Indiana Tribüne, Volume 27, Number 92, Indianapolis, Marion County, 8 December 1903 — Page 6
Jndiana Tribünc. S. Dezember 1903.
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Europäische Nachrichten Provinz Schlcszvlgorstein. A l t o n a. Der frühere Buchbinder bei den hiesigen Gerichten, der in der Schumacher Straße wohnende Heinrich Jacobsen, feierte nebst Frau, geb. Thessen, das Fest der goldenen Hochzeit. Der beim Telegraphenamt in der Nind Straße beschäftigte kl. Gärtnerstraße wohnhafte Ober - Telegraphen - Assistent Beese feierte sein 50jährioes Dienst Jubiläum. Ein eigenartiger Unfall ereignete sich in der Sieverts'schen Bleicherei in StellingenLangenfelde. Eine daselbst in Betrieb befindliche Plättmaschine ezplodirte plötzlich und durch die umherfliegenden Theile wurden die beiden im Zimmer befindlichen Töchter Sievert's sehr schwer verletzt. Die im Zimmer lagernde Wäsche, welche einen Werth von über 500 Mark hatte und mehrere Mobilien wurden von den Flammen ergriffen und vernichtet. Flensburg. Auf der hiesigen Schiffswerft fiel der Arbeiter Cordsen von einem Gerüst herunter und war sofort todt. Der Verunglückte hinterläßt eine Wittwe mit drei kleinen Kindern. Friedrichs st adt. Die 3jährige Tochter des Maschinisten Jürgen Kühl Hierselbst riß die brennende Petroleumlampe um. Das Petroleum ergoß sich über sie und bald stand das Kind in hellen Flammen, so daß es schwere Brandwunden erlitt, an welchen es starb. H u s b y. Durch Abstürzen vom Zwickgestell der hiesigen Mühle erlit der Mühlenzimmerer Paetsch aus Nuruplund einen Schädelbruch und starb bald darauf. I tz e h o e. Oberst Blauel, Commandeur des 9. Artillerie - Regiments Hierselbst, und Oberlandesgerichtsrath von der Decken in Kiel, früher hier, sind zu Commandeuren des Danebrogordens 2. Klasse, Pastor Lorenzen an der Michaeliskirche in Schleswig, bis vor kurzem ebenfalls hier, zum Ritter des Danebrogordens ernannt worden. Kiel. Dem Rektor Stolley wurde der Rothe Adlerorden 4. Klasse verliehen. Bierfahrer Burmeister von der Löwenbrauerei ertrank im Drachensee. Derselbe wurde, als er die Pferde in die Schwemme ritt, von dem einen Pferd in's Wasser gezogen. Burmeister hinterläßt außer seiner Wittwe drei Kinder. Lütjenburg. Hier wurde der im Alter von fast 84 Jahren zu Wilster verstorbene Förster Heinrich Nüser beerdigt, der ein halbes Jahrhundert als Förster im Dienste des Landgrafen von Hessen auf Gut-Panker stand und vielen Touristen auch als Wirth am Hessenstein bekannt geworden ist. Der Verstorbene war ein Kampfqenosse von 184849 und hat im 3. Jägercorps bei Jdstedt. Missunde etc. mitgefochten. Trennenwurth. Während eines heftigen Gewitters wurde das Wohnhaus des Besitzers Bötführ vom Blitzschlage eingeäschert. Provinz Schrcsien. V r e s l a u. Der zweite Bürgermeister der hiesigen Stadt, Karl Jaenicke, ist, 54 Jahre alt, plötzlich gestorben. V ö ck e y. Hier starb nach längerer Krankheit im 80. Lebensjahre d:r General der Kavallerie Z. D. Carl von Larisch aus dem Hause Kümmritz. Ein Mitkämpfer von 1870 71. wohnte von Larisch seit circa 10 Jahren hierselbst. Görlitz. Die Vankfirma Alex. Katz stiftete anläßlich ihres fünfzigjährigen Bestehens 50,000 Mark zur Errichtung einer kausmännischenFortbildungsschule. G l a tz. Kürzlich wurde hier die verwittwete Frau HauptmannGlietsch, geb. Deckert. begraben. Die Testamentseröffnung ergab, daß sie zur Universalerbin die hiesige Stadt eingesetzt hat. Das hinterlassene Bermögen beträgt gegen 42,000 Mark, doch dürfte wohl die Summe sich noch erhöhen, wenn der Besitzstand der Ver storbenen erst genauer bekannt geworden sein wird. Die Stadt ist verpflichtet, für das Geld eine Stiftung für alte bedürftige Frauen zu erricht ten. K o h l f o r t. Auf dem hiesigen Bahnhof verunglückte der Hilfsweichensteller Walter aus Rothwasser bei Ausübung seines Dienstes, indem er von einer Rangirmaschine erfaßt und ihm der rechte Fuß überfahren wurde. Bor zwei Jahren feierte Walter sein 40iähriges Dienstjubiläum. R e i ch e n b a ch. Im 100. Lebensjähre starb hier bei der ihr anverwandten Familie des Prokuristen Schiller die älteste Person von Stadt und Kreis Reichenbach. Frau verw.
Negierungshauptkassen - Oberbuchhalter Karoline Kortge. Der würdigen Matrone war bis nahe an ihr Lebensende besondere Geistesfrische beschieden. Schosdorf (Löwenberg). Das vierjährige Söhnchen des Inwohners Gustav Engmann wollte Birnen auflesen, als ein Sturm einen starken Ast vom Baume brach, von welchem das Kind tödtlich getroffen wurde. Die unglücklichen Eltern stehen in diesem Jahre schon zum zweitenmale an der Bahre geliebter Kinder. S e i ch a u. Inwohner und Maurer Clemenz von hier wurde vor einiger Zeit von einer wahrscheinlich giftigen Fliege in den Arm gestochen, wel-
cher bald darauf heftig anschwoll. Trotzdem sich Clemenz in ärztliche BeHandlung nach Goldberg begab, ist derselbe doch im dortigen KrankenHause infolge Blutvergiftung gestorben. Provinz Voscn. Posen. Dem geheimen Oberst-
justizrath Gisevius wurde der Stern zum Rothen Adlerorden 2. Klasse mit Eichenlaub, dem Polizeisekretär Rechnungsrath Lindner der Kronenorden 3. Klasse, dem Zollrendanten a. S. Seidel der Rothe Adlerorden 4. Klasse und dem pensionirten Steueraufseher Wilhelm Krüger das Kreuz des Allge meinen yrenzeieyens verlieyen. Maurermeister Julius Pfitzmann wurde aus Anlaß seines 50iähriaen Meisterjubiläums von der Innung Posencr Bauhütte zum Ehrenmitgliede ernannt. Alt-Pußczykowo. Aus qeringfllgiger Ursache hat der Arbeiter Staniszewski hier den Wirthssohn Nowak erschossen. Sie kamen zusammen aus der Schänke und als sie vor dem Hause des Staniszewski anlangten, verlangte dieser noch emen Schnaps von Nowak. Als dieser erwiderte, der Pfropfen stecke zu fest in der Flasche, sagte Staniszewski: Warte, ich werde gleich den Pfropfenzieher holen," ging in's Haus und holte eine geladene Flinte, mit der er den Nowak niederstreckte. Drzonsgowo. Eine qroße Feuersbrunst wüthete in der hiesigen Gemeinde. Es brannten fünf Scheuneu, ein Pserdestall und eine Tenne des Dominiums vollständig ab. Ferner wurden durch das Feuer 600 Ctr. Kohlen und 300 Ctr. Leinkuchen vermchtet. Es wird vermuthet, daß Zigeuner, denen vorher Futtermittel verweigert worden sind, das Feuer angelegt haben. M a g r l n o. Bei dem Bau der Tetzlaw'schen Tischlerei ereignete sich folgender Unglücksfall. Als sieben Maurer und Arbeiter bei dem Bau beschäftigt waren, stürzte, jedenfalls infolge der zu schweren Last der herausgeschafften Ziegel, das Gerüst zusammen, so daß sämmtliche Leute herunterfielen. Dabei wurden die Arbeiter Pletczar und Zielrnskl lebensgefährlich verletzt. Ersterer wurde besinnungslos in's Krankenhaus und letzterer in seine Wohnung geschafft. Ostro wo. In unserem Nachbarort Kalisch brannte die seit 1872 bestehcnde Deutschmann'sche Dampfmühle mit der daranschließenden großen Tampfgerberei bis auf die Umfassungsmauern nieder. Der Schaden ist sehr bedeutend, da nur das Gebäude versichert war. Schlichtingsheim. Infolge Blutvergiftung, verursacht durch den Stich einer We,pe, ist die hiesige Malersfrau Deutschmann um das Leben gekommen. Beim Auflesen von Pflaumen wurde die Frau von der Wespe in den Llrm gestochen. Bald nach dem Stich schwoll der Arm derartig an, daß sie sich in das Glogauer Krankenhauas in ärztliche Behandlung begeben mußte. Trotz erfolgtem operativem Eingriffe ist die Frau gestorben. S ch n e i d e m ü h l. In der Herberge zur Heimath hier erstach sich der Arbeiter Franz Gutt aus Martenburg in Ostpreußen. Er saß beim Abendbrot, als er sich plötzlich ein Messer in das Herz stieß. Die Ursache des Selbstmordes soll Verfolgungswahnsinn sein. L i e g n i tz. Zum 2üjährigen Meisierjubiläum des Bäcker - Obermeisters und Stadtverordneten Eduard Rauh hatten sich in dessen Heim in der neuen Goldbergerstraße die VorstandZmitglieder der hiesigen Bäcker - Innung eingefunden. Dieselben überreichten Namens der Innung ihrem Obermeister, der zugleich seinen 50. Geburtstag feierte, ein Ehrendiplom des Bäcker - Jnnungs - Verbandes Germania". Außerdem waren viele schriftliche und telegraphische Glückwünsche eingegangen. Ein Festessen vereinigte den Jubilar und Gattin mit deren Gästen. Eine Flaschenpost, die unweit der Insel Fukawe (Freundschaftsinseln) jetzt erst aufgefunden worden ist, gibt Kunde von einem Schiffsunglück, das sich vor sieben Jahren in jenen Gegenden zugetragen hat. Die Flasche enthielt folgenden Zettel: Der Finder dieser Flasche wird ersucht, die Herren Barkhool & Co. in Port Said zu benachrichtigen, daß ihr Schooner Eichel" etwa 1000 Seemeilen von Bombay gesunken ist. Diese Nachricht wurde von den einzigen Ueberlebenden, Capitän Lee und dem Matrosen Thomas, die alle HoffNUNg ausgegeben haben, geschrieben. I. L. Lee. 26. oder 27. Januar 1897." Fü r die DauerdeS Auf. enthalts der russischen Kaiserfamilie in Hessen war, wie nachträglich bekannt wird, von der Soci(:6 Generale" in Petersburg an die Bank für Handel und Industrie in Darmstadt ein Kreditbrief von ganz außergewöhnlicher Höhe überwiesen worden. Es wurden während des sechswöchigen Besuches in Darmstadt und aufJagdschloß Wolfsgarten zur Kostenbestreitung für die persönlichen Bedürfnisse der Zarenfamilie und des Hofstaates insgesammt etwa 260,000 Mk. ($65,000) bei dem Darmstädter Bankinstitut abgehoben.
Die Zcucrwchr. Won Mar Wundtke. Geschehen ist nachfolgende Geschichte -an einer deutschenGrenze. Es ist zwar eine ganz lustige Geschichte, aber eine theure Sache ist's doch geworden. Unmittelbar an irgendeiner Landesgrenze sitzt auf wohlgepflegtem Hofe ein Gutsbesitzer. Da ihm seine Mittel das gestatten und er es auch für nothwendig und selbstverständlich hält, ist alles bei ihm in musterhafter Ordnung, vom äußersten Kleeacker an bis in die Viehställe und seine Wohnstube, von der Scheune bis in seinen Schreibtisch hinein.. Und da lagen, hübsch sortirt, allerlei Scheine und ' Coupons und Rentenbriefe und viele andere schöne Dinge, die das Herz des Menschen erfreuen kurz, Herr von Waldheim war ein autsituirter Mann. Alle gutsituirten Männer und Frauen haben das Recht, irgend ein Steckenpferd zu haben, und Herrn v. Waldheim's Steckenpferd war das Feuerlöschwesen. So verband er das Angenehme mit dem Nützlichen, und ließ er schon für das Angenehme sehr gern etwas draufgehen, so hielt er beim Nützlichen erst recht nicht die Tasche zu. So kam es, daß er die freiwillige Feuerwehr, die er auf seinem Gute und unter Heranziehung der Dorfbewohner in's Leben rief, mit allen neuen Apparaten und Einrichtungen ausstar. tete. Er setzte seinen Stolz darein, seine" Feuerwehr auf der Höhe seiner Zeit zu sehen, und in der That, die Waldheimer Feuerwehr konnte sich mit mancher großstädtischen messen. Brach irgendwo Feuer aus, so war man beruhigt, wenn man die Waldheimer Feuerwehr an der Arbeit wußte, dann hatte es keine Gefahr mehr. Und die Leute waren stolz auf ihr Renommee. Der Herr von Waldheim nicht minder. Eines schönen Tages dröhnen dumpfe Glockenschläge über das Land und künden große Feuersnoth. Ueber die Grenze hinweg im Nachbarreiche stehen die Wolken blutigroth. Auch unsere Waldheimer Feuerwehr macht sich bereit, um an dem Rettungsdienste theilzunehmen. Nun kommen auch die Boten. Drüben, jenseit der Grenze, steht das halbe Dorf in lodernen Flammen. Also vorwärts, mit Dampfspritze, Feuerleitern und sonstigem Rettungsmaterial! Auch sogar einige Feuerlöschgranaten hatte Herr von Waldheim, der sich persönlich als Branddirektor" an dem Zuge betheiligte, mit sich genommen. Jetzt ist die wilde Jagd an der Grenze. Drüben, kaum einen guten BUchsenschuß weit, brennen die leichten Bauernhäuschen lichterloh. Der Wind jagt die flatternden Flammen dem übrigen Theile des Dorfes zu, so daß man erwarten kann, das ganze Dorf wird ein Raub der Flammen werden. Aber nun ist ja keine Gefahr mehr; die Waldheimer Musterfeuerwehr ist im Anzüge, und das Dorf wird gerettet sein. Da, an der Grenze ein schnauzendes Halt!" Verwundert schaut Herr von Waldheim den Grenzwächter an. Halten Sie uns nicht auf, Mann! Sehen Sie denn nicht, wie groß die Gefahr ist?" rief der Branddirektor. Das Feuer ist unsere Sache; das geht Sie da drüben gar nichts an", entgegnete der Grenzwächter. Ja, wir wollen euch doch zu Hülfe kommen!" Das kümmert mich nicht. Wenn Sie über die Grenze wollen, müssen Sie Ihre Sachen zurücklassen." Zurücklassen? Aber Mann, was wollen wir denn mit leeren Händen beim Feuer?" Das geht mich nichs an. Mein Reglement besagt, daß dergleichen Gegenstände nicht über die Grenze dürfen." Ihr Reglement soll der Kuckuck holen, verstehen Sie mich?" Mein Reglement, Herr...." Sie hören es ja soll der Kuckuck holen. Nun machen Sie keine Flausen und lassen Sie uns passiren. Wir kommen ja nachher wieder und nehmen alles über die Grenze zurück." Davon steht nichts in meinem Reglement. Ich darf Sie nicht über die Grenze lassen." Vorwärts, Leute, wir müssen unsere Pflicht thun!" rief Herr von Waldheim seiner Garde zu. Und schon hieb der eine auf die Pferde los, um auch ohne Genehmigung des Beamten über die Grenze zu kommen, als der Vrenzaufseher schrie: Wenn Sie noch einen Schritt thun, lasse ich schießen." In der That gewahrte die hülfsbettiie Feuerwehr in derNähe der Chaus see etliche schußbereite Grenzsoldaten. Mit einem schauderhaften Fluche sprang Herr von Waldheim vom Wagen. Aber, Herr, Sie sehen doch, daß wir dahin müssen! Ihr eigenes Dorf brennt Ihnen ja sonst nieder." Der gute Beamte zuckte die Achseln. Ich richte mich nach meinem Reglement, und in diesem steht nichts davon...." Also, was wünschen Sie von uns? Machen Sie schnell." Wenn Sie die Sachen nicht hier lassen wollen, müssen Sie sie verzollen." Nun gut, in Gottes Namen, hinterlegen wir die Steuer. Aber beeilen Sie sich." Ich muß nach meinem Reglement gehen. Also Sie habendo . . "
Eine Feuerspritze, mein Herr. ' Feuerspritze? Feuerspritze? O....", Er suchte krampfhaft in seiner Zollliste nach diesem Artikel. Feuerspritzen . . . o mein Herr", sagte er dann mit der Miene eines Mannes, der jetzt eine schlimme Frage endgiltig gelöst hat, Feuerspritzen. . . gibt's ja gar nicht." Aber, Herr, das Ding da vor Jhnen ist doch eine Feuerspritze." Thut mir leid, nach meinen Reglement darf ich keine Feuerspritze anerkennen." Nun, als was wollen Sie das Ding denn verzollen?" Nach meinem Reglement muß ich mich an die Bestandtheile halten, also Wagengestelle, altes Eisen, gebrauchte Gummischläuche, Messing, Schrauben. . ." Und das wollen Sie alles einzeln buchen und verzollen? Sagen Sie 'mal, wann wollen Sie denn da fertig werden?" Nach meinem Reglement. . ." Zum Kuckuck mit Ihrem Regle, ment! Das Feuer greift immer werter um sich. . ." Bei mir brennt's nicht, und in meknem Reglement steht nichts davon. Ist dieses etwa eine landwirtschaftliche Maschine?" Diese Dampfspritze? Das nun doch wohl eigentlich nicht." Oder eine industrielle Anlage?" Das wohl erst recht nicht." Herr, foppen Sie mich nicht! Ms was soll ich denn dieses Ding verzollen lassen?" Aber das ist doch Ihre Sache! Sie haben ja Ihr Reglement." Kümmern Sie sich nicht um mein Reglement, Herr! Wenn Sie mir Schwierigkeien machen, lasse ich Sie und Ihre Leute auf der Stelle arretiren." Das wäre ja noch schöner! Mit welchem Recht, wenn ich fragen darf? Sie haben versucht, die Grenze mit zollpflichtigen Waaren zu überschreiten; ja, Sie haben sogar versucht, ohne auf mein Verbot zu hören, den Uebertritt in dieses Land zu erzwingen." Da haben wir die Vescheerung! Da komme ich hierher mit meinen Leuten und opfere Zeit und Geld, um dem brennenden Dorfe zu helfen, und ich kann ja wohl noch von Glück sagen, wenn Sie mich nicht dafür abführen lassen! Wünschen Sie sonst noch was?" Nichts weiter, wenn Sie diese Waaren verzollen lassen." Nun gut, im Interesse des brennenden Dorfes will ich meine Feuerspritzen, Rettungsleitern und Löschgranaten auch noch verzollen lassen, meinetwegen auch als altes Eisen, Gummi, usw. Machen Sie los!" Brummend ging der Grenzbeamte an die Arbeit. Aber die Sache war nicht so leicht. Das ging alles mit vorschriftsmäßigerGründlichkeit. Nachdem bei jedem einzelnen Stücke festgestellt war, als was es verzollt werden müßte, wurde ein umfangreiches Protokoll aufgenommen, und dann wurden die Beträge gewissenhaft gebucht. End iich war man so weit, daß nur noch die Zollsumme bezahlt zu werden brauchte, und die hülfsbereite Feuerwehr konnte unter liebenswürdigem Entgegenkommen der Grenzwache zum Brandherde abrücken. Darüber waren drei volle Stunden vergangen, und da5 große Schadenfeuer hatte sich eines andern besonnen. Es hatte gefressen, was zu fressen war. und hatte sich dann gelangweilt und vielleicht auch indignirt über das Ausbleiben der Feuerwehr auf's Ausgehen verlegt. Herr von Waldheim hatte das erkannt. Er sah ein, daß doch alles umsonst war. steckte kurz entschlossen sein Geld wieder in die Tasche und empfahl sich dem verdutzten Beamten. Na, da danke ich schön. Herr Steuerrath: auf das andere veracht' ich." Er gab seinen Leuten einen Wink. und in 'gestrecktem Galopp jagte die Feuerwehr wieder nach Waldheim zurück. War der Weg vom Herrn Gutsbesitze? auch unter Kernfluchen und Verwünschungen zurückgelegt worden zu Hause angekommen, hatte er doch seine gute Laune wiedergefunden. Der Po st verkehr z wischen dem fernen Osten über Sibirien geht jetzt glatt und regelmäßig von statten.' Die Kartenschlüsse von den deutschen Postanstalten in Peking, Tientsin, Tongku und Tschifu treffen meist 21 Tage, die von Tsingtau und Schanghai 22 bis 23 Tage nach der Absendung bei der Bahnpost Alexandrowo Berlin ein. Wie die Deutsche Verkehrs-Ztg." hört, war das deutsche Postamt in Shanghai unter allen dort bestehenden Postanstalten die erste, die den Weg über Sibirien zur Beforderung der Post nach Europa zur Vcrfügüng' gestellt hat. Die Vekanntmachung des Postamts wurde von den in Schanghai ansässigen Deutschen freudig begrüßt und gab der Deutschen Vereinigung" Anlaß zu einem Dankschreiben an den Leiter deZ deutschen Postwesens in Ostasien, Postrath Puehe. Auch von fremdländischen (französischen und englischen) Zeitungen wurde das schnelle Vorgehen der deutschen Post gewürdigt und das Bedauern ausgesprochen, daß sich die Post des eigenen Landes von der deutschen wieder Mal habe überflügeln lassen. Hilfsbereit. Studem (zu seinem College, der ihm übe? Geldmangel klagt): Wenn Du Geld brauchst, dann komm' nur zu mir, dann suchen wir zusammen einen, der uns pumpt!
Mißverstanden.
W fif ir VJy L At T2i Vv! fv y ßsh m vferr Mr s rJ X7 AWi -'V JiisAMJm '
Reisender für Photos (sein Bild als Probe zeigend): Sehen Sie mal, is das nich 'n schönes Bild? Ganze Dutzend drei Mark; hab heut schon von Ihren Colleginnen viele Bestellungen darauf bekommen, wollen Sie sich nicht auch 'n Dutzend machen lassen? Oh je nee, hiervon an Dutzend? Wissen's, so gut gefallen Sie mir noch lang nicht!" DerklugeRudi. Rudi (der eben von seinem Onkel ein Fünfmarkstück erhalten): Ich wollte lieber, Du hättest mir einen Nickel gegeben, Onkel Moritz. Onkel (erstaunt): Aber Junge, fünf Mark sind doch mehr als zehn Pfennig. Rudi: Das ist's ja gerade. Wenn ich fünf Mark bekomme,' nimmt sie mir Papa weg. wenn's aber nur zehn Pfennig sind, darf ich sie behalten! Die possirlichen Affen. Ist es wahr. Mama, daß der Mensch vom Affen abstammt?" Die Gelehrten behaupten es!" Dann möchte ich doch lieber wieder ein Affe sein!" Anschauungs - Unterricht. Der Geometrielehrer: Wir kommen jetzt zu der geraden Linie. Da heute die Tafel gerade zur Reparatur gegeben ist, werde ich Euch die Figuren an meinem eigenen Körper darstellen. Zuerst seht Ihr hier, die gerade Linie Hierauf kommen wir zu dem Dreieck; das sieht so aus. . . ääÜÄ II Mi ri ud n dann zu der gebrochenen Linie, die hat man sich so vorzustellen. Nunmehr gelangen wir zu der Figur des 68P Kreises. . . Seht Ihr, daS ist ein Kreis. Aber diese Figur ist sehr ermudend. . . ich werde doch lieber mor gen fortfahren, wenn die Tafel wieder daist.
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