Indiana Tribüne, Volume 27, Number 107, Indianapolis, Marion County, 26 December 1903 — Page 6

6

Jndiana Tribüne, 2. Dezember 1903.

)

L

Was er thun kann. Dr. August Koenig's Kamönrgcr TOritirflW ivuy vv wird erleichtern und schnell heile' guflcn, Erkältung, Drsnchitis, Influenza, Asthma. Der echte Thee ist ebensaNA bekannt, al das beste Heil ittel jur Heilung von Grippe. (Fr wärmt daS Vlut, vermin dert den Rei,, stärkt, stell wieder her nnd heilt. f000-0000"0"00-0-OOOOOOOOOOOÖ Ja, wir verkaufen" &o ä pS2i?h v 32 Qarland Oefen und Möbeln und Teppiche zu den niedrigsten Preisen. WILLIG'S Mööcl-Ladcn. 141 W. Washington Str. Baar oder Kredit. MWv! 142 Nord Pennsylvania Strafe, Hauptquartier für SriUoü imfc Gperttgläser öXa i4l Mdk f VLrrrt$& tttSi urT, 'yiitAu WH$ JFIIJ Brillkn werden nach den besten Methoden den Lugen angepaßt. Künstliche Augen werden schmerzlos eingesetzt. Welche Stelle WnnZcheil Sie ? wir bereiten Sie schnell vor . als Cartonist, Buchhalter, Illustrator, Stenograybist, Zeichner, Nechnnngssülzrer, Zeitungs'Artift, Sekretär, Schreiblehrer, Telegraphist, " Personliche Knterweisuuz jedes einzelnen Studenten in seiner Klasse. Wir können Ihnen zu einer Stelle behilflich sein. 54. JahreS Cursus. Xtetet jetzt ein. Tag oder Abend. Sprechen Sie vor oder schreiben Sie für Einzelnheiten. Inuiaiiapolis M USII1ESS UNIVERSITli Eingang im When Gebäude. PhoneS 499. E. J. Ileeb, Präs.

MMHFVWv .MM rTXÄM Cjiumw r i t 1 ' (?F757VTif & r-ili mWW MMWLW' Kyj,-ZpZ5Zi- JLW mMW Y7t -y; ' efv 3 I Vit r v- - X J 5?. . , - --c ?vVi M i7 f-' ;7if " Jr' ?i r DMM AöMS

Europäische Nachrichten. -Z?Urtto,nl7'org. Stuttgart. Bei Münster wurde die Leiche des Sergeanten Güntner vom hiesigen Infanterie - Regiment No. 125 aus dem Neckar gezogen und in das Leichenhaus'in Münster verbrächt. Güntner, der von Leinstetten, OA. Sulz, gebürtig ist, wurde vor einiger Zeit in Uniform zur Reserve entlassen. Seine Führungszeugnisse lauteten gut. Ob ein Selbstmord oder Unglücksfall vorliegt, konnte nicht festgestellt werden. Landoberstallmeister v. Scholl ist hier im Alter von 55 J-ahren nach langer Krankheit gestorben. Kaufmann Gottfried Georg Langbein hier und stine Ehefrau Auguste, geb. Dollmetsch, feierten dasFest der goldenen Hochzeit. Beide Jubilare sind noch recht rüstig. B ö b l i n g e n. Der stellvertretende Finanzamtmann Wörner in Sindelfingen wollte vom hiesigen Bahnhof aus nach Stuttgart fahren, kam aber dem einfahrenden Zuge zu nahe und wurde von der Maschine auf die Seite geschleudert, so daß er schwere Verletzungen erlitt. E b i n g e n. Die Nadelfabrik Th. Groz & Söhne beging ihr 50jähriges Geschäftsjubiläum. E hingen. Der hiesige Militärverein beging das Fest seines 23jährigen Bestehens. Neben dem Militärverein besteht noch der Veteranenverein und der Kriegerverein. Heister'kirch. Bauer Jacob Künst, hier, dessen Anwesen durch Feuer zerstört wurde, wurde als der Brandstiftung verdächtig verhaftet. Es ist das zweitemal, daß sein Anwesen unter verdächtigen Umständen niederbrannte. K i r ch h e i m u. T. Die hiesige Oberamtssparkasse blickte auf ein 50jähriges Bestehen zurück. O e d h e i m. Lammwirth Mut hier fiel so unglücklich vom Heuboden auf die Tenne herab, daß er bald darauf starb. R e u t l i n g e n. In das Wachzimmer der städtischen Polizei wurde ein scharfer Schuß abgegeben. Die Kugel zertrümmerte das Fenster und drang, ohne jemand zu treffen, in die gegenüberliegende Wand. Der Thäter, ein 20jährige? Schäftemacher Namens Ra'ich. wurde festgenommen. Bei der polizeilichen Vernehmung stellte sich heraus, daß die Kugel dem PolizeiUnteroffizier Gerlach zugedacht war. gegen welchen Raich wegen einer früheren Verhaftung schon wiederholt schwere Drohungen ausgestonen hatte. St. Gotthard. Das Oekonomiegebäude des Bauern P. Schmid brannte in kurzer Zeit vollständig nieder. Das Feuer brach in einer LaubHütte aus und griff so schnell um sich, daß außer dem Vieh nichts gerettet werden konnte. Waldsee. In Buchrainhof, Gemeinde Mühlhausen, wurde ein dem Müller Virk in Mühlhausen gehöriges, mit Mutter und ffrüchten angefülltes Oekonomie - Gebäude durch fteuer zerstört. Der Schaden ist erheblich. Man vermuthet Brandstiftung. Waden. Karlsruhe. Der Nachtwächter des städtischen Crematoriums, H. Braunagel, stürzte im Crematoriurn von einer etwa acht Meter hohen Treppe herab, wobei er einen schweren Schädelbruch erlitt. Der Verunglückte starb im städtischen Spital. Bo 1 l. )as große Anmeien oes Landwirths Bruntru brannte mit vielen Fahrnissen, sowie mit Futter- und Erntevorräthen ab. Der Brand scheint durch Entzündung entstanden zu sein. Der Schaden beläuft sich auf etwa 10,500 Mark. Dur lach. Im hiesigen Wald brachte der 23jährige Weißgerber Hurler von hier seiner Geliebten, der Fabrikarbeiterin Hölzer von Rinschen, einen Schuß in die Brust bei und erschoß sich dann selbst. Heidelberg. Das hochbetagte Fräulein Eleonore Wallot, die Schwester des Erbauers des Reichstagsgebäudes, eine in Gabelsberger Stenographenkreisen weitbekannte Persönlichkeit, wurde in .die hiesige Jrrenklinik aufgenommen. In der Wohnung der bedauernswerthen Dame wurden große Summen Geldes, 24,000 Mark Baargeld und 58.000 Mark in Wirthpapieren, im Kohlenkasten und unter altem Gerümpel versteckt, gefunden. K o n st a n z. Der 21jährige Erdarbeite? Luigi Rossi von Lonigo wurde wegen Körperverletzung mit nachgefolgtem Tod unter Zubilligung mildernder Umstände vom hiesigen Gerichte zu zwei Jahren Gefängniß verurtheilt. Er versetzte am 4. Oktober dem 38jährigen Erdarbeiter Bartolli Bretani in der Wirthschaft zur Insel" in Bachheim (A. Donaueschingen) nach einem Wortwechsel mit einem Messer einen tödtlichen Stich ins Her Mannheim. Aus Eifers, t versetzte der 19jährige Hausbursche A. Anton der in einer Wirthschaft bediensteten 18jährigen E. Becker in der Küche mit einem dolchartigen Messer zwei Stiche in die linke Schulter. Schwerverletzt wurde das Mädchen nach dem Krankenhause geschafft. Anton begab sich nach der That nach dem 5Zeckarauer Wald und verletzte sich dort durch zwei Nevolverschüsse an der rechten Schläfe. Offenburg. Zu fünfzehn Iah-

ren Zuchthaus würde hier der mit fünf Jahren Zuchthaus vorbestrafte 60jährige Korbmacher und Tagelöhner Joseph Seger von Zunsweier verurtheilt, weil er am 28. Juni zu Biberach den verheiratheten Landwirth Taver Jehle in dessen Scheune mit einer Haue, einem Schöpfeimer und einem Necken auf den Sckädel und ins lR, licht schlug, ihn würgte und ihm die Brust eindrückte, so daß Jehle starb. Pforzheim. Der ehemalige Chormeisier des badischen Sängerbundes, Musikdirektor Mohr, der erst vor Kurzem von hier nach Karlsruhe übersiedelte, um seinen Lebensabend daselbst zu verbringen, ist unerwartet rasch im Alter von 77 Jahren dort gestorben. Schwetzingen. In Hockenheim kam es nach dem Kirchweihtag zwisehen dem Taglöhner A. Bühler und feinem 19jährigen Sohn zu Zwistigleiten. Der Sohn versetzte seinem Vater einen anscheinend nicht gefährlichen Stich, an dessen Folgen dieser aber starb. Der Thäter wurde verhaftet. T r i b e r g. Franz Trub, früher Lilienwirth, beging seine goldene Hochzeit mit feierlichem Hochzeitsamt in der Pfarrwallfahrtkirche und darauf folgender Hochzeitsfeier in der Lilie". Wheinpfarz. Altenbamberg. Bahnwärter Schunck von hier wurde von einem DZug überfahren und getödtet. G r ü n st a d t. Das seltene Fest der goldenen Hochzeit feierten in engerem Familienkreise unser Mitbürger I. N. Eyer und Frau. Trotz der hohen Jahre erfreut sich das Jubelpaar einer auffallenden körperlichen Rüstigkeit und Frische. Ludwigshafen. Einige Raufl.olde geriethen in einer Wirthschaft im nördlichen Stadttheil in Streit und gaben ihrer Entrüstung durch Messerstiche, Schlagen mit Bierkrügen usw. Ausdruck. Der Fabrikarbeiter Johann Schuster erhielt hierbei drei lebensgefährliche Stiche in die linke Seite, an denen er verstarb. Zwei Tagner wurden verhaftet. Mußbach. In seiner Behausung erschoß sich der Feldhüter F. Will. Er hinterläßt eine Frau und drei unmündige Kinder. Pirmasens. Verhaftet wurde die Wittwe Schlick aus Bottenbach unter dem Verdachte, ihr kürzlich geborenes Kind nach der Geburt getödtet zu haben. R o x h e i m. Anläßlich eines Streites, den sie mit dem vermuthlich in später Abendstunde betrunken nach Hause zurückgekehrten Ehemann und dem Vater, dem Tagner Graber, führten, haben die Ehefrau und der etwa 18 Jahre alte Sohn den Gatten und Vater überwältigt und todtgeschlagen. Dem Graber. einem etwa 50 Jahre alten, dem Trunke ergebenen Mann, der seiner Familie vielfach zur Last gefallen ist und ihr häufig schwere Kümmernisse bereitet hnt, wurden von Frau und Sohn furchtbare Hiebverletzungen am Kopse beigebracht. sZrsnß-Lothringen. Straßburg. Der Reichsanzeiger" veröffentlicht die Ernennung des Subregens des katholischen Pricsterseminars in Würzburg Dr. Joseph Zahn zum ordentlichen Professor in der katholisch - theologischen Fakultät der Universität zu Straßburg. Diedenhofen. Auf dem hiesigen Bahnhöfe trug sich ein entsetzliches Unglück zu, indem der Bremser WilHelm Horber, Vater von vier unmün digen Kindern, von einem Zuge zermalmt wurde. Metz. Unter der Selbstanklage. am 22. August ds. Js. zu Algringen den Bergmann Frater erschossen zu haben, meldete sich der Italiener Angelo Cortesi aus Garlago bei der hiesigen Polizeibehörde. Mühlhausen. Die MUhlhauser Strafkammer verurtheilte den früheren Bürgermeister von Schaffnatt, Renoux, wegen Amtsunterschlagung zu einem Monat und einem Tage Gefängniß. Z a b e r n. An den Folgen eines Schlaganfalles verschied hier fast plötzlich der auch in der weiten Umgegend bekannte und allgemein beliebte Gerichtsvollzieher Michel. 27 Jahre hatte er dieses Amt versehen und den Armen gar manche Kosten zu ersparen gesucht, die ihm hätten zufallen müssen. 2l?cckl7cn0urg. S ch w e r i n. In seltener Rüstigkeit und Frische beging der in weiteren Kreisen bekannte Schuhmachermeister Wilhelm Lange in bescheidener Zurückgezcgenheit sein 50jährigcs Meisterjubiläum. Buchholz. Die geistesschwache Frau des Hofbesitzers Faetke lief in einem unbewachten Augenblick in die Müritz und ertrank. K ä m m e r i ch. Beim Niederreißen des alten Herrenhauses fiel eine Mauer auf der Zimmermann Stein von hier. Schwer verletzt wurde er in's hiesige Krankenhaus befördert. An seinem Aufkommen wird gezweifelt. Krakow. Dem Kutscher Baumann aus Seegrube wurden auf dem Heimwege die Pferde scheu. Baumann fiel herab, wurde überfahren und erlitt schwere innere Verletzungen. JJl a I ch i n. Das Schumacher Vröker'sche Ehepaar Hierselbst feierte im Kreise der Angehörigen seine goldene .ocbzeit. Die Jubilarin ist 70 Jahre.

der Jubilar 76' Jahre alt- beide )no verhältnißmäßig noch sehr rüstig. G o l d b e r g. JmStallgebäude des Bäckermeisters Kloth in der Langenstraße brach Feuer aus, das den Stall, die anstoßende Druckerei des Buchdruckers Stier und eine KlempnerWerkstatt total einäscherte. Auch das von dem Buchdrucker Stier und dem Bauunternehmer Schade bewohnte Haus wurde vom Feuer ergrisfen und zum größten Theil zerstört. S e tz i n. Lehrer Tesch feierte den Tag. an dem er vor 50 Jahren in den ritterschaftlichen Schuldienst trat. Hroonbiirg. Oldenburg. Sein 25jähriges Jubiläum als Wirth beging in bester Gesundheit Herr G. Mohnkern in Bürgerfelde. Hasbergen. Hier brannten das Wohnhaus und die Nebengebäude des Landmanncs Winkels daselbst vollständig nieder. Ostern bürg. Ihren 90. Geburtstag feierte die hier allgemein bekannte Frau Wittwe Wilder an der Hermann Straße. Die Greisin, durchweg Oma Wilder genannt, erfreut sich noch großer Rüstigkeit und Beliebtheit, sie ist die älteste Gemeindebürgerin. R o d e n k i r ch e n. In tiefe Trauer wurde die Familie Meerpohl aus Schwei versetzt. Herr Meerpohl sank vom Schlage getroffen todt zur Erde. Varel. Das Fest der goldenen Hochzeit feierte Landmann Christian Heinen zu Dangastermoor mit seiner Frau. Dem Paare ist vom Großherzog die Ehejubiläums - Medaille verliehen worden. DieFresmenoderFUcyie der New Yorker Columbia Universität hatten unlängst in einem Hotel im Broadway ihr Klassenmahl veranstaltet, und nach altem Herkommen waren die Sophomores oder älteren Studenten bemüht, sie zu verhindern. Hätte nicht auf Veranlassung des Standard Oil Magnaten Veit die Polizei sich der bedrängten Freshmen angenommen, so wären nur sehr wenige in der Lage gewesen, an dem Festessen theilzunehmen. Obgleich etwa 60 Freshmen im Veit'schen Hause Aufnahme gefunden und von dort aus bis zum Hotel uuttr Polizeischutz standen, waren nur etwa 100 der 250 Freshmen in der Lage, das Mahl mitzumachen. Alle andern waren von den Sophomores in ihren Wohnungen oder in Kellern der von ihnen bewohnten Häuser eingesperrt und in vielen Fällen auch mit Stricken gebunden, und erst freigelassen worden, nachdem das Essen vorüber war. Das Interesse des Veit'schen Ehepaares für die Freshmen erklärt sich daraus, daß ein Sohn desselben dieser Klasse angehört. Daß aber Polizei in einem solchen Falle requirirt wird, gilt unter den Studenten als etwas ganz Unerhörtes im akademischen Leben. Die Füchse lassen sich gewöhnlich solche Streiche .gefallen, um später selber solche zu verüben. Daß ein Sturm zurSee zur Abwechslung auch einmal Gutes bewirken kann, beweist folgender, aus Ashland, Wis., gemeldeter Fall. Ein großes Schiff, welches Flachssamen im Werthe von M0,000 geladen hatte, fuhr auf ein nicht auf der Karte vermerktes Felsenriff nahe der Mündung des Eagle - Flusses auf. Das Riff durchbohrte die Stahlplatten im Boden des Rumpfes, und der Dampfer drehte sich um den Fels wie um einen Zapfen. Die Lage des Schiffes war eine so gefährliche, daß die Versicherungsgesellschaften der Meinung waren, daß sie hier den schwersten Verlust der Saison zu tragen haben Nvirden. Es wurden Berge- und sögenannte Wrecking" - Dampfer hingesandt und als Erstes wurden gegen 40.000 Bushel Flachssamen über Bord geworfen. An demselben Nachmittag brach ein furchtbarer Nordoststurm los. der mit solcher Plötzlichkeit das Wasser des Sees zu peitschen begann, daß die Rettungsmannschaften ihr Boot einbüßten. Die Arbeiten mußten eingestellt werden; vorher gelang es jedoch, die Anker des Dampfers auszuwerfen. Am nächsten Morgen, als der Sturm sich gelegt hatte, fuhren die Schlepper wieder hinaus. Zu ihrem größten Erstaunen fanden die Mannschaften dann aus, daß der Sturm den Dampfer von dem Felsen gehoben hatte und daß derselbe ruhig vor Anker lag. Die Leute begaben sich an Bord, heizten die Kessel und fuhren das Schiff unter eigenem Dampf in den Portage Lake Canal.

Unfaßbar. . . .Was. um die Hand meiner Trchter wollen Sie anhalten und fra gen nicht einmal nach ihrer Mitgift?! . . .Nein, so ein leichtsinniger Mensch bekommt mein Kind nicht!"

y, i l fi ' 1 f 1 K2 Ar n -KX'Äx j(v5v

Die cglipttscho Cigarclte.

Eine blühende Industrie im Lande der Pharaonen. Tie Zauberkraft vcS NilwasserS Tor Misch? un? seine Lbliegenl,eittn In, Z6,nciöe: raun, Tie 'Arbeit er Vloütr ekundheitS schädliche Beschäftigung. Die cgyptische Cigarette kommt natürlich aus Egypten. Zwischen Alezandrien und Assuan wächst aber schwerlich auch nur eine Tabakstaude, denn der Anbau ist seit 1889 im Nilthal streng verboten: eine Finanzmaßregel der Regierung, die aus dem Zoll von 50 Cents für jedes Pfund eingeführten Tabaks eine hübsche Einnahme erzielt. Warum man nun den Rohtabak aus der Türke: und Griechenland unter hohen Fracht- und Zollkosten erst nach Kairo schleppt, ihn dort verarbeitet und dann auf ausländische Märkte schafft, ist eine schwer zu beantwortende Frage. Vielfach meint man, nur das Nilwasser, mit dem der Tabak, um ein Zerbröckeln zu verhindern, beim Schneiden und Rollen befeuchtet wird, verleihe ihm jenen zarten Duft und weichen Geschmack, die die echten Egypter kennzeichnen.' Die ganze, für die Ausfuhr arbeitende cgyptische Tabakindustrie ist durchaus Großbetrieb und in den Händen einiger reichen Griechen. Jede Fabrik beschäftigt Hunderte von Arbeilern, natürlich größtenthcils Griechen. Nur unter den Rollern und Tabakschneidern gibt es auch Egypter, Armenier und Syrier, aber die besseren Postcn, wie Werkführer, Aufseher oder gar Mischer und Einkäufer, sind sämmtlich mit Hellenen besetzt. Letztere Stellung ist wohl die wichtigste des ganzen Betriebs, und ihr Inhaber bezieht ein ansehnliches Gehalt. Ihm liegt es ob, den Rohbedarf einzukaufen, und dazu gehört eine solche Sachkenntniß, daß nur Leute, die in tabakbauender Gegend aufgewachsen sind, diesen Posten ausfüllen können. Kaum weniger verantwortlich ist die Thätigkeit des Mischers, der aus den verschiedenen Tabaksorten eine dem Geschmack der Käufer entsprechende Wirkung zusammenzustellen hat. Fast nie enthält nämlich die fertige Cigarette nur eine Tabakart, sondern meist zwei bis drei, und außerdem sind die verwendeten Blätter einer und derselben Art wiederum mit Rücksicht auf gleiche Farbe und Güte ausgewählt. Ehe er in die Hände des Mischers kommt, ist der Tabak selbstverständlich geschnitten, und zwar ist dies die einzige Arbeit des Betriebes, die von Maschincn verrichtet wird. Vor einem eisernen Halörohr. in dem die angefeuchteten Blätter langsam und gleichmäßig vorrücken, saust beständig ein haarscharfes Men er auf und nieder und liefert den bekannten feinen Langschnitt. Die ganze Kunst des bedienenden Arbeiters besteht darin, die Vlä!ter so übereinanderzupacken, daß alle abgetrennten TobakZfädchen g?nau gleichviel von d?r Rippe enthalten. Herrscht im Schneideraum, mit seinen 20 bis 30 rasselnden Maschinen. ein unangenehmer Lärm, so ist es in den anstoßenden Sälen umso stiller. Dort sitzen an Hunderten von kleinen Tischen die Roller bei ihrer Arbeit. Vor jedem liegt ein Haufe stark angefeuchteten Tabaks, mit einem naffen Tuch bedeckt, daneben ein glattes Stück Marmor mit einem großen Klecks Kleister darauf und einem dünnen Holzstäbchcn zum Verstreichen. Ein steifes Kartenblatt und eine Scheere vervollständigen das mehr als einfache Handwerksgeräth. Entsprechend einfach ist das Verfahren selbst: zunächst entnimmt der Arbeiter dem vor ihm liegenden Tabakhaufen so viel wie er etwa für 50 Cigaretten braucht, und breitet es zu seiner Rechten auf dem Tisch aus, indem er den nassen Tabak so lockert, daß er ganz lose liegt und sich nirgends zu Klümpchen zusammenballt. Dann nimmt er ein Blättchen Cigarettenpapier, auf das die Fabrikmarke, die Firma und meist auch dc? Name der betreffenden Cigarette aufgcdruckt sind. Solch ein Vlättchen wird in das V-förmig zurechtgebogene Kartcnblatt gelegt, dann der Tabak ganz gleichmäßig hineingethan und durch einige rollende Bewegungen der Finger dem Inhalt die gewünschte Bleistiftform gegeben. Darauf wird der Kleister mit dem Holzstäbchen aufgetragen, abermals gerollt und die Cigarette ist fertig. Vor der Ablieferung ist nur noch der an beiden Enden überstehende Tabak mit der Scheere abzuschneiden und der Cigarette durch leichtes Pres. sen mit der Unterseite des erwähnten Marmorstückchens der dem Raucher bequemere mandelförmige Querschnitt zu verleihen. Ein geübter Arbeiter rollt täglich in acht bis neun Stunden 1000 Cigaretten mittelfeiner Arbeit. Der Aröeitölohn ist verhältnißmäßig hoch: die Fa brik zahlt für das Tausend bei der Ablieferung gut befundener Cigaretten $1.25 bis Z2. Ter Beruf ist aber auch sehr anstrengend und auf die Dauer gesundheitsschädlich, denn durch das beständige Einathmen des scharfen Tabakstaubes entstehen schließlich Lungenleiden. D e r Krieg Hollands gegen die Aufständischen in Sumatra dauert nunmehr schon 31 Jahre und verschlang bisher die Kleinigkeit von Z200.000.000.

Die LUtticher Weltaussiellung im Jahre 1905 schreibt einen Preis für Luftschiffer in Höhe von 100,000 Frcs. aus. Die Bewcrber sollen in Lllttich aufsteigen, den Kirchthurm von Spa umfahren und auf den Ausgangspunkt zurückkehren. Den Preis gewinnt, wer in der kürzesten Zeit den in der Luftlinie 8V2 Meilen langen Weg zurücklegt. In die Anstaltskirche des Zuchthauses zu Lichtenberg bei Prettin in Brandenburg drangen kürzlich während der Nacht Diebe. Es sielen ihnen die zum Theil sehr kostbaren silbernen Kirchengeräthschaften und Schmuckgegenstände in die Hände. Die Verbrecher müssen mit den Oertlichkeiten sehr vertraut gewesen sein, vermuthlich waren es ehemalige Insassen des Zuchthauses Lichtenburg; sie haben im Uebrigen so geräuschlos und gut gearbeitet", daß nicht einmal der vor der Kirche stehende Posten etwas gehört oder gesehen hat. DergewißselteneFall, daß eine Millionärin einen Bahnwärter heirathet, ereignete sich dieser Tage in Verona. Ein Fräulein Colo, Tochter eines verstorbenen Stadtrathes, die zwei Millionen Franken Mitgift besitzt, verliebte sich in den Bruder ihrer Dienerin Namens Peretti, einen einfachen ehrlichen Arbeiter. Die Braut wollte, daß die Hochzeit mit großem Pomp gefeiert werde; insbesondere wurde die Kirche mit Teppichen und Blumen herrlich ausgeschmückt. Der glückliche Ehemann ist 25 Jahre alt, seine Frau etwas älter. Der älteste Soldat im Deutschen Reich feierte unlängst in der hessischen Gemeinde Delkenheim seinen 100. Geburtstag. Dem alten Herrn, dessen Name Johann Georg Becht ist, wurden zahlreiche Ehrungen zutheil. Kaiser Wilhelm sandte dem Hundertjährigen ein Bild mit eigenhändiger Unterschrift und ein Geldgeschenk in Höhe von 300 Mark, vom Großherzog von Luxemburg traf eine Kiste mit Steinberqer Kabinett ein. Das 1. Nassauische Infanterie - Negiment No. 87, dem Becht s. Z. angehört hatte, und mehrere Kriegervereine hatten Deputationen nach Delkenheim geschickt. PrinzessinLuise, H e r -zogin von Argyll, die Schwester des Königs Edward von England, hat kürzlich in Liverpool den Grundstein zu einem Block städtischer Wohnhäuser für die weniger bemittelte Bevölkerung gelegt. Ueber das großartige Unternehmen, für das auch Kaiser Wilhelm sein lebhaftes Interesse bekundet hat, wird berichtet: Die Kosten für die Häuserblocks betragen Z750,000. Der neue Stadttheil wird auf dem Gebiete der Hornbystraße in Liverpool errichtet werken und 2.446 PersonenObdach geben können. Die Häuser werden aus 23 Blocks mit insgesammt 445 Wohnungen bestehen. Diese setzen sich aus 48 vierzimmerigen, 270 dreizimmerigen, 9 zweizimmerigen und 36 ein zimmerigen Wohnungen, einem Verwalterhaus, sieben Läden und einem Vergnügungsplatz von 1,755 Ouadra'tellen zusammen. Die Gebäude sind dreistöckig. Jeder Wohnraum wird wenigstens 150. das Hauvtschlafzimmer 125, das zweite Schlafzimmer 100, das dritte zwischen 80 und 90 Quadratfuß enthalten. VoreinigenTagenfand in Paris in der Wohnung des GroßIndustriellen Hilscher eines gebürtigen Deutschen eine Musiksoiree statt, welche ausschließlich Wagner gewidmet war, zu dessen rührigen AnHängern Hilscher zählt. Die Honneurs machte eine junge Belgierin von außerordentlicher Schönheit, Fräulein Irma Lieulins, welche in Beziehungen zu Hilscher stand. In ihrer modernen, hocheleganten Toilette machte sie auf die Eingeladenen einen bezaubernden Eindruck, der durch ihr heiteres Lächeln noch erhöht wurde. Niemand merkte es, daß in ihrem Innern eine unheilvolle Veränderung vor sich ging. Unter den Gästen befand sich der Musiker Otto Phlüggy, welcher auch zu den arbeitenden Künstlern an diesem Abend gehörte. Eben begann er am Klavier das Präludium zum zweiten Akt von Tristan und Isolde" zu spielen, als Irma, welche für einen Augenblick den Salon verlassen hatte, zurückkehrte, sich dem Spielenden von rückwärts näherte, blitzschnell ein im Kleide verborgenes Rasirmesser hervorzog und Phlüggy den Nacken durchschnitt. Hilscher stürzte auf seine Geliebte los und faßte sie bei den Händen; Irma wehrte sich jedoch mit verzweifelter Kraft. Bei dem Ringen fielen beide nieder, neben den unglücklichen Musiker, welcher blutüberströmt am Boden lag. Aus dem entsetzlichen Kampfe ging endlich Hilscher als Sieger hervor, doch hatte er den kleinen Finger der linken Hand verloren und eine klaffende Wunde an der Stirn davongetragen. Nun gelang es den Gästen, die rasende Frau unschädlich zu machen. Als der Polizeikommissär des eleganten Quartier Monceau an dem Orte des Dramas erschien, fand er den Salon blutbespritzt, die Möbel umgeworfen und zwischen ihnen die beiden Schwerverwundeten und das gefesselte Mädchen. Während man im ersten Augenblick angenommen hatte, daß es sich um den blutigen Austrag einer Liebesaffaire handle, überzeugte man sich bald, daß Irma LicukinZ wahnsinnig geworden war.

r

1