Indiana Tribüne, Volume 27, Number 112, Indianapolis, Marion County, 2 January 1904 — Page 3

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Jndiana Tribüne, 2. Januar 1904

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schwerwiegende Mängel tzntliullt eine behördliche Untersuchung in der Einrichtung des Jroquois Theater.

Senator platt über Rooseoelt's Nomination. Rutscher-troi? in St. Louis. Budler urter Anklage.

Nach der Cataftrophe. Chicago. 3L Dez. Auf Befehl des Polizeichefs wurden heute Abend sieben Angestellte deS Jroquois Theaters, darunter Regisseur W. Carlton, verhaftet. Sie werden bis zum Verdikte dcr (5oroners.Jury festgehal. ten. T:e Verhaftung erfolgte auf Grund von Fluchtverdacht, weil man sie bei dem Inauest als Zeugen braucht, nicht wegen Beschuldigungen gegen ihre Person. Bis Mitternacht betragt die Zahl der bekanntes Todten 471, in den Mor guen befinden sich zwischen 80 und 90, 337 sind noch als vermißt gemeldet, Viele davon aber jedenfalls heimgekehrt. Im sreat Northern Hotel befinden sich zwei Verlebte, die Freunde verloren, ,Zrau F. Kohler au Illinois, die ihre beiden Töchter verlor, und Frau A. Paulzein aus Knor, Jndiana, eine Verwandte der Ersteren, die mit dieser in'S Theater ging, selbst mit Wunden davon kam, aber eine Tochter verlor. Chicago, II. Dez. Zum er ftenmale seit eS hier Glocken zu läuten gibt, ist der Eintritt des neuen JahreS in aller Stille erfolgt, nachdem BUrger meiste? Harrison in einer Proklamation heute Nachmittag nahegelegt, diesmal die üblichen Sylvester Kundgebungen zu unterlassen. Tie Anregung fand ein bereitwilliges sehör in den Herzen der Einwohnerschaft. kas erfchUtteinde Unglück im Jro quoiS Theater hat Chicago in die tiesste Trauer gestürzt und alle Üblichen Be ftrebungen deS Gebens scheinen wenig ften für den Augenblick vergefsen. Die Geschäfte waren heute auf das aller nothwendigste beschränkt und selbst die? Wenige ging in schleppender Weise Vor sich. Tie Todtenlifte steht noch immer so, wie sie gestern Nacht ausgegeben nurde, etwa &60 Als genaueste Schätzung nimmt man allgemein 561 an. Liese Zahl wird sich .loch etwas erhöhen, da in den Hospitälern Manche liegen, deren Leiden bald abgeschlosstn sein werden. Doch dürfte die Gefammtzahl der Todten auch dann 575 nicht über' schreiten. Die G.'sammtzahl der UnglückSfälle. einschließlich der Vermißten, wird derzeit auf gegen 1.000 geschätzt. Unter den Vermißten befinden fich die Namen Vieler, die stch zu Hause befinden, auch Verschiedene, die überhaupt nicht im Theater anwesend waren. In der ersten Aufregung wurden diese Leute von Verwandten als ver mißt gemeldet, viele sind nun inzmi :5.n heimgekehrt, ohne daß dieS dem fütolizei'Hauptquartier berichtet worden S)äre. Ihre Namen stehen daher noch mmer auf der Vermißten'Lifte. Die Berichte über die Entstehung der 1 Eataftrophe sind noch so weit verschicden als am gestrigen Abend. Die Mitglieder der TheaterGesellschaft er I m . r - o .? n ? m tl

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sei die Ursache, während zahlreiche

1 Leute aus dem Publikum fest dabei bleiben hslfe fi die klammen nrfsfii.

-w-WWVVV V " 1 W ff V j dene Minuten am Vorhang entlang 1 züngelnd erblickten, bevor die (5rplosion k eintrat. Hierüber gab Anna Wood ward, die auf dem 2. Rang gesessen, heute klare Auskunft. Sie sagt : Ich saß auf dem 2. Balkon und sah deutlich daS Feuer. Ich ging

. dann, eine Panik fürchtend, die Treppe ' zum 1. Balkon hinab und wollte durch dieselbe Thür hinaustreten, an welcher so Viele wenige Augenblicke ' später den Tod fanden. Die Thüre war geschloffen und ein außenstehender

Mann weigerte sich zu öffnen. Ob eS ein Theatcr-Angestellter war, weiß ich

nicht; er war aber augenscheinlich ent schloffen, daß Keiner daS Theater ver

- lassen solle und hierdurch ver

anlaßte er eine Panik.

Da ich durchaus heraus wollte, aina

ich um den Balkon herum etwa 10

Schritte bis zu einer GlaSThüre, die 0 ich mit dem Schirme zertrümmerte, dann herauskam und die Treppe hinab stieg. Bald stürmten mir Unzählige nach, ich wurde niedergeworfen und, falls die Thüre nicht schon nahe gewesen, so wäre ich sicher nicht entkommen. Ich muß mindesten 10 Schritte bis

zum Ausgang auf den Körpern Jener gegangen sein, die hingestürzt waren." W. (5urran, ein BauJnspektor, be fand sich kurz vor der Catast"ophe im Theater und erklärte alles im besten Zustande. HilfS . Bau ' lommiffär Stanhope infpicirte heute das Theater mit verschiedenen Inspektoren und sagte ...das Theater und seine Leitung hatten alle gesetzlichen Vorschriften strikt erfüllt." Dem gegenüber behauptet jedoch der städtische Elektriker, daß daS Theater die vorgeschriebene JeuerAlarM'Ver bindung mit dem städtischen Alarm System nicht gehabt habe. Auch hin sichtlich der Ventilation sollen die Verordnnncen nicht befolgt gewesen sein. Morgen werden namhafte Architek ten darüber berathen, ob dem Bürger meiste? empfohlen werden soll, alle Theater der Stadt bis zur Untersuchung ihrer AuSgünge und der Bauart zu schließen. Der Bürgermeister sandte be-.te allen Theater.igenthümern ein Schreiben, in demrauf aufmerk sam macht, daß verschiedene Theater die städtische Verordnung für Ver gnügungSplätze übertreten, besonders haben einige Bühnen nicht, wie vorge schrieben, einen Angehörigen deS Feuer wehr.LepartementS im Dienste, der den Feuerschutz deS Hauses zu überwachen hat. Falls die Theaterleute, wie es ver schiedentlich geschehen, die Bezahlung dieser Leute verweigern, ist Schließung der betreffenden Bühne angedroht. Ten ganzen Tag über gingm Svm pathieDepelchen und HülsSAngebote bei dem Bürgermeister ein; unter den Beileids Depeschen befindet sich eine vom Prinzen Heinrich von Preußen, ferner von zahlreichen StadtVorftän den zwischen St. Louis und New 7)ork Abends kündigte der Bürgermeister an, daß anläßlich des Unglück alle städtischen Departements bis zum Samstag. 2. Januar, geschloffen nnd und er stellte das gleiche Ersuchen an alle Geschäfts Häuser der Stadt. M.t allen Zügen trafen Verwandte von Verunglückten ein: in den Hotels spielten sich viele Scenen glücklichen Wiedersehens und ängstlicher Nachfrage nach Vermißten ad. Mancher kehrte

auch Abends in das Hotel zurück, nach dem er in einer verstümmelten Leiche in der Morgue die Ueberreste des Freundes oder eines Angehörigen ent deckt hatte. Zwölf Mitglieder deS Stad!cathS in spicirten heute daS Theater und ließen sich später im Bauamte die Pläne der Theater vorlegen. Besonders wurde gerügt, daß die AuSgänge nicht der Verordnung gemäß durch Inschriften bezeichnet waren. Be züglich deS Diagramms des Theaters bemerkt Stadtrath Herman: Die Ver wirrung bei den Ausgängen ma der art. daß Niemand in der Dunkelheit seinen Weg finden konnte. Niemand könne ihn überzeugen, daß die Leute ?uS einem solchen Platz herauskommen

tonnten. Die AuSgänge taugten nichts. eS waren zu wenige offen und die Leute konnten eben nicht heraus." 2 Stadträthe brachten Theile des Vorhangs nach dem Laden einer Asbest lesellschaft; die Stücke wurden zwar als Asbest, aber als solcher von gerin ger Qualität erklärt. Sie wollten einen billigen Vorhang und sie bekamen ihn", bemerkte der Clerk, Von früh Morgens bis spät Nachts waren die Räumlichkeiten der Leichenbeftatter und die Hospitäler be lagert ; in vielen Füllen sielen Frauen in C pnniacht, wenn sie das Leintuch von dem Antlitz eines Gesichtes hoben, in dem fie die Züge eines todten Kindes odea eines einst schönen jungm Mäd chenS entdeckten. Die traurigste Seite des gestrigen Unglück ist die Tödtung so dieler kleiner

Kinder ; alle Besucher der Morguen zeigten sich hiervon vor allem anderen ergriffen. Coroner Träger stellte Abends eine informelle Untersuchung bezüglich deS Brandes an. Der erste Zeuge war der

! Feuermehrmann deS Theaters, der das

Feuer bald nach dem Entstehen oe merkte, aber über den Ursprung nicht

Sicheres anzugeben vermag. Nach an deren Zeugen scheint die Mittheilung bestätigt, daß der Asbest Vorhang nur 1Y oder 15 Fuß hinabging; Leute auf der Bühne öffneten dann die zur Straße führende Thüre auf der Westseite und der starke Wind trieb die Flammen rapid zur Ausbreitung an. Nachstehende Todte aus Jndiana sind identificirt: Todte. Walter D. Austrian, Laporte ; Thomas I. Flannigan, Jndianapo liö ; Alice Kaufman, 5 Jahre alt, von Hammond ; Jack Pottlitzer, 10 Jahre alt von Lafayette; Frau Leo Wolf, Hammond. V e r l e tz te. liniert) Hensell. Petersburg. (5mory HermiS und Frau, PeterS bürg. Trauer Kundgebungen. Chicago, 31. Dez. Vom Prä sideuten traf heute folgende Depesche an den Bürgermeister Harrison ein : Mit dem gesummten amerikanischen Volke spreche ich durch Sie der inmohnrrschaft Ehicago'S mein tiefes Beileid an der furchtbaren Katastrophe aus, welche über fie hereingebrochen ist. Theodore Roosevelt." Washington, 8L Dez. g Staats Departement ging eine Bei leidS Depesche deS Londoner Lord mayorS, durch Botschafter Choate über mittels, ein ; dcr russische Botschafter Graf Cassini erschien selbst im Depar tement und drückte die Theilnahme semeS Kaisers dem amer. Volke gegen über in der Stunde seiner Heimsuchung aus. Hilfs Secretär Loomis sandte Dank Depeschen nach London und Petersburg. Vom englischen KönigSpaar trafen Sympathik'Depeschen durch den aus wärtigen Minister ein; im Namen sei ner Regierung und deS Reichskanzlers Bülom drückte Botschafter Sternburg Hirrn Loomi5 seine aufrichtige Theil nähme aus. Theilnahme des Au l a n d e S. .Wien, 31. Dez. Die Katastrophe zu Chicago erregt überall die höchste Sympathie, indem den Wienern der ÄtingtheaterBrand von 1881 noh un vergessen ist, wo viele Menschen um'S Leben kamen. Große Besorgniß gab sich in der amerikanischen Colonie kund, da viele Musikschüler, der zahlreichste Bestandtheil derselben, aus dem mittle ren Westen kommen. Bürgermeister Lueger hat dem Bürgermeister Harri son in Chicago im tarnen der Bürger sch'aft eine SympathleDepesche gesandt Cr wird in der nächsten Sitzung deS Stadtraths eine Bewilligung zu Gun sten der Cpfer beantragen, indem die Wiener stch dankbar an die Hilfe Ame rikaS beim Ringtheater-Brande erin nern. Berlin. 81. Dez. Die Abend blätter drücken ihr Entsetzen uud ihre Theilnahme anläßlich der Cataftrophe auS, die Cinzelheiten mit dem Wiener uud Pariser Theater-Brande verglei chend. Die Leitung der Feuermehr wird so fort eine Untersuchung der Schutz'Vor richtungen in den Theatern anstellen, um ein ähnliches Unglück zu verhüten. L o n d o n . 31. Dez. Sir JameS Ritchie, der Lordmayor, übermittelte durch die bessere Preffe eine Sympa thi?' Depesche . worin im Namen deS englischen NolkeS dem amerikanischen sein tiefes Beileid anläklick deS furch.

baren Menschen'VerlufteS ausspricht. Alle sonstigen Vorkommnisse von Be deutung traten heute in den Hinter gründ vor dem allgemeinen Entsetzen Über die Tragödie im Jroquois'Thea ter. Da die Theatersaison derzeit auf der Höhe ist. so las das Volk die Be. richte über daS Unglück mit ganz beson derer Theilnahme. Die Nachmittags blätter bringen SympathieArtikel über eine der schrecklichsten Cataftrophen ihrer Art in den letztin 100 Jahren", wie der Globe" sagte, hinzufügend: Cs ist schwer zu verstehen, wie die Be

hörden Chicago'S den Bau einer solch' gräßlichen Menschenfalle zulaffen konn ten." Einig für Roosevelt'S N o m i n a t i o n. N e w Y o r k , 31. Dez. Senator T, S. Platt .rkläcte beute in einem Interview mit dem Vertreter der Mail & Expreß", daß alle Führer des Staates für Präsident Roofevel's No mination feien. Der Senator hatte in dieser Woche mit einer Anzahl Führer conferirt, heute mit Gouverneur Odell.

K u t s ch e r . S t r e ! k. St. LouiS, 31. Dez. 300 Mit glicder der Kutscher.Äewertfchaft beschloßen morgen zu streiken. Sie der langen Lohn-Erhöhung und Bezahlung für Ueberzeit. C o r ? u p t i o n ü r e u n t e r A nklage. M i l w a u k e e, 31. Dez. Die Grandjury, w.'lche die Corruption in der StadtVerwaltung untersucht, er hob heute folgende Anklagen : Fred Heiden Jr., früher Jnspector deS BefferungshauseS; früherer Stadt rath ChaS. H. Havcnor, Er-Stadtrath Charles I. Jungman, Ex.Stadtrath Ch. Cooke. Stadträthe G. Meredith. W. Zimmerman und V. Jefion, Supervisor Albert C. Bade. Haftbefehle sind erlaffen. Streik gegen Office Ge b ü u d e. Chicago, 31. Dez. (egen 125 Office'Gebaude wurde he lte ein Ma schinisteN'Streit erklärt, darunter Ma sonic Temple, Schiller und die Ft. Dearborn Gebäude. Der Grund liegt in der Weigerung deS Verbandes der Geschäftsführer, die verlangte Lohn fcala von 3?z Cents die Stunde zu zahlen. Geschenke von P i u S X. Baltimore, Md., 31. Dez Cardinal Gibbor' erhielt soeben als NeujahrSGeschenk zwei Oel-PortrütS deS Papstes von diesem üdersandt. Heute Abend H Uhr sand ein Dank sagungS'GotteSdienft in der Cathedrale statt. Da Verhältniß ?zu C o l o m b i a. Washington, 3l. Tez. Alle Nachrichten an'S Staatsdepartement aus jüngster Zeit zeigen, daß die Ge fahr sineS feindlichen Zusammenstoßes mit Colombia nachläßt und leS wird hierdurch, in Verbindung mit der höf kicken Behandlung drs Gesandten Beaupre durch die colomb. Beamten aus seiner Heimreise, der Cindruck be ftätigt. daß keine zufriedenstellende Schlichtung aller Differenzen zwischen Amerika und Colombia in Aussicht zu nehmen ist.

sia f er Wl l,clm', Sunde. Berlin. 21. November. DeS Kaisers Lieblinge aus dem Hundegeschlecht sind schon seit einigen Jahren vier lichtbraune prächtige Teckel, welche die Namen Here", Dachs", Bella" und Liesel" führen. Sie sind in Potsdam beständig um den Monarchen und begleiten ihn auch des öfteren auf seinen Reisen. Von tadelloser Rasse, haben sie gar tluge Köpfchen, helle intelligente Augen und das liebenswürdigste Betragen. Hexe und Dachs sind ein Stammelternpaar, von ihnen stammt Bella nebst einer größeren Anzahl von Geschwistern, die als Geschenke an verschiedene Fürstlichleiten gewandert sind. Liesel ist einem anderen Stamm entsprossen. Von diesen vier Teckeln sind zwei, und zwar die letztgenannte und Hexe, augenblicklich im Hundezwinger von Schloß

Monbijou tn Potsdam um den Kaiser. Dieser Hundezwinger liegt in der äußersten südwestlichen Ecke des Parkes hart an der Spree und dich: bei den großen Gewächshäusern, die das Schloß mit Blumen und Blattpflanzen versorgen. Es ist ein massiv gebautes, einstöckiges Häuschen, an dessen Breitfeiten sich je ein geräumiger, vergitterter Tummelplatz für die Thiere anschließt. Thüren und Fenster des Häuschens sind dicht mit Epheu umspönnen, der bis hinauf auf das Dach geklettert ist. Das Haus enthält eine geräumige Stube und Küche mit Keller und vergitterte Jnnen,vinger, vor denen ein janger Gang entlang lauf!. Es ist mit Zentralheizung ausgestattet und behaglich wie eine menschliche Wohnung. Auf der.". Herd in der Küche wird für die Thiere das warme Essen zubereitet, das sie täglich erhalten. Reis und Fleisch Ihr Koch und Wrter ist der alie Thiedke, ihm untersteht ihre Pflege und Wartung; er kauft für sie ein und holt ihnen alle zwei Tage das F'eisch aus der Marktalle. Außerdem kommt häufig ein Leibjäaer des Kaisers, um nach dm Pfleglingen zu schauen. Im Wohnzimmer", wo die Badewanne der Hunde steht, schmücken allerlei Familienbilder" aus früheren Hundegenerationen die Wände. Man sieht auch das Bild von Dachs und Hexe mitten unter ihren Jungen. Wenn ein angepicktes Ei nicht zum Ausschlüpfen kommen will, kann man bei sehr vorsichtigem Vorgehen mit einem Federmesser langsam den Bruch der Schale vervollständigen, wobei jedoch sehr darauf zu achten ist, daß das Junge in keiner Weise verletzt wird und sofort unter die Alte gelegt werden muß.

Findige Frevler. schüsttmelhodett dr Hundedlebe tn U ontctif anif riic:i (SrofiftAMcu. Die Hundediebe, die mit dem Einfangen und Verkaufen kostbarer Rasse Hunde in New Dork und anderen großen Städten des amerikanischen Ostens ein sehr lukratives Geschäft betreiben, bedienen sich für ihr nichts weniger als einwandfreies Gewerbe eines sehr einfachen Mittels. Sie spekuliren auf die Vorliebe des Hundes für scharfe Gerüche und wissen die Thiere mit einem Taschentuche, das vorher in Anis-samen-oder Rhodium-Oel getaucht wurde, oder in das einige Spähne eines Pferdehufs genickelt sind, leicht und unauffällig an sich heranzulocken. Selbst ein von Mißtrauen erfüllter Hundebesitzer wird selten Verdacht schöpfen, wenn auf der Straße ein Fremder geschäftig an ihm vorübereilt und sein vierfüßiger Liebling dem Manne eine Strecke weit folgt. Ist aber der anscheinend harmlose Fremde erst um die Ecke verschwunden und gelang es dem Eigenthümer des Hundes nicht, diesen zurückzurufen, so irir er seinen treuen Freund aus der Tlier welt in den seltensten Fällen wieder sehen. Tie Hundediebe, die in den großen Städten als ganze Banden organisirt sind, geben auch sonst überaus schlau zu Werke. Ein gestohlener Hund wird niemals in der Stadt, in der er gefangen wurde, zum Verkauf gebracht. Er wird an einen Geschäftsfreund" in einen Nachbarort geschickt, der den Hund in den Handel bringt. Vorher muß sich der bedauernswerthe Vierfüßler aber gewöhnlich einer nichts weniger als angenehmn Procedur unterziehen, die sein Aeußeres total verändert. Ohren und Schwanz werden gestutzt, und mit Künstlerhand und Farbe wird sein Fell bearbeitet, bis sich der arme Kerl kaum selber wiedererkennen würde. Die geübtesten Roßtäuscher sind die reinen Waisenknaben im Vergleiche mit den Hundedieben und ihren smarten" Geschäftsmethoden. Aus einem weißen Pudel wird im Handumdrehen ein Aorkshire Terrier. das Haar ewes schwarzen Spitzes wird gebleicht,- und der weiße Spitz muß es sich gefallen lassen, fortan in einem dunklen Trauerkleide umherzulaufen. Bei diesen Manipulationen wird so sorgsam zu Werte gegangen, daß selbst Leute, die sich einbilden, Kenner zu sein, mit Leichtigkeit getäuscht werden. Tustseilb.chn. 3 Echet,r ttattion &ttn zur uWckhrt ach dem Httttttfotn planl Tie Bergschaften Grindel" und Scheidegg" im Grindelwaldttzale im Schweizer Kanton Bern haben kürzlich einen Vertrag mit einer Gesellschaft für die Errichtung einer Luftseilbahn nach der Glecksteinhütte auf dem 12,163 Fuß über dem Meeresspiegel sich erhebenden Wetterhorn angenommen, und der Gemeinderath von Grindelwald hat das Konzessionsgesuch der Gesellschaft der Behörde zur Genehmigung empfohlen. DieKonzessionsbewerberinist eine deutsche Gesellschaft; das Projekt sieht eine Luftfeilbahn vor nach dem System, das von Regierungsbaumeister a. D. Feldmann in Elberfeld erfunden worden ist. Die Wagen sollen nicht auf starrem Geleise, sondern an freischwebenden Führungsseilen durch irgend eine Antriebskraft. Elektrizität. Dampf. Wasser. Benzin, hinauf- und herabgezogen werden. Tie Kosten für eine derartige Anlage sind gering, der Betrieb ist billig und sicher, da der Wagen nicht an einem Seil, sondern an deren zwei hängt, was

die Gefahr eines Umkipvens vollständig beseitigt. Tie Thalstation kommt nate an das Gletscherende, etwa 600 Yards vom Hotel Wetterhorn" entfernt zu liegen, die Endstation des ersten Aufzuges an den unteren Rand des FelsLandes in den sogenannten Kehrwängen," 1070 ?)art5 hoch; von da an muß man zu Fuß auf gutem Weg zur Ausgangsstation des zweiten Aufzugs, der etwas steiler angelegt wird, als der erste, und der die Passagiere von lfis'O auf 2190 Jards hinaufseilt. Tie Endstalion kommt etwa 20 Minuten unterhalb der Glecksteinklubbütte zu liegen. die selbnvernändlich bald einem Glecksteinhotel" Platz machen muß. Polarbären auf einem Eisberg. Ein seltenes Reiseerlebniß hatten Passagiere und Mannschaft des Norddeutschen Lloyd-Dampfers Hannover," der dieser Tage in Baltimore, Md.. eintraf. In der Nähe der Neufundland-Bänke begegnete dem Schiff ein großer Eisberg, auf dem sich sechs riesige Polarbären munter umhertummelten. Tie Thiere waren von der Hannover" a is deutlich sichtbar und Kapitän Jacobs registrirte die merkwürdige Begegnung in seinem Logbuchs Wie die Bären auf ihr schwimmendes Quartier gelangten, erscheint räthselhaft. Sie gingen natürlich sicherem Verderben entgegen. Die größte Rübenzucker. Produktion war im Jahre 19Ü1 1902 zu verzeichnen; seitdem hat sie in Europa um ungefähr 1,000,000 Tonnen abgenommen, aber im verflossenen Jahre war sie erheblich größer als vor fünf Jahren. Als größter Baum der Welt wird ein Eukalyptus in Gippsland in der australischen Kolonie Viktoria bezeichnet, dessen Höhe man auf 462 Fuß bemaß.

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