Indiana Tribüne, Volume 27, Number 104, Indianapolis, Marion County, 22 December 1903 — Page 5
Jndiana Tribüne, 2S. Dezember 1903.
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Der Holztcrmin. Skizze von Fritz Lkowronnek. Wenn man den alten Knasterbärten unter den Förstern, die etwas lögenhaft to vertellen" Pflegen, glauben will, dann waren die Holzjrmine in den ßioen preußischen Ctaatssorsten des Osttnä früher so eine Art Volksfest. Alle Grünröcke der Dbersörsterei pflegren sich dazu einzufinden und auch ihre Frauen mitzubringen. Unter den Kauflustigen waren alle Stände dertreten. Da saßen die Gutsbesitzer der Umgegend, die damals noch nicht nothlcidend waren und deshalb im Volksmunde Dickköppe" hießen, bramsig hinter einer Buddel Rothspohn" und spielten, um einen Dhaler die Partie, das alte Spiel Schasskopf", dessen ehrlichen Namen sie in Merino" mit dem Ton auf der ersten Silbe veredelt hatten. Sie waren sowohl beim Wirth wie bei der Forstverwaltung hoch angesehen, denn sie verzehrten viel und pflegten sich nicht selten das Vergnügen zu machen, die Händler beim Bieten hoch zu treiben. Unter den Händlern konnte man mit Leichtigkeit zwei Sorten unterscheiden. Da waren erstens die Kopzchöller", Leute ohne bestimmten Beruf, die sich überall umhertrieben, wo etwas gekauft und verkauft wurde. Auf den Viehmärkten halfen sie den Großhändlern, die Bauern mürbe zu machen, tauften wohl auch manchmal ein Hei ms Stück auf eigenes Risiko. Bei den Holzterminen suchten sie hier und da eine Klafter oder zwei zum Taxpreis zu erstehen, um sie sofort an Leute, die sich nicht vorzudrängen verstanden, mit geringem Aufschlag weiter zu geben. Wie ganz anders traten die GroßHändler auf! Die saßen behaglich am Tisch des Oberförsters, ihr Notizbuch vor sich, überboten sich nicht gegenseitig, sondern ließen ruhig einen ihrer Gilde sagte: Mein Gebot!" Aber wehe dem, der sie durch Ueberbieten reizte! Dann pfefferten sie gleich zehn Dhaler" hinterher und noch so oft zehn Dhaler", bis dem Wettbewerber die Puste ausging". Nicht selten erschienen außer den Vertretern der Schneidemühlen Händler aus Holland. Sie kauften nur ganz außergewöhnlich starke Eichen, Kiefern und Fichten, die als Mastbäume vom Schiffbau verwendet wurden. So starkes Holz gibt es heute bei dem hastigen Wirthschaftsbetrieb nicht mehr; nur in der Johannisburger Heide gibt es noch kleine Bestände uralter Kiefern, die amStammende einen Durchmesser bis zu l1 Meter aufweisen. Bei achtzigjähri gem Umtrieb kann man freilich solche Waldriesen nicht erziehen... Hinter den Vertretern des Großkapitals' drängten sich die kleinen Leute. Bauern, die einige Stück Bauholz zu einem neuen Stall brauchten, Stellmacher, Böttcher und Tischler, die froh waren, ihr Klasterchen Nutzholz zur Taxe erstehen zu können, wohlgenährte Bäckermeister, die Kloben und Knüppel zum Heizen ihres Backofens kauften. Dazwischen wimmelte es von Leuten, die bei dieser Gelegenheit irsend ein Geschäft abschließen wollten. Fuhrleute boten den Käufern, ihre Gespanne zum Abfahren des Holzes an, die Führer der Flößer aus dem Netzebruch erschienen, um mit den Händlern den Wassertransport der Holztraften zu vereinbaren. Noch heute geht viel Holz aus der Johannisburger Heide auf dem südlichen Abfluß des Spirdingsees, dem jsscck, nach Rußland hinein und dort auf dem Narew und Bug zur Weichsel. Von dort geht es entweder nordwärts nach Danzig oder durch Netze und Warthe weiter nach Westen. Das sind harte, wetterfeste Gesellen, die Flößer! Sie müssen die Hölzer, ungefüge Stämme von zwei bis drei Festmer Gehalt, aus der Ablage am Seeu r in's Wasser bringen, dort mit Stan. gen und fußlangen Nägeln verbinden und dann die Traften meilenweit bis zu einer geschützten Bucht am Eingang des Spirdinq bringen, wo derSchleppKämpfer sie in Empfang nimmt. Dort gibt es oft unfreiwillige Ruhetage, denn der gewaltige Binnensee ist nur bei ruhigem Wetter zu durchqueren. Ein ähnliches Treiben wie früher auf den Holztcrminen kann man noch heute in Lithauen beobachten, wenn die Jnsterwiesen verpachtet werden. Der winzige Fluß, btv aus einem Hochmoor, der großen Plinis, entspringt, schlangelt sich meilenweit in mäandrischen Windungen durch ein weitesWiesenthal. das er im Frühjahr zu einem See verwandelt. Gegen Johann! steht dann das Gras mannshoch. Zum Verpachtungstermin eilen dann meilenweit die Besitzer herbei. Um das einsame Gasthaus in der Forst fährt eine Wagenburg auf, zu Hunderten lagern die Männer im Walde und warten, bis ihr Bezirk an die Reihe kommt. Mitten zwischen ihnen hat der Gastwirth im Grünen einen Ausschank errichtet; ein Faß Bier nach dem andern wird angestochen und mit fabelhafter Schnelligkeit geleert, denn die lithauischen Besitzer sitzen noch alle auf einem wohlgefllllten Geldsack. Mit den Holzterminen ist. um einen vulgären Ausdruck zu gebrauchen, nichts mehr los". Die Forstverwaltung läßt jeden Stamm, der ..icht ganz so krumm ist wie ein Fidelbogen, als Bauholz einschlagen. Damit hn sie sich in die Hände der Händler und Schneidemühlenbesitzer gegeben, die
iqigejcuioHn rote ein yttng oie Preise bis zur Hälfte der Taxe heravdrücken. In großen Loosen wird der Holzvorrath ausgeboten, in wenigen Stunden sind die Gebote abgegeben und die Sprockhaufen, die den Händlern zu gerinqwerthig ersckeinen. an kleine teilte verkauft. So ist es gekommen, daß mitten im waldreichsten Gebiet Deutschlands die Menschen ihre Oefen mit Torf oder Steinkohlen heizen. Es ist, als wenn die moderne EntWicklung darauf u'sgeht, jedes bißchen gemüthvoller Poesie aus dem menschlichen Leben zu entfernen. Oder bin ich nur ein so unmoderner Mensch, daß ich schmerzlich all' das vermisse, was mir in der Kindheit an's Herz gewachsen ist? Wie traulich war's, wenn im Winter zur Dämmerstunde die trocknen Tannenscheite im Ofen knisterten und prasselten und der röthliche Schein die Stube füllte. Früher brannte in jedem Bauernhause auf dem Kamin ein lustig flackerndes Kienfeuer, jetzt hängt von der Decke eine Petroleumlampe herab, deren kaltes Licht nur durch die Schmutzschicht des Cylinders etwas gedämpft wird. Und bei diesem Licht werden keine Märchen mehr erzählt, keine Volkslieder gesungen. Die Alten sind verstummt, und das Herz der Jugend ist leer. . . Gestern war ich auf einem Holztermin der neumodischen Art. Den strengen Herrn Forstmeister, der in's Bad gefahren war Grünröcke, die ihrer Nerven biegen in's Bad fuhren, gab's früher auch nicht vertrat ein alter jovialer Hegemeister. Er hatte es augenscheinlich darauf angelegt, die Händler zu ärgern. Keine Bitte, keine Drohung mit einer Beschwerde an die Regierung konnte ihn dazu bringen, Hunderte Stück Bauholz auf einmal auszubieten. Und wunderbarerweise fanden sich unter den kleinen Leuten, die das Lokal füllten, soviel Kauflustige, die auf drei, vier Stück Bauholz boten, daß der ganze Vorrath zu einem höheren Preise, als die Taxe betrug, wegging. Lachend meinte der Alte, als der Rendant und der Forstschreiber ihre Listen aufgerechnet und den Erlös festgestellt hatten: Jetzt sollen sich die Herren Händler bei der Regierung beschweren!" Sie scheinen die Gesellschaft nicht recht besehen zu können?" Ich habe meine Ursache dazu! Wenn's Ihnen recht ist, will ich Ihnen die Geschichte erzählen. Aber nicht hier! Sie haben ja nichts zu versäumen, also kommen Sie mit! In einer halben Stunde sind wir bei meinem Schwiegersohn, da sitzen wir behaglich beisammen!" In wenigen Minuten hatte uns das leichte Gefährt an den gewaltigen Holzstapeln der: Schneidemühlen vorbei in den Wald gebracht. Ein prächtiger Bestand! In der Hauptsache Fichten, vom Volksmund Tannen genannt, untermischt mit schlanken Kiefern. Dazwischen vereinzelt alle Arten von Laubholz: Birke, Eiche, Weißbuche und ab und zu auch eine Linde.
Stellenweise wucherte üppiges Unterholz... Eine Herzerfrischung, solch' eine Fahrt durch den leise rauschenden Wald! Die kalten Nächte der letzten Woche hatten schon etwas wie Herbststimmung darüber ausgebreitet. Hier und dort schimmerte das Laub schon gelblich oder röthlich. . . Ein echtes deutsches Forsthaus war es, in das der Alte mich führte. So einsam friedlich lag es auf der Waldblöße, von einigen alten Linden beschirmt. Mit einem Freudenruf kam die junge Hausfrau herbei, um den Vater und den Gast zu begrüßen. Wir traten in die Wohnstube, die wie ein Schmuckkästchen mit Jagdtrophäen angefüllt war. Die Wände dickt bedeckt mit Rehkronen und Hirschgeweihen, dazwischen auf selbstgefertigten Konsolen allerlei Gethier, meisterhaft ausgestopft. Oben an der Decke hing an dünnem Draht ein Schreiadler, der beim leisesten Luftzug davonzuschwe-, den schien. Vor dem Fenster ein oriaineller Blumentisch, aus knorrigen Aesten und Wurzeln kunstvoll zusammengesetzt. Ein Jägerheim voll Poesie und Gemüthlichkeit. Bald nach uns kam der Hausherr aus dem Wald nach Hause, ein frischer, kernhafter Mann, dem die Freude über den lieben Besuch aus den Augen leuchtete. Nach einem herzhaften Imbiß. den der Ostpreuße allen Ernstes mit dem seltsamen Namen SchweineVesper" bezeichnet, faßen wir bei einem Glase Grog vor der Thür unter den alten Linden. Die Sonne war zu Rüste gegangen, am klaren Himmel flammte das Abendroth auf, grell leuchtend, wie eine gewaltige Feuersbrunst. Vor uns auf dem Stoppelfeld lockte der Rebhahn sein Volk zusammen, mit mißtönendem Schrei zog hoch oben in der Luft ein Reiher dahin. Q'm Weile hatten wir schweigend den Abendfrieden der Natur genonen. Dann begann der Alte: Alfo die Geschichte, die ich Ihnen erzählen wollte.
Haben Sie heute bei dem Termin den langen hageren Händler bemerkt, der mir gegenüber saß? Das ist ein Marodeur. eine Hyäne des Schlachtfeldes, möchte ich beinahe sagen." Me soll man das verstehen?" Der Mann pflegt selten einige Stücke Holz zu kaufen und verdient doch bei jedem Termin ein Stück Geld. Das ist sehr einfach: wer nicht von ihm hochgetrieben' werden will findet sich
koryer jUNler vier Augen oura) eincu klingenden Händedrucl mit ihm ab. Vor allem brandschatzt er die Händler, aber auch die Handwerker pflegen sich j bei ihm loszukaufen. Sie kommen immer noch billiger weg, als wenn er mitbietet." Ist dagegen nichts zu machen?" Der Alte zuckte die Achseln. Es ist strafbar, aber die Leute geben ja freiwillig. Und wo kein Kläger, ist kein Richter. Also, dieser Srtann erschien vor etwa zehn Jahren hier in unserer Geaend. Er kam .aus dem Reift", wo er durch die gewöhnlichen Mittel, schlechte Wirthschaft und .große Ausgaben, ein bedeutendes Vermögen an den Mann gebracht haben soll. Seine Verwandten hatten ihn wohl mit etwas Geld ausgestattet, denn er kaufte sich hier eine kleine Schneidemühle, deren Besitzer die Concurrenz der großen, kapitalkräftigen Firmen nicht hatte aushalten können. Daß es ihm ebenso gehen würde, hätte ihm jedes Kind sagen können. In den ersten Jahren trat er ja sehr großspurig aus, verkehrte mit dem Oberförster und dem Gutsbesitzer. Mir war der Mann von Anfang an unsympathisch; er versuchte 'mal, mich mit: Sie, Förster" anzureden. . . Na, das habe ich ihm abgewöhnt." Der Alte lachte still vor sich hin und langte nach feinem Glase. Ernster fuhr er fort: Es ist nicht unmöglich, daß ich dadurch die Rachsucht des Mannes herausgefordert habe. Mein Schwiegersöhn war damals Forstausseher in meinem Belauf. Im nächsten Jahre erhielt er die bebaute Stelle in Wronken und sah sich natürlich sofort nach einer Frau um. Daß er es auf meine Bertha abgesehen hatte, ahnte ich nicht." Na, na, Väterchen, du wußtest recht gut. . ." Bei Gott, Kinder, ich war wie aus den Wolken gefallen, als der Ernst mich um meine Einwilligung bat." Ja, und dann erst kam er zu mir". meinte die junge Frau lachend und gab ihrem Mann im Scherz einen Schlag auf die Backe. Ich wußte ganz genau, daß du nicht Nein" sagen würdest." Kinder, kramt vor dem Gast keine Familiengeheimnisse aus. Es genügt, wenn ich sage, daß ihr euch lieb hattet, sonst hättet ihr die schwere Zeit nicht überstanden." Nun laß mich erzählen", unterbrach ihn der junge Förster. Ich hatte mit der bebauten Stelle ein Revier zur selbständigen Bewirthschaftung erhalten und sollte dort auch mein Examen ablegen. Eines Tages treffe ich auf der Ablage am Weißen Berg zwei Fuhrwerke des Herrn Barke, die Bauholz laden. Nun wußte ich genau, daß der Mann beim letzten Termin dies Holz gekauft hatte, denn ich hatte das Protokoll geführt. Ich wußte aber ebenso genau, daß er den Zettel , noch
mcht ausgelost, das Holz also noch nicht bezahlt hatte. Außerdem darf doch niemand ein Stück Holz im Walde anrühren, wenn er nicht vorher den Zettel dem Revierbeamten cingehändigt hat. Ich war also nicht nur belrchiigt, sondern verpflichtet, die Abfuhr zu hindern. Auf mein Geheiß mußten die Leute das Holz abladen und leer nach Hause fahren. Am nächsten Tage kam ich zurOberförsterei und erfuhr dort zu meinem höchsten Erstaunen, daß Herr Barke sich über mich beim Forstmeister beschwert hatte. Das ging mir denn doch über die Hutschnur. Jetzt mußte ich thun, was ich sonst unterlassen hätte: ich zeigte den Mann dienstlich an und beantragte seine Bestrafung. Dem Forstmeister, der gleichzeitig Amtsvorsteher war, mochte die Sache sehr peinlich sein, aber das ging ja mich nichts an; ich mußte mich meiner Haut wehren, denn meine Stellung war gefährdet.. . Vier Wochen später beschwerte sich Barke beim Forstmeister, daß ihm dreißig Stück Bauholz fehlten, natürlich aus meinem Revier. Nun hört ja mit dem Augenblick, wenn das Holz vom Käufer erstanden wird, die Verantwortung des Forstschutzbeamten auf, außerdem hatte ich seinem Jnspektor alle Stücke angewiesen. Ich war damit außer jeder Verantwortung, aber unangenehm war die Sache doch. Wenn es an die große Glocke kam, daß aus meinem Revier von der Ablage dreißig Stück. Bauholz gestohlen waren. . . Das rieb mir auch ver ForstMeister unter die Nase. Ich konnte mir nur denken, daß die Hölzer von einem anderen Schneidemüller aus Verschen abgefahren waren,' lief zu allen hin und suchte alle Plätze ab, leider vergeblich." So vergingen acht Tage", warf jetzt der Hegemeister ein, da kommt ein guter Freund zu mir und sagt mir, er hielte es für seine Pflicht, mir mitzutheilen, daß allerlei häßlicheGerüchte über meinen zukünftigen Schwiegersöhn umliefen. Es hieße, er habe einen großen Posten Bauholz auf die Seite gebracht. Dabei hätte sich sein Abnehmer geirrt und auch nummerirtes Holz, das dem Barke gehörte, von der Ablage genommen... Im ersten Augenblick war ich ganz sprachlos, aber nicht eine Minute zweifelte ich daran, daß die Geschichte erlogen war. Nun wollte ich wissen, wer das Gerede in die Welt gesetzt hatte. Doch das war nifki fn frirfvt. N?t!n 5Lr,nk wnllt.
naiurnq venemgen, ver - es tnrn erzählt, nicht nennen. Zum Unglück hörte Bertha, die in der Nebenstube den Tisch zum Frühstück deckte, die ganze Geschichte mit an. Nun war Feuer im Dach. Sie hielt es ja auch für ganz unmöglich, daß der Ernst sich an fremdem Eigenthum ver greisen könnte, aber sie fürchtete, er würde sich ein Leid anthun, wenn er nicht ganz gereinigt aus der Geschichte hervorginge. Und leider sah es danach nicht aus. Er hatte sofort, als er durch mich davon Nachricht erhielt, eine Untersuchung gegen sich beantragt, die vom Forstmeister mit großer Energie geführt wurde. Dabei konnte nachgewiesen werden, daß jedes Stück Holz, das eingeschlagen war, auch in den Listen stand. Nur über den Verbleib der dreißig Stück war nichts zu ermitteln." . Dlun, stellen Sie sich meine Lage vor", fuhr jetzt der junge Förster fort. Ich kam mir vor wie ein Verbrecher, dem feineThat nicht nachgewiesen war, der aber trotz dessen von aller Welt für schuldig angesehen wird." Das ist nicht richtig, lieber Ernst", warf die Frau ein. Niemand, der dich kannte, traute dir solch' eine Schlechtigkeit zu. Das konnte ich nicht beurtheilen; ich wußte nur, daß an meiner Ehre ein Makel haftete, der mir das Bewußtsein ruhigerUeberlegung zu rauben drohte." Das haben wir gemerkt, mein lieber Junge! Denken Sie sich, er schickt mit einem verzweifelten Brief der Ber tha den Verlobungsring zurück. Aber meine Margell hatte das Herz auf dem rechten Fleck. In fünf Minuten saß sie auf dem Einspänner und fuhr zu ihm. Er war nicht zu Hause, hatte aber seinen Hühnerhund an die Kette gelegt. Na, meine Bertha wäre nicht ein richtiges Jägerkind, wenn sie nicht gewußt hätte, was sie zu thun hatte. Und richtig: der brave Köter führte sie schnurstracks auf der Fährte seines Herrn in den Wald bis , zu einer kleinen Blöße, wo der Schlingel mit dem Bild seiner Braut in der Hand sich eingeschoben hatte, wie ein waidwundes Wild. In welcher Absicht, das ist doch klar." Drohend hob der Alte die Faust gegen den Schwiegersohn. Ausreißen wollte der Lorbaß, anstatt sich durchzufressen. Die Bertha muß ihm aber gut zugeredet haben, denn er ging ganz vernünftig mit ihr nach Hause und steckte sich den Ring wieder an." Nun kam aber die schwerste Zeit", fiel der Förster ein. in der ich fieberhaft aufgeregt jeder Spur über d:n Verbleib der dreißig Stück Bauholz nachging. Und in dieser schrecklichen Zeit
mußte ich das Examen ablegen! Hat sich denn die Sache aufge--klärt?", , - - - Aber ja doch! Ein rundes Jahr lrar' verflossen, da hatte ich eines Tages wieder einmal den Forstmeister keim Holztermin zu vertreten. In der Mittagspause kommt der alte Floßmeister Neuber,' d:r schon ein M:nchenalter hindurch alljährlich mit seinen Leuten hierher kommt, zu mir und bittet mich um eine Unterredung unter vier Augen, ihm sei etwas Unanzenehmes passirt. Nun denken Sie sich: seine Leute haiten im voriaen Jahre die dreißig Stück zu einer Tafel verbunden und abgeflößt." Wie ist das möglich?" Sehr einfach! Der Inspektor der Schneidemühle vonLehmann hatte aus versehen die Stücke mit seinem Hammer angeschlagen. Jetzt lagen sie in der Netze, und niemand wuftte, wem sie aehörten. Am nächsten Tage fuhr mein Schwiegersohn zum Standesbeamten und bestellte das Aufgebot." Und was ist dem Lumpen geschehen, der die falschen Gerüchte in Umlauf gesetzt hatte?" Es ließ sich nicht nachweisen, daß er es gethan hatte. Lassen wir ihn laufen! Das Schicksal hat schon seine Hand auf ihn gelegt. Erst kam der Hausleerer zu Besuch, dann wurde ihm die Mühle verkauft, und jetzt nährt er Weib und Kind auf schmutzige Art. Lassen wir ihn laufen!..."
Wsenbakn 5 FKhrplKN.
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Glücklich abgelaufene Durch-brenuerei.
Von einem durchgehenden Pferde wurde gestern Abend gegen 6 Uhr der BahnkreuzungS Wächter E. H. Fisher an der Meridian Str.'Kreuzung der Union Geleise nienergerannt. tzin Rad deS Fuhrwerks rollte über ihn weg, doch fand Dr. Sheek vom Dispensarium. der zu Hülfe gerufen ward, keinerlei Knochenbrüche. Fisher wurde in seine Wohnung No. 424 Nord Ca pitol Ave. geschafft.
Weiffenbach's Wirthschaft, No. 1401 Madison Avenue. Wird in Tenneffee beerdigt. Die Leiche des Neger - Deperados Wm. Toliver, der jüngst bei seinem verfehlten Raub- und Mord-Versuche in Resoner's Möbelgeschäft von der Polizei in Nothwehr erschossen worden, wurde gestern nach seiner Heimath Castillon SpringS. Tenn.. gesandt. Der Coroner beginnt heute mit seinem Jnqueft.
Abgang New Iork Expreß tägl 4 40Vm Muncie & FtWayne Exp p. 7 0093m N S B Lim täglich s d. . . 8 OONrn Muncie Ft Wahne nur Son 8 0023m Clev & Benton Harbor Exp.11 10Vm ?c S B Lim, tägl 63 2 5593m Union City Ace tägl 4 4Nm Knickerbocker Sp täglich 6 & s v 25snm St. LouiS "Tlae Worlda St LouiS Mail 7 2035m Southweftern Lim tgl d & s 11 45Vrn St Louiö Lim täglich p d s. 3 25Nm Terre Haute & WtaVn Acc.. 5 0651m NJ d St. Louiö Exp tägl.. 7 05Nm St LouiS Expreß tägl 8.... 12 0593m Cineinnat
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