Indiana Tribüne, Volume 27, Number 95, Indianapolis, Marion County, 11 December 1903 — Page 6
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Europäische Nachrichten. Wayern. yMünchen. Auf dem Wege von der Wirthschaft zur Michaelsburg nach Berg am Laim erschoß sich ein ungefähr 23 Jahre alter Mann; er soll Franz Gallinger heißen. Er hatte zuvor in der genannten Wirthschaft mit mehreren Gewerbsgehilfen gezecht und sich mit ihnen auf den Heimweg begeden. Plötzlich trat er einige Schritte beiseite in einen Acker und erschoß sich.
Das Motiv ist unbekannt. Dem Stabshoboisten Neudel des bayerischen 20. Infanterie Regiments wurde die Verdienstmedaille des württembergischen Friedrichsordens verliehen. Arnstorf. Der Centrumsabgeordnete Dr. Hauber beging im Kreise seiner Familie die silberne Hochzeit. B a d A i b l i n g. In seltener Rüstigkeit feierte im engsten Familienkreise Dr. A. Gfchwändler, der hier als praktischer und Badearzt seit 33 Iahren in unermüdlicher Thätigkeit wirkt, den 70. Geburtstag. Er hat sich besonders während des 70er Feldzuges große Verdienste erworben. E r kh ei m. Dem praktischen Arzt Dr. Clos von hier ging bei Holzgünz sein Pferd durch. Der Wagen wurde an einen Baum geschleudert und zertrümmert. Der Arzt erlitt schwere Verletzungen. Ein in Westerheim einquartierte: Oberstabsarzt leistete dem Verunglückten die erste Hilfe. Großloitzenried. Der 75 Jahre alte Austragsbauer Kramer, welcher hier allein ein einzelnes Häuschen bewohnte, wurde in seiner Wohnung erschlagen und ausgeraubt. Die Ermordung geschah mittels eines Holzbeiles. Der verheiratete Schneider Karl Klingseisen von Lam wurde als des Raubmordes dringend verdächtig von der Gendarmerie in Regen verhaftet. Heilinghausen. Der seit kurzer' Zeit abgängige fünfjährige Knabe Niebler von hier wurde im Walde entkleidet und ermordet aufgefunden. Als muthmaßlicher Thäter wurde ein erst kürzlich aus dem ZuchtHause entlassener Mann verhaftet und in Regenstauf eingeliefert. M e r ch i n g. Die großen Oekonomiegebäude des Bauers Drexl zum Sedlbauer brannten vollständig nieder. Nannhofen. Bei der hiesigen Bahnllberfahrt wurde der pensionirte herrschaftliche Förster Albert Schweiger von hier überfahren und gräßlich verstümmelt. Der Tod trat sofort ein. Schweiger war infolge von Gehirnerweichung schwachsinnig. Reichenhall (Bad). Im Oekonomiegebäude des Marchlbauern Karl Huber in Wals brach Feuer aus, das nicht nur dieses Gebäude, sondern auch das Wohngebäude sowie das ganze Besitzthum seines Nachbars, des Millimaierbauern Joseph Berger, in kurzer Zeit vollständig einäscherte. T u tz i n g. Beim Baden im Starnbergersee ertrank der hier stationirte Eisenbahn - Aspirant Martin Maier. Ein Herzschlag ereilte den 23jährigen jungen Mann, nachdem er aus der Badehütte hinausgeschwommen war. Würzburg. Friedhof - Aufseher Franz Keh. der Hauptbeschuldigte in der Aufsehen erregenden Leichenschändungsaffaire, wurde in seiner Zelle 'im hiesigen Untersuchungs - Gefängniß erhängt aufgesunden. Key stand unter der Anklage, Gräber geöffnet und die darin enthaltenen Zinnsärge an einen hiesigen Altwaarenhändler verkauft zu haben. Würtlcmbcrg. Stuttgart. Aus Anlaß der Einweihung des Olga - Wera - Baues der Heil- und Pflegeanstalt für Schwachsinnige in Marienberg wurde dem Dekan Ströle in Reutlingen und dem Fabrikanten E. Laiblin in Pfullingen je die Karl - Olga - Medaille in Silber, sowie dem Obersteuerbeamten Müller in Böhringen, Kameralamts Urach. anläßlich des Rücktritts von seinem Amte die silberne Verdienstmedaille verliehen. F e l l d o r f. Schultheiß Hetze! hier hat krankheitshalber sein Amt niedergelegt. Hetze! stand im 86. Lebensjahre und verwaltet das Amt des Ortsvorstehers und .Rathsschreibers der hiesigen Gemeinde'feit 49 Jahren. F r i e d r i ch s h a f e n. Bei der Einfahrt des Ulmer Zuges verunglückte der Lokomotivheizer Büchele von hier tödtlich. Büchele wollte an der Maschine etwas nachsehen, neigte sich aber zu weit heraus und stieß mit dem Kopf an einen Signalmast. Mit zerschmettertem Schädel wurde er von der Lokomotive geschleudert. Den schweren Verletzungen ist er bald darauf erlegen. Gammelshausen. Der Bauernsohn Schräg beging Selbstmord aus eigenartiger Veranlassung. Schräg beabsichtigte ein junges Mäd qen seines vms zu yetratyen. &tmt Mutter und Schwester waren gegen diesen Plan; es kam deshalb zu häufigen Auseinandersetzungen. Im Verlauf einer solcher warf Schräg seiner Schwester eine Säge nach, wobei das Mädchrn am Arm verletzt wurde. Es mußte ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.' Als Schräg sah, was er angerichtet, ging er hin und erhängte sich. t "gaben. Karlsruhe. General der Ar-
tillerie Ernst v. Hoffbauer, bis 1899 Jnspector der Feldartillerie, feierte hier sein 50jähriges Dienstjubiläum. Am 2. April 1836 zu Warburg im Mindenschen geboren, hat er 1853 als Kanonier beim 8. Artillerie - Regiment seine Laufbabn beaonnen und es bis 1896 zum General der Artillerie gebracht. Degerfelden. Das 3 Jahre alte Söhnchen des Bahnarbeiters Friedrich Schwemberger fiel in einem unbewachten Augenblick in einen Kübel kochenden Wassers. Es hat sich derart verbrüht, daß es unter gräßlichen Schmerzen gestorben ist. Et ten heim. In dem benachKarten Ettenheimmünster wurde der 20 Jahre alte August Büchle von dort auf dem Heimwege vom Steinbruche im Walde nach vorausgegangener Neckerei von dem verheiratheten Jtaliener Joseph Zenta in den Leib geschössen. Der Thäter wurde verhaftet und in's hiesige Amtsgefängniß eingeliefert. Der Verletzte kam in das hiesige Spital. Freiburg i. Vr. Medicinalrath Wuerth, der älteste praktizirende Arzt Deutschlands, ist im Alter von 93 Jahren gestorben. Heidelberg. Der ledige, 22 Jahre alte Presser Baumann von Ladenburg gerieth in einer Friedrichsfelder Fabrik so unglücklich mit dem linken Bein in die Kammräder einer Presse, daß ihm dasselbe unterhalb des Knies förmlich zermalmt wurde. Er wurde in das hiesige Akademische Krankenhaus transportirt. Kehl. Zahlmeister A. Ariß vom Badischen Pionier - Bataillon No. 14 feierte sein 25jähriges Militärdienstebiläum. Mannheim. In Käferthal verunglllckte der ledige Fabrikarbeiter Anton Heckmann im Elektricitätswerk von Brown, Boveri & Cö. dadurch, daß ihn ein ca. 17 Centner schwerer Eisentheil traf und ihm das rechte Bein unterhalb des Knies abschlug. Der Verunglückte wurde in das hiesige Allgemeine Krankenhaus überführt, wo ihm das Bein abgenommen werden mußte. Im Friedhofspark erschoß sich der 66 Jahre alte Tabaksagent Florian Franke. Als Motiv sieht man finanzielles Mißgeschick an. Franke war ein geborener Berliner und gehörte früher der Bühne an. 'NtzeinpfcTkz. ' Dürkheim. Bei Weißenthal stürzte dir Weinhändler Johann Freudcnoerger aus Alzey in Hessen gebürtig. hier ansässig und vcrheirathet, aus dem Schnellzug auf ein'.n festen hervoistehenden Gegenstand. Dabei wurde ihm der Brustkorb eingedrückt, Lunge und Herz tödtlich verletzt und das Rückocat gebrochen. Nach dem Gutachten des Bezirksarztes zu Neustadt a. H. muß der Tod sofort eingetreten sein. Carlsberg. Adjunkt Wilhelm Kollmannsperger von hier begleitete seine Frau nach Grllnstadt, von wo sich Letztere mit ihrer Tochter nach Speyer begab, um dieselbe in eine dortige Lehranstalt zu verbringen, während Kollmannsperger nach Hettenleidelheim fuhr, von wo er den Heimweg zu Fuß über Wattenheim antrat. Auf dem an dem Weiher sich hinziehenden schmalen Pfade glitt Kollmannsperger aus und stürzte in den Weih:rin welchem er einen unerwartet frühen Tod fand. Ersk)-Lc'tlrin?n. Straßburg. Hier starb Professor Dr. Bienemann, Lehrer für ofteuropäische Geschichte an der Universität Freiburg infolge des Genusses giftiger Pilze. Der frühere Mülhauser Reichstagsabgeordnete Lalance hat sein Schloß in Pfastatt zu einemSanatorium fürLungenkranke bestimmt und gleichzeitig zur entsprechenden Herrichtung und Verwaltung 400,000 Mark gestiftet. Hochfelden. Aufseher Georg Grasser erhielt das Allgemeine Ehrenzeichen. K i r ch b e r g. Dem Hilfspfarrer Dietrich wurde der Rothe Adlerorden 4. Klasse verliehen. Metz. Während seines Dienstes als Wachthabender in der Belle-Jsle-Kaserne hat sich der Sergeant Häuse vom 1. lothringischen Pionier-Batail-lon No. 16 durch einen Schuß in die Brust selbst getödtet. Auf der Mosel bei dem Metzer Vorort St. Julien kenterte ein Kahn mit drei Fischern, als dies: den Versuch machten, einen schweren Stein, womit das Boot festgemacht worden war, zu heben. Während es einem der Insassen gelang, sich ans Ufer zu retten, sind die beiden andern, der Fischer Lambinet aus Vallieres bei Metz mit seinem zehnjährigen Sohne ertrunken. Wittenheim beiMühlhaus e n. Großfeuer suchte die hiesige Gemeide schwer heim. Im Anwesen Gutknecht entstand dadurch Feuer, daß Funken der Dampfdreschmaschine entflogen und die Scheune in Brand setzten. In ganz kurzer Zeit standen 7 große Bauernhöfe in Flammen und wurden sammt Futter- und Getreidevorräthen gänzlich eingeäschert. Kurz darauf entstand wiederum Feuer, welchem die Gastwirthschaft Bächer zum Opfer fiel. Bei den Löscharbeiten fiel ein Feuerwehrmann herab und zog sich schwere innere Verletzungen zu. Im ganzen sind 25 Gebäude abge-örannt.
Man hat den Boulevard gestohlen.
Man schreibt aus Paris: Der Präsident der französischen Akademie, Vicomte de Vogüre, hat soeben einen neuen Roman Le Maitre de la Mer" veröffentlichte. In einem On a vol le Boulevard!" überschriebenen Kovitel schilderr der Akademiker, der seinem politischen Bekenntniß nach stark zu den Nationalisten neigt, wie fremdländisches Wesen die Eigenart der Pariser Boulevards zu verdrängen droht: Betrachten Sie einmal die Häuser von oben bis unten und nennen Sie mir die französischen Firmenschilder. Ich will es übernehmen, die fremdländischen aufzuzählen. . . Aber bemühen Sie sich nicht. Ich habe an Ihrer Stelle diese Statistik verfaßt. Sie werden für Ihre Rechnung etwa 140 französische Namen anführen können; dagegen kann ich auf mehr als 80 fremdländische Firmenschilder binweisen, fremdländisch sei es dem Namen, sei es der Nationalität nach, und auf diese Ziffer entfallen mehr als 50 angelsächsische Firmen. Aber mit dem Zählen ist nicht genug gethan: messen Sie auch. Vergleichen Sie die Größe, den Glanz, den Luxus der fremdländischen Magazine: sie stellen ihre Nachbarn in den Schatten, ihre Schaufenster sind größer als drei oder vier unserer 'einheimischen Läden zusammengenommen. Wer entzündet auf dem Boulevard diese Flammenmeere die von den falschen Diamanten widergespiegelten Lichter, die elektrischen Scheinwerfer, aus denen die Ankündigungen der transatlantischen Gesellschaften aufblitzen?. . . In diesen Lichtern, die an den Mauern flackern, überall die Reklamen der Agenturen, der Versicherungen, der Schifffahrtsgesellschgften und BankHäuser von London oder New Jork. Ueberall die Filialen ihrer Zeitungen: sie erdrücken die unseren, und wenn diese nicht langweilig sind wie einProvinzblatt, wenn sie zufällig von einigen Aeußerungen des Weltlebens Notiz nehmen, dann nur, wenn diese Nachrichten ihnen durch die Vermittlung der englischen oder amerikanischen Zeitungen zugegangen sind. Ueberall die Sprache der Eroberer. Selbst in den französischen Geschäften machen sich die englischen Bezeichnungen und Reklamen breit. Schneider, Barbiere, Goldschmiede und Apotheker verengländern ihre Gewerbe und rhre Anündiqungen. Die Bars" und die Drinks" treten an die Stelle der Cafes. Mein Freund, Sie werden bald ein Taschenwörterbuch nöthig habcn, um einen Bummel auf den Boulevards zu machen Trotz mancher Uebertreibungen, zu denenHerr v. Vogüre durch den Nationalisten verleitet wird, der in ihm steckt, ist viel Wahres in dieser Darstellung. Es läßt sich nicht leugnen, daß af geschäftlichem, politischem und journalistischem Gebiete die conservativen Franzosen sich vielfach von den unternehmungslustigeren Ausländern überflügeln lassen. Was würde der patriotische Präsident der Acadömie Fran?aise" sagen, wenn er wüßte, daß sogar in ein Gebiet, aus dem die Franzosen auch heute noch die Weltherrschaft ausüben, die Mode, der Feind eingedrungen ist: fall alle tonangebenden Pariser Damenschneider haben Wiener", das heißt böhmische Zuschneider! Auf sprachlichem Gebiete kann aber von einem Zurllckweichen des französischen Einflusses keine Rede sein. Hat Herr v. Vogüre niemals das Programm eines deutschen" Variete, eine deutsche" Speisekarte in den Händen gehabt? Er. der sich darüber entsetzt, wenn er auf den Pariser Boulevards eine Bar" antreffen muß. würde vielleicht getröstet, wenn er auf einem Boulevard in Haidhausen über einem gut deutschen Metzgerladen das Wort Charkuterie" lesen könnte! Vierzia u n t e r s e e i ! cd e Minen mit einer Ladung von zusam-. men zööö Psv. Schießbaumwolle wurden kürzlich in derStokes-Bai zwischen Portsmouth und der Insel Wight zu gleicher Zeit zum Auffliegen gebracht. Die englischen Marinebehörden hatten die Versuche angeordnet, um einen neuen Verthcidigungsplan für den Schutz des Hafens von Portsmouth oder einer dort vor Anker liegenden Flotte praktisch zu erproben. Die unterirdischen Minen sollen die Einfahrt in die Bai von Portsmouth umschließen und so einen Gürtel vor den zu schützenden Schiffen und dem Hafen bilden. Sie waren in zwei Reihen von je 20 gelegt worden und untereinander elektrisch verbunden. An jeder Mine war eine Boje befestigt, die einige Fuß unter dem Wasserspiegel schwamm; ihre Berührung durch ein darüber hinfahrendes Schiff bätte die Mine zum Auffliegen gebracht. Im Kriegsfalle würde die Ladung der Minen, die bei diesem Versuch je 60 Pfund Schießbaumwolle enthielten, zehnmal so stark sein. Als alle 40 Minen zu gleicher Zeit aufflogen, stiegen ungeheure Wassermassen in die Luft empor, und auf Meilen im Umkreise wurden starke Erdstöße verspürt. Die Einwohner von Portsmouth, Gosport und Ryde glaubten, das Land sei von einem Erdbeben heimgesucht. Nahe bei der Ortschaft Stokesbai waren die Erdstöße so gefährlich, daß mehrere Häuser schwer erschüttert wurden, und es trat allgemeines Entsetze ein, das sich erst legte, als man di Ursache dieser ungewöhnlichen Erscheinungen ersuhr.
Deutschlands höchster Uichtcr.
Sie Ernennung 2t. GutbrodA zum Prisi, teilten dS deutschen ReichSgerichtS. Zum zweiten Male seit der 1879 erfolgten Errichtung des Reichsgerichts ist Teutschlands höchster Richterposten, das Präsidium des Reichsgerichts, jüngsthin neu besetzt worden. Zum Nachfolger des wegen hohen Alters in den Ruhestand getretenen Reichsge richtspräsidenten Dr. v. Oehlschläger, der 1891 als oberster deutscher Richter den Posten Dr. Simsons eingenommen hatte, ernannte der Kaiser in Uebereinstimmung mit dem Bundesrath den Direktor des Reichsjustizamtes, Wirklichen Geheimen Rath Dr. Gutbrod. Geboren 1844 in Stuttgart, besucht Gutbrod das Gymnasium seiner Vaterstadt und dann die Universitäten Heidelberg. Leipzig und Tübingen. Nachdem er 1867 und 1863 die beiden Prüfungen für den höheren Justiz dienst abgelegt hatte, wurde er im letztgenannten Jahre Hilfsrtchter bei dem damaligen Oberamtsgericht in Heiloronn und 1869 Justtzassessor beim Oberamtsgericht in Göppingen. Im Jahre 1870 kam Gutörod in gleicher Eigenschaft nach Stuttgart, 1875 wurde er Hilfsrichter am dortigen Wirklicher Geheimer Nath Dr. Gntbrod. Kreisgericht und 1876 Kreisrichter. Schon im nächsten Jahre erfolgte seine Berufung als ständiger Hilfsarbeiter in das Reichsjustizamt in Berlin, dem er seitdem ununterbrochen angehört und dem er seit 1892 als Direktor vorgestanden hat. Bon 1883 bis 1891 war Gutbrod Mitglied des deutschen Patentamtes, 1897 wurde er für Preußen zum stellvertretenden Bevollmächtigten beim Bundesrathc ernannt. Im Reichsjustizamt hat sich Gutbrod durch seine rege Mitarbeit an den großen Gesetzesvorlagen des letzten Jahrzehntes bedeutende Verdienste erworben. Herrn Payncs Mctamorphosc. Eharakteristika und Thätigkeit eineS alte Repräsentanten. Zu den neuen Gesichtern des Repräsentantenhauses in der BundesHauptstadt, an die sich zu gewöhnen die verflossene Extrasession Gelegenheit bot, zählt ein altes Mitglied, Sereno E. Payne von New Jork, der Führer der republikanischen Majorität des Hauses und Vorsitzender des Komites für Mittel und Wege dortselbst. Herr Payne hat sich nämlich seines früheren stattlichen Vollbartes entäußert, und nur ein langer geschweifter Schnurrbart schmückt jetzt sein Antlitz. Payne ist ein Veteran des Hauses; er hat in demselben bereits 13 Jahre gedient, und keinem anderen Mitgliede der hohen legislativen Körperschaft ist fo häufig die Ehre widerfahren, zum Sprecher pro tcm. oder Vorsitzenden des committee of the whole erkoren zu werden, als Herrn Payne. Sereno E. Payne, der 1843 in Hamilton, N. F., geboren und nach Absolvirung der Rochester-Universität 1866 zur Anwaltspraxis zugelassen wurde, ist ein Expert in Tarifangelegenheiten. Er war eines der Kongreßmitglieder, die das Tarifgesetz vom Jahre 1890 entwarfen, und hat V?Vs cgrricr itos -'nn7tns vdsn Sereno E. Payne. während seiner Dienstzeit im Repr'äsentantenhause stets lebhaften Antheil an de? Erledigung von Tariffragen genommen. Herr Payne ist von, Statur groß und breitschulterig, und er versteht es, mit seiner stattlichen Gestalt Eindruck zu erwecken. Charakteristisch für ihn ist, a'ßer seinem jetzigen schönen Schnauzbart, sein aggressives Lächeln, das ihn nie verläßt.
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Die Bcwkgungcn der Hand. Ueberrascheude Feststellnngen mit Hilfe eines sinnreich konstrulrten A?parats. Es gibt bekanntlich viele nervösk Menschen, die nicht im Stande sind, ihre Hände stillzuhalten, selbst wenn sik nicht erregt sind. Die Wissenschaft hat aber neuerdings entdeckt, daß überhaupt kein Mensch im Stande ist, seine Hand unbeweglich stillzuhalten, und daß selbst die Hand, die man auf den Tisch legt und nach eigener Meinung durch Druck unbeweglich festhält, doch in eigenthümlicher Weise zittert und zuckt. Die Wissenschaft behauptet sogar, die Hand richte sich mit unwillkürlichen Bewegungen nach den Gedanken ies Menschen, und so wie bei allen Vertretern des Katzengeschlechts die zuckende und sich bewegende Schwanzspitze die Gedanken des Thieres gewissermaßen verräth, so folgt auch die menschliche Hand den Gedanken. Um dies zu beweisen, hat man neuerdings einen sehr einfachen und doch zu, verlässigen Apparat konstruirt. Dieser besteht in einem kleinen dreirädrigen Wagen, das heißt einer Plattform, groß genug, um eine menschliche Hand darauf zu legen, und aus drei kleinen Rollen, die sich bei dem geringsten Druck bewegen und sowohl vorwärts, als rückwärts,' nach rechts und nach links ausweichen können. Der ganze Apparat steht mit einem automatischen Schreibwerk in Verbindung, welches die leiseste Bewegung des kleinen Wagcns in Form einer Wellen- ode: Zackenlinie aufzeichnet. Selbst wenn nun die Person, mit der man den Versuch macht, die Hand auf dem kleinen Wagen nach ihrer Meinung noch so still hält, verzeichnet doch das Schreibwerk Wellenlinien mit mehr oder minder großen Erhebungen und Thälern. Ganz auffallend groß aber werden die niedergeschriebenen Bewegungsunterschiede, wenn sich der Experimentirende mit der Versuchsperson unterhält. Man hat sogar durch die Experimente herausgefunden, daß jeder Mensch unwillkürlich mit seinen Händen die Vewegungen nachmacht, die ein anderer vor ihm Stehender ausübt, und wenn der Experimentirende nach rechts seinen Arm schnellen läßt oder nach rechts zeigt, macht unwillkürlich die Person, mit der der Versuch angestellt wird, mit ihrer eigenen Hand diese Bewegung nach, und auf dem Streifen des automatischen Schreibapparates erscheint ein gewaltiger Äusschlag nach derselben Richtung, nach welcher der Experimentirende gezeigt hat oder seinen Arm schnellen ließ. Der einfache und doch so Wirkungvolle Apparat erscheint dazu berufen, noch mehr und zwar sehr interessante Aufklärungen über die eigenthümlich; Vewegungsthätigkeit der menschlichen Hand zu geben. Ttauncnswertb? (Erfindung. Der Marinekonstrukteur Zopke berichtete letzthin vor der Deutschen Schiffsbautechnischen Gesellschaft in Berlin eingehend über den Gebrauch des Telephons zur See und zeigte dabei ein neues, mit Stentorstimme sprechendes Mikrophon, mit Hilse dessen ein Schiffskommandant im Stande. ist. sich gleichzeitig der Bedienungsmannschaft von sechs Geschützen verständlich zu machen. Dabei ist das Instrument für die leisesten Tonschwingungen empfänglich. Experimente wurden gemacht, um die Annäherung von Schisfen, die dem Blick nicht sichtbar sind, festzustellen, indem das Instrument unter Wasser gebracht wurde. Konstrukteur Zopke gab auch eine Demonstration mit neuen Fortifikationsinstrumenten, besonders einem Meldeapparat, welche: so laut klingt, wie eine Trompete. Adreßbuch als HeirathsVermittler. Eine originelle Einrichtung verzeichnet das unlängst für die Stadt Metz erschienene neue Adreßbuch. Es ist dies die Beifügung eines Sterns bei den Namen der Verheiratheten, wie daZ bei den Militärquartierlisten seit einigen Jahren schon der Fall ist. Durch dieses Verfahren kann dann jede liebende Maid feststellen, ob der Jüngling, für den sie sich intcressirt, noch zu haben ist. Ferner dürfte auch die Zunft der Adressenschreiber ihre Thätigkeit auf den Heirathsmarkt ausdehnen. D i e Zunahme des in den Ver. Staaten cirkulirenden Geldes betrug im letzten Fiskaljahre, auf jede Person in den Ver. Staaten berechnet, 89 Cents, die verhältnißmäßige Zunahme der Cirkulation von Gold erhob sich bis auf 42 Prozent und war höher als in irgend einem anderen Jahre. Bayerns Hopfenernte belief sich heuer auf 111,442 Doppelcentner. das ist um 24.461 Doppelcentner weniger als im Vorjahre. Die älteste deutsche Schule in Chile ist die in Osorno, die am 21. Januar 1354 eröffnet wurde. , - Im New Yorker Ghet. t o wohnen nach einer Statistik der Jewish Worfd etwa 600,000 Israelitin. Zum Athmen verbraucht ein Mensch binnen 24 Stunden durchschnittlich 11 Kubikvards Luft.
