Indiana Tribüne, Volume 27, Number 106, Indianapolis, Marion County, 24 December 1903 — Page 6

Ittdiana Tribüne, L.lDezember 1903

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Europäische Nachrichten. ll$tfmprnitu. Köln. Der zu anderthalb Iahren Zuchthaus verurtheilte ehemalige Stadtverordnete Bauer sollte wegen einer gegen ihn noch ichwebenden Sache dem Untersuchungsrichter borgeführt werden. Bauer bat den ihn begleitenden Schutzmann, mit ihm zu seiner Wohnung zu fahren, er woll: reine Wäsche anziehen. Der Beamte lieb sich dazu verleiten, und Bauer benutzte diese Gelegenheit, auszukneifen. Der bekannte'Kölner Dialektdichter und Humorist Fritz Hönig ist gestorben. B e e ck. In einer zu einem Neubau gehörenden Bretterbude erschoß sich der verwittwete Maurer Belder. Er hatte seit längerer Zeit einen ungeregelten Lebenswandel geführt. E l b e r f e l d. Landtagsabgeordneter Dr. Böttinger hat anläßlich sei ner silbernen Hochzeit außer den bereits bekannt gewordenen Stiftungen, nämlich je 10,000 Mark für die hiesige Stadt und die Gemeinde Mettmann, auch für die Arbeiter der Farbenfabriken 20,000 Mark gestiftet. E u p e n. Infolge eines Schlaganfalles verstarb hier plötzlich und unerwartet Kreisschulinspektor und Schulrath Franz Zillikens. Godesberg. Gemeindebaumeister Dreß von hier, der wegen Sittlichkeitsdelikte flüchtig geworden war, hat sich am Oberrhein erschossen. Krefeld. Von einem Gefährt überfahren und getödtet wurde csf dem Dampfmühlenwege die 3 Jahre alte Tochter des Polsterers Grüttner. Die Räder zertrümmerten dem Kinde den Kopf. K o h l f u r t h. Der bei der Firma Daniel Kayser beschäftigte ösjährige unverheirathete Lagerarbeiter Joses Barsch wollte aus dem Karpfenteich der Firma Wasser holen. Beim Schöpfen des Wassers stürzte er kopfüber in den Teich und ertrank. S o l i n q e n. Zu Ehren des Ober - Stadtsekretärs Hermes, der auf eine 25jährige Amtsthätigkeit in Diensten der Stadt zurückblicken konnte, veranstalteten die Beamten der StadtVerwaltung im Bungard'schen Lokale am Grünewald ein gemüthliches Zusammensein. Frovinz Kcsscn-'ZInssu. Kassel. Ein Reisender, welcher sich kürzlich in einem hier eingetroffenen Schnellzug entleibte, ist seitens der Staatsanwaltschaft als Bankdirektor Fischer aus Barmen festgestellt worden. Der zu Ausgang der dreißiger oder Anfang der vierziger Jahre stehende Mann hat seinen Vorsatz, sich das Leben zu nehmen, mit eiserner Energie durchgeführt. Nachdem er sich nicht nur die Schlagadern an beiden Füßen. sondern auch an den Händen durch schnitten, feuerte er sich noch eine Kugel in die rechte Schädelwand. Aus unglückliche Liebe erschoß sich hier in seiner Wohnung ein Stellmacher Namens Schäfer aus Zierenberg. Der Mann hatte sein He?an eine hübsche Putzmacherin verloren. Diese aber bevorzugte einen anderen, was Schäfer leg oeran zu yerzen naym, van. er fn nein Leben selbst ein Ende machte. Bebra. Bei der letztens vorgenommenen Bürgermeisterwahl fiel die Mehrheit der Stimmen auf Gastwirth Johannes Jakob. Dieser ist somit zum Bürgermeister unseres Ortes gewählt. E s ch w e g e. In einer Stadtverordnetensisung wurde einstimmig beschlössen, die am 1. April n. Js. freiwerdende Bürgermeisterstelle nicht wieder auszuschreiben, sondern Bürgermeister Bocke, welcher seit 1883 an der Spitze unserer Stadt steht, auf Lebenszeit wiederzuwählen. Frankfurt. Auf der linken Mainseite oberhalb der alten Brücke wurde der achtzehn Jahre alte Kellner Ernst Nerr aus München als Leiche aus dem Main geländet. Die Leiche, die schon einige Zeit im Wasser gelegen hat, trug am Hinterkopf eine zwanzig Eentimeter lange Wunde, Verletzungen der Schädelhaut und der Schädeldecke. Die Verletzung ist vermuthlich durch ein scharfes Instrument beigebracht worden. Es liegt die Möglichkeit vor. daß Nerr im Streit erschlagen und dann in den Mam geworfen worden ist. An einem Neubau in der Gutzkowstraße in Sachsenhausen stürzte der etwa 30 Jahre alte perheirathete Mau rer Hirsch aus Großgerau vom dritten Stock und erlitt einenSch'ädelbruch, an dem er starb. Lüderbach. Futterknecht Adam Völlmer auf Hof Hllstefeld wurde an einem Baume in der Nähe des Hofes erhängt aufgefunden. Marburg. Das älteste Gebäude unserer Stadt, der in romanischem Stil erbaute Kilian, soll bis auf das Mauerwerk niedergerissen und wieder neu aufgebaut werden. Die alsdann entstehenden inneren Räume sollen dem hessischen Geschichts- und Alterthumsverein zur Aufnahme seiner Alterthumssammlung, die zur Zeit im Schlosse untergebracht ist, überwiesen werden. Ferner sollen diese Räume noch zu Ausstellungszwecken für kunstgeschichtliche und kunstgewerbliche Gegenstände dienen. Wiesbaden. Der Vuffetier eines hiesigen Hotel Namens Schauß hat sich, als er zum Militär einrücken

sollte, erhängt. Er hat eine größere Summe, angeblich circa 6000 Mark, unterschlagen. Bei der Revision der Telegraphenleitungen wurde der hiesige Obertelegraphenasstsient Kepper bei der Station Hattenheim von einem D-Zuz erfaßt und zur Seite gesckleudert. ' Er erlitt so scbwere Verlekungen am Kopfe, daß er sofort starb. ciittcrdeutsc7ic Stcrnten. A r o l s e n. Der langjährige Leiter des Realprogymnasiums, Schulrath Dr. Eversbach, wurde in Anerkennung seiner hervorragenden Verdienste von den städtischen Behörden zum Ehrenbürger ernannt. B e r k a a. Werra. Bahnarbeiter Härtung aus Gerstungen wurde beim Rangiren eines Zuges hier zwischen den Pusfern todtgedrllckt. Härtung war ein junger Mensch von 21 Jahren und eben erst vom Militär gekommen. Braunschweig. Dachdecker Robert Brandt stürzte vom Dache des Hauses Güldenstraße 65 auf dasStraßenpflaster und erlitt schwere Verletzungen an Armen und Beinen. Mittels Sanitätswagens wurde er nach dem Krankenhause gebracht. E i s e n a ch. An die Stelle des GeHeimen Kirchenraths Dr. Nicolai, der in den Ruhestand trat, ist Superintendent Wuttig in Auma berufen worden. Frankenhausen. Als der Landwirth August Schumann aus Steinthaleben nach hier gefahren war, um seinen 13 Jahre alten Sohn aus dem Krankenhause zu holen, und seine Frau mit noch zwei Söhnen mit dem .Vieh zu thun hatten, spielte das fünfjährige Kind mit einem fremden Mädchen an der Rübenschneide - Maschine, welche sie umwarfen. Das Kind kam dabei unter die Maschine zu lieg?? u.d wurde zu Tode gedrückt. G e r a. Polizeisergeant Stockeri stürzte sich in einem Fieberanfalle aus einem Fenster seiner Wohnung in den Hof. Der geachtete und beliebte Mann erlitt so schwere Verletzungen, daß der Tod alsbald eintrat. H e l m st e d t. Der bekannte und geschätzte Arzt Sanitätsrath Dr.Hampe ist nach kurzem Krankenlager verschieden. Er war der ärmeren Bevölkerung ein warmer Freund und uneigcnnütziger Berather. R u n st e d t. Todtengräber und Tagelöhner Andreas Behrends feierte mit seiner Ehefrau das Fest der goldenen Hochzeit. Dem Jubelpaare wurden viele Aufmerksamkeiten zutbeil. S a a l f e I d. Im Venachbarten Orte Schwarz wurde der in der hiesigen Nähmaschinenfabrik A. Knoch beschäftigte, aber kürzlich entlassene Schleifer Meyer aus Rudolstadt von einem Eisenbahnzug überfahren aufgefunden.- Ob Meyer, der auch noch die Aeußerung verlauten ließ, seine Braut erschießen zu wollen, dieses aber nicht ausfü"te, Selbstmord begangen hat oder einem Unglück zum Opfer fiel, ist nicht aufgeklärt. V a ch a. Commerzienrath Louis Heyligenstädt in Gießen hat der hiesigen Gemeinde ein Hausgrundstück im Werthe von 50.000 Mark geschenkt, aus dessen Erträgnissen bedürftige und würdige Personen unterstützt werden sollen. bcffeN'Darrnstrldt. D a r m st a d t. Kanzleidiener bei dem Ministerium des Innern Adam Funk wurde auf sein Nachsuchen in dki: Ruhestand versetzt und demselben aus diesem Anlaß das Silberne Kreuz des Verdienstordens Phillips des Großmüthigen verliehen. Ein Jubiläum seltener Art feierte Hofschreiner G. Schoremmer. 25 Jahre sind verflossen, dah er als aktives Mitglied in die Einschätzungs - Commission der zweiten Abtheilung der Steuerveranlagung eingetreten ist, wo er die ganze Zeit ununterbrochen thätig war. Gan-Algesheim. Eheleute Jakob Hang feierten das silberne Hochzeitsjubiläum. Griedel. Verschüttet wurde in einer Sandgrube der Landwirth Johannes Gimmes von hier. Er konnte nur als Leiche herausgezogen werden. Groß - Zimmern. Einer der ältesten Lehrer Hessens, Oberlehrer i. P. Vierheller von hier, ist im hohen Alter von nahezu 90 Jahren infolge Altersschwäche gestorben. Münster b. V. Auf unaufgeklärte Weise entstand in dem Hause des Jak. Gallon Feuer, durch welches das Haus vollständig eingeäschert wurde. O b e r i n g e l.h e i m. In der Priester'schen Hofreite brachFeuer aus, das sich auf zwei Nachbarhäuser ausdebnte. Awei Wohnhäuser nebst Scheunen sind gänzlich ausgeb tos dritte ist stark beschädigt. II r b 1 1 a ch. Gastwirth Balthasar Reiß in Mainz, ein geborener Urberacher, hat mit seiner Ehefrau der Gemeinde hier testamentarisch den Betrag von 10.000 Mark vermacht, zu Gunsten armer Gemeindekinder. Wcryern. München. Der hiesige Hilfscondukteur Christoph Zaus wurde bei der Einfahrt eines Personenzuges in Gauting. als d'ttftr außerhalb der Station die große .Nurve passirte, aus dem Milchwagen, in dem er die Milchkübel zurechtstellte, geschleudert und erlitt außer schweren inneren Verletzungen, yautrisse an Stirn und Hinterkopf and einen Daumenbruch. Zaus ist Vater von drei Kindern Augsburg. Sekretär der Süddeutschen Textilgenoffenschaft Jacob

Friedrich Sturm wurde in seiner Wohnung erhängt aufgefunden. Das Motiv der That ist unbekannt. Gr'ößeres Vcrmöaen soll vorgefunden worden sein. B a u n a cy. Bürgermeister und Distriktskassirer Johann Muckelbauer stürzte vom Scheunenbo??en auf die untenstehende. Dreschmaschine und verletzte sich so schwer, daß er starb. B a :n b e r g. Einer der angesehensten ur;d ältesten Bürger der Stadt, der langjährige GemeindebevolMächtigte Privatier Valentin Walter, feierte mit seiner Frau das Fest der goldenen Hochzeit. Der im engsten Famikienkreise begangenen Feier wohnte Zacj btx Kammerpräsident, Dr. v. Orterer, bei. Deggendorf. Bauer Well von Grimming wurde auf dem Wege von Sandweg nach Hause überfallen und seiner nicht unbedeutenden Baarschaft beraubt. Der muthmaßliche Thäter, der erst aus der militärischen Strafanstalt Oberhaus heimgekehrte Dienstknecht Joseph Muhr von Leoprechtstein, wurde in Rettenbach aufgegriffen und festgenommen. H o h e n f u x ch. Der älteste aktive Lehrer Oberbayerns, Georg Leberle Hierselbst, vollendete sein 50jähriges Dienstjubiläum. Der Jubilar, welcher sich noch seltener Rüstigkeit erfreut und noch lange nicht an den Ruhestand denkt, ist seit 33 Jahren auf seinem jetzigen Posten thätig. M o o s b u r g. Im hiesigen Mühlbach wurde der Privatier Jgnaz Heilmeier ertrunken aufgefunden. Bei der Leiche fanden sich übe? 1400 Mark in Baargeld. Ein Unglückssall dürfte vorliegen. Uebertrumpft.

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Fanni: Denk Dir nur Käthi, mei : Schatz, der Stadtschreiber Franzl, hat mich sitzen lassen." Käthi: O mei', mich hat sogar einmal ein Staatsanwalt sitzen lassen." Weitgehende Folge. Ich habe jetzt' ein Restaurant entdeckt, wo man sehr gut und billig speist." So, da werden Sie dann Ihre Berlobung wohl wieder rückgängig machen?" A e r 1t r e u t. HauZyaltenn: Um Gottes willen,' es sind Diebe im Vorzimmer." Professor: Führen Sie sie einstweilen in den Salon, ich komme aleich." Ueber die Ergebnisse der Hirschjagd im Staate Wisconsin wird aus Madison berichtet, daß in diesem Jahre von Personen, die außerhalb des Staates wohnen, sich aber in Wisconsin Jagdscheine erwirkt hatten, 493 Hirsche nach auswärts versandt wurden. Von Bewohnern des Staates wurden innerhalb des Staates 3418 erlegte Hirsche versandt. Im Jahre 1892 wurden im Staate 3666 Hirsche geschossen, gegen 3916 in diesem Iahre. Es wurden auch in diesem Jahre mehr Jagdscheine erwirkt als im letzten Jahre. Von seinem eigenen Hu nde theilweise aufgefressen wurde ein gewisser David Simmons von Spencer bei Parkersburg. W. Va., dessen Leiche vor einigen Tagen im Walde aufgefunden wurde. Ein Bein war von einem seiner Hunde total abgefressen worden. Nach den Umständen zu urtheilen, hatte sich Slmmons zufällig geschossen; der große seiner beiden Hunde hatte das Blut geleckt und begann an dem Beine zu beißen, obschon der Verwundete das Thier abzuwehren versuchte. Drei Tage später kam der Hund mit blutbedecktem Kopf nach der Wohnung Simmons' zurück. Man begann nach dem Manne zu suchen und fand schließlich den Leichnam, neben welchem der kleine Hund treue Wacht gehalten hatte. Interessante Angaben über Schiffsunfälle enthält der Iahresbericht des Vorstehers des Lebensrettungsdienstes S. I. Kimball. Es verunglückten in dem letzten Fiskaljahre 346 Schiffe mit 3682 Personen an Bord, von denen 20 umkamen. Die Schiffe mit ihrer Ladung hatten einen Werth von $8,848,215, wovon $7, 683.580 gerettet wurden. Außerdem wurden noch 351 kleinere Schiffe (wie Segelboote. Jollen) vom Unglück betroffen, wobei vier Personen umkamen. Die Lebensrettungsstationen retteten, bezw. unterstützten 573 gefährdete Schiffe und leisteten 433 anderen Schiffen Hilfeleistungen aller Art. Im Ganzen gibt es 273 Lebensrettungsstationen in den Ver. Staaten, wovon 196 am Atlantischen Ocean und am Golf, 16 an der Pacific-Küste, 60 an den großen Binnenseen und eine bei Louisville in Kentucky am Ohio gele-gen.

Z?oöcsprci8 für Psiysik.

Professor Brcqucrcl und den Entdcckcrn des Radiums zuerkannt. NöntgenS rrrungensdaft Tle ForschungAer gebniN BecquerelS und des Lurie'schen VhepaareS Wirkungen des Nadiums Alte Physikerfamilie LurieS Stellung. Wie vorauszusehen war, ist der annähernd 40.000 betragende physikalische Preis der Nobelstiftung vom norwegischen Storthing (Parlament) Heuer dem Physiker Becquerel in Paris Pro. Bccqucrcl in seinem Laboratorium. und den dortigen Eheleuten Curie, den Entdeckern des Radiums, zuerkannt worden. Die Entdeckung des Radiums ist eine Folge der von Röntgen bewirkten Auffindung und Nutzbarmachung der neben den sichtbaren Kathodenstrahlen cinhergehenden, den Körper durchleuchtenden unsichtbaren Strahlen. Die hierbei sich bethätigende Kraft blieb aber vorderhand verborgen, bis Bccquerel mit Uranpräparaten ähnliche Wirkungen wie Röntgen erzielte. Seine Veröffentlichungen veranlaßten das Ehepaar Curie zu ausdedehnteren Forschungen, und Frau Curie schied schließlich aus Uran, das in Pechblende gefunden wird, ein neues Element aus, welches sie erst Polonium und dann Radium benannte. Das Strahlungsvermögen dieses Elementes ist so stark, daß man bei geschlossenen Augen durch die dicksten Binden die Strahlen wahrnimmt. Bringt man Radium in ein Zimmer, wo aus einer ElektrisirMaschine große Funken gezogen werden, so hören die letzteren sofort auf. Aus einer gewissen Entfernung vermag man mit Radium eine Dynamomaschine in Betrieb zu setzen. Glas bekommt unter der Einwirkung des Radiums grüne, blaue und gelbe Färbungen. Freilich ist das Element zur Zeit noch fast unerschwinglich theuer. Dr. Kiesel in Prof. Curie mit Gattin und Kind. Braunschweig erzeugte aus 10,000 Pfund Pechblende nur 0.303 Grains Radium. Ein Pfund Radium käme auf ungefähr $1,250.000 zu stehen. Antoine Henri Becquerel, der 1852 in Paris geboren ward, entstammt einer alten Physikerfamilie. Sowohl sein Vater als sein Großvater waren hervorragende Physiker. Antoine Henri Becquerel studirte an der PolytechNischen Schule zu Paris, sowie an der Schule für Brücken- und Straßenbau und graduirtc als Ingenieur. Im Jahre 1878 wurde er Professor für Physik am Pariser Museum für Naturwissenschaften; 1889 kam er als Professor an die Polytechnische Schule. Becquerel gilt als einer der größten Physiker der Erde; für seine bedeutenden Arbeiten auf optischem Gebiete wurde er von der.Noyal Society von England mit der Rumford-Medaille ausgezeichnet. Pierre Curie, der dermalen 41 Jahre zählt, ist Professor an der Pariser Schule für industrielle Physik und Chemie. Seine Gattin, eine geborene Sklodowska aus Warschau, ist 36 Jahre alt. Sie bethätigte sich zunächst als Lehrerin und kam im Alter von 21 Jahren nach Paris, um an der dortigen Universität zu studiren. Während sie in einem chemischen Laboratorium arbeitete, machte sie die Bekanntschaft Curies. der sich wegen ihres wissenschaftlichen Eifers für sie interesfirte und später mit ihr die Ehe einging, der ein jetzt sieben Jahre altes Tochterchen entsprossen ist. Frau Curie promovirte zum Doktor und versieht zur Zeit eine Lehrerstelle an der OberNormalschule zu Sevres bei Paris.

Der Mcjstrzahn. Sie furchtbare Waffe eineS Raubthierkß Iti Vorzeit uns ihre Berwendung. Ein furchtbares Raubthier, im Vergleich zu dem ein Löwe oder ein Tiger als ein zahmes Geschöpf crs.eint, ist heute nur noch aus seinen Resten bekannt, die einen Schluß aus seinen Körperbau und seine körperlichen Leistungen gestatten. Es war ein Vorfahr unserer heutigen Löwen und Tiger, der noch gleichzeitig mit dem Urmenschen auf der Erde lebte, jetzt aber jedenfalls schon seit Jahrtausenden ausgestorbcn ist. Der Name, den die Wissenschaft ihm gegeben hat, ist Machärodus, zu deutsch Messerzahn. In den erdgeschichtlichen Werken ist es auch messerzähniger Tiger" genannt, obgleich kein Grund für die Annahme gegeben ist, daß es eine größere Aehnlichkeit mit dem Tiger als etwa mit dem Löwen aufgewiesen hätte. Wenn man in einem Museum den Schädel dieses ausgestorbenen Raubthiers betrachtet, so fällt zunächst seine nach Stärke und Form ganz ungewöhnliche Bezahnung auf. Das Gebiß eines Löwen oder eines Tigers nimmt sich fast wie ein Spielzeug daneben aus. Aus dem Oberkiefer ragen ein Paar furchtbar entwickelte Eckzähne, die, an den Rändern gekerbt, mit scharfen Schneiden wie zwei gewaltige Dolche herabhängen. Bei den ältesten Formen w"lren die Zähne noch nicht so ausgebildet, sie erreichten ihre größte Stärke und Länge erst bei den Vertretern der Sippe, die mit dem Menschen zusammen während der sogenannten Eiszeit lebten. Das Gebiß dieses Raubthiers hat den Gelehrten ein Räthsel aufgegeben. das jetzt vielleicht gelöst ist. Es entstand nämlich die Frage, wie ein Thier mit so ungeheuerlich verlängerten Zähnen seine Beute zu packen vermochte. Die beiden Eckzähne standen so weit aus dem Oberkiefer heraus, daß es fast unmöglich schien, daß das Thier trotzdem fein Maul weit genug hätte öffnen können, um ein Wesen zu packen. Dazu kommt noch die eigenthümliche Beschaffenheit des Unterkiefers,, der verhältnißmäßig schwach entwickelt ist. viel weniger kräftig als bei den großen Raubthieren der Gegenwart. Von einer Seite ist die Vermuthung aufgestellt worden, es habe seine Riesenzähne als Dolche benutzt, ohne das Maul zu öffnen. Das muß aber wohl als ausgeschlossen gelten, weil den ältern Vertretern des Geschlechts die Eckzähne noch nicht weit genug über den Unterkiefer hervorgestanden haben können, um bei geschlossenem Maul als Waffe benutzt zu werden. Andere sind auf den seltsamen Gedanken gekommen, das Thier habe seine Hauer dazu benutzt, um auf Bäume zu klettern; noch andere Forscher haben gemeint, diese Raubthiere seien Wasserbewohner gewesen und hätten von den mächtigen Eckzähnen einen ähnlichen Gebrauch gemacht wie das heutige Walroß. Ein Gelehrter des Amerikanischen Museums für Naturgeschichte, Dr. Matthew, hat auf Grund einer sehr gründlichen Untersuchung der in den Museen aufgespeickierten Ueberreste des Machürodus eine Theorie aufgestellt, die eine bessere Erklärung enthalten dürfte. Er glaubt nämlich, aus der Beschaffenheit des Kiefergelenks schließen zu 'dürfen, daß die Thiere im Stande waren, ihren Unterkiefer vollkommen nach unten fallen zu lassen, so daß er senkrecht herabhing. Unter diesen Umständen stand ihnen dann nichts mehr im Wege, die riesigen Hauer als eine Hieb- und Schnittwaffe zu benutzen, die allerdings im Verein mit einer großen Muskelkraft von entsetzlicher Wirkung gewesen sein muß. Noch eine andere Thatsache ist dieser Auffassung besonders günstig. Die Hufthiere, von denen sich die jetzt lebenden großen Raubthiere hauptsächlich nähren, also d!e Wiederkäuer, wie die Antilopen, Giraffen us. w., sind alle schlank gebaut und haben einen langen Hals, den ihre Gegner zu durchbeißen pflegen. Die Ahnen der Hufthiere aber, die gleichzeitig mit dem Machärodus lebten, waren gedrungene Formen mit kurzem Hals, denen ein Löwe oder Tiger schwer beikommcn könnte, zumal sie wahrscheinlich mit einer unzewöhnlich dicken Haut ausgestattet waren und mehr den jetzigen Tapiren und Schweinen glichen. Gegen solche Geschöpfe waren nun die Dolche des messerzähnigen Tigers eine höchst geeignete Angriffswasfe ' New Mexikos Entwicklung. Der Jahresbericht des Gouverneurs Otero von New Meriko tritt für die Zulassung des Territoriums als Bundesstaat ein. In dem Bericht wird angeführt, während des letzten Jahres sei mit dem Bau von Eisenbahnen ununterbrochen fortgefahren worden und es seien darin große Kapitalien angelegt. Die Finanzen des Territoriums befinden sich in glänzender Lage und ebenso steht es um die Counties und Städte mit wenigen Ausnahmen, in welchen man seit Jahren es an der er forderlichen Sparsamkeit hatte fehlen lassen. Das Territorium und die meisten Counties tilgen ihre Schulden und refundiren sie zu einem geringeren Zinsfuß. Die Einschätzung von New Meriko ergibt eine Zunahme gegen das Vorjahr um $1.000.000, trotzdem sie nur etwa 20 Prozent des wirklichen Werthes repräsentirt. Der Ertrag der Steuern während der letzten sechs Monate ist gegen den entsprechenden Abschnitt des Vorjahres um $50,000 ge-stiegen.