Indiana Tribüne, Volume 27, Number 102, Indianapolis, Marion County, 19 December 1903 — Page 6
Jndiana Tribüne, 19. Dezember 1903.
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Europäische Nachrichten.
Ldcflcn'Zarmrladt. D a r m st a d t. Auf der festlich geschmückten Bühne des Hoftheakrs fand zu Ehren des Hofkapellmeisters de Haan, der seine 25jähriges Dirigentenjubiläum feierte, ein festlicher Akt statt. Generaldirektor Werner überreichte dem Jubilar im Namen des Großherzogs das Ehrenkreuz in Gold und theilte ihm seine Ernennung zum Hofrath mit. Generalleutnant ü. la Suite I. G. Moofc, der älteste hessifche Officier. ist im 96. Lebensjahre hier gestorben. Der General war der Vater des früheren Obersten des Regiments, Graf Schwerin, jetzigen Commandeurs der 73. Jnf.-Brig. LycZ, Generalmajors Mootz. Bingen Der in weiten Kreisen der hiestgenBürgerschaft beliebte Reallehrer Stassen feierte mit seiner Gattin Elisabeth, geb. Korn, das Fest der silbernen Hochzeit. Gernsheim. As die Ehefrau des Glasermeisters Georg Müller von hier mit ihren beiden jüngsten Kindern aus dem Hause des Landwirths Karl Grllll trat, fiel dem etwas vorlaufenden Knäbchen im Alter von Jahren der Kreisel aus der Hand und rollte unter ein vorbeifahrendes Fuhrwerk. Das Kind lief dem Kreisel nach und mußte die bedauernswerthe Mutter zusehen, wie ihrem Liebling das Hinterrad eines anhängenden Wagens über den Kopf ging, daß der Tod sofort eintrat. MUrttenTverg. Stuttgart. Die Württemberg:sche Großindustrie hat inen herben Verlust zu beklagen, indem nach längerem schwerem Leiden im Alter von erst 60 Jahren Commercienrath Ernst Kühn in Berg gestorben ist. Der frühere lanojährige Vorstand der K. Landesbibliothek Direktor Dr. v. Heyd dahier vollendete das 80. Lebensjähr. Im Herbst 1897 in den Ruhestand getreten, erfreut sich der Jubilar noch geistiger und körperliche Rüstigkeit. wovon das erst in letzter Zeit durch ihn veröffentlichte Werk über den Baumeister Heinrich Schickhardt beredtes Zeugniß gibt. Obersteuerrath a. D. Albert v. Fuchs hier ist im Alter von 81 Jahren gestorben. Der Verewigte war vom 19. September 1872 bis 30. Juni 1896 Vorstand des hiesigen Hauptzollamts. Aulend orf. Auf dem Bahnhof Durlesbach wurde der Bahnwärter Schräge mit abgefahrenen Füßen todt aufgefunden. Man vermuthet, daß der Unglückliche unter einen Nachtgüterzug gerathen ist. Egenhausen. Nach langjähriger Wirksamkeit hat Schultheiß Hauser hier aus Gesundheitsrücksichten sein Amt niedergelegt. H e i l b r o n n. Sanitätsrath Dr. Fr. Betz ist im hohen Alter von 84 Jahren gestorben. Mit ihm ist eine Persönlichkeit dahingegangen, welche sich durch eine fruchtbare und rastlose Thätigkeit auf verschiedenen Gebieten große Verdienste erworben und sich dadurch einen Namen weit über dieGrenzen der Stadt und des Landes hinaus gemacht hat. Niederstetten. In dem nahen Oberstetten fiel der 60jährige Bauer Gutensohn so unglücklich vom Wagen, daß der Tod augenblicklich eintrat. S e e k i r ch. Schultheiß Schönberger, der seit mehr als 30 Jahren die Stelle des Ortsvorstehers hiesiger Gemeinde innehatte, legte sein Amt wegen hohen Alters nieder. Tübingen. Die beiden ledigen Taglöhner Räpple, 20 Jahre alt, und Hespeler. 24 Jahre alt, die am 26. Juli d. I. den in einem einzeln stehenden Hause außerhalb der Stadt wohnenden Privatmann Jakob Krauß nach wohlbedachtem Plane überfallen, durch Erdrosseln getödtet und dann seines Geldes und seiner Werthsachen beraubt haben, wurden vom Schwurgerichte hier wegen Raubmords zum Tode verurtheilt. Waden. Karlsruhe. Der 76jährige General der Cavallerie z. D. W. Frhr. v. Gemmingen erschoß sich in seinem .Zimmer mit seinem Gewehr. - Ein hinterlassener Brief gibt als Grund die zunehmende Nervosität an, die dem General das Leben unerträglich zu machen drohte. Privatier Josef Blochmann feierte in aller Stille mit seiner Frau das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Eberfingen. Aus bedauerliche Weise verunglückte der Einwohner Martin Kehl. Als er sich zu Bett begeden wollte, brach plötzlich der Fußboden und er stürzte in den Keller. Er erlitt einen Schädelbruch, an dessen Folgen er verstarb. Freiburg. Eine weit über die Stadt hinaus bekannte Persönlichkeit ist hier gestorben: Ernst Bebaghel, Vaurath und Maschineninspeklr a. D. Im Jahre 1825 in Heidelberg geboren, ward er an der hiesigen Eisenbahn Maschineningenieur, 1872 Bezirks - Maschineningenieur, 1887 Oberingenieur, bis er es zum Baurath und Maschineninspektor brachte. Vor mehreren Jahren setzte er sich zur Ruhe. HausenvorWald. Das 2jährige Kind Oscar. des Landwirthes Th. Hauser fiel bei seinen Großeltern in einen mit heißer Suppe gefüllten
Hafen und verbrühte sich derartig, daß es starb. Kirchhöfen. In Unterambringen brannte das Oekonomiegebäude des Landwirths Albin Senn ab. Der Schaden beträgt 15,000 Mark. Langenbach. Wilhelm Neef war damit beschäftigt. Holz zu Mleifen. Er gerieth hierbei so unglücklich zwischen die Deichsel und eine am Wege stehende Fohre, daß ihm der Brustkorb eingedrückt wurde. Nach Hause verbracht, gab er seinen Geist auf. Moos. Der hiesige Hauptlehrer Ege starb nach längerem schweren Leiden. Die Gemeinde verliert in ihm einen pflichttreuen Lehrer. Neuenburg. Eine 5 Meter hohe Scheidemauer stürzte im Bau zusammen. Der Cementeur Hermann Maier wurde lebensgefährlich verletzt, der Landwirth Aug. Grozinger erlitt leichtere Verletzungen. P e t e r z e l l. In den zwei WohnHäusern des Schreiners M. Pfaff zu Stockburg brach Feuer aus. Es gelang, das Vieh und einen kleinen Theil der Fahrnisse zu retten. Fahrnisse und Fünftel sind versichert. Da das Feuer in beiden Gebäuden zu gleicher Zeit ausbrach, nimmt man Brandstiftung an. S t e t t e n. Der älteste Zollbeamte Badens, Zollverwalter Rieber, konnte auf eine 50jährige Thätigkeit im Zolldienste zurückblicken. W ü r m bei Pforzheim. Der langjährige Ausläufer einer Pforzheimer Ringfabrik, Joh. Schweigert, machte hier seinem Leben durch Erhängen ein Ende. lyeinpfakz. &ptt)tx. Bischof Dr. v. Ehrler feierte sein 25jähriges Jubiläum .als hiesiger Bischof. Es wurden dem allgemein beliebten Jubilar aus diesem denkwürdigen Anlasse eine Reihe von Ehrungen zu tbeil, darunter auch die Ueberreichung des Ehrenbürgerbriefes durch die Vertretung der Stadt. Vecherbachbei Lauterecken. Ein 13jähriger Knabe, der das weidende Vieh seiner Eltern hütete, schlang sich den Strick, an dem er eine Kuh führte, um den Hals. Plötzlich scheute das Thier und schleifte den Jungen mit sich sort. Als man zu Hilfe kam, mußte man die traurige Warnehmung machen, daß durch das das Seil dem Knaben der Hals zugezogen war. E s s i n g e n. Die 29 Jahre alte ledige Anna Christina Nikolay hier ertränkte sich in der Pfuhlgrube ihrer elterlichen Wohnung. Schon seit einiger Zeit hatten sich bei ihr Spuren geistiger Gestörtheit gezeigt. Hambach. Der älteste hiesige Krieger, Adam Metzger, ist gestorben. Gewiß wird derselbe den alten Veteranen noch vom Jahre 1866 und 1870 in Erinnerung sein, hat er doch beim ersten Jägerbataillon als Oberjäger" gedient und sich im Jahre 1870 das Eiserne Kreuz" mit goldener Medaille erworben, indem er seinen Hauptmann schwer verwundet von der Schlachtlinie wegbrachte und dann selbst das Commando übernahm. Wcryern. München. Commerzienrath Rathgeber, Inhaber der bekannten Waggonfabrik, ist nach langem Leiden im 57. Lebensjahre gestorben. Er hatte die Fabrik mit 250 Arbeitern übernommen; jetzt zählt sie 700 Arbeiter. In einer hiesigen Badeanstalt hat sich der Staatsbahn - Oberbauführer Jörg aus Passau durch einen Schutz in die linke Vrustseite getödtet. Das Motiv der That sollen nach Aussage des Verstorbenen eheliche Zwistigkeiten gewesen sein. Im Krankenhaus rechts der Jsar verstarb der Rangiermeister Joseph Echinger, welcher im Ostbahnhof bei einem Rangiermanöver verunglückte. Der Berstorbene hinterläßt eine Wittwe mit mehreren Kindern. A m b e r g. Gymnasialschüler Neueder der 5. Klasse hantirte in seiner Wohnung mit einem Flobertstutzen, wobei sich der Stutzen entlud und der Schuß den neben ihm stehenden Mit-
schuler Balthasar Muller so unglucklich in die Brust traf, daß er alsbald verschied. A n s b a ch. Milchhändler Michael Bocher verletzte in einem Anfall von Geistesstörung seine Ehefrau durch Beilhiebe und Messerstiche so schwer, daß sie starb'. Der Thäter wurde in's Irrenhaus eingeliefert. B ä r n a u. Hier brannten irei Wohnhäuser und 16 mit Erntevorräthen gefüllte Scheunen ab. B a y r e u t h. Chevauleger Rupp des 6. Chevauleger - Regiments stürzt! beim Wasserholen so unglücklich aus einen Krug, daß ihm von den Schein ben die Halsschlagader durchschnitten wurde und er an Verblutung starb. H o f a. S. In der Baumwollspinnerei von Max Ebenauer & Co. am Teufelsberg, entstand Feuer. Es griff mit rasender Schnelligkeit um sich. Innerhalb kurzer Zeit war die Spinnerei total niedergebrannt. Nürnberg. Unter militärischen Ehren wurde auf dem JohanniskirchHofe der im 72. Lebensjahre verstorbene Oberst a. D. Ammon beerdigt. Der Verstorbene hatte die Feldzüge der Jahre 1866 und 187071 mitgemacht R ö"s e n h e i m. Der 47jährige Malergehilfe Johann Kösler ist bei den Anstreicherarbeiten der Mangfallbrücke abgestürzt und ertrunken. Unterleichtersbach. Das
nahezu 5 Jahre alte Mädchen des Müllers Joseph Kleinherz von der Veitenmllhle kam dem Herdfeuer zu nahe, sodaß die Kleider Feuer fingen und das Kind solche Brandwunden erlitt, daß es starb.
Neue Auszugbrücke in Nantes. Eine neue große Aufzugbrücke, die den Durchlaß großer Schiffe gestattet, ist vor Kurzem in Nantes eingeweiht worden. Die Brücke, die, wie unsere Abbildung zeigt, ziemlich luftig aussieht, aber natürlich sehr fest und modern gebaut ist, hat sehr vielGeld gekostet und die Bewohner von Nantes sind Die neue Aufzugbrücke in Nantes. nicht wenig stolz auf das Kunstwerk der Ingenieure. Das bewegliche Mittelstllck ist 120 Fuß lang und wiegt 46 Tonnen. Mißverständniß. riMiioi Heute! 0)L V" grosser inleraj SAMM C0NCR im rt Irtr titt tiatriil fri 1W, Sdlub .4 Stiefel Wülllf ttdtrMMdrwt Alois Ai Lumpensammler: Hnt, ob tch da wohl auch hin muß?" Ein gutes Kind. Geh", Mama, gib mir doch den Apfel, sonst weine ich und Du mußt Dich dann wieder ärgern!" Lakonisch. rn4iir 5 .0. Er: Was wird denn das. liebes Weibchen, was Du da kochst?" s w.w; i ! I Tl s Ai'nj 'iW Sie: Was das wird? Gegessen wird's!" Die neuerdings von der italienischen Marine gemachten Versusuche mit dem neuen System der Nudiotelegraphie von Professor Alessandro Artom haben, wie aus Rom berichtet wird, klar gezeigt, daß dieses System seinen Zweck, der elektrischen Wellen in einer bestimmten Richtung auf eine andere Station zu Lbertragen, erreicht hat. Man hat feststellen können, daß die Uebermittelung von Signalen sich vollkommen bewerkstelligen läßt, wenn die elektrischen Wellen sich in der Richtung auf eine bestimmte Empfangsstation fortpflanzen, während anderseits, sobald die Wellen sich ineiner anderen Richtung fortbewegen, die Aufnahme von Signalen nicht möglich ist.
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Jneinergeradezubewundernswürdigen und genialen Weise bewerkstelligte in Superior, Wis., ein Gefangener im Polizeigewahrsam sein Entkommen. Er schwang sich auf eins der Pferde des PatrolWagens und jagte davon. Auf dem Cypreß HillsFriedhof auf Long Island, N. Y., wurde kürzlich die vor iy2 Jahren in Kobe. Japan, verstorbene Frau Jeanne M. Stiebel beerdigt. Sechs Särge wurden für den Transport benutzt. Der innerste, in dem die Leiche lag, war aus japanischer Eiche, der äußerste aus hartem Fichtenholz. Die vier anderen, die dazwischen kamen, waren aus Zink. Frau Stiebel starb auf einer Vergnügungsreise um die Welt. Nach japanischem Gesetz mußte die Leiche ein Jahr in japanischer Erde ruhen, ehe sie exhumirt und fortgebracht werden durfte. Große Verlu st e erleiden die Farmer um Poriland, einem wenige Meilen von Blairstown, N.. I., entfernten Städtchen, durch eine merkwürdige Krankheit, welche unter ihren Kühen ausgebrochen ist. Die wohlgenährtesten Thiere magern ab und sterben hin, ohne daß sich die Thierärzte diese außergewöhnliche Erscheinung zu erklären vermöchten. Ein Farmer hat allein binnen kurzer Zeit 36 Kühe verloren Wer gut gezüchtete Schweine besitzt, sucht dieselben aus Angst, daß auch sie von der Krankheit ergrissen werden könnten, auf den Markt zu bringen. Jnfolgeeines grausamen Scherzes, welchen sich ein Vetter aus Delaware mit ihm erlaubt hat, weilt Gro. Taylor aus Alta, Cal., bei seinen Eltern in Morristown, Pa. Besagter Vetter hatte die Taylors dort besucht, als er aber die Abreise zu lange hinausschob, wurde ihm bedeutet, daß es Zeit dazu sei. Aus Rache telegraphirte er an den jungen Taylor, welcher seit 10 Jahren in Californien ist. Er theilte diesem mit. sein Vater liege im Sterben und er solle sofort heimkommen, wenn er denselben noch am Leben finden wolle. Taylor trat unverzüglich die Reise quer durch den Continent an, traf aber erfreulicher Weise seinen Vater wohl und munter an. Ueber eine drollige SurPrise Party" wird aus Jersey City berichtet: Spaß muß sind", dachte der 10jährige Willie Duboise, von No. 1219 Hudson Boulevard. Einige der Freunde seiner Schwester faßten den Plan, zur Feier ihres Wiegenfestes eine Surprise Party zu veranstalten. Willie wurde in das Geheimniß gezogen, und da er sehr gewandt mit der Feder ist, so wurde er beauftragt, nach einer ihm gegebenen Probe die Einladüngen zu schreiben. Der liebe Junge war überzeugt, daß es einen Hauptspaß gäbe, wenn er auf jede Einladung die BLmerku.ig setzen würde: Bitte, bringen Sie eingemachte Gurken und Citronen mit." Gedacht, gethan, die Gäste kamen und Alle amüsirten sich vortrefflich, bis es Zeit zum Essen war. Da wurde die Entdeckung gemacht, daß der vorhandene Proviant nur aus Gurken und Citronen bestand. Die meisten der Gäste gingen ohne Souper nach Hause. Willie soll den nächsten Tag einen gewissen Theil seiner Rückseite bedenklich gerieben haben. Ein Wunder der Chirurg i e ist an Wilson S. Fredericks. Chefclerk im New Jorker Bureau der U. S. Expreß Co., ausgeführt worden, welcher mit 40 anderen Personen bei einem Unfall auf der N. Y. Central-Bahn verunglückte und nach einem Hospital in Plainfield gebracht wurde. Sein Körper war durch trockenen Dampf verbrüht worden und mehr als ein Drittel der Oberhaut war verbrannt. Bei seiner Uebersührung in's Hospital wurde keine Hoffnung gegeben, doch nach einigen Tagen beschloß der Hospitalarzt es mit Hautaufpfropfung zu versuchen. Freiwillige meldeten sich für die Operation, darunter 200 Mitglieder des Freimaurer-Ordens, dem Fredericks angehört, und mehrere Angestellte der Expreß-Gesellschaft, und innerhalb elf Monaten sind 4200 Hautübertragungen, jede ungefähr von der Längz und der halben Breite eines Streichholzes, gemacht worden. Die Operation gelang, und in wenigen Wochen wird Fredericks fast vollständig wiederhergestellt sein. Unter großem Gefolge wurden kürzlich in Williamsburg, N. Y., die sterblichen Ueberreste eines Mannes auf den Washington Friedhof hinausgetragen, welcher unter dem Namen der alte Patriarch" bekannt war und mit seinen 109 Jahren als der älteste Jude in Amerika galt. Geboren 1794 in Moskau, entschloß sich Mitnisky erst im Alter von 92 Jahren, als bereits seine sämmtlichen Blutsverwandten das Zeitliche gesegnet hat ten, zur Auswanderung nach Amerika. Seine Kinder und seine zweite nunmehr 87jährige Frau waren ihm bereits vorausgereist, ihm aber fiel es schwer, sich von dem liebgewordenen Heimathsboden zu trennen. Mitnisky glaubte schon früher öfters sein Ende nahe, und jedesmal wenn dieser Fall eintrat, reiste er nach Rußland zurück, um draußen zu sterben, erholte sich jedoch stets und kam wieder nach Amerika. Bei seinem letzten Zusammenbruch war er nicht mehr im Stande, die Oceanreise anzutreten, und fand sich schließlich mit dem Gedanken ab. hier zu sterben.
Souveräne vor dem cscl;. Vor nicht langer Zeit wurde in Lon' d-n cin Mann vor Gericht gestellt, der die UnterschristKönig Eduards auf einem Check gefälscht hatte, der in der bekannten Bank von Coutts" zahlbar sein sollte. Der Schwindel wurde trotz der Geschicklichkeit, mit der dieSchrift' züge nachgeahmt worden waren, sofort entdeckt und der Gauner nach dem nächsten Polizeibüreau abgeführt. In jedem anderen Falle wäre nun der Mann, dessen Unterschrift gefälscht worden ist, als Zeuge vorgeladen worden, aber der König steht insofern über dem bürgerlichen Gesetz, als er weder klagen noch verklagt werden oder als Zeuge erscheinen kann. Es wäre auch kaum der Würde seiner Position entsprechend. Natürlich betrifft das nur das Civilrecht, denn bekanntlich spielt der König in allen Strasp,:ozessen, die von der Polizek. respective der Staatsanwaltschaft eingeleitet werden, eine Rolle, denn es heißt in solchen Fällen stets im Gerichtskalender Rex versus " In England wird die Anklage im Namen des Königs eingeleitet, während in Deutschland und Oesterreich das Urtheil im Namen des Kaisers gesprochen wird. Der öffentliche Ankläger erscheint in England entweder für den Fiscus" oder für die Krone", und wenn sich ein Angeklagt ter durch den Verrath an seinen Mitschuldigen aus der Klemme zieht oder seine Strafe verringert, so sagt man von ihm, daß er Kronzeuge" geworden ist. Was für den König selbst gilt, hat auch auf seine Gemahlin Bezug, aber die übrigen Mitglieder der königlichen Familie nehmen keine Ausnahmestel? lung vor dem Gesetze ein. Dies wurde sehr klar festgestellt, als vor Jahren einmal eine Kontroverse zwischen dem König, damals Prinzen von Wales, und einem seiner Pächter über die auf dem betreffenden Grundstück ruhenden Jagdrechte entstand. Die beiden Parteien konnten sich nicht einigen und der Prinz von Wales, der erklärte, er wolle sich deswegen, weil er gerade der Sohn der Königin sei, nicht übcrvortheilen lassen, leitete einfach die Klage vor dem Civilgericht ein, zum großen Verdruß der Königin Victoria, der die ganze Sache höchst peinlich war. Wochenlang verhandelten die Anwälte der beiden Parteien hin und her. und es sah fast aus. als werde der Prinz von Wales persönlich als Zeuge in dem Prozesse auftreten in England kann bekanntlich der Kläger sowie der Beklagte für sich selbst Zeugniß ablegen. wenn er will. Aber auf den dringenden Wunsch der- Königin wurde die Sache dann doch noch außergerichtlich durch einen Vergleich derart erledigt, daß der Pächter auf seine Rechte verzichtete und ganz aus der Gegend fortzog, wofür er natürlich reichlich entschädigt wurde. Gewisse Zeitungen behaupten von Zeit zu Zeit immr. daß Mitglieder der königlichen Familie hinter dem Throne Schutz vor dem Gesetz suchen, wenn der eine oder der andere Paragraph sie bedroht. In den meisten Fällen dürfte das wohl aus der Luft geariffen sein, obwohl es natürlich etwat kühn wäre, wollte sich Jemand für die völlige Harmlosigkeit aller Anverwandten sämmtlicher europäischer Königshäuser verbürgen. In den meisten Fällen hält jedoch der Monarch selbst als Oberhaupt der Familie darauf, daß die Ehre seines Hauses unantastbar erhalten wird. So hieß es jüngst in England, daß ein naher Verwandte? des Königs in unangenehmer Weise in die Affären einer Finanzgesellschaft verwickelt fei, die gc' genwärtig noch die Aufmerksamkeit des Konkursrichters in hohem Grade in Anspruch nimmt. Sobald der Monarch von diesem Gerüchte hörte, ordnete er eine strenge Untersuchung an mit dem festen Vorsatze, dem Prinzen die volle ihm etwa durch das Gesetz zugewiesene Verantwortung aufzubürden. Zwei der bekanntesten englischen Anwälte leiteten die Untersuchung, die indessen ergab, daß der Prinz in keiner Weise )üi die Vorkommnisse verantwortlich war und überhaupt nur selbst zu den Leidtragenden" bei der Sache gehörte. Ein originelles Gesek schützt in d:r
Türkei das'Staatsoberhaupt vor Civilprozessen. Es ist nämlich in diesem Lande jedem Bürger erlaubt, den Sultan zu verklagen, aber die Klage mu durch einen Staatsminister eingereicht werden. Das ist jedenfalls einevorzügliche Theorie, die. in die ..Praxis übersetzt, lautet, daß jeder Unterthan des Beherrschers aller Gläubigen, dem sein Kopf lieb ist. von einer Klage gegen den Sultan Abstand nimmt. Auch der Zar kann verklagt werden, aber das geschieht nur höchst selten, da der 5Zläger sich gewöhnlich auf recht unruhige Zeiten gefaßt machen muß, wie auch sein Prozeß ausgehen mag. Vor Jahren jedoch machte ein russischer Edelmann einmal einen Prozeß gegen den Zaren anhängig, bei dem es sich um einige werthvolle Landstrecken in Sibirien handelte. Das Resultat war, daß er nicht nur den Prozeß verlor. sondern auch bei seinem Herrfcher in Ungnade fiel, so daß er es für gera then hielt, auf längere Zeit das Land zu verlassen. Im französischen Senat kündigte Ministerpräsident Combes an. daß er im nächsten Jahre die Trennung von Kirche und Staat Vorschlag: werde.
