Indiana Tribüne, Volume 27, Number 91, Indianapolis, Marion County, 7 December 1903 — Page 3

Jndiana Tribüne, 7. Dezember 1903

r

t

Gen Haie. 57 und 39 Süd Delaware Str. Der beliebteste und beftansgestattete Tanzsaal in der Stadt. Hanptauartier für alle deut scheu Vereine. (sind und VersammlnugSzi, mer zu mäßige Preisen zu vermiethen.

ViZVlthüMtt Dennis J. O'Brien's Sample Room 150 Kentucky Avenue. Neue Telephon im. Lunch von 9 Uhr Vorm. bis 1 Uhr Nachm. EDWARD A. HARMEIIIIIG, Eigenthümer 0 Nord Delaware Str. NeueS Telephon 2258. L. A. RooS und Allen McCauley, Schankkellner. Dold & Steplienson, 407 Virginia Ave. 411 Süd East. M Tapeten Bargam'Verkauf für eine Woche. Wir verkaufen Tapeten Partien, genügend für ein Zimmer, 10 Rollen Wände, 6 Rollen Decken und 3 Rollen Borten, für C9c Ebenso haben wir eine große Partie ein zelner Reste in 4, 5 und 6 Rollen, welche wir verkaufen zu .. Ic per Rolle Wir müssen Raum gewinnen für unsere neuen Waaren. spezielle preise! Geld in Ihre Tasche, wenn Sie Ihren Herbst-Anzug oder Ueberzieher bei W. Q. Schneider, 38 Weft Monument Platz, bestellen. Anzüge oder Ueberzieher rangirend im Preise von $15, $18, $20 und aufwärts. Hosen, $3, ö4, $5 und aufwärts. Passen und Arbeit garantirt. EMPIRE COAL CO. ....empfiehlt... tyotal)onta$ 85.75 Pittsburg 84.50 West Virginia 84 50 Ohio Jackson 5.00 Nosevale Lump 83.35 sowie alle anderen Sorten Kohlen zu leichten Preisen. NeueS Phone 9192. AlteS. Main 1150. H. RAB6, Präsident. Orofee uswayl von Aug. Diener, S!o. 449 Ost Washington Str ntxxt TtUVbon 2525. odle. l.TIftC Slnthracitc. ......... .$ 7.RC RiiuAtoftf ........ ...... ...... .... . 6 00 Sannell f 0 Tnfcfitir - ............. ......... o.o0 r " . . ctsttffon Ibigl....... oö kanamba ...... 4.7 QTCt4äfcitrrt --............ ...... 4.75 k.' ...jj. SRrthrnonb CitJ .... ... . ... . . , . CTltittfrh .. ... ... . o cArt , Nalle 5C ÜUJ " T Luörig - ........... firoul Block 40 4.25 nununb Sullivan. 3.78 ßttntf rnufMslä 5 00 Jackson. Pittsburg. W. Lirg.,je 3.00 JldianR ........ 2.50 onnellsoille Coke 7.50 0n .... 7.50 lumpen 'Coke 14c per Bushel, 53.50 per 2 Bushel: Zerkleinerter Coke 15e per Bushel, oder f3.75 per u.

Busses laloon

JjO I ö 5ö ä k 2 f y4, i" lftmt 1 mm tj fj

)

Berdiente Kritik.

Cardinal Gibbons brandmarkt den Schandfleck der Schlvitzbuden.

F. G. Gleason fCongreß.programm. Gerührte Sträflinge.

Colorado Gibbons als Arbeiter. Freund. B a l t i m o r e, 6. Dez. Im Laufe seiner regelmäßigen Monats Predigt bei der Hochmesse in der Cathedrale nahm heute Cardinal Gibbons Veranlassung, die Sweat Shops" zu veriir theilen. Er forderte seine Hörer auf. bei ihren Einkäufen solche Arbeitgeber zu bevorzugen, welche ihre Angestellten gerecht und menschlich behandeln. Der Cardinal führte aus, daß es in Baltimore und anderen Großstädten eine Classe von Menschen gebe, die von den Besitzern der großen Kleider-Eta-blissements beschäftigt seien. Ein Theil arbeite in den Geschäften, ein anderer verfertige die Kleidungsstücke zn Hause und bringe sie dann nach den Etablissements. Viele dieser Arbeiter, Männer und Frauen, seien gezwungen in Schwitzbuden ihre Thätigkeit zu verrichten. klein im Raum -und elend beleuchtet und ventilirt. Diese Leute seien überarbeitet und unter Verdienst bezahlt. Nach sorgfältiger Untersuchung", sagte der Cardmal, habe ich gefunden, daß nach ötägiger Arbeitszeit. 10 oder 12 Stunden im Durchschnitt, die wöchent liche Entlohnung 6 oder 3 Dollars be trägt. Und mit diesem Bettel haben diese Leute Miethe, Nahrung, Kleidung und andere Auslagen des FamilienlebenS zu bestreiten." Der Cardinal empfahl seinen Hö rern Anschluß an die Consumenten Liga, die schon viel zur Besserung der Lage der unglücklichen Schneider gethan habe. Bedeutender Componist. f. Chicago, 6. Dez. Frederick Grant Gleason, Direktor des AuditoriuM'Conservatoriums, ist heute einer Lungenentzündung erlegen. Der Verstorbene, 1849 geboren, ge hörte zu den gefeiertsten amerikanischen Componisten und zu den wenigen, de ren Werke von den großen Orchestern Europas gespielt werden. Am bekannte testen sind eine 3c:ktige romantische Oper Otto Visconti", die Oper Monte. zuma" u. A. Erfolg vor Gefangenen. Joliet, JllS.. 6. Dez. Frau Maud Ballington Booth verursachte heute eine ungewöhnliche Kundgebung in der Gefängniß-Capelle. Sie fand 150 Rekruten für ihre Gefängniß. FreiwilligeN'Liga und sprach so beredt, daß die Sträflinge, die Vorschriften mißachtend, applaudirten. Alle 1300 Insassen, ausgenommen einige Kranke und einer in Einzelhaft, hörten Frau Booth. D;e TorpedoFIotille. New York, 6. Dez. Der Kreu. zer Buffalo traf heute aus Hampton Roads ein und fuhr nach dem Brook lyner Schiffs-Bauhof, um Vorräthe für die Schisse des asiatischen Geschwa derS zu verladen. Nach einer Woche trifft das Schiff in Hampton Roads mit der Torpedoboot Flotille zusam men, die der Kreuzer Baltimore nach dem fernen Osten hätte begleiten sollen. Die Buffalo tritt an die Stelle der Baltimore und geleitet die Flotille auf ihrer langen Fahrt. Die Botschaft des Präsi d e n t e n. Washington, 6. Dez. Präsi. dent Roosevelt hat seine jährliche Bot schaft fertig, und obgleich dieselbe in der Regel nicht vor Dienstag dem Con greß übergeben wird, so mag dies we gen der vollendeten Organisation des Hauses schon Montag geschehen. Das größte Interesse wird gezeigt werden, was der Präsident über die auswärti gen Beziehungen, die Angelegenheiten des Ostens und die Politik der offenen Thür in der Mandschurei und China", sowie auch über die Anerkennung von Panama und den Canal über den Jsth muS zu sagen hat. Zweirad'Wettfahrt. New York. 7. Dez. Ein auf 6 Tage berechnetes internationales ZcueirabRennen nahm heute früh eine Minute nach 12 vom Madison Square Garden aus mit 17 Wettfahrern den Anfang.' Der erste Preis ist $1500.

- Streik.

Congresz. Senat. Washington, 6. Dez. Der Senat wird morgen so ruhig aus der Extra-Session in die erste regelmäßige Tagung übergehen, daß mit den Vor gängen nicht vertraute Zuschvuer den Wechsel kaum bemerken dürften. Der Senat tritt um 11$ Uhr Vor mittags zusammen und erledigt die üb. lichen Morgengeschäfte. Um 12 Uhr kündigt Senator Frye als Präsident pro tem. an, daß die Stunde für die regelmäßige Session genaht nnd die specielle Session vertagt ist. Die laufenden Geschäfte werden dann weitergeführt, als hätte keine Unter, brechung stattgefunden. Am Schluß der Morgensitzung findet Aufruf des Cuba-ReciProcitäts'Vertrags statt und er bildet die regelmäßige Berathung für den Senat mit Ausschluß anderer, nicht jedoch der laufenden, Geschäfte, bis am 18. die Abstimmung erfolgt ist. Eine Reihe von Senatoren haben Opposi. tions'Reden gegen die Vorlage aus gearbeitet; keiner spricht aber, bisSena tor Cullom, der Einbringer der Vor läge, eine Rede zu Gunsten der Maß regel gehalten hat. Als Redner gegen den Vertrag folgen dann die Senatoren Teller und Morgan und ferner andere Gegner. Im Senat verlautet, daß die Präsidenten Botschaft Montag em pfangen wird. Haus. Das Haus tritt morgen Mittag zur regelmäßigen Session zusammen. Durch das Dazwischenkommen der Sonder Session ist viel gewonnen; die Geschäfte der regelmäßigen Session sind um volle 2 Wochen vorgeschritten, da üblicher Weise die Zeit bis zur Feiertags Ver tagung durch die Organisation des Hauses in Anspruch genommen ist. Jetzt bleibt nur noch die Organisation der Comites übrig, damit das HauS sich sofort an die allgemeine gesetzgebe rische Thätigkeit machen kann. Es wird zum mindesten möglich, 2 der allgemeinen Etats Vorlagen vor den Feiertagen durchzubringen und einige der Hausführer hoffen dies auch zu erreichen. Das Bewilligungs-Comite kann die Vorlagen für die Legislative und Executive bald unter Berathung nehmen und man erwartet, daß der Comite. Vorsitzende Abg. Hemenway die Thä tigkeit seines Comites möglichst beschleunigt. Die eigentliche Thätigkeit wird jedoch erst beginnen, wenn die Comites Zeit gefunden, über die ihnen überwiesenen Vorlagen zu berathen. Auch die Mitglieder des Hauses sind der Ansicht, daß die Botschaft morgen eingesandt wird. Man nimmt an, daß die WeihnachtsVertagung etwa am 22. Dezember erfolgt. Der Tod des Abg. Burk, Penna, wird vielleicht dem Hause morgen ge meldet, wonach zur Achtung vor dem geschiedenen Mitglied ein Vertagung S Antrag angenommen wird. Gewerkschaft Beschäfti gungSloser. St. Louis, Mo., 6. Dez. Eine Gewerkschaft von unbeschäftigten Ar beitern, die keiner Arbeiter Organisa tion angehören, wird hier gebildet und es sind bereits Beamte gewählt und eine Constitution entworfen. Der Plan soll im ganzen Lande durchgeführt werden. Gute Aussichten für die Gläubiger. Fort Wayne. Sidney K. Galliard, Trust der Ellison Banken hat erklärt, daß er genug Gelder an Hand hat, um den Gläubigern der beiden Banken sofort eine Dividende von 50 Procent auszahlen zu können. ES sind ferner Aussichten vorhanden, daß demnächst noch weitere Dividenden zur Vertheilung gelangen können. KeinTodesfall. B u t l e r, Pa., 6. Dez. Ein authentischer Bericht über die Zahl der Erkrankungen am typhösen Fieber war heute nicht erhältlich. Die Zahl der Erkrankungen beträgt voraussichtlich 15 bis 20; ein Todesfall kam nicht vor.

James N. Tyncr Betheuert seine Unschuld in einem schreiben an den Präsidenten.

Washington, 6. Dez. Herr James N. Tyner, bis zu seiner Ab. sctzung anläßlich der Postamts-Unter suchung Hilfs'Generalanwalt im Post. Departement, richtete ein vom 2. da. tirtes Schreiben an den Präsidenten Roosevelt, um ihn betreffende Angaben in dem Berichte des 4. Hilfspostmeisters Bristow zu erläutern. Tyner sagt zunächst, er wolle die Aus. richtigkeit des Präsidenten nicht in Frage ziehen, indem er die Schlüsse seines Untergebenen Bristow sich zu eigen gemacht und mit dem Gewicht seiner hohen Stellung gedeckt habe. ' Er weise jedoch darauf hin, daß die ungerechtfertigte Verkündigltng seiner angeblichen Schuld durch den Präsi. denten, während das PrcceßVerfahren schwebe, zum mindesten ungewöhnlich und gefährlich sei. Tyner erklärt sodann, er wünsche jede der von Bristow in seinem Be richte erhobenen Anklagen in Abrede zu stellen und er mache den Präsidenten darauf aufmerksam, daß hinsichtlich der Führung seines Amtes keine einzige direkte oder specielle Anklage ge gen ihn erhoben sei und daß ihm kein Cent unrechtmäßigen Gewinns zur Last gelegt worden sei noch auch werden könne. Falls er am Leben bleibe, werde er alle Insinuationen Bristow's entkräften und zugleich nachweisen, weßhalb dieser dem Präsidenten volle Angaben vorenthalten und ihm irre leitende und gefälschte unterbreitet habe. Herr Tyner bemerkte weiter, die von dem Präsidenten behauptete Mitthei lung von seinem (Tyner's) Freunde der Hauptschuldige find dessen Neffe Barrctt und die Vergehen Tyner's seien die Folge von dessen geistigen und körperlichen Zusammenbruch, sei ohne sein Vorwissen oder seine Zustimmung gemacht worden. Trotz zweier Schlaganfälle hatten seine geistigen Kräfte niemals gelitten und sie werden ihn auch nicht verlassen, bevor er das amer. Volk und den Ehef der Executive überzeugt habe, daß alle seine Handlungen ehrlich und ehrenhaft vor Gott und den Menschen gewesen seien." Tyner wendet sich sodann gegen die gänzlich ungerechtfertigte Behauptung" deS Präsidenten, die Corruption im Falle Tyner habe schon seit .ver schiedenen Jahren bestanden. Der Präsident müsse wissen, daß gegen ihn kein einziger CorruptionsFall nachgewiesen sei und daß auch die Re gierung sammt ihren 40 Inspektoren und ihrem Oder-Jnquisitor" Bristow keinen solchen entdecken könne. Der Brief schließt damit, daß T. 40 Jahre treu und ehrlich dem öffentlichen Wohl gedient habe und wenn er auch beim Präsidenten, seinem Hauptanklä ger, keinGehör zu finden hoffe, so bleibe lhm doch der traurige Trost, die Be. schuldigungen in Abrede gestellt und nach Recht und Billigkeit ihm zustehen des Gehör verlangt zu haben. Mitchell und Peabody. Denver, 6. Dez. John Mitchell und Gouverneur Peabody conferirten heute Stunden und Abends ist die Schlichtung des Streiks so ferne wie jemals. M. theilte dem Gouverneur mit. der Streik würde bis zum Aeußer. sten durchgeführt und der Gouverneur hinwiederum erklärte dem Streikführer entschieden, er dulde keinerlei Ausschrei tungen, sondern werde bei der ersten Provokation Truppen entsenden. Mitchell ist nach Chicago im In teresse der JllinoiserGrubenarb'eiter abgereist. D o w i e's Vorschläge. C h i c a g o, 6. Dez. I. A. Dowie ist eS durch diplomatische Schlauheit ge lungen, Harmonie zwischen Zion, den Concursverwaltern und den Gläubi. gern wiederherzustellen. Er schlägt vor, sich mit den Hauptgläubigern auseinanderzusetzen, mit Andern in an gemessener Zeit und die Concursver waltung aufzuheben. Auf einer heutigen Conferenz zeigte D. dem Anwalt des ConcursverwalterS eine Liste von Zion's Aktiva und Passiva. Er schlug den Besitz Zion's auf 814,000,000 an und brachte große Aufträge für die Vorhang und Candy Fabrik zum Vorschein.

Mttthigcs Mädchen. Wirksame Adwclir eines Angriffs durch eine Telegraphistin.

Williamson, W. Va., 6. Dez. William Howardson, ein angeblich berüchtigter Verbrecher, derin dem Holz lager bei Thacker beschäftigt war, wurde von Katie Ranbough, einem Mädchen unter 20 Jahren, durch Schüsse tödtlich verwundet. Das Mädchen ist in Tbacker als Te legraphistin für die Norfolk & Western Bahn angestellt. Gestern Nacht drang Howardson in das Zimmer, wo das Mädchen sich allein befand und suchte es zu umarmen, allein dieses hatte eineu Revolver. Das Mädchen gab vier Schüsse ab, von denen zwei die Brust des Angreifers durchbohrten. Er ist dem Tode verfallen. Nachher wandelte das Mädchen i Meise in der Dunkelheit und stellte sich einem Magistrat. Niemand war Zeuge der Tragödie; die Bewohner schliefen alle um die Zeit. Frl. Ranbough wurde unter eigener Bürgschaft freigelassen. Ueber einen grauenhaften Fund wird aus Metz berichtet: Im Jahre 1888 ist zu Montigny die 28 .' ahre alte Weichenstellerstochter Katharina Groß gestorben und beerdigt worden. Ihrer Mutter, die nach dem Tode der Tochter auch noch den Verlust des Mannes zu beklagen hatte, ist kürzlich mitgetheilt worden, daß das Grab ihrer Tochter frisch belegt werden würde. Bei der dieser Tage vorgenommenen Ausschachtung fand man in nicht allzugroßer Tiefe einen vorschriftsmäßig verlötheten u. etwas eingedrückten Metallsarg, der auf bis jetzt unaufgeklärte Weise und vor unbestimmter Zeit in dieses Grab verscharrt worden ist. Bei der gerichtlich vorgenommenen Oeffnung des Sarges fand man einen weiblichen Leichnam darin eingezwängt, bei dem die abgetrennten Füße neben dem Haupte lagen. Die Leiche, insbesondere der mit langen blonden Waaren, in denen ein Kamm steckte, versehene Kopf war ebenso , wie die Kleidungsstücke noch sehr gut erhalten. Der seltene Fall, daß eine Gedenktafel auf einem öffentlichen Platz vom Gerichtsdiener in Beschlag genommen und am Tage vor der Enthüllung versiegelt wird, ereignete flch unlängst in Mantua. Der Stadtrath hatte beschlossen, daZ Andenken der Bürger Mantuas, die zu Anfang der fünfziger Jahre den Aufstand gegn Oesterreich vorbereitet hatten, sowie derjenigen, die im Kampfe gegen die Fremdherrschaft mit Kerker oder Tod bestraft worden waren, durch eine Gedenktafel zu ehren. Die Tafel wurde unter dem Säulengang des Gonzaga'schen Palastes am Sordello - Platz angebracht und sollte enthüllt werden. Unter den Namen, die auf der Tafel verewigt werden sollten, war auch der Castellazzo's, eines der Begründer des revolutionären Comites von 1850. DieserCastellazzo ist damals merkwürdigerweise von der österreichischen Regierung begnadigt worden, während seine Kameraden zum Tode verurtheilt wurden. Er wurde von einigen Theilnehmern ganz offen als Verräther bezeichnet. Die Hinterbliebenen einiger der Verschworenen wollten deshalb nicht, daß sein Name neben den Namen der Märtyrer ihrerUeberzeugung stehe; sie protestirten beim Magistrat. Da dieser den Verrath Castellazzo's nicht für erwiesen hielt, legte er den Protest bei Seite. Hierauf stellten die Familien der Opfer der Verschwörung beim Mantuaner Tribunal den formellen Antrag, die Namen der Ihrigen von der Gedenktafel fortzulassen. Als die letzten Vorbereitungen zur Enthüllung der Tafel getroffen werden sollten, erschien der Gerichtsdiener auf dem Platze, verlas einen Beschluß des Tribunals, wonach die Tasel mit Beschlag zu belegen sei, hieß die Arbeiter weggeben und legte das Gerichtsslegel an den Holzverschlag an. . . m I n den Flitterwochen. Freund (zum jungen Ehemann): Na, lebst du denn mit deiner Frau auch recht glücklich?" Junger Ehemann: Bis jetzt haben wir uns nur einmal gestritten und das war im Guten!" Verschnappt. Gnädige Frau (nach einer häuslichen Scene mit ihrem inzwischen fortgegangenenManne): Sie haben gewiß gehorcht, Susi?" Stubenmädchen: Ich schwöre Ihnen: kein Wort hab' ich verstanden." Darum also! Frl. Schmidt: Ich kann doch gewiß nichts dafür, daß alle Männer sich umwenden und mir nachblicken." Frl. Müller: Gewiß nicht, liebe Freundin, Du hast ja hinten keine Augen, sonst würdest Du sehen, daß sich Deine Frisur losgelöst hat." Entsprechend. Wie gedenkst Du die Summe, die Du von Deinen beiden verstorbenen Onkeln geerbt, zu verwenden?" Für das Geld von dem ersten, fleißigen Onkel Albert will ich studiren; die Erbschaft von dem lustigen Oheim Heinrich wird veriubelt."

Moscrs Sticsclsammlung. In der Hinterlassenschaft des unlängst verstorbenen berühmten Lustspieldichters Gustav v. Moser in Gör litz, Schlesien, befanden sich unter Anderem an 200 Paare Stiefel aller Arten, die der tantkmengesegnete Autor mit derselben Leidenschaft sammelte, wie Mascagni seine bekannten KraWatten. Sämmtliche Schuhmachermeiste? der Stadt Görlitz kannten die Marotte des alten Herrn, besonders feine oder historisch interessante Stiesei auszukundschaften und mit schönem Geld zu bezahlen; sie luden ihn in Folge dessen von Zeit zu Zeit zu eine: Besichtigung ihrer Lagerbestände ein, und Moser ließ lieber eine seiner zahlreichen Premieren links liegen, um nur nicht eine Bereicherung seiner Sammlung zu versäumen. Wenn er geschäftlich" in Berlin zu thun hatte, pflegte er die Auslagefenster großer Schuhwaarengeschäfte mit derselben Gründlichkeit zu besichtigen wie ein Kunstfreund die Gallerien, und mit dem obligaten Lorbeer wanderte regelmäßig eine Partie Schuhe in seine Behausung, um dort in einem bibliotheksaalartigen Raum aufbewahrt zu werden. So lieit es die Mode zuließ, vertraute Moser auch seine Füße den verschiedenen Obiekten der Sammlung an, schonte diese indessen nach aller Möglichkeit. Die glänzendsten Reitstiefel, die feinsten Stiefeletten, die elegantesten Lackschuhe und massive Bergstiefel konnten sich bei dem alten Herrn der gleichen Beliebtheit erfreuen, wie ein Paar Sandalen Frundsberg'scher Landsknechte oder ehrwürdig zerrissene Stiefelungeheuer aus der Zeit des russischen Feldzuges Napoleons. Interessant ist die Anekdote, die man sich über den ersten dramatischen Versuch des Autors erzählt. Moser war als junger Husaren-Leutnant in einer kleinen preußischen Garnison ein eifriger Theaterbesucher gewesen ohne die üblichen zarten Leutnantsbeziehungen zur Bühne. Da dieses Gebiet aber von seinen Kameraden mehr kultivirt wurde, war das Stadttheater manches Mal ein eifrig besprochenes Thema im Offizierskasino. Es gab dann einmal ein arges Klagen über die Unnahbarkeit einer gefeierten Darstellerin, bei der die zarten Aufmerksamkeiten auch nicht die geringste Beachtung zu finden pflegten. Da trat dann Moser aus seiner bisher bewahrten Reserve heraus und machte sich gegen eine obligate Sektwette anheischig, von der Schönen binnen gewisser Zeit eingeladen zu werden. Also setzte er sich an seinen Schreibtisch und verbrach sein erstes Stück, in dem der gefeierten Schönen eine Bombenrolle zugeschrieben war. Das Lustspiel wurde angenommen. Fräulein X. bekam richtig ihre Rolle und ersuchte Moser um seinen Besuch zur Besprechung der Details dieser Rolle. Die Sektwettc war gewonnen, aber Moser hatte sich zugleich der Bühnenschriftstellerei mit Haut und Haar verschrieben. Treue eines Hundes. Ein herumziehender Schaubudenbesitzer, der weit und breit die Jahrmärkte zu besuchen pflegt, kam vor etwa fünf Jahren auch nach Wittenberg, und dort starb ihm feine Frau, die auch daselbst beerdigt wurde. Sein großer Neufundländer, um den sich die Verstorbene sehr viel bekümmert hatte, legte sich nach der Bestattung auf das Grab und mußte schließlich fast mit Gewalt von demselben entfernt werden. Als der Mann im nächsten Jahre wieder nach Mittenberg kam, war der erste Gang des Hundes auf den Kirchhof zu dem Grabe seiner ehemaligen Herrin. Mehrere Jahre war der Ort dann nicht berührt worden, und so dachte der Budenbesitzer, als er vor einiger Zeit wieder dort eintraf, daß der Hund sicherlich die vor so langer Zeit Verstorbene vergessen haben würde. Doch er irrte sich das erste, was der treue Vierfüßler that, war ein Vesucb auf dem betreffenden Grabbüael. Qilcmma. Nach einem sehr ausgedehnten Frühschoppen wankt Herr Vierl in der Nacht heim, hat aber im Dusel seinen Ueberzieher verkehrt angezogen. Nachdem er eine Stunde lang in den Straßen

umhergeirrt ist, ohne sein Heim zu sinden, schaut er endlich an seinem Leiche nam hinunter und ruft ganz verzweifelt: Jessas na! Jetzt woaß i nimmer, geh i vorwärts oder z'ruck!" V e r F o r t s cy r t t l tn der Herstellung von Dampfkesseln und Feuerungen ist so groß, daß man heute aus einem Pfund 5 ' lat dreimal größere Kraft erzu vor 50 Iahren. ' ij Eier werden in keinem Lande der Welt so viele konsumirt, wie in den Ver. Staaten. Trotz unserer großartigen Hühnerzucht importiren 'wir noch ein bedeutendes Quantum von Eiern.