Indiana Tribüne, Volume 27, Number 91, Indianapolis, Marion County, 7 December 1903 — Page 7

Jndiana Tribüne, 7. Dezember 1903

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! 5 Ariminalrcman von 3can Öernarö & Ion,, Sornard ... . . o e (Fortsetzung.) r'cun ja, gute? Junge." unterbrach Jakob die Schilderung Herrichs, diese Einzelheiten brauchen wir nicht. Erzähle doch in flinkerem Tempo; bedenke nur, eventuell werde ich die Oertlichkeit selbst sehen, und dann hast Du mir den Hauch der Neuheit zerstört. Ich kann es mir denken, wie alles, kam." O, ich vermag mich auch kurz zu fcqittt," meinte Ganzer, das Erzählen macht mir durchaus keine Freude. Bisweilen kommen bei mir Augenblicke, in denen ich den unterirdischen Gang derwünsche und froh wäre, wenn ich nie in jener Gegend gewesen wäre. Ich eilte in dem Gange vorwärts, traf auf einen Seitengang, der einst direkt nach der Burg hinaufgeführt haben mochte, aber jetzt ganz verschüttet war. Nach einigen Minuten kam ich an ein Gemauer, m dem Stufen abwärts gingen; eine eisenbeschlagene große Thüre hing in halbzerstörten Angeln zur Seite, als sei sie gewaltsam aufgesprengt worden. Noch einige Stufen abwärts, und ich befand mich in einem säulengetragmen Raume, in welchem ich bei der spärlichen Wachsbeleuchtung auf dem Boden zerstreut Gold- und Silbergeschmeide umherliegen sah. Nach dem Moder- und Verwesungsgeruch zu urtheilen, war ich in einem Bestattungsraum; ich raffte etliche der umherliegenden Edelsteine auf, die Du gesehen hast. Der Säulenraum hatte einige Ausgänge oder Höhlen nach der anderen Seite des Berges hin. In eine leuchtete ich hinein; ich sah einen Hügel von Todtenköpfen und Gebeinen, auch hier lag da und dort ein diamantenfunkelndes Geschmeide. Die Entdeckung jedoch, daß ich nur noch fünf kleine Wachsbrenner besaß, veranlaßte mich zum schleunigsten Rückzüge. Ich kehrte glücklich in den Klostergarten zurück und schloß die Steinplatte mit. Mühe." llnb Du glaubst, es verlohne sich der Mühe, dem Grabverließ der alten Raubritter einen neuen Besuch abzustatten?" Ich war zum zweitenmal unten, um alles genau zu prüfen und einen anderen Entschluß auszuführen. Ich war selbstverständlich schon nach dem ersten Besuche gesonnen, mir den Schatz anzueignen; das konnte am besten, sichersten und bequemsten durch Erwerbung geschehen. Ich beabsichtigte die Tochter des Besitzers zu heirathen; allein das Mädchen, das einzige Kind des Ruineneigenthümers, wolltc von meinem Liebeswerben nichts wissen, obwohl ich acht Tage in der einsamen Gegend blieb und mir alle Mühe qa des Mädchens Sinn zu bethören. Sie war verlobt mit einem dummen Bauern und sagte mir wiederholt, ihr Vater würde eine Verbindung mit mir nie dulden; ich sollte jeden Gedanken daran aufgeben. So eine Bauerndirne! Als ob es mir um sie zu thun gewesen wäre und nicht um ihr Besitzthum! Ha, ha, wie sie mich von oben herab behandelte Na, was dann? Soll ich auch noch Deine Liebesabenteuer anhören? Du warst zum zweitenmal unter der Burg und entdecktest weitere Schatze? Ja. ja, so viele, daß ich mir bestimmt sagte, sie müssen mein werden!" Gut. das kann ja geschehen. Wunderte man sich nicht, als Du nochmals kamst?" Man sah mich gar nicht, ich verschwand auch ungesehen; es war Ende Juli, und am Tage meiner Anwesenheit starb der alte Rumenbesitzer Er starb?" .Ja." flüsterte Herrich. er starb an einer Dosis Strychrnn, die ich ihm heimlich in sein Weinglas schüttete, als er mir einen Schoppen im Keller holte. Gott sei Dank, nun weißt Du es." .Welch' eine Dummheit! Wozu dieser Mord? O, wehe, man wird doch zuletzt an Dich herantreten, glaube mir! Das ist ein böser Handel. O. nicht doch, ich war vorsichtig. Hätte ich mich nicht noch an dem Mädchen rächen wollen, so würde Niemand den Tod des alten Mannes einer Vergiftung zugeschrieben haben. Ich hatte das Glas mit dem Strychninrest in die Tischschublade gestellt und denunzirte in einem anonymen Briefe die Tochter und die Magd. Das hatte Erfolg. Sie sitzen beide noch m Unter uchungs baft. Das ohnehin einsam liegende Haus ist von Gerichtswegen geschlossen und )o unter azaylerrain unoewackter als ic. Man wird nach dem Schreiber des anonvmen Briefes forschen, man wird Deine Handschrift im Fremdenbuch finden, Vergleichungen anstellen und dann mit fester Hanv nacyir greisen. Wnn wirb alles das nicht." behaup tete Herrich. denn man kann höchstens nach einem Jrnfried Karström fahnden, so sckrieb ick mich in das Gästebuch ein. und den finden sie nicht, weil er nicht eristirt." , nm Und Deine brandrothen Haare? Abas. es aibt Färbemittel; freilich werde ich das Dorf meiden. Um jedoch trotzdem den Schatz zu heben und zu . j Tsi - t . O ..... verwenden, yaoc q aue- uuuci traut und Will mit Dir theilen." Kut ick will Dir helfen und darüber nachdenken, wie man den Schatz obne Aufsehen beiseite .bringen kann.

Es wird mir schon ein Plan einfallen; vor allem muß ich den Ort sehen. Zuerst ist nöthig, von hier wegzugehen, die Steine müssen aus unseren Taschen verschwinden; namentlich für mich ist es aefäbrlich. solcke Dinaerck'n sitzen. Es gibt jeooch sur alles Rath. Klopfe am Schiebfenster und bezahle das Bier, dann folge mir." Herrich that nach dem Gebot Birfing, der sich alsbald erhob und durch den Korridor nach der Hinterthüre zu voranschritt. Turck den Druck aus einen Knopf öffnete sich die Pforte, um langsam von selbst wieder in's Schloß zu fallen. Sie standen in einer Seitenstrcße und gingen dieselbe einige Schritte entlang, dann blieb Jakob an einer Hausthüre stehen und klingelte dreimal. Nach kurzer Zeit öffnete sich ein Paricrresens'.cr und eine FrauensPerson sagte mürrisch, es sei jetzt keine Gesckäftszcit mehr. Es ist aber Herbst." entgegnete Jakob. mich friert, es wird wo anders auch eine warme Stube g:ben. Guten Abend." Ich werde gleich aufmachen." hörte man die Frauenstimme etwas sanfter reden. Die Thüre öffnete sich und die Män-

ner standen zunächst in einem dunklen Flur; doch Jakob schien Bescheid zu wissen, er faßte Herrich an der Hand und fragte die Frauensperson: Im Bureau?" Nein, im Wohnzimmer," lautete die barsche Antwort. Bald nachher klopfte Birlmg an einer Thüre; man hörte einen Riegel zurückschieben, worauf im erleuchteten Thürrahmen ein hagerer Mann, m emeu Schlafrock gehüllt, erschien. Er hatte seine Brille auf die Stirne geschoben und winkte, ohne ein Begrüßungswort zu äußern, den beiden Ankommenden zu, näher zu treten. Herrich und Jakob folgten, worauf der Schweigsame die Thüre verriegelte. Man setzte sich um den Tisch, auf dem eine Petroleumlampe brannte. Jakob, was steht zu Diensten?" Samson, dieser Herr, der nur englisch versteht, hat meine Vermittelung nachgesucht, um einige Edelsteine zu verkaufen." O, woher soll ich das Geld nehmen. um Diamanten zu bezahlen? Wer ist er?" Ter Sohn eines Lords," flüsterte Jakob geheimnißvoll, er that nicht gut und mußte unfreiwillig aus Reisen gehen." Beim Diamantenhandel . ist man sehr sireng, es wird zu viel gestohlen. Nachher" Wir haben nicht viel Zeit, Samson. also gute Nacht; wir müssen eben ein paar Häuser weiter gehen." Na, ansehen kann man sich die Steine ja, wenn auch leider das Geld zum Ankauf fehlt." meinte Samson Veit in verdrießlichem Tone. Kern Geld und doch ansehen? Das eibt's nicht." sagte Jakob grob, gab Herrich ein Zeichen und erhob sich vom Stuhl. Ich werde mich Huten, den Samson nochmals irgend Jemandem zu empfehlen. Kein Geld, lächerlich!" Setz' Dich, Jakob, ich will die Steine sehen. Wenn sie echt sind, werde ich einige kaufen, soweit mein Geld reicht, Dir zu lieb " Nun gmg der Handel los; Samson untersuchte die ausgebreiteten Steine fachmännisch, nickte und meinte: Die großen gehen an, altmodischer, aber guter Schliff na. die kleineren, für alles, was hier liegt, will ich siebentausend Mark geben und keinen Pfennig mehr." Jakob flüsterte etwas mit Herrich, dann sagte er zu Samson: Achttausend Mark will mein Auftraggeber haben; er ist Kenner und sagt, die Steine seien das Doppelte werth. Unter dem gibt er sie nicht weg." Nach längerem Handeln gab Samson nach, zählte das Geld auf und schloß die Steine weg. Veit hatte Mühe, seine verdrießliche Miene beizubehalten, er hatte ein glänzendes Geschäft gemacht. Doch auch die offenbar Betheiligten schienen mit dem Abschluß des Verkaufes zufrieden zu sein, denn sie schieden mit freundlichem Gruße von dem AltHändler und Jakob bemerkte es kaum, daß ihm Veit noch einen Geldschein heimlich in die Hand schob. Ohne die Banknote weiter anzusehen, ließ Jakob sie in seine Tasche gleiten. Früher, unter anderen Verhältnisse, würde er dieser Fünfzigmarkbanknote eine freudige und dankbare Beobachtung gezollt hnhm. Oft schon hatte Jakob dem Althändser Veit Kunden zugeführt und war dafür entlohnt worden; war ihm dann die Summe zu gering erschienen, so kam es woh! nach Abgang des Kunden zu lebhaften Verhandlungen. Solche hatte Samson diesmal auch befürchtet und deshalb Jakobs Antlitz studirt, doch da entdeckte er nur Zufriedenheit und gute Laune. So werden die Menschen, wenn sie anfangen, sich als Kapitalisten" zu fühlen. Zunächst begaben sich Herrich und Jakob in einer Droschke nach einem Kleidergeschäft; derErbaumeistermußte in einen anstandigen Menschen verwandelt werden. Darauf wurde in einem feinen Restaurant menschenwürdig, wie sich Birlma ausdruckte, zu Abend gespeist und der Erlös aus dem Verkauf der Edelstein? brüderlich getheilt. Die Nacht brachte Jakob im Zimmer Ganzers zu. da er selbst augenblicklich kein Heim hatte. Am folgenden Morgen breitete Bir linq eine ganze Anzahl von Zukunftsvlänen vor dem verwunderten Freunde

aus. von ixen einer dem ehemaligen

Buchhändler ganz besonders efiel. Unser Plan." betheuerte Jakov. der mit großer Behaglichkeit Toilette machte, wäre zehnmal leichter auszuführen, wenn Du nicht die Dummheit mit dem Strychnm begangen hattest. Man wird jetzt schon auf den rothhaarigen Kerl fahnden, welcher im Juni acht Tage in der dortigen E'egend weilte." Meinst Tu? In den Zeitungen steht nichts weiter, als daß die Tochter und die Dienstmagd des Vergifteten immer noch in Untersuchungshaft sitzen. Man hat demnach nur Verdacht auf diese beiden." Ach was. die Zeitungen wissen eben nicht mehr, als ihre Redakteure ersahren. Wenn der Fall so klar läge, wie Du annimmst, so wäre die Untersuchung schon geschlossen und ein Verweisungserkenntniß ergangen. . . . Dcch wie dem auch sei, Vorsicht ist die Mutter der Weisheit. Entweder mußt Du jene Gegend ganz vermeiden oder Deine verrätherischen rothen Haare ablegen." Man könnte höchstens nach Karström forschen." meinte Herrich. und der hat doch nur acht Tage gelebt, ha. ha!" Wenn Du willst, daß ich mitthun soll, so befolge meine Rathschläge. Beeile Deine Toilette, sage Deiner Wirthin, daß Du verreisen müßtest, bezahle das Zimmer für einen weiteren Monat und laß uns dann die nöthigen Einkaufe machen. Willst Du jedoch Deine eigenen Wege gehen, so mag ich Dich nicht hindern, doch theile ich Gefahren nicht, die man leicht vermeiden kann." Dein Plan mit dem Bankgeschäft und der famosen Zündholzfabrik gefällt mir ausnehmend gut; unter diefern Deckmantel werden wir unsere Goldgrube bequem ausbeuten können, genau als wären wir die bravsten, ehrlichsten und fleißigsten Leute von der Welt. Bezüglich der rothen Haare beuge ich mich Deiner besseren Einsicht." Das ist auch nur Dein Vortheil, denn Du kennst noch eine Sorte von Menschen nicht, die uns trotz allem recht gefährlich wsrden kann ich meine die Detektivs!" Gut denn, so führe mich zu dem Dir bekannten Haarfärbckünstler. der mich jedenfalls auch nicht plötzlich in einen schwarzhaarigen Menschen verwandeln kann." Die Prozedur wird natürlich länger dauern. Dich icdoch schon nach der ersten Behandlung so verändern, daß die Gefahr des Erkennens stark vermindert wird, zumal wir an den Ort der That dieses Mal und vielleicht noch mehrmals nur zur Nachtzeit kommen." Den ganzen Vormittag verwendeten beide zu Einkäufen mancherlei Art. Ter Abend sah sie bereits auf dem AnHalter Bahnhof, wo sie den Frankfurter D Zug bestiegen. Sie machten es sich im Waggon bequem, als ob sie von jeher nur Luxus- und D-Zuge benutzt hat ten, als ob sie mit Gott und der Wel im innigsten Frieden lebten und das beste Gewissen besäßen. So harmlos plaudern und scherzen, so herzlich lachen können nur ehrliche, rechtschaffene Menschen! Gewiß hielt sie Jedermann für biedere, wohlhabende Bürger, die in nutzbringenden Geschäften sich auf Reisen befanden. Und doch hatte der eine der beiden Reisenden, der mit dem fettigglänzenden. dunkelbraunen Haupthaare und den unruhig blickenden, hellblauen Au gen. einen Giftmord auf dem Gewissen und sein witziger, frohgelaunter Bcgleiter war ein Gefängnißkandidat. Wir leben im Zeichen des Verkehrs und der gesteigerte Verkehr bringt es mit sich, daß gleich neben dem ehrenwerthen Bürgersmann der noch nicht der Gerechtigkeit verfallene Mörder sitzt. o o. Kapitel. ie Gerechtigkeit pflegt man mi einer Binde um die Augen abzubilden; oft genug ist diese symbolische Binde, welche die Unparteilichkeit der Justltrn andeuten soll, eine wirkliche Binde, welche sie hindert, den wahren Missethäter zu sehen und zur Verantwortung zu ziehen Seufzend machte sich der Krnrnnalkom missa? Wach dieses Bekenntniß, als er endlich mißmuthig nach Berlin zurück kehrte, ohne trotz aller Bemühungen den muthmaßlichen Mörder Espingers, jenen mysteriösen Jrnfned Karstrom ausfindig gemacht zu haben. Zwar hatten seine Nachforschungen für die Verdächtigen insofern günstig gewirkt, als man sie nicht mehr als die ausschließlich Schuldigen ansah; allein lyre rcilaung war notzvem nicht ver fügt worden. Titus Wach war in Rosenthal und Langenthal eifrig thätig gewesen, hatte fast bis zur Gewißheit festgestellt, daß die Schriftzuge des Karstrom genannten achttägigen Gastes der KlosterruineWirthschaft und des anonymen Briefschreibers übereinstimmten, hatte in der Apotheke zu Langenthal erfahren, dnß dort seit Mai kein Strychnin abgegebm worden sei, und war in Elberfeld so glücklich, den Gasthof zu finden, in welchem ein Karström in der Nacht vom 24. Juli geweilt; doch weiter konnte der rührige Detektiv keinen Erfolg in der Sache verzeichnen. Selbst unter dem Aufgebot des ganzen Apparates der Berliner Geheimpolizei konnte der rothhaarige Karström nicht zur Stelle geschafft werden. In jenen Tagen der ersten hitzigen Suche nach Um Giftmörder hatten es die Leute mit rothen Haaren nicht gut, und mancher, der sich nicht gleich ausweisen wollte oder konnte, wurde in Haft genommen. Diese rastlose Verfolgung des. roth-

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haarigen Theils der Berliner Bcvölkerungs kreise, die daöci in Betracht ka-

men, verrann indessen im Sande, da der Thäter zu der Zeit gar nicht in der Hauptstadt weilte. Wenn man von dieser der Komik nicht eiitbeqrenden Razzia nichts hörte, so lag das darin. daß man die Sache so geheimnißvoll wie mogucn remev. Am tiefiien wurde von der Verqeblichkeit aller Anstrengungen der behäbige KriminalkommiNar Wach betrofen; bekümmert saß er in seinem Bu:eau und dachte oft an diesen Mißerfolg. Es schwebte ihm das impertinente Lächeln des rheinischen Amtg?richtsraths vor, der von vornherein d'.e Ehance der neuen Spur bezweifelt hatte, er sah im Geiste das bleiche Antlitz der des Mordes verdächtigten Blanka Espingcr, die auf seine Tüchtigkeit und seinen Spurttnn so große Stücke hielt. und er erinnerte sich des tiefbekümmerten Franz Vern, dem er so zuversichtlich Muth eingesprochen. Sollte der Amtsgcnchtsrath Recht behalten und Blanka nebst Christine nach einiger Zeit wegen mangelnder Beweise aus freien Fuß gesetzt werden? Dieser Ausgang wäre für die beiden Mädchen ebenso Hirt gewesen, wie eine Strafe; denn man weiß ja, wie im Volke über den Ausdruck mangelnde Beweise" gedacht wird. Das war es nicht allein, was ihn quälte und seine Arbeitslust lähmte. Wach besaß, wie alle Beamten seiner Kategorie, einen brennenden Ehrgeiz. Der ihm oft lächelnde Erfolg, die ihm häufig zu Theil gewordenen Belohnungen und Belobungen und ein gewisser Stolz aus seinen sur den Staat hochwichtigen Beruf hatten in dem Mann ein felsenfestes Vertrauen auf sein Urtheil, seinen Scharfsinn und seine Menschenkenntniß emporwachsen lassen, das ihn etzt so treulos und unerwartet täuschte. Er selbst würde die Spur noch nicht aufgegeben haben, doch sein Vorgesetzter war anderer Ansicht und hatte wohlwollend gesagt: Wir wollen das Geld nicht mit vollen Händen zum Fenster hinauswerfen, lieber Wach. Sie haben in dem Falle das Aeußerste gethan. Irgend ein uns unbekannter Umstand kommt dem Verbrecher zugut. Wer weiß, was sich Zwischen ihn und die strafende Gerechtigkeit stellt! Wir sind eben nur Menschen und nicht allwissend. Lassen Sie sich die Sache nicht zu Herzen gehen, die Zeit wird schon die Aufklärung bringen. Man wird jedenfalls die fruchtlose Untersuchung einstweilen abbrechen müsseit." Titus Wach war durch diese Wendung der Angelegenheit erregter, als er äußerlich kundthat, und fest cntschlossen, den gcheimnißvollen Rosknthale? Mord nicht aus dem Auge zu lassen. Es war um die Zeit, als der AltHändler Samson Veit das Edelsteingeschäft mit Ganzer und Virling abschloß, da stieg ein reich mit Gepäck versehener Fremder im Hotel K. ab. Ter Zufall wollte es. daß ein Unteragent des Kommissars Wach am folgenden Morgen etwas im Hotelbureau zu thun hatte und dabei gewohnheitsmäßig nach den angekommenen Fremden fragte. Man gab dem Beamten das Fremdenbuch, das er flüchtig prüfte; Plötzlich verwandelte sich seine Gleichgiltigkeit in reges Interesse. Er fragte den Hotelinspektor, indem er auf einen Namen im Fremdenbuch deutete, ob er den betreffenden Herrn gesehen habe. Den? Jawohl, ich war anwesend, als er sich einschrieb." Ah," rief der Agent eifrig, können Sie mir seine Persönlichkeit beschreiben?" Genau beschreiben? Nein. Doch fiel mir auf. daß er grellrothes Haar hatte." Untersetzte Statur?" Ich glaube; er schien kräftig gebaut und war sicher nicht älter als dreiundzwanzig Jahre." ..Ein Schwede?" Nach der Eintragung zu urtheilen aus Södertalg? bei Stockholm " Der Agent achtete nicht weiter darauf, was der Inspektor etwa noch sagen wollte, sondern verließ eiligst das Hotelbureau. Athemlos trat er in daL in der Nähe liegende Bureau des Kommissars und meldete, was er gelesen und erfahren hatte. Titus Wach gerieth in Erregung; er fragte noch: Und der Name, stimmte er genau?" Ja. ja, Herr Kommissar, Jrnfried Karström oder vielmebr Baron Karström stand in der Liste." Baron? Wenn es doch nicht der Rechte wäre?'' Einige Sekunden lang peinigten den Kommissar bange Zweifel, dann überwogn das berufliche Interesse und der neu erwachte Eifer des Detektivs. Sein nächster Vorgesetzter war verreist, und der Weg nacy 'dem Präsidium dünkte ihm mit zu großem Zeitverlust verbunden. Inzwischen konnte dieser Karström den Einfall bekommen, abzureisen. Er mußte den Fremden unbedingt sehen und mit ihm sprechen. Wach übergab einem seiner Beamten den Vureaudienst. machte sorgfältig Toilette und begab sich als elegante: .Herr nach dem Hotel K., wo er sich bei Jr- L . . r rr Baron Karström melden lieg, ur mußte ziemlich lang? warten, bis er vorgelassen wurde; denn einmal war es noch ziemlich früh am Tage, und zum andern erschien dem Baron der Name des Besuchers völlig fremd. Endlich stand Titus Wach dem jungen schwedischen Baron gegenüber und ward zum Siken eingeladen. Ver Kommissar that, als bekämpfe er eine

aufsteigende Verlegenheit, und begann langsam eine Art Entschuldigung vorzubringen. Wahrhaftig. Herr Baron. Ihr Anblick frappirte mich im ersten Augenblicke. Ich eilte frohen Muthes hierher, meinen verehrten alten Kunden zu begrüßen und finde einen jungen Herrn" D bitte, das kommt vor. Herr 20" Wach, Kunsthändler," ergänzte rasch der Kommissar. So, Kunsthändler. Ick habe keinen Bedarf." (Fortsetzung folgt.) Taö Avancement im öcutschktt öcerc. Die soeben zur Ausgabe gelangte DienstalterslZsie der Offiziere "der preußischen Armee und des 13. (württembergischen) Armeekorps 13031904. a?e!che im Anschluß an die große Rangliste erschienen und am 5. Oktober d. I. abgeschlossen ist. giebt einen zuverlässigen Ueberblick über die AltersverHältnisse im Heere, die als besonders günstig nicht bezeichnet werden können. In der Generalität und auch schon bei den Stabsoffizieren gestalten sich diese Verhältnisse zwar günstiger; es ist dies aber für die allgemeine Beurthei-

lung um so weniger von Belang, als j )ei der Beförderung zum Stabsoffizier oas Springen der zum Generalstab und Kriegsministerium und zur höHern Adjutantur kommandirten Ossiziere einsetzt. So sind beispielsweise Leutnants von 1867 zum kommandierenden General heran, während noch Leutnants von 1866 kaum zur Division heranstehen, ja sogar ein Leutnant von 1867 bei der Infanterie erst Oberst und Regimentskommandeur. Leutnants von1868 aber noch mehrere erst Obersten sind. Daraus ist zu entnehmen, daß die Beförderung der Offiziere aus dem reinen Frontdienst in die höhern Stellungen recht viel zu wünschen übrig läßt. In einigermaßen gesicherter Lebensstellung ist der Offizier eigentlich erst mit seinem Aufrücken in die Stellung als Regimentskommandeur und auch in dieser Beziehung ist die Jnfanterie als Hauptwaffe am schlechtesten gestellt, denn abgesehen von einigen Generalstäblern u. s. w. giebt es bei ihr keinen einzigen Oberstleutnant, der ein Regiment hätte, d. h. alle Oberstleutnants beziehen dieselben Gebührnisse wie der jüngste Bataillonskommandeur. Sonst sind bei allen übrigen Waffen, selbst beim Train alle Oberstleutnants bereits in RegimentskommandeurStellungen, nur beim Jngenieurlorps giebt es nach der Dienstaltersliste noch fünf, welche Zahl sich durch die Oktoberbcförderung auf drei ermäßigt hat. Majors als Regimentskommandeure giebt es bei der Infanterie, den Ingenieuren und dcmTrain überhaupt nicht. dagegen bei der Kavallerie 1. bei der Feldartillerie 2, bei der Fußartillcrie 1 und bei den Verkehrstruppen 2. Bei letztcrn sind übrigens sämmtliche Stabsoffiziere bis auf vier aus dem Ingenieur- und Pionierkorps hervorgegangen, ebenso 46 Hauptleute, von welchem Dienstgrad 8 der Infanterie und 1 (Luftschi'ffer) der Feldartillerie angehören. Die ältesten Oberstleutnants bei der Infanterie sind vom September 1870 Leutnants, also über 33 Jahre Offizier, während sie bei den Verkehrstruppen erst vom Oktober 1873 sind, also erst 30 Jahre Offizier, aber dafür schon seit einigen Jahren Regimentskommandeure. Vor der Beförderung zum Stabsoffizier stehen die Hauptleute bei der Fußartillerie und den technischen Instituten mit Leutnantspatent von 1881. bei den Verkehrstruppen von 1880, bei der Jnfanterie aber erst von 1878. Hierbei ist aber der wichtige Umstand zu berücksichtigen, daß bei allenWaffen das Auf rücken zum Major sofort die Gebührnisse eines Bataillonskommandeurs zur Folge hat, nur bei der Infanterie muß sich der neu ernannte Maior noch meh rere Jahre mit demGehalt eines Hauptmanns begnügen Generalstab und Kriegsministerium dabei selstredend ausgeschlossen. Auch zum Hauptmann und Oberleutnant steht die Infanterie um ein bis zwei Jahre schlechter als die übrigen Waffen, und wer keineAussicht hat. durch bevorzugte Stellung im Generalstabe oder anderwärts rascher vorwärts zu kommen, für den eröffnen sich nur wenig vcrtheilhafte Aussichten im militärischen Beruf. Diesem Umstand dürfte hauptsächlich der Mangel an Offizierersatz bei der Infanterie zu zuschreiben sein. Chinesen gibt es in Johannes. C 1-. c ' .i snn - imig, uvllsrila, eima wu; iyrer lbü vcsttzen eigene Geschäft? und alle finden ihr gutes Fortkommen. ?cr CnnUprolz. . . . Schämst Du Dich nicht. Os kar, Schulden zu machen. Und noch dazu blos 500 Mark!-

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Leuer - Signale.

Pennsylv und Market i English'S Opern-Hau? East und Nw Fork 7 Noble und Michigan S N. Jerjey u. 3JJafi Ad Vine und North .0 Market und Pinr - Vermont nahe fast 'S No. s Eprizmyau Maff. Ave nahe Nol,i 13 Dewtt und Wslnut 14 Jersey u Ecnnal A. 5 Mass und Eornell Lv" Ash iu d u. encfet 7 Park Ave und 12 eti . Columbia und Hillsid !s Highland Ave u. Pratt II JllinviS und St. In i3 Pennsdlv. und Pratt .4 Meridian und 11. Stt ib ?Zo. 5 SprizenhauS u nah JllinvlS 16 Senate Avtu.StCIa n Illinois und Mchigan i Pk tsylvania und 14. to Senate Ave. und 13, il 3lo. 1 Spritzenhaus Jno Ave naheMichigan t Meridia und Walnut tt California u Vermont 15 Blake und New Fork SS Ind. Av. u. Et. Elair n City Hospital !S Blake und Nort? jg Michigan und Lne ti No. s Spritzenhau Wajhmgton nah West Ejendorf u Wash. 13 Missouri u New Dort Meridian u Wash 6 Jlllno und Ohio 7 Eapitol Vv. u Wash 4 Ämga' Porkhau 19 Straßenbahn Ställe 169 Park Ave und 16 212 Capital Ave und 17. 213 Pennshw. u. 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Washington 427 Oliver und Birch 423 Oliver und OSgood 429 Nordyke und Z)ork 431 Hadley Ave u. MorriS 432 Riv Ave u. MorriZ 454 River Ave und Ratz 435 Harding u. Big 4 R ? 436 Harding und Oliva 437 No. 19 Epritzenhqz MorriS und Hardina, Hotsarb 49 tocky 451 ReiSner und SttZe 452 Howard und L 453 orotf und Jtslpfctft 456 Lambett und Stknl 457 Nordyke SU u. Voce o WorkS 613 West und Aas 513 Jtentud St u. StarCC 614 Meridian md Starrt 616 Illinois n5 SanlaS 17 Morris und Dakota bis MorriS und Church 619 Capital A. u McCar. 621 Meridian und Pal 523 Pine un), Lord 624 Madisor.Av! 526 Meridian und BeU Z 527 Carlos und Rad 623 Meridian und Anxons 529 Meridian u. Rah nond 631 Meridian u. M.-Cai. ' 622 No. 17 Spritzenhaus MorriS nah Wcfl 12 MrKerna?:und Zouc, 61 Last u. Lincoln 614 East und Oeecha 615 Wright und Saniert 17 McEarty und Beaty 613 New Jersey u fßve 2U 7it Epruce und Pros?! TU English Av. tt. LaureZ 714 Stabe Ave u. BeU R5 715 Chelby uud Beechcr 716 State Ave und Oran 71S Orcnge und Laure! 719 Chelby u.Ci'.taae S W. Wafhmgton Ctt 51 No. 10. Spritzenhaus Illinois u Rerrill 52 JllinoiS u ouisiana 53 Weg und Couch 54WestundMcEarry Senate Lv. u Henry 67 Meridian und Zay No. 4 Spritzenhaus RadisonZlv.uMor-.-il s9 Madison Av. u Dunlop tt No2Haken LeiterhauS South nah Delawari t Penn, u Merrill t Telaware u. McCsrttz M ast und McSarty New Jersey u. MerrtU 07 Lirg. Av. u Lradsha 68 Saft und Prospect 9 Bicking und High 71 No. 11 Spritzenhaus Bir Ave. nahe Huro 7 East und Seorgia 73 Eeda, und Elm 74 Davidson u Georgt tf English Av. u Pine 76 ChelSy und BateS No. 3 Spritzenhaus Prospect nahe Chelby " Fletcher Av. u Chelby 51 Market u. New Zersey 32 Tclawan und Wash. 93 East u Washington 64 New Fo?ku.Dapidsor 65 Taubstummen Anstalt 86 er. Staaten Arsenal S7 Oriental und Wafb. 8 Fraucn-Reformat. S1 No. 13 Spritzenhaus Maryland nahe Mer. ü2 Meridian u. Gcorczia 33 Meridian und South 4 Pennsvls u. 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LexingtonA, fiCVH, 713 Fletcher Ave u.OruU 724 State Ave o. lcasan TA Prospc und ?!tasar.( 726 Orange und Harlar 723 Liber.? und Wen 729 Nvvk und South tt No.l Cxritzenhstu Ost Washington " 81 Market und Noble 814 Ohio u. Highland l 815 Mübigan u. Highlanc 81 Market u Arsenal Sü 817 Oft 6 Clair u5 Union Bahn Geleise. d21 Pan Handle Shop? 23 Vermont und SVaicot? 824 Wash. und State A 825 Madden'SLoungk Kab826 Tucker und Dorsev 827 Wash. und BeviLe Ave 829 No.l Spritzenhaus evill nahe Michiga 851 Eoutheastml Ave und Woodside. 83 Wash. und Dearbo 834 Eoutheaster und Arsenal AveS. 835 New Fort nd Temp 912 JllinoiS und Maryl. 13 JllinoiS und Market, 914 Penn, und ask 915 Delaware und Spezlal'Siznale. Ersten l Schläge, zweiter Alarm, Zweiten Schläge, dritter Alarm, Dritten Schlage, vierter Alarm. l--l, Feuer au und Schlauch aufger 5 Schläge, Wasserdruck ab. 1 Schlage, 1 Uhr Mittags. 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