Indiana Tribüne, Volume 27, Number 111, Indianapolis, Marion County, 31 December 1903 — Page 1
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Erscheint seden Namittag. Jahrgang 27. Indianapolis, Ind., Donnerstag, 31. Dezember ihoh No. 111. mmmmmmamlmmmmmmlmmmemmmm-'-
ff vs Ueber VieleHundertevon Leden vernichtet. Chicago, 30. Dez. Im Verlaufe von 10 Minuten kamen heute Nachmittag weit über 500 Personen im Jroquois Theater um's Leben, dem neuesten, größten, und soweit mensch' liche Macht dies bewerkstelligen kann, dem sichersten Theater Chicago's. Verhältnißmäßig Wenige der Unglücklichen sind verbrannt, viele durch Gas erstickt und ganze Schaaren wur den zu Tode getreten in der Panik, die dem wahnsinnigen Ansturm des er schreckten Publikums aus die Ausgänge folgte. Es wird viele Stunden neh men, bevor die Zahl der Todten genau gekannt, viele Tage, bis die Persönlich, keit aller festgestellt ist. Zu Dutzenden liegen die Leichen Abends bei den Leichenbeftattern, in den Polizeistationen und in den Hospitälern, theilweise mit völlig unkenntlichen Gesichtern durch die Fußtritte der Menge, in dem Kampfe um's Leben zertreten. Das Feuer brach aus im 2. Akte deö Stückes Herr Blaubart", der ersten dramatischen Darstellung, die in dem Theater seit seiner Errichtung gegeben wurde. Das sehr zahlreiche Theat-r Ensemble entkam sicher auf die Straße, fast alle waren genöthigt, im Bühnen Costüm zu fliehen. Eine ernste Ver letzung trug kein Mitglied der Theater. Gesellschaft davon. Die Berichte über die Entstehung des Brandes find widersprechend und keiner kenn als sicher gelten; die beste Erklä rung scheint darin zu liegen, daß ein elektriicher Draht in der Nähe einer Scenerie auf der Bühne plötzlich zerbrach und zu Boden siel. Die Catastrophe. Mit Windes-Eile dehnte sich das Feuer bis zur Mitte der Bühne aus und die Chormitglieder. die gerade agirten, flohen mit Cchreckensrufen nach den Seiten. Bis dahin war das Feuer noch nicht ernsthaft und hätte möglicherweise gehemmt werden kön nen, hätte der AsbeftVorhang nicht versagt. Sofort nach Entdeckung des Brandes rief der erste Komiker der Gesellschaft, E. Foy, man solle den Vorhang herab, lagen und dies geschah auch gleich. . Er kam zur Hälft: etwa herab und ging dann nicht weiter herunter. So erhielt das Feuer völlig freien Zutritt und der Wind, der von den geöffneten Vorderthüren des Theaters hereinblies, trug mächtig zur Ausbreitung bei. Die Flammen schössen durch die Oessnung über die Köpfe der Leute im Parterre und erreichten die auf dem ersten Bal kon Sitzenden, die auf ihren Sitzen verbrannten. Diesem Flammenmeer folgte unver züglich eine Erplosion, welche das ganze Dach des Theaters aus seinen Fugen hob, daS große Oberlicht in Fragmente zertrümmernd. Sobald die Flammen zuerst hinter dem Vorhange sich zeigten, rief ein Mann hinten im Saale Feuer", Feuer" und das gesammte Publikum erhob sich wie ein Mann und stürzte nach den Thüren. Die Explosion war. wie man glaubt, durch Berührung der Flammen mit den Gas.Reservoirs im Theater verursacht, die dadurch zum Bersten gebracht wurden. Nach dem Geschäftsführer deö Thea terS wäre kein einziges Leben verloren gewesen, falls die Leute ruhig auf den Sitzen geblieben wären und sich durch den Feuerruf nicht hätten erschrecken lassen.
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580 blühende Menschenleben vom Seuerdämon vernichtet.
In den Gängen, die sich den Thüren'. am nächsten befanden, spielten sich die furchtbarsten Scenen ab. In jeder denkbaren Haltung lagen die Leichen halb nackt und der Gesichts-Ausdruck ließ einigermaßen die Qualen ahnen, die ihrem Tode vorausgegangen sein müssen. Ganze Schaaren von Unglücklichen waren vorhanden, deren ganzes Gesicht von den Absätzen der über sie Weg stürmenden völlig zerstampft war. Bei einem Manne fehlte der obere Theil des Körpers gänzlich; er war von den Füßen Jener, die ihn zertreten, fortgeschleppt und höchstens die Farbe der unteren Kleidungsstücke vermag den Freunden einen Anhaltspunkt zu geben, wer der Verstorbene war. Das Theater war erst kürzlich gebaut und noch nicht völlig eingerichtet; leider fehlten auch noch die hinteren Feuerleitern des Gebäudes. Als die Panik den höchsten Grad erreicht, eilte eine Anzahl Frauen nach diesen FeuerL eitern, nur um auf der kleinen eisernen Platform zu finden, daß der Boden 30 bis 50 Fuß entfernt, ein Brand hinter ihnen und vorne keine Nettungsmöglichkett war. Bald war der Andrang hier so furchtbar, daß er. schreckte FrauenHaufen unter wildem Geschrei unter sich kämvften und sich gegenseitig - gleich Wahnsinnige in Stücke rissen. Doch währte dies nur kurz. Der Ansturm vom Inneren war so heftig, daß Viele in die Gasse unten hinabstürzten. Andere auch selbst von der -Plattform sprangen, wobei sie Arm- und Beinbrüche erlitten; zwei wurden auf der Stelle getödtet. Da keine Leiter zur Stelle war, so wurde aus Brettern in aller Eile eine Brücke construirt; bevor das aber geschehen war, blieben nur Wenige übrig, die sie benutzen konnten, und die Mehrzahl war bereits in die Gasse hinabgestoßen. Immerhin dürften zwei Dutzend auf diese Weise gerettet worden sein. Relativ geringe Mühe hatten die Mitglieder der Theatergesellschaft, die Straße zu gewinnen, wenn auch ihre Lage einen Augenblick lang sehr kri tisch war. Die Wegschaff nngderOpfer. DaS Gebäude, worin das Unglück geschah, steht in der Mitte zwischen State und Dearborn Str., an der Nordseite von Randolph Str. Die Polizei erhielt Anweisung. Niemand in die Randolph Str. zu lassen, aber in manchen Fällen kam es vor, daß Leute unter der erregten Meng?, die Angehörige im Tbeater hatten, die Polizi sten aus Wuth über die Verhinderung am Vorwärtskommen mit den Fäusten in's Gesicht schlugen und in manchen Fällen wurden die Linien durchbrochen, wobei viele bei der Rettung der Verletzten und HerauSschassung der Todten heroische Dienste leisteten. Darunter befand sich Stadtrath Thompson; auch der erste Berichterstatter, der auf dem Platze eintraf, trug viele Todte und Verletzte hinaus. Der volle Umfang der Catastrophe wurde erst bekannt, als ein Feuerwehrmann und Berichterstatter die zum Balkon führende Treppe betraten. Der Chef des Feuerwehr - Departements wurde sofort benachrichtigt, daß auf dem Balkon die Leichen hoch gethürmt lagen und das RettungSwerk durch die Feuerwehr begann sofort. Da natür lich alle Lichter im Theater erloschen waren, so konnte erst etwas erreicht werden, nachdem Laternen beschafft waren.
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SchreLens-Seenen in, Jroquois-Theater.
Ueber 200 wurden rasch in's Gebäude : gebracht; über eine Stunde ging sodann das Hinausschaffen der Leichen und Verwundeten sort. Alle wurden in das angrenzende Thompson Restaurant gebracht. Die vorhandenen Patrolwagen und Ambulanzen waren völlig unzureichend, um die Todten in kurzer Zeit fortzubringen, so daß Lastmagen aller Art herangezogen werden mußten, welche die Leichen, in kostbare Decken aus den naheliegenden Weißzeug-Geschäften gehüllt, fortsührten. Kaufleute und Apothecken der Nachbarschaft entsprachen den Bedürfnissen deö Augenblicks in bereitwilligster Weise. Aerzte und Pflegerinnen waren in einer halben Stunde zur Stelle, nach' dem der Umfang des Unglücks bekannt war und jeder aus dem Gebäude gebrachte Verwundete erhielt sofortige ärztliche Hilfe. Der Andrang zu den 5 Morguen der Stadt war ungeheuer. Es war un möglich die erregten Volksmassen bei Besichtigung der Todten in Linie zu halten. In der County-Morgue tonnte unter 19 Leichen nur eine identisicirt werden. Wunderdare Rettung. Eine der wunderbaren Rettungen bei dem Unglücke wurde Frln. Charlotte glamandon nebst verschiedenen Freunbinnen zu Theil. Frln. Flamandon war die erste ihrer Gesellschaft, welche die Flammen, wie sie der Vorhang Spitze entlang züngelten, bemerkte; sie gibt folgende Schilderung: Ich sah kleine Mädchen und Knaben auf den Orchestersitzen, wie sie auf das langsame Vorwärtsbewegen der Feuerlinie deuteten. Zuerst erschien ein Theater-Arbeiter aus der Bühne und bat das Publikum sich ruhig auf den Sitzen zu verhalten, da keine Gefahr vorhanden sei. Eddie Foy eilte dann vor die Rampe und gebot Ruhe, versichernd, daß in diesem Falle keine Gefahr vorhanden sei. Der Vorhang brannte indeß immer noch und Theile der brennenden Behänge fielen in die Orchester-Sitze hinab. Ich sah über das Publikum und bemerkte die große Zahl der anwesenden Kinder. Ich bemerkte ihr Antlitz mit Interesse gefüllt, die Augen weit offen, wie sie den brennenden Vor hang beobachteten. In eben diesem Augenblick erhob sich das Publikum auf dem Balkon und drängte sich vor, um einen besseren Ueberblick über das Feuer zu gewinnen. Abermals eilte Eddie Foy in die Mitte der Menge und machte mit den Armen Bewegungen, welche die Leute zum Sitzenbleiben aufforderten. In diesem Moment rief eine Frau auf einem Hinteren Platze Feuer; alle Frauen und Kinder erhoben sich mit dem Ausdruck unbeschreiblichen Entsetzens. In dem nächsten Augenblick herrschte ein verwirrender Lärm, als das Publikum wahnsinnig vor Angst der drshenden Gefahr zu entrinnen suchte. Auf der Bühne wandten sich die Choristinnen, die wegen ihrer Geistesgegenwart meine Bewunderung erregt, zu? Flucht; viele wurden aber ohnmächtig, bevor sie einen Schritt zu machen vermochten. Verschiedene stürzten zu Boden und wurden von Arbeitern von der Bühne ge tragen. Frl. Elmore war die erste, welche unsere Loge verließ. Bald entstand ein wilder Aufruhr und dieFlammen schos sen über daS Parkett, bis sie die vorderen Mauern deS Baues selbst zu
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erreichen schienen. Es waren blos wenige Männer unter dem Publikum; ich sah aber VerschiedeneKinder undFrauenbeiSeite stoßen, als sie Rasenden gleich um Gewinnung der Ausgänge kämpften. Ich sah kleine Kinder zertreten, vonl denen sich Keines wieder erhob. Die Scene auf dem Balkon übersteigt meine Darstellungskraft. Ein unentwirrbarer Knäuel menschlicher Wesen, von denen Jedes gegen ein Anderes kämpfte. Die Zugänge zu den Feuerleitern waren gesperrt und die hinten Kommenden drängten mit aller Wucht gegen die, welche der Thüre zunächst standen. Die Schnelligkeit, mit der die Flammen vordrangen, spottet jeder Beschreibung. Als Frln. Elmore aus der Loge auf den Gang sprang, war die Bühne ein Flammenmeer. Als ich zum Gange eilte, rannte ein Mann mich zu Boden. Ich war so schwach, daß ich in einen der Orchester-Sitze sank und nachher erinnere ich mich kaum mehr an irgend etwas. Irgendwie habe ich den Haupt ausgang erreicht ..." Einer Erklärung der Theaterleitung zufoge soll der Brand durch das Zerspringen eines Calcium-Beleuchtungs Apparates, nicht durch einen elektrischen Draht, mtstanden sein, doch wird dieser Darstellung von vielen Leuten wider sprochen. Der Hauptverlust am Leben war auf dem:ersten und zweiten Rang; im Parterre sollen die Meisten mit nur geringen Verletznngen entkommen sein. Erster und zweiter Balkon fassen etwa 900 Personen. Glücklich davongekommen. Frau Wm. Müller befand sich mit ihren zwei kleinen Kindern im Theater. Als das Feuer ausbrach, versuchte sie, mit den Kindern an der Hand, den Ausgang zu gewinnen. Als sie die Thür gerade erreicht hatte, wurde sie von anderen Andrängenden zu Boden geworfen und unter die Füße getreten. Erst im Samariter-Hospitale erlangte sie ihre Besinnung wieder. Ihre erste Frage galt ihren Kindern. Im selben Augenblick wurde eines derselben, schwer verbrannt, in's Hospital gebracht. Das andere Kind war unverletzt. Nachsiebend die Todtenliste des Thea terPublikumö: Todte. Thomas I. Flannagan, 6292 College Ave., Indianapolis, Ind.: Frau M. A. Henry; Rose K. Rogers;H. P Moore; C. L. Cooper; May Gurnan; E. Moses, H. W. Williams; H. Regenb?rg; Ella Linden. C. W. Forbush, Frau und Kinder; Anna Sterling: Florine, die deutsche Trapezkünstlerin; Frau Cavanaugh; Louise Puchray; Mary Walsh, 15 Jahre; Frau JamesZD. Maloney: Frl. Spencer; Ethel Jonas, Tochter von P. Jonas. Frau King, Gattin von John C. King. Lillian Phillipson, 6 Jahre. Knabe, 17 Jahre, aus Lasayette, Ind. Frau Foreman. Frau F. A. Morrill; Frau A. Sullivan; Frau Minwegen; Frl. Edith Norton, von Ontonagzn, Mich.; Frau Harbaugh; W. W. Hooper, Kenosha, Wis.; 5 Kinder von H. S. Van In gen, von Kenosha; Frau John Min wegan; C. W. Turbush u. ganze Famille; Mildred Merriam, 3 Jahre alt, vom Vater gerettet, starb vor Schreck. I. S. Johnson, starb im Hospital; E. Jones, starb im Hospital; Wm.M. Rex, Advokat, Wakeman, Jllö.; Hoyt
berbreitet
For, iu der Morgue; Frau L. Vutler, in der Morgue; S. Wardman, in der Morgue; Edmund Morton, Agent der Wagner'schen Electric Mfg. Co., St. Louis; I. A. Kockems. Frau Stern; H. Donaldson, Adresse unbekannt; Rev. George Howard Srudley, Pastor der All Strangers Church; Frl. I. H. Dodd von Delaware, O.; war auf Besuch bei Freunden in Wheaton, Jllns.; Frau Patrick P. O'Donnell, Frau des Präsidenten von O'Donnell & Duer Brewing Co.; Frau Bessie Klinger; Otto Wattman; R. H. Coults; Edith Norton; Relne McCaughan mit sieben Schulmädchen auf dem Balkon. Bernice Ballev; A. M. Mandel; C. A. Winslow, Geschäftsreisender von Three Rivers, Minn.; Donald Wells, Name i m Taschentuch; Burr Scott; Fornetta Peterson; Harvey Kieley, St. Louis; Thomas Coutell; Emperly Hall. Robert Martin, jüngste Sohn des Principals der Pullman Schule; John Van Ingen, Kenosha, Wis.; Walter Bessinger, Margaret Buerman, Frau Leo Wolff, Hammond, Ind.; Alice Kauöman, Helen Howard, Helen Cooper. A. E. Gould. Vermißte. William GaunsuluS, Neffe von Dr. F. W. GaunsuluS; Cdna May Swist, Tochter von L. A. Swift; Frau Arthur Bergch und Sohn; Frau Henry G. Foreman, Frau des Präsidenten des County Board; Frau K. Stark, Des Moines, Ja.; Frau O. I. Tuthill, Des MoineS, Ja.; Frau M. FrederickS; Anna Olfon. Hortenfe Lang, 16 Jahre; Irene Lang, 11 Jahre, Schwester der Vor! gen, deren Mutter gerettet; Frl. Abbie Raymer, Tochter des Alderman Ray mer; E. A. Wilson; Frau W. T. Marsh; Frl. Gladys Straiton, Alpena, Mich.; Louis Bushnell. Frl. Jennie French. Kirkville, Mo.; Frl. Datly Reid; Frl. Reid; Rev. Richardson, 22 Jahre; Frau Thomas A. Cantwell, Mutter des Rechtsanwalt Robert Cantwell; Frau Hnll und drei Kinder; Frl. Minnie Overlock. von Virginia, Gast von Frau A. L. Thomas; Remington Thomas; 12 Kinder 'im Alter von 13 bis 19 Jahre, Gäste von I. C. Sanborn, 833 Walnut Str.; 75 uniden tificirte Todte in Ralston Morgue. Schwer Verletzte. Nellie Stranger; Frau L. A. Nolms; Frau Lena Müller; Helene Müller; Frau Wm. Müller; Cora Fartcher; C. C. Berry; James Schneider; Adolph Weber; Alma Linschusky; Frl. C. H. Peir, ernstlich; W. Reinhart; Frl. Muyre. ernstlich: S. A. Muyre und Frau; Ralph Comper; L. E. Reid; I. Everett; Frau Geo. Everett; Wm. Swick; Frau JameS Henning; Frau D. Zely. William Patten; Frau C. Kimball; Susan Bchl, 16 Jahre; Jessie Phelin; Margaret Buehrman; Richard Emelang; Frau M. Lehman; Frau Francis Lehman; Frl. Carrie Anderson; Frau Mabel Midmillan, Fred Crawford und William Patterson; Wini fred Lidzay, 17 Jahre; Anna TubbS, Tochter von ChaS. TubbS, Supt Western Union Telegraph Co.; Emma TubbS, Mutter von Anna TubbS; Elizabeth Trowbridge, 26. Str. un Calumet Ave.; EmmettKingsley, 2752 Nord Pauline Str.; Fred Kingsley. ihr Sohn; Warren E. Morgan, 1496 Webster Ave.; Frl. Marcella Morgan, Detroit, Mich.; M. A. Merriam; Eester Doty, 7 Jahre; Verdio Clark, Frau Henry Miller, Ontonagon, Mich.
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vrt e 1t wixv Orville Radthka 1917 Artestian Ave., gefährlich verbrannt; Frau Helen Pilash, 34 Humbold Boulevard; Frau A. Bressen; Felix und Jesse Guerriera, zwei Kinder; Frau Emma Lang. 584 45. Straße, verlor zwei Töchter, Hortense 16 und Irene 11, wahrscheinlich todt. Herman Deil, 266 Division Str.. beide Hände verbrannt; Frau Wia wall, 4466 Oakenwald Ave., gefährUch verbrannt; Wm. McLaughlin, Neffe von Dr. Gunsaulus, schwer ver letzt; Frau Malian, Dunninq, Jll.; Frau C. KramS, Racine, Wisc., schwer verbrannt. Hazel Brown; Frau Balley; Frau McKenna und Sohn; Belle Prinney; Florence Hutchins; Waukegan, Jll.; Mary und Barbaro Gartz, Kinder von A. F. Gartz und deren Kindermädchen: Frau Frank Berg, Sohn Victor und Töchter Olga und Rofalin; Frau John Guthardt und Tochter Eliza; Frau Kzvanagh; Frau M. Reiß und 2 Kinder, Frau Rose Bloom. Pittsbu rg, 50. Dez. B. H. Marshall, der junge Chicagoer Architekt, der die Pläne zum Jroquois Theater entwarf, ist Abends nach Hause ge-. reist, vo.i der Nachricht zu Boden geschmettert. Er erklärt, da Theater sei nach den modernsten Linien erbaut, mit 27 doppelten Feuerleitern, allein Holz wurde beimBau verwandt und, so lange dies geschehe, lasse sich kein feuersicheres Gebäude herstellen. In der Morgue von Ralston allein befinden sich 75 unerkannte Todte. In unsererTodtenliste befinden sich nur diejenigen Namen, bei denen die Identität bestimmt festgestellt werden konnte. Befürchtungen. Frank M. Ketcham, von 1023 Tecomseh Str., befürchtet, daß feine Tochter Julie, welche sich zur Zeit in Chicago zum Besuch aushält, ein Opfer der Catastrophe geworden ist. Dieselben Befürchtungen hegt auch Hermann Muir, 230 Ost New York Str., betreffs seiner Schwester Estella und seines Bruders Samuel, weil ein Name Muir" in der Liste der Todten steht. Die Anzahl der Todten n o ch n i ch t b e k a n.nt. Chicago, 31. Dezbr. Ueber die Anzahl der bei der entsetzlichen Catastrophe iim's Leben gekommenen Personen ist noch nichts genaues bekannt. Der Coroner aber ist nach wie vor der Ansicht, daß dieselbe über 700 beträgt. Bis heute Mittag waren bereits 591 Leichen aus dem Theater geholt und da aller Wahrscheinlichkeit nach noch in den Räumen über der Bühne und auf den Gallerien. welche noch nicht ordentlich durchsucht worden sind, Menschen um's Leben gekommen sein werden, so ist zu befürchten, daß der Coroner mit seiner Behauptung Recht behalten wird. v 100 Personen sollen schwer, 300 weniger erheblich verletzt worden sein. Im Ganzen befanden sich zur Zeit, als das Feuer ausbrach, etwa 2000 Personen im Theater, von welchen' 1740 Sitze hatten. Die größte Anzahl war von Kindern oder von jungen Leu ten, Studirenden, eingenommen, welche zur Zeit noch Ferien haben. DaS Verhältniß der im Theater anwesenden Zuschauer stellte sich etwa wie folgt: 1 Mann zu 10 Frauen und Kindern, 1 Frau zu 4 Kindern. Namentlich waren viele junge Mädchen anwesend. (Schluß auf der 5. Seite.)
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