auf lauter Leichcnsteine. Ich wundere inch, dah sie gar kein Ende nehmen. Ich lasse mir den Schaffner kommen und frage ihn: Sagen Sie mal. Schaffner, das muß doch ein colossaler Kirchhof fein, an dem mir hier vorbeirasen." O nein." antwortete er gelassen, das sind nur Meilensteine, mein Herr!" Diese Geschichte ist lange entstanden. bevor es möglich geworden, auf einem elektrischen Wagen vor den Tho ren Berlins die märchenhaste Geschzvindigkeit von mehr all- 200 Kilo inetern (124 Meilen! in du Stunde zu erreichen. Eine solche Schnellfahrt mitzumachen, wünsche vergeblich sehr viele Leute jetzt, die gerne wissen möchten, welchen Eindruck eine derartige Reise macht. T iese Eindrücke theilt einer der Teilnehmer an jener Probe fahrt wie folgt mit: Ob es beängstigend ist. so dahinzujagen? Nein, keineswegs. Ich stehe aufmerksam am Steuer, neben mir der Lokomotivführer, der die Bremse bedient. Der Wagen läuft ganz ruhig. Es kommt mir vor. als befinde ich mich in einem abgefederten D - Wagen. Ich höre deutlich das Klingen der Telegraphendrähte, die am Äuge vorüberflitzen. Aber von den Masten und der Leitung ist nicht mehr viel zu sehen. Die Kilometersteine abzulesen, hält sehr schwer, die Zehntel lassen sich gar nicht lesen, nur hin und wieder die vollen Kilometer. Ader nicht die Steine, die rechts neben dein Geleise liegen; die erkenne ich nicht mehr. Die Signale sind gut zu sehen, doch nur bei klarem Wetter. Dann läßt sich die Strecke auch ganz gut anderthalb K lometer lveit überschauen. senken Sie sich, was mir neulich passirt ist. Wir fahren in schnellstem Tempo. Ich sebe vor mir. 800 Meter entfernt, zwei Lebewesen auf dem Ge leise ob Mensch oder Thier, weiß ich nicht aber ich sehe sie deutlich, ein Pfiff, und bei dreihundert Meter Entfernung verschtoinden sie vom Bahnkörper, über den wir im nächsten Moment fliegen. Auch bei zlveihundert Kilometer geht es einem noch nicht schnell genug. Es kommt mir vor, als wollte der Wagen die Strecke förmlich auffressen. Das sind so meine äußeren Einorücke. Man kann beim Steuern aber nicht allzuviel Werth auf solche Beobachtungen legen. Vorläufig hat der Steuermann noch genug zu achten auf Strom. Spannung. Bügel und derlei." Was eine Schnelligkeit von 200 Kilometer bedeutet, wird ferner noch von einem Zuschaue? also anschaulich gemacht: Ein Sperling wollte vor den. neuen Ungethüm die Strecke kreuzen und haftet nun wie ein roth und grau gesprenkelter Tintenklex der Stirnwand des Wagens an. Schneller als der Sturmwind kam der weiße Wagen einbergesaust. Die Funken der elektrischen Leitung stoben, kleine Theile des Steinfchlages wurden aufgewühlt. Staub und Papierfetzen wirbelten in der Luft. Man sah zwar, daß Menschen im Wagen waren; aber bevor es möglich war, auch nur einigermaßen derenGestalt in das Auge zu fassen, war der Wagen längst dem Gesichtvkreise entschwunden. Obgleich die Strecke schnurgerade ist, dauerte es kaum eine halbe Minute von dem ersten Auftauchen des Zuges bis zu seiner Durchfahrt und wieder von da bis zu seinem Verschwinden am Hori-zonte."
Ueber die Schreckens that einer Mutter wird aus Paris folgendes berichtet: In Marseille be. kam die 27 Jahre alte Hortense Estival auf die Nachricht, daß ihr Geliebter sie verlassen habe, einen Toösuchtsanfall. Sie riß ihr drei Monate altes Kind aus der Wiege und begab sich mit chm in den Hausgarten. Als endlich Leute erschlenen. war das Grauenhafte schon geschehen. Hortense rief: Eine Wölfin hat mein Kind aufgezehrt, die Wölfin bin ich! Die Auffindung der volchaq- r denen Reste des Kmdes schloß jeden Zweifel über die ?luSführung der entsetzlichen That aus. E i n unverbesserlicher Sünder, der 20jährige Raubmörder Potin. wurde in der französischen Stadt Beauvais (Departement Oise) mit der Guillotine hingerichtet. Der Delinquent war bei der Verhandlung und später im Gefängniß vollkommen geständig und sogar ruhmredig gewesen. Auf dem Richtplatz aber rief er aus: Ihr tödtet einen Unschuldigen, der wahre Mörder ist entkommen! Hoch die Anarchie!" Präsident Loubet hatte Potins gleichaltrigen Complicen ?camens Longfier zu lebenslänglicher Zwangsarbeit begnadigt; dies erfuhr Potin wenige Minuten vor seinem Tode, und er sagte: .Hier ist es kalt. mein Freund wird es in Neucaledonien wenigstens warm haben!" In der Zcaiserlichen Knabenerziehungs- und Besserungöanstatt zu Hagenau war ein 1 jähriger Zögling, ein Schuhmacherlehrling Wa mens Thiel aus Metz, wegen eines Vergehens in das Amtszimmer des Direktors Casper zur Vernehmung vorgeführt worden und stürzte sich während der Verhandlung plötzlich mit einem sckarf geschliffenen Messer, das er in der Schusterwerkstätte entwendet latte. auf Herrn Easper. der den ihm zugedachten Stich abfing, dabei aber Schnittwunden an der linken Hand erhielt. In dem nun sich entspinnenden Handgemenge trug Herr Easper noch eine Verletzung am linken Oberschenkt davon, bevor der Zögling durch herbeieilende Anstaltsbeamte entlvaffnet werden konnte. Der Ueberfallene mußte sich sofort in ärztliche Behandluna. begeben. Madame Christine Pet r o w i t s ch. Schwester der ermordeten Serbentönigin. hat von München aus an mehrere Londoner Blätter geschrieben, daß sie und ihre Geschwister nur 17,000 Francs in Baar aus der Hiutcrlasmschaft Draga MaschinS -rbalten hätten nnd nunmehr die gleich falls geerbten Juwelen und andern Kostbarkeiten der Verstorbenen zu vertaufen gezwungen seien. Hierzu gehörten ein Brillantendiadcm, das die Königin Draga an ihrem Hochzeitstage trug, ein mit Britt-rnten und Smarag den besetztes Armband, das ihr einst der Zar geschenkt hatte, ferner ein ser bifches Eostüm mit Diadem und Schleier. Brosche und Ohrringen mit Perlen und Brillanten. Frau Petro witsch erwähnt übrigens in ihren Brie fen. dah die den Schwestern der Königin jetzt übermittelten Werthsachen nur ein Tbeil der Kostbarkeiten wären, welche die Gemahlin Alexanders von Serbicn einst besessen hätte. I n einer der letzten Sitzungen der italienischen Deputatenkarnrner ehrte de Cesare in längerer Rede das Gedächtniß Mornrnsens. Er erinnerte an seine großen Verdienste um die Rechtswissenschaft, die Philologie und die Geschichte sowie an seine Rom und Italien erwiesenen Dienste. D? Eesare ersuchte den Präsidcat:. der Akademie der Wissenschaften in Berlin das Beileid Italiens und der italienischen Kammer zu dem Trauerfall, von dem sie betroffen w'rde. auszudrücken. Der Unterrichts.ninister Orlando führte aus. er sei stolz darauf, im Namen der Regierung sich den edlen Worten de Ecsares zum Andenken Mommsens anschließen zu können, dessen grandiosen Werkes sich Rom und Italien stets erinnern werden. Präsident Biancheri hob hervor, daß die Gedanken Mommsens während seines ganzen Lebens auf die Größe Koms a Achtet gewesen seien, und fordert die Kammer auf. sich den edlen Worten, die zur Ehre Mommsens ausgesprochen seien, anzuschließen. Ein Kriegsgericht in Petersburg verhandelte kürzlich gegen den 23jährigen Sekondeleutnant des s. Omskschen Infanterie-Regiments Alexander Raketzki. der angeklagt war die Gattin seines Hauptmanns mit Vorbedacht getödtet zu haben. Der junge Officier hatte sich in die Gemahlin seines Vorgesetzten verliebt und versuchte, zu 'hr in nähere Beziehungen ZU treten, wurde aber in gebührender Weise zurückgewiesen. Dieser Miherfolg versetzte den Leutnant in höchste Wuth. Einige Tage später begab er sich in die Wohnung des Hauptmanns und war schamlos genug. die.Frau in Gegenwart ihres Gemahls und anderer Personen nochmals mit einem entehrenden Antrag zu belästigen. Als er wiederum eine entrüstete Antwort der schwer beleidigten Dame zu hören dekarn. zog Raketzki einen Revolver hervor und feuerte blitzschnell, ehe es jemand verhindern konnte, auf die wlsclose tfvau. die todt zu Boden s.nk. Weget dieser nichtswürdigen 2hat verurtheitk. ihn das Militärpicht zur Ausstong aus dem OsficNstande. zum Bm:,,ft aller Adelschk und zu 15 Jahren Z!.rheit m Sln'rien als degradirter gemeinv.r Soldat
