Indiana Tribüne, Volume 27, Number 103, Indianapolis, Marion County, 21 December 1903 — Page 6
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Jüdinn Tribüktc, 21. DcZsmber 1903.
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Europäische Nachrichten. Maß-Lothringen. Straßburg. Auf den durch das Ableben des Professors Dr. Joseph Schröder erledigten ordentlichen Lehrstuhl für Pastoraltheologie in der neuen katholisch - theologischen Fakultät der hiesigen Universität wurde der Subregens am Würzburger bischöflichen Clerical - Seminar, Dozent für Liturgik und Katechik. Dr. theol. Joseph Kahn berufen. Dem geistlichen Mitgliede des Direktoriums der Kirche Ausburgischer Konfession hier, Pfarrer und geistlicher Inspektor Teutsch zu Buchsweiler, wurde der Rothe'Adlerorden dritter Klasse mit der Schleife verliehen. Metz. Der Bauunternehmer Weiß aus dem nahen Fessy, bekannt als Erbauer der Befestigungen von Helgoland, ist auf der Durchreise in Frankfurt a. M. einem Schlaganfall erlegen. In der Mosel unterhalb St. Julien ertranken der Fischer Lambianct und sein lOjähriger Sohn. Oberbronn. Das Allgemeine Ehrenzeichen wurde dem Förster a. D. Stürmel und dem Brandmeister der hiesigen freiwilligen Feuerwehr, Georg Zint verliehen. Schiltigheim. Den Werkführern Michael Roth und Friedrich Sturm wurde das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen. ' Zllcckrcnburg. Schwerin. Sein 50jähriges Ministerjubliäum beging der Jnnungsmeiste? der Böttcher-Jnnung, Heinrich Sevecke, der auch viele Jahre als Obermeiste? fungirte. Eine Ehrung ward ihm von seinen Mitmeistern durch Ueberreichung eines Diploms zu theil. Organist und Lehrer a. D. Wilhelm Eonradi und Gemahlin Hierselbst begingen in einer für ihr hohes Alter seltenen körperlichen Rüstigkeit und geistigen Frische das Fest der diamantenen Hochzeit. F r i c d l a n d. Lehrer und Organist F. Sump blickte auf eine reich gesegnete 50jährige Amtsthätigkeit zurück. Der Großherzog ließ durch Pastor Plenz dem Jubilar seine Glückwünsche aussprechen und ihm den Titel eines Kantors verleihen. Zahlreich waren die Ovationen und Geschenke, die dem Jubilar von allen Seiten dargebrackt wurden. Ludwigs lust. Als der 82 Jahre alte Schomann von Kummer nach Picher fuhr, streifte er eine Tanne im Vorüberfahren und brach das Genick. Der Todrat bald darauf ein. Röbel. Die in der Nähe des Bahnhofes gelegene Mühle des Mühlenbesitzers Boß brannte bis auf die Ringmauern nieder. Stavenhagen. Der seit etwa 35 Jahren hier ansässige Thierarzt Helmuth Kutzbach ist nach längerem Leiden im 64. Lebensjahre gestorben. Sein Tod begegnet allgemeiner Theilnähme. W i s m a r. Uhrmacher Julius Brunnkow ist hier plötzlich verschieden. Mit ihm ist ein Mann dahingegangen, der sich lebhaft für die städtischen Angelegenheiten interessirte und sich um das Gemeinwohl Verdienste erworben hat. Oldenburg. Oldenburg. Nach längerer Krankheit ist hier der frühere Verlagsbuchhändler und Buchdruckereibesitzer Heinrich Stalling sen. in seinem 79. Lebensjahre gestorben. Bardenfleth. Scheune und Wohnhaus des Landwirths Schild brannten bis auf den Grund nieder. Der größte Theil der Mobilien, sowie bedeutende Erntevorräthe sind ein Raub der Flammen geworden. Elsfleth. Die Eheleute Helmerich Bargmann und Frau begingen die diamantene Hochzeit. Das Jubelpaar tt körperlich und geling noq recht frisch. G o l d e n st se d t. Lehrer Behorn feierte sein 50jährige Dienstjubiläum. Der Großherzog zeichnete den Jubilar, der über 24 Jahre hier gewirkt hat, durch Verleihung des Ehrenkreuzes 1. Klasse aus. Hartwarden. Arbeiter Vielefeld aus Absen erhängte sich hier. Bielefeld war dem Trunke ergeben, sorgte auch für seine Familie nicht. Halsbeck bei Westerstede. Zimmermann W. Pieperjohanns stürzte aus der offenen Bodenluke auf die Diele und zog sich dadurch GeHirnerschütterung undVerletzungen am Rücken zu. Schönemoor. Dienstknecht Schweers legte mit einem alten geladenen Gewehr scherzweise auf die Dienstknecht Kämpf und Rimers an. Plötzlich ging der Schuß los und Kämpf wurde durch Schrotkörner am Auge schwer verletzt. Stuhr. In Stuhrbaum brannte das Heuerhaus des .Landmannes Kroog, bewohnt vom Heuermann I. Uhlhorn, vollständig nieder. Das Vieh und der größte Theil des Mobiliars wurde gerettet. Ireie Städte. Hamburg. Pastor Dr. Alexander Detmer, der älteste der hiesigen Geistlichen, ist sanft entschlafen. Kürzlich hat er noch gepxdigt und Amtshandlungen vollzogen. Detmer war am 7. Juli 1814 geboren, stand also im 90. Lebensjahre. Das 50jährige Amtsjubiläum des Senators Hesse gab Anlaß, daß dem im 87. Lebensjahre
stehenden Jubilar von Nah und Fern Beweise der Hochachtung und Werthschätzung zu Theil wurden. Durch Brandstiftung wurde in der bekannten Erziehungsanstalt Rauhes Haus" ein großer Brandschaden angerichtet. Der Brandstifter, ein achtzehnjähriger flöalina aus Berlin, verübte Selbstmord durch Oeffnen der Pulsadern und Erhängen. Polizeidirektor a. D. Carl von Clausewitz ist hier verstorben. 1840-als Sohn eines höheren Forstbeamten geboren, widmete er sich nach beendigter Gymnasialzeit dem Studium der Rechte und war später als Richter in Holstein thätig. -Bremen. Der bei einem Ziegeleiöesitzer am Buntenthorssteinweg im Dienst gewesene Fuhrmann Hermann Bönker aus dem Warnkengang wurde unter dem Tunnel bei der Gasanstalt von seinem eigenen mit Ziegelsteinen beladenen und mit zwei Pferden bespannten Wagen überfahren und oetödtet. Als der Verunglückte mit seinem Fuhrwerk den Tunnel passirte, wurden seine Pferde durch einen über den Tunnel fahrenden Eifenbahnzug beunruhigt und zogen den Wagen rascher vorwärts. Durch das starke Rütteln kamen die auf den Wagen geladenen Steine in's Rutschen; Bönker, der auf den Steinen saß, rutschte mit ab, und kam so unglücklich vor den Wagen zu liegen, daß die Räder über ihn hinwig gingen. Lübeck. Seniorchef der SchiffsMaklerfirma H. & M. Gaedcrtz hier, Heinrich Gaedertz, feierte körperlich und geistig frisch seinen 90. Geburtstag. Der Jubilar erfreut sich nicht allein am hiesigen Platze, sondern auch in den weitesten Schiffsahrts- und Handelskreisen der größten Hochachtung und Beliebtheit, die ihm zahlreiche Ehrungen eintrugen. Seinen Wohlthätigkeitssinn, den er so oft bethätigte, hat er auch wieder gezeigt, indem er aus Anlaß des Tages zahlreichen hiesigen Wohlfahrtsstiftungen Schenkungen in Höhe von 100 bis 1000 Mark überwies. Schweiz. Basel. Der Sohn des früheren Präsidenten Baumgartner in Baseläugst, ein etwa 30jähriger Mann, gerieth mit zwei Deutschen in Streit. Sie überfielen ihn, schlugen ihn nieder und warfen ihn in den Teich, der die Aktienmühle mit Kraft versorgt. Baumgartner gerieth in die Turbine und konnte nur als Leiche hervorgezogen werden. Der Verunglückte, seines Berufes Koch, wird allgemein bedauert. Einer der Mörder konnte verhaftet werden. B r u ck (Argau). Der Verwalter der Spar- und Leihkassa Namens Angst wure als Leiche aus dem Elektricitätscanal gezogen. Einige Zeitungen behaupten, Anst habe der Sparkassa 100.000 Franc's unterschlagen. Frei bürg. Der socialdemokratische Rechtsanwalt Naine aus Chaux de Fonds, der der schweizerischen Miliz als Trainsoldat angehört, hatte sich gelegentlich der jüngst abgehaltenen Manöver geweigert, dem Marschbefehle zu gehorchen. Er wurde zu 3 Monaten Gefängniß. Degradation, Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte für die Dauer eines Jahres und Zahlung der Prozeßkosten verurtbeilt. Frauen feld. Im Alter von 79 Jahren ist hier Registrator Karl Gänsli gestorben, ein Beamter, der während 48 Jahren dem Staate mit großer Pflichttreue und Gewissenhaftiqkeit gedient hat, bis ihn im Jahre
1891 Gesundheits- und Altersrllcksichten veranlaßten, von seiner Stelle zurückzutreten. G o l d a ch. Auf der Fahrt von St. Gallen nach hier wurden . die Pferde eines Gefährtes fcheu. Der zwölfjährige Knabe des hiesige Gemeinderath Fehr wurde so unglücklich vom Wagen geschleudert, daß er todt aufgehoben wurde. N e st a l. Im Etablissement der Tuchdruckerei Weber & Co. brach Feuer aus. Ein großer Theil des Gebäudes ist im Innern total ausgebrannt. Der Brandschaden ist bedeutend. Der Fabrikbetrieb muß für längere Zeit eingestellt werden. R i ch t e r s w i l. Unterhalb Mühlenen warf sich der etwa 50 Jahre alt, Landwirth Cmanuel Rometsch von Wadenswil in selbstmörderischer Absicht vor dem herankommenden Zuge auf das Geleise. Er erreichte seinen Zweck nur zu gut. denn als furchtbar zugerichteter Leichnam wurde er weggetragen. St. Gallen. In einem hiesigen Stickereigeschäft stürzte eine ältere Waschfrau Namens Locher aus Montlingen durch einen Aufzugschacht hinunter zu Tode. Wohlenschwil. Die Einweihung des Bauernkrieg - Denkmals Hierselbst, wo vor 250 Jahren ein entscheidendes Gefecht im Bauernkriege stattgefunden hat. gestaltete sich zu einem großen Volksfest. Zürich. Der langjähriqe Kassirer .der Kantonalbank. August Livoni. wurde todt in seiner Wohnung aufgefunden. Er hat den Tod durch Vergiftung gesucht. Die vorgenommene Untersuchung erwies, daß die Kasse vollständig in Ordnung ist und daß die Kantonalbank keinerlei Schaden erleidet. Hesterreich.'Flngarn. Wien. Bildhauer Franz Erler, welcher kürzlich das seltene Jubiläum fünfzigjähriger künstlerischer Thätigkeit feierte, erhielt von Seite, seiner
zahlreichen Freunde und 'Verehrer zahlreiche Sympathiebeweise. Ein junger Gelehrter Namens Dr. Otto Wanninger. der in diesem Jahre ein Buch unter dem Titel Geschlecht und Charakter" scheinen ließ, hat sich durch einen Revolverschuß in die Brust getödtet. Geistige Ueberanstrengung, hervorgerufen durch rastloses Studium. hatte den kaum 24.jäbr. Manil in einen Zustand hochgradiger Reizbarkeit versetzt. Der ehemalige serbische Minister und Vormund, des verstorbencn Königs Milan von Serbien, ecrg Zenic, ist in einem hiesigen Hotel im 78. Lebensjahr verschieden. In der Backstube Große Sperlgasse 37a entstand eine Messerrauferei. Die Gehilfen Karl Nebesch und Heinrich Maresch stritten miteinander. Maresch zog sein Messer und stach wüthend auf Nebesch ein, so daß dieser an den Folgen der Verletzungen verstarb. Mcu rcsch wurde wegen Verbrechens des Todtschlages dem Landesgerichte eingeliefert. Auf dem Schneeberge verunglückte der hiesige Advokat Dr. Arnold Beck und dessen Bruder Dr. Siegmund Beck, ein junger Arzt, durch Abstürz. Ersterer ist um's Leben gekommen, letzterer wurde verwundet. Das Unglück ereignete sich auf dem BürkleSteig, der vom Schneebergdörfl bei Buchberg zum Plateau des Schneeberges hinaufführt, und geschah vor den Augen der Gattin Dr. Arnold Beck's. die selbst nur mit knapper Noth der Gefahr entgangen ist. Pottendorf. Der hiesige Binder Franz Rabara begab sich auf den Schießplatz, wahrscheinlich, um sich die an den umherliegenden Geschossen bekindlichen Kupferringe anzueignen. Vorübergehende fanden seine Leiche in der Nähe des Maria Elend" genannten Scheibenstandes. Er lag auf den Knien und Armen, der Unterleib war zerrissen; die Pfeife sowie das Taschenmesser Rabaras fanden sich in der Nähe. Man nimmt daher an. daß er mit der Pfeife im Munde die Ringe ablösen wollte, wobei ein Geschoß explodirte. Troppau. Der Landespräsident hat dem erzherzoglichen Hoch- und Deutschmeisterschen Titular - Reviervermalter Julius Klein in Wiedergrün, und Johann Benesch, Laboranten in der erzherzoglichen Rosogliofabrik in Blogotitz, die vom Kaiser gestiftete Ehrenmedaille für 40jährige treue Dienste zuerkannt. Der akademische Bildhauer und Maler Alois Heinz ist im 77. Lebensjahre einem Herzschlage erlegen. Der Verstorbene war Besitzer der goldenen Medaille für Kunst und Wissenschaft. E d l i n g. Die dreißigjährige Dienstmagd Anna Melzer aus Wien beging einen Selbstmordversuch. Sie gab aus einem Revolver vier Schüsse gegen sich ab und brachte sich schwere Verletzungen bei. Vorher hatte sie mittelst Phosphor sich vergiftet. Durch die Rettungsgesellschaft Baden wurde die Lebensmüde in das Vadener Krankenhaus überführt. Das Motiv der That ist unglückliche Liebe. LuTernburg. E s ch. Der Bergmann Michel Gary wollte mit dem Schuster Philipp Leono.rd zwei Pserde nach Kayl holen. Auf dem Rückwege wurde eines der Pferde muthwillig, schlug aus und traf den Leonard an den Leib. Die inneren Verletzungen waren derart erheblich, daß Leonard unterwegs verschied. Nie der an den. Der Fuhrknecht M. Schneider gerieth beim Transport von Minett mit dem Fuße an eine Zugkette, diese prallte zurück und traf ihn in den Unterleib; er wurde erheblich verletzt. Rümelingen. Der Bergmann Andreasi wollte in einer Grube eine Mine entladen. Als er einen schweren Minettstein mit einem Brecheisen losbrechen wollte, fiel ihm derselbe auf das rechte Böin. wodurch dasselbe brach.
Ein vielversprechender Geschäftsmann. Onkel: Moritzche, Du willst doch gar nicht recht wachsen?" Moritzchen: Nu, wer bezahlt mer was dafor?" AmerikanischePo st fachen kommen auf deutschen Schnelldampfern am schnellsten hinaus. So wird aus London vom 18. November folgendes gemeldet: Unter dem neuen PostBeförderungs - Abkommen sind die Zeitungen und Briefe vom 12. Novembcr, welche die Deutschland" mitbrachte, heute Nachmittag in London eingetroffen. Die Postsachen von der Majestic", welche einen Tag vor der Deutschland" in See ging und heute früh um 1 Uhr in Queenstown eintraf, sind noch nicht abaeliefert worden." Heirathsfähig. .Ich laube. unsere Sophie ist schon in dem Alter, wo sie sich verloben kann." Und woraus schließt Du das?" Sie fängt säson an sich zu beklagen, daß sie nichts anzuziehen hat."
Vom Auslage.
D i e inTientsin erscheinende Zeitung ..Kurier" erzählt, daß vor einigen Tagen ein 36 Fuß langer Fisch in der Nähe von Tangku im Peiho gefangen wurde. Die glücklichen Fischer schnitten ihn in Stücke und verkauften diese in die benachbarten Chinesendörfer. Der Fisch war aber offenbar giftig, denn es sollen über 300 Leute, die von ihm aßen, gestorben fein, während viele andere schwer krank liegen. Wegen Zweikamp fes mit tödtlichen Waffen hatten sich kürzlich sechs Bergakademiker aus Klausthal vor der Strafkammer Hildesheim zu verantworten. Die Angeklagten waren geständig, zu Goslar Schlägermensurcn unter Anwendung der üblichen Schutzvorrichtungen ausgefochten zu haben. Es handelt sich um sogenannte Bestimmungs- undFreundschaftsmensuren. Abweichend von frllheren Entscheidungen des R'eichsgerichts erkannte die Strafkammer unter Berufung auf eine neuere Veröffentlichung des Oberreichsanwalts Dr. Olshaufen auf Freisprechung, mit der Begründung, daß die benutzten Wassen nicht bestimmt gewesen seien, tödtliche Verletzungen herbeizuführen. Es handle sich deshalb nur noch um die Frage, ob Körperverletzung vorliege. Eine Verurtheilung wegen Körperverletzung sei aber nach dem Strafgesetzbuche beim Zweikampfe unzulässig. Eine Löwenbändiger i n, Namens Fischer, wurde dieser Tage in Dessau in einer Menagerie vor den Augen einer großen Zuschauermenge von vier Löwen in Stücke gerissen. Sie wollte eine der Bestien durch einen Ring springen lassen und versetzte ihr einen Peitschenhieb, worauf das Thier auf sie zusprang und ihr mit einem gewaltigen Tatzenhieb die Bauchhöhle bloslegte. Die Unglückliche schrie einmal auf und wurde nun auch von den. drei übrigen Löwen angegriffen, die sich um Stücke ihres Fleisches rissen. Der Zuschauer des gräßlichen Ereignisses bemächtigte sich eine furchtbare Panik, und in dem Gedränge wurden Viele verletzt. Schließlich gelang es den Assistenten der Bändigerin, die Bestien mit eisernen Haken und Stangen von der grausig entstellten Leiche der Unglücklichen zu zerren. Die Kinder der Letzteren hatten in einer Loge dem schrecklichen Vorfalle beigewohnt. Die Damenwelt Madrids ist in großer Ausregung; ihr hat ein Mann etwas zu bieten gewagt, dessen sich vorher noch keiner erkühnte: der Präfekt Lacierva hat nämlich das Tragen von Hüten im Theater verboten! Der Erlaß war plötzlich in allen Theatern angeschlagen. Anfangs glaubte alle Welt an einen schlechten Spaß. Am ersten Abend erschienen die Damen in allen Theatern wie gewöhnlich mit riesigen Hüten gekrönt und wollten ahnungslos ihre Plätze einnehmen. Aber, o Graus! Die Schließer kamen heran und verkündeten mit bitterernster Miene, daß das Tragen von Hüten innerhalb der SchauspielHäuser thatsächlich nicht gestattet sei. Alles Bitten. Klagen. Schelten. Drohen half nichts. Die Damen, die sich der Verfügung nicht anpassen wollten, mußten auf das Betreten des Saales verzichten. Nun herrscht in der Madrider Damenwelt eine ungeheure Aufregung, und zur Stunde setzen Tausende von zarten Händen alle Hebel an, um die Zurücknahme der Verordnung oder die Absetzung des Gouverneurs zu bewirken. Eine höchst seltsame Bildergeschichte wird aus Guben gemeldet. Ein dortiger Bürger hatte ein von Professor Franz von Lenbach gemaltes Porträt Kaiser Friedrichs angekauft und den Maler ersucht, seinen Namen unter das Gemälde zu setzen. Lenbach schrieb darauf zurück: Der Briefschreiber müsse offenbar einem Betrüger zum Opfer gefallen sein, denn sein Porträt Kaiser Friedrichs habe er seinerzeit an einen Herrn verkauft, in dessen Besitze es sich noch befände. Der Gubener Bürger beruhigte sich indessen bei dieser Auskunft nicht, er ließ sich vielmehr von Professor Paul Thumann sowie von anderen Malern bestätigzn, daß sein Kaiser Friedrich ein echter Lenbach sei, theilte dies diesem mit und schickte ihm gleichzeitig das Gemälde zu. Nach einiger Zeit, so wird weiter berichtet, habe er von Lenbach ein Schreiben erhalten, in welchem ihm dieser mittheilte, daß er selber einem Betrüge zum Opfer gefallen sei. Das Porträt sei für eine Ausstellung bestimmt gewesen. Er habe die Gepflogenheit, Bilder, welche kleine Farbendissonanzen aufweisen, zu verwerfen. Das sei auch bei dem Porträt Kaiser Friedrichs mit drei oder vier Exemplaren geschehen. Als nun das für die Ausstellung bestimmte Original fertig geWesen sei, habe sein Haushälter eines der verworfenen, wegen einiger technischer Fehler nicht ganz vollendetes Bild von Kaiser Friedrich an Stelle des Originals auf dieStaffelei gestellt. Er habe dann eine längere Reise antreten müssen. So sei das falsche Bild auf die Ausstellung gelangt und verkauft worden. Die anderen Bilder habe sein Haushälter an eine Münchener Kunsthandlung veräußert, welche sie dann öffentlich versteigert habe. Nur so könne er sich die Sache erklären. Der Haushälter sei sofort entlassen worden. '
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Weil der Geschäftsfüh. rer der Telephon - Compagnie in Pa lestine, Tex., die Fensterscheiden hatte anstreichen lassen und damit die Aussicht auf die Straße verdarb, begaben sich die Telephon-Girls an den Streik. Von einem Panthers ch r c, cken war dieser Tage die Ortschaft Tarrytown bei New Jork ergriffen. Der Panther war irgendwo aus der Gefangenschaft entsprungen und sollte sich auf John D. Rockefellcr's Besttzung Pocantico Hills herumtreiben. An einem Sonntag Abends wollen mehrere Jäger auf ihn geschoben und nachher Vlutspuren im Schnee gesehen haben, a1?er den todten Panther fanden sie nicht. Ein Farmer, der auf Vuttermilk Hill wohnt, sagt. das. er in der Nacht schreckliches Gebrüll gehört habe, das wie das eines Pamh:rv klang. Man vermuthet, daß das Thier aus dem Zoologischen Garten im Bronx entkommen ist. Die Russische Volontär Flotte" steht im Begriff, einen regelmäßigen Dampferverkehr Zwischen Odessa und New York einzuführen, mit Constantinopel und Neapel 'als Anlaufhäfen. Für die neue Linie sind die Dampfer Smolensk". Petersburg" und Saratow" bestimmt und die Passagierpreise derartig festgesetzt, daß nur die beste" Klasse des reisenden Publikums diese Fahrgelegenheit benutzen kann. Der Smolensk" wird als der erste, nach Beendigung seiner Jungfernreise von Neapel nach New York, auf der Rückfahrt bis Odessa laufen. In Zeitabständen von 14 Tagen sollen dann die anderen Dampfer nachfolgen, so daß allmählich jede zweite Woche ein Dampfer von hüben wie drüben abgeht. Auf elende Weise erfroren ist eine, als Einsiedler Kaiser" bekannte Persönlichkeit in New York, Namens Herman Hajel. ein ehemaliger deutscher Offizier. Er hatte bisher kümmerlich als Wächter sein Dasein gefristet, bis dieser Tage seine steifgefrorene Leiche in einer kleinen Hütte an Ost 99. Str. aufgefunden wurde. Der kleine Raum wird während der Tageszeit von einem Mööelhändler als Office benützt und dieser fand denn auch den 50 Jahre alten Mann todt in der Hütte vor. Ein Polizist sah. gegen Mitternacht an derHütte vorbeigehend, den Mann ein Feuer in einem kleinen Ofen anmachen. Am nächsten Morgen war der Ofen kalt. Hajel hatte in der Nachbarschaft den Spitznamen Kaiser", weil er den Schnurrbart in der Form Kaiser Wilhelm's trug und oft erzählte, daß er von hoher Abkunft sei. Ein alter rostiger Cavallerie - Offizierssäbel, auf den er große Stücke hielt, war eigentlich außer zwei Anzügen das einzige Eigenthum des trotz seiner Armuth allbeliebten Mannes, der einen so tragischen Tod fand. Vor dem Princeß - Theater in New York spielte sich dieser Tage eine recht aufregende Scene ab. Das Rad eines Wagens gerieth in die Ritze der Trolley-Leitung und klemmte sich fest ein. Bei dem Versuche, das Rad zu befreien, löste sich die GummiVerkleidung desselben und der Draht, mit welchem die letztere umwunden war, gerieth in die Ritze, wobei Kurzschluß eintrat. Eine heftige Detonation war die Folge und im nächsten Augenblick war der Hintere Theil des Gefährtes in Flammen gehüllt. Zum Glück gelang es den Insassen, sich noch rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. Einer der Passanten machte den Versuch, das Rad mit der bloßen Hand aus der Ritze zu heben. Er erhielt einen so starken elektrischen Schlag, daß er zu Boden stürzte. Einem Polizisien, der schwere Handschuhe trug, gelang es dann, das Rad zu befreien und schließlich auch den Draht mit der Krücke eines Spazierstocks aus der Ritze zu ziehen, obwohl er sich hierbei der Gefahr eines elektrischen Schlages aussetzte. Inzwischen waren auch die Flammen, welche den Wagen zu zerstören drohten, gelöscht worden. Ueber die edle That eines deutschen Arztes berichtet man aus New York: Dr. Krauskopf.Ambulanzarzt eines dortigen Hospitals, eilte einem unbekannten etwa 55 Jahre alten Mann zu Hülfe, der von einem Kabelbahnwagen überfahren worden; der schrecklich Verstümmelte war zwischen den vier Vorderrädern eingezwängt, vor Schmerzen stöhnend und ächzend. Der Bergewagen zur Hebung des Wagens ließ gar zu lange auf sich warten und der inzwischen eingetroffene Dr. Krauskopf kroch, den Warnungen des Polizisten und Motormannes entgegen, mit einer hypodermischen Spritze unter den Wage.i, um die Schmerzen des Manne5 durch eine Einspritzung unter der Haut zu lindern. Dann machte sich der brave Jünger Aeskulap's, noch immer auf dem Bauch unter dem Wagen liegend, daran, die schrecklichen Wunden des Mannes zu verbinden. Mittlerweile traf der Bergewagen ein. Dr. Krausköpf kroch unter dem Jagen hervor, während die Menge ein begeistertes Hoch um das andere auf ihn ausbrach!e und Männer auf ihn zustürzten, um ihm die Hand zu drücken. Der Wagen war bald gehoben und der Namenlose wurde noch dem Hospital überführt, wo er zwei Stunden später seinenVerletzungen erlag. Der Motormann, welcher das Unglück verschuldete, wurde verhaftet.
