Indiana Tribüne, Volume 27, Number 92, Indianapolis, Marion County, 8 December 1903 — Page 5
Jndiana Tribüne, 8. Dezember 1903.
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Auf der Alm. Szenen aus dem Bergleben. . Von öans Geiger München). Hungrig, durstig, auch etwas müde son der langen Bergfahrt aber wie immer, wenn meine Augen nur Berge und blauen Himmel schauen, in fröhlichster Stimmung traf ich gegen Abend auf der gastlichen Alm ein. Der seines typischen Kopfes wegen speziell in Malcrkreisen wohlbekannte Schweizermichl empfing mich mit einem Willkomm, von dem meine Hand einigeMinuten später noch die Eindrücke seiner sehnigen Finger zeigte. Um so 6eer aber schmeckte mir daraus sein frugales Mahl, und Seite an Seite am Rand des primitiven Herdes sitzend, unterhielten wir uns alsbald über neueste Politik. Der Schweizermichl nämlich ist ein Politiker von Passion, ein kluger und gewiegter Kritiker und Nörgler. Da es mir stets ein Genub ist, mit einem offenen und interessevollen Naturmenschen, der von der modernen Kultur noch wenig angekränkelt ist, politische Meinungen austauschen zu können, vertieften wir uns vollkommen in unser Thema, so daß er beinahe vergessen hätte, einige rückständige Anordnungen im Viehstall zu treffen. Während er nun abwesend war, betrachtete ich zum so und so vieltenmal die diversen Kohlenporträte an den Wänden, die alle Michls interessanten Schädel verewigen sollten. Dann setzte ich mich wieder an den Herd und sah vergnügt dem prasselnden Kleinholzfeuer zu, wie es seine Rauchwölkchm zurKaminöffnung.hinaussandte. Plötzlich ging die Thüre neben mir auf und herein trat der sechs Fuß hohe Jagersepp. Ja. was wa des!" rief er erfreut. Du bist da. Dokta! Grüaß Di Gott! Jatzt hama uns scho lang nimma g sehn." Grüaß Di Gott. Seppl!" erwiderte ich. Des is schö, daß D' kummst. Hast Feiaab'nd?" Des glaub L Aba um 3 en da Fruah muaß i auf Pirsch. Desmal hab i a prachtvoll's Stuck en Aussicht. Gehst mit?" I konn leider net. I hab nämle a sirenge Tour auf 'n Programm." ' Während wir uns also begrüßten, liebkoste ich gleichzeitig den an derLeine befestigten Dackel des Jägers, d.'r zur Begrüßung wie toll an meinen Beinen emporsprang und darauf lüstern über meinen abgelegten Rücksack herfiel. Aha!" lachte der Seppl, der hat Wind. Gib eahm halt a Bröckl!" Glei, glei! Der soll nur a bißl wart'n." Ah. bischt scho da?" rief der Schweizer, der eben aus dem Stall zurückkehrte. I hab De erst spata erwart'."' ; - ? - ;..:?-- Ja. heunt is gschwind ganga," entgegnete der Jäger. Wenn i gwißt hätt', daß da Dokta da waa, waar i no früha kumma. Hast a Bier?" Zeha Flascha agrat no!" meinte der Schweizer mit einem pfiffigenSeitenblick auf meine mitunter begriffsstutzige Wenigkeit. Sauf mas, Dokta?" rief ter Seppl und rieb sich hoffnungsfreudig die Hände. Natürli!" erwiderte ich; weil 's gleich is und a so a schöns Wetta is." Bravo! bist halt a Hauptkerl!" meinte der Jäger; aba en da Fruah gehst mit mia, gell? Dei Tour machst a andasmal." Meinatwegn! Jatzt aba Bier her!" Im gleichen Augenblick war der Michl schon im Keller verschwunden, so daß meine Aufforderung überflüssig war. Die zehn Litcrslaschen manderten also nach und nach aus ihrer Versenkung an die Oberfläche und versetzten uns in eine köstliche Stimmung. Dazu rauchten wir alle drei mit lächerlicher Gewinnsucht unsere Pfeifen ich, um von meinem feinen Tabak wenigstens noch einen Theil für mich zu retten, die beiden anderen, um möglichst viel um billigen Preis verqualmen zu können. Es wurde nun politisirt, und zur Aöwechslung unterhielten wir uns auch über Hofjagden oder Weiber, wie es eben der Augenblick gerade eingab. Die zehn Flaschen waren dazu wie geeignet. Am Fenstergesimse saß der mächtige, hellbraun gezeichnete Dackl und wetzte seine Nase an den trüben Scheiben. Da fand Schmalthier' draußen," meinte der Jäger. De kumman iatzt C'n Abnd bis zua Hüttn zuawa. Dß D' 'n fei net losmachst, gell Dokta, sunst brennt a uns durch, und mei Stuck waa beim Teifl." Wo denkst d'n hi, Seppl!" erwiderte ich; i kenn de GschZchten scho." Und die Unterhaltung nahm ihren Fortgang, bis endlich der Schweizer darauf aufmerksam machte, daß die letzte Flasche leider geleert sei und es bereits auf zwölf gehe. Sakra!" ermähnte der Seppel, iatzt is aba Zeit, sunst verschlaft ma. Michl, mach an Dackl los! Jatzt genz 'ma afs Heu!" Der Dackel sprang von seiner Koppel befreit vom Fensterbrett herab, schüttelte zuerst mächtig seinen walzenförmigen Körper und wedelte darauf um seinen Herrn herum. Die beiden Einheimischen" gingen voraus, ich folgte als letzter zur verdächtigen Stieg:, die zum Heuschober emporführt. Plötzlich kam mir der unselige Gedanke, noch einmal nach'm Wetter zu seh'n. Ich 'öffnete gedankenlos die Thüre da ein Ruck zwischen meinen Leinen: ich lag auf der Nase und
wem wau ivau!" tönte es an mein Trommelfell, und dahin flog das im heimliche Geheul mit Blitzesschnelle über die grasbedecte Anhöhe. Greis'sakrament, da Waldl!" erscholl es gleichzeitig hinter mir aus dem Innern der Sütte. und im näcksten Augenblick stolperte derJag:rseppl über meine Wenigkeit und preßte in seiner ganzen Länge den gastlichen Erdboden an seine Jägerbrust. Doch im Nu war er wieder auf. fina aus
Leibeskräften an zu fluchen und zu
pfeifen, und rannte um die Ecke der
Almhütte ich und der Michl hinterdrein. Wir Pfiffen uns vorerst alle
drei heiser und sahen eben noch an dem
Kamm der Höhe ein wieselgestaltiges Vieh dahinjagen. Dann verschwand
die Erscheinung, und das Gebelfer des
jagenden Hundes entfernte sich immer
mehr und mehr, o:s uns schließlich wieder tiefe Bergesruhe umlagerte.
Keiner sprach mehr ein Wort. Alle
dret starrten wir mit vorgereckten Halsen nach dem Punkt, an dem wir den Deserteur erspäht hatten. Doch unser Harren war vergebens. Aus dem Vusen des Jägers arbeitete sich ein tiefer, jammervoller Seufzer; dann drehte er sich um und stieß einen wilden Fluch aus.
Ah bah!", sagte ich leicht hin, laß
dem Kerl sei Freid! Jatzt kann a nix schad'n. 's Wild is ja guat beisam-ma."
Dokta, woas hast ma da og'richt!"
sagte der Aermste im Ton der Ver-
zweiflung. Jatzt is mit meiner Pirsch 'rum. Und des Viech lauft ma schließle gar hoam; nachat is da Spetakl los. Jessas jessas! Und konnst nix ma-cha!"
Eben!" meinte ich, drum laß ma
da G'schicht ihran Lauf. . Jatzt leg' ma uns afs Heu. kummts!"
Na. Brüaderl!" entgegnete der
Seppl. Du hast leicht z'redn. Gehts
nur 'naus! I wart no a weil.
Nach kurzen Auseinandersetzungen ließen wir. den um sein Morgenver-
gnügen Betrogenen in seinem Kummer
allein. .Zu andern war nun emmal
nichts mehr. Ich lag längst in tiefem Schlaf, als ich plötzlich durch ein jämmerliches Geheul und Gcwinsel geweckt wurde. Im Nu hatte ich mein Gedächtniß zusamme'.igeholt. und es bestand für mich kein Zweifel, daß das Gejammer vom
zurückgekehrten Waldl herrühren müs-
je. Seppl! nes ich und versuchte vergebens die Finsterniß zu durchschauen. Seppl, he!" Keine Antwort. Der Jäger war gar nicht da. Nun erhob ich mich, kletterte die Stic-
ge" hinab und ließ den Missethäter zur
Thüre hinein. Wer aber glaubt, ich hatte für meine Gefälligkeit auch nur den bescheidensten Dank acerntet. irrt
sich gewaltig. Ohne mich nur, zu be-
achten, schlich sich das undankbareVieh in den Schlafraum des Schweizers und in dessen Bett. Erst jetzt erwachte dieser und fuhr erschrocken auf. Herrgctt, da Waldl!" rief er endlich; wo kummst 'n Du her, Sauviech? Machst daß D' 'nauskimmst!" Im nächsten Augenblick Tag der vom Schweiß triefende Dackl am Boden und streckte schnaufend alle Viere von sich. Der gute Hund war vollkommen erschöpft. Nun nahm ich ihn auf die Arme und brachte ihn zu mir auf's Heu. Ich sah auf die Uhr: einige Minuten nach drei. Da mein Schlaf vollends gewichen war, kleidete ich mich rasch an und holte mir einen Weidling Milch. Dann setzte ich mich vor die Thüre der AlmHütte, rauchte mein Pfeifchen, das mir infolge der kühlen Morgenluft doppelt behagte, und betrachtete den Horizont, der sich in nicht allzulanger Zeit merklich aufhellte. Im Gewände drüben waren bereits die Eulen zur Ruhe gegangen, und das Abbröckeln des Gerölles gab kund, daß gleich mir schon die Gemsen in der Höhe waren, um der Sonne entgegenzuwandern. Mich beunruhigte allmählich das Fernbleiben des Jägers. Schließlich trat auch der Schweizer zur Hütte heraus und lüftete seine zottige Brust. Jsch er no net da, da Seppl?" fragte er und pfiff ein paarmal kräfkig durch die Finger. Das Gewände gab wohl Antwort, nicht aber der Seppl. Da plötzlich hörten wir Schritte von der Höhe hinter der Alm kam langsam der Gesuchte herab und trat müde und von den Latschen zerschunden auf uns zu. Wo bist denn Du g'steckt, Nachtliachtl?" rief ich ihm entgegen; Dei Viech schnarcht oben im Heu wia sunst sei Herr!" Is er da?" fiel er mir überrascht ins Wort. Des glabst! Und iatzt geng ma mit anand auf Pirsch, gell?" Der Seppl stellte sich vor mich. hin wie ein angeschossener Eber vor die Meute. Greizbombnsakrament! Stadtsrack, windiga! kunniern willst me a no! Daß a ma net mit Deine Darm meine Kratzer an de Knia verbind'!" Los!" rief ich lachend und warf den Rock zu Boden. Wennst a Schneid hast!" Da aab es kein Besinnen. Der
Kampf aber gestaltete sich für mich günstig, da mein Gegner sehr ermattet war. Schon glaubte ich ihn mit einer Wendung zu Boden zu bringen, als plötzlich mit lautem Freudengeheul der Dackl angesaust kam und mir direkt zwischen die Beine sprang. Das war mein Verderben, und schon schrie der Seppl in seiner Siegesfreude, während :r sich bemühte, mich am Boden festzu-
halten: Luada. willst no zeha Flaschn zahln oder net?" Ja!" rief ich, w:nn i retourkumm." Na, Herzer," meinte der andere, so tua ma net. Da derft i lang wirtn. De müassn glei eingri:b'n wern. Also willst?"
Mematwegn! Jatz laß aba aus!" Seufzend händigte ich das schöne
Sümmchen den beiden Räubern ein, wobei ich meine Verwünschungen auf den vierbeinigen Missethäter niederhaaeln ließ. Beim Abschied meinte der Jäger: So, Dokta, 's nachstemal
wieda de Ehre! Auf recht baaldigs Wiedaschaun!" Und alle zwei lachten über ihren Profit. Bande!" rief ich unter heiterer Drohung aus und flüchtete nach dem Gewände. Ueber den Bergen erröthete bereits der junge Morgen und lockte den Höhenwanderer empor zu den stolzen Gipfeln. Allerlei sür'S HauS,
Ungestrichene Fußboden erhalten eine tadellose weiße'.Farbe. wenn man sie mit Schlemmkreide gut abscheuert. Trübe Scheiben. Um trüben und farbig schimmernden Fensterschei ben ihre ursprüngliche Klarheit wieder zu geben, reibe man sie mit fein pulverisirtem Bimsstein ab und putze sie mit einem weichen Tuch oder Leder, das mit Leinöl betupft ist, nach. Will man Flanell w aschen, ist es rathsam. ihn vor dem Einlegen in das Wasser gut auszuschütteln und zu bürsten, damit der Schmutz entfernt und der Flanell weiß erhalten wird. An Lampenbrennern setzt sich direkt am Rande, wo der Docht austritt, eine krustige Masse von Kohle ab, die, wenn sie nicht entfernt wird, die Leuchtkraft der Lampe stark beeinflussen kann. Namentlich bei Rund-' brennern, die eine größere Hitze entwickeln als Flachbrenner, tritt das Uebel stark auf. Die Beseitigung der Kruste läßt sich durch Kratzen mit einem Messer ermöglichen, indessen geht es dabei oft nicht ohne Verletzung des Brenners ab. Besser ist es. 1 Theil Soda in 56 Theile kochendesWasser zu bringen und die Brenner in die kochende Lösung hineinzuhalten; sie werden dann wie neu aussehen. Brennenden Alkohol oder Petroleum versuche man nie mit Wasser ersticken zu wollen, sondern durch Auflegen mit feuchten Decken oder durch Sand. Sollten durch einen unglücklichen Zufall oder durch Unvorsichtigkeit die eigenen Kleider brennen, so laufe man nicht hin und her, sondern suche durch rasches Umhüllen von Decken, Mänteln u. dergl.' und durch Wälzen am Boden die Flammen zu ersticken. M i l ch f l e ck e entfernt man aus glänzenden Tuchstoffen, indem man den befleckten Gegenstand auf eine Unterlage von, weißer Leinwand legt, einen anderen weißen Leinwandlappen in Benzin taucht und mit diesem den Fleck ausreibt. In vielen Fällen bleibt sehr leicht ein Rand um den Fleck h:rum zurück; diesen entfernt man jedoch mit leichter Mühe, indem man ihn dick mit Gipsmehl bestreut. Nach einigen Stunden wird auch 'dieses entfernt, und man bemerkt von dem Flecke nichts mehr. Nach dem Trocknen stellt man durch vorsichtiges Auftragen von sehr verdünntem, gereinigtem Gummi arabicum den alten Glanz des Stoffe! wieder her. Kattun zu waschen. Man wasche derartige Stoffe nie heiß, sondern nur lauwarm in Regen- oder Flußwasser, welches mit etwas Noggenmehl oder Kleie abgekocht ist. Das zweite Mal wasche man die Stoffe mit
Kaltwasserseife in reinem lauen Regenwasser, in welches eine Hand voll Salz oder eine gute Tasse Essig geschüttet worden ist. Dann spült man sie dreimal in klarem Wasser, drückt sie aus und trocknet sie auf der verkehrten Seite im Schatten. Mattblaue Kleider werden durch Wasser gezogen, welches mit Waschblau oder einigen Tropfen Anilin blau gefärbt ist. Für rosafarbige Kleider benutzt man rothes Anilin und verwendet rothe Gelatine zur Stärke. SeideneKleiderzureinigen. Sehr viel Hausfrauen überlassen dem Mädchen, ohne besondere Aufsicht, das Säubern der seidenen Toiletten und wundern sich dann, wie schnell die Sachen unansehnlich werden, Risse und Streifen bekommen. In den meisten Fällen ist hauptsächlich das unvorsichtige Reinigen daran schuld, denn Seidenstoff darf nie mit einer gewöhnlichen Kleiderbürste gereinigt werden, wie dies aber so häufig geschieht.SeideneStoffe dürfen nur sorgsättig abgewischt werden, und zwar nimmt man zum Abwischen einen weichen wollenen Lappen. Nur bei sehr staubigen Stellen benützt man eine ganz feine, weiche Seidenbllrste. Wkie sogenannte Schmutzkante", welche man bei der größten Vorsicht .bei schlechtem Wetter doch 'mal mit nach Hause bringt, reinigt man am besten folgendermaßen: Man legt den AbWischlappen, welchen man als Kleiderreiniger benlltzt, über die Borsten einer Kleiderbürste und reibt damit behütsam, sobald der Kleidersaum vollständig trocken geworden ist, . den daran haftenden Schmutz ab.
Sonderdare VotsZ,aft. - Die Geschworenen in dem Prozesse
gegen die Gräfin Jsabella Wiersiecka
öiwnecka haben ein freisprechendes urtheil abgegeben, trotzdem der Staatsanwall Mueller in seiner Schluß-
rede erklärt hatte, die Freisprechung der
Gräfin, weroe oem ury-?yucm in Deutschland den Todesston eben. Es
giebt eben auch unter dieser Sorte von
Mandarinen Leute, welche sich vener
zu Holzhackern eignen, als zu Beam-
ten; dieweil man von diesen nicht nur Unparteilichkeit, sondern und das
mindestens Schickllchkeltsgi.'suyt erwartet. Und dieses wird doch aanz of-
fenbar verletzt, wenn der Staatsanwali den Geschworenen sagt, letztere würden
den Geschworenengerichten den loot stoß versetzen, wenn sie ein Urtheil fällen sollten, das in einem gegebenen Falle dem Antrage der Staatsanwaltschaft zuwider läuft. Anstatt den Serrn Dr. Mucller von
Berlin nach Elberfeld zu versetzen, hat-
te die preußische Regierung den Mann pensioniren sollen, damit er sich anderswo ein Feld für die Befähigung sucht, die er etwa besitzen mag. Denn ein Mann, der sich wegen seiner Eigenart nicht zum Staatsanwalt in Berlin eignet, ist in gleicher Stellung auch in Elberfeld nicht zu gebrauchen. Oder hofft die preußische Regierung noch auf Besserung vonSciten des schneidigen" Herrn? Nach der vorliegenden Leistung fürchten wir. daß die höchsten Justizbehörden da eine Enttäuschung erleben werden. Höchst sonderbar lautet dieBotschaft. daß von den 300.000 polnischen Bewohnern Berlins eine Menge vor dem Eerichtsgebäud: versammelt waren, um eine politische Kundgebung zu veranstalten. falls die Gräfin verurtheilt worden wäre, dieweil besagte Polen Berlins darin einen gegen das Polenthum gerichteten Schlag der preußischen Rechtspflege gesehen hätten. Das ist eine so thörichte Auffassung, wie man sie nur von Leuten erwarten darf, welche von gewerbsmäßigen Wllhlhubern bis zur Urtheilsunfähigkeit verhetzt worden sind. " Zunächst waren von den beiden streitenden Parteien alle, Mitglieder waschechte Polen; das gräfliche Ehepaar sowie die Agnaten. welche die Gräfin beschuldigt hatten, einen unehelichen Knaben für ihr eigenes Kind ausgege ben zu haben, um ihrer Familie das Majorat Wroblewo zu erhalten, sind Polen. Und nicht allein die nächstbetheiligten Leute waren Polen; sondern auch 'fast alle Zeugen und Anwälte. Wir haben den Rechtsstreit aufmerksam verfolgt und unter den Hunderten von auftretenden Polen nur hier und da einen Deutschen bemerkt. Wenn die Geschworenen die der Kindesunterschiebüng angeklagte GräsinJsabella WicrüeckaKwilecka schuldig gefunden hätten, so' wäre das Majorat Wroblewo nicht Deutschen, sondern einer ebenfalls stockpolnischen Seitenlinie des gräfliche-
Hauses Kwileckt zugefallen, 25te toie ger wären also immer Polen gewesen; gleichviel wie das Urtheil auch ausfallen mochte. Bei Durchsicht der Verhandlungsbe' richte schien es uns allerdings einigemale, daß der Vorsitzende Richter und etliche Geschworene mehr die Anklage als die Vertheidigung begünstigten; aber in den letzten Depeschen wird gemeldet, daß die anklagenden ..Agnaten". an deren Spitze der Graf Hektor Kwilecki stand, sich aus dem Gerichtssaal entfernten, als die Geschworenen sich zur Berathung zurückzogen; weil sie ein freisprechendes Urtheil erwartcten. Es hat also die angeklagte Gräfin gesiegt, trotz der unpassenden Rede des Staatsanwalts Dr. Mueller. und wir sind nach genauer Durchsicht der VerHandlungsberichte überzeugt, daß'der schwer geprüften Frau nur ihr Recht
geworden ist. Wollten die Berliner Polen anläßlich dieses Prozesses eine Kundgebung geen die preußische Rechtspflege veranstalten. so konnten sie es unvernünftiger Weise eben so gut thun, nachdem das Urtheil zu Gunsten der Gräsin ausgefallen war. als wenn zu ihren Ungunsten entschieden wäre; denn beide Hauvtqegner tragen den gräflichen Namen Kwilecki; beide sind Stock-Po-len. Deutsche waren bei dem Aussalle des Rechtsstreites gar nicht finanziell interessirt; es sei denn als Gläubiger der Gräfin, und diese Manichäer" haben durch die zu Gunsten der Dame lautende Entscheidung bessere Aussicht erhalten, ihr Geld wieder zu erlangen, als wenn das Urtheil anders gelautet hätte. Anaesichts all dieserThatsachen schcinen die Sympathien der Berliner Po, lcn (die übrigens kaum 300.000 zählen dürften) zwar auf der richtigen Seite" gewesen zu sein; wenn sie aber diesen Rechtssi"-''t zu einer Kundgebung gegen die preußische Rechtspflege benutzen wollten, so beweist das nur. daß sie von den polnischen Wühlbubern bis zur Urteilslosigkeit in Bezug auf diese Jusiizpflege verhetzt worden sind. Der serbische Kriegsminister versuchte das Budget dadurch zu erleichtern, daß er die zahlreichen Ge baltszulagen. die noch von der Z Milans herstammen und die Gehälter der Offiziere beinahe verdoppeln, aufheben wollte. Als die Nachricht von diesem Projekt in dem Offizierkorps bekannt wurde, entstand eine solche Währung, daß der Kchriegsminister erklären mußte, das Projekt aufheben zu roollen.
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