Indiana Tribüne, Volume 27, Number 90, Indianapolis, Marion County, 5 December 1903 — Page 6

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Sprechet; Sie vor zur Befich

ttgnng der Muster. "

Europäische Nachrichten. Hestcrrcich-'Flngar. Baden. Generalmajor v. Krau chenberg ist hier im 60. Lebensjahre gestorben. Der Verblichene wurde 1843 in Celle zu Hannover geboren. G r a z. Der kaiserliche Rath Jo hann Anton Edler v. Nuthmayer wurde auf dem hiesigen Südbahnhofe, eben als er nach mehrwöchentlichem Aufenthalte in Steiermark nach Wien zurückkehren wollte, von einem Herzschlage befallen und war sofort todt. Laibach. Im hiesigen Sanatorium Lconium" verstarb Graf AlfonZ Paar, der älteste Sohn des Fürsten Karl Paar, nach einer Blinddarmoperation. L i ch n a u. Auf dem Heuboden des dem Jakob Kohn gehörigen Gasthauses entstand ein Brand, dem ein fünfjähriges Mädchen Namens Marie Macha, das auf dem Boden nächtigte, zum Opfer fiel. Mährisch - O st ran. Hier ver schied plötzlich der langjährige Präsident der israelitischen Cullusgemeiude und Gemeinderath kaiserlicher Nath Straßmann infolge eines Schlaganfalles. Der 37jährige KasernenWärter der Kaiser Ferdinands-Nord-bahn Josef Florian hörte in der Nähe der Kaserne einige Schüsse fallen. Er trat aus der Kaserne und wurde im selben Augenblick durch einen Schuf; in der rechten Bauchgegend schwer verletzt. Der Oberbauarbeiter Anton Labuzek hatte dort mit einem Revolver Schießübungen vorgenommen. Florian mutzte in's hiesige Krankenhaus gebracht werden, wo er starb. Q l m ü tz. Das hiesige Schwurgericht verurteilte den ehemaligen Kassier der Filiale der Böhmischen Unionbank, Alois Witzka, der den Kassen der Bank Mairente in der Höhe von 42,000 Kronen entnommen und für sich verwendet hatte, zu einer schweren verschärften Kerkerstrafe und

zum Ersatz von 42,000 Kronen. Schweiz. Bern. Große Legate zu gemeinnützigen Zwecken vermachte der in Oefchberg (Bern) verstorbene roß rath F. Assolter. Der Anwalt Gottesgnd. Asyl für Unheilbare. 20.000 Francs, der Bezirks - Krankenanstalt Burgdorf 30.000 der Bernischen Heilstatte für Tuberkulöse zu Heiligenschwendi 20.000. der Mädchentaubstummen - Anstalt Steinhölzli 20.000. der Kirch - Einwohnergernemde Koppigen als Fonds zur Gründung einer Sekundärschule 20,000 Francs u. s. f., total 212,000 Francs. M e tz e r l e n. Johann Marti, pensionirter Lehrer, ist im Alter von 73 Jahren hier verschieden. Er hat

der Gemeinde und dem Kanton werthvolle Dienste geleistet als Lehrer, Gemeindebeamter, Gemeindeverwalter, ferner imKantonsrath und im Beifassungsrath. Schaffhausen. Der Gründer der hiesigen Uhrschalen - Industrie, Fritz Weber - Oechsli, ist in Stein a. Rh. gestorben. St. Gallen. Regierungsr?th und katholische Administration wählten als städtischen gallischen Stiftsarchivar neu den früheren Domvikar Müller, zur Zeit in Freiburg. Zürich. Der Verwalter Angst der Sparkasse in Brugg hat 70.000 Fr. veruntreut und ist flüchtig. Die Stickerei - Fabrik Arnold Heine & Co. in Arban mit einer Filiale in New Dork wird unter Mitwirkung des Schweizerischen Bankvereins hier in eine Aktien - Gesellschaft umgewandelt werden. Als Grundkapital werden 5 Millionen Francs in Aussicht genom men. eLuremörg. Luxemburg. Im Erdgeschoß in dem Spezereiladen des Hrn. Lambert war ein Brand ausgebrochen, welcher einen Theil der Waaren und des Mobiliars zerstörte. Differdinqen. Als der Arbeiter Joh. Pet. Rasquin im Differdinger Werk zwei Waggons ankoppeln sollte, kam er zwischen die Puffer und wurde ihm der Brustkasten eingedrückt, sodaß er darauf starb. E s ch. In der Nacht brach in der Wohnung des Wirthes Klein in Esch a. Sauer Feuer aus, welches sich auf die dem Herrn I. N. Greisch-Feyder als Schuppen benutzten Gebäulichkei ten ausdebnte Ireie Städte. H a m.b u r g. Im SchaffbauerHafen stießen die Dampfer Blücher" und Krüger" zusammen. Ersterer sank; sein Maschinist Groehn ertrank. Ein schrecklicher Unglücksfall ereignete sich in der Wendenstraße; als der dort wohnende Schauermann Kühn in seine in der zweiten Etage belegene Wohnung zurückkehren wollte, fand er die Thür verschlossen. Als er auf sein mehrfaches Klopfen seine Töchter Helene und Martha weinen horte, rief er ihnen zu, sie sollen doch öffnen, es sei ja ihr Vater, der Einlaß begehre. Da schloß die zehnjährige Helene auf und auf die Frage, wo denn die siebenjährige Martha sei, deutete das Mädchen auf das Fenster. Das Kind war aus Angst, daß ein fremder Mann eindringen wolle, aus dem Fenster gesprungen. Das Kind war sofort eine Leiche. Auf eine 2Jjährige Thätigkeit bei der Firma I. F. Klentze & Co. elekt.-technisches Geschäft, blickte Carl Stuhr zurück. Durch unermüdlichen Fleiß und große Tüchtigkeit hat sich

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"Set XVlne ot Oardul Hilft tun jungen MZdchen. die Würde der Weiblichkeit zn erlangen, indem er regelm2f;ige Menstruation herbeiführt. Er regulkrt die Perioden der Frauen irgend eines Alters. Er stärkt alle weiblichen Organe. Er bcilt niederdrückende Eierstockschmcrzen und vertreibt alle Spuren von Weibflutz und andere Ent zündungen. Er heilt Unfruchtbarkeit und erleichtert die Schmerzen bei der Geburt. Er bemmt die schrecklichen und gefährlichen Blutungen nach der Geburt eines Kindes und hilft der Mutter zu einer raschen Genesung. Wenn der Lebensabend herannaht, so bereitet der Win of Cardui die Frauen aus den Lebenswechsel und ein ge sundeö. hohes Alter vor. T:n W!ne ot Cardui ist die Medizin, zu der eine Million Frauen iljre Zuflucht genommen, als sie sich mehr nach Gesundheit, als irgend etwas Anderem gesehnt haben, und ist noch keine davon in ihren Erwartungen getäuscht worden, irgend welche Linderung zu finden, selbst wenn ihr Zustand hoffnungslos war. Wenn ?br das glaubt, was diese Frauen über den Wine ot Cardui sagen, dann geht zu Euerm Apotbcter und kaust heute noch (ine ?1.00 Flasche.

Marcus. Oash. MS ich begann, den ttiaa k Cardui und Thcdford's Black.Traught zu ncbmcn, der ursachtcn mir meine monatlichen Perioden Schmerzen in meiner linken Seite, im Kopse und dem Unterleibe,

und meine Periode trat nicht zur richtigen ?eit ein. Nun erscheinen diese ohne Schmerlen.

Elkton, Ky. Ich hatte Anfälle von Verulutun gen wahrend des ganzen legten Sommers und war ich dem Tode nahe. Sieben Flaschen Whw tr Cardui und drei Packete Tbed

sord's Black-Traught heil VJlciAAj-

ten mich.

Faule oner. Kd. Ich litt bedeutend, und mein Le

den war mrr beinahe unerträglich. s.co begann Den

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Tycosord s Black-Traugbt zu ncbmen und fühle ich

wie ncucvorcn.

Amcthyst. Eolo. Der Wlne osCardui hat mich zur Mutter grirnidu. nachdem 0 p alles Andere seine ir. Ofc -.ZL. am

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Lntcher, La. Nachdem mein erstes Kind geboren war. litt ich an niederdrückenden Schmerzen weit un ten im Unterleib, Schmerzen im Kopfe und Genick. Mein Mann bewog mich, den Wino of Cardui zu ne . men. und u meiner aro

szen Freude bewirkten zwei Flaschen eine vollstündige

Heuuna.

Lkzzkeville, Ma. Ich habe drei Kinder geboren, zwei davon waren todt geboren. Ich begann W'ine ot Cardui und Thed'oro's T'lack-Traught nach Ihrer er ordnung zu nehmen und schenkte am 20. Tez. 1102

einem praamaen ttnaven das Leben, der sich in

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Ich schreibe dies alles

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Sin zu. l5hlllkcothe, Mo. Ich war eine Zeit lang am Le

vcnswcchsel krank gewcjcn. lclilS hat mir geholfen, bis ich den Viaevf Card'al und Thedkocd's i.Uai

raugyl navm. toic va den mir mehr Erleicht o erung verschaff.!, ali ir JPbCiCdyizrCtAta, gend etwas anderes.

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der Jubilar zum Theilhaber der Firma emporgeschwungen und ist infolge seiner Gewissenhaftigkeit allseitig beliebt. Die bei der Elbcorrektion beschäftigten Vaggerarbeiter Völzer und Lau sind, als sie in einem Voot von Land zurüäkebrten und sich in ihre Schute begeben wollten, ertrunken. Die Lciche des Lau wurde im Kuhwärderhafen aufgefischt. In der Earolinenstraße wurde der Strafenbahnschaffner Engelake bei einem Zusammenstoß mit einem Rollwagen anscheinend verletzt. Er verstarb bald darauf in seiner Wohnung an den Folgen einer inneren Verletzung. Da' 25jährige Lehrerinnenjubiläum feierte Frl. I. Vrödersen an der 5. Mädchen - Volksschule im Stadttheil 5t!ensen. Der beliebten Jubilarin wurden von ihren Eollegen. Colleginnen und Schülerinnen an ihrem Ehrentage mancherlei Aufmerksamkeiten zu Theil. Lübeck. Die Erbauung eine? Stadtballe mit einem Kostenaufwand? von 700,000 Mark aus privaten Mitteln, zu dem dcr Staat 100,000 Mark als Darlehen beisteuern soll, wird hier geplant. Mit der Stadthalle soll ein Sommertbeater verbunden sein. An einem größeren brauchbaren Lokal fehlt es hier. Der Direktor unseres Gymnasiums, des Katharineums. -fessor Dr. Schubring, wird nach 24jähriger Dienstzeit in den Ruhestand treten.

Thierfreundschaft.

Die Schweiz. Thierbörse" berichtet von eitlem schönen Beispiel von Anhänglichkeit der Thiere zu einander: In einem Pfarrhause des bernischen Mittellandes wurde kürzch die Hauskatze, deren Dasein überflüssig war, zum Tode verurtheilt. Die mit der Vollziehung betrauten Knaben hüllten das Thier in einen Sack und warfen es in die Aare. Der Haushund sah dem Vorgang betrübten Herzens zu. Bald darauf stellten sich Hund und Katze, in trautem Verein, beide pudelnaß, wieder im Pfarrhaus ew. Der erstere, ein Spitz, hatte den schwimmenden Sack aus dem Wasser geholt und aufgebissen und der Katze so Freiheit und Leben zugleich geschenkt. Es versteht sich von sekbst, daß das Vüsi" hierauf begnadigt wurde.

Der zer st reute Profess o r. Commis: Womit kann ich Jhnen dienen, mein Herr? Professor: Ich möchte gern hm tat tit warten Sie mal. was wollte ich doch? Hm, hm, jetzt fällt mir's nicht mehr ein . Na, macht nichts aber vielleicht haben Sie was Aehnliches?

Beinahe dasselbe. Er: Sieh' 'mal die Dame dort drüben auf der Straße, welche ihre Hände hoch über dem Kopf zusammenschlägt. Scheint wohl gymnastische Uebungen zu machen." Sie: Ach nein! Die beschreibt blos der anderen Dame, mit der sie sich unterhält, ihren neuen Hut." Verschlimmbessert.

Besuch: Ich finde aber doch, daß der Kleine jetzt seinem Papa recht ähnlich ist Mutter (deren Gatte sehr häßlich ist): Ja ja leider. Besuch: Das heißt ich glaube aber, daß das sich wieder verwächst!

Raucher unö z'mlchcrinnen.

Von Kustav Kukutsch. Das Rauchen gilt gemeinhin als ein männliches Reservatrecht und wenn man von einigen Völkern des Erdkreises absieht, so ist man in der That versucht, mit dieser durch das Alter geheiZigten Curiosität die Männer allein zu belasten. Es empfiehlt sich aber nicht, pedantisch zu sein, denn man kommt bei näherem Zusehen nur zu bald dahinterdaß die Praxis unserer Theorie ein Schnippchen schlägt. Wer will sich darüber entrüsten? Abgesehen davon, daß es gefährlich ist, sich's mit der schönsten Großmacht dieser Welt zu verderben, wird jeder rauchende Mann hoffentlich so aufrichtig sein, zuzugeben,daß ein guterTabak.sobald nur die fatalen Anfangsgründe überstanden sind, wirklich eine famose Gabe der Schöpfung ist. Was Wunder also, daß auch außerhalb der Männerwelt daran genascht wird und aus der naschenden Spielerei, ehe man sich dessen versieht, in so manchem Salon, der die große Welt bedeutet, ein scharmantes Gewohnheitsrecht wird. Schon vor hundertfünfzig Jahren gab es einen vorurtheilslosen Mann, der den grauen von ganzem Herzen gönnte, was ihm selbst gut schmeckte. Die gute Seele hatte sich's sogar nicht verdrießen lassen, in einer besonderen Schrist die Damen zum Rauchen einladen. Vernünftige Untersuchung der Frage, ob denen Frauenzimmern nicht ebensowohl als denen Mannspersonen Tabak zu rauchen erlaubt und ihrer Gesundheit nützlich sei", betitelte er etwas langathmig sein frauenfreundliches Opus und empfahl das Nauchen angelegentlichst auch der weiblichen Hälfte des Menschengeschlechts. Er meinte, der nie genug gelobte Rauch sei gut und angenehm, vom frühen Morgen bis zum späten Abend, wenn man aufsteht und nüchtern ist, wenn man gegessen hat. und ehe man essen Will, mit einem Worte, allezeit." Wäre der eifrige Frauensapostel mit seiner Tabakbegeisterung damals durchgedrungen, so hätte die Tabakindustrie einen noch gewaltigeren Aufschwung genommen, als sie ihn im Laufe der Zeit erlebt hat. Es haben sich aber, abgesehen von einigen uncivilisirten Volksstämmen, nur die Schönen im südlichen Europa und den mittelamerikanischen Staaten im Rauchen so weit ausgebildet, daß sie gleich den Männern aus dem Tabakverbrauch sozusagen ein Gewerbe machen. Im übrigen beschränken sich die Damen darauf, daß sie zwischen ihren nicht immer verschwiegenen vier Wänden einigen zierlichen Cigaretten das beneidenswerthe Geschick bereiten, ihren Rauch von rosigen Lippen ausdampfen zu lassen. Unter solchen Umständen kann man den Tabakverbrauch im ganzen und großen doch nur den Männern zur Last schreiben. Aber was nicht ist, kann vielleicht noch werden. Vorläufig sind also die Männer so gut wie ausschließlich dafür verantwortlich zu machen, daß sie in sämmtlichen Kulturstaaten der Welt eine Tabaksteuer insgesammt von nahezu einer Milliarde Mark zahlen müssen. Das kommt davon, wenn man so unbändig raucht, wie es viele von uns von Früh bis Abend zu thun Pflegen. Man kann sich denken, daß die Tabakbauer vollauf zu thun haben, um diesen Riesenbedarf zu decken, und sie nehmen die Sache so ernst, daß sie auf dem ganzen Erdenrunde Jahr aus Jahr ein eine Ernte von einer Milliarde Kilo erzeugen. Wie viel diese kolossale Menge werth ist, das ist freilich nicht leicht zu berechnen weil die Sorten . zu verschiedenartig sind. Nimmt man aber einen Minimalsatz als Durchschnittspreis an und bemißt ihn mit 50 Pfennig für das Kilo, so kommt man zu dem Resultat, daß die rohen Tabakblätter der gesammten Welternte, jährlich etwa eine halbe Milliarde repräsentieren. Wohlgemerkt, die rohen Blätter, im verarbeiteten

Zustande stellt die Tabakproduktion natürlich einen sehr viel höheren Werth dar. Eine ungefähre Vorstellung kann man sich davon machen, wenn man die Zahl und den Werth der jährlich verrauchten Cigarren berechnet. Wenn man die VevölkerungDeutsch--lands in Kinder, erwachsene Frauen und erwachsene Männer eintheilt, so entfällt auf jeden dieser drei Theile ungefähr ein Drittel der Volkszahl. Die Kinder fallen bei diesem Rauchexempel natürlich fort, und auch von den Frauen muß ich leider absehen, da ich zu meinem lebhaften Bedauern ihre Rauchnascherei zahlenmäßig , nicht controlliren kann. Dafür will ich aber selbstverständlich ebenso die nichtrauchenden Männer unberücksichtigt lassen. Es bleiben somit etwa neunzehn Millionen Raucher, auf die sich der gesammte Tabakderbrauch in Deutschland vertheilt. Auf den Kopf der Gefammtbevölkerung entfällt ein Iahresverbrauch von etwas über V2 Kilogramm Tabak; da aber nach meiner Berechnung nur ein Drittel der BeVölkerung wirklich raucht, so kommt auf den Kopf jedes wirklich Rauchers ein Jahresverbrauch von 4. Kilodramm Tabak. Nun machs aber 1 Kilogramm Tabak, sofern man es in Cigarren ausdrückt, hundert Stück mittlerer Größe aus; die neunzehn Millionen deutscher Raucher dampfen also jedes Jahr den Rauch von 8V2 Milliarden Cigarren in die Luft, wovon auf jeden einzelnen Raucher 450 Cigarren jährlich oder ein bis zwei Stück täglich entfallen. Das ist allerdings nicht so heftig, als man nach einer oberflächlichen Schätzung meinen sollte. Um den Werth der verrauchten Cigarren herauszubekommen, will ich ich gönne jedem seine Echte, stelle ihm aber nur eine Fünfer in Rechnung als Durchschnittscigarre den Fünfpfennig - Glimmstengel annehmen, wobei sich als Jahresverbrauch für Cigarren Zn Deutschland die Summe von 425 Millionen Mark ergibt. In dier Berechnung ist aber, wie schon angedeutet, der Tabak in allen Verbrauchsarten, also in Form von Cigarren, Cigaretten, Rauch-, Schnupf- und Kautabak enthalten und nur der Übersichtlichkeit wegen insgesammt in Cigarren ausgedrückt. Es nimmt ja bei uns, wie in allen anderen Ländern, der Verbrauch an Cigarren und Cigaretten auf Kosten des Rauchtabaks und des Schnupftabaks fortgesetzt zu, insbesondere fällt die große Zunnahme des Cigarettenverbrauchs auf. Ich darf wohl die Vermuthung aussprechen, daß an dieser bemerkenswerthen Steigerung die Damen nicht ganz unschuldig sind. Doch ich will nicht sticheln. Aus den angeführten Zahlen ersieht man, daß der Tabak in Deutschland seinen Weg gemacht hat. Der selige Caspar Hoffmann, der im achtzehnten Jahrhundert gegen Tabak wetterte,hat sich also vergebens ereifert, als er schrieb: Wenn ich Mäuler sehe, die Tabak rauchen, so ist mir, als sehe ich lauter Kamine der Hölle." Auch der große Antitabakist Goethe hatte keinen glücklichen Tag. als er gesprächsweise meinte, er könnte sich nicht denken, daß ein wahrhaft genialer Mann Tabak rauchen würde. Ein Beweis, daß selbst dem größten Dichterfürsten gelegentlich ein kleiner Unfall Passiren kann. Zur Bekräftigung seiner Behauptung fügte Goethe sogar noch hinzu, daß Lessing sicher nicht geraucht hätte. Der Wolfenbütteler Bibliothekar Ebert, der die. sem Gespräch beiwohnte, erkundigte sich darauf bei der ehemaligen AufWärterin Lessings, und die gab die Auskunft: Ja, schmauchen und schreiben konnte der Herr Lessing, aber sonst war er zu nichts zu gebrauchen." Goethes kleines Mißgeschick wird aber noch weit übertroffen von dem unglaublichen Reinfall, der dem berühmten Arzt Hufeland widerfahren ist. Der schrieb in seiner allbekannten Makrobiotik: Der Rauchgenutz ist einer der unbegreiflichsten. EtwaS Unkor perliches. Schmutziges, Beißendes, Ue-

oczrlecyendes kann ein solcher Lebensgenuß werden, daß es Menschen gibt, die nicht eher munter, vergnügt und lebensfroh werden, als bis sie Rauch durch Mund und Nase ziehen." Nachdem das gedruckt war, mußte Huseland die Ironie des Schicksals erleben, daß er selbst ein leidenschaftlich'.? Raucher wurde. Im Gegensatz zum Rauchen hat das Schnupfen zuerst viele Freunde und namentlich Freundinnen gefunden, wobei allerdings nicht nur der Genuß einer Prise, sondern auch die Eitelkeit eine Rolle spielte. Die Dosen, die früher allgemein Mode waren, pflegte man sich gegenseitig in so luxuriöser Ausstattung zu schenken, daß selbst die elegantesten Damen damit Staat machen konnten. Jetzt findet aber das Prifenrecht immer weniger Anhänger und noch weniger Anhängerinnen. Dagegen nimmt merkwürdigerweise der Verbrauch an Kautabak zu, wobei aber das weibliche Geschlecht ganz unbetheiligt ist. Sehr begreiflich, denn es ist, auch abgesehen von allen ästhetischen und praktischen Gründen, überhaudt ganz usgeschlossen. daß die gesprächi gere Hälfte der Menschheit jemals dieser mundstopfenden Passion huldigen Wird. Die Frauen werden aller menschlichen Voraussicht nach immer an ihrer mit Recht so berühmten Beredsamkeit festhalten es ist wohl nicht erst nöthig, beispielsweise an die Gardinenpredigten zu erinnern und dazu brauchen sie das Mundwerk.

Besondere Aufmerksam-keit.

Direktor: Wie Sie wissen, werden wir dem hiesigen Mäßigkeitsverein zu seiner Stiftungsfeier eine Festvorstellung geben!. . . Was könnten wir da spielen?" Regisseur: Sehr einfach: Ein GlaZ Wasser" von Scriber

Schade. Was haben Sie da in der eigenartigen Flasche, Herr Doktor?" Ein neues ausgezeichnetes Gichtmittel schade, daß Sle nicht zufällig an der Gicht laboriren!" Angewandter K u n stau 2 druck. Gast: Deine Frau ist heute so eigenthümlich erregt. . . Jun ger Ehemann: Ja. Du mußt wissen: sie macht heute ihren ersten Hasenbra ten. Gast: Aha also: Lampenfie-ber!

Vom Kasernottlsof. Unteroffizier (zu einem jüdischen Einjährigen, der beim lang' samen Schritt einer Pfütze aus dem, Wege geht): Was, Einjähriger Moses, Sie fürchten sich vor einer Pfütze, wo Ihr Namensvetter durch's roth: Meer marsckirt ist?" Nach einer Mittheilung des Dziennik Poznanski übergab der Erzbischof Stablewski wegen schwerer Erkrankung die Leitung der Erzdiözese dem Weihbischof Lilowsk: Der Arzt Professor Baranowski ist aus Warschau bei dem schwerkranken Kirchenfürsten eina-trosfen. B e st e l l t e seinen Sarg. In Monroe, Wis., nahm der 63 Jahre alte Harry Gilligan Karbolsäure zu sich und begab sich dann in ein Leichenbcstattungögeschäft, wo er bat, daß man ihn nach seinem Tod in einen Sarg lege. Bald darauf starb er. Kurz vorher hatte er sein Testament gemacht.

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