Indiana Tribüne, Volume 27, Number 97, Indianapolis, Marion County, 14 December 1903 — Page 3

Jndiana Tribüne, ! Dezember 1903

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Vkdentmlgsvolle Aufschlüge

Ueber die militärischen durch unsere Alarm-Rundo aus dem Osten.

2Nenominee. Die Anhänger des Mullah.

Panama. Kein Vordringen möglich. C o l o n. 13. Dez. Der amerikanifche Kreuzer Atlanta", der gestern Nacht spät hierher zurückkehrte, meldet, er habe an oer Grenze von Panama angehalten und Anfragen betreffs der Landung colombischer Truppen ange stellt. Die indianisch? Dolmetscher an Bord der Atlanta" besprachen sich mit den Häuptlingen des Jndianer-Gebiets und diese gaben die bestimmte Zustehe rung, daß keine colombischen Truppen gelandet seien. Selbst wenn solche aber anden würden, so sei ein Vordringen vollständig unmöglich, da eS absolut eine Gebirgspfade gibt. Die Atlanta" fuhr 40 Meilen weier gegen den Atrato Fluß, überall ähnliche Auskunft erhaltend. Ein dies bezüglicher Bericht wurde dem Admiral Coghlan gemacht. Der Kreuzer Mayflower" kehrte heute früh nach Colon zurück. Durch die Untersuchungen der Atanta" und der Mayflower" ist jetzt largestellt, daß die colomb. Kreuzer .General Pinzon" und ..Cartagena" etwa 36 Stunden später im Gols von Darien erschienen, nachdem ihre Abahrt aus Cartagena gemeldet war. Verläßliche Mittheilung darüber. ob Truppen der Kreuzer an der GolfKüste oder nordöstlich hiervon gelandet wurden, konnte nicht erlangt werden. Die Atlanta" und Mayflower" stellten eine genaue Untersuchung in der ganzen Umgebung an. An einem Punkte der Küste erfuhr man, daß die Cartagana" eine Anzahl Lebensmit tel etc. an Bord genommen habe, über die nachherige Dichtung deZ Kreuzers ließ sich aber nichts erfahren. Es war gemeldet worden, colomb. Truppen seien an einem gewissen Punkte der Panama Küste gelandet worden. Indessen befand sich die At lanta" zur Zeit, als nach jener Meldung die Truppen gelandet sein sollten, vor dem betreffenden Orte, ohne etwas zu sehen. Die Offiziere fanden die Haltung der Indianer gleichgiltig und selbst abweisend. Seit Jahrhunderten verbieten die immer noch in Kraft befindlichen Traditionen den Indianern Fremde in ihr Gebiet zu lassen. Sie lehnten daher oft die Beantwortung der Fragen ab und verschiedentlich zeigte sich ihre Auskunft als irreleitend. Nach den Informationen der amerikanischen Kreuzer sind die colombischen Truppen entweder nach Cartagena zurückgekehrt oder an einem Küstenpunkte zwischen Cartagena und dem Golf von Darien gelandet und vielleicht jetzt auf dem Marsch gegen Cauca. Die Atlanta" fuhr Nachmittags abermals in der Richtung des Golfs, um scharfe Wacht zu halten. Eine Einfahrt in den Atrato-Fluß wäre für die beiden colombischen Kreuzer nicht möglich, und auf Canoes, den einzig in Betracht kommenden Fahrzeugen, ließen sich nur wenige Truppen befördern. Die übrigen Marinetruppen von der Dixie" werden in den nächsten Tagen gelandet. Der Hilfskreuzer Prairie" traflheute aus Guantanamo ein. Spanien. Zahlreiche Leben der l o r en. Madrid, 13. Dez. In Folge eines Damm-EinsturzeS bei Cordova entgleiste heute ein Zug. 14 Personen sind um's Leben gekommen und zahl reiche verletzt. Schweden und Norwegen. Beschlüsse von Schrift. st e l l e r n. Christi an ia. 13. Dez. Der norwegische Schriftsteller Verband hat einen Antrag angenommen, der sich für Abschluß emeS Verlagsrechts-Vertrages mit den Vereinigten Staaten crni spricht. Ost'Asien. Kriegsschiffe angeblich in Kriegs-Farbe. London, 14. Dez. Eine Depesche an den Taily Telegraph" von einem Corre-pondenten im fernen Osten versichert, daß sowohl die russi

Maßnahmen Colomöias

Kriegsschiffe. von: Gel-Trust. Dampfer schen als die japanischen Kriegsschiffe iu chinesischen Gewässern schwarz, in ihrer Kriegsfarbe, angestrichen seien. Specialdepeschen von verschiedenen Correspondenten, die heute früh eingingen, zeigen, daß die von Rußland gegebene Antwort auf die Vorschläge Japans in letzterem Lande nicht bekannt gemacht werden kann. Jedoch glaubt der Correspondent der Daily Mail", die Antwort sei besriedigend und ein friedliches Abkommen in Sicht. Mißliche Finanzlage. St. Petersburg, 13. Dez. Die Novoe Vremya" sagt in einem Artikel üer das japanische Budget, der lächerlich geringe Ueberschuß, in Verbindung mit der thatsächlichen Unmöglichkeit eine weitere Anleihe im Auslande flüssig zu machen, geben die Gewißheit, daß ein Krieg Japan ruiniren müsse, da auch die Ver. Staaten eine Unterstützung abgelehnt hätten. Das Blatt äußert die Hoffnung, der geunde Sinn der Japaner werde das Reich vor den Jingos retten. Rußlands Wühlereien. Tokio, 13. Dez. Der SeoulCorrespondent des Jiji Shimpos" berichtet, daß der koreanische Kriegsminister und der russische Gesandte bei Korea ein Abkommen getroffen haben, nach welchem im Falle der Noth russische Offiziere zur Bewachung des kaiserlichen Palastes verwandt werden. Alexejeff verschiebt seine Rückkehr. St. Petersburg, 13. Dez. Nach dem Wladiwostok-Correspondenten der Nowoie Wremza" bat Admiral Alexejeff. der russische Vicekönig im fernen Osten, seinen Besuch in St. Petersburg v:rschoben. Rumänien. Das Vordringen des R o ck e f e l l e rT r u st s. Wien, 13. Dez. Aus Bukarester Nachrichten geht hervor, dzß die Standard Oil Co. bei ihren Bemühungen, in Rumänien festen Fuß zu fassen, auf großen Widerstand stößt. In einer Privat - Zusammenkunft von Regierungsanhängern setzte der Ministerpräsident, Herr Stourdza, auseinander, daß die Amerikaner nach Rumänien gekommen seien, um die nationale Petro-leum-Jndustrie zu monopolisiren. Vor der Unterwerfung unter ein solch' wirth schaftliches Joch müsse das Land be wahrt werden. Die Standard Oil Co. hat nunmehr ihre Absicht aufgegeben, sich mit einer der bestehenden Oel-Gesellschasten Ru mäniens zu verbinden, will vielmehr die werthvollen, ausgedehnten und noch unausgebeuteten Oelfelder, die das Land ihrer Ansicht nach besitzt, für ihren europäischen Handel zu erwerben suchen. Oesterreich'Ungarn. Prophezeihung eines macedon. Führers. Wien, 13. Dez. Der macedonische Jnsurgentenführer Tzontschew ist auf der Reise nach London und Paris in Wien angekommen, und wird wahr scheinlich auch die Ver. Staaten be suchen. Er ist der Ansicht, daß es nächstes Frühjahr zwischen der Türkei und- Bulgarien zum Kriege kommen wird, und daß letzteres auf die Mit Wirkung Serbiens rechnen kann. Der macedonische Reform Plan werde in sich zerfallen. In Serbien herrsche die Ueberzeugnng, daß Oesterreich Ruß land über den Löffel barbieren werde und in aller Stille Vorkehrungen treffe, um Macedoonien zu besetzen. Eine solche Ausdehnung des öfter reichischen Einflusses würde den Serben sehr fatal sein. Bulgarien setze seine Kriegsrüstungen fort und habe erst vor kurzem 50,000 Männlicher Gewehre und große Mengen Schießbedarf er halten. Brasilien. 'Gegenseitigkeit. Rio d e Janeiro, 13. Dez Bei der Berathung des Etats in dem brasilianischenAbgeordnetenhause wurde ein Amendement angenommen, daß die brasilianische Regierung ermächtigt sei, allen Ländern, welche den brasiliani schen Kaffee zollfrei einlassen, eine Zoll ermäßigung von 4 Prozent zu ge Währen.

Bryan beim Papst

Besichtigte vorher mit deionderem Interesse das Forum Nomanum. Rom, 13. Dez. Wm. Jennings Bryan wurde heute in Begleitung seines Sohnes vom Papste in PrivatAudienz empfangen. Herr Bryan wurde von Mgr. Kennedy, dem Rektor des amer. Collegs, vorgestellt, welcher auch als Dolmetscher fungirte. Der Papst sprach mit großem Interesse über die Katholiken in America. Nach der Audienz äußerte sich Bryan sehr er freut über das liebenswürdige Benehmm des Papstes. Vor dem Besuche im Vatikan hatte Bryan verschiedene der Sehenswürdigkeiten Rom's besichtigt, darunter das Coliseum und das Forum Romanum. Sein ganz besonderes Interesse erregte der Platz, von welchem aus Cicero seine Anklagen gegen Catilina schleuderte. Später speiste Bryan bei Botschafter Meyer. Grokbritannien. C a n n i b a l i s m us in der Mull'ah-Armee. London, 13. Dez. Nach Nach richten aus Somaliland, Ost-Afrika, sind die Anhänger des tollen Mullah aus Mangel an Nahrungsmitteln dem Cannidalismus verfallen. Die Leiche eines Gefangenen, den der Mullah kürzlich hatte hinrichten lassen, wurde sofort aufgegessen. Auch Frauen nahmen theil, die der Mullah nachher umbringen ließ. Ihre Leichen wurden darauf ebenfalls gebraten und verzehrt. Unfall eines Passagier Dampfers. London, 13. Dez. Der Dampfer Menominee von der atlantischen Transportlinie, am 3. Dez. nach London abgegangen und heute in Falmouth eingelaufen, meldet schwere Stürme während der Fahrt und 560 Meilen westlich von den Scilly Inseln am 7. Dezember ein schreckliches Erlebniß. Thurmhohe Wogen ergossen sich über das Schiff und eine zertrümmerte das Steuerruder, wodurch das Schiff völlig unlenksam wurde. Nachdem sich der Sturm etwas gelegt, versuchte die Mannschaft zeitweilige Reparaturen; allein das Schiff sah sich mehrere Tage dem Spiel der Wellen preisgegeben, da eine Steuerung unmöglich war, und es wurde bis 360 Meilen gegen die Scilly Inseln zurückgetrieben. Schließlich gelangen nothdürstige Reparaturen und Capitän Lukas deschloß, den nächsten Hafen anzulaufen. Von Lizard wurden Schleppdampfer zur Hilfe ausgesandt, aber die Menominee" dampfte ohne Unterstützung nach Falmouth. Die Passagiere sind alle wohl. Tentschland. PrinzAdalbert. Berlin, 13. Dez. Sämmtliche hiesige Zeitunzen veröffentlichen eine bis jetzt allerdings noch unverbürgte Nachricht von einem angeblich vom Prinzen Adalbert begangenen Verstoß.Darnach soll Prinz Adalbert, der dritte Sohn des Kaisers, welcher als Leutnant z. S. auf den zum deutschen oftasiatischen Geschwader gehörenden großen Kreuzer Hertha" beordert ist, an Bord des Lloyddampfers König Albert", der ihn Ende Oktober von Genua aus seiner Bestimmung zuführte, die deutschen Passagiere geschnitten" haben. Er habe ausschließlich mit Amerikanern verkehrt, so daß die Deutschen ihrem Mißvergnügen laut Aus druck verliehen. Leider waren alle Bemühungen, die Meldung zu verisiziren, erfolglos. Es steht natürlich zu befürchten, daß den alldeutschen Blättern dieser Vorfall, mag eS sich sich nun damit verhalten haben, wie es wolle, Wasser auf die Mühle ist. Sie dürften darüber Lärm schlagen und ihn gegen Amerika zu fruktisiziren suchen, geht ihnen doch das immer enger werdende offizielle FreundschastS-Verhältniß zwischen hüben und drüben immer mehr gegen den Strich. Zollhaus abgebrannt. M t tz , 13. Dez. Ein Zollwaaren. Speicher wuröe heute durch einen Brand eingeäschert. Unter den Waaren befanden unter Anderem auch amerikanischer Speck und Oel. Der Verlust wird auf $500,000 geschätzt. M i l w a u k e e. Eva Krähn, die sich in Cleveland, wo sie in Männer kleidern lebte, ByerS. nannte, ist zu Hause angelangt. Hassenfranz, der Entsührer, ist hier unbekannt.

ttribc-ttribe

Nebernimmt eine Mission von Colombia zu den südamer. Republiken. C a r a c a s, 13. Dez. Nach soeben hier eingegangenen Nachrichten hat die colombische Regierung beschlossen, den General Rafael Uribe-Uribe als Spe cial-Gefandten zu den südamerikan. Republiken zu schicken. Seine baldige Ankunft hier wird erwartet. Britisch'Columbia. Verlorenes Schiff. Victoria, B. C., 13. Dez. Nach Nachrichten aus Japan ist der japanische Seehunds-Schooner Seikotu Maru" mit der gesammten Bemannung untergegangen. Das Schiff fuhr im Frühjahr aus Japan ab uud kam nicht zurück Fünf Leute aus Britisch'Columbia waren an Bord. Kurze Depeschen. 13. Dezember. Inland. Brüssel. Es wird angekündigt, daß reiche Goldfelder im Congo-Staate entdeckt worden sind. Boston. Der Tod von gleicher Ladd, 3 Jahre lang Richter am Obergericht auf den Philippinen, wird gemeldet. Guantanamo. Die amerikaNischen Schlachtschiffe Keoriarge", Illinois" und Alabama" unddie Jacht Scorpion" fuhren nach Culebra ab. N e w V o r k. Als Sieger aus der sechstägigen Fahrrad Wettfahrt im Madison Square Garden sind die Wettfahrer Walthour und Munzoe hervorgegangen. Ausland. P o r t S a i d. Der amerikanische Kreuzer Brooklyn" führt morgen von Beirut nach Alexandretta. C h r i st i a n i a. Nach einer Depesche aus Vardoe wurde der Dampfer , .Orion" durch Feuer zerstört; drei Leute von der Bemannung und drei Paffagiere kamen um. Steuern in Sachsen. Jor 405 Jahren wurde von dem in Leipzig versammelten Landtage eine neu: Steuer, die Zise." bewilligt. Das war für Sachsen die erste Konsuiriptionsabgabe, denn eine andere, 1454 Friedrich dem Sanftmüthigen ebenfalls zugestandene Steuer war eine Kopfsteuer (von jedem Kopfe 2 Groschen). Die Zise" wurde zunächst nur zwei Jahre lang erhoben und bestand in dem 30. Pfennig von jeglichem Käufer alles feilen Verkehrs." Nach Ablauf dieser Zeit wurde sie wegen der mit der Landgrafschaft Thüringen übernommenen Schulden von Neuem bewilligt und auf fremdes und einheimisches Kaufmanns - Gut, auch gebrauchtes Vier" ausgedehnt, ferner sollten Schuster, Sattler, Riemer, Wollenweber und alle anderen Handwerker, die etwas verkauften, den 30. Pfennig vom gelösten Stücke zur Zise" erlegen. Daraus entwickelte sich die Land- und Kammerakzise. Johann Georg I. erhob nach der Verordnung vom 1. Oktober 1615 eine Waaren-Akzise: wie dergleichen von anderen Potentaten in ihren Landen mehrmals geschehen und es deshalb nichts Neues sei," fügt er gleichsam zur Entschuldigung hinzu. Zuerst 1469 wurde das Umgeld" (wohl richtiger Ohmgeld) erhoben, eine Abgabe von Bier und anderen Getränken. ' Seit 1546 hieß diese Steuer der Große Vierzehnte." Daneben entstand eine Wein- und Branntweinsteuer, seit 1623 die Fleischsteuer, endlich auch der Mehlgroschen. Diese Finanzeinrichtung erweiterte August der Starke zur Gene-ral-Konsumptions-Akzise. Eine Vermögens- und Einkommensteuer erscheint in Sachsen zum ersten Male 1481: von 1000 Gulden 1 Gulden. von 100 Gulden 2 Groschen, über 10 Jahre alte Personen ohne Vermögen gaben 1 Groschen. Alle diese Steuern bewilligten die Stände anfangs nur für einen Fall und für eine bestimmte Frist; forderte der Fürst eine, von ihnen nicht bewilligte Steuer, so hatten sie das Recht, sich ungerufen zu versammeln. Pennsylvanias Staatsg e b ä u d e aus der St. Louiser Weltausstellung wird mit einem Ko stenauswande von $73,000 errichtet. Jede große Stadt in Indien hat ihr Delhi Darwaza, ein Thor, das m der Richtung nach Delhi zu liegt; Delhi war für das ganze Land stets dasselbe, was Mekka für die Mohammedaner ist. ö?n SotTstiistn. Richter: Sie haben sich gegenseitig beschimpft! Einer sagte Ochs, der andere Esel! Nehmen Sie doch lieber die Namen zurück!" Schreiber (als sich die Par:e!:n weigern): Die Herren könnten ja viel, leicht tauscben!"

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0Ö0M0 vGo Zur Vorsteherin der Abtheilung für Mathematik am St. Margarets" Kollege in Toronto ist Mif$ A. Sten art ernannt worden, die erste die in Aryn Vayr studirt Iiat und dann in Cambridge in England die mathemati scheu Grude errang. Die Rcalgylmiasialkurse siirMäd cken. die in Frankfurt a. M. seit Ostern 11)01 bestehen, lverden Ostern 11)04 eine neue funltc .Ulane eröffnen und die jehigen drei 5i lassen weiterführen. In diesen Kursen wird be gabten jungen Mädchen Gelegenheit zur Vorbereitung für das Studium auf der Universität geboten. Das Oberhaus in der Uapkolonic hat unlängst eine Resolution angc nommen, in welcher dieNegienlng um die Vorlage eines Gesetzes ersucht wird, welches den unverheiratheten Frauen und Wittwen das aktiv? Wahlrecht giebt. Ein Amendement des Abgeordneten Garlick, das allen Frauen dies Recht eingeräumt würde, wurde abgelehnt. In Frciburg i. Ar. besuch seil einem Jahre fünf Müdckien die dor tige Oberroalschule für 5tnaben; eine Zwölfjährige die Untertertia, vier Erwachsen? die Unterprima. Alle sind versetzt worden, eine mit sehr guten Zeugnissen, drei haben Belohnungen (Börsen) erhalten, eine eine ösfent' liche Belobigung. Die Obcrrcalschule hat gegen SOQ Schüler. Das in Mährisch-Orau errichtet? Mädchenlyceum veröffentlicht soeben seinen ersten Jahresbericht. Es wird bereits von 50 Schülerinnen besucht. Besondere Förderung erfuhr der Unterricht durch zahlrechc Exkursionen und Besichtigungen von Jndustrieau lagen und Wohlfahrtseinrichtungen. Auch der Gesundheitspflege der Schi!' lcrinnm wurde besondere Aufmert samkeit geschenkt durch ärztliche Ueberwachung wie dnrch eifrigePflegc von Jugendspielen, Turnen, Baden, Schwimmen, Tanzen und Schlitt schublaufen. Die wissenschaftlichen Fortschritte der Schülerinnen waren recht gute. Ein Beweis, daß die Kräftigung der Gesundheit auch die geisti' gen Leistungen erhöht. Fräulein Dr. jur. van Dorp, der erste weibliche Advokat in Holland, ist nunmehr auch als Vertheidiger vor dem Gerichtshof in Haag vor völlig besetztem Zuschauerraum aufgetreten. Der Oberstaatsanwalt hielt eine Rede, in welcher er erklärte, persönlich für diese Neuerung in der Geschichte des Processes, die durch Auftreten eines weiblichen Rechtsbeistandes sich vollziehe, nicht eingenommen zu fein, und bezweifelte auch, ob dieselbe im Interesse der Rechtsprechung sei. Auch einem lang gefühlten Bedürfniß entspreche sie nicht, da .es wahrlich an Advokaten nicht mangele. Fräulein van Dorp verzichtete, sich mit dem Anwalt in eine Unterhaltung über die Frauenfrage zu vertiefen. Die Vertheidigung ihres Mandanten führte sie mit vielem Gefchick. Zu Jerusalem ist unlängst die bekannte Diakonisse Charlotte Pilz sanft entschlafen. Die KaiserswertherOrientMission hat durch den Heimgang dieser treubewährten Schwester einen großen Verlust erlitten. 50 Jahre lang hat sie unter der Bevölkerung des heiligen Landes in reichem Segenewirkt. Sowohl den verewigten Kc'er Friedrich als auch das jetzt regierende Kaiserpaar durfte die Schwester Charlotte in Jerusalem begrüßen und durch die von ihr geleiteten, Anstalten führen. Trotz ihrer 83 Jahre hat die greise Schwester die Beschwerden des Alters kaum gespürt. Man fand sie wie auf ihrem Stuhl eingeschlafen, mit dem Strickzeug in der Hand, nachdem sie kurz vorher mit ihren Mitschwestern in freundlicher Weise scherzend geredet hatte. S ie hat des Todes Bitterkeit nicht geschmeckt. An der Universität Münchm ist vor Kurzem Fräulein Elisabeth Föl linger. Tochter des Bürgermeisters von Grumbach, im Negierungsbezirk Trier, von der medizinischen Fakultät zum Doktor promomrt worden; diese ist zunächst noch das erste Fräulein Dr. med. derUniversitätMünchen. Der Andrang von jungen Mädchen zum Universitätsstudium ist in Münckn diesmal sehr erheblich und übertrifft alle Erwartung. Den Vorlesungen über Anatomie" wohnen insgesammt vierzehn immatrikulirte Studentinnen bei. Auch Juristinnen" giebt es wiederum mehrere. Da die Jmmatri kulationcn erst später ihr Ende errei 'chen, ist es sehr wahrsckzeinlich, dasz noch trciterc Neuzugänge von Damen zum Universitätsstudium erfolgen werden. Die jetzigen Studentinnen Planen bereits ernsthaft eine tu dentinnenverbindung; die Vordere! tungen dazu sind bereits eingeleitet. Da darf man ja neugierig sein, ob diese Verbindung es später, wie es bei den Studenten Verbindungen Alte Herren giebt, zu Alten Damen" bringen wird.