Indiana Tribüne, Volume 27, Number 101, Indianapolis, Marion County, 18 December 1903 — Page 5

Jndiana Tribüne, 18. Dezember I9tttt.

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i 4 Unter Ruinen Xiriminalrcnuix von Ion,, & cvtxavh (Schluß.) asir imo woyl schon lange rjierr fraajc eine matte Stiin,ine. Ah, Du bist es, Herrich! Lange geuug sind wir rjisr, um zu fühlen, was Durst und Hunger ist. EntseKlicheZ Schicksal!" Ja, es ist ein furchtbarer Tod, langam verhungern zu müssen! Denken wir nicht mehr an den Hunger, den wir nicht abwehren können. Hörst Du Mich, Onkel TituS?Jawohl, Worte sind aber kein Brot!" M!r träumte vorbm. als sei eine lichte Gestalt vor mich hingetreten und habe mir zugeflüstert: Bekenne und sträube Dich nicht länger, daß es einen strafenden ot: gibt! Was hältst Du von diesem Traurn?" Nicht viel, das weiß jeder Christ ohnehin, deshalb braucht man doch nicht ZU träumen. Hättest Du Dir träumen lassen, wie wir aus diesem verwünschten Hungerloch entkommen können, das wäre gescheidter gewesen." Das wird kaum der Fall sein, wenn nicht ein Wunder geschieht," seufzte Herrich. .Was mich betrifft, so ist weiter nichts zu sagen, als daß ich diese schreckliche Strafe, den Hungertod, derdiene. Wie ist es jedoch möglich, daß ein gerecht waltender Gott auch Dich, den Unschuldigen, den Guten, den stets nach den Gesehen Lebenden ganz in das gleiche Verhängniß mit hereinzieht? Da weiter vorn am Eingang des Thurms steht eine Wächterstube aus alter Zeit. In dieser entdeckten wir ein Skelett, das einst einem Menschen angehörte, der hier unten verhungern mußte, vorher jedoch seine Gedanken niederschrieb. Einzelne seiner Worte kehren jetzt in mein Gedächtniß zurück: ,O Gott, Du Rächer alles Bösen, Dir will ich meinen Geist zuwenden, jetzt erst erkenne ich, daß Du nicht mit Dir spotten läßt, daß für Jeden die Stunde kommt, in der er Deinen starken Arm fühlt und sich vor Deiner erdrückenden Allmacht beugt.' Ja. dieser Mann hatte viel auf dem Gewissen, aber Du, Onkel Titus. was hast Du gethan, daß Du hier elend verhungern mußt? Sage mir das!" Seit wann fangen die Mörder zu Philosophiren an? Irgend einmal und auf irgend eine Art muß jeder Mensch sterben; den Hungertod hätte ich mir freilich nicht ausgesucht." . Tu-würdest diesen Tod auch nicht erleiden müssen, wenn Du nicht in zu eifriger Ausübung Deines Berufes, in der Verfolgung eines Verbrechers selbst in Dein Verderben gerannt wärest. Tu leidest unschuldig, darf das der allgerechie Gott geschehen lassen?" Du siehst doch, daß es geschieht, also nimm die Thatsache eben hin, wie ich es auch thue." Weißt Du. was ich der lichten Gestalt geantwortet habe?" Diese lichte Gestalt!" Nein, Titus, spotte nicht! Ich kenne den furchtbaren Ernst unserer Lage und weiß, daß jede Rettung ausgeschlossen ist. Trotzdem hoffe ich. daß wir Deinetwegen, Deiner Gerechtigkeit wegen aus diesem Verließ erlöst werden. Für Kiese Erlösung habe ich mich, wie es sich gebührt, als Opfer daraeboten, denn Du darfst nicht meinetwegen hier elend zu Grunde gehen; es müßte denn sein, daß es wirklich keinen Gott gibt!" Du phantasirst, und was Du sprichst, ist Frevel. Solche Phrasen helfen nicht, das sind hohle Worte und Wunder gibt es nicht." $u bist doch weniger fromm und gut, als ich annahm; ja, es kommt mir der Gedanke, als seiest Du durchaus kein so echter Christ, als wie Du wohl selbst denkst. Vielleicht verdunst Du also diese Strafe auch!" Mag sein, doch verschone mich jetzt mit Deinen seltsamen Reden, die in Deinem Munde, von den Lippen eines Mörders fast komisch klingen!" Ich habe kein Recht, Dir Ermahnungen zu geben, denn ich bin das, was Du gesagt. Titus, mir wird so schwach, ich fühle mich so unsäglich r.iatt, daß ich nicht mehr viel reden kann. Versprich mir, Titus. für mich zu beten, wenn ich Dir keine Antwort mehr geben kann. Bete für mich, da Du um so vieles besser bist als ich!" Es waren für lange. Zeit die letzten Worte, die Titus von Herrich hörte, der wohl bewußtlos geworden war. Er rief dem Ohnmächtigen zu, ohne Antwort zu erhalten. Endlich schwieg auch der von Hunger gepeinigte Mann, nur zuweilen stieß er tiefe Seufzer aus oder wimmerte vor Schmerz. Unaufhaltsam rannen die Stunden dahin, wohlthätige Bewußtlosigkeit empfing beide Leidende seit langer Zeit. Schritt schon der Tod durch die Halle, wo er bereits in der Vergangenheit so reiche Ernte gehalten? Ein Freudenschrei durchzitterte die Rotunde. Stirbst Du, Herrich?" fragte der erwachende Titus. Sogleich," antwortete der Gefragte leise und mait, sogleich wird die zweite fallen! Das Wunder ist geschehen!" Äu sprichst irre, armer Mensch! Wir wollen beten, ich glaube, es. geht ?u Ende mit uns!"

Wir wollen beten, Titus, beten ein Tankgeket. Meine Handschellen sind abgestreift. Wie es möglich war, weiß ich.icht! Leider bin ich so schwach, daß ich die Fußeisen noch nicht auseinanderbieaen kann: ick will die letzte Kra.'t 1 .eußerne anspannen. es v lingt, es gelingt, ich bin frei! Btud, bald bin ich bei Dir, Titus; mein Taschenmesser' ist vorhanden, ich zerschneide Deine Stricke. Ach Gott, die Kraft schwindet!" Titus Wach fühlte die Arme frei und löste seine Füße aus dem Druck der Fangeisen. Wo bist Du, Herrich?" Keine Antwort. Eine beängstigende Pause trat ein. Dann erhellte ein schwacher Lichtstrahl die Rotunde; beim Scheine eines Wüchszündholzes sah Titus den Leidensgefährten am Boden liegen. Leichenblässe bedeckte dessen Antlitz. Sollte er gestorben sein? Hier half nur rasche Flucht. Er nahm den anscheinend Leblosen unter den Arm und schieiste ihn langsam, unendlich langsam aus der Rotunde. Immer wieder hielt er an, um neue Hraft zu sammeln oder ein neues Kerz-

.chen anzuzünden. Endlich stand er am Schmelzofen. Kein Ausgang zu sehen. Mauerwerk, überall Mauer! Da schlug Herrich die Augen auf und erholte sich etwas; auch er war im ersten Moment rathlos. Da entdeckte er Jakobs künstliche Ausmauerung .des Thürbogens, die auf dieser Seite nicht so glatt und tadellos war. wie auf der Kellerseite. Es ist eine Mauerung in der Eile, darum ohne Mörtel. Stemmen wir uns dagegen, und die Steine werden weichen." Die Steine polterten und stürzten gegen die Bretterwand im heiler und gewährten den Geretteten den Ausgang aus der Todtenhöhle. Sie schleppten sich die Treppe empor und befanden sich nun in Jakobs Wohnzimmer. Sie suchten und entdeckten die Lampe, welche sie anzündeten, da es finstre Nacht war. Leider fand sich nur eine Flasche Wein und etwas hartes Brot vor. Sie ließen es im Wein aufweichen und aßen heißhungrig von der einfachen Speise; dann erst sahen sie sich weiter um. Sie fanden ihre Pelzröcke und ihre Reisetaschen und vermochten nun zu überlegen, was geschehen solle. Wohin wollen wir uns wenden?" fragte Titus Wach. Nach Nosenthal. wo ich Freunde habe?" Um Gottes willen." wehrte Herrich ab, ich könnte Blanka nicht unter die 'iQtn treten." Dann nach Langenthal! Aber dort kennt mich der Lammwirth," sagte Titus. Was liegt denn daran? Bist Du menschenscheu geworden?" Rein, Herrich, doch hast Du vergessen. was geschehen ist? Weißt Du nicht, wer ich bin?" . . sa erwartet Vich em .odesurtheil" Ein gerechtes Urtheil!" Höre, Herrich, hier in meiner Brusttasche sind achthundert Mark, nimm sie. entfliehe! Ich gehe in die Küche, damit ich der Wahrheit gtmäß betheuern kann, ich hätte Deine Flucht nicht bemerkt. Nimm und gel)'!" Und Deine Ehre als Beamter?" Das wird meine Sache sein. Du hast mir das Leben gerettet. Du bist mir lieb und theuer gewesen. Du hast Jdunas Herz besessen, Du hast Dein Verbrechen bitter bereut! Mehr kann ich nicht thun für Dich, als Dich entfliehen lassen, also adieu, lebe wohl, Herrich dort lieat die Brieftasche!" Nein. Onkel Titus, ich fliehe nicht. Das wäre eine schlechte Reue, die vor der Sühne zurückbebte! Thue Deine Pflicht und nimm mich mit nach C. So ist es in der Ordnung; aber ich danke Dir für Deine Liebe, die aus Deinem Vorschlag spricht." Ich meine es ernstlich." .Ich auch!" Da stand der Detektiv auf, umarmte Herrich und küßte ihn: So bist Du mir wiedergewonnen, wenn Du mir auch entrissen wirst!" Der Mörder Espingers sagte nichts als: Onkel Titus, ich danke Dir!" Dann rüsteten sich Beide zum Weggehen, sie wollten vorerst nach Langenthal, um endlich etwas Ordentliches zu essen zu bekommen, und von da nach C. zum Untersuchungsrichter. Mittelst einer Leiter mußten sie über das geschlössen? Hofthor steigen und schlugen den Weg nach Langenthal ein. Als sie am Stalle Birlings vorübergehen wollten, trat ihnen dessen Knecht entgegen: Halt da! Sie kommen vom Gehöft. Was hatten Sie da zu thun? Ach, Sie sind es, Herr Ganzer, ich glaubte, Sie wären längst abgereist! Aber Sie, wer sind Sie?" Nur sachte, guter Freund, ich bin der Kriminalkommissar Wach aus Berlin. Wollen Sie uns nicht nach C. zum Herrn Amtsgerichtsrath fahren?" Gewiß, gern. Ich werde sogleich einspannen. Wird der Herr Kommandant eine Freude haben, daß Sie noch leben! Seit fünf Tagen werden Sie überall gesucht" Wach schnitt den Redefluß des Knechtes ab und fragte direkt: Haben Sie vielleicht etwas zu essen hier?" .Jch? Ja, Fleischwurst, wie man sie auf dem Lande macht, und schwarzes Brot, das wird aber den vornehmen Herren zu grob sein." Wir kommen mit in den Stall," sagte Wach, wir wollen Ihre Landwurst haben!" Mit aufrichtigem Staunen bemerkte der Knecht den Appetit der Stadtherren, und wie sie sogar seinen Kornbranntwein nicht verschmähten und

ihm Jeder dasür einen Thaler bezahlten. Sie sind doch Freunde meines Herrn gewesen," erzählte der Knecht, indem er die Pferde anspannte, es ist zu traurig, wie schlecht sie nun alle den Mann machen, nachdem er seinen Tod im Meere gefunden hat." Birling todt?" In der gestrigen Zeitung stand es ausführlich," berichtete der Knecht. Kanal nennen sie das Meer, über das Herr Virling fahren wollte. Da kam Nebel, der Postdampfer wurde von einem andern Schiffe angerannt und sank. Viele Menschen ertranken, auch Herr Birling; man fand seine Leiche und seine Papiere. Hier hieß es, er habe Sie, Herr Kommissar, ermordet und sei deshalb nach England geflohen. Da sieht man, wie die Menschen lügen; denn Sie leben! Wollen die Herren einsteigen?" Fort ging es nach G., wo der Herr Rath noch im Bette lag, doch rasch munter wurde, als er hörte, Herr Wach sei da. Der Prozeß Espinger" verlies wie so viele andere Prozesse, in denen ein vollständiges, reumüthiges Gestandniß die ganze Prozedur unendlich dereinfacht. Für diesen Giftmord war wieder einmal, wie so oft, Goldgier maßgebend gewesen und ließ sie bei der Höhe der in Espingers Grund und Boden gefundenen Schätze als ausreichendes Motiv der That erscheinen. Das Urtheil lautete auf Todesstrafe, doch empfahl der Gerichtshof den Verurtheilten wegen seiner aufrichtigen Reue der Gnade des Königs, welcher auch die Todesstrafe in lebenslängliches Zuchthaus verwandelte. Die bei Birling aufgefundenen Depotscheine auf die Bank von England wurden Blanka Espinger nach Abzug von einem Dritttheil der Summe für den Staat zuerkannt. -Diese und ihr Mann ließen das Wirthshaus zum Kloster sammt dem Refektorium zu einem Krankenhaus umbauen und schenkten es unter dem Namen Espingerstift" der Gemeinde Rosenthal. Die Gebäude am Langenberg, welche gleichfalls Blanka zugefallen waren, übernahm die Gemeinde Langenthal käuflich. Das Bankhaus H. Ganzer wmdc im Auftrag von Blanka Bern liquidirt. Jduna Derrin, vom Schrecken auf's Krankenlager geworfen, wurde nach ihrer Genesung Diakonissin und Onkel Titus ein noch größerer Griesgram, als er früher schon gewesen. Dem Gesetze war Genüge gethan: der goldgierige Mörder der Straf? zugeführt, der von ritterlichen Räubern angesammelte Schatz modernen Räubern abgenommen und den sogenannten rechtmäßigen Erben übergeben; aber ein gramgcbeugtes Mädchenherz verblutete langsam, ein talentvoller Mensch vertrauerte sein verfehltes Leben hinter Zuchthausmauern, , und ein pflichtgetrcuer, Mann lebte einsamer icrni je. Fiat justitia, pcreat nrnn-i dusl (Gerechtigkeit geschehe, wenn auch die Welt dabei zu Grunde geht.) Ein großer Schah war der Erde abgerungen, dafür jedoch das Glück dreie: Menschen begraben worden unter Ruinen. Ende. Eine Hochzeit ohne Bräutigam wurde kürzlich in der Nähe von Tilsit gefeiert. Eine noch lebenslustige Wittwe wollte zum zweiten Mal in's Joch der Ehe treten und hatte, trotzdem die Verlobung mit ihrem Erwählten bereits einmal rückgängig gemacht worden war, nun Einladungen auch an verschiedene Tilsiter Bürger ergehen lassen und die Trauung beim Standesamt bestellt. Die Gäste stellten sich zum üblichen Schmause vollzählig ein, aber wer nicht kam, war der Bräutigam. Doch die Braut wie die Gäste wußten sich zu trösten, und unter allerlei Scherzen und Schäkereien wurde ohne den säumigen Bräutigam die Festlichkeit und Schmauserei fortgesetzt. Noch mehr: Schließlich wurde zur allgemeinen Heiterkeit die Verlobung der Braut mit einem inzwischen aus!derGesellschaft neu Erwählten verkündet. Das junge" Brautpaar begab sich in den hierzulande üblichen Brautwinkel, und so wurde aus der ursprünglichen Hochzeitsfeier eine Verlobungsfeier. Böse Zungen wollen allerdings behaupten, auch diese Verlobung sei schon wieder in die Brüche ge-gangen.

Der Zielrsohn.

Ein spannender Hochlanbsroman I heutigen Blatte beginnt, wird unseren nrn ? w . . m rr

j Wie in oen von uns veronenilicyken sruyeren Nomanen oes oeueoien er X fassers, so ist eS auch diesmal ein packendes Gemälde au. der rauhen Ge

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Y uns enirolll. 'lli gewanoler eoer lajucm er vano uno xtmt am tfuße t der Zugspitze, deS höchsten Berges Deutschlands, und keinen Augenblick t T l. fxci n.r. v : . rr. i..it:. i: ' 011 c," v n .Tt r:. sC.x&- X

lieriußi vui cecr oic uinplllulc, vie 211 ui ücn ciocii icimi -" lung, den Ziehsohn der BilShosbSuerin und Lehrer in Partenkirchen, zu u.a4. t I C (YTOIl aVT. (nailUin cyftfAw X ! Xarn fom i an

CllUCUCll UJClß. JJIU UUCil -OUIJUIU UHU UCilClH, Ult Utui 41111111 Menschenschlag der bayerischen Berg: eigen, treten uns die handelnden Personen entgegen, und nicht ohne ein Gefühl lebhafter Befriedigung wird '

t der fieser die CeÜÜrc öcs interessanten ein anderes geeignet erscheint, unS mit Alpensöhne vertraut zu machen.

, Die Heukersftiege. Daß es in der Naturwissenschaft noch immer höchst überraschende Beobachtungen zu machen gibt, lehrt eine Neuheit, mit der sich jüngst die Entomologijche Gesellschaft in Washington beschäftigt hat. Vor diesem Verein berichtete Theodor Pergande über einen sonderbaren Fall von Schmarotzerthum, den er an einer Fliege entdeckt I;aiie. , Das kleine Insekt, das für die Winenschaft auch noch ganz neu war, lönnte nicht mit Unrecht die Bezeichnung, Henkersfliege erhalten, indem sie auf wunderbarer Weise die Enthauptung anderer Insekten bewirkte, nämlich einer bestimmten Ameisenart, in deren Köpfe sie ihre Eier niederlegte. Die betreffenden Ameisen leben in höhlen Bäumen und Baumstümpfen. In der Nähe eines solchen Platzes bemerkte nun Pergande, daß einzelne Ameisenköpfe auf dem Boden umherlagen. Zunächst hielt er sie für Reste von Thieren, die auf irgend eine gewöhnliche Art zu Grunde gegangen oder vielleicht im Kampfe mit einem Gegner unterlegen waren. Er benutzte jedoch die Gelegenheit, eines Tages eine Ameise, die durch ihre eigenthümlich matten Vewegungen inmitten ihrer lebhasten Genossenschaft seine Aufmerksamkeit anzog, nach Hause mitzunehmen. Die Ameise benahm sich wie ein Vetrunkener und schien das Orientirungsvermögen gänzlich verloren zu haben. Als Pergande nach einigen Stunden zu sei ner Gefangenen zurückkehrte, fand er sie zwar noch lebend, aber ohne Kopf. An dem vereinzelt am Boden liegenden Kopf fehlten die Mundwerkzeuge und die Fühler, und als der Beobachter genau zusah, bemerkte er darin eine Larve, die er selbstverständlich aufhob. Nach 17 Tagen hatte sich die erwähnte Fliege daraus entwickelt. Der Zusammenhang war nun klargestellt, aber bald darauf konnte Pergande das bösartige Verhältniß der Fliegen zu den Ameisen auch in der freien Natur studiren. Die Ameisen schienen bei der Annäherung der Fliege in große Furcht zu gerathen. Als der Forscher eine Fliege mit einer Ameise zusammensperrte, stürzte jene sofort auf sie zu. Wie wüthend sich die arme Ameise auch mit den Beinen und Kiefern zu wehren suchte, erreichte die Flieg: doch ihren Zweck; sie legte in den Körper des Insckts ihre Eier, aus denen sich dann später die Larven entwickeln. Stimmt. Schneider: Einen noblen Kunden mahne ich nie. Kunde: Ja. zahlen Ihnen denn alle so pllnktlich? Schneider: Das eben nicht, aber wenn Einer nicht zahlt, dann ist er kein nobler Kunde, unv dann mahne x ix. eigenartiger unglücksfall ereignete sich am 2. Juli d. I, an Bord des Schnelldampfers Palatia". Ein Passagier 1. Klasse blickte sinnend vom Schiff in's Meer, als er plötzlich von einem Fasse getroffen und in's Meer geschleudert wurde; alleRettungsversuche waren vergebens, der Passagier ertrank.. Das Faß hatte ein Steward, der auf dem Deck des Rauchsalons Kartoffeln schälte, nachdem er es seines Kartoffelinhalts entledigt hatte, über Bord werfen wollen, jedoch zu kurz getroffen. Er hatte sich dieser Tage wegen fahrlässiger Tödtung vor der Hamburger Strafkammer zu verantworten und wurde zu einer Gefängnißstrafe von 3 Wochen verurtheilt. In demPo st wagen des zwischen Petersburg und Moskau verkehrenden Postzuges hat unlängst ein

1 Brand stattgefunden, bei dem nach den umlaufenden Gerüchten Zertygegenstände im Betrage von 7 Millionen verbrannt sein sollten. Hierzu theilt die Oberverwaltung der russischen Posten und Telegraphen mit, das Feuer sei durchSelbstentzündung des Inhalts einiger aus dem Ausland stammender Sendungen entstanden. Vernichtet wurden 437 internationale Packete, 11 Säcke, darunter zwei mit Zeitungen und 9 mit Briefschaften. 3 Ballen mit Packeten, 1 Ballen mit Zeitungen und außerdem 13 Postsachen, deren Inhalt, Werthpapiere und Bankanweisungen, zum größten Theile .unversehrt blieb; vom Feuer beschädigt wurden 50 Posttaschen; ihr Inhalt blieb aber unverletzt. 52 Postsachen und 28 Säcke wurden durchnäßt. von Adolf Ott, welcher in unserem i Lesern eine willkommene Gabe sein. X t . rn Adolf Ott mit scharfen Strichen vor . L l r- r"w . . r . X erfes beschließen, das mehr alS X der urwüchsigen Natur der deutschen ' 1

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