Indiana Tribüne, Volume 27, Number 96, Indianapolis, Marion County, 12 December 1903 — Page 6

C Zndicma Tribüuc, 12. Dezember 1903. Europäische Nachrichten. iV.ViY.Yn s,

G

Z

Pr. Augst König's Ij j Hamburger 1 's i sjrusttllee I S 1 .i L Z - I s i Z 5 D4 alte bewährte Heilmittel Z kurirt i fiusten Erkältungen I Bronchitis Influenza i I wtKifimnrnmm Ja, Wir verkaufen" Garland Oefen und Ranges.M Möbeln u,ld Teppiche zu den niedrigsten Preisen. WILLIG 'Q O MSSel-Laden. 141 W. Washington Str. Baar ottcv redit. MWIM 142 Nord Pennsylvania Strafe, Hauptquartier für.SriUen xxxxti Gpernglnser sJÄMDlJ ni iflwai , Vs 18 5 0P7IC) Brillen werden nach den besten Me'.hoden den ugen angepaöi. Künstliche Augen werden schmerzlos eingelebt. Mh-Maschinen, Witte, ...--i a rt I ft hfoääiS. "s Staniari ar1 und .ivm Dornesttc CKvHUj vv"r . . 's .-- Lehen Sie unsere ...Pionier. Monitor. Bolden Star... von 512.85. 515.2. $19.25 aufwärts. Keine Lgenten angestellt. Sprechen Sie in der Office vor 30f fflCff Washington mmi? mm In E runden werden GonarrdSa und AuZflu aul den Urin Organen durch Ga.ntaWSll'9 ufgebobe f vdn Unvkqukmlichkdn. Prei TY1 $1.00. Iri allen Druggisten der F"'J V. C. Vor 2081. Ne ork. V

(fSBh

Astrnna

jS 2iL l -ZS- VrÄi' JMA)W M SAiini ' NMA . V , NM ESv iBk MW

fSZ

Q

tfccürenOurtj. Schwerin. Der Hofchef des

großherzoglichen Hauses, Oberhofmarschall Paul v. Hirschfeld, ist hier verschieden. Er war früher Officier, nahm 1864 semen Abschied, wurde 186? Kammerjunker, 1867 KammerHerr, 1877 Hausmarschall, 1883 Hofmarschall und 1895 Oberhofmarschall. Gelegentlich des letzten Hofballes im gros;herzoglichen Schlosse stürzte v. Hirschfeld von der Goldenen Treppe und konnte sich von dem schweren Unfall nicht erholen. Brunkendorf. Dem Lehrer Alms wurden aus Anlaß seines 50jährigen Jubiläunis von nah und fern ahlreiche Ehrungen zu Theil. Güstrow. Das Jubiläum des 350jährigen Bestehens der hiesigen Domschule (Gymnasium) wurde durch eine imposante Feier begangen. Hoppenrade bei Krakow, n der Kunstmllhle Kölln brach in der nahe bei der Mühle gelegenen Mqchinenwerkstatt des Maschinenbauers Voß Feuer aus. Dieselbe ist ganz niedergebrannt, wobei werthvolle Maschinen durch den Brand zerstört wurden. (MdenlMtrfl. Oldenburq. In vollster Rüstiakeit und geistiger Frische feierte Tischlermeister Ernst Kaiser das selrene Fest seines 50jährigen Meister- : biläums. Cloppenburq. Verhaftet wurde hier der Arbeiter Wörmann, weil er im Verdacht steht, em Verbrechen nach Paragraph 173 begangen zu haöen. Wie es heißt, hat er die That schon eingestanden. E l s f l e t h. In der Kirche wurde die Neuwahl von 5 Kirchenaltesien vorgenommen. Wiedergewählt wurden die 'bisherigen Mitglieder Kaufmann I. Bargmann - Elsfleth, Schiffer C. Greve - Lienen und Landwnth . Sager-Deichstücken. Neugewählt wur den Proprietor A. Hauerken-Elsslety und Navigationslehrer C. FesenfeldElsfleth. Roden kirchen. Es erhängte sich in der Zelle zu Hartwarden der Arbeiter Bielefeld aus Abfen. Er war ein dem Trunke ergebener Mann, der sich nicht um seine Familie künmerke und sich oft tagelang umhertrieb. Iroie Stüdte. Hamburg. Ertrunken ist der Ewerführer Brandt, der auf der Bille von Bord seines Kahns ins Wasser fiel und sofort verschwand. Die Leiche des Verunglückten wurde aufgefunden und in das Hafenkrankenhaus gefahren. Die elfjährige Tochter de Landmannes Böttcher aus Glashütte zog sich durch Umwerfen einer Petroleumlampe so schwere Brandwunden zu, da7'. sie im Eppendorfer Kranken haus? bald nach ihrer Einlieferung starb. In der Weldenallee 27 stürzte ein dort beschäftiqter 19jähriger Klempner Guntermann vom Dach aus die Straße und brach das Genick. Der Tod trat sofort ein; die Leiche fand Aufnahme im Freimaurer-Kranken-Hause. Wie der bedauerliche Unfall entstanden ist, konnte nicht festgestellt werden. Ein im Schulgebäude an der Hoheweide beschäftigter Fensterpuher Namens Victor Meiners fiel mit der Leiter vom zweiten Stockwerk auf das Straßenpslaster hinab und erlitt einen Bruch beider Arme und einen Schädelbruch, der den sofortigen Tod des jungen Mannes herbeiführte. Ein schwerer Unfall ereignete sich am Versmannsquai beim Schuppen 7. Dort fiel der langjährige Hilfsarbeiter Lohse aus der Schwenckestraße 51 aus einer Luke und schlug so unglücklich mit dem HinterZopf auf das StraßenPflaster, daß der Tod sofort eintrat. Die Leiche fand Aufnahme im Hafenkrankenhause. temen. y. Lanvweyr m, 70 Jahre alt, nach kurzer Kranheit ge storben und mit ihm ist wieder einer jener alten Bürger dahingegangen, deren Leben mit der Entwickelungsgeschichte unserer Stadt eng verknüpft war. Länger als vierzig ahre hier ansässig, gehörte der Verstorbene früher dem Stadtverordnetencollegium an und war schließlich zehn Jahre Mitzlied des Stadtraths. Durch eine Feuersbrunst wurde am Pier des Hansa - Kais ein 130 Meter langer, einstöckiger Lagerschuppen mit allen darin enthaltenen Gütern zerstört. Durch das Feuer wurde auch der naheliegende Dampfer Leander" von der Neptun - Linie in Brand gefetzt, so daß er abgeschleppt werden mußte. Schließlich gelang es, den Kaibrand auf seinen Herd zu beschränken. Schweiz. Bern. Der Professor der AugenHeilkunde an derUniversität hier, Ernst Pflüger, ist gestorben. Altenhein. Drei Schisfsleute fuhren von Arbon mit ihrem Motorschiffe ab, um die durch starken Ostwind verzögerte Rückfahrt nach hier an der ehemaligen Rheinmundung an zutreten. Der das Steuer führende E. Dudler wies seine zwei Begleiter an, sich zur Ruhe in den Motorraum hinab zu begeben. Als einer der beiden erwachte, bemerkte , er, daß das Schiff sich im Kreise beweate. Bei der Nachschau auf dem Verdecke fand er den Platz am Steuerruder leer. Ver-

' ' . Ll

i Mr5.Harriet O.Besl

von keiner Medizin auf Erden, als Regulator der Perioden und Nervenstiller übertrafen werden. Nervosität und Hysterie sind Warnungen herannahenden Wahnsinnes, und wenn nicht gleich Hilfe verschafft wird, so kann das Leiden nur sein Ende im Irrenhause oder im Grabe finden. Mit einer solchen Prospekts vor ihren Augen, kann keine leidende Frau vernünftigerweise sich weigern, den vrine vk Cardui zu probiren. Er bewirkt eine Kur, die Tausende von Frauen vergebens gesucht haben. Wollt Ihr Euch eine Flasche des Wine of Cardui heute noch verschaffen, und mit der Behandlung beginnen? Alle Apotheker verkaufen ?1.00-Flaschen des Wine of Cardui .

.5"' : muthlich ist Dudler in den See gestürzt und ertrunken. Beausond. Hier brannte das Gasthaus zu den drei Kantonen" bis auf den Grund nieder; der Schaden ist bedeutend. Es wird Brandstiftung vermuthet. E n a i st e i n. Durch Schwefelas erstickt r't der langjährige Maschinist des 5-enkerbades Staub. Er wollte, wie immer, allein ein Schwe felwasser - Reservoir reinigen, stieg zu lrüh hinein und wurde vom zurückgebliebenen Gas betäubt. Noch lebend aufgefunden, starb er trotz sofortiger ärztlicher Hilfe bald nachher. E t t i n g e 7i. Hier brannten zwei Häuser sammt Zubehör vollständig nieder, das des pensionirten Präsidenten Karl Brodmann und seines Bruders Franz. Ein großes Quantum Frucht und Futtervorräthe ging in Flammen auf, sowie auch alles Mobiliar. F r e i b u r g. An der Dent deBrenIrc ist ein hiesiger junger Mann. Namens Burgknecht, ein Neffe des früheren Stadtpräsidenten, zu Tode ge stürzt. Der Verunglückte hatte mit zwei Freunden eine Tour unternommen und sich von diesen getrennt, um Edelweiß zu pflücken. Als er nicht zurückkehrte, machten sich die Kameraden auf die Suche. Sie fanden die Leiche, welcher die Raben schon ein Auge ausgehackt hatten. cslerreich-'Flgrn. Wien. Die Trehcrgelspielerin Klara Reiter g?rieth in einer BranntWeinschenke im 9. Bezirk mit einigen Männern in Streit, in dessen Verlauf sie von einem ihrer Gegner einen Stich in's rechte Auge erhielt. Der Unglücklichen wurde das Auge ausgestochen. Auf dem Hochschwab hat ein hiesiger Tourist den Tod gefunden. Der Bäckermeister Wilhelm Aichholz jun., 12. Bezirk, Schönbrunnerstraße No. 150 etablirt. ist während eines fürchterlichen Schneesturmes, nachdem er die ganze Nacht mit seinen Gesährten auf dem Felsenplateau zugebracht hatte, erfroren; sein Schwager wurde nur dadurch dem sicheren Tode entrissen, daß rechtzeitig Hilfe zur Stelle war. In seiner Wohnung im Schottenhofe verschied der Meßner der Schottenkirche Laurenz Gruber. als der älteste Meßner hiesiger Stadt bekannt. im 73. Lebensjahre. Der Verstorbene war Besitzer der Medaille für vierzigjährige Dienstzeit. Seit 55 Jahren stand er im Dienste des genannten Stiftes. Der 27jährige Porzellanmaler Karl Schmid, Reinprechtsdorferstraße No. 13 wohnhaft, bat auf seine ehemalige Braut Marie Stickel. 26 Jahre alt, im Hause No. 34 der Neinprechtsdorferstraße einen Revolverschuß abgegeben und sie leicht verletzt; hierauf durch einen zweiten Schuß sich selbst zu todten versucht, sich aber nur gleichfalls leicht getroffen und dann in sinnloser Wuth die Einrichtung eines Wohnzimmers angezündet, so daß das ganze Mobiliar in Flammen aufging. Schmid war früher Sicherheitswachtmann, hatte aber wegen eines Leidens den Dienst quittirt. Die Wohnung des Militär - Rechnungsoffizials Johann Patry, Alsergrund. Rufgasse No. 8. wurde erbrochen. Patry fand bei seiner Heimkehr, daß ihm aus einer Kastenlade WerthPapiere im Gesammtbetrage von ca. 25.000 Kronen gestohlen waren. Perchtoldsdorf. Hier starb der pensionirte Barath der Stadt Wien AdolfSwetz. im 74. Lebensjahre. S ch ä r d i n g. Eonsistorialrath und Diözesan - Senior Karl Kiederle. Stadtpfarrer von hier, ist im 86. Lebensjahre gestorben. Er war 1813 in Prag geboren. Kraftgehörtdazu. Vegetarianer: Wissen Sie nicht, daß die stärksten Thiere alle von Pflanzennahrung leben, z. B. der Elephant?" Fleischesser: Das mag schon stimmen. Wären sie nicht so stark, könnten sie Pflanzennahrung wahrscheinlich nicht j vertragen."

Wahnsinn. Hob oder Hesundöeit?

No. 2807 Locust Ctrake. St. Louis. Mo., den 29. März. 1903. Ich jrnrc ein Opfer von Schlaflosigkeit und Suderfter Nervosität, achtzehn Monate lang nicht im Stande, eine gute lachtruhe zu gemeücn. und war beständig müde und aus'Z Acufcrste crschööst. Ich gcricth leicht in Zorn und wurde bei der geringsten Veranlassung hysterisch, aber der Wine of Cardal verschaffte mir erstaun liche Erleichterung. Innerhalb einer T?oche. nachdem ich dessen Gcbrauch begann, erlebte ich die erste wirklich gute Nachtruhe seit Monaten. Mein Appetit kehrte wieder zurück, mein Thstcm war gestärkt, und don Hov

dosität war keine Spur mehr E3 macht mir das größte Gesundheit gebenden Medizin dieselbe don ganzem Herzen.

MWlMSWTV

Wir möchten Ihre Aufmerksamkeit auf die vollständige und augenblickliche Heilung lenken, die Frau Best erlangte, indem sie den Wine of Cardui nahm. Innerhalb einer Woche, nachdem sie dessen Gebrauch begonnen, schlief Frau Best zum ersten Male gut und fest in achtzehn Monaten. Ihre Rastlosigkeit war durch Nervosität verursacht, und kann der Wine of Cardui

ttaiser Wi.yclm'S Hund,. Des deutschen Kaisers Lieblinge auS demHundegeschlecht sind schon seit ein:gen Jahren vier lichtbraune prächtige Teckel, welche die Namen Hexe", Dachs", Bella" und Liesel" führen. Sie sind in Potsdam beständig um den Monarchen und begleiten ihn auch des Oefteren auf seinen Reisen. Von tadelloser Rasse, haben sie gar kluge Köpfchen, helle, intelligente Auge und das liebenswürdigste Betragen. Hexe und Dachs sind ein Stammelternpaar, von ihnen stammt Bella nebst einer größeren Anzahl von Geschwistern, die als Geschenke an verschiedene Fürstlichleiten gewandert sind. Liesel ist einem anderen Stamm entsprossen. Von diesen vier Teckeln sind zwei, und zwar die letztgenannte und Hexe, augenblicklich im Hundezwinger von Schloß Monbijou in Pflege, Dachs und Bella aber wie immer in Potsdam um den Kaiser. Dieser Hundezwinger in Monbijou liegt in der äußersten südwestlichen Ecke des Parkes hart an der Spree und dicht bei den großen Gewächshäusern, die das Schloß mit Blumen und Blattpflanzen versorgen. Es ist ein massiv gebautes, einstöckiges Häuschen, an dessen Breitseiten sich je ein geräumiger. vergitterter Tummelplatz für die Thiere anschließt. Thüren und Fenster des 5äuschens sind dicht mit Epheu umsponnen, der bis hinauf auf das Dach geklettert ist. Das Haus enthält eine geräumige Stube und Küche mit Keller und vergitterte Jnnenzwinger. vor denen ein langer Gang entlangläuft. Es ist mit Eentralheizung ausgestattet und behaglich wie eine menschliche Wohnung. Auf dem Herd in der Küche wird für die Thiere das warme Essen zubereitet, das sie täglich erhalten. Reis und Fleisch. Ihr Koch und Wärter ist der alte Thiedke. ihm untersteht ihre Pflege und Wartung; er kauft für sie ein und holt ihnen alle zwei Tage das Fleisch aus der Marktßalle. Außerdem kommt häufig ein Lcibjäger des Kaisers, um nach den Pfleglingen zu schauen. Im Wohnzimmer", wo die Badewanne der Hunde steht, schmücken allerlei Familienbilder" aus früheren Hundegenerationen die Wände. Man sieht auch das Bild von Dachs und Hexe mitten unter ihren Jungen. Eine interessante Luftreise nach Paris hat kürzlich das lenkbare Luftschiff Pierre Lebaudy's Le Jaune" vollbracht und gleichzeitig den von Santos - Dumont aufgestellten Rekord geschlagen. Der Ballon stieg Vormittags 9 Uhr 20 Min. in Moisson an der Seine (6VL Meilen nordwestlich von Mantes im Dep. Seine et Oise) auf und legte, obwohl er Wind von rechtsvorn zu bekämpfen hatte, die in Luftlinie 33 Meilen weite Strecke nach Paris in 1 Stunde 44 Min. zuräck. Er landete um 11 Uhr 4 Min. auf dem Marsfelde, wo der Besitzer, ein Bruder des Saharakaisers", seine Familie und der Ingenieur Jullion, nach dessen Plänen das Luftschiff erbaut wurde, das Fahrzeug erwarteten. Aus dem Bericht der beiden Mechaniker. die den Jaune" steuerten, geht hervor, daß der Ballon bei SüdsüdWestwind von 16 Fuß Windstärke die Fahrt antrat. Von den 580 Pfund Ballast wurden unterwegs 260 Pfund ausgeworfen. Die größte Höhe, die das Fahrzeug erreichte, betrug 1000 Fuß, die mittlere 350 Fuß; vor Paris bewegte es sich in noch geringerem Abstand vom Boden. Wegen des GegenWindes mußte das Luftschiff kreuzen, so daß es statt 33 M:ilen thatsächlich etwa den doppelten Weg gefahren ist. Darwinistisches. Professor: Wir können also mit Berechtigung annehmen, daß unsere Vorsahren affenartig auf Bäumen lebten, allmählig jedoch herniederstiegen, den aufrechten Gang annahmen und sich nach und nach zu den höchststehenden Geschöpfen dieser Erde entwickelten Müller! was sind also die Menschen? Schüler: Heruntergekommene Affen! ,

vorhanden. Vergnügen, die Heilkraft Ihrer anzuerkennen, und empfehle ich

Eine lonvervare Entscheidung hat unlängst ein Bundescommissar in San Francisco abgegeben. Es war in San Francisco Einwand dagegen erhoben worden, daß der chinesische Kaufmann Lin Lung Wong in seinem eigenen Früchteeknmachegeschäft als Vormann mitarbeitete. Der Eommissär, vor dem der Fall verhandelt wurde, hat diesen Einwand aufrecht erhalten und saat in seiner Entscheidung: Ein chinesischer Kaufmann wird, wenn er körperliche Arbeit in seiner eigenen Geschäflsanlage verrichtet, sei es auch nur zur Unterweisung seiner Angestellten, im Sinne des Ehinesen - Ausschlußgesetzes zum gewohnlichen Arbeiter und hat als solcher kein Recht, in den Ver. Staaten zu landen oder sich in denselben aufzukalten." ' D i e kleine Hafen st adt Oneglia an der liaurischen Küste war in diesen Tagen der Schauplatz blutiger Scenen. Mehrere Hafenarbeiter, die im Jahre 1898 wegen irgendwelcher Vergehen zu längerer Gefängnißstrafe verurtheilt worden waren und sich nun wieder auf freiem Fuße befanden, hatten allen Zeugen des damaligen Prozesses den Tod geschworen. In der ersten Nacht nach Freilassung der Leute wurde vor einem Eaf in Oneg!ia der Gemeindediener Acquarone ermordet, und drei andere Personen wurden durch Dolchstiche schwer verletzt. In der nächsten Nacht erschien die Bande, von der man glaubte, sie sei längst übe: die Grenze geflüchtet, in der Osteria des Emanuele Ramella und tödtete in Gegenwart der Gäste die schöne Wirthin Maria Theresa. Von allen Seiten eilten nun Laribinieri und Soldaten herbei, und es entspann sich ein furchtbarer Kampf mit den Verbrechern, welche noch zwei Personen verwundeten. Schließlich ergriffen drei der Mordgesellen die Flucht, einer blieb todt auf dem Platze, ein fünfter gerieth. von einer Kugel in den Unterleib getroffen, in die Gewalt der Polizei. Eine interessante Sedan - Erinnerung hat der Architekt Mazuel in Sedan dem Schlachtmuscum von Vazailles geschenkt, das unlängst in dem Hause der Dernieres Eartouches" errichtet worden ist. Die Mazuel'sche Sammlung besteht aus allen strategischen Karten, welche Mac Mahon während seines AufentHaltes in Sedan besaß. Der französische Marschall hatte sie im Hause Nanquette, wo er bei seine: Ankunft das Hauptquartier aufschlug, zurückgelassen. Mac Mahon hatte drei genaue Aufnahmen' von Hagenau, Straßburg und dem ganzen Niederrhein, bis Wesel hinauf, während er in Sedan selbst nach einer durchaus unvollständigen und fehlerhasten geologischen Aushilfskarte von Savange operirte. Die Franzofen haben diesen für sie doch wenig angenehmen Erinnerungen merkwürdigerweise im Museum einen Ehrenplatz ' angewiesen, vielleicht um sich Vorkommendenfalls besser an die ungeheuren Fehler zu erinnern, welche ihre Feldherren in dem großen Kriege begangen haben. Schade ist nur, daß neben den französischen Karten nicht auch einige deutsche Generalstabskarten von 1870 71 zu sehen sind. Der Beschauer würde dann erst recht empfinden, mit welcher gewissenhaften Sorgfalt die deutsche Kriegsleitung rechtzeitig vorgearbeitet hatte. Aus dem Briefe eines Backfisches. Du glaubst ga? nicht, wie schön es hier ist auf dem Lande! Die Milch wird uns hier morgens direkt von der Kuh in's Bett ge-bracbt.-Blick in dieZukunft. Der kleine Max: Mama, wenn ich einmal groß bin, dann Heirathe ich ein sehr reiches Mädchen. Mama: Sprich nicht so naseweis. Man heirathet nicht nach Reichthum, sondern man heirathet Jemand, den man lieb hat! Max (nach einigem Nachdenken): Mama, ich werde einmal em sehr reiches Mädchen liebhaben.

W i

t&nsvuLt" (8jtTm Kaplan, LadicK es Honor, No. 97.

Eine Künstlertruppe, die zwei überdachte Wagen mit sich führte, zog vor einigen Tagen in die Ortschaft Koberg im Schleswig - Holstein'schen ein und theilte auf großen Zetteln mit, daß nur erste Spezialitäten der Gegenwart" ihre Künste den Bewohnern Kobergs und Umgegend zeigen würden. Die Künstlerschaar führte auch drei schulpflichtige Kinder mit, die am anderen Morgen in der Schule erschienen und den Lehrer mit folgenden Worten begrüßten: Guten Morgen,' Herr Lehrer! Wir sind Kinzler" und wollen hier für einige Tage in die Schule gehen." Leider konnte der Leh:er ihren Wunsch nicht erfüllen, denn durch einen Erlaß des Ministers und Verfügung der Regierung zu Schleswig ist die Aufnahme solcher Kinder nicht gestattet. Jnteressant war das Schulbuch", das die 5iinder vorlegten. Es war etwa singcrdick und gab Auskunft darüber, daß die Kinder seit dem 19. October 1899 bereits 148 Schulen besucht hatten. Die Zeugnisse stammten aus Brandenbürg, Mecklenburg, Lauenburg, Hannover u. s. w. JnderVillaFaustino zu Modena lag die 24jährige Tochter Ermelinda des Gärtners Morandi infolge eines Halsleidens krank darnieder, und ihr Zustand verschlimmerte sich plötzlich derartig, daß die Patientin zu ersticken drohte. Den Arzt herbeizuholen, erschien zu spät, deshalb wagte die 20jährige Schwester der Kranken Artemisia einen verzweifelten Versuch. Sie schmtt mit einem Messer eine Oeffnung in den Hals der Leidenden und verschaffte ihr auf diese Weise Luft. Zum Glück verletzte sie keine größere Ader, und die Kranke erholte sich soweit, daß sie in ein Hospital befördert werden konnte, wo man ihre Genesung erhofft. Der Vater des Mädchens hatte schon selbst das Messer ergriffen gehabt, um die Tochter zu retten, zuletzt hatte ihm aber der Muth gefehlt. Die unerschrockene Wundärztin begleitete ihre Schwester ins Kranlenhaus und will sie nicht verlassen, bevor sie nicht wieder hergestellt sein wird. Auf die Fragen des Direktors erklärte sie bleich, aber gefaßt: Was wollen Sie? Ich liebe meine einzige Schwester über alles in der Welt!" WüsteAuftritteereigneten sich unlängst im Sitzungssaale des Dresdener Landgerichts. Ein schwerer Junge" hatte sich wegenEinbruchs wegen dieses Verbrechens hatte er schon beinahe sechs Jahre im Zuchthaus gesessen zu verantworten. Als die Richter sich zur Berathung zurückgezogen, versuchte er ins Berathungszimmer einzudringen und konnte nur mit Mühe davon abgehalten werden. Kaum hatten ihn die beiden handfesten Gerichtsdiener wieder auf die Anklagebank gesetzt, als er mit Wildem Geschrei aufsprang, mit einem Satz an den Richtertifch stürzte und dort sämmtliche Akten auf den Fußboden schleuderte. Nachdem er noch mehrere Stühle über den Haufen geworfen, erfaßte er sämmtliche auf dem Vertheidigertische stehende Tintenfässer und schleuderte sie in den Zuschauerräum. Die Anwesenden stoben entsetzt auseinander; wohl an zehn Personen mußten sich die Tintenfluth vom Gesicht und von der Kleidung wischen. Erst mittels eines stärkeren Aufgebots von Gerichtsdienern gelang es, den Tobenden zu fesseln und auf seinen Platz zurückzubringen. Aus der I n st r u k t i o n sstunde. Sergeant Pickelhuber beginnt die Instruktion über das Seiten gewehr und läßt sich zu diesem Zweck dasjenige des Rekruten Schmiermann, gben. Nachdem er den Gegenstand eine halbeStunde lang bis in die kleinsten Einzelheiten besprochen hat, richtet er urplötzlich an Schmiermann die Frage: Also waS ist das?" Ein Seitengewehr, Herr Unteroffizier." lautet die Antwort. Nee," schreit da Pickelhuber. nicht geputzt es, Du Gesrifti"