Indiana Tribüne, Volume 27, Number 108, Indianapolis, Marion County, 28 December 1903 — Page 6

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LufLl'i 1 Jüdin o Tribmic, 28. Dezember 1903.

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Europäische Nachrichten. Sachsen. Dresden. In Vorstadt Cotta begab sich die auf der Schulstraße wohnende ArbeitersehefrauSchlemmer mit ihrem etwa achtjährigenSöhnchen nach einer in der Nachbarschaft gelegenen Wäschemangel, umWäsche zu mangeln. Der Knabe machte sich an der Mangel zu schaffen und gerieth. während sich diese in Bewegung setzte zwischen Wand und Mangelkasten, wobei dem Kinde der Brustkorb eingedrückt ' und der Kopf breit gequetscht wurde. Die Aerzte konnten keine Hilfe mehr bringen, denn kurz nach ihrem Erscheinen starb der Knabe. Frankenberg. WebwaarenFabrikant Commerzienrath Psitzer, welcher 45 Jahre lang Mitglied des Stadtverordneten- und' Nathcollegiums hier war, wurde von der StadtVertretung zum Ehrenbürger ernannt. Oberlehrer Baldauf - Rümmler, welcher seit dem 1. uni 1860 an hiesiger Bürgerschule segensreich gewirkt hat, trat in den wohlverdienten Ruhestand. - Geringswalde. Bremser Schiemann aus Rochlitz stürzte in der Nähe hiesiger Gemeinde von einem nach hier verkehrenden Zuge, wobei ihm beide Beine abgefahren wurden. Großschönau. In einer Arrestzelle des Amtsgerichtsgefängnisses erhängte sich der wegen Körperverletzunz Znhaftirte 57 Jahre alte Steinschläger Neumann aus Hainewalde. Leipzig. Ernst Albert Pfalz, Prokurist und Vertriebsdirektor des Bibliographischen Instituts Meyer, blickte auf eine 50jährige Berufsthätigkeit als Buchhändler zurück. Er gehörte dieser Firma 43 Jahre an, davon 33 Jahre als Prokurist. Dem Jubilar wurde dasRitterkreuz 2.Klasse vom Albrechtorden verliehen. L ö ö a u. In der Zuckerfabrik hier wurde der Arbeiter Eichler aus Bischdorf so schwer verbrüht, daß er verstarb. Neugersdorf. Infolge von Blutvergiftung starb der Hallenmeister und Laienfleischbeschauer Wilhelm Bürgemeister vom hiesigen Schlachthos. Er hatte ein Blüthchen im Gesicht aufgekratzt. Oelsnitz i. V. Erhängt hat sich im Walde hinter dem Deutschlandschacht der Berginvalid Karl Friedrich Thümmel. Der Selbstmörder, der im 40. Lebensjahre stand und 6 Kinder im Alter von 3 bis 15 Jahren hinterließ, dürfte den Tod in einem Anfalle von Schwermuth gesucht haben. S e b n i tz. Das 4jährige Töchterchen des Fleischermeisters Reinlich fiel in den Sebnitzbach und wurde an dem Rechen der Hammermühle von dem dort beschäftigten Brotschneider Bold als Leiche herausgezogen. Zschiesenwitz. Vor kurzer Zeit ward der GemeindevorstandBeutmann von Wilderern erschossen. Während er mit dem einen der Wilderer rang, schoß ein anderer auf ihn und verletzte ihn tödtlich. Dieser zweite ward nun in einem Mann Namens Schollbach aus Berlin, in Gräfenhainichen wohnend und in Leipzig arbeitend, ermittelt und von einem Berliner Eommissär und einem Leipziger Kriminalbeamten verhaftet. Z-reie Städte. Hamburg. Das Fest der goldenen Hochzeit feierten der pensionirte Zollamtsassistent Eduard Demuth und Frau. Dem Ehepaar wurde durch Pastor Detmer die vom Senat gestiftete Ehejubiläumsmedaille überreicht. Beide Eheleute befinden sich geistig und körperlich wohl. Der Mann ist 78 und die Frau 75 Jahre alt. Einen tödtlichen Ausgang nahm ein Unfall. von dem der berittene Schutzmann Jarchow betroffen wurde, der beim Dammthor - Bahnhof mit seinem Pferde gestürzt und in das Krankenhaus eingeliefert worden war. Dort ist Jarchow seinen Verletzungen erlegen. Der bekannte Schulvorsteher L. Mark. Leiter einer Vorschule für Knaben, beging den Tag seines 50jährigen Lehrerjubiläums. Der Jubilar, in Hannover geboren, steht im 69. Lebensjahre und wirkt seit dem Jahre 1859 als Lehrer in unserer Vaterstadt. In der Nähe der Fabrik von Nagel & Kaemp erschoß sich der Schlosser Borm vor den Augen der daselbst lustwandelnden Leute. Er hatte sich so hingestellt, daß er in die Alster stürzen mußte. Die Leiche wurde bald darauf aus dem Wasser gezogen. Der Beweggründ zum Selbstmord ist nicht bekannt. In St. Pauli wurde der Schauermann Detlef aus Altona erstochen. Der Thäter, Bootsmann Dürrbaum, wurde verhaftet. Bremen. Landmann Geffke aus Torfmoor, Amt Lilienthal, wollte mit seiner Frau vom Parkbahnhost nach Lilienthal zurückfahren. Als die Beiden noch auf dem Trittbrett des Wagens standen, setzte sich der Zug plötzlich in Bewegung, der Mann sprang herunter, Frau Geffke fiel aber infolge des starken Ruckes vom Trittbrett zwisehen die Räder des Wagens und wurde getödtet. Dem 13jährigen Schüler der v. Goßheim'schen Realschule, Bernhard Harms von hier, der ein etwa aleickalteriaes Mädcken bom

Tode des Ertrinkens gerettet hatte, wurde vor versammelter Schule die ihm vom Senat für seine muthvolle That verliehene silberne Medaille für Rettung aus Gefahr überreicht.

Schweiz. Bern. Herr Hurst, Commandant des kantonalen bernischen Polizeicorps, beging in geistiger und körperlicher Frische seinen 83. Geburtstag. A a r a u. Im Alter von 61 Jahren starb der langjährige Lehrer der Ehemie an der Aargauer Kantonschule, Prof. Dr. Liechti. A l t d o r f f. Der RedakteurTruttmann vom Urner Wochenblatt" ist plötzlich gestorben. B u m p l i tz. In feinem 82. Lebensjahre starb Hierselbst Pfarrer Friedr. Eman. Hartmann, gewesener Armeninspektor. Der Verstorbene war u. a. langjähriger Seelsorger der Gemeinde Wichtrach. Seine letzten Jahre brachte er im Ruhestand in der Familie seiner Tochter zu. L u z e r n. Die Polizei verhaftete einen Deutschen Namens Otto Berndt. der wegen Unterschlagung von 7000 Kronen von Wien aus steckbrieflich verfolgt wurde. Der Verhaftete war von Zürich nach Luzern gekommen. Hier ist, 79 Jahre alt, Herr Joseph Zünd geboren, früher Präsident der Corporationsverwaltung Luzern und dann der Ortsbürgergemeinde. Seen gen. Seit einiger Zeit wurden von hier zwei Bürger vermißt, W. Thut und R. Bruder. Sie hatten sich zum Ankauf von Vieh in die Alven am Giswiler Stock begeben. Ihre Leichen sind auf der Alp Tristem (südöstlich vom Nothhorn, Gemeinde Lungern) aufgefunden worden. Die beiden Vermißten sind dort abgestürzt. S ch w y z. Das Oekonomiegebäude der VillaJütz. enthaltend eine Schmiede, eine Schreinerei und eine Wäscherei mit mehreren Schlafzimmern, brannte vollständig nieder. Thun. Regierungs - Statthalter Tschanz ist von seinem Amte, das er 35 Jahre lang bei stets erneutem Zutrauen der Bevölkerung bekleidet hat, zurückgetreten. Heslerreich-'Zlngarrr. Wien. In der Irrenanstalt in Kierling ist der bekannte Volkssänger Johann Biedermann gestorben. In Meidling, Schönbrunnerstraße No. 252, kam in dem rückwärtigen Trakt des dem Fleischhauermeister Mayer gehörigen Hauses ein Brand zum Ausbruch. In kurzer Zeit standen der Dachstuhl, die Stallungen und einige Wirthschaftsgebäude in hellen Flammen. Nur mit Mühe konnte das Vieh aus den Stallungen gerettet werden. In der Cumberlandgasse in Penzing spielte sich ein Ehedrama ab. Der 42jährige Silberwaarcn-Erzeuger Adalbert Kostler versuchte seine 40jährige Gattin Antonia im Verlaufe eines Streites zu erschießen, verletzte sie schwer und tödtete sich dann selbst. Deutsch - Wagram. In der hiesigen Ortschaft wüthete eine Feuersbrunst, welche den halben Ort zerstörte. Der Schaden ist sehr groß. Gmunden. Hier fand das 50jährige Jubiläum des Militär - Veteranenvereines, verbunden mit der Weihe der neuen Fahne, statt. 49 Vereine von Ober- und Niederösterreich, Salzbung u. Steiermark wohnten der Feldmesse und der Fahnenweihe auf dem Rathhausplatze bei. O l m ü tz. Vicebürgermeisier Heinrich Sachs ist hier im 52. Lebensjahre gestoröen. Er war ein entschiedener Anhänger der deutsche FortschrittsPartei und gehörte der hiesigen StadtVertretung seit einem Vierteljahrhundert an. Das Stadtverordnetencollegium wählte an seiner Stelle den deutsch-fortschrittlichen Gemeinderath Ferdinand Mzik zum Vicebürgermeister. Perchtoldsdorf. Hier starb der pensionirte Baurath der Stadt Wien Adolf Swetz im 74. Lebensjähre. Drasenhofen. Im Alter von 80 Jahren ist der ehemalige Deutschmeister Leopold Notter hier gestorben. Er war der älteste Patintainvalide geWesen und hat im 4. Infanterie - Regiment in den Jahren 1848, 1849 und 1859 wacker mitgekämpft. Litremburg. Luxemburg. Es entstand Feuer in den Gebäulichkeiten des Weimershoses, welche durch den Gärtner I. N. Mockel bewohnt waren. Wohnung, Scheune und Stallung wurden eingeäschert. E ch t e r n a ch. Feuer entstand in einem isolirt gelegenen Gebäude, welches von dem Taglöhner A. Holcher bewohnt ist. Verbrannt sind etwa 14 Fuder Heu, welche dem Eigenthümer P. Kilp-Schiltz gehörten. E s ch. Bergmann Johann Baptist Re. der in einer Gallerie der Gesellschaft Galgenberg" arbeitete, fiel plötzlich von einer Decke ein schwerer Erzstein auf den Rücken, so daß er Quetschungen erlitt. D ü d e l i n g e n. Im sogenannten

Derch wurde der 25jar)rtg Arbeite? Victor Bodry von einem anderen Ar beiter. Namens Joseph P.. vermittelst Messerstichs in den Unterleib gefährlich verwundet. ?c e u e Anwendung. Halten Sie den Dichter Täublein eigentlich sür.vermögenv?" Ach wo, der dichtet nur so von der Hand in den Mund!Höchste Zerstreutheit. Professor: Jetzt habe ich schon wieder mein Schnupftuch vergessen. Ich werde mir 'mal gleich einen Knoten hineinmachen!

Pariser Studentcnsitte.

Eine merkwürdige Studentensitte herrscht in Paris, wenn die Musensöhne die schriftliche Prüfung glücklich hinter sich haben. Nach Ablegung der schriftlichen Prüfung vergessen' die Candidaten niemals die Feder, mit der sie die schriftlichen Arbeiten angefertigt. an der Fassade des Akademiegebäudcs mitsammt dem Halter zu zerbrechen. Es ist dies eine alte Tradition unter den französischen Studirenden, und man glaubt, hierdurch die Professoren und alle Mächte, die sich dem bevorstehenden mündlichen Examen feindlich gegenüberstellen könnten, zu besänftigen und zu beseitigen. Bei dieser Gelegenheit sei daran erinnert, daß eine ähnliche Sitte mit symbolischem Kern auch in Deutschland von den Studenten gepflegt wird. So berichtet ein früherer Student der Jurisprudenz aus eigener Erfahrung, daß. bei der mündlichen Prüfung zum Referendar - Examen in S. es von den Candidaten niemals verabsäumt wird, etwas von dem grünen Tuch, mit dem der Tisch bespannt ist, an dem die Prüflinge Platz nehmen, abzurupfen und in die Tasche zu stecken. Auch hier gilt es als gute Vorbedeutung seit jeher. wenn man bis zur Pause ein möglichst großes Stück grünen Tuches an sich gebracht hat. Allerdings ist diese Sitte dem Aussehen des betrefsenden Tisches ebenso wenig förderlich wie das Zerbrechen der Federn an der Fassade der Pariser Sorbonne. Wie männiglichbekannt, befindet sich im Weißen Hause" zu Washington eine kleine Menagerie, zumeist aus Geschenken bestehend, die der Präsident aus Anlaß feiner großen, im Frühjahr unternommenen westlichen Reise erhalten hat: Wildkatzen, Vären, Oppossums, Waschbären, Wölfe, Adler usw. Und noch immer treffen aus verschiedenen Landestheilen Geschenke ein, so kürzlich ein Luchs aus Pennsylvanien und eine Blindschleiche auö Florida. Ein Fall von roher fte krutenmißhandlung wird aus Chemnitz berichtet, wie folgt: Der Unterofficier Schuster wurde vom hiesigen Militärzericht zu zwei Monaten und einer Woche Gefängniß und der Unteroffirier Mettin zu zwei Wochen gelinden Arrest verurtheilt. Beide haben einen geistig und körperlich minderwerthigen Rekruten geohrfeigt; namentlich hat das Schuster wiederholt gethan, der den nur mit dem Hemd bekleideten Rekruten auf etwa 20 Minuten im Freien in bitterer Kälte stehen ließ, bis er von alten Leuten hereingeholt wurde. Der Unterofficier hat demRekruten gedroht, er werde denSchaft bekommen", wenn er etwas sage. Der Mißhandelte ist schließlich zu seiner Mutter nach Glauchau davongelaufen, von welcher die Unterofficiere zur Anzeige gebracht wurden. Aepselesser yaven seilen an Verdauungsbeschwerden zu leiden. Es wird als ganz besonders gesundheitsfördernd empfohlen, Abends vor dem Schlafengehen einen Apfel zu essen. Für Leute aufgeregten Gemüthes wird er als das beste Diätilum bezeichnet; seines relativ großen Phosphorgehaltes wegen nährt er das Gehirn und regt außerdem auch die Leber an, was gerade solchen Personen besonders anaenebm ist. D e s Protzen Ideal. Wünschen Herr Kommerzienrath Goldplomben?" Sagen Sie mal, bester Doktor, giebt's keine Diamantenstaubfüllungen?" Nobel. Kunde: Drüben wird ja wieder ein neues großes Bankgeschäft eröffnet! Buchhändler: Ja, feine Leute ; ein Strafgesetzbuch haben sie bestellt mit Goldschnitt! Dilemma. Barbier: ,.Jch hör' so riesig gern Virtuosen, aber wenn ich ihre langen unfrisirten Haare sehe, empört sich mein Geschäftssinn und vergällt mir den Genuß." Fortschritt. Sonntagsjager (der das erste mal einen Hund. darnach einen Hammel geschossen): Na, wenigstens habe ich diesmal schon etwas Genießbares getroffen! Ein Hinderniß. Junge Frau (zu ihrer Freundin): Mein Arthur bedauert nur, daß er nicht jeden meiner Wünsche mir vom Gesicht ablesen kann, weil er kurzsichtig ist! EinWürdiger. Doktorchen, pumpen Sie mir zwanzig Mark." Redakteur: Haben Sie noch nie in Ihrem Leben gedichtet?" Niemals!" Redakteur: Da haben Sie sie!" Bedenklich. . . .Behandeln Sie auch Ihre Köchin, als ob sie zur Familie gehörte?" O nein! Ich bin immer höflich und freundlich mit ihr!" E i n g u t e r G a t t e. . .Sie waren gestern nicht beim Stiftungsfest in der Harmonie"! .. Man sieht Sie überhaupt auch s? selten mehr!" Ja wissen S': wenn man verheirathet ist und Kinder hat, muß Ein's immer zu Haus bleiben!" ZweiSeelen. A (der seinen Freund an vollbesetzter Tafel im feinsten Restaurant findet): Alle Achtung! Das Dichten scheint ja recht einträglich zu sein!" Dichter: Du irrst! Ich schlemme hier nur als der Erbe meines reichen Onkels. , Als Dichter hungere und darb' ich im Elend!"

Nusstsche Spionag- auf der Val kan'Halvittscl. Vor einigen Woch:n ist der Chef der russischen ehcimpo.izei sür die Balkanstaaten.Adolf Weißmann. ausSofia ausgewiesen worden. Hierzu wird nun aus dr buigarizchen Hauptstadt weiter geschrieben: Weißmann reiste nach seine? Ausweisuuz übr Belgrad und ien nach St. Petersburg, um daseiest die Verwendung für" die Rüänahme des Au?weisungZöefehls zu erbilten. Wchreuo der Abwesenheit TLelßmanns ließ die Polizei in Sofia das Haus Weißmanns mitGcwalt öffnen und entnahm dem Schreibtische zahlreiche wichtige Schriftstücke, welche serbische und bulgarische Persönlichkeiten kompromit tiren. Aus den Papieren geht hervor, daß Adolf Weißmann in den letzten Jahren von König Alexander 5000 Napoleond'or bezogen hat, um ihn über die revolutionäre Bewegung in Serbien auf dem Laufenden zu halten. Mehrere Berichte serbischer Offiziere aus Belgrad und den Provinzgarnisonen beweisen, daß Weißmann in der serbischen Armee Agenten hatte, und daß die russische Regierung über die Absichten der Verschwörer unterrichtet gewesen sein mußte. Unter anderem wurden auch ein Brief des Oberstleutnants Misitsch und Schriftstücke der bulgarischen Minister Danew. Radew und Lutzkanow. sowie eine Liste jener Offiziere aufgefunden, welche gegen die Politik des Fürsten Ferdinand sind. rarunier der Generalstabschesstellvertreter Ratko Dimitriew. Letzterer ist der Offizier, der im Vereine mit dem Major Grujew und rem Hauptmanne Benderew sowie dem russischen Obersten Rissakow seinerzeit den Fürsten Alexander Battenberg in seinem Konak überfallen und zur Abdankung gezwungen hat. Dimitriew trat dann in russischeDienste und mußte auf Befehl Rußland's von der bularischen Armee nach der erfolgten Aussöhnung Rußlands und Vulgariens als Oberstleutnant übernommen werden. Aus den vorgefundenen Schriftstücken gebt kervor, daß die ruffische Geheimpolizei auf dem Balkan 120 Haupt- und viele gewöhnliche Aoenten hatte, die jährlich etwa 150, 000 Rubel kosteten.

Kans::e::suttö in (fftiirn. In Tsingtingtschou, einer der bedeutendsten Hande:sstädteSchantungs, hat ein Mitarbeiter der in Tsingtau erscheinenden Deutsch-Asiatischen Warte sechs eiserne Kanonen gefunden, die 1640 gegossen wurden. Sie sind 2 Meter lang und haben ein Kaliber von 15 Centimeter. Ein merkwürdiger Schmuck ist auf ihnen, ein Kreuz in einer Kreisverzierung und ein Spruchband, welches die lateinischen Buchstaben S. M. R. A. R. O. B. trägt. Der Mitarbeiter der Deutsch-Asiati-schen Warte sieht darin die Anfangsbuchstaben von Sancta Maria Regina Angelorum Rctrud? Onia Bella und vermuthet in den Geschützen Nchbildüngen der Kanonen, welche der berühmte Pater Adam Schall aus Köln für den letzten Kaiser der Ming-Dy-nastie zur Vertheidigung Pekings goß. Die Lesung der Buchstaben hat große Wahrscheinlichkeit in sich. Daß de? Text mit dem Wunsch auf Abschaffung der Kriege schließt, sieht bei einem Kriegswerkzeug auf den ersten Blick wunderlich aus, aber ähnlich: Dinge kommen in der Uniformgeschichte auch sonst vor. So trug ein Reich?kontingent des 18. Jahrhunderts auf seinen Fahnen den Svruch: Da nobis pacem in diebus nostris", was nicht übermäßig heldenhaft klingt. Tic ttlge ver Lorelei. Der Meldung, auf dem Loreleifel sen am Rhin solle ein Lorelei-Den!-mal in Marmor errichtet werden, widmet der Kladderadatsch" folgende Verse: Ich weiß nicht, was soll cs bcdoutcn. Daß man in aller Still' Das Märchen aus alten Zeiten rin Marmor aushauon will Ich saß so bequem doch hier oben' Und kämmte so manches Jahr, Vom Abendglanz umwoben, Mit gold'nem Kamme mein Haar. ??ach Hcrzeuölllst durst' ich singen, Saz gab einen mächtigen Ulang; Hoch ließ es die Wellen springen. Auch manches Schifflein zersprang. Nun soll ich aus marmorner 5Zehle Begrüßen den funkelnden Rhein, Und sind mir doch Hi?rz und Seele Gebannt in den frostigen Stein. Die Schönste seit uralten Tagen Nun war ich's die längste Zeit, Bin Stein ich erst, werden sie sagen: Zu schwammig, zu fett und zu breit: Trum klag' ich im Abenrothscheine: O wär' doch erst Alles vorbei. Vorbei diese häßliche, kleine. Erbärmliche Philisterei!" -Schon dämmerte weithin die Ferne, Da seufzte sie tief und verschwand. Und einsam blickten die Sterne Herab auf das dunkelnde Land." Es verlautet, daß in der Angelegenheit der Anlage von Strandbefestigungen auf Vorkum einstweilen nichts weiter geschehen soll, und daß diese Hinausschiebung nicht nur in Rücksicht auf die Finanzlage, sondern auch deshalb erfolge, weil die mililärischen Sachverständigen sich über di? Art und Weise der Jnselbefestigun? noch nicht einig sind. Erneute Landungsmanörer werden voraussichtlich in letzterer Beziehung Klarheit schaffen.

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.Nildevlid. Wie ich höre, ist Ihr letztes Stück durchgefallen?" Ja. es waren aber sehr wenig Leute im Theater." (Littiadotid. Ich sag' Ihnen, in meinem Speisesaal werden Se glauben zu sein in einer Nahrungsmittelausstellung." Y3igclriinnror. .'e-JlSj---?-V4 'rf.r Wo gehst denn hin. Hiesel?" Photographirt werd' ich!" Erkannt. Neffe (schwermüthig): Lieber Onkel, ich möchte heirathen!" O n -k e l : Sage mir nur, wie viel brauchst Du?" In Ncrtcgonlzeit. Junge Hausfrau (der das Kochbuch aus der Hand gefallen): Ach. da sitz' ich aber in der Patsche! Jetzt hab' ich eine Speise zu kochen angefangen, und weiß nicht mehr welche!" Rcdcl,lntl,e. H a u p tm a n n Prahler (von einer Schlacht erzählend): Ja, meine Herren, wenn wir dazumal den Kopf verloren hätten, wären wir zweifelsohne auf das Haupt geschlagen worden!" Individuelle AnMiauung. fa. ' ! rfbfl 'n'.aO Dös is doch a' rechte Ungerechtigkeit aus dera Welt! Da wer'n von den Turnern Drei- und Sechskämpf' aufg'führt und Preis' vertheilt, und i' krieg', weil i' bei der Kirchweih mindestens a' Dutzend Bursch'n aus der Nachbarschaft verdrosch'n hab', sechs Woch'n!" DerLuftballondesLuftschiffers Belchiar wurde von dem Kapitän eines englischen Schiffes, etwa 66 Seemeilen von der Seeküste entfernt, in der offenen See entdeckt, doch that der Kapitän nichts zur Rettung des gefährdetenMannes, angeblich weil er nicht darum ersucht wurde. Es ist überflüssig zu erwähnen daß das Verhalten des Kapitäns in Oporto große Entrüstung hervorgerufen hat. Ueber eine Tragödie aus dem HamburgerSchiff Octavia" wird gemeldet: Der Segelmacher, der während derFahrt stark dem Trunke fröhnte, verführte drei Matrosen, gemeinsam mit ihm dieBanntweinladung zu plündern. In der Trunkenheit geriethen sie in Streit, und die Matrosen schlugen heftig auf den Segelmacher ein. Später überredete er die Leute, sich noch einmal an dem Branntwein zu vergreifen, und ließ sie absichtlich von einem mit Caröolsäure gefüllten Ballon trinken. Die drei Matrosen sind infolgedessen gestorben.

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