Indiana Tribüne, Volume 27, Number 101, Indianapolis, Marion County, 18 December 1903 — Page 6

Jttdlana Tribüne. 18. Dezember 1903.

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Europäische Nachrichten. fcprrrnj Westfalen. Münster. Zur Feier des andnthalbhundertjährigen Bestehens' des Klements - Hospitals und der 1753 emgeweilzien wementsttiaje janc in der letzteren ein von dem Rector der Kirche celebrirtes Festhochamt statt. Kirchenportal und Hochaltar prangten in reichem Schmucke, in schöner Beleuchtung der Mnttergottesaltar vor der Lorettokapelle. Nach dem Hochamt wurde das Tedeum gesungen. Arnsberg. Die Eheleute Anstreichermeister K. Grote begingen das Fest der goldenen Hochzeit. Einen erc hebenden Eindruck machte die kirchliche Feier, da zugleich eine Tochter in den Ehestand trat. Dortmund. Commercienrath Overbek schenkte der Stadt aus Anlaß seines 80. Geburtstages 30.000 Mark zu verschiedenen wohlthätigen Zwecken. Halle. Als der Tischlermeister Horstmann von hier das Eisenbahngeleise unweit der dicken Buche überschreiten wollte, wurde er von einer Maschine des von hier in der Richtung nach Osnabrück fahrenden Personenzuges erfaßt und getödtet. Die Eheleute Gastwirth Künsebeck feierten das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Beide Eheleute befinden sich bei ihrem hohen Alter in seltener Rüstigteit. Hohensyburg. Im hiesigen Steinbruch wurde der Arbeiter NeuHaus todt aufgefunden. Ob ein Berbrechen vorliegt, wird erst durch die amtliche Untersuchung festgestellt werden. Lippstadt. In der Nähe der alten Kaserne ertrank in der Lippe der Schulknabe Pötter, Sohn des Maurers Pötter Hierselbst. Der Verunglückte, ungefähr im Alter von 9 bis 10 Jahren, war nach dem Turnunterricht auf den Kasernenhof mit mehreren Mitschülern zurückgekehrt, um an der Lippe zu spielen. Dabei ist er ausgeglitten und in den angeschwollenen Strom gefallen. Seine Kameraden konnten'ihn nicht retten. Kurz darauf wurde seine Leiche vor dem nahen Wehr aufgefischt. Wheinprovinz. Aachen. Die hiesige Freimaurer Loge feierte unter Betheiligung zahlreicher Gäste aus Rheinland und Westfalen ihr 125jähriges .Stiftungsfest. Der Kaiser schenkte sein Bild mit Widmung und eigenhändiger Unterschrist in prachtvollem Rahmen. Barmen. Auf der Hatzfelderstraße wurde der Fuhrknecht Ernst Uelfer von einem Fuhrwerk überfahren und so schwer verletzt, daß er bald darauf verstarb. Der Verunglückte war 31 Jahr: alt und unverheirathet. B r ü h l. Seminarlehrer Christian Burckhardt blickte auf eine fünfzizjährige Amtsthätigkeit zurück. Während seiner Wirksamkeit als Seminarlehrer am hiesigen katholischen SchullehrerSeminar sind fast 900 Lehrer seine Schüler gewesen. Duisburg. Zugführer Wulf aus Osterfeld wurde auf dem hiesigen Bahnhofe überfahren und sofort geiödtet. Händler Kemken erhängte sich in dem Hause Rheinstraße 45. E l b e r f e l d. Ein tödtlicher Unglücksfall ereignete sich auf einer Zieaelei in der Nevigeserstraße. Der 18jär rige Schornsteinbauer Otto Ballhausen aus Dortmund war mit dem Abbruch eines Schornsteines beschäftigt. Er verlor plötzlich das Gleichgewicht und stürzte aus ziemlicher Höhe hinab. Der Aermste war sofort todt. H ö h s ch e i d. Die Eheleute Schneidermeiste? Gustav Mecklenbeck und Frau in Schmalzgrube feierten ihre goldene Hochzeit. K l e v e. Die hiesige Strafkammer verurtheilte den Hilfslxichensteller Kehrings, der in der Nacht vom 21. zum 22. September das Eisenbahnunglück verschuldete, wobei der WeinHändler Obhaus, seine Frau und seine beiden Töchter umkamen, wegen sahrlässiger Tödtung von vier Menschen in idealer Concurrenz mit Gefährdung eines Eisenbahntransports zu 1 Jahr Gefängniß. Der Staatsanwalt hatte V Jahr beantragt. Der Angeklagte war geständig, die Schranken nicht geschlössen zu haben. Mondorf. Unter Betheiligung der ganzen Gemeinde feierten die Ehe leute Johann Joseph Pax und Christina, geb. Ludwig, das seltene Fest der diamantenen Hochzeit. Sowohl Papst Pius X.. wie auch Kaiser WilHelm II. zeichneten das allgemein beliebte und geachtete Jubelpaar durch huldvolle Antheilnahme an dem seltenen Glücke aus; Letzterer durch Berleihung der Ehejubiläumsmedaille mit der Zahl 60 und Ersterer durch Uebersendung seines Segens.

Remscheld. Das Lomhrige Geschäftsjubiläum feierte der taubstumme Schriftsetzer Alexander Moog, Ehemann der taubstummen Anna, Tochter des verstorbenen Jacob Potthoff zu Ober-Pohlhausen. Provinz csfcn''Z?askau. Kassel. Hier verstarb im 71. Lebensjahre Professor Dr. Möhl, eine Autorität auf dem Gebiete der Wetterkünde und Leiter der hiesigen met?orologischen Station. Das hiesige Kriegsgericht verurtheilte den Artilleriesoldaten Eisert wegen thätlichen Angriffs auf Vorgesetzte beim RückMarsche vom Kaisermanöver zu fünf Jahren Gefängniß. Bürgerschulleh

rer Karl August Dietmar Brede trat nach 45jähriger Dienstzeit infolge Krankheit in den wohlverdienten Ruhestand. Arnoldshain. Während einer Rekruten - Abschiedsfeier wurde der zum 27. Artillerie - Regiment ausaebobene Vinasobn im Streite in bca HalS gestochen, wobei die Pulsader durchgeschnitten wurde, so daß der Tod eintrat. Als der That verdächtig wurden zwei Burschen verhaftet. F r a n k f u r t a. M. In einer Bauhütte im Hofe des Hippodroms wurde Gerichtsvollzieher Ludwig &5$p, der in der Schweizer Straße wohnte, mit einem Schuß in der rechten Schläfe todt aufgefunden. Erhänqt hat sich an einer Bettstelle der 63 Jahre alte Ausläufer Joh. Bernh. Nael, Schnappbornweg 30 in SachsenHausen. Groß-Almerode. Ein schreckliches Unglück ereignete sich auf der Thongrube Stollen - Hof der hiesigen Thonwerke. Von einem niedergehenden Gebirge wurde der Arbeiter Meyerwirth aus Wickenrode erfaßt und verschüttet. Nach längerem Suchen fand man seine Leiche. Drei andere Arbeiter, die sich in Gefahr befanden, konnten sich noch rechtzeitig retten. H a n a u. Der hiesige Vaterländisehe Frauenverein feierte in den Festräumen der Turngemcinde sein 25jäh riges Jubiläum. H e r s f e l d. Der bekannte und beliebte Botaniker Hase wurde auf dem Felde erschossen aufgefunden. Dem Vernehmen zufolge soll ein Jäger den tödtlichen Schuß abgefeuert haben. Lehrer Jungermann hat daZ Zeitliche gesegnet. Seit zwei Jahren lebte er im Ruhestände, nachdem er 52 Jahre in seinem Amte thätig gewesen war, davon 34 Jahre hier. Homburg v. d. Höhe. Braumeister Jäcke von der hiesigen Aktienbrauerei gerieth in eine Transmission. Das Drahtseil durchschnitt den Hals, so daß sofort der Tod eintrat. R i n t e l n. Oberbürgermeister Sydow, der längere Zeit in Carlshasen und zuletzt hier eine segensreiche Thätigkeit entfaltete, ist hier, wo er anläßlich eines Familienfestes bei seinem Schwager weilte, nach kurzem Kranksein an den Folgen einer Lungenentzündung verstorben. F?ittecdeutfc0e Stnaten. A l t e n b u r g. Hilssweichensteller Herfurth wurde beim Rangiren von einem Wagen erfaßt und am rechten Arm und Bein so schwer verletzt, daß er bald nach seiner Aufnahme im Krankenhause verstarb. Braunschweig. Die zweijährige Tochter Erna des Drehers Dempewolf stürzte aus einem im dritten Stock belegenen Fenster des Hauses Roßstraße 2 auf den Hof und erlitt so schwere Verletzungen, daß sie bald darauf starb. Das Kind war. als es sich einen Augenblick allein im Zimmer befand, auf einen Stuhl geklettert und so an das Fenster gelangt. Ein Radfahrer fuhr mit seinem Rade in den Riddagshäuser Teich und ertrank. Es war der Agent Fiedler von hier; nach dem Ergebniß der eingeleiteten Untersuchung liegt Selbstmord vor. E i s e n a ch. Der vormalige langjährige Direktor des hiesigen Realgymnasiums, Hofrath Professor Dr. Köpp, starb. 84 Jahre alt, an einer schweren Lungenentzündung. Forst beiBevern. Der auf hiesiger Domäne beschäftigte Jagdaufscher und Gärtner Klotz feierte mit seiner Ehefrau das Fest der goldenen Hochzeit. Dem Jubelpaare wurde eine vom Regenten gestiftete Prachtbibel überreicht. G e r a. In der Nahe des hiesigen Bahnhofes brach in der Heinecke'schen Pech- und Fettsiederei Feuer aus, durch das 80.000 Kilogramm Fettwaaren vernichtet wurden. Das energische Eingreifen der Feuerwehr verhinderte eine weitere Ausdehnung des Feuers. Holz minden. Als der Buchdruckereibesitzer Ebers hier beim Buchbinder Feldheim an der SchneideMaschine beschäftigt 'war. achtete er nicht darauf, daß sich der etwa 8 Jahre alte Junge Feldheim's an der Maschine zu schaffen machte, setzte diese in Gang und schnitt dem Jungen die Finger der linken Hand glatt ab. - K o b u r g. Der langjährige Direktor und Lehrer der hiesigen Taubstummenanstalt. Professor Ö. Jungk. welcher 50 Jahre dem Institut vorgestanden hatte, ist im 88. Lebensjahre in Berlin gestorben, wohin er nach seiner Pensionirung verzogen war. Sachsen. Dresden. Presser Clemens Berthold, der seit dem Jahre 1878 in der hiesigen Kotillonfabrik Carl Wenzel & Co. beschäftigt ist, feierte kürzlich sein 25jähriges Arbeitsjubiläum. Commercienrath Dr. Schwabe, der InHaber der hiesigen homöopathischen Central-Apotheke und Vorsitzender der Letvziger Orts-Krankenkasse, feierte das Jubiläum seiner 50jährigen ZugeHörigkeit zum Apotheker-Berufe. Dem Jubilar wurden reiche Ehrungen zu Theil. Stadtgartendirektor W. Moritz Deqenhard. der sich seit 1. April 1875 in städtischen Diensten befand, ist in den Ruhestand getreten. Eine seltene Berufstreue bewährte ein Veteran der Arbeit, der 80jährige Eisendreher

Louis Klßling, hier, Chemnttzer Straße 24. der sein 25jähriges Arbeitsjubiläum im Lobtauer Hartguß-Werke feierte, nachdem er zuvor das gleiche Jubiläum in einer Crimmitschauer

Fabrik hatte beqehen können. Der alte Herr geht noch in voller Rüstigkeit seiner Beschäftigung in dem Löbtauer Werke nach. Döbeln. Der 50jährige Handarbeite? Winkler von hier wurde auf Mcinsberger Flur todt aufgefunden. Er ist anscheinend in der Dunkelkeit eine Böschung hinunkergefallen und hat dabei die Verletzungen erlitten, welche den Tod herbeiführten. Falkenstein. Durch Großfeuer wurden 15 Wohnhäuser mit einer Anzahl Schuppen-, Stall- und Nebengebäuden eingeäschert. Die Besitzer der abgebrannten Wohnhäuser sind: Paul Strobel, Franz Fuchs, Stadtgemeinde, Franz Hellinger (Doppelhaus). Ad. Thomas, Franz Klinger, August Götz. Ed. Seidel, August Schubert und Wittwe Trommer. Ueber 30 Familien

sind obdachlos geworden. Großhennersdorf. Wegen Krankheit und Familiensorgen erhängte sich der Hausbesitzer und Tagarbeite? Karl Anders. O e d e r a n. Der 29 Jahre alte Hausbesitzer und Kunstdrechsler Richter fuhr mit einem befreundeten LandWirth in einem Einspänner-Wagen. Plötzlich scheute das Pferd, der Wagen wurde geschleudert und Richter stürzte heraus. Kurze Zeit später verstarb der Bedauernswerthe an den erlittenen schweren Verletzungen. Röthenbach. Der frühere Backermeister, jetzige Rentier Grimm und seine Ehefrau begingen im Kreise zahlreicher Kinder und Enkelkinder bei bestem Wohlsein ihr goldenes Ehejubiläum. Zittau. Der 15 Jahre alte Oskar Neumann wurde von einem von ihm geführten Langholzfuhrwerk tödtlich überfahren. Zwick au. Das Steinkohlenwerk C. G. Kästner hier hat für invalide Bergarbeiter oder deren Angehörige im Zwickauer Revier 10.000 Mark zu einer Stiftung gespendet. Dieser Tage hat, wie aus Aosta geschrieben wird, einer der berühmten Hunde des Hospizs am St. Bernhard einen Arbeiter Namens Vellotti gerettet. Bellotti hatte in Lausänne infolge eines Ausstandes sein Brot verloren und sah sich genöthigt, in die Heimath zurückzukehren. Es fehlte ihm aber das Geld zur EisenKahnfahrt und so beschloß er. den mühevollen Fußweg über den St. Bernhard einzuschlagen, um seine Vaterstadt Viella zu erreichen. Er verirrte sich aber, wurde von einer Lawine verschüttet und wäre verloren gewesen, wenn nicht der kluge Turk" seine Spur gefunden und laut bellend einen der frommen Brüder aufmerksam gemacht hätte, daß es einen Menschenu retten gäbe. Der Mönch folgte dem Hunde und bald stieß man auf den Unglücklichen; er wurde in das gastfreundliche Haus gebracht und erholte sich dort in wenigen Stunden so weit, daß er seinen Weg fortsetzen konnte. Auö i a y r , g e m ecniaje erwacht ist in Grambke bei Bremen ein Mädchen, die unverehelichte Gesine Zweyer. Am 27. December 1888 verfiel sie in einen schlasähnlichen Zustand und ist bisher nie wieder ordentlich wach geworden. Erst kürzlich, als wegen eines großen Feuers im Dorf die Sturmglocken heulten und ihre Umgebung in große Aufregung gerieth, ist sie endlich erwacht. Ob das von Dauer sein wird, erscheint noch fraglich. Sie soll geistig völlig gesund geblieben sein, gut aussehen und sich an alleVorgänge aus früherer Zeit genau erinnern. Sie ist in der Zwischenzeit von zahlreichen Aerzten beobachtet worden, von denen aber keiner die Ursache ihres Zustandes erklären konnte. Ueber die bayerischen Bauerntöchter führte der Bauer Heussinger auf der Versammlung des bayerischen Bauernbundes in Würzburg bittere Klage. Ein Krebsschaden sei es, so meinte er, daß die Bauerntöchter sich modernisirten, daß ihnen der Bauernstand zu niedrig sei, daß sie feine Häkelarbeiten machen, aber keine Hosen flicken können, daß die gesunden Töchter, wenn sie Geld haben, die Arbeit fliehen und aus dem Stande heirathen, der dumme Bauer aber höchstens die kriege, die vielleicht krank sei, die keiner möge. Sollte wirklich in die bayerischen Bauerntöchter so sehr der Hochmuthsteufel gefahren sein? Bauer Heussinger könnte ja allerdings wissen, wie die bayerischen Mädel jetzt geartet sind. Jnden(Vaslender staoi Prag zog dieser Tag ein Mann, der nur mit einem langen Hemd angethan war, die Aufmerksamkeit der Passanten auf sich. Er hatte keine Kopfbedeckung und war barfuß. Der Mann ist ein sogenannter Naturmensch", der es sich zur Aufgabe gemacht hat, der Menschheit zu beweisen, daß Kleidung, Wohnung, Essen von Fleischspiesen etc. der Gesundheit schädlich seien, und daß das Heil der Menschhcit nur in der Rückkehr zum Urzustände beruhen könne. Der Mann, welcher Aanatsch heißen soll, schläft angeblich Sommer und Winter nur im Freien, badet jeden Tag im Freien, selbst bei der größten Kälte, trinkt nur Wasser, ißt nur Grünzeug und trägt das Hemd bloß aus dem Grunde, weil ihm behördlich verboten wurde,' nackt herumzulaufen. Er behauptet, daß er sich seit der Zeit, da er Naturmensch wurde, sehr wohlbe-finde.

Das Baden im Winter. 9!n oft veruachläMgteS. ur GesundheltS, pfleg nöthiges Mittel. Ein oft vernachlässigter Akt ist das Baden in der kalten Jahreszeit. Das Bad ist nicht blos ein Erfrischungsoder Abkühlungsmittcl in h:ißen Sommertagen, es ist vielmehr ein zur Gesundheitspslege überhaupt unbedingt nothwendiges Mittel. Ohr.e regelmäßiges Baden ist eine ordentliche Hautpflege nicht denkbar. Im Herbst und Winter braucht die Haut diese Pflcc.c umsomehr. weil sie durch die doppelte und dreifache Kleidung vom stärkenden Einflüsse der Luft mehr abgeschlossen wird; denn die dichtere Umhüllung tritt der für die Gesundheit wichtigen Ausdünstung hinderlich entgegen. Das Laden ist das beste Beförderungsmitte! derselben. Man wird von dessen Nothwendigkeit am besten überzeugt, wenn man bedenkt, daß die Ausdünstung überhaupt nie unterbrochen weiden ca?f, daß die Haut in 24 Stunden unqefähr zwei Pfund an Wasser und schädlichen Stoffen dem Blute zu entziehen und durch die Poren zu entfernen hat. Würde man die Haut durch einen Lacküberzug undurchdringlich machen, so müßte der Tod in sieben bis neun Stunden erfolgen. Ebenso ist der Tod unvermeidlich, wenn durch Brandwunden ein erheblicher Theil der Hautoberfläche zerstört ist; schon der dritte Theil genügt meistens, um den Tod herbeizuführen. Das heißt: wenn ein Drittel der Hautfläche durch Verbrennen zerstört ist, seine Poren also nicht mehr als Verdauuugskanäle funktioniren können, muß der Mansch sterben. Das Baden erhält die Verdunstungskanäle offen, deren es am Körper eines erwachsenen Menschen 2.380.000 gibt, wie ein Naturforscher ausgerechnet hat. Auf ein Stück Haut von der Größe eines 25 Centsstücks kommen von Rücken und Nacken 400, von den Wangen 540, von Brust und Unterleib 1130, von der Stirn 1258, vom Vordcrhalse 1300 und von der Fußsohle sogar 2865 solcher Schweißlöcher. welche unaufhörlich Unreinigkeiten abfondern. Auch Talg und Oel wird auf die Haut abgelagert, und es bildet beim Verbleiben eine förmliche Kruste, deren Wegschaffung das Baden zu jeder Zeit erfordert. Wie sehr unsere Altvorderen das B7.den zu schätzen wußten, erhellt aus dem Umstände, daß z. B. zu einem altdeutschen Bauernhause früher stets auch eine Badeeinrichtung gehörte. Karl der Große, das Urbild deutscher Art und Sitte, badete jeden Tag. Der russische Bauer nimmt nicht blos im Sommer, sondern auch in der kältesten Zeit sein regelrechtes Bad, im Winter sogar mit der Manier, sich direkt nach dem Aussteigen aus dem warmen Wasser im Schnee zu wälzen, zur ganz besonderen Anregung der Hautthätigkeit und zur nützlichen Abhärtung. Auf demselben Prinzip beruhen die in vielen Ländern in Aufnahme gekommenen russischen Bäder." Die Städte, welche billige Volksbäde? errichteten, haben sich dadurch um das Volkswohl außerordentlich verdient gemacht und geboten, was vielen Familien in dieser sanitären Hinsicht noch mangelt. künstlich znüditcic Perlen. Die Stirn Mode bevorzugt augenblicklich den sanften Glanz der Perlen vor dem harten Gefunkel der Edelsteine; von erhöhter Wichtigkeit dürfte deshalb ein Bericht erscheinen, den vor Kurzem ein Lyoner Professor, Dubois, der Pariser Akademie der Wissenschaften erstattet hat. Dubois hat längere Zeit an der tunesischen Küste die Gewohnheiten und Liebhabereien der Perlmuschel studirt, und es ist ihm gelungen. sie nach der französischen Küste zu verpflanzen, da die Perlmuscheln weite Reisen bei angemessener Wartung gut überstehen; die lebenden Exemplare, die er der Akademie vorzeigte, haben sich im Wasser der biologischen Station von Tamaris-sur-Mer bei Toulon recht erfreulich entwickelt. Diese Verlmuschel. aus der Familie

der Vogelmuscheln, ist dieselbe, die bei Ceylon und in andern tropischen Mecren ihrer schönen Perlen wegen gefischt wird; sie ist durch den Suezkanal in das Mittelmeer eingewandert. Die Perlen, die sie an der tunesischen Küste liefert, sind von sehr schönem Glänze und regelmäßig, aber klein und sehr selten, da man 1200 bis 1500 Muschein öffnen muß. um eine einzige Perle zu erhalten. Dubois fand nun die alte Annahme bestätigt, daß die Perle das Erzeugniß einer Krankheit der Muschel ist. welch: eine vermehrte Absonderung von Perlmutter zur Folge hat. und zwar ist der Krankheitscrreger ein besonderer Parasit, der zu der Familie der Plattwürmer gehört. Die Krankheit ist ansteckend, für Weichthiere derselben Familie, welche in nächster Nähe und unter denselben Vedingungen leben. Auf diese Wahrnehmung baut Dubois die künstliche Beförderung der Perlenerzegung auf, vielleicht durch Impfung der Thiere; er hat auf zehn Muscheln durchschnittlich eine erhalten, die eine oder mehrere Perlen umschloß. Künstliche Diamanten und künstlich gezüchtete Perlen vielleicht wird der Schatz an Geschmeide, der jetzt in mancher Familie wie ein theures Vermachtniß der Ahnen gehütet wird, einst so viel werth sein wie heutzutage Similiö und Wachsperlen! Vorläufig hat tl d.imit freilich nocki aute Weile. -5s'

Friedliche Nmikurrcn). Teutsöie und amerikanische Forstwirthschast , aus der St. Louiser Weltauöstelluug. Zwischen den amerikanischen und deutschen Forstleuten herrscht eine große Rivalität. Die Regierungen der Ver. Staaten und Deutschlands haben sich daher entschlossen, auf der St. Louiscr Weltausstellung eine Art Konkurrcnz zu veranstalten und praktisch zu demonstriren, welches Land die besten und praktischsten Methoden in der Forstverwaltung besitz:. Für diesen Zweck sind den Regierungen der Ver. Staaten und des Deutschen Reiches je fünf Acker große, neben einander liegende und theilweise bewaldete Flächen auf dem Weltausstel-lungs-Eelände zur Verfügung gestellt worden. Dem Besucher wird es somit möglich sein, erst in dem amerikanischen Arboritum" die amerikanischen Methoden zu studiren und sodann in dem angrenzenden Forstgarten" Einblick in die deutschen Methoden zu nehmen. Kein Baum wird auf dem zur Verfügung gestellten Lande gefällt. Wohl werden viele derselben umgepflanzt werden und bei Eröffnung der Weltausstellung werden Miniatur-Forsten, durchwunden von schmalen Kieswegen, entstanden sein. Jeder auf dem Breitengrade von St. Louis lebensfähige Baum wird in den Forsten repräsentirt und durch auf Aluminium-Schilder geprägte botanische und GebrauchsNamen kenntlich gemacht sein. Eins werden beide Forstausstellungen gemeinsam haben: Zahl und Gattungen der Bäume; doch nur diese allein. Die Behandlung derselben wird nach den Methoden beider Länder erfolgen. In dem amerikanischen Arboritum werden die Bäume nach amerikanischer Weise gepflanzt und behandelt. In dem deutschen Forstaarten gelangen die deutschen A!ethoden zur Veranschaulichung. welche die Erhaltung der bewundernswerthen Forsten des Deutschen Reiches für Hunderte von Jahren möglich machten, auch wird daselbst gezeigt werden, wie die Forsten von Zeit zu Zeit durch Neuanpflanzungen verjüngi wurden und werden. Erste Fachleute beider Lander sind sür die Verwaltung der MtniaturForsten auserkoren. Das Hauptinteresse wird nicht allein in der Darstellung der vorzüglichen Forstverwaltungen beider Länder gipfeln, sondern eher noch in der praktischen Vorführung der bestehenden Methoden. Bäume werden umgepflanzt, wobei die neuesten Apparate in Anwendung gelangen. Bäume werden auch mit Krankheitskeimen okulirt werden. und nachdem sie wirklich erkrankt sind, werden sie nach den neuesten HeilMethoden behandelt. Die erzielten Resultate werden in sorgfältig hergestellten Tabellen zusammengestellt und später bekannt gegeben, um die Erhaltung der Wälder zu ermöglichen. Die Wälder haben weniger von der Axt des Holzhauers als von den sie bevölkernden Jnsektenschaaren zu leiden. Diese Thatsache ist Gegenstand einer interessanten Demonstration. Die verschiedenen schädlichen Insekten werden eingesammelt und sorgfältig isolirt, um bei passenden Gelegenheiten in den Miniatur-Forsten freigelassen zu werden, damit sie ihre Zersiörungskunst an den Bäumen praktisch demonstriren. Hierauf werden die Bäume nach den neuesten Methoden behandelt. Täglich sollen derartige werthvolle Experimente stattfinden und die erzielten Resultate sollen Jedermann zugänglich sein. Gefährliche Verbrecherbande. In Paris wurde vor einiger Zeit einem 5lassenboten in der großen Halle des Comptoir d'Escompte eine Tasche, die 73,000 Francs enthielt, durch eine mit Zeitungen gefüllte ersetzt, während ihm ein sehr eleganter Herr mit ausgesprochen englischem Accent um eine Auskunft ersuchte. Die von der Polizei angestellten Nachforschungen führten auf die Spur einer Bande bereits mehrfach verurtheilter englischer Taschendiebe, die sich in Paris ein Stelldichein gegeben hatten. Nach den Personalangaben wurde ein gewisser Fred Smith von einem Geheimpolizisten in der Nähe des Credit Lyonnais erkannt und auf Schritt und Tritt verfolgt. Smiths fuhr nach Bordeaux, wo er, immer von Pariser Geheimpolizisten verfolgt, mit drei anderen verdächtigen Gesellen, die aber überaus elegant gekleidet waren und in den besten Hotels wohnten, zusammentraf. Es gelang denn auch, das vierblätterige Kleeblatt am Ultimozahltage in einer Bank zu überraschen, als es gerade einem Kassenboten 30.000 Francs abzunehmen suchte. Man konnte aber, nur einen der Diebe, den ältesten festnehmen, da die drei anderen, wahre Athleten, die Polizisten übel zurichteten und dann verschwanden. Der Festgenommene ist ein gewisser Martin, 65 Jahre alt, der bereits oft mit der Justiz in Konflikt gerathen war. Seine drei Gefährten waren so unverfroren, nach Paris zurückzukehren, um sofort auf's Neue ihr einträgliches Handwerk fortzusetzen. Sie waren aber signalisirt und wurden nach heftigem -Kampfe, bei dem alle Bozerkllnste zur Anwendung kamen einem von ihnen wurde fast ein Auge ausgeschlagen überwältigt und in's Depot gebracht. Dor: wurden sie als Fred Smith. John Mahon und George Howard ermittelt. Sie hatten in Paris elegante Wohnungen und besitzen in London große Liegenschaften, Häus. Billas. Parkk u. s. w. j