Indiana Tribüne, Volume 27, Number 109, Indianapolis, Marion County, 29 December 1903 — Page 5
Indianer Tribüne, 2tt. Deznber 1903.
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TaZ ehrlichste Spiel. Elizze aus dem 2uniöiig. Von Karl Lahm T'aris. Der Boulogner Expreß verließ gerade den Pariser Nordbahnhof. DaZ übliche elegante Publikum, das die großstädtische Hitze gern mit der Meereskühle vertauscht, Bankiers und Industrielle, die nach mehrstündiger Fahrt sich eine kurze Erholungspause im Strandhaus der Familie gönnen, Gentlemen mit englischem Anstrich, die zwischen zwei Rennen in Longchamp und Auteuil abwechslungshalber ihr Geld mit den kleinen Pferden" im Kasino bei frischer Meerbrise verlieren gehen, Damen einer sehr gewissen Eleganz, die aus Erfahrung Bolougne all ein treffliches Operationsfeld kennen dieses Publikum des vornehmen gcsellschaftlichen Frikassees installirte sich mit seinen juchtledernen Handtaschen in den rollenden Salons Luxuszugs. Das Monokle im Auge flanirte ein sehr distinguirt ausschauender Herr durch die Durchgangswagen. Er war etwa dreißig Jahre alt, trug ein fein gebranntes Schnurrbärtchen, und sein grauer Reiseanzug duftete nach der neuesten Parfümcreation. Anscheinend gelangweilt, schob er die Reisemütze zurück und zupfte an den schwarzgrauen Handschuhen, als er im Speisewagen angelangt war er suchte wohl nach einem Platz, von dem aus sich irgend eine Reisebekanntschaft anknüpfen ließe. An einem der Tisch- ' chen entdeckte er einen Herrn, der in seinem Aeußeren ihm beinah auf's Haar glich, nur war dessen ebenso fein bis in den Nacken gescheiteltes Haar etwas melierter. Dieser Herr sah genab so gelangweilt wie der Ankömm ling um sich und erleichterte dem Jüngeren mit einem beinah ermunternden Blick seinen Wunsch, sich zu ihm an das Tischchen zu setzen. Sie gestatten?" Mit Vergnügen." Und so installirte sich der jüngere Dandy dem älteren gegenüber. Sie sireckten beide ihre mit fein angemessenem, gelbem Kalbleder beschuhten langen Füße weit in den teppichbelegten Gang hinaus und zupften an den Bügelfalten kokett die Beinkleider etwas in die Höhe, so daß man bei beiden gleichzeitig die goldene Kette um das Handgelenk sehen konnte; ihre studirten Gesten waren gleich. Nur die Herren selbst schienen nicht zu bemerken, daß sie wie zwei nur im Alter merklich verschiedene Brüder aussahen. Verzweifelt warm," meinte der Aeltere. Schrecklich," hauchte der Jüngere. Dabei fächelte sich der Erste mit einem rothseidenen Tüchlein Kühlung, der Zweite bestäubte sich aus einem ""-sitöernen - Vaporisateur mit einem Srühregen von Eau de Cologne das Gesicht. Sie lächelten beide über so viel Vollkommenheit im Taschenneceäaire. Der mnitre d'liotel des Luxuszugs unterbrach die Präliminarien ihrer Reisebekanntschaft mit der Frage, ob die Herrschaften sogleich zu speisen wünschten; und beide bejahten. Rasch füllte sich der Speisewagen; an allen Tischchen saßen edelsteingeschmückte Damen und beleibte Herren, .während mehrere Kellner die Kuverte richteten. Ein vornehmes Gedeck; kkine' Blumensträuße in Kristallväschen, hübsch gefaltete Servietten aus blinkendem Damast, reich ziselirtes Silberzeug und geschliffene Gläser und Karafffen. Das wandelnde Palastrestaurant. Während über der vorüberhastenden Landschaft draußen die Nacht niedersank, blitzten hier die elektrischen Lampen auf. und etwa eine Stunde lang und mehr fesselte der Koch des Expreß die Aufmerksamkeit der Reisenden. Ucöerall festigte das prachtvolle Menü die neuesten Bekanntschaften an den Tischchen. Auch unsere beiden Kavalliere waren vertraulich geworden und tranken aus der gleichen Flasche sparklinjj. Sie hatten den gleichen Geschmack und Waren auf die gleiche Marke verfallen. Dieser Champagner hat heute alle Faveurs in den Clubs," meinte der eine. Ab natürlich," versetzte der andere. er ist Favorit des liighlife." Es stellte sich nach dem Dessert heraus, daß ihr Geschmack sich selbst in den Cigarren deckte; sie hatten beide die gleichen Imports in ihren goldenen, brillantinkrustirten Etuis. Die Kuverte wurden abgeräumt, und man ging zur intimeren UnterHaltung über, wie sie eine angenehme Digestion erheischt. Man fühlte sich politisch auf den Zahn erzählte sich kleine Schnurren und gestand sich seine faibles." Die beiden Gentlemen hatten sogar das gleiche faible." Sie waren unstreitig verwandte Natu?en. Sie spielten gerne Karten, und da sie beide warfen dies mit vornehmer Lässigkeit ganz nebenbei hin dank ihres reichen Mittel sich keinen Zwang aufzuerlegen hatten, mit hohem Einsatz. i Wenn ich tausend Franken gewinne oder verliere." meinte der Jüngere, weiß der Himmel, es kann mich so gleichgültig lassen, wie wenn sich ein Bauernmädel an der Mauer meines Schloßbesitzes in Burgund eine Rose maust. Aber der Mammon hat den Teufel in sich; er prickelt in den Nerven, wenn man das Gold rollen sieht. Und da ich mir diese Zerstreuung er Iauben kann, ohne mich zu ruiniren. was sollte mich abhalten, mich ihr hin-
zugeben.
Es geht Ihnen da wie mir," versicherte der Aeltere, sichtlich erfreut. Da gibt es nun Leute in unserer exceptionellen gesellschaftlichen Lage, in der drei oder auch vier Nullen auf dem Check nicht die mindeste Rolle spielen, die es nicht begreifen wollen, daß das Spiel wirklich einm wirklichen Reiz ausübt und die von sündiger Leidenschaft" reden, das heißt, in das allgemeine sociale Nothhorn einblasen. Lachhaft! Als ob es nicht völlig gleichgültig wäre, die blauen Scheine für einen Hengst mehr im Stall und für ein Perlenhalsband zum Teufel zu jagen oder sie im Spiel in Umlauf zu setzen. Die Leute aus unseren Kreisen, die das Spiel verurtheilen, verurtheilen es blos, weil sie es noch nicht versucht. Es ist beinah der einzige Sport, der uns über die Langweile und Oede dieses Lebens wegzuhelfen vermag. Ist das nicht auch Ihre Meinung?" Des Jüngeren Augen strahlten, als habe man aus der Seele gesprochen, und er erwiderte: Ganz Ihrer Meinuna. Herr . . . Herr . . .?" Graf Le Vaillant de la Courelle." stellte sich der mit einem Fragezeichen Angeredete vor. Baron Hamard," nannte sich nun auch der Zweite, die Bekanntschaft also förmlich besiegelnd. Sie verbeugten sich beide leicht. Der Graf klemmte sein Monokle in's Auge und schlug vor: Nun. wie wäre es, wenn wir den Rest der Reise nach der so herrlich dokumentirten beiderseitigen Liebe für die Pikdame und das Herzaß mit einem ungefährlichen Turnier verkürzten?" Das wäre eine ganz prächtige Idee!" versicherte der Baron, dessen innerste Wünsche so einer leichten Befriedigung entgegengingen. Wir könnten uns ein Kartenspiel vom Groom geben lassen." warf der Tapfere vom Thürmchen" hin. Unnöthig ich habe ein Spiel in der Tasche." meinte lässig der Baron und griff in die Seitentasche seines veston. Ah." gähnte mit einer leichten Falte des Unzusriedenseins auf der Stirn der Graf, da erinnern Sie mich, daß ich ja selbst ein Spiel in die Tasche steckte, in der Hoffnung, einen Partner auf der Reise zu finden. So können wir mit meinen Karten spielen." Warum nicht mit den meinen?" beharrte gleichgültig der Baron. Die meinen sind ganz neu." Ein Grund mehr, mit den meinen zu spielen, denn ich liebe ganz und gar nicht neue Spiele. Wie nur eine argerauchte Schaumpseife schmeckt, so liebe ich ein handliches angespieltes" Kartenspiel." . Weshalb der Jüngere unruhig auf seinem Sitz hin- und herglitt, wußte sich der Graf nicht zu erklären. War es, weil sie zum erstenmal an diesem Abend in einer Kleinigkeit verschiededener Meinung waren? Eine sonderbare Laune, sich ungehalten zu zeigen wegen eines Kartenspiels! Jedenfalls erklärte der Baron entschieden: Ich spiele niemals im Club, wenn mir nicht jedesmal ein neues Spiel Karten gereicht wird, und da ich diese Gewöhnheit habe, verzichte ich lieber auf das Spiel, als mit anderen Karten, denn mit neuen zu beginnen." Er sagte das sehr höflich, aber so energisch, daß der Graf merkte, es war definitiv." Darum fügte er sich, aber nicht ohne dem Baron zu erkennen zu aeben, daß er ungehalten war, als der Aeltere der Laune des anderen willfahren zu mllssen. Sie spielten also mit den neuen Karten des Barons, der das erste Mal austheilte, wobei sie sich wie nebenbei einigten, daß es sich um einen simplen Louisdor handle. Kaum hatte jedoch der Graf seinen ersten Kartenfächer in der Hand, als seine Miene sich wieder aufklärte und sogar ein andauerndes Schmunzeln über sein Gesicht lief. Er schien einen Augenblick einen Lachkrampf zu verbeißen. Wie ausgezeichnet mußten die Karten sein, die ihm der Baron gegeben! Der sah gleichgültig, beinah mitleidig auf den Grafen, der als routinirter Spieler wirklich seine Emotionen besser hätte verbergen sollen. Den ersten Gang verlor der Baron denn auch glänzend. Dann theilte der Graf aus.und der Baron verlor weiter, während sein Gesicht erst den Anschein der Gleichgültigkeit aufgab, dann länger und immer länger wurde. In sein kleines Taschennotizbuch notirte der Graf Louisdor auf Louisdor. Das verlief so glatt wie die Reise aus diesen wunderbar federnden Wagen des Luxuszugs. Der Baron Hamard wurde immer nervöser. Er versenkte sich mit einem Eifer in das Spiel, als wolle er die Karten mit seinen Blicken durchbohren. Neunhundcrtttndachtzig Franken!" rief der Graf in anscheinend bester Laune. Hierzu wieder zwanzig macht hundert, heißt tausend! Wollen Sie mir den ersten blauen Lappen herüberreichen?" Der andere wischte sich verzweifelt mit dem seidenen Tüchlein die perlenden Tropfen von der Stirn. Der Spielteufel mußte wirklich sein NerVensystem gewaltig . angreifen. Denn er athmete hastig, und seine Augen rollten unstet im Kopf. Wir regeln nachher," schnarrte er mit heiserer Stimme. Spielen wir weiter!" Spielen wir weiter," erklärte der Graf heiter und mischte die Karten. Die .schwarze Serie" setzte sich auf
Seiten des Barons fort, der zu einem höheren Einsatz aufforderte. Sie spielten um hundert Franken. Und mit fieberhafter Eile folgten sich die Touren. Da hatte der Baron fünftausend Franken verloren! Seine Ueberreiztheit überschritt die Grenzen, und er warf die Karten auf den Tisch, zwischen den Zähnen knirschend: Das geht mit dem Teufel zu!" Comment donc!" versetzte der Graf kalt. Bewahren Sie doch die eoiivecances", mein Bester. Ich habe eben Glück." Glück!? Betrug ist es." zischelte der Jüngere ihm in's Gesicht. Betrug. Was wagen Sie zu sagen?" fuhr der Graf halb auf. Sie vergessen sich! Auf wessen Seite soll derBetrug liegen? Etwa auf der meinen? Jedesmal, wenn Sie mischten, neigten sich die Chancen leise Ihnen zu. Und ich sagte nichts. Es konnte Zufall sein, obwohl wir mit Karten spielten, für deren Verwendung Sie sich so sehr in's Zeug legten." Der Baron wurde blaß und wagte nik)ts zu antworten. War es die Wuth, die ihm die Kehle zuschnürte? Auf jeden Fall werden Sie mir die verlorenen fünftausend Franken sogleich auszahlen denn daß ich mit Ihnen nach solchen Bemerkungen nicht weiter spielen werde, dürften Sie verstehen," schloß der Aeltere, die Stimme dämpfend, um nicht die Aufmerksamkeit im Wagen zu erregen. Hamard saß wie gelähmt da. Ich werde Ihnen in Boulogne morgen die Summe in's Hotel schicken lassen," stotterte er endlich. Ich beharre bei der sofortigen Regelung." erklärte de la Tourelle bestimmt. Und wenn ich die Summe nicht bei mir trage?" antwortete der andere, sein Gleichgewicht einigermaßen wiederfindend. Was? Nicht einmal fünftausend Franken?!" rief der Graf aus. Geben Sie immerhin, was Sie haben, und den Rest als Check." Ich lasse mich nicht derartig behandeln, mein Herr!" erwiderte der Baron hochmüthig. Für wen halten Sie mich!" Für einen Rastaquero!" gab der Graf mit einem eisigen Lächeln dem Gespräch eine Wendung. Für einen Erzspitzbuben. Für einen Bauernfänger, der mit punktirten Karten reist!" Und triumphirend wies er auf allerlei Spuren hin, die zweifellos künstliches Markiren des Kartenspiels verriethen. Ich weiß nicht, was Sie sagen wollen," stammelte der Varon. Wenn die Karten markirt sind, war ich es jedenfalls nicht, der sie markirte ich hatte keine Ahnung."' Zahlen Sie sofort. " was ' Sie an Geld bei sich tragen andernfalls werde ich die Polizei in Boulogne untersuchen lassen, ob Sie wußten, daß diese Karten gezeichnet sind, oder nicht. Auch ob Sie das Recht haben, sich Varon zu nennen! Zahlen Sie?" Leichenblaß und verzweifelt stotterte der Jnquisitionirte: Ich habe keine hundert Franken bei mir." Ausgezeichnet das!" der Graf weidete sich an der Furcht des anderen. Nun sind Sie einmal in die Patsche gegangen, mein Herr Raubritter, nicht wahr? Und wäre ich nicht ein so gutmüthiges Thierchen, ich ließe Sie wahrhaftig für einige Jahre in Pension von irgendeinem Gefängnißwärter nehmen. Aber Sie sind ein intelligenter Bursche, und auf die eine oder auf die andere Weise Sie haben mir die Zeit vertrieben. Zudem haben Sie mir kein Geld abgenommen ..." Ja. das ist's, was ich nicht ver stehe," unterbrach ihn der Aermste, aus seiner krassen Furcht wie erlöst. Wie war es möglich, daß ich nicht gewann, der ich die Karten kannte?" Mein Junge, es gibt Dinge, die über unseren Verstand gehen," versetzte der Aeltere philosophisch. Und um Ihnen ganz und gar meine Gutmüthigkeit aufzudecken, will ich Ihnen Gelegenheit geben, einmal ehrlich zu spielen; vielleicht machen Sie sich auf diese Weise ein kleines Gewinnstchen." Und er griff in die Tasche und zog nun sein Kartenspiel hervor, mischte und gab dem Jüngeren. Der hatte nicht lange den Kartenfächer in Händen, als er herausplatzte und rief: Aber träume ich denn, oder wache ich? Ihre Karten sind ja auch markirt und mit genau denselben Zeichen wie die meinen! Zum Teufel am Ende sind wir von der gleichen Bande!" Der Graf" lächelte fein. Ich glaube auch, daß Niemand anders als der alte Häuptling Marchand in der Rue des Abbesses, der gelegentlich Brillantenringe unterzubringen weiß, Ihnen die Tricks gegeben hat, wofür Sie ihm vom Vruttogeschäft sehr regelmäßig fünf Prozent abliefern?!" Ja er muß wohl unser beider Meister sein!" meinte der jüngere Gentleman vergnügt. Die Karten stammen aus seiner Fabrik." , Er wird sich halbtodt lachen, wenn er hört, daß zwei der Seinen aufeinandergerathen," scherzte La Tourelle. . Und mich für einen Dummkopf erklären." versetzte Hamard, denn ich habe bis zum Ende nicht gemerkt, was vorging." Er wird Sie nicht für einen Dummkopf hallen!" versicherte der .Graf." Ich werde . ihm im Gegen-
theil Ihr Lob singen. Sie sind für Ihr Alter äußerst geschickt." Sehr geschmeichelt!" verneigte sich der Baron" erröthend. Aber Sie haben mich in der Geschicklichkeit bedeutend geschlagen." Wenn man zehn Jahre Dienst mehr hat!" warf der andere achselzuckend ein, da wird man routinirt im Spiel und Falschspiel." Der Baron" lachte und versicherte: Ein falscheres Spiel als das unsrige soeben war wohl noch nicht da!" Ein falscheres Spiel?" widersprach Tourelle. Ei, ganz und gar nicht. Sie kannten die Karten, ich kannte die Karten, gleiche Kräfte auf beiden Seiten. Wir haben ganz im Gegentheil vielleicht in unserem Leben noch nicht ehrlicher gespielt. Das ehrlichste Spiel unseres Lebens. Wir sollten den Scherz fortsetzen, um so mehr, als der dicke Herr dort drüben am Tisch neidisch nach unseren Karten zu blinzeln scheint. Er sieht aus wie ein geldschwerer Finanzier." Es wäre herrlich, wenn wir ihn als dritten herankriegen könnten." Ganz gewiß," meinte der Graf" amllsirt, in einer halben Stunde sind wir in Boulogne. Bis dahin könnten wir ihn zu zweit schon rupfen." Er mischte dabei das Spiel, und heiß begann das Hin und Her von neuem. Ihr Eifer schien in der That magnetische Anziehungskraft auf den dicken Herrn auszuüben. Er kam näher und sah, an der schweren goldenen Uhrkette spielend, den beiden zu. Es machte sich in fünf Minuten wie von selbst, daß er neben den Gentlemen am Tisch saß und binnen zwanzig Minuten, ehe er sich's versah, um elfhundert Franken erleichtert war. Als der Schaffner in den Wagen rief: Boulogne!" verließen der Graf" und der Baron" seelenvergnügt den Zug. Ihre Saison am Meer war gesichert.
per höklichc Bandit. Ein österreichischer Arzt, der kürzlich von einer Studienreise aus Italien und Sizilien wieder in seine Heimath zurückgekehrt ist, hätte bei einer Vegegnung mit einem Banditen in der Nähe von Girgenti auf Sizilien um ein Haar sein Leben gelassen. Er hielt sich gerade in der genannten Stadt auf, als ihm eine bekannte Dame den Vorschlag machte, mit ihr einen Ausflug in die prächtige Umgebung zu unternehmen. Doch kaum waren sie dem Weichbilde der Stadt entschwunden, so begegneten sie auf der Landstraße, längs eines Waldsaumes dahinschreitend, einem mit einem Gewehre bewaffneten Mann, der, den Hut lüftend, grüßend auf sie zuschritt und mit einem Seitenblick auf die Signorina ihren Begleiter ausser derte, ihm seine Börse und alles, was er an Werth bei sich trüge, gutwillig auszuliefern, widrigenfalls er ihn ohne Weiteres niederschießen würde. Um .feinen , Worten besseren Nachdruck zu geben, setzte er den Gewehrlauf dicht an die Brust des Arztes. Dieser, eine riesenhafte Gestalt, wenigstens im Vergleiche zu dem schmächtigen Italiener, verlor nicht die Geistesgegenwart, entwand ihm das Gewehr und ließ nun ruhig den Wegelagerer neben sich hergehen. Es entspann sich nun folgender Dialog zwischen dem Arzt und dem Briganten: Sie gingen wohl hier auf die Jagd, bester Freund?" Jawohl. Herr." Auf was jagen Sie denn hier?" Auf alles, was mir unterkommt, Herr." Wenn es also darauf ankommt, auch auf Menschen?" Jawohl, Herr, aber nur, wenn sie geizig sind." Und Arzt und Bandit sprachen nun über ihre privaten Verhältnisse und es stellte sich heraus, daß der Vrigant sonst ein fleifeiger Landmann sei, der nur, wenn die Zeiten schlecht sind," den Banditen so ein bischen in's Handwerk pfusche. Dabei ließ er keinen Blick von seiner Büchse, aber nicht, weil er von dieser Seite eine Gefahr fürchtete, fondern weil er ohne diese nicht nach Hause kommen durfte. Und richtig, wie sie in die Stadt zurückkamen, händigte der Arzt das Gewehr wieder seinem Eigenthümer ein und es dauerte keinen Augenblick, so empfahl sich der Bandit mit der Grandezza eines Gentleman und war kurz daraus in der Menge verschwunden. Tapferer Gottcsmann. Kürzlich ist in England der einzige Geistliche gestorben, welch das Vik-toria-Kreuz, die höchste englische militärische Auszeichnung besaß. Padre" Adams, wie er genannt wurde, obgleich er zur Hochkirche gehörte,- war dem Stab von Lord Roberts auf dem berühmten Marsch von Kabul nach Kandahar beigegeben. Im Gefecht von Vhagwana sah er zwei Soldaten unter ihren Pferden in einem Graben liegen und sich vergeblich bemühen, sich aufzurichten. Obgleich die Afghanen dicht heran waren und Lord Roberts ihm zurief, er solle sich retten, sprang Adams den Soldaten zu Hilfe, und es gelang ihm, sie aus dem Graben herauszuziehen. Ein anderes Mal war er als Ordonnanzoffizier in Lord Roberts Diensten und holte eine abgekommene Abtheilung heran. Zur Belohnung erhielt Adams den englischen Pour le rnerite.44 Er war Ehren laviern des Königs Eduard und Rektor ,d.o,n Ashwell.
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