Indiana Tribüne, Volume 27, Number 98, Indianapolis, Marion County, 15 December 1903 — Page 5

IndSana Tribüne, I. Dezember 1903. 5

0 C Gin f Attentat W S r. .. i G M Villa des AdvoZaten Doktor Stoikow in Scfla lag inmitten eines hübschen, wohlgepflegten Gartens, und man Zenoß aus den Fenstern der Nordseite :ine anmuthige Aussicht über die fruchtbare Hochebene bis zu den fernen Gipsein des Balkangebirges hin. Während die ebenerdigen Näume wirthschaftlichen Zwecken dienten, befanden sich im oderen Stock die Wohngemächer der Farnilie, das Arbeitszimmer des HausHerrn und die Kanzlei, an deren gelb lackirten Tischen drei Schreiber mit schrecklich gelangweilten Gesichtern den größten Theil des Tages mit dem Zeichnen kunstvoller Schnörkel und dem Schreiben von Liebesbriefen verbrach-, !en. Denn mit Doktor Stcikows Anwaltsprazis war es nur schwach bestellt, und seine Einkünfte würden schwerlich hingereicht haben, ihm den Luxus eines so behaglichen Heims zu zestatten. Aber er hatte den guten Gin fall gehabt, die Tochter eines wohlhabenden russischen Kaufmanns zu heirathen. Und wenn auch, wie man sagte, die Mitgift ein wenig hinter seinen ErWartungen zurückgeblieben war, so hatte sie ihn doch für die ersten zehn Jahre seiner Ehe der Nothwendigkeit überhoben, seinen Bedarf an Champagner und den sonstigen kleinen Erfordernissen des Lebens aus den Einnahmen feiner Praxis zu bestreikn. Dann allerdings hatte der Doktor toikow eines Tages zu seiner Ueberraschung entdeckt, daß er das Vermögen seiner Frau vollständig aufgezehrt hatte. Uno er würde sich in der unangenehmen Zwangslage gesehen haben, fortan lediglich auf Kosten einer ständig wachsenden Schaar von Gläubigern zu leben, wenn ihm nicht ein glücklicher Zufall die Unbequemlichkeiten und Aufregungen einer solchen Daseinsfllhrung :ins:weilen noch erspart hätte. Ein Bruder seiner Gattin erwies ihm nämlich gerade um diese Zeit die Gefälligkeit, das irdische Jammerthal mit glücklicheren Gefilden zu vertäuschen und ihn zum Vormund seines einzigen Töchterchcns wie zum Verwalter ihres sehr beträchtlichen Vermögens zu bestellen. Das' ausgesetzte Erziehungsgeld war freigebig genug bemessen, um alljährlich einen netten Ueberschuß zu Gunsten des Erzi?hers zu ermöglichen, und das Testament des fürsorglichen Herrn Rowikow ; setzte außerdem seinem Schwager für die Dauer der Vormundschaft noch eine recht ansehnliche Entschädigung aus. Auch die ärgsten Feinde des Doktor Stoikow hätten ihm das Zugeständnis nicht versagen können, daß er sich den Pflichten seiner neuen Aufgabe mit wahrhaft rührender Hingebung widmete. Er zögerte nicht, der kleinen verwaisten Xenia eine gastliche Zuflucht in seinem Hause zu bereiten, und es war kein Zweifel, daß er am liebsten bis an sein Lebensende ihr zärtlich besorgter Vormund und der Hüter ihrer irdischen Habe geblieben wäre. Die letztwilligen Verfügungen des vertrauensvollen ßettn Rowikow gestatteten ihm namlich, Xenias Vermögen ganz nach seinem Ermessen anzulegen, so daß die lästige Formalität einer Abrechnung erst am Tage ihrer Volljährigkeit oder ihrer etwaigen früheren Verheirathung zu erfüllen war. Den ersteren Termin um einige Jahre oder Jahrzehnte hinauszuschieden, war leider nicht in Doktor Stoikows Macht gegeben, die letztere Möglichkeit aber schied er von vornherein mit aller Bestimmtheit aus seineu Berechnungen aus. Sobald die dunkeläugige Xenia, die beim Tode ihres Vaters noch im zartesten Backfischalter gestanden hatte, alt genug geworden war, daß man mit ihr schicklicher Weise von Verloben und Verheirathen reden konnte, fing Doktor Stoikow an, ihr begreiflich zu machen, daß ein junges Mädchen diesen verhängnißvollen Schritt gar nicht lange genug verzögern könne. Und je mehr sie zu einer der reizendsten Jungfrauen von Sofia heranblühte, desto eindringlicher brachte ihr dieBeredtsamkeit ihres Vormundes zum Bewußtsein, daß es ihn selbst natürlich ausgenommen in dieser schlechten Welt kaum noch .einen rechtschaffenen, uneigennützigen und liebenswerthen Menschen märni Zichen Geschlechts gebe. Er lehrte sie. in den jungen Männern ihrer Bekanntschaft eine Rotte elender und gewissenloser Mitgiftjäger zu sehen, die vor der Hochzeit den Gegenstand ihrer begehrZichen Wünsche durch eine Lammesmiene zu täuschen wüßten, um sich nachher desto sicherer in reißende Wölfe zu verwandeln. Da die arme kleine Xenia unter den Argusaugen ihres Oheims keine Gelegenheit hatte. Beweise für das Gegentheil zu sammeln, mußte sie seine Versicherungen wohl auf Treu und Glauben hinnehmen. Jyr ernaiten gegen die jungen Herren, die sich natürlich bei jeder Gelegenheit an sie heranizudrängen suchten, ließ kau einen 'Zweifel, daß die Erziehungsmethode iibres Vormundes eine richtige Man nerfeindin aus ihr gemacht hatte. Und trotz ihres- gefährlichen Alters von acht zehn Jahren war Doktor Stoikow

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M! . Q Himiorcskc von ...X. Hilf) " i o V V" Vs & ihrer undenegraren uwqtu o gewiy, daß er an den Tag der Rechnungslegung wie an ein ganz, ganz fernes Verhängniß dachte und sich sorglos seinen kleinen Vergnügungen wie seiner besonderen Liebhaberei, der Politik, hingab. Ein Adrokat auf der Balkanhalbinsel ist immer gleichzeitig Politiker, und Doktor Stoikow war es mit Leib und Scelc. seitdem er in dem jungen Rechtsbeflijenen Alexander Krilow ei7.cn Vertreter gefunden hatte, dem er ruhigen Gewissens die Erledigung seincr Anwaltsgeschäfte überlassen konnte. Von nun an gehörte seine ganze Zeit den Angelegenheiten des Landes, den Sitzungen der Sobranje. in der er sich bereits zu einem anerkannten Führer der Opposition aufgeschwung?n hatte, und jenen kleinen und großen JnnZguen, die man da unten beizeiten anzetteln muß. wenn man den Ehrgeiz hat, dermaleinst Minister zu weroen. Eben jetzt stand man in Sofia wieder einmal am Vorabend großer Ereignisse. Das Ministerium wankte in allen Fugen, und wenn es fiel, so würde dem Fürsten kaum etwas lindcres übrig bleiben, als seine neuen Berather aus den Reiben der siegreichen Opposition zu wählen. Doktor Stoikow war der rosigsten Hoffnungen voll, und die Heiterkeit seiner Seele leuchtete ihm hell aus den Augen, als er tänzelnden Schrittes, elegant gekleidet und sorgfältig frisirt wie immer, zur gewohnten Frühstücksstunde im Speisezimmer seines Hauses erschien. Galant küßte er seiner Gattin die wohlgenährte Rechte, seinem schönen Mündel die glatte weiße Stirn und schüttelte Herrn Alexander Krilow, der in Anerkennung seiner Verdienste die Ehre hatte, zweimal täglich zur Familientafel gezogen zu werden, die Hand. Brillante Neuigkeiten, meine Lieben! Der Rücktritt des Kabinetts steht unmittelbar bevor. Ich weiß aus bester Quelle, daß die gestrige Attentatsgeschichte diesem jämmerlichen Feigling von einem Premierminister und seinen ebenso hasenherzigen Kollegen das Vergnügen an ihrem PortehuxUt gründlich verleidet hat." Ein Attentat?" fragte Frau Maria Stoikow, die es über ihren französischen Romanen und ihren unerschöpflichen Konfektschachteln zeitweilig sogar vergaß, sich um die Tagesneuigkeiten von Sofia zu kümmern. Hat man auf ihn geschossen?" Schlimmer als das. Man hat ihm eine Höllenmaschine in's Haus geschickt, ein unscheinbares, harmlos aussehendes Packet mit einer Bombe darin. Er beauftragte einen Diener, es zu öffnen, und der arme Bursche liegt jetzt an seinen Verletzungen auf den Tod danieder." Wie schrecklich!" sagte Xenia, die beharrlich auf ihren Teller niedersah, seitdem der junge Doktor Krilow am Tische Platz genommen hatte. Wenn ein Staatsmann solchen Gefahren ausgesetzt ist, solltest Du Dich wirklich nicht um einen Ministerposten bemühen, lieber Onkel!" Doktor Stoikow lehnte sich in seinen Stuhl zurück, und etwas geradezu Erhabenes war in seinen Mienen, wie in seiner Rede, als er erwiderte: Wer sein Leben an eine große Aufgabe gesetzt hat, muß auch zu jeder Stunde bereit sein, es dafür zu opfern. Auch wenn ich hundert Dolche auf mich gezückt sähe, und wenn man mir ganze Wagenladungen von Höllenmaschinen in's Haus brächte, ich würde darum doch keinen Zoll breit von meinem Posten und von meiner Ueberzeugung weichen." Mein Gott, welche entsetzliche Vorstellung!" seufzte die Hausfrau. Ich werde keine Bonbonschachtel mehr zu öffnen wagen, wenn ich daran denke." Ist man dem Attentäter schon auf der Spur?" mischte sich nun auch Doktor Krilow, ein junger Mann mit lebhaften Augen und einem kecken schwarzen Schnurrbärtchen, in die Unterhaltung. Der todesmuthige Politiker zuckte mit einem geringschätzigen Lächeln die Achseln. Sie wissen .doch, werther Freund, wie es damit geht. Man kann nie voraussehen, wer eigentlich dahinter steckt. Der Attentäter vön heute kann der Machthaber von morgen sein, mit dem man es lieber nicht verdirbt. So ein bischen Meuchelmord gehört nun einmal zum politischen Handwerkszeug." Ich bewundere die Kaltblütigkeit, mit der Sie diese Dinge ansehen, Herr Doktor. Einen Mann von Ihrer Charakterstärke und Unerschrockenheit sollte man in der That so bald als möglich zum Minister machen." Doktor Stoikow nickte ihm geschmeichelt zu, Der freundliche Wunsch könnte schneller in Erfüllung gehen, als Sie sich's träumen lassen. Ich erwarte stündlich die Berufung in den Konak des Fürsten." Fräulein Xenia erhob die dunklen Augen zu dem lächelnden Antlitz des künftigen Ministers. Und Deine Anwaltsprerxis. lieber Onkel?" fragte sie mit einer gewissen Spannung. Kannst

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it denn wemrsuyren. wenn Du ein Portefeuille übernimmst?" Welch ein bedanke, mein Kind! Natürlich muß ich sie am Tage meiner Ernennung aufgeben. Aber das hat gac leine Schwierigkeiten. Ich habe bereits mit meinem Kollegen Nankow wegen Uebernahme der schwebenden Sachen gesprochen, selbstverständlich unter der Bedingung, daß er Sie. lieber rilonr. als Mitarbeiter acceptirt." Ter junge Rechtsanwalt verbeugte sich stumm: aber es hatte nicht gerade den Anschein, als ob er durch die Neuialei! leb? erfreut worden sei. Und Xenia. ou jetzt wieder beharrlich auf ihren Teller niedersah. glühte ein paar

Sekunden lang wie em purpurnes Röölein. Doktor Stoikow bemerkte indessen das eine so wenig wie das andere. Während er mit bestem Appetit ein gebratenes Hühnchen verspeiste. cntwickcÜe er in längerer Rede das politische Programm, das er dem Fürjicn vorzulegen gedachte, und r. war nur natürlich, dast er das tiefe Saweigen seiner Zuhörer für das Verstummen andächtiger Bewunderung hielt. Sie sehen, lieber Krilow. daß ich mir über mein: Ziele vollkommen klar bin," schloß er seine Auseinanderscung. Bulgarien wird in mir endlich wieder eh:eu thatkräftigen und furchtlosen Minder erhalten, der sewe ganz firasi und, wenn es sein muß. srcdig auch sein Leben einsetzt für das Wohl des g:l:eb!?n Vaterlandes." Der Diener meldete in diesem Augenülick den Besuch des Herrn Soöolow, eines anderen oppositionellen Sobranjemitgliedes. und Doktor Stoikow erhob sich sofort, um zum Empfange des politischen Kollegen in sein Arbeitszimmcr hinüberzugehen. Da sieldie Hausfrau gleichzeitig erinnerte, daß sie an diesem Morgen eine Besprechung mit ihrer Putzmacherin habe, waren xcrnci und Krilow wenige Minuten späte? iin Speisezimmer allein. Schon während der ersten Sekunden dieses Alleinseins ereignete sich etwas höchst Merkwürdiges und Unerhörtes. Tie kleine schwarzhaarige Männerfeintin nämlich sah dem jungen Mann mit einem nichts weniger als feindselizen Blick in die Augen und warf sich fcdann ohn alle Umschweife in seine einladend ausgebreiteten Arme. O, Alexander, wenn das Schreckliche Wahrl eit würde wenn wir uns trennen mußten, ich könnte es nicht überleben!" Sei ruhig, mein Liebling," suchte ftrilow die aufgeregte Kleine zu tröslen. Die Kanzlei des Doktor Ranlcw liegt doch nicht am anderen Ende Der Welt. Und wir würden auch dann iwch Gelegenheit finden, uns zu sehen." Du kennst meinen Oheim nicht, wenn Du das glaubst. Er überwacht jeden meiner Schritte, den ich außerhalb des Hauses thue. Und dies So-? fia ist ein so jämmerliches Klatschnest, Man brauchte uns nur ein einziges Mal beisammen zu sehen, und unser Ceheimniß wäre rettungslos preisgegeben." Nun. und was weiter! Einmal muß Dein Onkel es ja , doch ersahren." Aber er wird niemals seine Einwilligung geben, Alexander niemals! Er wird Himmel und Erde in Bewegung setzen, uns für immer auseinander zu reißen. Er hat eine gar zu schlechte Meinung von den jungen Männern, wenigstens so weit es sich um das Lieben und Heirather: handelt." Doktor Krilow hatte eine etwas sarkastische Bemerkung über die wahren Beweggründe dieser Abneigung auf den Lippen, aber er war klug genug. sie zu unterdrücken, zumal es ihm scheinen wollte, daß die kostbaren Minuten sich besser ausfüllen ließen als mit Erörterungen über die Ansichten seines ehefeindlichen Chefs. Fräulein Xenia ruhte so hingebend zärtlich in seinen Armen, ihre rosigen Lippen waren ihm so verführerisch nahe, daß es geradezu unverzeihlich gewesen wäre, die günstige Gelegenheit ungenützt vorübergehen zu lajjen. Und er nützte sie denn auch so gründlich aus, daß Beide überhörten, wie der gestrenge Herr Vormund plötzlich in's Zimmer trat. Nie in seinem Leben hatte der groß? Politiker eine schmerzlichere Enttäuschung erfahren, aber auch kaum jemals war er in gleich heftiger Entrüstung aufgelodert. Geh auf Dein Zimmer. Genial" herrschte er sein zum Tode erschrockenes Mündel an. Ich habe mit diesem Herrn da ein paar Worte unter vier Augen zn reden." Die arme verschüchterte Kleine wagte keinen Widerspruch. Sie warf dem Manne ihres Herzens einen langen, ausdrucksvollen Blick zu, in dem er zu seiner Ermuthigung das Gelöbniß ihrer unwandelbaren Treue lesen sollte, und schlich dann mit gesenktem Haupte aus dem Zimmer. Auf so unwürdige Weise also lohnen Sie mir mein schrankenloses Vertrauen.'." wandte sich Doktor Stoikow jetzt an Krilow. Sie wollen die Unerfahrenheit und Wcltunkenntniß eines ahnungslosen Kindes für Ihre selbstsüchtigen Zwecke ausnützen, denn Sie wissen natürlich ganz genau, daß meine Nichte die Erbin eines bedeutenden Vermögens ist. Aber" Bitte. Herr. Doktor." fiel Krilow ein. Sie mögen ein Recht haben, mir Vorwürfe zu machen; aber Sie haben kein Recht, mir niedrige Motive unterzuschieben. Ich liebe Fräulein Xenia, und es ist mir gleichgiltig. ob sie Vermögen besitzt oder nicht."

&o tt c5 das wirklich?" spottete der 'Advokat. Sie befinden sich also in der glücklichen Lage, bei der Wahl einer Gattin nicht nach ihrer Mitgift fragen zu müssen? Es ist mir sehr interessant, das zu erfahren." Ich bin ja nicht wohlhabend, Herr Doktor, aber ich traue mir die Kraft und die Fähigkeit zu, mit dem Ertrage meiner Arbeit eine Familie standesgemäß zu erhalten. Und ich habe überdies in der Zukunft eine ganz hübsche Erbschaft zu erwarten." Von Ihrem Großoheim Sladoslawow ich weiß. Aber auch diese Aussicht erscheint mir nicht als eine genügende Bürgschaft für die Zukunft meiner Nichte. Herr Sladoslawow gilt für reich, aber er ist ein Sonderling, der für seine Blumenzucht und für seine mechanischen Spielereien mehr Interesse hat als für Sie. Der Senker maa wissen, wem er sein Vermögen vermachen wird, ganz abgesehen davon, daß er bei seiner eisernen Konstitution noch zwanzig Jahre leben kann." Wie ich es ihm wünsche," ergänzte Krilow mit Würde. Nicht auf die Möglichkeit dieser Erbschaft hin, sondern im Vertrauen auf meine eigene Tüchtigkeit sollen Sie mir Ihre Einwilligung geben, Herr Doktor!" . Meine Einwilligung? Sie konnten sich also im Ernst Hoffnung darauf machen, sie zu erhalten? Auch jetzt noch, wo Sie wußten, daß es die nahe Verwandte eines künftigen Ministers ist, zu der sich Ihre Wünsche erheben?" Auch ich kann eines Tages Minister sein, Herr Doktor Stoikow." Ein ironisches Lächeln umspielte die Lippen des großen Politikers. Es wird mir eine Ehre sein, wenn Sie an diesem Tage Ihre Werbung wiederholen. Bis dahin aber müssen Sie mir schon gestatten, jeden weiteren Verkehr zwischen Ihnen und meinem Mündel abzuschneiden, und ich erwarte von Ihrer Ehrenhaftigkeit, daß Sie das junge Mädchen nicht durch erneute Annäherungsvers uche kompromittiren werden." Er hatte bei den letzten Worten seine Hand schon auf der Thürklinke, und ohne dem abgewiesenen Bewerber Zeit zu einer nochmaligen Entgegnung zu lassen, verschwand er mit einem leichten, hoheitsvollen Neigen des Hauptes aus dem Zimmer.

Noch im Laufe des nämlichen Tages kam das Ministerium wirklich zu Fall, und einer von Doktor Stoikows Parteifreunden wurde mit der Bildung des neuen Kabinetts beauftragt. Xenias Vormund sah das Ziel seiner ehrgeizigen Wünsche bereits in greifbare? Nähe, und als er am folgenden Mittag aus der Sitzung der Sobranje nach äfe zurückkehrte, geschah es in der bestimmten Zuversicht, daß noch heute derneue Premierminister bei ihm erscheinen, würde, um ihm ein Portefeuille anzutragen. Es war begreiflich, daß seine häuslichen Angelegenheiten in diesem Augenblick nur eine untergeordnete Bedeutung für ihn hatten, und daß er sich damit begnügte, VS7I-seiner Gattin zu erfahren, Xenia habe während der letzten vierundzwanzig Stunden keine Gelegenheit gehabt, sich mündlich oder schriftlich mit Krilow in Verbindung zu setzen. In der That glaubte er, dieser thörichten Liebesangelegcnheit durch sein energisches Auftreten ein Ende gemacht zu haben, und die Sache beunruhigte ihn um so weniger, als ja mit der bevorstehenden Ueöerqabe seiner Anwaltspraxs an D.'lr Rankow für Krilow jede Möglichieit cufhörte, sich Kenia unbemerkt zu nähern. In der Kanzlei hatte man ihm gesagt, daß Doktor Krilow zur Wahrnehmung eines Termins im Gerichtsgeoäude sei, und er zog sich in sein Arbeitszimmer zurück, um mit dem Entwurf der großen Programmrede zu beginnen, die er voraussichtlich schon an einem der nächsten Tage in der Sobranje würde halten müssen. (Schluß folgt.) Die Handelsflotte der Welt. Nach einer Aufstellung des LloydRegisters für 19031904 bestand am 10. Juli d. I. die Handelsflotte der Welt aus 29.943 Dampfschiffen mit zusammen 27,183.365 Tonnen und 12,182 Segelschiffen mit zusammen 6.4Z9.76J Tonnen Raumgehalt. Der Tonnengehalt vertheilt sich auf die Schifffahrt treibenden Länder der Erdk folgendermaßen: Großbritannien 16.006.374 Tonnen, Ver. Staaten 3.611.956. Deutschland 3,283,247. Norwegen 1,653,740, Frankreich 1,622,016, Italien 1,180,335, Nußland 809,648, Spanien 764,447, Japan 726,813, Schweden 721,116, Holland 658,845. Dänemark 581.247, Oesterreich-Un-garn 578.697, Griechenland 378,199. Belgien 157.047. Brasilien 155.086. Türkei 154.494, Chile 103.758. Portugal 101,304. Argentinien 95,780. Widerruf mit der Ortsschelle. Eine bis jetzt kaum daaewesene Art des Widerrufs einer beleidigenden Aeußerung wurde unlängst in Partcustein, Bayern, vereinbart. Ein dortige? Inwohner hatte einen Beamten beleidigt; in den zu Stande gekommenen Vergleich wurde unter Anderem die Bestimmung aufgenommen, daß durch die Ortsschelle bekannt gegeben werden müsse: der Beleidiger nehme seine verletzende Aeußerung mit dem Ausdrucke des lebhastenVedauerns zurück.

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