Indiana Tribüne, Volume 27, Number 97, Indianapolis, Marion County, 14 December 1903 — Page 1
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Erscheint jeden Nachmittag. Jahrgang 27. Indianapolis, Jnd,, Montag, 14 Dezember inos No. 97.
Einfache Aufklärung des Duvall-Geheimnisses.
Der gute Mann war der Besitzer eines riesigen Assen. Das Geheimniß, welches den Fall deZ Grundeigenthum-Mallers Charles G. Duvall umgab, ist von den Detec tivs Colbert und Hauser aufgeklärt worden. Dieselben haben ausgesunden, daß der Mann am Freitag Nachmittag um 5 Uhr mit einem Fremden in die Wirth schaft des Lur, 11 0. Market Str. kam. Dieselben tranken verschiedene Bläser Wein. Nachdem der Fremde fortgegangen war, zechte Duvall noch weiter, bis er einen gehörigen Affen hatte. Er turkelte nach dem im Hinterzim mer befindlichen Sopha, siel auf dasselbe nieder und lag dann steif wie ein Besenstiel-, wie jener berühmte Gast im Schwarzen Walsisch zu Asca. lon. Ein junger Arzt, welcher zur Zeit noch studirt, hatte sodann eine Diagnose auf Vergiftung abgegeben und die Familie hatte später, wie eZ schien, nichts dagegen. Duvall erwachte erst am nächsten Tage aus seinem Kanonenrausch. Eine HeizungS-Anlage, welche ihren Zweck verfehlte. Die Bewohner der Häuser, welche nördlich von der 16. Straße und west lich von der Alabama Straße belegen. die, was Heizung anbetrifft, von der Home Heating & Lightning Co." ab hängig sind, verlebten einen höchst un gemüthlichen Sonntag. In mehreren Hauptröhren der Heizungsanlagen wa ren Brüche entstanden und in Folge dessen war die Gesellschaft nicht im Stande ihren Kunden Heizung zu lie fern. Erst heute Vormittag war der Schaden ausgebessert. In mehreren Kirchen, welche eben falls von der Gesellschaft geheizt wer den, mußte der Gottesdienst ausfallen. Ein Juflizflüchtling lieferte sich aus. Starren vor Frost und Kälte und geplagt von Hunger erschien im Ge fängniß Clayton Hardy und lieferte sich selbst dem Sheriff Metzger aus. Er sagte, daß er am 2. December aus dem Zuchthause in Ehester entsprungen sei und sich nach seinem elterlichen Hause gewandt hatte, indem er gehofft hatte, daß sein Vater ihn mit GeldMitteln unterstützen werde. Derselbe habe ihn jedoch aus dem Hause gewie scn und seitdem war er im Lande um hergeirrt. Der Sheriff nahm ihn auf und benachrichtigte den Wardein des Zuchthauses in Ehester, Jll. von dem Vorfall. ' Erfolgreiche Arbeit von Geldschranksprengern. Einbrecherstatteten in der verflössenen Nacht der Ofsice deS Kohlenhändlers P. K. Huey, 2712 Ost Wafhing. ton Straße, einen Besuch ab. Sie sprengten den Geldschrank vermittelst Dynamit und erbeuteten nahezu $100 in Baar. - Bedeutendes Feuer in F t. Wayne. Ft. Wayne, Ind., 14. Dezbr. Das von der ShieldS Clothing Co. occupirte Gebäude wurde heute in früher Morgenstunde durch Feuer nahezu total zerstört. Der Gesammt Verlust beläuft sich auf $45,000.
Der Verein von Besitzern bituminöser Kohlen gruben. T e r r e H a u t t. Die Verein! gung von Besitzern bituminöser Kohlengruben in Jndiana wird nächsten Dienstag Abend in hiesiger Stadt zusammentreten. um je 2 Delegaten auö den sieben Districten von den Jndiana Koblenseldern mit bituminösen Pro dueten rcsp. den Blockkohlenfeldern zu erwählen für die am 28. Januar in Indianapolis stattfindende JahreScon vention von Grubenbesitzern und Kohlengrübern.
Drei Feuer innerhalö weniger
Stunden. In der Werkftätte der Schneider Schmuck & Killilea, welche im 3. Stockwerk des Hudbard Block, Washington und Meridian Str. belegen ist. brach heute Morgen kurz nach 3 Uhr ein Feuer aus. Die Flammen zerstörten den Fußboden und der glühende Ofen stürzte in die im 2. Stockwerke befindliche Office dis Rechtsanwalts Frank Cady hinab. Mittlerweile war die Feuerwehr alarmirt worden und bin nen wenigen Augenblicken waren die Flammen gelöscht. Der Schaden wird sich auf einige hundert Dollar belaufen. Das im ersten Stockwerk befindliche Etablissement des Eagle Store erlitt keinen nennenswerthen Schaden. In Folge eines überheizten Ofens brach heute Vormittag um 8 Uhr in der Fabrik der Jndpls. Cordial Co. ein Feuer aus, welches im Nu große Dimensionen annahm. Dasselbe verursachte einen Schaden von $3000, davon entfallen $500 auf des Gebäude und 32500 auf das Waarenlager. Gegen 10 Uhr brach heute Morgen in dem Laden des Juweliers C. Burton im Zjohn's Block, Meridian und Washington Stl. ein Feuer auS; dasselbe wurde zwar im Keim erstickt, hatte aber doch erheblichen Schaden angerichtet. Der benachbarte Laden des Optiters Charles W.Conner erlitt, namentlich durch Wasser, einen beträchtlichen Schaden. Günstige Schlußabrechnung des Baltimore? Sängerseftes. Die Baltimorer Sängerfest . Gesell schaft unterbreitete in einer Sitzung der Bereinigten Sänger von Baltimore einen Finanzbericht über das im Juni abgehaltene Sängerfest des Nordöst lichen Sängerbundes", und zugleich unterbreitete Fest-Präsident Leopold H. Wieman seine Resignation als Sänge fest.Präsident. Nach Dem in kurzem Auszuge unter breiteten Finanzberichte beliefen sich die Rein Einnahmen auf S47.752.26, und zwar wie folgt : Freiwillige Bei träge 513,906.05, Kopfsteuer von den Sängern 53669, Konzerte 819,432.70, verkaufte Musikalien $2153.45, Ueber schuß von Fest.Programmö 83802.73, Ueberfchuß vom Picnic 82637.71, Ueberfchuß vom Schanktische in der Waffenhalle 8349.62. verkaufte Stühle 81701 und erhaltene Miethe 8100. Die gefammten Ausgaben beliefen sich auf 847,752.26, und zwar wie folgt: Ausgaben in der Waffenhalle 812,107.48, Preise und Preisrichter 84,294.77, Musikalien 82,153.71, Orchester und Solisten 85.894.85. allgemeine Ausgaben 82,662.60, Anzeigen und Drucksachen etc. 83,223.84, Defizit bei den Exkursionen $325.90. Defizit beim Kaiser Preis Conzert 8202.22. Parade 8383.67, Hotel und Unterhaltungskosteu 8169.64, zurück bezahlte Kontributionen 85,703.30, zurückbezahlte Kopfsteuer an die Balti morerSänger 8561, Salär 83,402.50, Donationen 84,720 und an die Ver einigten Sänger verwiesen 8461.73. An den Nordöstlichen Sängerbund hat die Sängerfeft . Gesellschaft keine Verwillizung gemacht. Unter den Do Nationen sind 82000 für den Sänger fest-Prüsidenten L. H. Wieman. sowie eine goldene Uhr für 8500, eine Kiste Cigarren für 820. ein goldenes Abzei chen für jedes Mitglied der Sängerfest. Gesellschaft, welche zusammen 8580 kosteten, sowie eine Schreibmaschine und 8300 an das Personal im Bureau deZ Herrn Wieman.- Ferner Frei billete für eine Europareise des Fest Dirigenten Melamet und deS Chefs des Musik-ComiteS Stephan Steinmüller nnd eine Spezial-Donation von 8600 für Herrn Melamet. Neuer Kindergarten eröffnet. Der neue Kindergarten des Nathan Morris Hcim's wurde heute eröffnet. Frl. Johnson und Frl. Hazel LipinSkey haben die Obhut über denselben.
Radikales Vorgehen der Mis
souri Synode. Die Missouri Synode hat die Seel sorger der Deutschen evangelisch-luthe rischen Dreifaltigkeits Gemeinde in Cincinnati die Herren Alexander von Schlichten, sowie dessen Sohn Eduard, Hilfs-Pastor, suspendirt. Die Ankündigung ist von den Sy nodal-Aeamten unterzeichnet und wird darin gesagt, daß die beiden Pastoren fernerhin nicht als Seelsorger einer unter der Jurisdiktion der Synode stehenden Gemeinden dienen können. Als Grund für die Suspension sind angegeben: 1. Ungerechte Exkommunizirung ei ne5 Mitgliedes, resp. Verhängung des Bannes über dasselbe. 2. Weigerung der beiden Pastoren, mit der Church of Our Saviour" Friede zu schließen. 3. Auflehnung resp. Nichtbefolgung von Befehlen, welche von Vorgesetzten gegeben wurden. Die Vorgeschichte dieses Aussehen erregenden Falles ist folgende: Her? Schlueter.ein Mitglied derDrei faltigkeits-Kirche. wollte sein Kind in die öffentliche Schule schicken und Pastor von Schlichten bestand darauf, daß das Kind in der Pfarrschule bleiben solle. Pfarrschulen sind eine feste Einrichtung der lutherischen Kirche, und als Schlue ter dennoch das Kind aus der Pfarrschule nahm, verhängte Pastor von Schlichten den Bann über ihn. Zu dem trat auch noch eine Unzu friedenheit einer Anzahl jüngerer, hier geborener Mitglieder der Gemeinde, welche hie und' da den Gottesdienst in englischer Sprache geführt und über Haupt eine mehr konservative Kirchenleitung haben wollten, darunter auch das Recht beanspruchten, ihre Kinder in die öffentlichen Schul?n senden zu dürfen. Der Streit kulminirte in der Gründung der ..Church os Our Sa, viour", welcher ein Theil früherer Mit glieder der alten deutschen Dreifältige keits-Kirche angehört. Herr Schlüter wandte sich um Auf Hebung des gegen ihn verhängten Ban neS an die Missouri Synode und ein Comite von Synodalbeamten wurde beauftragt, den Fall zu untersuchen und eine Entscheidung abzugeben. Es fanden viele stürmische Versammlungen statt, aber Pastor von Schlichten wei gerte sich, seinen einmal eingenommenen Standpunkt aufzugeben. Schließlich wurde entschieden, daß der Bann auf gehoben werden müsse, er erhielt auch Weisung, mit den Mitgliedern der Church of Our Saviour" Frieden zu schließen und so die allgemeine Eintracht wieder herzustellen. Der Pastor kam den Verordnungen der Synode nicht nach und in Folge dessen erfolgte seine und seines SohneS SuSpendirung. Die Gemeinde hat erklärt, daß sie unentwegt und treu zu ihren Pastoren hält, und daß sie, falls nicht ein Wi derruf der Suspension erfolgt, aus dem Verbände der ev luth. Synode von Missouri, Ohio und anderen Staaten austreten werde. Sie ze hörtejderselben über 50 Jahre an. Ein freier SeirathSschein zu erlangen. In Anbetracht, daß am 1. Januar ein Schaltjahr beginnt, hat Csunty Clerk DaviS sich bereit erklärt, dem ersten Brautpaare, welches sich am 1. Januar in der Office deS ClerkS ein findet, um eine HeirathSlicenS zu er langen, dieselbe unentgeltlich auSzu stellen; ferner wird er einen eleganten, feincaligraphirten HeirathSschein gratis liefern. Erfroren. S u l l i v a n. Die Leiche des Bergmanns Henry Rowe wurde am Sonntag in einem Graben in der Näh6 der Stadt gesunden. Er war während der Nacht erfroren. Die beste 5 Cent Cigarre in der Stadt, Mucho'S Longfellow.
2 Grad unter Null.
Der kälteste Tag des Winters. Zero. Wetter in Jndiana polis. DeZ Wettermannes Prophezeiung ging in Erfüllung und ZeroWetter herrschte gestern in Indianapolis, wie allerwärts, wo die vom Westen heran sausenden kalten Wellen sich einstellten. Ungemüthlich und gefährlich war das Wandeln auf den Straßen und Seitenwegen, die mit tückisch schlüpfrigen Eiskrusten bedeckt waren, und es kamen unzählige Fälle vor, glücklicher Weise aber soweit bekannt keine besonders gefährlichen. Am Gemüth lichsten war's daheim, wo der wär wende Ofen oder das prasselnde Ka minfeuer nicht mangelten, während die Armen und Aermsten, denen Naturgas, Holz und Kohlen fehlten, zähneklap pernd und jammernd deZ Winters Un gemach über sich ergehen lass:n muß ten. Es war ja Sonntag und die Bureaux der WohlthätigkeitS Gesell schaften und des County Armenvor stehers (Trustees) waren geschlossen. Und dabei kann uns nicht einmal für heute Linderung verheißen werden. Denn wie der Vorsteher der hiesigen Vundes'Wetterwarte gestern Nachmit tag erklärte, wird die bittere kalte Witterung voraussichtlich noch heute anhalten. Da finden wohlthätig ge sinnte Bürger Gelegenheit, die Noth der Bedürftigen zu lindern. Gestern war soweit der kälteste Tag im heurigen Winter nnd das Thermo meter der Bundes-Wetterwarte regi strirte tagsüber folgende Temperaturen: 6 Uhr Morgens 1 7 Q 1 n tf 8 ., Vormittags 2 Q c n n ' X0 ff 11 ' n 12 " Mittags 1 Nachmittags 2 . 2 Zero (0) PluS 2 . . 3 4 . i . 5 7 tj ff .......... i 4 .. 6 k M 6 .. Abends, 12 . Nachts Montag. 2 Morgens 6 9 .. Vormittags 7 10 .. Vormittags 9 11 Vormittags 12 12 .. Mittag 12 1 Nachmittags 14 2 Nachmittags 15 Sieger im vkat. Einer der gemüthlichsten Skat-Nach mittage der Saison verlebten die Wen zel.Ritter gestern im Deutschen Hauö". Die Stimmung war vortrefflich und die Preise, welche Comite Mitglied Wm. Springhorn angeschafft hatte, regten zum lebhaftesten Wettbewerb an. So kam eS, daß drei Herren mit je 18 gewonnenen Spielen um den ersten Siegespreis rangen. DaS Berechnungs Comite erkannte den folgenden Herren die Palme zu: 1. Preis H. Eifele, 18 gewonnene Spiele, 483 Punkte. 2. Preis H. Karstadt, 604 Punkte. 3. Preis Robert Keller, Schippen Solo gegen 5. 4. Preis A. G. Wocher, 13 ge wonnene Spiele, 424 Punkte. 5. Preis-. F. Myers, 552 Pkte. 6. Preis H. M. Kühn , höchstes Spiel, 96 Punkte. 7. Preis Wm. W. Riess, Tournee gegen 4, (Kreuz) 8. Preis Geo. Bauer, Trostpreis. 9. Preis Fred. Zwicker, 1 Paar Schnürsenkel.
JndignationS-Verfammluug von Burgern. In Hollenbeck's Apotheke, 10. Str. und Vrookside Ave. fand eine Ver sammlung von Bürgern statt, in wel. cher bittere Klagen über den mittel mäßigen StraßenbahN'Dienst auf der Ost 10. Str. Linie laut wurden. ES wurde beschlossen, die StraßenbahnGesellschaft aufzufordern, den Uebel ständen abzuhelfen.
Nachrichten aus Jndiana. Bruder und Schwester wohnten dem Begrab niß der Elisabeth GilleSpie nicht bei. R i f i n g Sun. Unter außerordentlich zahlreicher Betheiligung fand am Sonntag das Leichenbegängnis deS Frl. ElisabethGillespie, deS Opfers des geheimnißvollen Meuchelmordes, statt. Der Trauerfeier, die in der PreSbyterianer Kirche des Ortes stattfand, wohnten gegen 1000 Personen bei, von denen kaum die Hälfte Platz im Innern des Gotteshauses hatte. Es fiel allge mein auf, daß verschiedene Angehörige der Todten, darunter ihr Zwillings bruder JameS GilleSpie, ihre Schwester Frau Belle Semard und Herr und Frau Myron Barbour, der Beerdi gung nicht beiwohnten. Rev. Henry ermähnte in seiner Trauerrede die Bürgerschaft von jeglichem Gewaltakt abzustehen und die Untersuchung des Falles durch die Behörden in keiner
Weise zu hindern. Er sprach mehrere Male von den Thätern und dieser Ge brauch des Plurals fiel allgemein auf. Selbstmord eines Pferde' d i e b e s. E l w o o d. In der benachbarten Ortschaft Aroma schnitt stch der 27 jährige John Hoskett in der Wohnung seines Bruders die Kehle durch, um nicht dem Sheriff und seinen Leuten in die Hände zu fallen, welche ihn ver folgten, weil er ein Pferd gestohlen hatte. Die Verfolger, welche die ganze Nacht auf seiner Fährte gewesen wa ren, langten in dem Augenblicke an, in welchem der Dieb seinen letzten Athem zug that. Jndiana's reichster Mann gestorben. Fort Wayne. Richter James Cheney, den man für den reichsten Mann im Staate hielt, ist Sonntag Morgen gestorben. Er war im Jahre 1817 in Vermont gestorben, ließ sich später in Adrian, Mich., nieder ' und erwarb sich bereits ein Vermögen, ehe er 20 Jahre alt war. Bei dem Bau der Wabash Bahn war er stark interessirt. Er war mit Jay Gould affociirt und einer der größten Aktionäre der Wadash und Nickle Plate Bahnen. Russell Sage war sein Vertreter in New Vork. Seine vier Kinder, Frau Charles Knight von hier, Frau Kim berley von Neenah, WiS., Frau John Nelson von Logansport, Ind., und Wm. Cheney von Louisville, Ky., werden sich in das Vermögen theilen, das auf $25,000,000 abgeschätzt wird. Des MordeS angeklagt. Porti and. Joseph Osborne, ein wohlhabender Farmer, wird hier in dieser Woche unter der Anklage pro zessirt werden, seinen Schwiegervater John Busenbeck ermordet zu haben. MassenVerwalter er nannt. Elkhart. Melcom U. Dumarest wurde am Montag zum Massenoerwal ter für die Consolidated Paper & Bg Co. ernannt. EvanSville kein Dacota für Scheidung suchende E h e l e u t e. Evansville. Mißvergnügte Eheleute, welche auf dem Ocean der Ehe gestrandet sind, werden jedenfalls mit Unbehagen die Nachricht entgegen nehmen, daß Kreisrichter Rasch und SuperiorrichterFoster beschlossen haben, daß in Scheidungsfällen 50 Tage der streichen sollen, ehe sie eine Entscheidung abgeben werden. Diese Anordnung tritt am 1. Januar in Kraft. Der GilleSpie-Mord. R i f i n g S u n. Die Aufregung, welche unter der hiesigen Bevölkerung über den Meuchelmord, welchem Elifa beth GilleSpie zum Opfer siel, ist nach wie bor eine hochgradige. Sollte der Schuldige entdeckt werden, so wird die Behörde alle erdenklichen VorflchtSmaß regeln ergreisen müssen, um den Mör der vor dem Schicksale, gelyncht zu wer den, zu bewahren.
Während des Sonntag? hatte sich das Gerücht verbreitet, daß es sich um eine Verschwörung gehandelt hat und daß ein Frauenzimmer, welches der Ermordeten spinnefeind war, in dieselbe verwickelt sei. Es wird erwartet, daß die Großgeschworenen am Dienstag ihren Bericht einreichen werden. Demselben wird allseitig mit sieberhafter Spannung entgegengesehen. Blutige Schlägerei. Scotts bürg. Infolge eines verzweifelten Kampfes liegen die beiden Haupthelden" in kritischem Zustande darnieder, während zwei Brüder die ihrem Vater beistanden, unter der An klage des mörderischen Angriffs festsitzen. Der Streit entstand ln der Clay Prosser Hub & Spoke Fabrik zwischen Kinchen Kelly, dem Superintendenten, und dem Ingenieur, Jos. West. Bald schlugen beide mit den Fäusten, dann mit Radspeichen aufein ander los, und als West zu unterliegen drohte, schlugen dessen Söhne Kelly nieder. Ihm eilten, als er schon fast todt war. andere Angestellten znr Hilfe, die die West's vertrieben.
Die verhafteten BankBeamten stellten Bürg schaft. G o s h e n. JustuS L. Brodrick und Wilson L. Collins, Präsident resp. Cassirer der verkrachten Jndiana Na tional Bank, welche auf Veranlassung des BundesDistriktanwalts Kealing unter der Anklage, die Bankgesetze der letzt zu haben, am Samstag Nachmit tag in Elkhart verhaftet worden waren, wurden spät am Abend gegen Bürg schaft von je S5000 aus der Hast ent lassen. Der Wagenfabrikant Wm. B. Prott von Elkhart ist ihr Bürge. Sie werden hier am Montag Nach mittag vor dem Bundes Commiffär Edgar L. Ziegler ihr Aorvcrhör haben.. N o ch ' e i n Bankier in Schwulitäten. Fort Wayne. Rollin Ellison, der bankerotte Bankier von Lagrange, ist am Samstag Nachmittag in aller Stille auf zwei Anklagen hin, welche die Großgeschworenen gegen ihn erho ben haben, verhaftet worden. Er wurde dem Richter Farrall vorgeführt, erklärte sich nicht schuldig und wurde gegen Bürgschaft von 82000 in jedem einzelnen Falle entlassen. Er ist au geklagt, noch Depositen für die Banken in Lagrange und Topeka entgegengenommen zu haben, trotzdem er wußte, daß dieselben bankerott waren. 3 Pferde verbrannt. Port land. Die große Scheune auf der Farm des John Prillmann wurde am Sonntag Morgen durch Feuer total zerstört. 8 Pferde kamen in den Flammen um. Der Schaden beläust sich auf $2500. Schnitter Tod hält reiche Ernte. Leonhardt Schmidt, oder, wie er allgemein genannt wurde, Papa Schmidt, ist gestern Morgen in der Wohnung seines SohneS Leonhard, 245z S. Noble Str. plötzlich gestorben. Er war im Jahre 1826 in Hessen Darmstadt geboren und kam im Alter von 35 Jahren nach Indianapolis, welches fortan feine zweite Heimath wurde. Nahe zu 20 Jahre war er in der Schmidt'fchen Brauerei thätig gewesen. Er war das letzte noch lebende Charter Mitglied des Bierbrauer Unterstützungö'Vereins. Er hinterläßt außer einem großen Kreise von Freunden sechs Kinder, welche heute trauern an der Bahre ihres liebevollen Vaters stehen. George C. AlbertSmeyer, Sohn des Herrn H. AlbertSmeyer, ist gestern in seiner Wohnung, No. 1513 Prospect Str., der tückischen Schwindsucht erlegen. Er war verheirathkt und hinterläßt außer seiner Wittwe noch ein Kind. Am nächsten Mittwoch, an welchem Tage seine sterblichen Uebersie dem Schooße der Mutter Erde zur letzten Ruhe übergeben werden, würde er seinen 37. Geburtstag gefeiert haben, wenn sein Lebensfaden nicht so früh durchschnitten worden würc.
