Indiana Tribüne, Volume 27, Number 105, Indianapolis, Marion County, 23 December 1903 — Page 5
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ficqcnDe Mnschcn. Von Victor Ottmann. Nimmst du. lieber Leser, vielleicht mit VetrübniK wahr, wie ein verfrüh-
ter Herbsttag seine Visitenkarte bei dir abgibt und dein Haupt mit Silberfäden ziert? Du hast nicht nöthig, deshalb den Spiegel zu befragen; denn täglich findet sich ein guter Freunder kann auch dem schöneren Geschlecht angehören), der dir sagt: Ist es möglich? Sie bekommen schon graue Haare?" Mit geheimer Sorge stehst du deinen einst so schlanken Leib ganz unmoderne Rundungen annehmen; denn Kummer und Seufzen bläst den Menschen auf wie einen Schlauch", wie Fallstasf sagt. Gieb' dir nicht erst Mühe, es selbst zu konstatiren; denn du kannst sicher darauf rechnen, daß täglich irgend ein lieber Mitmensch die Bemerkung macht: Nein, wie Sie korpulent werden! 3r Kinn bekommt ja einen klassischen Faltenwurf!" Du verziehst deine Mienen zu einem krampfhaften Lächeln und denkst im Stillen: Der Schlag soll ihn tref-, fen..." Ein anderer guter Freund findet ein eigenthümliches Vergnügen daran, dir mit dem Ausdruck innigster Theilnahme zu sagen: Sie sehenin letzter Zeit aber schlecht aus, wollen Sie einmal einen tüchtigen Arzt konsultiren?" Dieselbe Sorte von guten Freunden macht sich kein Gewissen daraus, im Gespräche mit dir gern die Worte einzuflechten: Aber Sie befinden sich ja immer noch in den besten Jahren." Als wenn dann die guten nicht längst vorüber wären! Und dieses immer noch" und dieses hald mitleidige, halb ironische Mienenspiel perfid ist so etwas! Ach ja, es gibt schon reizende Menschen! Sie wissen Einem immer etwas Angenehmes zu sagen. Mit zuckersüßem Lächeln kredenzen sie eine bittere Pille, und man soll sie wie ein Bonbon in den Mund stecken. Schließlich meinen sie es auch gar nicht böse, sie sind einfach in naiver Weise taktlos. Solche Unglücksmenschen bekommen es fertig, im Geplauder mit einer nicht mehr ganz jungen Dame seufzend die Vergänglichkeit derSchönheit und die Beständigkeit der Jugend zu erörtern und Redewendungen zu gebrauchen, wie beispielsweise: Vor 25 Jahren, Sie erinnern sich wohl noch. . Jemand, der sich mit einer größeren Anzahl Bücher umgibt was in den Augen vieler Deutscher eine sinnlose Verschwendung ist, weil man doch das Geld weit vortheilhafter in'3 Wirthshaus trägt fragen sie Harmlos: Ja. lesen Sie denn die Bücher auch?" Beim Anblick eines seit längerer Zeit nicht gesehenen, schon etwas wl.ckeligt.n Jub-lgrcises rufen sie freubig aus:' Potztausend, Sie leben immer noch?" und leiten damit ein Gefpräch über die Vorzüge der Feuerbestattung und die Unannehmlichkeiten deö Lebendigbegrabenseins ein. Daß sie sich mit einem vor der Operation Stehenden über die Eonstruktion der Knochensäge und mit einem kinderlos sen Ehepaar über Baby - Ausstattungen unterhalten, ist bei diesen reizenden Menschen selbstverständlich. Sie haben das Talent, immer das unpassendste Thema anzuschlagen und auf die harmloseste Weise die verfänglichsien Fragen zu sicAen. Zur Strafe sollten sie täglich tausend Mal ab schreiben: Im Hause des Gehängten spritch man nicht vom Strick", d. h, mit anderen Worten: man vermeidet im Gespräch alles, was geeignet sei? konnte, bei einem Anwesenden peinliche Erinnerungen undVorstellungen wachzurufen. Das wäre die taktlose Kategor der reizenden Menschen. Ihr Fall ist nicht hoffnungslos; denn da es zumeist gutartige, nur unüberlegte Menschenkinder sind, haben sie Aussicht auf Bes serung. Schlimmer steht es mit bei Rücksichtslosen. Nach der Meinung gewisser Pseudo - Uebermenschen, bis sich aus den aufgespickten Krümelr mißverstandener Philosophie eiw: Ar1, von individualistischer" Welian schauung zusammengeklittert haben gehört ja Rücksichtnahme zu den üb wundenen Standpunkten. Merkwür.' digerweise sind diese Apostel des ge. funden Egoismus" immer sehr entrü' stet, wenn man ihr System auf su selbst in Anwendung bringt. Ab on den Rücksichtslosigkeiten starten Khlibers abgesehen, bringt uns ja täg lich em Dutzend kleiner Vorfälle im mer wieder zum Bewußtsein, was sin liebe Mitbürger es doch gibt. Reizende Menschen sind es, die im Thea ter stets zu spät kommen, die im Va riete den Cylinder aufbehalten, weil sie gehört haben, daß es in Paris ss Mode wäre (nebenbei bemerkt, trifft das nur unter gewissenUmständen zu) die, wenn sie auf der Straße Jemand anrennen, sich nicht nur nicht entschuldigen, sondern einfach ein wüthendes Gesicht machen oder grob werden; die im Gefühle ihrer Un widerstehlichkeil anständiae Damen mit Blicken und Worten belästigen; die im Lokal sich mit überlauter Stimme unterhalten. den Kellner anschreien und die ande ren Gäste herausfordernd fixiren. Reizende Menschen sind es auch, di sich eine Spezialität daraus machen, dem Mitmenschen einen Floh in'3 Ohr zu setzen" und sich unter der Maske biedermännischen Wohlwollens in verschleierten Andeutungen ergehen? reizende Menschen, die über jeden An deren etwas Unvortheilhaftes zu sa
gen loincn, jcces vnfcig, nur niazi ihren eigenen, hämisch bekritteln und fremde Privatangelegenheiten so lange durchschnüffeln, bis sie glücklich ein vaar blecke und wunde Stellen ent-
deckt haben. Hoffen wir, daß ihnen dafür in der Hölle ein recht molliges Nläkcken reservirt wird! Ein armer Hausirer. der von einem gütigen alten Herrn sehr rücksichtsvoll behandelt wurde, faßte sein Erstaun nen darüber in die Worte zuse.mm.cn: Entweder ist der gnädige err auch einmal Hausirer gewesen, oder er ist ein wirklich vornehmer Herr. Es liegt ein tiefer Sinn in diesem schlichten Ausspruch, und wer sich die Mühe gibt, ein wenig darübe: nachzudenken. wird dann den schwierigen Begriff Takt" leichter vefiniren können. Jene hochgestellte Dame, die einst ein paar arme Fraen an ihrer Tafel speisen Iren und. als diese die ichonen Servietten nicht zu benutzen waaten und ihr Taschentuch über dem Schooß ausbreiteten, ebenfalls ihr Taschentuch hervorholte und dasselbe that, bewies damit ein hohes Man von Takt. Der taktvolle Mensch hat eben das Talent, über gewisse Dinge hinwegzusetzen und unter umstanden blind und taub zu sein. Das läßt sich aber von jenen reizenden Menschen nicht behaupten, die im Gefühl ihrer Ueberleaenheit stets zur Hand sind, einen Verstoß zu rügen. Spricht Jemand in ihrer Gegenwart einen fremden Namen falsch aus oder begeht sonstwie eine Unaksckicklickkeit, so beeilen sie sich sofort, den cynitzer recht ausfällig zu verbessern. Und dabei ahnen sie in ihrem plumven ISifer gar nicht, wie taktlos sie sind! Gewisse Wahrhcitsfanatiker glauben ein Recht auf Taktlosigkeit zu be sitzen und sind schnell mit dem Vorwurf der gesellschaftlichen Lüge bereit, wenn man nicht überall das System der schroffen Aufrichtigkeit anwendet. Alle Achtung vor diesen Märtyrern der Ueberzeugung aber ist das Be" streben, dem Nächsten einen Gefallen zu erweisen, ihm einen Augenblick der Selbstzufriedenheit und eine unfchuldige, wohlthuende Illusion zu berei ten. aus der er neue Kraft zur Lebensbejahung schöpft, nicht auch ganz chrenwerth! Die reizenden Mitmenschen. die uns um jeder Bagatelle willen so gern die Wahrheit sagen", sollten doch daran denken, daß die bunte Bühne, auf der wir eine kleine Gastrolle spielen, im letzten Grunde auf nichts Anderem beruht als auf Jllusion. (Sin fftsttag in Deutsch.Ostafrika. Wie der Geburtstag der deutschen Kaiserin in Dar - es - Salam aefeiert wurde, schildert die Teutsch - Ostafrikanische Zeitung: Etwa gegen 8 Uhr Vormittags hatte . am 22. October Dar - es - Salam seine Festtoilette beendet. Fast über jedem Hause wehten die schwarz - weiß - rothen Farben. und in Flaggengala prangten die 'schiffe im Hafen. Valmwedel schmücki'v die Thüren, die Pfeiler und die Wände der Gebäude. Die Parade, welche sonst stets nach den FestgottesDiensten in der evangelischen und katholischen Kirche auf dem Bismarckplatz stattfand, fiel allerdings dieses Mal wegen der Abwesenheit des größten Theals der 5. Compagnie aus. dafür ertönten aber um 12 Uhr die üblichen Salutschüsse vom Wilhelmsufer her. " Um 4 Uhr Nachmittags nahm das Volksfest im Palmenwalde seinen Anfang. Der gutgewählte Festplatz war durch das Bezirksamt in Ordnung gebracht worden; Seilgeländer trennten die einzelnen Spielplätze, auf denen sich die schwarze Bevölkerung, Jugend undErwachsene. bis in den Abend hinein an den landesüblichen Tänzen und europäischen Prcisspielen belustigte. Bei Stangenklettern. Sacklaufen, Wassertragen, Topfschlagen, Wettessen, Tauziehen etc. waren Zuschauer und Mitwirkende in gleicherWeise interesstrt. An komischen Bildern ,oar kein Mangel. Die wohl der ganzen Menschheit angeborene Schadenfreude ließ auch auf afrikanischem Festplatze alle lustigen, kleinen Mißerfolge mehr hervortreten, als die gelungenen Leistunqen. Gegen 6 Uhr Abends war die Feier in dem Palmenwalde beendet, nachdem' alle die vielen kleinen Geschenke, welche vom Bezirksamt und Schule für die schwarze Jugend e sorgt waren, ihre neuen Eigenthümer gefunden hatten. Beschlossen wurde der Tag von der schwarzen Bevölkerung durch einen Goma", während die Europäer zum größten Theil In tu nem Restaurant bei einem kalten Schoppen des hohen Geburtstagskindes gedachten und den munteren Klangen der gut. geschulten Askariakapelle lauschten. FalschangebrachtesCit a t. Photograph: Ich habe Sie so lange in meinem Atelier vermißt; Sie waren doch früher immer ganz zufrieden mit meinen Leistungen. Kunde: Eben deswegen; ich sagte mir: Bist Du wo gut aufgenommen, darfst Du nicht gleich wiederkommen! Verschnappt. Untersu chungsrichter: Leugnen Sie doch nicht; der Zeuge hat ausdrücklich zu Protokoll gegeben, daß Sie versucht hätten, ihm die goldene Uhr zu entreißen. Angeklagter (eilig): Also es war wirk, lich Gold? Na, das sollte ich gewußt haben!
Einem weiblichenRechtsanwalt. Frl. Rosalie Loew mit Namen, ist in New Jork die Aufnahme in die Bar Association" verweigert worden. Es hat sich ergeben, daß die Mehrzahl der Mitglieder, ohne gegen Fräulein Loew persönlich etwas zu haben, doch entschieden dagegen ist, daß
Frauen in den Verein aufgenommen werden. Wahrscheinlich wird ein diesbezüglicher Zusatz in die Statuten aufgenommen werden. Ein Mitglied der Association aufarte sich darüber: Das Haus der Bar Association ist ausgesprochen ein Platz für Männer. In der Bibliothek machen sich' die Anwälte bequem, legen ihre Nöcke, zuweilen auch ihre Kragen ab. Sie rauchen. wann und wo es ihnen gefällt. Nach den regulären Sitzungen wird ein leichtes Essen servirt, wobei Jedermann raucht und trinkt und Geschiehten erzählt, und dabei touri; sich eine Frau kaum wohl fühlen. Natürlich, ein weibliches Mitglied braucht ja nicht nach den Sitzungen zur.? gesell:gen Theile dazubleiben, aber es wäre auch nicht recht, von eine': Frau zu verlangen, daß sie sich sogleich, nachdem der geschäftliche Theil erledig! ist, nach Hause begebe." D e r 30 j ä h r i g e G r a f Oskar Kornis war vor längerer Zeit aus Ungarn nach Paris gekommen und hier der Gemahlin eines Lsterreichischen Diplomaten vorgestellt worden. Die Dame starb kurz darauf und seitdem hatte Graf Kornis die fixe Idee, daß der Geist der Verstorbenen ihm jede Nacht erscheine. Ueber diese Wahnvorstellungen und die Liebhaberei des Ungarn, alte Revolver aufzukaufen, lachten die Nachbarn des Grafen, der ein möblirtes Zimmer im fünften Stock eines Hauses im Quartier Cabin bewohnte. Plötzlich aber wurde Graf Kornis von Tobsucht befallen. Er steckte mehrere seiner Revolver zu sich, trat auf den dunklen Corridor seiner Wohnung hinaus, traf dort seinen Stubennachbar Oliva und schoß ihm in die rechte Hand. Darauf stürmte er die Treppe hinunter; hierbei feuerte er auf das Zimmermädchen Thieolnin und die Portiersfrau Fejot und verletzte beide schwer. Schließlich zog der Wahnsinnige noch zwei Revolver hervor, setzte die Mündungen an seine Schlafen, drückte ab und sank todt zu Boden. Ein Naubanfall auf einen Postbeamten wurde unlängst kurz vor Schluß der Dienststunden in einem Altonaer Postamt verübt. Der Geschäftsbote einer Viehcommissionsfirma trat, als der Schalterraum gerade leer war, an den diensthabenden Assistenten mit der Bitte heran, ihm ein Zwanzigmarkstück in vier Fünfmarkscheine einzuwechseln. . Als dez Beamte einen Stapel Papiergeld ergriff, um die gewünschten Scheine herauszusuchen, entriß ihm der Bote mit einem Ruck die Banknoten insgesammt 10,300 Mark und lief davon. Der Assistent behielt jedoch seine Geistesgegenwart; er stürzte, so schnell er konnte, dem Rauber nach und verfolgte ihn in rasender Hast durch verschiedene Straßen, bis der schon ermattete Dieb in ein Haus flüchtete. Dort gelang es ihm, den zu Tode erschöpften Boten zu stellen, der nun willig das Geld auslieferte und sich ohne Widerstand der Polizei übergeben ließ. An der Summe fehlte ein Tausendmarkschein, der bei der wilden Hast verloren gegangen, aber später von einem kleinen Knaben gefunden worden war. Eine eigenthümliche Feier fand dieserTage in Florenz statt: die Einweihung der neuerbauten russischen Kirche. Die Kirche, 1893 begonnen, ist ein stattlicher Bau aus Fiesolaner grauem Sandstein in griechischer Kreuzform, mit Freitreppe, Vorhalle und fünf Kuppeln mit hohen, kettenverankerten Kreuzen Majolikafriese, buntglastrte Schuppenziegel und reiche Vergoldung gaben ihr die charakteristische, orientalische Pracht. Zu der EinWeihungsfeierlichkeit waren der russische Gesandte und der Archimandrit aus Rom gekommen, außerdem das Qfficierscorps des russischen Panzerkreuzers Osliabia", der in Spezia vor Anker lag. Marinesoldaten hatten die Ehrenwache. Die Ceremonie . begann mit dem Einschlagen von vier Nägeln in das Fußgestell des Altars: ein Symbol der Kreuzigung. Darauf wurde der Altar mit Spezereien gewaschen, gesalbt, in ein weißes Leintuch gehüllt und mit emer Schnur umwunden: zur Erinnerung an die Grablcgung Christi. Alsdann wurden auch die vier Wände des Tempelraumes gefirmelt und dann mit den Reliquien in dem zur Kirche gehörigen Parke ein feierlicher Umzug gehalten. Die Sonne schien herrlich, und die stattn chen Seeleute in Galauniformen, mit Mahnen und Welhgesaßen, die Priester in Prunkgewändern und die eleganten Damen und Herren der ortyodozen Gemeint im feierlichen Zuge gaben mteressante Bilder. Boshaft. Hausarzt (nach dem er die franse11. Gnädige unterlucht und fortgebt): . . . Keine Gnä dige Adje!. . . Bleiben Sie hübsch mpnvr Höchste Protzerei. Diener: Befehlen Herr Baron, daß ich die Automobillaterne anzünde?" Varon von Goidhelm (verwundert): Wozu Beleuchtung, wenn man siebt funkeln meine Brillantrinache auf y . 'im
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Juternrban-Car vs Möbelwagen. Gegen 7 Uhr gestern Abend wurde auf der Central Avenue an der
23. Straße ein von dem 35-jäh rigen und in No. 1206 Hoyt Ave. wohnhaften Albert Code kutschir er Ablieferungs-Wagen der Peoples Outfitting Co." von einer Car der Noblesville-Jnterurban-Linie jählings angerannt und theilweise demolirt. Code selbst wurde von seinem Sitze herab auf das Straßenpflaster ge chleudert und trug an Kopf und Ge icht nicht unbedeutende Wunden da Von. Er wurde von Dr. Crockett per DiZpensariums Ambulanz in'S St. Vincent's Hospital überfährt, nachdem er aus seiner Betäubung erwacht war. Cove's Gehülfe kam mit dem Schrecken davon; doch wurde ein Pferd des Ge spanns derart verletzt, daß es getödtet werden mußte. In verschiedenen ftädt. Schulen fanden bereits gestern hübsche Weihnachtsfeiern statt. Heute und morgen folgen andere. Der Deutsch - Texane? F. H. C. Becker von Hockley, 35 Meilen von Houston, früher County-Commis-sär von Harris County, ist von der deutschen Regierung als BaumwolleInspektor in der deutschen Colome Ost-Afrika ernannt worden. Er soll als erfahrener Baumwollezüchter dem Baumwollebau in iener deutsch-afrika-nischen Colonie aufhelfen. In B r i d g e p o r t, C o n n., ist Frau Emma Müller, welche sich erst vor Kurzem verheirathet hatte, an einer Krankheit gestorben, welche sonst nur bei Pferden vorzukommen pflegt, nämlich am Rotz. Sie war schon krank, als ihre Trauung vollzogen wurde, aber die Symptome der Krankheit entwickelten sich erst später. Eine Woche vor ihrer Hochzeit war sie zur Stadt gefahren und hatte Einkäufe gemacht, und nach ihrer Rückkehr schirrte sie das Pferd ab. Man vermuthet, daß das Thier an der Krankheit gelitten hat, die dann durch eine Abschürfung übertragen worden ist. Ein Geschenk, wie es Edward Drake. der Conducteur eines Pullman - Wagens der Eriebahn, dieser Tage von einem Gönner erhielt, wird nur wenigen zu Theil. Stolz zeigte er seinen Freunden eine $1000 Vlott, die ihm ein reicher Töpfereibesitzer'von Sharon, Pa., verehrt hatte. Drake ist Conducteur des Zuges zwischen Jersey City und Cleveland und war bei den Passagieren, die öfters mit seinem Zuge fuhren, sehr beliebt. Auch der Töpfereibesitzer schien großes Interesse an ihm zu nehmen und als ihm Drake einstmals erzählte, daß er in Kurzem henathen werde, versprach ihm dieser eine $1000 - Note, im Falle das erste Kind ein Junge sei. Als nun kürzlich der Stammhalter eintraf, bekam Drake ein Packet, das die Geldnote und ein Glückwunschschreiben enthielt. Das Erde - Departement der Staats-Ackerbauschule von Iowa bat mit einer Reihe von Erperimenten begonnen, um den Verhältnißmäßigen Ertrag von Korn auf Boden festzustellen, der im Herbste oder im Frühjahr umgepflügt worden ist. Viel von den hierfür erforderlichen Grundlagen werden aus den Verichten hervorragender Farmer aus allen Theilen des Staates genommen wer den, sollen aber unter der direkten Aufsicht der Mitglieder des Departements stehen, ferner soll eine genaue Analysis des Grund und Bo dens in verschiedenen Gegenden des Staates vorgenommen werden, um dadurch festzustellen, welche Elemente der Pflanzennahrung darin enthalten sind und weiche ihm fehlen. Wenn dies festgestellt ist, so wird der Versuch gemacht werden, die Farmer zu be wegen, die fehlenden Bestandtheile dem Boden durch geeigneten Dunger zuzuführen. Eine Forellen - Streitfraae bat sich im Staate Wisconsin aufgeworfen. Henry Clay Pierce von St. Louis besitzt am Brule - Flusse, ungefähr 30 Meilen von Superior, in dem Bezirke des Stadtchens Lake Nebagamon eine prachtvolle Fischreserve, die wohlversehen ist mit gezüchteten Bachforellen, die sich auf eine Million Dollars im Werth belaufen. Die Steuerbeamten des Städtchens haben die in der Reserve befindlichen Fische als steuerbares Eigenthum anaeseben und verlangen von Pierce eine Steuer von $2000. Pierce weigert sich, die Steuer zu bezahlen und behauptet, daß die Fische nicht steuerbar sind. Inzwischen haben die Beamten die Fische mit Besmlaa belegt. Pierce wird die Sache, wenn nöthig, an das Obergericht zur Entscheidung bringen. Jeden Sommer kommt Herr Pierce mit Familie einige Wochen nach Superior.Um zu flicken. ?ln den von ,bm angelegten Teichen und kleinen Seen befinden sich Millionen der schönsten bunten Forel;UN.
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