Indiana Tribüne, Volume 27, Number 95, Indianapolis, Marion County, 11 December 1903 — Page 7
Jndiana Tribüne, 11 Dezember 1S03.
Unser Ruine Xirirninalrcnun von i Sonn Öcvnaci (Fortsetzung.) Aon Jyrer Favrtt yave icy qoxi gehört. Werden Sie bald fabriziren können? Bitte sehr, treten Sie ein. Herr Nachbar; was steht zu Diensten?Ja, sehen Sie. Fräulein Espinger, mit der Fabrik ist das so ein Ding; ich habe den Bauplatz von der Gemeinde Langenthal gepachtet, doch das Holz, welches die Gemeinde liefern soll, kommt mich entsetzlich theuer, denn ich muß jeden Stamm, den ich brauche, nach gar nicht schlechter Taxe baar bezahlen. Nun steht oben am Berg rechts von der Burg Langen eine kleine WaldParzelle, welche den Langenthalern nicht gehört." JMl ich verstehe." Jawohl, mein Fräulein, ich weiß, daß Sie Besitzerin dieser Waldparzelle sind, wie auch des ganzen Ruinenterrains. Wenn ich die Parzelle erwerben könnte, würde ich gern einen angemessenen Preis baar erlegen." Ich persönlich." entgegnete Blanka kopsschüttelnd, mag nicht über dieses Besitzthum verfügen; ich überlasse das völlig dem Gutdünken meines Bräutigams." So müßte ich mich also an diesen wenden versetzte Birling enttäuscht. Ja, wie er die Angelegenheit ordnet, ist es mir recht; anfangs des nächsten Monats heirathen wir, dann ist ohnehin alles Eigenthum von Franz." Das wohl, Fräulein, allein es müßte immerhin recht angenehm für den jungen Hausstand sein, wenn Sie eine größere Baarsumme in die Ehe mitbrächten, während die Burgruine und der Wald unter den jetzigen Umständen nicht nur nichts abwirst, sondein durch Steuern noch Ausgaben deraifcffit." 2)as )t wayr, tfranz zn inoey v wohlhabend, daß er darauf kaum großen Werth legen wird. Reden Sie mit ihm. er kommt eben über den Hof." Das will ich. Fräulein, doch sehe ich nicht ein. warum Sie nicht auch Ihre Meinung in der Sache äußern sollten" ,.O nein." unterbrach ihn Blanka, mir ist das gleichgiltig. Franz hat zu bestimmen." Gut denn," beendete Jakob das Gesprach, da Bern eben in die Stube trat. Derselbe hatte das Fuhrwerk im Hofe gesehen und von dem Knecht erfahren, daß der Besitzer des Gefährtes bei Fräulein Espinger weile. Blanka nannte Birlings Namen und Begehr. Bern schaute den Mann scharf an und faßte sofort, ohne sich über das Warum Rechenschaft geben zu können, einen Widerwillen gegen Birling. Sie haben sich hinterm Berge angesiedelt, um eine Zündholzfabrik zu errichten. Wie kommen Sie gerade auf unsere Gegend? Sind die Fichten und Kiefern hier ganz besonders für ZündHölzchen geeignet?" Nicht, daß ich wüßte antwortete Birling und blickte dem Frager dreist m's Gesicht, als wollte er sich die Stelle recht genau besehen, wohin an jenem nebeligen Oktobermorgen seine Faust so wuchtig gefahren. Ich suchte nach einer Gegend, in welcher ich eine derartige Fabrik anlegen könnte, erfuhr aber vielfach Abweisung oder begegnete so unverschämten Pachtforderungen, daß ich immer wieder mein Bündel schnürte und weiter wanderte." So. Was die Waldparzelle betrifft," fuhr Bern unvermittelt fort, so wird sie unter keinen Umständen für sich, das heißt ohne die Ruinen verkauft." Mir liegt an den Burgruinen allerdings nichts, wie ich offen gestehen will, sondern ich habe nur ein Augenmerk auf die Waldparzelle, wenn aber die Ruinen mit dem Bergterrain vom Wald nicht getrennt werden sollen, nun denn, in Gottes Namen, so kaufe ich beide. Und der Preis?" Reinhart Espinger hat einst zehntausend Mark dafür gegeben, ich verlange zwölftausend Mark." Sehr ,euer," bemerkte Birling, doch es sei' Gewähren Sie mir zwei Termine, sechstausend Mark baar sogleich, die Zweite Hälfte in einem halben Jahre" So wei? sii'.d wir noch nicht, Herr Nachbar. Wer Wald und Burgruine will, muß auch die Klosterruine und das Wohnhaus nehmen; denn ich will das alles auf einmal loswerden. Da kommen also zu den zwölftausend Mark noch dreißigtausend Mark, in Summa zweiundvierzigtausendMark." S& will nickt saaen." nubm Wir ling zögernd das Wort, daß vaö Gebot zu hoch wäre, allein bedenken Sie doch, daß ich erst ein neues Wohnhaus hinterm Berg gebaut habe. Was soll ich mit einem zweiten Wohnhaus thun? Wirthschaft würde ich nie führen, hätte auch keine Zeit dazu, also bitte, verschonen Sie mich mit der Klosterruine und dem Wirthshause und belassen Sie es bei der Burgruine nebst Waldparzelle" Es bleibt bei dem, was ich gesagt habe; alles oder nichts! Ich habe es nicht nöthig, zu verkaufen." Da es Birling wirklich um den Kauf des Burgterrains zu thun war, hielt er dem Bauer das Thörichte seines Starrsinns vor und brach erst ab, als er
sah, daß Bern durch keinen noch so triftigen Grund zu bewegen war, Bernunft anzunehmen. Endlich stand Jakob wüthend auf und ging ohne Gruß davon. Im Hofe rief er seinem Kutsch?r zu: Fahr' ohne mich nach Hause, ich aebe au 5?uk." So ärgerlich aucy aus bekannten Gründen für Birling das gänzliche Mißlingen des Kaufprojektes war. so pflegte er doch über Unabänderliches oder Unerreichbares nicht allzu lange nachzudenken. Als er daher einige Wochen später im weißen Lamm" zu Langenthal von Blankas Hochzeit reden hörte, machte er weder über Fräulein Espinger, noch über Franz Bern irgend eine Bemerkung; er hatte sich sehr in der Gewalt und gestattete weder Haß noch Liebe eine weitergehende Herrschaft über sich. Bei Gelegenheit der Hochzeit Berns sprach man wieder überall in der Gegend über den unaufgeklärt gebliebenen Mord Espingers. und Birling konnte vernehmen, daß man im Volk ziemlich allgemein an Ehristinens Schuld und Blankas Mitschuld glaubte. In Langenthal und Umgegend hatte man seinerzeit überdies etwas von dem Fiasko des Berliner Tetektivs erzählen hören und wunderte sich, daß derselbe Detektiv trotz dieser mißlungenen Sache wieder in die Gegend gekommen sei, um der Hochzeit Blankas beizuwohnen. Der Klatsch und die albernen Bermuthungen in der Wirthsstube wurden Jakob bald zu viel, und er begab sich nach Hause in sein Kastell." wie man sein stets verschlossenes Geschäft bisweilen nannte. Am folgenden Tage, einem Montag, war Birling eben beschäftigt, in seinem Schmelzofen zerbrochenes Goldmetall in den Tiegel einzuwerfen, um dann Feuer zu machen und den Schmelzprözcß zu beginnen, als er dumpf aus der Ferne Schläge an das äußere Thor vernahm und zugleich den Hund im Hofe anschlagen hörte. Er unterbrach unwillig seine Arbeit, legte den Lederschürz ab. verschloß die Thüre des Holzverschlags im Keller und eilte die Kellertreppe hinauf in den Hausflur. Aus der über dem Kellerausgang an einer Hochtreppe gelegenen Hausthüre tretend, rief er nach dem Hofthore hinunter: Was soll denn das Lärmen da am Thor? Wer ist da? Was will man?" Heda," wurde laut geantwortet, machen Sie doch auf! Ein alter Freund aus Berlin ist da." Ich habe keine alten und keine jungen Freunde in Berlin; ich empfange hier keine Besuche." Sie sind doch kein Säulenheiliger geworden. Ich kenne Ihre Stimme und irre mich nicht, wenn ich behaupte, daß Sie Jakob Birling, der Baumeister sind." Das kann Ihnen jedes Kind sagen, wie ich heiße und daß ich hier wohne; das ist kein Geheimniß. Halten Sie mich nicht weiter auf, und gehen Sie Ihrer Wege; ich habe keine Zeit zum Plaudern." Bor einigen Wochen war es Ihnen sehr darum zu thun, die Burgruine zu kaufen; ich will mit Ihnen darüber reden." So sind Sie ein Bauer aus Rosentbal?" 'cemetwegen.' nes ber Fremoe, doch öffnen Sie nun gefälligst, ich kann meine Stimme nicht länger so gewaltig anstrengen." Sie können dem Franz Bern sagen, wenn er jetzt verkaufen wolle, müsse er persönlich hier erscheinen. Haben Sie einen Brief von ihm, so werfen Sie ihn in den Briefkasten am Thor. Und nun Gott befohlen!" Wie? So wollen Sie einen Freund behandeln? Wer weiß denn in Berlin, wohin Sie gekommen sind? Die Polizei schon gar nicht, unter deren Aufsicht Sie stehen. Jakob Birling. Haben Sie das ganz vergessen?" Ei verwünscht! Wie heißen Sie?" Titus Wach" Was? Titus Wach, der Schurke, der mich in's Gefängniß brachte! Hilf Himmel, ob ich den Halunken mit den Händen erwürge oder meinen Hassern gegen ihn hetze!" Sie werden beides unterlassen. Ich weiß gar nicht, warum Sie so erregt gegen mich sind. In Berlin begegneten wir uns doch öfters nach Ihrer Entlassung und verkehrten durchaus nicht feindlich; im Gegentheil, Sie sahen es nicht ungern, wenn ich ein Mittagessen für Sie zahlte " Man darf keinem eine verbüßte Gefängnißstrafe öffentlich vorhalten! Sie wissen sehr wohl, daß Sie sich straffällig machen " Weiß ich, doch Sie reizten mich dazu. Oeffnen Sie Ihre Festung, dann brauche ich hier nicht alles auszuschreien, was nicht Jeder hören soll. Uebrigens bin ich nicht mehr bei der 9ßolnei. sondern Privatmann wie Alzqen te aio ver ttomooie ein unoe und opfern Sie mir zulieb für ein halbes Stündchen Ihre Eigenschaft als Einsiedler!" Sie wolleu etwas ausspioniren, das kann ich mir ja denken; doch diesmal sind Sie auf falscher Fährte, edler Menschenjäger, bei mir gibt es keine Geheimnisse zu entdecken. Ich stehe mich jetzt ganz vorzüglich mit der Polizei, die mir gestattet hat. die Gelegenheit . zu ergreifen, ein ordentlicher Mensch zu werden. Kommen Sie nur herein, Meister aller Detektive!" Ingrimmig schloß Jakob das Thor auf, um den behäbigen Kriminalbeamten einzulassen, worauf Birling den Thorschlüssel wieder umdrehte. Sie scheinen furchtsam geworden
zu sein," bemerkte TUus auf das Thor deutend. Vorsicht und Gewohnheit, weiter nickt." Jakob führte seinen unwillkommenen Gast in sein Wohnzimmer, das, zwar mit modernen Möbeln ausgestattet, gleichwohl einen behaglichen Eindruck vermissen ließ. Auf den ersten Blick erkannte man die Junggesellenwirthschaft. Birling holte aus einem Buffet Wein und Gläser, sowie Brot und Schinken herbei, stellte eine Kiste mit Cigarren auf den Tisch und setzte sich zu dem Kommissar, diesem es überlassend, die Unterhaltung wieder aufzunehmen. Titus Wach, der sich nicht nöthigen ließ, begann endlich das Schweigen zu brechen: Da leben Sie nun hier in einsamer Gegend fern vom Geräusch der Hauptstadt," sagke er in fast mitleidigem Ton, und sind ein so ruhiges Leben nickt gewohnt." Des Menschen Wille ist sein Himmelreich." erwiderte Jakob, indem er sich eine Cigarre anzündete, ich tausche nicht mit Berlin!" Hm! Sie wollen eine Fabrik bauen, wie ich gehört habe. Sie waren im Begriff, die alten Burgruinen zu kaufen, Sie halten sich Pferde und Wagen. Sie leben wie ein kleiner Graf " Fahren Sie nicht fort." lachte Jakob spöttisch, ich werde Ihnen sagen, was Sie wissen wollen. Sie möchten wissen, woher ich zu alledem das Geld hernehme? Ich könnte antworten, daß Sie das nichts anginge, allein das will ich nicht. Bei mir geht alles mit rechten Dingen zu." Das würde mich aufrichtig freuen, Herr Birling. Na, wie haben Sie sich denn emporgeschwungen?" Sehr einfach. Eines Abends im Anfang des vorjährigen Sommers ging ich durch den Friedrichshain, sah etwas im Grase liegen, hob es auf und bemerkte, daß es eine Brieftasche war. Ich steckte sie bei, um sie später näher zu besehen." Funddiebstahl," sprach Titus vor fick bin. Än emem geye:men uxi prusle iaz die Tasche; sie enthielt Briefe und Karten und außerdem an Banknoten zwei Tausender, drei Hunderter, zwei Fünfziger, drei Zwanziger und einen Fünfer. Einen Zwanziger und Fünfer steckte ich in die Hosentasche, die anderen Banknoten wickelte ich in Zeitungspapier und brachte sie in der Rocktasche unter; die Brieftasche mit ihrem sonstigen Inhalt warf ich in den geHeimen Ort. Für die fünfundzwanzig Mark machte ich in einem Kleidergeschäft erst einen anständigen Menschen aus mir und überlegte dann, was ich mit meinem Reichthum beginnen könnte " Aber Jakob, Sie werden mir nicht sagen wollen, wenn die Geschichte mit dem Funddiebstahl überhaupt wahr ist, daß Sie nun mit den restirenden zweitausendvierhundertvierzig Mark den Bau einer Fabrik beschlossen " Fällt mir auch gar nicht ein, dcls zu behaupten. Sie wollten doch wissen, wie ich mich emporgeschwungen, dazu gehört diese Geschichte eben auch. Ich machte nun, weil es Sommer war, vorerst eine Reise, obwohl ich unter Polizeiaufsicht stand. Ich fuhr nach dem Rhein, kam schließlich auch in diese Gegend, wo mir der Gedanke an einen Fabrikbau kam" Wann waren Sie denn das erste Mal hier?" Vielleicht Ende Juni" Blieben Sie in Langenthal ode? Rosenthal?" Ich blieb überhaupt damals nicht, hielt mich nur einen Tag hier auf und kam erst im Oktober zurück, um meinen Plan auszuführen." Und jener eine Tag Ihres hiesigen Aufenthaltes war ein Julitag?" Ja. ich glaube wenigstens." Vielleicht der 25. Juli?" Nein, es wird später gewesen sein; wahrscheinlich der 29. oder 30. Juli, jetzt weiß ich es wieder. Warum fragen Sie so merkwürdig? Sie sind erregt!" Es ist schade, daß Sie nicht am 23. Juli hier waren." Weshalb denn? Sie sind wirklich ein komischer Mensch." Haben Sie denn nichts von dem Giftmord gehört, welcher qerade am 25. Juli vorigen Jahres inRosenthal begangen worden ist?" Natürlich habe ich davon gehört, erst gestern wieder hat man im ,weißen Lamm' darüber gesprochen anläßlich der Hockzeit von Franz Vern und Blanka Espinger." Ich kann es mir denken, welcher Art das Gerede war. Man hält Christine und indirekt Blanka oder Franz für schuldig. Welche Meinung haben &e drrn iier den rätkiselhften Fall?" ÄZic rame lcy oazu, IN ctcjcr Saaze überhaupt eine Meinung zu haben? Ich weiß über den Mord nur das, was die Bauern erzählen." Aber ich bin an dem Falle fehr interessirt," rief Wach erregt, ich habe durch ihn meine Stellung eingebüßt." Wirklich, das ist mir neu. Wie kann man einen Tetektiobeamten dafür verantwortlich machen, wenn es ihm nicht gelingt, ein Verbrechen völlig aufzudecken? Die Menschen sind doch nicht allwissend." So ist es nicht gemeint; man hat mich nicht verantwortlich gemacht, sondern ich selbst gab meinen Dienst auf und muß froh sein, eine Pension zu bekommen." Nun erzählte er mit vielem Eifer von dem Prozeß Espinger oder vielmehr von der Boruntersuchung, . die
plötzlich in's Stocken gerieth und' dann vorläufig eingestellt wurde. Titus schilderte auch die Verfolgung der falschen Spur und endete seinen langen Vortrag mit der Erklärung, daß er die Hoffnung nicht aufgebe, eines Tages den wirklichen Mörder des alten Espinger zu entdecken und so sein Renommee als Detektiv glänzend wieder herzustellen. Tiat-.j Birlina batte aufmerksam m gehört, denn vieles war ihm in Wachs Erzählung neu. Da sind wir nun ganz davon abgekommen." meinte Titus. auf welche Weise sich Ihr gesellschaftlicher Aufschwung vollzog. Entschuldigen Sie meine ungehörige Unterbrechung und vollenden Sie Ihre interessante Erzählung." Das ist bald geschehen. Ich kehrte nach Berlin zurück und suchte diesen und jenen Geldmann für meine Idee zu erwärmen, ohne Gegenliebe zu finden. Ich nahm von meinem Projekt schon halb und halb Abschied und merkte mit Bedauern, daß mein Geld immer mehr hinschwand; da hörte ich Ende Oktober von einem jungen Bankier allerlei Lobenswerthes reden und ging dreist zu ihm. Ich hatte vorher einen tüchtigen, aber armen Chemiker kennen gelernt, welcher eine neue Zündstoffmischung für Zündhölzchen erfunden haben wollte, die allerdings praktisch noch nicht erprobt war. Davon und von meinem Plane erzählte ich dem jungen Manne, sagte ihm offen, daß ich früher Baumeister gewesen wäre und Unglück gehabt hätte. Ueber mein Projekt konnte ich ihm einen Plan und die Kostenschätzung vorlegen. Nach mehrstündiger Verhandlung, bei der auch eine muthmaßliche Gewinnberechnung aufgestellt und über die vorhandene Konkurrenz gesprochen wurde, beauftragte er mich, die Sache energisch in die Hand zu nehmen, und eröffnete mir einen ' mäßigen Kredit; über dessen Verwendung ich von Zeit zu Zeit Rechenschaft ablegen muß. Ja noch mehr, diese? Herr bewirkte es auch beim Polizeipräsidium, daß mir wegen meines hiesigen Aufenthalts nichts in den Weg gelegt wurde. Die Last der Polizeiaufsicht wurde von mir genommen." Titus Wach blickte eine Zeitlang vor sich hin. nippte an seinem Glas und sagte dann bedächtig: Sie haben viel Glück gehabt. Solche Bankiers, welche ohne weitere Sicherheit Kredit gewähren auf künftige Unternehmungen, sind selten, man könnte fast sagen, sie existiren gar nicht." Das ist man an Ihnen gewöhnt, daß Sie alles bezweifeln! Nach Ihrer Ansicht surrn nichts Außergewöhnliches geschehen, es läge ihm denn eine verbrecherische Ursache zu Grunde. Diesmal sind Sie wieder auf falscher Fährte, wie weiland bei Baron Karström." Verspotten Sie mich nicht, Herr Birling, und denken Sie an unsere erste Begegnung. Damals erzählten Sie mir auch allerlei abenteuerliche Dinge und mußten zuletzt ein de- und wehmüthiges Bekenntniß ablegen." Also fühlen Sie sich auch jetzt als Detektiv mir gegenüber? Nun, mein Bester, wenn Sie Lust zu neuer Blamage haben, denunziren Sie mich in Berlin, dann ist Ihr detektivliches Eewissen befriedigt." Aber nein doch, ich sagte Ihnen bereits, daß ich kein Staatsbeamter mehr bin; es liegt mir also nichts ferner, als Ihnen Unannehmlichkeiten zu bereiten. Uebrigens können Ihnen meine Zweifel höchst gleichgiltig sein; wenn Sie wirklich einen solchen Phönix von Bankier gefunden haben, so haben Sie eben das große Loos gewonnen, und man kann nur gratuliren. Da Sie nun einmal längere Zeit hier leben werden und wir von früher her bekannt sind, so möchte ich die Bitte an Sie richten. mir alles, was hier etwa Neues über den Espinger'schen Mord bekannt wird, gütigst sofort zu melden. Freilich könnte dies auch Franz Vern thun, und er hätie ein Interesse daran, es in erster Linie zu thun, allein Sie wissen, wie unbeholfen die Bauern sind, wie ungern sie Briefe schreiben. Sie aber haben einen hellen Kopf und sehen vielleicht Dinge, die für Andere unsichtbar sind. Unmöglich wäre es auch nicht, daß der Mörder einmal hierher zurückkehrt; eine Beschreibung seines Aeuß:ren habe ich Ihnen ja gegeben " Oho. Sie muthen mir zuviel zu. Mein Beruf, meine Beschäftigung erlaubt es in der That nicht. Ihnen in der angedeuteten Richtung ein festes Versprechen zu geben. Sollte mir freilich etwas bekannt werden, so bin ich gern bereit, Ihnen zu schreiben; Sie können mir für diesen Fall Ihre Adresse notiren. Mir will e$ ind?ü lyemen, viiB oer vjcdxo ipinger oei Ihnen ansängt, zur fixen Idee zu werden. Hüten Sie sich vor so einseitiger Thätigkeit, sie hat schon so manchen in's Irrenhaus geführt." Werde mich schon hüten. Hier meine Adresse. Könnten Sie mir Ihren Bankier nicht nennen? Ich hätte große Lust, meine Ersparnis e bei ihm anzulegen." Noch größere Lust vielleicht, ihn mir abspenstig zu machen! Da dies jedoch nicht möglich ist, so habe ich auch keinen Grund, den Namen zu verschweigen, zudem meine finanzielle Verbindung mit dem Bankhaus H. Ganzer kein Geheimniß ist. Man hätte es Ihnen auf der Post auch sagen können." Ganzer? Sie sagten doch Ganzer?" Ja. was ist daran Wunderbares!" Wie lautet der volle Vorname?"
Herrich. so viel ich weiß" Jung. vornehm, einnehmend, schwarzes Haar, hellblaue Augen?" Jawohl." So ist er's! Sie wollte es nicht zugeben. Leben Sie wohl, lassen Sie es sich gut gehen!" Wohin denn so schnell?" Adieu, ich muß geben, daß ich den Abcndzug noch erreiche" Verwundert sah Birling seinen Gast davoneilen. Was war's mit Herrich? Ganzer munte sofort aewarnt werden. (Fortsetzung folgt.)
Uing und Myrtenkranz. BeöeutungSvolle Symbole der ewigen Verbin -dung und bräullichen GlüSeS. Schon im Alterthume trugen Manncr von Rang und Macht einen goldenen Ring, der gewöhnlich auch Siegelring war. Der Ring ist ein altes und vielgebrauchtes, bedeutungsvolles Symbol. Er galt als das Wahrzeichen der ewigen Verbindung, sofern die Kreisform, die keinen Anfang und kein Ende zeigt, die Ewigkeit, der Ring als Glicd an der Kette aber die feste Verbindung bedeutet. Daher ist ein uraltes Zeichen des Verlöbnisses der Ring, den Braut und Bräutigam gegenseitig austauschen. Der Ehering wird am vierten Finger getragen; man führte früher als Grund an, weil vom Ringfinger a'.'.s eine Ader unmittelbar zum Herzcn laufe, worin angedeutet sei. daß der Bräutigam eine starke Liebe zu jeher Braut haben solle. Es pflegten früher wohl scheidende Freunde einen Ring zu theilen; jeder behielt die Hälfte als Andenken. Der Ring, welchen die Bischöfe tragen und in dem sich heilige Reliquien ccfinden, ist ein Zeichen ihrer Vermählung mit der Kirche und bedeutet auch das Siege! des Glaubens. Der weihende Bischof spricht deshalb die Worte: Empfange 'den Ring, das Siegel des Glaubens, und bewahre die Braut Gottes, das ist Deine Kirch?. makellos im reinen Glauben." Gleich dem Trauringe der Laien wird der bischöfliche Ring am vierten Finger getragen, aber zum Unterschiede vom weltlichen Trauringe an der rechten Hand. Die Bischöfe tragen den Ring nachweisbar seit dem 6. Jahrhunderte. die Aebte seit dem 12. Jahrhunderte. Reich und schön ist die Symbolik des Myrtenkranzes. Im alten Rom sianden vor den Tempeln Myrtenbäume; A!yrtenzweige dienten als Zeichen de? Aussöhnung zwischen Römern und Sabinern. Ten Jsraeliten dienten die Zweige des dichtbelaubten Baumes bei der Feier des Laubhüttenfestes. Der Fest- und reudenstrauß nämlich, mit welchem sie am ersten Tage der Laub-Hütten-Wcche den Tempel oder die Synagoge betraten, bestand nach der Ueberlieferung aus einer Orange, einem Palmblatte, einem Myrten- und einem Bachweidenzweige. Diese vier Gewächse wurden als Sinnbilder der Freude gewählt, weil sie immer grünend überall im Lande gefunden wurden. Die Bewohner eines Landes, in welchem sich Palme, Myrte und Weide, gleichsam als Vertreterinnen dreier Klimate, zusammenfanden, hatten Urfache, sich zu freuen, und Gewächse, d'.e sonst Hunderte von Meilen auseinander liegen, dankbar in einen Freud:nkränz zu winden. Ein he'.liger Baum" war die Myrte den Hebräern nicht; aber ihre symbolische und naturgeschichtliche Bedeutung tritt doch unvcrkennbar hervor, wo sie genannt wird; sie galt als ein lautsprechendes Zeugniß des reichsten Natursegens. In der heiligen Schrift ist die Myrte ein oft gewähltes Bild, ::m die Herrlichkeit des gelobten Landes zu beschreiben iinb zu preisen. Der Gebrauch des Myrtenkranzes bei Vermählungen bestand schon in oller Zeit und hat sich bis auf die Ge genwart erhalten. Bei den alten Nömern trug die Braut unier dem Schleier einen Kranz von Blumen, die sie selbst gepflückt hatte. Diese Krönung der Braut wurde in der christlichen Zeit beibehalten. Die Myrte wurde mit Vorliebe gewählt; denn in ihrem immergrünen Schmucke ist sie ein liebliches Bild dauernder Freude; die Myite gehört zu den langlebenden Bäumen, deren Alter nach Jahrhunderten gezählt wurde. Der Kranz ist das Ehrenzeichen der Braut, die Krone der Jungfräulichkeit. Kronen sind c3 Zeichen der Tugenden, Brautkronen, jungfräuliche Kränze das Zeichen der Unschuld. Die Seligen des Himmels, die zum Hochzeitsmahle des Lammes zugelassen werden, empfangen Kronen. Kränze und Kronen sind deshalb auch Abzeichen der Heiligen auf Kirchcnbitdern. Nach der erklärten Symbolik ist trr Myrtenkranz wegen seiner Form ein Hinweis auf den ewigen Bund l r Treue; wegen seiner Blüthen ist er ' . freundliches Bild froher Hoffnung und dauernden Glückes. Im Königreich Sachsen gab es nach der Einschätzung für 1902 562 Personen mit einem Einkommen von über 100.000 Mark. Hierunter befanden sich jedoch 159 juristische Personen, so daß nur 403 physische Perj'onen mit einem so hohen Einkommen u verzeichnen waren. Der Entdecker des Diphtherieserums. Geheimrath Professor Emil v. Bchring, hat die Villa des verstorbenen Kanonenkönigs" Krupp auf Capri angekauft und verwandelt sie in eine Anstalt für Serumtherapie.
Keuer - Signale.
i Pennsdlv und Startet i English'S Opern- Haut 6 East und N-w Fork 7 Noble und Michigan 3 N. Jersey u. SJtofi 2ü 9 Pine und North 0 Mavket und s ine il Vermont nahe Saft '2 N. 8 Epritzenhau Mass. Ave nahe Not l, S Detware und Walnut 4 JL Jersey 11 Ecnkral 2L 6 Mass und Corncl Av! Ash u:b 11. Strebe 7 Park 3tot und 12 Srr .0 Columbia ndHillfid 5 Highland Ave u. PraU 11 Illinois und Et. Jo ö3 Pennshlv. und PraU t Meridian und 11. Etr '.5 No.5Sprizenhaui5. nahe Illinois J6 EenateAveu.StClan' ?? JllmoiS und Mchigan Pesylvania und 14. : Senate Ave. und 13. I No. 1 Cpritznhau5 In Ave naheMichiga 12 Meridian und Walnut i4 California u Vermont 6 Vlake und New Iork Ind. Lv. u. St fflair r, ittj Hospital :8 Jlake und Norty i Nichizan und LZne 1 No. Cpritzenhau Washington nah West i Esendorf u Wash. 3 Missouri u New Dort 6 Meridian u Wash 6 JllmoiZ llnd Ohio 17 Eavitol sr. u Wash 1 mga' Porkhau 9 Ctraßenbahn Ställe W. Washington E ZI No. 10 Svritjenhau JllinoiS erritt S Jllinin u !tnnftt 53 Welt und Coukh 54 West und WcEarty S Eenate Ave. u Henry 67 Meridian und Ray No. 4 Spritzenhaus LZadison Av. u Mor.-i 6 Vadion Lv. u Dunlop 81 No Haken Leiterhau? South nahe Delawar I Penn, u MerriU Delaware u. McTaru 4 aft und carty New Jersey .VerrM 7 Lirg. Av. Lradsha S Sast und Prospekt 9 Bicking und High 71 No. II Epritzenhauk Sir Ave. nahe uro 75 Saft und Georgi 73 keda und Elm 74 Davidson u Seorgi l Snglish Av. u Pme 76 Shelby und Bäte 7? No. 5 Cprienhau Prospect nahe Ehelb, "i Fletcher Av. u Cbelby Sl Market u. New Jersey 62 Telaware und Wash. SZ East u Washington S4 New Aorku.Davidsor 85 Taubstummen Anstalt 96 er. Staaten Arsenal S7 Oriental und Wasb. g Frauen-Reformat. 1 No. 13 Spritzenhaus Maryland nahe Mer. 42 Meridian u. Scorqia. 93 Meridian und South 4 Pennfyk u. Lonisiana 95 irgini Ave u. Zllab. 96 HarHtquartier. 97 Grand Hotel. 93 Capital Ave und Ctjfe 23 No. 16 Spritzenhaus 16. und Ash. 124 Alabama und 1. i2& Eentral Ave und lt.. i?6 Dandes und 15. ;27 Brookside und Jupiter 123 Centra! Ave und 17. 129 Delaware und 19. 131 Alabama und 11. 138 Bellefontaine und 134 College Ave und 29. 135 Delaware und 13. 136 Alabama und North 137 Newmann und 19. 138 College Av und 14. 139 Corncll Ave und 13. 141 DandeS unli 19. 142 Highlsnd Ave und IS. 143 Tecu.aseh und 10. 145 New Jersey nd 22. 146 Alvord und 17. 147 No. 2 Spritzenhaus Hilsid Ave und 15. .43 College Ave und 2. 149 College Ave und 7. 152 Park Ave und 2. 15 L E u. W Bahn u. 22. 154 Ramsey Are und 10. 156 Stoughton u Newmcn 157 Atlas und Pike. 153 Bloyd und Pawpaw. lös No. 21 Eprinchaus Brightwood l Arden und Depot 168 Brightwood und S5. (64 Rural und Bloyd 165 Ct. Clair u. cystone 167 Arsmal Lve un 2Z. 163 Bellesontame und 28. 169 Park Ave und 1 212 Capital Ave rnd 17. 213 Pennsvlv. .MchiaaA 214 JllinoU und 20. 215 Senate Ave und 21. kl 6 Pennsvlvania und 21 217 Meridian und 16. 21 Capital Ave und 26, il Broartoay und 10. 231 IilinoiS und S.ci'ea. 234 No. 14 Spritzenhaus Kenwood und 30. tZ5 JUinoiS und 33. 36 Tnnena und SC 237 No. 9. Cpri,n,hiu Udell und Wac-a 38 lldeil Ladder sfficrtt 239 Jfabcl und 7. 41 Meridian und 24. 242 Jllinol u SCUre 243 Eldridge und 23. 312 West uud Walnut 313 West und 12. 814 Howard und 16. 315 Torbet und Paca 816 Capital Lve und 1 317 Northwestern Ave I. IS Gent und 13. 819 Canil und 10. 824 Cerealine WorkS 824 vernlont und Lynn 825 Bismarcku Grandvten, 26 No. 2 Er,tzcnhauS Haughville. 827 Michizan u. HolmeS, 823 Michizan u. Concord 41 West und McJntv 412 Missouri u. Marvland 413 Missouri und hio 415 Capital Kt itorjia 416 Missouri u Äentutf!?.. 417 Senate Ave u. Wash. 421 P und E Rundkaut W. Washmgtcn. 2 Jrren-Hvsvital. 424 Miley Ave U.JD usl 25 Wash nd Harri 126 No. 18 Svrizenhmch 23. Washington 427 Oliver und Birch 428 Oliver und OSgood 429 Nordvke und Fort 4Z1 Hadlcy Ave u. Morrtl 432 River Av u. MorriZ 54 River Ave und Ratz 435 Harding u. Big 4 R ? 436 Harding und Oliv 437 No. 1 EpritzenhaZ Morris und Hardina, 4M ftMC tffE3&S 4 etodyaeM 51 Reisn nd SftUf 52 Howard und Set 45 Rom und Moppt 56 Lambert und Bctcrä 457 Nordhk Zlv m. fccas nion Works 513 West und Ra? 61 K rn tucky Xv u. VlarrtC 514 Meridian und Mvrrtzt bis Illinois nd ankas 517 Morris und Dakota 518 Morris und Churcy 519 Capital A. u McCar 521 Meridian und Palr 23 Pine un!, Lord 24 Madisor.Aveu LwcoiK $26 Meridian und BeU R 627 Carlos und Rah 628 Meridian und Snimtt 529 Meridian. Kay'ond 631 Meridian u. TO.Cau ' 632 No. 17 Sxritzcnh-u? Morris nahe West 1 McKeraa.and Douh. 61 East u. 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Hizhla 816 Market u Arsenal 817 Ost 6 Clair und Union Bahn Geleise. . t21 hian Handle Shops 823 Vermont und Walcou 824 Wash. und State 2. 826 Madden's kounge 826 TuStt und Dorsev S27 Wash. und Bevile Ad 829 No. 12 Spritzenhaus veville nah Michig 831 Southeaster Av und Woodsid. 83 Wash. und Dearbor, 834 Loutheaftern nd Arsen! vei, 836 New Vor! nd XtzQU 912 Illinois und Maryl. i Illinois nd artet. 91 Penn, nd ta 915 Delaware nnd ' Spezial-Siznale. krsten Schlage, zweiter Alarm, Zweiten Schläge, dritter Alarm, Dritten 2 Schläge, vierter Alarm. l-2-l, Feuer aus und Schlauch ausgeroltl. Schlag, Wasserdruck ab. 12 Schläge,!, Uhr Mittags. 9 Die Zo bezeichneten Signal werden nur ton Thurm wacht angegeben da an den detressende Strafica kreuzunge, Kwe AlarmVe? anaebracht find. lüK.iO2SO und der große Nordweften die mm )) teE2S5ifrsu Ca (k latta SawaU VdUU,tiie Insel. Vier tägliche Schnellzüge nach Chicago. Bon der Mono 7. Etr. Station. 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