Indiana Tribüne, Volume 27, Number 91, Indianapolis, Marion County, 7 December 1903 — Page 6
Jttdiana Tribüne, 7. Dezember 1903.
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Europäische Nachrichten-
Frcrirz Wrnde0urg. Berlin. Beim Ausspringen auf einen , Straßenbahnwagen ist der 18 Jahre alte Handlungsgehilfe Richard Krause aus der Wallner Theaterstraße 45 vor dem Mühlendammgebäude tödtlich verunglückt. Er sprang fehl, kam zu Falle, gerieth unter den AnHänger, wurde überfahren und so schwer verletzt, daß er bald darauf auf der Unfallstation in der Brüderstraße starb. Theodor Hildebrand, Mtim haber der Firma Theodor Hildebrand u. Sohn, bat anläßlich seines 25jährigen Chef-Jubiläums seinem Personal die Summe von 75.000 Mark gespendet. Die Oberin des AmalienHauses in der Motzstraße Schwester A. Sahrland bemnq lhr 2oiahncje3 ubiläum. Der bekannte Nationalökonom Professor Kärqler. der lange Zeit landwirthschaftlicher Sachverständiger bei der Gesandtschaft m Buenos Aires war, ist hier plötzlich gestorben, nachdem er soeben von einer im Auftrage der Regierung unternommenen Tropenreise zurückgekehrt war. Vor den Augen der Gäste erschoß sich der 27 Jahre alte Kurbelstepper Albert Dobbertm aus der Zionskirchstraße 35 in der Gastwirthschaft von Dittschlag in der Münzstraße 1415. Dobbertin war ein tüchtiger Arbeiter, der viel Geld verdiente: er war aber dem Trunke dermaßen ergeben, daß er krank wurde. Geheimer Regierungsrath Dr. Lippmann, der langjährige Direktor des Kupferstichcabinets der hiesigen Museen, ist nach schwerem Leiden im Alter von fast 64 Jahren gestorben. Von emem eisernen Trager erschlagen wurde der 56 Jahre alte Maschinenfabrikant Julius Mostack aus der Uferstraße 14 Qberstadtiekretar a. D. Karl Heltepnem, Wallnertheaterstraße 37, feierte sein 25jähri?es Jubiläum als Rendant der r . ! - t..ri.H. C?. r.Il rmen-peisungs-'nilaii, oie ich länger als 100 Jahren den Ertrag ihrer jährlichen Eollekten zur Verabreichung warmer Suppen an die arme Bevölkerung während der Wintermonate verwendet. Potsdam. Dem Wirklichen GeHeimen Oberfinanzrath und Provmzialsteuerdirektor a. D. Loewe wurde der Stern zum Rothen Adlerorden 2. Klasse mit Eichenlaub verliehen. B o r n i m bet Potsdam. Die Kai serin nahm an der Jubiläumsfeier des fünfzigjährigen Bestandes des Mäd-chen-Waisenasyls Bethesda theil, die in einem Gottesdienste in der hiesigen Kirche und in einer Nachfeier in der Anstalt bestand. Vliesendorf ve: Werder a. H. Der in dem Resauer Spukproceß seinerzeit vielgenannte Prediger Muller von hier trat nach langer ÄmtsthätigZeit in den Ruhestand. Charlottenburg. Das Fest der silbermn Hochzeit feierten EmailleOberbrenner August Wuller mit seiner Ehefrau Emma, geb. Müller, Berlinerstraße 9, und das Ehepaar August Fost. Frankfurt a. O. Commercienrath Steinbock bat aus Gesundheitsrückslchten den Vorsitz der Handelskammer für Frankfurt a. O. und die Neumark niedergelegt und ist aus der Kammer ausgeschieden. Als Mitglied hat er der Kammer über 20 Jahre naehört; den Vorsitz führte er seit 1898. Groß-Lichterfelde. König Georg von Sachsen bat der Haupt-kadetten-Anstalt bierselbst sein Bild sowie dasjenige weiland König Werts behufs Aufnahme in den dortigen Feldmarschallsaal durch den Berliner sächsischen Militärbevollmächtigten Krug von Nidda überreichen lassen. K a r l s h o r st. Haupt - Steuer-Amts-Sekretär Carl Kohlert feierte sein 40jähriges Dienstjubiläum. Seine Militärzeit absolvirte er von 1863 1871 beim Fürstenwaler Ulanen-Regi-ment, woselbst er an den Feldzügen Kon 1866 und 187071 theilnahm. Er wurde durch zahlreiche Ehrungen usw. hocherfreut. Trompeter seines alten Regiments brachten ihm u. a. einen schmetternden Morgengruß. M e l l e n bei Zossen. Sein 25jähriges Militärdienstjubiläum beging der bei allen Kameraden und Officieren wegen seines ruhigen, bestimmten und freundlichen Wesens beliebte Feldwebel und Schirrmeister der Depotverwaltung und Eisenbahn-Brigade, Werner Stein. Dem Jubilar wurden an seinem Ehrentag viele und mannigfaltige Überraschungen zutheil. roti3 Hstprcußcn. Königsberg. Dem Fabrikbesitzer Albert Jakoby wurde der persische Löwen- und Sonnenorden 4. Klasse verliehen. BeimFensterputzen stürzte eine Frau Schirrmacher in der Böhmstraße aus der Mansarde des vierten Stockes auf den Hof und war sofort lodt. A l l e n b u r g. Das Wohn- und Geschäftshaus des Kaufmanns Koenigstein wurde durch Feuer, welches auf dem Bodenraum neben dem Zimmer der jungen Leute des Geschäfts ausbrach, heimgesucht. Eydtkuhnen. Zwei gefüllte Scheunen und Stallungen sowie ein Speicher des Besitzers Heiser in Draewiningen wurden durch Feuer vernichtet. Der Brandstifter, ein entlassener polnischer Knecht, wurde verhaftet und hat seine That eingestanden. G l o t t a u. Auf der hiesigen FeldI mark hat der 60 Jahre alte Besitzer Kranich beim Grandfahren einen
icyrccllichi.-.! cd gesunken. ISr wollte beim Fahren vom Wagen aus die Bracke zurecht legen, die in Unordnung gerathen war; dabei stürzte er vor den Wagen, und die Räder zermalmten ibm den Kov? und Brust. o n i g s g u t. Vier Gebäude des hiesigen Besitzers Nieniercza wurden durch Feuer zerstört. Der Schaden ist bedeutend, da weder Gebäude noch Inhalt versichert waren. O st e r o d e. Schuhmachermeister Karl Goeritz von hier wurde todt in seinem Stalle vorgefunden. Anzeichen sprechen dasür. daß der 54 Jahre alte Mann sich erhängt hat und der Strick gerissen ist. S a l l e w e n. Das Wohnhaus des Besitzers Mittel wurde durch einen Blitzschlag eingeäschert. Tilsit. Altsitzer Michael SchePols und der Besitzersohn Endrus Staschulies aus Medischhehmen, die hier als Zeugen vor Gericht geladen waren, befanden siÄ auf der Heimfahrt. Als sie den Bahndamm der im Bau befindlichen Eisenbahnstrecke Po-gegen-Laugszargen kreuzen wollten, kam gerade ein Arbeitszug die Strecke entlang gefahren und zertrümmerte den Wagen. - Schepoks wurde nicht unerheblich am Kopfe verletzt, dem 19jährigen Staschulies der rechte Unterschenkel zermalmt. Provinz Westpreußcn. D a n z i g. Rentier Rudolf Kämmcrer ist, 79 Jahre alt, hier gestorben. Er besaß früher den Eisenhammer" in Oliva. 20 Jahre lang war er Dirigent des Jnstrumentalvereins, der später in die Philharmonische Gesellschaft und dann in den ieniaen Or-
chesterverein aufging. Als Privatier Schneider von semer Wohnung in der Heiliaenaeistaasse nach der brauengasse zielen wollte, entlud er noch zur Sicherheit seinen scharf geladenen Revolver, wobei ihn ein Geschoß selbst traf. Schneider achtete wenia auf die Verletzung und besorgte den Umzug bis zum Schluß. Als er aber zu große Schmerzen fühlte, wurde festgestellt, daß das Geschoß die Brust getroffen habe, und Schneider starb alsbald an der Verletzung. E l b i n g. Standesbeamter Homann beging sein 50jähriges Dienstjubiläum. Vertreter der städtischen und der Staatsbehörden überbrachten ihm Glückwünsche. Oberbürgermeister Elditt überreichte ihm den verliehenen Kronenorden. G o l l u b. Das Wohnhaus der Frau Gräber brannte vollständig nieder. Die Bewohner des Hauses erwachten erst durch das Geräusch der infolge des Brandes herabfallenden Dachpfannen und konnte nur wenig retten. Fastrow. Nach qualvollen Leiden starb der Kuhhirte Drewanz, der von einem Bullen vor Kurzem furchtbar'zugerichtet worden war. Langfuhr. Büureauvorsteher a. D. 5vanzlnrath Knaack erhielt den Kronenorden 3. Klasse. Marienburg. Im benachbarten Sandhof hat sich ein großes Brandunglück zugetragen, welchem sechs Menschenleben zum Opfer gefallen sind. Der Texameterkutscher Podlech und seine vier Töchter im'Alter von 2 bis 4 Jahren wurden als verkohlte Leichen an der Stubenthür aufgefunden und in's Leichenhaus geschafft. Die Frau des Podlech ist aus dem Fenster des 3. Stocks gesprungen und hat sich das Rückgrat und ein Bein gebrochen, sich auch ein Auge ausgeschlagen und ist ihren Verletzun gen erlegen. Dem Baynassistenten Leyer und dem Weichensteller Puwlatzki sind sämmtliche Möbel und Kleider verbrannt; beide haben mit ihren Familien nur das nackte Leben geiettet. N e u st a d t. Im hiesigen Krankenhause starb der Arbeiter Janetzki aus Schluschow, welcher auf der Strecke Neustadt-Prüssau überfahren und tödtlich verletzt worden ist. Preußisch-Friedland. Das ölugust Kurzynki'sche Ehepaar feierte die diamantene Hochzeit. S ch l o ch a u. Die antisemitischen Hetzereien haben hier zu einem abscheulichen Todtschlag geführt. Ein jüdischer Schriftsetzer Levi aus Warschau ist in einer hiesigen Herberge von vier Einwohnern des Ortes gehänselt und, als er ihnen das Vaterunser nicht vorlesen konnte oder wollte, schwer mißhandelt, und als er scho bewußtlos war, in einen Stall geschleift worden, wo man ihn todt fand. Die Staatsanwaltschaft ist bereits gegen die Thäter eingeschritten. Mrovinz sommern. Stettin. Stadtsekretär und Oberbuchhalter der städtischen Sparlasse. Heinrich Ebert, feierte sein 50jähriges Dienstjubiläum. Dem hie-, sigen russischen Vice - Consul Carl Kappert, Mitinhaber der Firma Eugen Rüdenburg, ist der russische St. Annenorden 3. Klasse verliehen worden. B e l g a r d. Das Rentier Julius Gronau'sche Ehepaar feierte das Fest der goldenen Hochzeit. Das Jubelpaar erfreut sich seit 50 Jahren in unserer Stadt einer großen Verehrung und Achtung. Greifs wald. Professor der Theologie Konsistorialrath Cremer ist hier gestorben. Den Rothen Adlerorden 3. Klasse mit der Schleife erhielt der akademische Oberförster Forstmcister Wagner. Glendelin. Auf dem Gehöft des Müllers Eigenbrodt wurde das
Wohnhaus nebst Scheune durch eine Feuersbrunst zerstört. Auch das anstoßende Wohnhaus des Eigenthümers Klein ginq in Flummen auf. K ö s l i n. Bäckermeister Schumann kam beim Häckselschneioen mit der linken Hand dem Messe: der Maschine zu nahe. Es wurdin ihm fünf Finger abgeschnitten, so daß die Amputation der ganzen Hand nothwendig wurde. Lüdershagen. Der frühere Müllermeister Karl Vick gerieth unter den herabfahrenden Fahrstuhl der Mühle und wurde von demselben buchstäblich breitgedrückt. Sein Tod trat kurz darauf ein. Plathe. Das Wohnhaus des Ackerbürgers R. Ohm gerieth in Brand. Da es ein altes Fachgeoäude war, griff das Feuer mit großer Schnelligkeit um sich. Als die im ersten Stock wohnende Hebamme Frau Behl die Küchenthür öffnete, schlugen die Flammen in die Stube, ergriffen ein Bett, auf welchem der krankeMann saß. um sich anzukleiden. Halbnackt mußten sie eiligst die Stube verlassen, ohne auch nur das Geringste zu retten; auch 250 Mark baares Geld sind mitverbrannt. Das angrenzende Haus des Schiniedemeisters Tews und die Stallgebäude der Ohm'schen Hoflage sind vollständig vernichtet. S t r a l s u n d. Die Ehefrau des Fischers Geß stürzte beim Aufhängen von Wäsche auf dem flachen Dache ihres Wohnhauses so unglücklich aus das Straßenpflaster herab, daß sie einen Bruch des Genicks erlitt. Der schleunigst herbeigeholte Arzt konnte nur den Tod der Verunglückten konstatiren.
Große Schweiger. Es ist eine merkwürdige und interessante Thatsache, schreibt eine englische Zeitschrift, daß von den Großen der Welt viele ebenso sparsam mit Wortcn wie verschwenderisch mit Thaten gewesen sind. Für Moltke ist das Beiwort der große Schweiger" stehend geworden. Nicht weniger schweigsam war Wallenstein. Er lebte in einer Atmosphäre des Schweigens" und äußerte nie ein Wort, das nicht absolut nothwendig war; auch duldete er nicht, daß andere in seiner Gegenwart mehr als nöthig sprachen. Einer seiner Kammerdiener wurde schwer bestraft, weil er Wallenstein durch unnöthiges Geräusch erweckt hatte; seine Diener waren wie Stumme und wagten in seiner Gegenwart nickt, die Lippen zu öffnen; er war von Patrouillen umgeben und die Zugänge zu seinem Hause waren verbarrikadirt, um ihn vor der geringsten Störung zu bewahren. ' Im Vergleich mit Wallenstein könnte Diogenes als eine Plaudertasche und Wilhelm der Schweigsame als ein Polterer" erscheinen. Schweigsamkeit ist überhaupt charakteristisch für die berühmtesten Feldherrn der Welt. Napoleon rühmte sich, daß er in seinen Verhandlungen mit Männern nie ein Wort verschwendete und meist einsilbige Antworten gab. Dabei entging seinem Auge nichts, und in einem Satz sagte er mehr als die meisten Menschen in einer Viertelstunde. Wenn dem Herzog von Marlborough von seinen Generalen Meldungen gemacht wurden, zog er die Uhr und sagte: Ich gebe Ihnen eine Minute." und wehe dem Offizier, der diese Beschränkung nicht beachtete. Der Herzog von Wellington war für seinen Stab gleichsam eine Sphinx. Ein Nicken oder Kopfschlltteln war oft die einzige Antwort, die von ihm zu erhalten war, und als er einst gefragt wurde, was er für die besteAusrüstung eines Befehlshabers halte,' antwortete er: Einen langen Kopf und eine schweigsame Zunge." . Das Schlimmste, was Präsident Grant's Feinde von ihm sagen konnten, war: Er will nicht sprechen, weil er so viel zu verbergen hat"; aber gerade in dieser Schweigsamkeit lag seine wirkliche Stärke. Seine Befehle waren die kürzesten, die niedergeschrieben werden konnten, und als ihn einstmals eine junge Dame scherzend fragte, warum er mit ihr nicht reden wolle? antwortete er: Wissen Sie nicht, daß Schweigsamkeit eine der größten Künste der Unterhaltung ist?" Karl der Große war geizig mit Worten und sagte mit Consuzius, daß Stillschweigen ein Freund ist, der nie verrathen wird. Hannibal war ein Mann von einsilbigen Worten", Julius Cäsar wurde von seinen Soldaten Das Orakel" genannt, und in der Gegenwart zeigt Lord Kitchener die Stärke, die im Schweigen liegt. LändlicherMaßstab. Michel, mach's Maul auf, daß i siech, wie groß i d' Knödel machen soll!" " Ersatz. Ei, Meister Pechmann, Sie haben sich in Lebensgröße porträtiren lassen wie sind Sie darauf gekommen?" Der Maler war mir seit zehn Jahren das Schuhwer! schuldig geblieben und auf meine dringenden Mahnungen erklärte er, abzahlen könne er nicht, aber abmalen!" Wörtlichzutreffend. Händler: Neulich bestellte bei mir ein Knecht von der Domäne Ringleben zwei Fuhren Guano wie ich sie heute hinausbringe, erklärt der Pächter, daß er keinem Menschen einen solchen Austrag gegeben hätte. Was sagen Sie dazu?" Anwalt: Das ist entschieden eine Mistifikationl"
Welk Davttsack'e Lchrcibebrikst
Ho. 31 mm -SWM Geobrter Mister Editor! Ich hen Jhne in mein letzte Schreibebrief geprammißt, daß ich Jhne emol e wenig aus meine junge Jahre verzähle wollt un was ich prammisse, das behalt ich immer. Off Kohrs mer gleicht auch nit alles zu verzähle, was mer in seine junge Jahre getriwwe Hot un jubettschuhrbuhts, ich sage Jhne auch nit alles. Bieseids das kann ich ja auch nit in die Dietehls gehn, sonst könnt ich e Buch von die Seis von Websters Enziklobidazie voll mache. Sie sin ja so verdollt siinschie mit den Cpehs wo Se mich gewwe, daß ich noch nie nit meine Gefühle so recht Ausdruck verleihe hen könne. Also for en Start zu kriege, ich sin in meine früheste Kindheit gebore morde un wann ich auch dabei war, kann ich Ihne doch nit viel davon verzähle. Den Name Habersack hen ich schon gleich mit uff die Welt gebracht, den Name Meik hen ich erscht später kriegt. Zuerscht hen ich den Name Michel kriegt un den Name hen ich erscht getschehnscht wie ich nach die Juneitet Stehts gemacht sin bikahs dort hen se schon so viel von den deutsche Michel gehört, daß se for lauter Schrecke den Name gar nit pronaunze könne. In die Schul do sin ich einer von die erschte gewese wann mer von unne anfange duht. Der Tietscher Hot mich mehr Schmiß gewwe, wie ich hen stende könne un do hen ich ihn emol uff en schöne Dag, wie er grad Widder an meine Ettjukehschen mit den Rieme geschafft Hot, en Kick gewwe, daß er e ganze Woch lang in sei Bett Hot stehn müsse. Das Hot's for mich gesettelt. Ich sin von den Tschennitter so verhammatscht worde, daß ich for vier Woche sohr war un mich nit hen setze könne. Wie ich wieder reduhr in die Schul komme sin do war auch den Tietscher sei Krankheit Widder iwwer un er Hot mich mit e Aufmerksamkeit getriet, die Hot einiges geböte. So wie ich mich nor gemuckst hen, do hen ich auch schon eine uff den Buckel gehabt un wann er ausgeteiert war, do Hot er mich in den Katzert gesperrt un Hot mich in den dunkle Loch manchmal e ganze Stund hocke losse. Den Weg is es doch nadierlich, daß ich nicks hen lerne könne un ich hen dann auch for Speit drei Johr lang in seine Klaß gesesse, blos daß ich ihn fuchse un iehwen mit ihn wer'n konnt. Wie ich verzehn Johr alt gewese sin, do Hot er mich off Kohrs nit mehr länger halte könn: un mein alter Mann Hot mich zu en Tehler in die Lehr gewwe. Er Hot gesagt, in die Schul hätt ich nicks gelernt un zu den Tehlerbißneß do braucht ich nit mehr zu wisse, als e Niedel uffehdele un das wär all. Awwer off Kohrs hen ich die Prohfeschen auch nit eckstra gegliche. Ich hen's schon recht weit gebracht gehabt; ich hen e Paar Hose mende könne wie alles un hen en Riester uffgesetzt, daß der Bahs mich fascht umgebracht hätt for Tschellessie off Kohrs, er Hot mich mein Suckzeß nit gegunnt. Ich hen einiges getreit, von ihm fortzukomme, awwer erscht wie ich ihn bei Mißtehk e retthat Biegeleise uff sein Fuß hen falle losse, do Hot er eingesehn, daß ich doch nie nit en großer Suckzeß wär un do Hot er mich gefeiert. Ich sin dann zu meine Erholung bei en Schuster komme, wo mich anwer auch nit getriet Hot, wie es recht gewese is. Ich hen nicks zu duhn gehabt, als wie for den Bahs Bier zu hole un wann ich emol so kein gutes Mescher kriegt hen, dann Hot er mich for geblehmt. Hot geklehmt, ich hätt die Hälft davon gedrunke un Hot mich ganz jämmerlich verschmisse. So e Lewe kann awwer noch kein Boliesmann stende un do hen ich uff en schöne Dag gekwitt. Vorläufig hen ich for längere Zeit Feckehschen gehabt un so arig sich auch der alte Mann getruwelt Hot, so Hot er doch niemand gefunne, wo mich Hot hawwe wolle. Ich hen nicks drum gewwe un sin den ganze Dag an den Bomm gewese wo ich mich die Naduhrwissenschaft gewidmet hen. Ich hen Bocks gefange un Botterfleis un so Stoff un wann ich Obends heim sin komme, dann hen ich jedesmol mei Wichs kriegt; der alte Mann is zu unverninftig gewese. Einmol sin ich Obends mit e ganze Backs voll Mehbocks heim komme un for daß se de alte Mann nit sehn sollt, hen ich se unner sei Bett gestellt. In die Nacht sin die verdollte Bocks eskehpt un sin den alte Mann in sei Bett gekrawwelt. Zum Lohn dafor hcn ich ganz schreckliche Schmiß kriegt un er Hot mich aus den Haus gejagt. Do hen ich jetzt gestanne mit meine Kenntnisse. Hunger hen ich immer gehabt un for den Niesen hen ich auch ebbes zu esse hawwe müsse. Do sin ich dann zu en Farmer komme, wo ich for mei Bohrd die Picks hcn siede derfe. Uff en schöne Dag is emol der Milkmann aus die
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Zittie nach unser Farm komme un der Hot mich aleich gegliche. Er Hot gesagt, er müßt bei den Uffmickse en Bub hen, wo nit so arig schmart wär un er deht denke, daß ich die Bill fille deht. Der Farmer is froh gewese wie er mich los geworde is un do sin lch dann reiteweg mit dem Milkdieler in die Stadt. Von do an Hot e anneres Lewe for mich gestart. In leß denn no Teim hen ich die Milk mickfe könne besser wie der Bahs un in Konsekwenz Hot das Bißneß geflorrischt wie alles. Bald hen mer drei Horses nöthig gehabt un dabei hen ich noch die Kostiemers wo klohs bei gelebt hen selbst bediene müsse. Ich sin awwer auch arig konschientius gewese un wann es emol geyäppend is, daß ich nit mehr riemembere hen könne ob ich die Milk schon gemickst hatt, dann hen ich se dett schuhr noch emol gemickst. Schließlich is es so weit komme, daß die Kostiemersch angeketscht hen, der Bahs is errestet worde un Hot e große Fein bezahle müsse. Die Kostiemersch wollte dann nicks mehr von ihn wisse un do hen ich selbst e Bißneß uffgemacht un ich hen den ganze Trcht kriegt. In mein nächste Schreiwebrief will ich Jhne den Rest von mei Pähsi verzehle un Se könne dann for sich selbst ausfinne. daß ich auch mitaus e forschtreht Ettjukehschen recht weit komme sin. Juhrs trulie Meik Habersa, Eskweier un Sheriff von Appel Jack, Holie Terrer Kauntie. Von der Schmiere. Direktor: Nein, Balthasar. den König können Sie nicht in zerrissenen Stiefeln geben; wenn Sie keine halbwegs ganzen haben, müssen wir Sie halt auf dem Theaterzettel als gichtkrank ausgeben und die Füße einwickeln." Anerkennung. Gauner (der von seinem Rechtsanwalt brillant vertheidigt wird): Sakra, ver als Compagnon, dös gät? a Firma! U n w i d e r st e h l i ch. Seine Malerei übt große Anziehungskiaft auf die Leute." Bedeutender Künstler, eh?" Nein, nur Hausmaler. Wenn er sein Schild heraushängt Frisch gestrichen", tupft Alles mit dem Finger hin. um sich zu überzeugen, ob die Farbe schon trocken ist." Auf der neuen ViehPlattform der Nikolaibahn in St. Petersburg ereignete sich kürzlich eine Katastrophe, der mehrere Menschen zum Opfer fielen. Es wurden mehrere mit Vieh beladene Wagen ausgeladen. Hierbei gelang es einem großen Zuchtbullen, sich loszureißen; durch dieFahrt und die vielen um ihn stehenden Menschen, die wohl nicht sehr zart mit ihm umgegangen sein mögen, in Wuth versetzt, stürzte sich der Bulle auf den neben dem Wagen stehenden Kaufmann Tototschkow. warf ihn zu Boden und zerstampfte ihn mit de? Füßen. Darauf raste das wüthend gewordeneThier den Damm der Warschauer Eisenbahn entlang, stürzte sich auf einen ihm begegnenden Weichensteller und schleuderte ihn mit den Hörnern mit solcher Gewalt in die Luft, daß der Unglückliche beim Niederfallen eine schwere Verletzung am Kopf erlitt und bewußtlos liegen blieb. Unaufhaltsam stürmte darauf der Ochse weiter; ein Wächter, der das schnaubende Thier aufzuhalten und an den Hörnern zu fassen versuchte, wurde niedergeworfen. Alsdann bog der Ochse in den Sabalkanski Prospekt ein, wo er schließlich, nachdem er unter den Fußgängern dieser Straße eine unbeschreibliche Verwirrung angerichtet hatte, aufgehalten und eingefangen wurde. DieVürgermeisterstelle der Stadt Hachenburg (Wesierwald) war ausgeschrieben, und einhundertundvier Bewerber sandten ihr Bild mit dem betreffenden Bewerbungsschreiben der Stadtverwaltung'ein. Die Entscheidung fiel auf einen Herrn aus Mayen. aber als, die Stadtväter sich anschickten, die übrigen einhundertunddrei Bilder ihren Originalen wieder zu übermitteln, ergab sich, daß die Bilder in den Schreiben alle verwechselt waren. Es blieb nun nichts Anderes übrig, als dieKisie mit den Bildern der Reihe nach an die 103 Candidaten zu senden, damit sich jeder sein Conterfei wieder aussuchen könne. So werden die Bewerber mit einander bekannt, und vielleicht gründen sie einen Verein oder eine Gesellschaft m. b. H. zur BeWerbung um vakante Stellen. Ein lang gehegter Wunsch aller Riviera - Besucher mit schmäleren Börsen ist jetzt in Eefüllung gegangen. Die Trambahn fährt seit Kurzem von Nizza nach Monaco. Da nicht Jedermann den Preis der Corniche - Fahrten" von 10 bis 50 Fran:s zur Hand hat, ist diese Bahn eine wahre Wohlthat für den Verkehr auf dieser an malerischen Punkten so reichen Strecke. Alle kleinen Ortschaften breiten sich jetzt so aus, daß z. B. St. Jean von Villefranche abgetrennt und ebenso wie Beaulieu eine selbstständige Gemeinde wird. Auch die ehemals kleine Häusergruppe zwischen Monaco und La Turbie wird selbstsiändig. Sie gehört aber zu Frankreich, so daß der Name Monte Carlo superieure", den das Volk ihm gab, nicht länger bestehen kann. Hauptsächlich entstand diese Ansiedlung durch den Bau eines Riesenhotels der Schlafwagen-Gesell schaft; man könnte also die neue Ortschaft vielleicht passend Sleeping Castle" nennen.
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