Indiana Tribüne, Volume 27, Number 98, Indianapolis, Marion County, 15 December 1903 — Page 7

Jndiana Tribüne, 15 Dezember 1903

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j Unter Ruinen Xiriminalrcntdii von Scan gcvnavb (Fortsetzung.) 6. K a p i t e l. m Tannenwald von Langenthal stand Jakob Birling am gcbif neten Thor seines Hofes: er erwartete einen Gast: Herrich sollte kommen. Der Wagen mußte jeden Augenblick eintreffen, der ihn von der Bahn abholte. Sie paar Zeilen." murrte Jakob vor sich hin, aus meinen langen Warnungsbrief! Diese paar Zeilen " Er las sie wieder leise durch: Lieder Jakob! Statt Dir einen weitläufigen Brief zu schreiben, komme ich lieber selbst, um alles mit Dir zu bcsprechen. Ueberdies habe ich Dir ein Bekenntniß zu machen, welches sich auf dem Papier zu komisch ausnimmt. Treffe mit dem Zug elf Uhr in C. ein. H e r r i ch. " Das in Aussicht gestellte Bekenntniß beunruhigte Birling am meisten; er glaubte, darauf schwören zu können, daß wieder irgend eine Dummheit begangen werden sei. Jetzt hörte man Peitschenknall, und der Wagen Birlings kam langsam den Waldweg be auf. Herrich Ganzer stieg am Thore aus, beide Genomen begrüßten sich sehr förmlich, und Jakob spielte den TeVoten so vortrefflich, daß der Knecht sicher glaubte, der Fremde stehe hoch über seinem Herrn. Hcrrich gab dem Knechte ein Trinkgeld. über das er sich nicht nur freute. sondern verwunderte; denn es war ein Zehnmarkstück. Also hier hausest Du," sagte Herrich leichthin, als man im Wobnnmmer bei einem Glas Wein ungestört . in mcn saß. i Was bedeutet Dein kurzer Brief und Tein plötzliches Erscheinen? Droht Gefahr?" Es hat allerdings eine Viertelstunde gegeben, in der ich dachte, die inquisitorischen Fragen des Dir bekannten Tetektivs Wach hätten einen tieferen Grund, dann aber ist alles in Wohlgefallen verlaufen " Mir gegenüber." sagte Jakob, darf man sich nicht in bloßen Andeutungen ergehen. Erzähle doch in chronologischer Ordnung. Wenn Wach irgendwo Nachfrage hält, hat er meist einen tieferen Beweggrund dazu. Also er suchte Dich auf " Herrich schilderte Wachs Besuch und Gespräch genau, ohne vorerst der Schlußszene Erwähnung zu thun. Ich dachte mir's ja, irgend eine Unvorsichtigkeit mußtest Tu begehen; ohne eine solche kannst Du nicht leben. An einer solchen werden wir auch zu Grunde gehen " Aber was hast Du nur? Wach wäre unter allen Umständen zu mir ge. kommen." Na, das Ende wird es lehren. Wenn Du schon ein blindes Konto führen mußtest, eine Einrichtung, die ich nur billige, was in aller Welt veranlaßte Dich denn, dieses Konto gerade ausgerechnet Karström zu nennen? Hat Dich Dein Verstand ganz verlassen? Du hättest das Konto Schimmelhengst oder Blaubart nennen können oder wie Du wolltest, nur nicht Karström, niemals Karström! Dieser Wach, der mich, einen raffinirten Geschäftsmann, in's Gefängniß gebracht hat, ist auf den Namen Karström wie toll, seit in jenem unseligen Fremdenbuch in Rosenthal derselbe Name eingetragen wurde. Du weißt, was ich meine." Es ist eine Indiskretion seitens meines Personals begangen worden, das ist sicher." Wäre dieser fatale Name nicht gewesen. so würde Wach kaum auf Dich in dieser Weise aufmerksam geworden sein. Was ich ihm von Dir gesagt, hätte ihn zunächst kaum zu einem Besuch veranlaßt. Ich begreife nur nicht, daß sich dieser gewiegte Detektiv zufrieden gab, als Du ihm rundweg die Vorlage der Quittungen verweigertest." Das wirst Du begreifen, sobald Du mein Bekenntniß zu Ende gehört aben wirst," meinte der Bankier glücklich lächelnd. Ich bange, offen gestanden, vor diesem Bekenntniß, das vielleicht alle unsere Pläne über den Haufen wirft. Ehe Du mich mit Deinem Bekenntniß bekannt machst, muß ich Dir sagen, daß es mit der Ausbeute unseres Schatzes zu Ende geht. Ich habe vielleicht noch bis Oktober oder November zu thun, dann kann man an die Liquidation unserer Geschäfte denken. Die Fabrik wird natürlich nie gebaut, angeblich wegen Geldmangels. Du mußt im November und Dezember alle Werthe in der Londoner Bank deponiren und dann Dein Geschäft verkaufen oder auflösen. Die Pässe sind bis dahin auch zu beschaffen, und wir fahren im Januar mit unseren Depotscheinen vorerst nach England, worauf ja jeder unternehmen kann, was er will. So haben wir es vereinbart, und es scheint an der Zeit zu sein, daß wir die Vereinbarung verwirklichen, soll die Eefahr der Entdeckung nicht plötzlich über uns hereinbrechen." Diese Gefahr ist jetzt geringer als je. Freilich ist ein Ereigniß eingetre-

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ten, welches unsere Vereinbarung einigermaßen erschüttert." Zum Donner, welches Ereigniß denn?" Meine Verlobung mit Fräulein Derrin." Jakob Birling sah seinen Kompcgnon mit so starren Augen an, als yacten ihm diese Worte plötzlich den Verstand geraubt. Als er sich von seinem ersten Erstaunen erbolt hatte, schlug er zornroth mit geballter Hand auf bin Tisch, daß Glaser und Flaschen klirrten. Das muß ich sagen, auf diese Thorheit war ich nicht gefaßt! Sind Dir denn die dreieinhalb Millionen Mark Deines Antheils nicht genug, daß Du noch nach einem reichen Mädchen angeln mußtest?" Fräulein Derrin ist arm. sie verdient sich als Näherin ihr Brot." Birling lächelte höhnisch. Ich will Dir erzählen, wie ich sie kennen lernte" O ich weiß genua. die Thatsache spricht für sich. Nein, es geht nicht! Du mußt das Verhältniß lösen, es bringt uns Gefahr!" Wenn Du nur hören wolltest, wie alles kam, Jakob, Du würdest anders urtheilen." Solche Dinge geschehen auf der Welt immer auf einerlei Art. Weißt Tu nicht, daß mein Elend und mein

Niedergang durch ein Weib kam? Konntest Du nicht aus meiner schlimmcn Erfahrung lernen, klug zu sein und die Weiber zu meiden? O Herrich, Tu wirst ncch an meine Worte denken, wenn es zu spät ift! Ich kann diese Thorheit gar nicht faen." Je nun, in diesem Punkte haben wir eben verschiedene Ansichten; ich glaube, meine Thorheit wird uns in einer Beziehung schützend decken. Wenn ich Dir sage, daß Jduna Derrin die Nichte des Detektivs Titus Wach ist. so wird Tir dies ohne Weüeres einleuchten." Ja. ohne Weiteres leuchtet mir ein, daß Du Dir mit großer Beharrlichkeit den Weg in's Zuchthaus bahnst Ich verstumme ehrfurchtsvoll vor solcher Weisheit." Beharrlich schmieg Jakob zu allem, was Herrich mit aller ihm zu Gebote stehenden Beredsamkeit vorbrachte, um seine Handlungsweise zu entschuldigen oder z.i rechtfertigen. Er erzählte die Geschichte seiner Liebe, schilderte Jdunas Wesen und meinte schließlich, in der Vereinbarung siehe doch nichts vom Gelööniß des Eöllbats. Jakob antwortete nicht. Was soll denn das? Du kannst mir doch Deine Meinung sagen. Warum sitzst Du so stumm und nachdenklich da?" Ich denke über mein? Rettung nach." Dazu ist später Zeit. Wir müssen uns über den zur Sprache gebrachten Punkt einigen. Ich mache Dir den Vorschlag: Nimm, sobald wir mit der Ausbeute fertig sind. Deinen Antheil in Depotscheinen auf die Bank von England und folge Deiner Absicht, nach England oder Nordamerika zu reisen. Ich werde Dir dazu behilflich sein, da bei Dir eine Reise nach dem Ausland der polizeilichen Erlaubniß unterliegt. Du brauchst mir nur den Zeitpunkt zu bestimmen, wann Du abreisen kannst und willst." Und Du?" Ich bleibe in Berlin und heirathe Jduna. Warum auch nickt?" In Englano ooer Amerika heirathe meinetwegen zwanzig Jdunas, aber hier in der Nähe eines Onkels, der Titus Wach heißt, stehst Du beständig mit einem Fuß im Zuchthaus. Deine Verhaftung könnte auch meine Sicherheit gefährden." Es ist wahr, Onkel Titus quält mich fortgesetzt, ich möchte ihm eine Quittung Karsiröms zeigen, beziehungsweise überlassen. Er hat mir auch offen mitgetheilt, was er mit dem PaPier beginnen will, gewiß ein Zeichen, daß er gegen mich persönlich nicht den entferntesten Verdacht hegt. Ich habe nun alle von mir geschriebenen Quittungen Karsiröms mitgebracht nebst Blankoformularien, Tinte und dem 6:: mir üölichen Silbersand. Du sollst die Formulare genau nach Vorlage neu lulfütlen und mit I. Karström unterzeichnen; die alten Quittungen vernichten wir." Das ist gut und soll besorgt w:rden; aber besinne Dich, ob Tu Deiner Geliebten nicht einmal eine Karte geschrieben hast! Mädchen heben dergleichen heilig auf und Menschen, wie Dein famoser Onkel Titus. interessiren sich für Handschriften, als ob sie vereidete Schreibverständige wären." Nein. Jakob, ich habe dem Mädchen nicht geschrieben, trotzdem ich anfangs nicht wußte, welche gefährlich: Person Jdunas Onkel war" Und wirst Du ihr auch nie schreiben? Welche? Verliebte, welcher Bräutigam könnte ein solches Versp:ech:n ablegen?" Doch, ich weiß einen Ausweg." entgegnete der Bankier. Ich werde mir angewöhnen. Briefe nur noch mit der Schreibmaschine anzufertigen, auch etwa nöthig werdende Briefe an Jduna" Nicht übel, wenn Du konsequent bleibst." versetzte Birling. Trotzdem wird Dich diese Methode Titus Wach gegenüber, w?nn ihm der geringste Theil eines Verdachtes in's Herz kommt, nicht retten" Rede nicht immer so, als ob wir schon verfolgt wären." .Du denkst eben nicht an Deine ge-

Heimen Geschäftsbücher, in die Du doch persönlich Eintragungen machst. Die Gefahr, daß Deine charakteristische Handschrift dem Onkel Titus zu Gestcht kcmmt, kann man getrost hundertfältig nennen." Tu siehst heute alles schwarz. Jakob. Tu warst sonst nicht so! Welch? Pläne hast Tu ausgescnncn, um uns den Schatz zu sichern! Nun auf einmal Kleinmuth auf allen Seiten! H:b' den Kopf und schau' muthig in die Zukunft, es wird alles auf's Beste gelingen." Ter Hund schlägt an. Ich muß das Hofthor öffnen. Mein Knecht wird rr.it dem Mittagessen da sein, welches er im .Lamm' geholt. Entschuldige einen Augenblick." Es war der Knecht, welcher auf einem Schubkarren nicht nur das Mittagessen in einem Korbe, sondern auch Wein in Flaschen, Nahrungsmittel verschiedener Art und sonstige Gebrauchsgegenstände vom Torfe heraufgefahren hatte. Welche Unkosten meinethalben,lachte Herrich. Hillers Mcnu kann mir das Zeug da doch nicht ersetzen." Jakob deckte den Tisch, schickte den Knecht weg, schloß das Thor und leilicte dann dem verwöhnten Ganzer Gesellschaft beim Essen. Herrich aß nicht üi:I, es schmeckte ihm nicht, nachdem er die Te!ikate;ien bei Hiller und Dressel kennen gelernt. Auch VirlingS Eigarren verschmähte er und nannte sie ein entsetzliches Kraut; darüber wunderte sich Jakob nicht weiter. Es ist ja entsetzlich, wie Du hier lebst, armer Jakob, und bist so reich!" Eh, heute ist Festtag in meiner Behausung.' weil der hochmögcnde Herr Bankier Ganzer zu Besuch ist. Aber Du solltest erst einmal sehen, wie ich sonst lebe, wie ich mir selbst koche, wie ich in der Gluth am Schmelzofen stundenlang stehe, um die Gold- und Silberfassungen Dir in Form von Barren zusenden zu können! Wenn Du diese Arbeiten und Entbehrungen bedenkst, so mußt Tu auch meine Wuth verstehen, daß alle diese Mühen möglicher Weise vergeblich aufgewendet sein sollen." ..Nein, das wird nicht der Fall sein! Gibt es denn keinen Plan, welcher unseren beiderseitigen Interessen Nechnung trägt? Von Jduna lasse ich nicht. Ersinne ewas. Jakob, hl dessen Ausführung auch meine Verbindung mit Jduna Ermöglicht werden kann. Ich . ? r . . s r

vom micq gern meiner treueren istn sich: fugen." So schwer ist das nicht. Wir führen unsere Vereinbarung, wie geplant aus, fahren zusammen nach England, und Fräul:in Terrin kommt nach, um dort Teine Frau zu werden. Wenn sie Dich aufrichtig liebt, wird sie dieses geringe Opfer bringen, und Tu bist den gefährlichen Onkel los. Oder hängt das Mädchen so an dem Onkel, daß sie nicht von ihm lassen kann?" Durchaus nicht, ihre Zuneigung zu ihm ist höchst oberflächlicher Natur. Sie wohnt nicht einmal bei ihm, obwohl er mehrmals einen dahinzielenden Vorschlag d:m armen Mädchen g:macht bat." Nun also, da ist der Plan leicht ausführbar. Du schützest vor, daß Du Dich an ein.'.m höchst lukrativen Unternehmen in London oder sonstwa betheiligzn wolltest. Auf diese Weise kann ncch alles gut werden!" Schön denn. Jakob, versuchen wir das. Ich zweifle nicht daran, daß Jduna einwilligt, nach England zu kommen. Ist alles so weit geordnet, das Geschäft per 1. Januar verkauft, ich denke dabei an meinen Kassircr Staller. so komme ich mit meinen und Deinen Depotscheinen hierher. Wir fahren dann zusammen nach Vlissingen; Jduna folgt uns in ein paar Tagen. Zugleich mit mir würde Titus Wach die Nichte vielleicht nicht reisen lassen, wir hätten Störungen und Aufenthalt. Ter Fuchs braucht nichts von Jdunas Absicht zu erfahren und muß denken, ich machte nur eine Geschäftsreise nach England." So ist alles im besten Fahrwasser." sagte Birling zufrieden, die Einzelnheilen können wir brieflich noch genauer berathen." S? wäre es vielleicht das beste, wenn ich einen Abendzug zur Rückschrt benutze." meinte Herrich. dem es auf der Besitzung Birlings offenbar nicht gefiel. Willst Du denn nickt ncch einmal in den unterirdischen Gang mit mir wandern? Ich habe manche Vcrbessecung dort vorgenommen, namentlich in rer mir nahen TodtenhLhle. in der ich mit Todtenknochen bedeuten Vodcn durch Sandauffüllung gangbarer machte. Es könnte vielleicht noch ctwaö versteckt sein, was meiner Nachforschung entging." Nein, nein." wehrte Herrich hastig ab, ich vertraue völlig Deinem Scharfsinn. Ich will nicht mehr da hinunter, nein, niemals mehr!" Jakob blickte den modisch gelleidelen. offenbar in der Zeit seines Bankierlebens verfeinerten Genossen von der Seite an; der Blick des Einsiedlers hatte etwas Feindseliges, Heimtückisches an sich. Herrich schmauchte sein: von Berlin mitgebrachte E'.garette und beachtete Jakobs Stimmung nicht, die ja auch vorüberging. Birling hielt seinen Gast nicht zurück und ließ ihn vom Knecht zur Bahnstation E. fahren. Als der Wagen vom Hofthor wegrollte, schaute Jakob noch eine Weile dem Fuhrwerk nach, ehe er das Thor schloß. Er murrte vor sich hin: Er fürchtet sich jetzt schon vor der Höhle. Sonderbar. Ha, ha!"

7. K a p i t e l. er Sommer verging und auch der Herbst neigte sich bald seinem Ende zu. Herrich. der in lebhafterKorrespcndenz mit

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dem Einsiedler von Langenthal blieb und dessen Wünsche thunlichst erfüllte, lebte in einem seligen Taumel dahin, da es ihm vergönnt war, nun Jduna öfters zu sehen, freilich fast immer in Begleitung von Onkel Titus. Noch hatte Jduna ihre Beschäftigung nicht aufgegeben; sie wollte dies erst thun, sobald sie mit Herrich öffentlich verlobt war. Ter Bankier mußte sich dem Willen des Mädchens fügen, da es auch Onkel Titus nicht in der Ordnung fand, loenn Jduna von Herrich sozusagen ihren Unterhalt annähme, bevor sie seine Frau wäre. Ter Tetektio. dem Ganzer endlich die vielbcgchrte Quittung mit I. Karströms Unterschrift eingehändigt hatte, sah sich von dem Schriftstück arg enttäuscht. Selbstverständlich hatte er sogleich einen Handschriftenvergleich mit den in seinem Besitz befindlichen Photogrammen jener Urschriften angestellt, welche sein wichtigstes Material in der Mordsache Espingcr" bildeten und von ihm stets in der Brusttasche mitgeführt wurden. Seufzend mußte er bekennen, daß er wieder einmal auf einen falschen Karström gestoßen sei. daß der Karström, welcher die Quittung geschrieben, nicht identisch mit jenem sein könne, welcher sich vor anderthalb Jahren im Nosenthaler Klosterwirthshaus in's Fremdenbuch eingezeichnet und nach dem Morde den anonymen Brief aus Elberfeld geschrieben hatte. Ter Mann war um eine Hoffnung ärmer und einige Tage sehr mißgestimm l Bankier Ganzer bereitete indeß alles insofern dem Wunsche Birlings gemäß vor. daß er große Summen an die Bank von England abführte, im Uebrigen hatte er seine eigenen, von den ErWartungen Jakobs abweickenden Ab sichten. Er war zwar entschlossen, mit Jakob zum gegebenen Zeitpunkt nach London zu fahren, weil ihm vor dem entschlossenen Wesen des Kompagnons bangte, allein ebenso festen Willens war er. sein gut eingeführtes Geschäft in Berlin beizubehalten und mit Jduna in Teutschland zu bleiben. Birling brauchte davon nichts zu erfahren und würde sich, wie Herrich meinte, leicht über des Kompagnons Wortbruch trösten. Als daher Jakob kurz vor Weihnachten schrieb, der Zeitpunkt zur Abreise sei gekommen, es habe leinen Zweck. länger zu zögern, zumal er sich nachgerade auch nach einer anderen Lebensweise sehne, antwortete ihm Herrich. er werde am ersten Weihnachtsfeiertag reisefertig mit den englischen Depotscheinen eintreffen. Zu Jduna sagte er, daß ein wichtiges Geschäft seine AnWesenheit in London erfordere, doch werde er den heiligen Abend mi! ihr und Onkel Titus verleben. Man verabredete, in Jdunas Wohnung zusammenzukommen. Während Herrich noch diese und jene Kleinigkeit zu den schon erworbenen Geschenken zukaufte, besorgte Onkel Titus ebenfalls einige Gegenstände, die er Herrich und seiner Nichte geben wollte. Plötzlich fielen ihm die beiden Feiertage ein und daß er noch seine Festtagstoilette vervollständigen müsse. Er befand stch bereits im Norden auf r Fahrt zu Jduna. stieg aus und benat einen Friseurladen, den er nie f:i'.I;:: besucht hatte. Er wurde bald bedient und unterhielt sich während des Hcrarschneidens ein wenig mit seinem Verschönerer. Der Friseur hielt ihn für einen wohlhabenden Rentier und war nach Gewohnheit seiner Zunftgenossen recht gesprächig. In Ihrem Alter," meinte der Haarkünstler. sollte man noch nicht so zahlreiche Silberfäden im Haare haben." Dagegen ist einmal nichts zu machen." bemerkte Wach bedauernd. O sagen Sie das nicht, werther Herr, unsere Kunst hat auch dafür Mittel, namentlich habe ich auf dem Gebiete der Haarfärbung ziemlich zu thun und darf mich der Zufriedenheit meiner Kunden erfreuen." So," sagte Wach gleichgiltig. Sie bezweifeln das? Ich könnte Ihnen sehr gute Namen nennen; sogar Herrschaften aus dem Westen beehren mich mit ihrem Vertrauen." Mag sein, ich bin mit den Haaren zufrieden, welche die Natur mir zugewiesen," versetzte Wach. Man muß ec:n damit zufrieden sein, doch kommen Fälle vor. in denen man eine andere Haarfarbe dringend wünscht. .So verhalf ich einem jungen vornehmen Manne zu seinem Lebensglück; er wollte ein reiches Fräulein heirathen, welches jedoch sein rothes Haar beanstandete. Nun, ich habe es schwarz gefärbt, wie auch den Schnurrbart und der Herr ist mir dafür dankbar. Er besucht mich bisweilen, um die Färbung nachsehen zu lassen." (Fortsetzung folgt.) Selbstmord aus Eitelk e i t. In einem Chicagoer Hotel hat sich Frau Lulu W. Brennan, die Cattin eines sehr wohlhabenden Bürgers von Denver. Col., durch Chloroform den Tod gegeben, weil ihre vordem schönen Gestchtszüge durch eine Krankheit, von der sie vor vier Jahren befallen worden war, entstellt waren. Sie war nach Chicago gekommen, um sich von einem Schönheitsdoktor" behandein zu lassen.

er ftellung. Der technische Ausschuß des Turnbezirkes St. Louis hat im Einverständniß mit dem Vorort des nordamerikanischen Turnerbundes ein Programm für die mit der Weltausstel lung in St. Louis zu verknüpfenden turnerischen Leistungen aufgestellt. Das Wichtigste ist folgendes: Ein Massen - Schauturenen der St. Louiser Turnvereine am 18. Juni. Ein internationales Turnfest der Mitglieder von Turnvereinen der Wett am 1. und 2. Juli. Ein großes Schauturnen am 27. Oktober. Dazu kommen noch kleinere Schauturnen bei der Versammlung der National Educational Association" in der zweiten Woche im Juli und bei der Versammlung der National Physical Educational Association", welchjer viele bedeutende Turnlehrer der Welt beiwohnen werden, in der letzten Woche des August. Die aktiven Turner des nordam. Turnerbundes werden etwa ein Dutzend weitere Gelegenheiten haben, amPreisturnen theilzunehmen, denn alle Wettturnen der Amateur Athletic Union" sind für sie offen. Bei der Zusammenstellung des Programms des ersten Schauturnens der St. Louiser Turner und Turnerinnen, etwa 5000 an der Zahl, war die Idee vorherrschend, die erzieherische Seite des deutschen Turnens darzustellen. Für das internationale Turnfest am 1. und 2. Juli werden die folgenden Regeln festgesetzt: Dieses Wettturnen ist für Mitglieder aller Turnvereine der Welt. Geturnt wird am Reck, Barren, Seiten- und Längenpferd, und in den Volksturnarten, Kugelstoßen, Weitsprung und hundert Aards Wettlauf. Es wird ein Nie-gen-Wettturnen und ein Einzel-Wett-turnen stattfinden; Riegen bestehen aus je sechs Mann eines Vereins. Vereine, welche keine Riege stellen können, senden Einzelturner. Am Reck und Barren werden je zwei obligatorische und eine Querübung verlangt, am LängenPferd eine obligatorische und am Seitenpferd eine obligatorische und eine Querübung. Die Riegenpreise bestehen aus drei Bechern, die Einzelpreise aus je einer goldenen, silbernen und Bronze - Medaille. Alle Anmeldungen müssen bis zum 4. Juni eingereicht sein. Das Äerätheturnen wird am 1. Juli stattfinden, das Volksturnen am nächsten Tag. Die höchste Punktzahl im Gerätheturnen ist 5 für jede Uebung. Total 45 Punkte. Jede Uebung darf nur einmal versucht werden. Im Weitsprung sind drei Versuche erlaubt, der beste gilt. Wettturner. welche wünschen einquartirt zu werden, zahlen $3 für 4 Tage. Das Quartier umfaßt Bctt und Frühstück. Wettturner .welche länger in St. Louis bleiben mochten, erhalten ihr Bett frei. Für das Essen finden sie sich mit dem Verwalter der Halle ab. Sdumovi$l$ce$ Weitester ööx'scttncr-litdi. ..Auf 'm Nordpol sollst De müssen handeln mit Badhosen!" Örvsolimmn. Mit seinem Machbar i)at der Hans Vcui .chsenkcpf" der Wirth 3i?ti lange Jahre schon hindurch rdiücrt prozesjirt. ?a. cincs Tags kommt er zur Stadt Berbnndi'N unv geflickt. Tie 9fafc gan; zerkratzt und g'schwoll'n. Tas Ohr halb wcggczwickt. Herr Tctta', schrcit er. .mein Prozeß Zieht sich noch lang hinansl ftällt ihm der Äovotat in d' Aed'. .Kran Sckcin der i j e tz' ans! Cagt d'rauf der Hans :md lacht dazua . . . .Ja. hadt'L dös nct glci' k?nnt? So fahrt er fort. . s ch a g t ' S rn i ' d o ' an Mir hab'n uns ja versöhnt! Das o st c n der' A ck e r -g e r ä t h e u. s. w. kann durch einfachen Ueberzug von Speck und Hrz leicht vermieden werden. Man schmilzt drei Theile Speck mit einem tifeile Harz zusammen und trägt die Mischung mit einer Bürste oder einem Lappen auf. Die feinsten wie die gröb' en Gegenstände ausStahl und Eisen konnen damit geschützt werden. Tie & f.bt sollte stets in Bereitschaft sein und cesonders vor Eintritt des Winters. !evor die Geräthe aufgehoben werden, in Anwendung kommen. Das Verhüte.: des Röstens besteht darin, den Sauerstoff der Luft abzuhalten, und dies ist am besten zu erreichen durch Ueberziehm der Gegenstände mit dem angegebenen Fettfirniß. Strenge SeNrnfung. Chef: Was. Sie schreiben Li:besbriefe im Geschäft? Nun nehmen Sie sich aber gefälligst diese drei Geschaftsbriefe mit und beantworten Sie sie, wenn Sie bei Ihrer Braut sind!"

urnen auf der St. Louiscr Aus-

jliilü m Tmi M 'y vn l' i f ,: OsvK.x I I IV

Feuer-Signale.

Tennftl ld Markt 5 SnBlift'l Opern $auft I Castund N'w zZork 7 Noble und Michigan 9 N. Jerjey u. Mag At fr Pine und North .0 Market und Pine 11 Vermont nahe Sast 12 31. 8 Epritzenhau Maff. Ave nahe Nob! lZ Toawarr und Walnut '4 . Jersey u Eenrral A. k D!ass urfe Corncfl A 6 Ash wd 11. trab 7 Park Ave und 12 Str .4 Columbia undHillsid i Hizh:and Avu.Pratt l JUinoti und et, Jo '.3 Pcnnsylv. und Pratt .4 Acridia? und 11. Gtt '5 No. 5 Spr:yenhauS t5. nahe IllinoiZ '6 CenateAveu.StTlair '? IllixoiS und Michtgan Pesylvania und 1, :9 Senat Ave. und 13, 'I No. 1 Epritzenhau Znv Ave naheMichigan .2 Mcririan und Walnut California u Vermont Blake und New Fsrk 'S Ind. Av. u. Ct Uai City Hospital ' Vlake und Notty :9 Michigan und Lgne U No. 6 Eprihenyaui Washington nahe West 12 fenborf a Wash. 43 Missouri u New Dork 5 Meridian u Wash 6 JllmoiS und Chio il Tapitol 2lr. u Wash Smgan' Por?hauZ 19 Straßenbahn Ställe 23. Washington Sir 1 No. 10 ErrihenhauS HllinoiS u errill ,2 JNmnjj u ouisiana West und Courh ii West und Mc?arty 5 Senate Ave. u Henry 67 Meridian und ky No. 4 CpritzenhcuS Madison T. u Xlervtt 9 Mdiion Av.uTunlop 1 No2HakenLeitcrhaui South nah Drlawar 52 Penn, u Mkrrill De.'awar n McCarttz M an unk SRcCart M Nkw Jersq u.RkrrU. 7 Lira. Av. u Bradsha 8 Caft und Prospekt 49 Bicking und High 4 71 No. 11 Cpritzenhau Lir Ave. nahe Huro 72 Last und Grorgia 75 da und Clm 74 Davidson u Georgt english 2v. u Pine ts ShelSy und Bäte r? Ns. 3 CprihknhauZ Prospekt nahe Shell,? " Fletchr Av. u Sdelby 91 Market u. New Zersetz 52 Telaware und Wast. ? East u Washington 4 Ncrap'-fu.XaMfor 5 Taubstummen Anstalt 56 er. Staat, rsrna! i7 CricntslI und Wasb. ffraun-Aeformat. 'l No. 1Z Cpritzenhau Maröland nahe Mer. ?2 Meridian u. Gcorqia. 43 Meridian und Louth 4 Pennszkv u. Louistana tr. ibirgmi Ave u. Alab. 'S Hai'ptquattier. 7 Grand Hotel. 53 Capital Ave und hl 23 No. l Spritzenhaus 18. und Ash. 24 Alabama und 1. 25 Central Ave und 11. PsndeS und IS. ,2? Brookside und Jupiter .2g Ceittral Av und 17. 29 Delaware und 13. i31 Alabama und 11. '.32 Delli'fontaine und t. 34 College Slve und 29. 135 lelaware undi 13 Alabama und North 37 Nelomann trnd 19. 138 College Ave und 14. 13 Cornell Ave und 13. 141 Fandet un'o IS. Ui Hihland Ave und 10. 143 Tecumsch und 10. 145 Seh Jersey d 22. 4 Alvord und 17. ;47 No. 2 'prihmhaui Hilside Ave und 13. .43 College Ave und 2. 14 College Ave und 27. .52 Park Ave und 22. 155 C u. 23 Bahn u. 22. 154 Nams, Ave und 10. 15 Etoughton u Newmen .57 Ltlai und Pike. 158 Blovd und Palrva. lö9 No. 21 CprinhauA Brightwood Zc- Arden und Depot 163 Brightwood und 25. 64 Rural und Bloyd 165 Ct. Clair u. Kevftone 167 Arsenal Ave un 23. 103 BcUefontaine und 28. 189 Park Ad und ie 212 Capital Ave und 17. 213 Pennshlv. .Vichia, 214 Jllinora und 2. 215 Senat Ave und 21. 218 Pennsvlvania und 29. 217 Meridian und 1. 21S Capital Av und 6, 219 Broadlvah und 10. 231 Illinois und McLea 234 No. 14 Spritzenhaus Kenwood und SO. 35 Jllinoi und 33. 233 Annetta und 80 237 NO. 9. EpriyenhiuUdell und Raver 235 Udeil iadder SorN 2Z9 Jsabel und 27. 241 Meridian und 24. 242' JllmoiS u Et.Clav 243 Cldricge und 23. 312 LSest uud Walnul 313 West und 12. 14 Howard und 16, 315 Torbct und Paca SIS Ccxi'.al Are und i 17 Northwestern 2o r i IS Gent und IS. 819 Canil und 10. 24 Cerealine Work 24 Ocnnont und Lhnn 325 BizniarSu Mranrvicn, 32 No. 29 SpNZenhau? Haughville. 827 Michigan u. Helme. S2? rkichizan u. Concord 41 West und McIntyre 412 Misioun u. Marr.la,iö 413 Missouri und hio 415 Cavital Lveorga 41 Missouri u cntuck?., 417 Senate Ave m Qasd. 421 P und E Rldkui S3. Washington. 423 I7re,'Hos?i!el. 424 Miv Av u. J DuQ 425 Wash und fom 426 Ho. 18 CpriZknhaul SB. Washington 427 Oliver und Birch 42 Oliver ud Okaood 429 Nordyke und Fort in Hadley llve u. Norrti 432 River Av u. Storni S4 Niver Ave und Ray 435 Harding u. Lig 4 R ? 43 Hariiing und Cltixt 437 Ns. 19 SpritenhO Tlorris und Harbins MmK sukIMStor 439 etoäpro 451 Kölner icid ScCt 452 Howard und Set 433 Storni und apd5 5 Lambert und Leknl 457 Nordyk Ad U. Vor mon SScrt 612 West und Ray 513 flentud Av u. SRcrrC Cli Vendia und Scrrü 61 3Hinoi nd jtenfo 017 Morris und Dalota 518 MorriS und Shurch kl Eapitat A. u MriEarv, 521 Meridian und Paln? 623 Pine unk Lord 24 Madlsor.S!veLi,kM 426 Meridian und Belt R? 627 Carlo und Naö 28 Meridian und 2Inm 529 Meridian u. Nah-non, 631 Meridian u. V.Hai. 32 No. 17 SxrihenhI VorriS nahe West 12 VcKerna-.und Toub. l Last u. Lincoln fcM 614 East und Oeecher 15 Wrizht und Eandre 17 McCarty und Beat 18 Ne Jersey u vk Ave 712 Cpruce und Prvspect 713 Snglish Are. u. 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