Indiana Tribüne, Volume 27, Number 107, Indianapolis, Marion County, 26 December 1903 — Page 7
Jndiana Tribune, 2. Dezember 1903. .
'!' "I1 . if 4 per : : : ßiehsoHn : M .:!. f (Fortsetzung.) Tcr letzte Öctanle miifetc der jungen üfraii viel zu schaffen machen, denn ihr Gesicht zeigte in raschem Wechsel ganz verschiedene Ausdrücke. Sie stand langsam auf und brauchte heute länger als gewöhnlich, um sich anzuziehen. Zuerst waren die reichen Haare zu störrisch und wollten sich nur ungern zu den breiten, sechsfach gcflochienen Zöpfen fügen; dann paßte das Busen tuch nicht, denn der schwere Seidenstoff schien auf einmal ganz verschoffc'.: und die Franzen zeigten sich abgenützt. Frau Maria mußte deshalb ein besseres hervorsuchen, und wie sie das neue Vusentuch probirte. fand sie. daß der Werktagsrcck doch schon gar zu alt und verschlissen sei, und höchstens noch zur Feldarbeit aetraaen werden könne. Lange Zeit stand sie musternd und wahlend vor dem großen, gescyritzlen Kleiderschrank, bis es zur endgiltigen Wahl kam. Tarüber war es aber schon im Hause lebendig geworden, und Stasi l f ' rmn.ii- lt ' llopsie an lyrer yjcuncr ammengure, weil sie befürchtete, es könne ihr etwas fehlen oder zugestoßen sein. In unwilliger Verlegenheit öffnete die Bäuerin und redete sich wegen der Verspätung darauf hinaus, daß sie gestern zu lange mit Loisl gevlaudert und deswegen verschlafen habe. Als Stasi ihre Mutter nähe? in's Auge faßte, fragte sie erstaunt: Aber Mutterle, wie hast denn Du Dich heut' angelegt? es ist doch kein Feiertag net!" Frau Maria suchte ihre steigende Verlegenheit durch ein abweisendes Wesen zu verdecken. Ich kann Dich gar net begreisen, Stasi, daß Dir dös auffallt, wenn ich am Werktag auch ein' Nock trag', der besser ist, als der Kuhdirn' der ihrig'. Dös ist keine Hoffahrt net und keine Eitelkeit, sondern g'hört sich höchstens für eine Bäuerin, wie ich bin. Freilich, Ihr jungen Madeln glaubt alleweil, alles ist leicht g'nug für eine alte Frau" Alte Frau!" lachte Stasi, bei Dir kannst noch lang net von einer .alten Frau' red'n! Wird wenig Bäuerin nen im Gebirg' und Flachland geben, die so jung ausseh'n. wie mein lieb's Mutterl! Ohne daß ich Dir schön thu': Für mindestens zehn, zwölf Jahre jünger schaust aus. als Du mi. Frau Maria war entwaffnet; Machst, daß D' an Deine Arbeit kommst. Du Schmeichelkatz'! Wer wird mit sei'm alten Mutterl solchem Sputz'n treiben!" rief sie. nun ebenfalls in bester Laune, und trieb ihre Tochter zur Thüre hinaus. Sie blieb zurück, um eine ausgekramte Schublade wieder einzuräunien. da erblickte sie zufällig ihr Bild in dem ziemlich großen Spiegel, der über der Kommode hing. Lange betrachtete sie skn von allen Seiten, dann dehnte und streckte sie sich in den Hüften und wendete ihren Hals, so weit sie konnte, um sich auch von rückwärts zu besehen. Diese Musterung, die sie mit einem ernsten Gesichte begonnen hatte, schien sie zu befriedigen, denn es umspielte ein angenehmes Lächeln ihren hzlbaeöffneten, frischen Mund, der zwei Reihen schneeweißer Zähne sehen ließ. Während ste an ihrem Busentuch bald hier, bald da verbessernd zupfte. murmelte sie vor sich hin: Stasi .könnt' fast recht haben, und wenn's auch keine zehn oder zwölf Jahre sind, die man mich für jünger kalten könnt' neun oder zehn sind's sicher." Sie spitzte ihren Mund wie zu einem 5iusse. Gar so z'wider muß' doch net sein, so ein Bußl von mir; ich glaub', daß sich noch manche d'rum raufen thät'n. Aber dös is ja dumm's Zeug was plausch' ich da daher: Ich will von kei'm busselt sein, und thät's mir richtig verbitt'n, bald einer so frech sein wollt'. Aber der Loisl hat sich gestern doch traut? Was sag' ich: traut? Bei dem ist's ja was anderes, der ist ja mein Ziehsohn. Aber aufhören muß die G'schicht doch wir sind alle zwei über das Zeug 'nausg'wachs'n, der Loisl und ich. So wär' ja nix dahinter. aber es ist halt wegen die Leut', die alleweil was find'n möcht'n, wo niz drin ist." Frau Maria hatte ihre Arbeit bkendet und stieg die Treppe hinab. An der Hausthüre stand Loisl mit auf dem Rücken gekreuzten Armen und schaute gegen die Berg: hinüber, auf denen die bereits ziemlich hochstehende Sonne die bunte Pracht des Hcrbstwaldes glänzend beleuchtete. Tr nahende Schritt ließ ihn sich umsehen, und da er die Bäuerin erblickte, kam r auf sie zu und scherzte über deren Langschlafen. Frau Maria fühlte bei seinem Anblick es warm in'$ Gesicht aufsteigen, denn sie mußte ibres Traumes aedenZen. Erst als sie sich vergegenwärtigte, i daß Loisl ja unmöglich davon eine AhA nung haben könne, beruhigte sie sich und M , ! , . ... :.. fand den gewoymen .on roiew, i welckem sie auf seinen Scherz einging. Das Frühstück, das gemeinschaftlich eingenommen wurde, war vorüber, und
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Hocklandsraman tt ÖL'.. O . W von 11 Ö Off sltt V H : Lolsl machte sich auf den Weg nach seiner Schule. Im glänzenden Lichte des schönen Herbsttages nahmen sich die Sorgen, die ihn gestern fast erdrückt hatten, bei Weitem nicht mehr so grau und finster aus. Mit der Kräftigung des Körpers batte auch der Geist wieder seine alte Spannkraft erhalten, und es war etwas in ihm wie muthige Kampsfreude. Vier Augen sahen ihm, wie er leicht und elastisch den Abhang hinabschritt, vom Vilshofe nach. Die einen zwei gehörten der Stasi, die auf dem Dachboden Flachsgespinnst h?len uiußte. um es in der Sonne vollends austrocknen zu lassen. Schüch tern wie eine Taube drückte sie sich gegen den Rand des kleinen Giebelfensters und schaute sehnsüchug dem abwärts Eilenden nach. Jbre Gedanken waren zu einem bangen Seufzer geworden. Unten in der großen, jetzt leeren Wohnstube, stand Frau Maria an einem der Fenster und sah durch eine Lücke, die die üppigen Geranien und Pegonien ließen, gleichfalls übe' den Zaun hinweg und den Abhang hmab. Bei ihr kleideten sich die Gedanken in Worte, und sie murmelte vor sich hin: Hätt' kein Mensch denkt, daß aus so ei'm schwächlichen Bub'n wie der Loisl war, so ein Prachtmensch werd'n kunnt! Wie groß er g'wachs'n ist leicht eine Hand höher als der Sepp und breit und grad und ein sauberes G'sichtl hat er, bildsauber. Und wie gut ihm das Schnurrbartl st:ht!" An der letzten Wegbiegung, die ihn dann gleich den Blicken entzog, blieb der eilig Tahinschreitende einen Augenblick stehen, als ob er geahnt hätte, daß man ihm so eifrig nachsah, und ließ aus voller Kehle einen weithin schallenden, jodelnden Juhschrei ertönen. Stasi legte bei dessen Erklingen die Hand auf daZ hochpochende Herz, denn sie wußte, wem dieser Gruß galt, und die Bäuerin sagte sich: Schau, dös hat er auch noch net verlernt; grad' eine Freud' ist's, den jungen Menschen anz'schauen!" Loisl ging lebhaften Schrittes auf Partenkirchen zu. Die höher steigende Sonne begann den gefallenen Thau in leichte Nebelstreifen aufzulösen, die über den Thalwiesen im leisen Lustzuge hin und her schwammen, dann entweder zerflossen oder durch die Fich-ten-und Buchenwälder in die Höhe kletterten; farbig und bunt glänzten die mit Buchen und Ahorn gemischten Waldtheile der tieferen Regionen; im satten Dunkelgrün zeigten sich die Fich- j tenbe stände auf den mittleren Hohen, und graugrün grüßten die Krüppelkiefern, die Latschen, von den Steilwänden herunter, über denen die vegetationslosen Schrofen emporstreben. Der Glanz und die Frische des Morgens übten einen wohlthätigen Einfluß auf die Stimmung des jungen Mannes aus. so daß sein gestern sehr gesunkenes Selbstgefühl heute wieder in alter Kraft emporstrebte. Bevor er die ersten Häuser des Marktfleckens erreichte, mußte er an einer kleinen, baumbeschatteten Feldkapelle vorüber, vor welcher sich eine Betbank befand, auf der ein weibliches Wesen saß oder kniete. Wer es war. konnte Loisl nicht recht erkennen, denn sie hatte ein dunkles Tuch über den Kopf geschlagen, das weder etwas von dem Gesichte, noch den Haaren sehen ms er even im Begrase war. vorüberzugehen, richtete sich die Gestalt auf und ließ das Tuch zurückfallen. Loi?! stutzte einen Augenblick, denn er erkannte das Mädchen mit den rothblonden Haaren, die er seiner Zeit am Thore des Vilshofes und sonst nicht mehr gesehen hatte. Ihre Augen hatten sich fest, nist einer ?lrt innerer Spannung, auf ihn gerichtet, der Kops nickte zu einem wortlosen Gruße. Unwillkürlich blieb er stehen und lüftete leicht seinen Hut. Ah! wenn ich nicht irre, die Monika. und schon so früh unterwegs?" Eine leichte Röthe der Verwirrung übergoß das Gesicht des Mädchens. und ein Blitz der Befriedigung zuckte darüber hin. Ja. Herr Lehrer." versetzte sie einfach, ich bin die Monika Oberrainer. und die Schwester von dem bösen Bub'n. dem Franzl. der sich gestern so ungezog'n in der Schul' benommen hat." Loisl gerieth einigermaßen in Verlegenheit, denn es überkam ihn da3 Gefühl, als wenn diese Begegnung absichtlich herbeigeführt worden wäre; vielleicht deswegen, um ihn wegen seiner eigenen Handlungsweise zu? Nede zu stellen. Ich denke." entgegnete er. Sie werden wohl nichts dafür können, oder auch solche Unbotmäßigkeiten nicht unterstützen." Das Mädchen lachte kurz auf. Seh' ich so aus. und glauben U Herr Lehrer, daß ich sonst auf dem Platz auf Sie gewart' hatt'?" fl?,m ick. olaube das nicht, aber
was wollen Sie eigentlich von mir, oder womit kann ich Ihnen gefällig sein?" Monika war einige Schritte näber getreten und stand jetzt dicht vor Loisl. i(h möcht' Sie nur bitten d5, ?ic einem mutterlosen mosang txr.t Ungezogenheiten net nachtrag'n. Der Franzl ist ja auch nur ein Vettelöub' von a.uter Leut' Gnad'n. und was das heißt-" Sie vollende ihren Satz nicht, oi:lleicht, hinderte sie die strenge Falte daran, welche sich über des Lehrers Stirne legte. Aber ebenso rasch, als sich diese zusammenzog, glät'.e'.e sie sich wieder, und machte einem kurzen Lächeln Platz, das aber einen schmerzlichen Zug. der sich über das Gesicht lege. nicht verwischen konnte. '..Si: haben zwar eine sonderbare Art. mir den sichilich verwahrlosten Bruder zu empfehlen. Monika; aber darin hacen Sie vollkommen recht, daß ich innern weiß, wie es einem solchen Bettelbben zu Muthe ist. obgleich man. besonders meine Ziehmutter, sich stets bcmül bat, mich mein abhängiges Verbältnin nickt füblen zu lassen. Ueber das Schicksal des Franzl köanen Sie sich beruhigen; ich hoffe, in Güte mit ihm auszukommen wenn ich darin von feinem Vater und Ihnen unterstützt werde." Unwillkürlich hatte er die letzten Worte, unter dem Eindrucke der heiß auf ihn gerichteten Augen stehend, mit zunehmender Wärme gesprochen, dann streckte er dem Mädchen die Hand zum Abschiede hin. die sie lebhaft ergriff und drückte, lüftete seinen Hut und wendete sich zum Gehen. Zvtonika hatte dabei nur eisrig mit dem Kopfe genickt, aber nichts gesprochen und dem sich rasch Entfernenden mit über der Brust gereuzten Armen nachgesehen. Als eine Wegbiegung ihn den Blicken entzog, ging sie zur Betbank zurück, ließ sich darauf nieder, stützte den Kopf auf beide Hände, und verfiel in ein tiefes Nachdenken. Rasch wechselte der Ausdruck von Zufriedenheit und Unzufriedenheit auf ihrem Gesichte. Es war ihr gelungen, den jungen Lehrer zu einem Gruße und einer
Anrede zu veranlassen. Das schrieb sie ihrem hübschen Aeußeren zu, das seinen Eindruck auf ihn nicht verfehlt hatt?. Allein die kleine Rache, die sie an ihm wegen der neulien Nichtbeacht'ing hatte nehmen wollen, war zu ihrem Aerger in der gleichen Weise parirt worden, wie gegenüber dem Rothkops. Nun begann sie sich darüber zu schämen, und das brachte in ihrem trotzigen Querkopf eine so große Aufregung hervor, daß es ihr Thränen des Zornes über sich selbst auspreßte. Der junge Mann, der so würdevoll und freundlich vor ihr gestanden hatte, kam ihr um so begehrenswerther vor, je höher er sich über sie stellte. Aber wie ibn zu sich z:eben? Diese Frage quälte und peinigte ste; in diesen Augenblicken hatte sie auf den Sepp. den Hammerschmieds-Toni und wie die Burschen alle hießen, die ihr schön thatc.t und sich um ihre Gunst bemühten, vollständig vergessen. Dann kam ihr die Stasi vom Vilshof in den Sinn; sie erinnerte sich, daß die Leute davon munkelten, aus der und dem Lehrer könne einmal noch recht gut ein Paar werden, wenn die Bäuerin es zugibt. Das war möglich, ja sogar wahrscheinlich! Monikas Hände ballten sich, und die weißen Zähne bissen knirschend aufeinander. Nie und mmmer darf es dazu kommen, daß der Lehrer die Stasi hei rathet! Wie dies aber zu verhindern sein würde, darüber fehlte ihr alle Klar heit. und ihre Eelbsipemigung hatte nm oas Endresultat, daß der anfänglich glimmende Eitelkeitsfunke sich zu einem leidenschaftlichen Liebesbrand entwickelt hatte. Mein muß er werden, mir muß er g'hören! Was weiß der kalte Waschlapp'n. die Stasi vom Vilshof. was lieben heißt? Einmal, wenn ich ihn im Arm hab', will ich ihm die Lust vergen n machn, an eine Andere z denken. So wie ich kann und wird ihn keine gern hab'n, und wenn's mein Elend und mein Tod ist mein muß er werd'n!" Sie stand da, ihm nachsehend, mit auf die pockiende Brust gepreßten Händen; ihre Lippen bebten, und die Auqen flackerten in einem unheimlichen Feuer. Ihre ganze, wilde, sinnliche Natur drängte sie nach dem Manne hin, der. wie sie wohl fühlte, zur Stunde noch in ganz anderen Banden als den ihren lag. Als Loisl sich von ihr entfernt hatte, hielt die Verwirrung, in welche er ge rathen war, in ihm noch an. bis er durch den Eintritt in die Schule auf andere Gedanken kam. Er frug sich, warum er das Mädchen ansprach; hatte er nicht mit einem kurzen Gruße oder ganz fremd an ihr vorübergehen können? Sie hatte es offenbar darauf abgesehen, mit ihm zu reden; wurde er nicht die Hand geboten haben, so hätte sie sich auf irgend eine Art die Gelegenheit hierzu verschafft, denn die Bitte für den ungerathenen Bruder war sicher nur ei? Vorwand.. Aber was wollte sie damit? Eine leise Eitelkeit, die sich jetzt regte sagte ihm. daß eS seiner Persönlichlei gegolten hatte, aber er verwarf die'e Einflüsterung, weil er nähere VeZiehungen ebensowohl zwischen dem Mädchen und ihm für ganz unmöglich hielt. Nichtsdestoweniger war sie ihm doch interessant geworden und zwar, ohne daß er es Wort haben wollte.
In der Schule verlief alles so. wie
es nach den gestrigen Vorgängen veraufen konnte; etwas wie Furcht wirkte nach und ließ die Wildfänge c-?-uaia erickcinen. Selbst auf der levicn an:, cet oen drohen, war muijt zu vermerken. Um eine Uebersicht über die Leistungen zu gewinnen, ließ der junge Lehrer heute eine SchreibÜbung machen. Außer dem Rauschen des Papieres. wenn die Kinder eine Seite im Hefte überschlugen, oder geschäftig Klexe mit den Löschblättern bearbeiteten, und dem Kritzeln der Federn war lange Zeit kein Laut zu vernehmen. Loisl saß aus seinem Katheder und blickte nachdenklich über die blonden und dunkctfarbigcn Kinderköpfe hin, die sich tief auf ihre Arbeit herabgesenkt hielteu, kaum daß eines davon wenige Augenblicke vorwärts oder zur Seite sah; es schien m alle der Ehrgeiz gefahren zu sein, etwas besonders Schönes leisten zu wollen. Durch das letzte Feniter fielen auf die Kinder in den weitest rückwärts stehenden Bänken leuchtende Sonnenstrahlen es sah aus, al ob sich alles Licht wie. Flammen in den rothen Haaren des Oberrainer Franzl fangen wollte, so glänzte dessen Kops unter allen anderen heraus. Unwillkürlich blieben die Augen des jungen Lehrers darauf haften, und vor ihm stieg das Bild der morgentlichen Veqeanuna auf. deren sämmtliche Einzelheiten er sich in das Gedächtniß zurückrief. Wie durch einen Nebel glaubte er die flackernden, brennenden Augen des eigentbümlich schönen Mädchens auf sich gerichtet zu fühlen. Er lächelte, aber indem dies gescqah, überkam ihn das Gefühl lebhafter Unruhe, wie solche manchmal von feinfühlenden Menschen in der Vorahnung künftiger Ereignisse empfunden wird. Klirrend fiel ein Lineal zu Boden; einige Kinder sahen sich veranlaßt, darnach zu suchen und untereinander zu tuscheln auch für den jungen Mann auf dem Katheder war der Bann dadurch gebrochen worden, und er fand die Fassung, seine Amtspflichten ohe störende Nebengedanken auszuüben. 6. Kapitel. n einem der nächsten Nachmit tage saß Frau Maria auf der Bank vor dem Hause und bearbeitete einen langen Strickstrumpf; da sah sie einen Mann des Weges daherkommen, der einen ziemlich großen Blumenstrauß, dessen Hauptbe standtheile -othe Nelken und Goldlack waren, im Knopfloche seines dunkeln Felertagsrockes stecken hatte. Frau Maria erkannte auf den ersten Blick die Persönlichkeit und deren Vedeutung. war es doch der Teuschl Michl, welcher Todtengräber. Leichenansage?, Hochzeitsbitter, Volkssänger, Holzschnitzer. 5Zimmcrmann und Hauptsächlich Hochzeivermittler alles in einer Person war. Sie machte eine unmuthige Bcweuna. denn der Deuschl-Michl hatte in Angelegenheiten, die durch den großen Blumenstrauß bedeutet wurden, schon ziemlich häufig resultatlos auf dem Hofe vorgesprochen. und sie wunderte sich, daß es ihm noch nicht leidig geworden war, immer wieder zu kommen. Erllaß Gott. Bäuerin! Alleweil g'sund und wohlaus?" Dank der Nachfrag' Gott sei Dank, ja," klang es dem Gruße trock.'n entgegen. Moanst. daß Wetter no' lang' anhalt?" Kann scho' sein." Aber leicht kunnt sie sich zum Regnen einricht'n!" .Ist scho' möglich. Ja, ja, ma' muß halt nehmen, wie's kommt." Dös mein ich auch." Wie geht's denn der Stasi und dem Sepp?" Tank der Nachfrag', gut." Daß der Loisl jetzt in Part'nkirch'n Schulverweser is dös hätt'n wir uns selösmal a net denkt, wie Du oen Buaben vom Grab seiner Mutter weg mit auf den Vilshof g'nommen hast." Na, g'wiß net, dös hätt' ich net denkt." Tei' Grummet hast gut heimbracht kannst in dem Jahr leicht a paar Stüill Viech mehr einstcll'n." Weiß no' gar net. was i thu'." Nun hielt sichtlich der Deuschl-Michl den ersten Theil seines Programms erschöpft, denn er stützte sich auf einen Stock, sagte ja. ja und hm. hm. und starrte auf die gegenüberliegenden Berge. Die Vilshoferin strickte unterdessen unentwegt weiter; was diese Fragen zu bedeuten hatten, wußte sie aus Ersahrung; es würde auch nicht der Landessitte entsprochen haben, sie weniger kurz zu beantworten. So weit war also alles in Ordnung; ob aber der Besuch Teuschls sie oder jemand Anderen anging, war noch dunkel, denn Michl würde nicht weiter sprechen, wenn er nicht von ihrer Seite eine Aufmunte:ung erführe. Sie war zwar nicht besonders neugierig, aber wissen wollte sie doch, was den Allerweltskommissionär zum VilsHofe geführt hatte, darum sagte sie im gleichgiltigsten Tone vor sich hin: Jesses! Bald hätt' ich heut' auf meine .Marenn' (Vesperbrot wird gewohnlich um vier Uhr Nachmittags oder neun Uhr Morgens eingenommen) vergess'n magst vielleicht auch a Schalerl Kaffee. Deuschl?" Der nickte zustimmend. Kunnt net schad'n. Bäuerin, wenn'd
die Bohnen net sparst. Mei' Alte vcr-
wohnt Ml' so wie so Mit dem Mandlkaffee." Er lachte, als wenn er einen Vorzuglichen Witz gemacht hätte, uno folgte alsbald der Bäuerin in das Haus. Bevor aber der Kaffee nicht auf dem Tische dampfte, wurde die Angelegenheit von Beiden nicht berührt; erstmals Deuschl mit großer Umständlichkeit eine Semmel in seine breite Schale gebrockt hatte, begann er: Du! Was i' sag'n will: Was haltst dknn Du vom HammerschmiedsToni?" Frau Maria horchte auf; nun wird es bis zur völligen Klarheit nicht mehr lange dauern. Nachdem eZ aber ziemlich häufig ist. daß jüngere Männer um ältere, besitzende Frauen freien, sie also selbst in's Spiel kommen könnte, zuckte sie zuerst nur diplomatisch ein wenig mit den Achseln, dann nickte sie mit dem Kopfe. Das sollte ungefähr heißen: Dieser Hammerschmieds-Toni hat zwar seine Sachen, aber gar so uneben ist er nicht. Der Hochzeitsvermittle? verstand auch derartig und beciferte sich, zu beHäupten, daß mit dem Hammer-schmieds-Toni keine angeführt sei. I' mein' halt." fuhr er fort, dabei sein Gegenüber scharf auf die Wirkung der folgenden Worte beobachtend Dei' Stasi und der Toni passeten gut zueinander, für den Fall, als Du net scho' was anderes ausg'macht hast." Frau Maria durchzuckte es; was meinte der Mann mit seinem letzten Satz, den er so lauernd hingeworfen hatte? I (Fortsetzung folgt.) Vogelungekeuer. In Neuseeland, Australien, lebten früher einzig und allein Thiere. Es war ein Land der Vögel. Zwei Arten von Fledermäusen bildeten die einzigen Landsäuger, kein anderes Säugethier lebte hier bis zu Eooks Zeit 1769. Einzig wie diese Thatsache ist wohl auch die Entwickelung einer Vogelart. die seit 500 Jahren ausgestorben. Es ist die Moa der Eingeborenen, der Dinornis. Die Skelette dieser Vogelungeheuer sind vielfach gesunden, und zusammengesetzt erregen sie in Ken Museen staunende Bewunderung. Ihr Anblick muß ganz abscheulich gewesen sein. Der Korper ballonartig aufaetrieben, einen giraffenähnlichen, 'dicken Hals, darauf ein winziger Kopf. Das alles ruht auf Beinen von Mannesgröße und Elcphantendicke. Der Seitsamkeiten kein Ende: nicht die geringste Spur eines Flügels ist zu finden, weder Knochen noch eine Ansatzstelle, eine Gelenkfläche an den vollständigen Skeleiten. Die Moa war flügellos, zweifellos eine Anpassung durch Nichtgebrauch. Bei dem völligen Mangel an Naubthieren war es kaum nöthig, zu fliegen. Dieses Scheusal, über und über mit Zedern bedeckt, erreichte eine Höhe von 10 bis 15 Fuß, die Höhe manches Zimmers. Wenn eine Heerde von ihnen durch den Wald trabte, muß dlö Erde gebebt haben. Die beiden Forscher Tasman und Eook sahen das Land als Erste der weißen Nasse. In. Wiener Centralf r i e d h o f e ruhen 700.000 Todte. Das riesige Gräberfeld wurde im abre 1874 eröffnet. Außer dem Centralfriedhofe bestehen noch 25 Friedhöfe in den einbezogenen ehemaligen Vororten der österreichischen K aiser stadt. Floridas rangenernrc wird für dieses Jahr auf 1.M0.000 Kisten geschätzt, gegen 750,000 Kisten im vorigen Jahre. Man hatte in diesem Jahre auf 2.000,000 Kisten gerechnet, aber Sturm und die rothe Spinne haben einen Theil der Frucht nicht zur Neue kommen lassen. ami, laust V& ijcr. Enkel: Wer war denn der alte Herr, Großpapa, den Du soeben gegrüßt hast?" G r o ß v a t e r (80jährig): Wer er eigentlich ist, und wie er heißt, das weiß ich nicht wir haben uns als dreijährige Jungen einmal gehörig geprügelt, und seit der Zeit grüßen wir uns! Itxtvl Kennen Sie, Frau Inspektor, die Familie da drüben? Alle hochbegabt Die Mutter dichtet, die ältere Tochter ist Malerin, die jüngere Siegerin im Tennis, der Sohn Nadfahr-Eham pion!"-Und der Vater?" An dem ist nichts Besonderes der sorgt für di Familie! ?rr JaiitolTclliclb'. Delinquent (nach dem Urtheil, als er gefragt wird, ob er noch etwas zu sagen habe, zu seiner anwe senden Frau): Anna, hast Du vielleicht noch was zu sagen? Ein neues galvanisches Element von ganz ungewöhnlicher Wirkung hat H. Csanyl. ein junger un garischer Elektrotechniker, erfunden. Bei diesem Element kommen Alkohol und Cyanoryd zur Verwendung, und die Bedeutung desselben besteht darin, daß durch die Belastung der Elemente die elektrische Spannung und Strom stärke, statt vermindert zu werden, eine Erhöhung erfährt. Nach den Angaben des Erfinders liefert sein neues Element doppelt so viel Strom als ein Bunsen-Element, und es ist infolge s'i ner Billigkeit zu Beleuchtungszweckcn verwendbar. Mittttst dieses Elementes kann sich jedermann die für B:leuchtungszwecke erforderliche Kraft selbst herstellen.
Seuer - Signale.
ft Pennsylv rnib Varket 5 English't Opkrn-Hau Last und Nw Fork 7 Noble und Michigan 5 N. Jerjcy u. Mass Pine und Nortb ;0 Market und Pine 11 Vermont nahe Sast li No.. 8 Cpntzenh2u4 Mass. Ave nahe Noble 13 Iczwereund Walnut 14 K. Jersey u Eentral A. 15 i:afl lu?d Eorncll Ave 6 Lsh ibb 11. kratze ? Park Ave und u Str .8 Eolumbia ndHillsid 19 Highland Ave u.Pratt !1 Illinois und Ct, I Pennsylv. und Pratt u Meridian und n. Cti No. k Spriyn-.hauS !b iuh SHinci i Senate Aveu. LtCian il IlliwiS und Mchigai, Pesylvania und 14, 19 Senate Ave. und is. u No. 1 Spritzenhau JndAvenaheWichlM. ü Meritia und Walnut 4 California u rmont 5 Blake und Nett Kor? S Ind.' A. u. Et, tzkiat, n Cira Hospital : Blake und Norty ii Michigan und Lgnet l No. S Spritzenhaus Washington :mhe West ,2 Susendvrf u Wash. Missouri u New Fort 5 Meridian u Wash 16 JUmoii und Ohio 47 Capitol Av. u Wask) 4? Kmgan's PorThau 49 Straßenbahn Ctäll W. Washington Str 51 No. 10 Spritzenhaus Jllinoii u errill tt JUinns u kouisiana 63 West und Couch 54 West und Mck arty M Senate Lve. u Henry 57 Meridian und Ny 48 No. 4 Cpritzenhau Madtson Av. u Mor.-i 49 Madison Av.uDunlop 1 No 3 Haken LeiterhauA Eouty nahe Delavar tt Penn. Merrill M T.'awar n McCarttz M afi und cary New Jersey .NerriU 7 Birg. Av. u Lradsha (3 Last und Prospekt 9 Bicking und High n No. 11 Spritzenhaus Dir Ave. nahe Huron rt East und Georgia 73 Ccdas und Zlm 74 Davidson u Georgm frnfllish Av. u Pine 'S Chclöv und Bäte r? No. 3 Spritzen hau Prospekt nahe Shelby 't Fletchcr Dv. u Sbelbtz n Market u. New Zers, ?2 Teiaware und Wash. ?Z East u Washington H New Dou.TavidsosTaubstummen Anstatt Vcr. Staaten Arsenal 37 Onental und Wasö. ZS Frauen-Nesormat. n No. 13 Spritzenhaus Mailand nahe Mcr. 2 Meridian u. Gcerqi. ja Meridian und South 4 Pcnnshko u. Louisiana '. Virgni, Ave vu Alab. 6 Hauptquartier. J7 Vrand Hotel. J3 Capital Ave u.-.b DhK 23 No. 16 Svrisenhau.! 16. und Ash. 24 Alabama und l. ,25 Central Ave und lt.. .2 Jandei und 15. .27 Brookside und Jupiter .2? Ceiltral Ave und 17. U9 Telaware und 19. 131 Alabama und 11. ::2 Bellesontaine und 34 College Ave und 29. i?5 Telaware und 13. 136 Alabama und North ,37 Newmann und 19. 128 College Ave und 14. i.i Cornetl Av und 13. Ul Dandes unb 10. 142 High land Ave und in. U3 Tecumsed und 10. 145 5kw Jersey -no 22. 146 Alvord und 17. !47 No. Spritzenhaus Hil.side Ave und 15. .9 College Ave und 2. t49 College Ave und 27. .52 Park Ave und 22. 15. L Eu. W Bahn u. tt. ls4 Ramsey Are und 10. i5i Stoughton u Nennnan .57 AtlaS und Pike. i58 Sie öd und Pavaw. ;59 No. 21 Spritzenhaus Lrighttvood . Arden und Depot 16 Brightwood und 25 64 Rural und Blovd 165 St. Clair u. chstone 167 Arsenal Ave un 23. IC3 Bcllesontaine und 28. 169 Park Av nd 1 212 Capital Ave und 7. 213 Pennsylv. . Michiaa 14 Illincl und 20. 215 Senate Ave und 21 kl Pennsvlvania und 29 217 Meritum und 16. 218 Capital Ave und 26, 21 i Bronrway und 10. :1 Sllinoi und McLea Z.!4 No. 14 Spritzenhaus cnivocd und 2. tzr, Jttinois und 33, 23 Ännctta und SO 237 No. v. Cpritzcnyiu Ndkll und Raver 38 lifcal Laddcr QorN 239 Isadel und 7. 241 Meridian und 24. IllmmS u Et. Cia. .it.? Eltrioge und 23. &t 2Erft uud LZainut 313 West und 12. 314 Hrward und 1. 315 ?vlbet nd Pack 31 Carital Ave m.d i 317 Northwestern SU i i. 313 Ocrl und 13. 319 Can il und 10. 321 Eerealine Worts 324 Vermont, und Lynn 825 BiSmarck u Orcndwec 326 No. 29 Spritzenhaus Hsughvtlle. 327 Michigan u. Holme?. 629 Michizan u. Conccrd 841 West und McJntyre 412 Missouri u. Warylant, 413 Missouri und hio 415 Capital Asecorg, 416 Missoun u Kcntucky? 417 Senate ?.ve u. Wasy. 421 P und E Rundbau W. Washington. 423 Jrren-Hospital. 424 Miy Ave u. I uii 425 Wash and Harris 126 31a. 13 Spritzendms W. Washington 427 Oliver und Birch 4 Oliver ud OSgood 429 Nordhke und Dort 421 Hadiey Ave u. Morn 432 River Ave u. Morri? 45 River Ave und Ratz 435 Harding u. Big 4 R ? 436 Harding und Olive. 437 No. 19 Epritzenh MorriZ und Harding. 4 SH23iC3 439 etockyarU) 461 Rein und 452 Howard und L 455 Morris und 456 Lmnbert und &!xjhA 157 Nordyke Lse tu fcat mo Works 612 West ud Ray 13 AenwkyAvu.VrrT 614 Meridian und Morris 516 Illinois und Ranci 517 Morris und Dakota bis Morris und Church 519 Capital TL u McCarv 621 Meridian und Pal, &23 Pine un?, Lord 524 Madisor Aveu Linl 26 Mmdicn und T.it Zk?i 627 Carlc und Rav 628 Meridian und Anxona 529 Meridian u. Ray'nond 531 Meridian u. MCai. ' 622 No. 17 Spritzenhaus MorriZ nahe . 91 Möller', und Dou6. eiZ East u. Lincoln im 14 East und Oeecher 15 Wrizht und Sanver 817 McCarty und Brau? 51 New Jersey u Lü? 2 712 Svrure und Prosvecs 715 Enzlish A'.'e. u. Laure? 714 State Avu.elt RZ 715 Shelvy uud weh 716 State Ave und Btawi 713 Orange und Laure! 719 ChelbY u. Ci,.taa 7j 721 LexingtonA.u Ssti.4 723 FletcherAvru.S'pr, 724 State Ave u. PlealaN' 7t6 Prospskt und leas 726 Orange und Harte? 728 Liberty und Mea 729 Nole und South öl No. 15 Spritzenhmtt. Ost Washington '4 13 Market und Nobis 814 Oiio tt. Highland 38 615 Mickigan u. Higblair 810 Marter u Arsens' 817 Ost Clair unS Union Bahn Geleise d2l an Handle ShcpZ L23 Permvnt und Walcot? 24 Wash. und tat Z 825 Madden'iLounge8 826 Tue! und Tors 27 Wash. und eville SU 629 No.U Epritzenhaug cvill nahe Michig LZ1 Eoutheastern A mX Woodside. 83 Wash. und Tearbor, 834 Southeastern und Arsautl Aves. m New ZZork ud Tachk 912 Illinois rnd Maryl. tu JllinoiS und Market, 914 Penn, und Safft 915 Telaware und s Spezial-Siznale. irrsten Schlage, zweiter Alarm, Aweiten t Schläge, dritter Alarm, Dritten 2 Schläge, vierte? Alarm. l-e-i, Feuer aus und Schlauch aufgerollt Z Schläge, Wasserdruck ab. 1 Schlage, 1 Uhr Mittags. Die o bezeichneten Signale tverren m tm tfyam Wächter angegeben da an den betreffend Straft ereuzunge feine ZllarmkSen anaedracht find. ...Etwas Neues... Wir haben beschloffen, Alle welche künsllicheZ Gas gebrauchen, mit Vorauszahlungs-Metern zu versehen, ohne ein Deposit ;u verlangen. Wir stellen die Verbindung mit der Haupt Leiwngsröhre her, ebenso setzen wir einen Me ter auf und liefern das Gas für einen Dollar per Tausend. Die einzige Berechnung die wir machen, ist für die Verbindungsröhre von der Grundeigenthums , Grenze bis zur Stelle des Meters. Wir garantiren, daß dieselben Zufriedenheit geben. Für Näheres spreche man in der Office vor. INDIANAPOLIS GAS C0LAKE ERIE & VESTERII R. R, .. ..Fahrzeit der Züge., . Abfahrt Ankunft roledo, hicazo uud Michigan Expreß? 7.15 tlOM koledo. Detroit und Chicago Lim 12.20 f 3.25 Vichigan lity, Muncie n.LasayetteSpl7 75 fio.5 töglich f ausgenommen Sonntag.
