Indiana Tribüne, Volume 27, Number 89, Indianapolis, Marion County, 4 December 1903 — Page 7
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z. 4" M j-i 5 ! Mnter 4 iuinCt 44 .z. M z. z. 4. 4z. 44, Z..Z. -ä -x r w w w ' - - - 4 1. K p i t e l. fVttte, n:hmen Sie Platz! Es freut mich. Sie so rasch hier zu sehen. Ich danke Jhnen.Keine Ursache." lautete die in kaltem, geschäftsmäßigem Ton gegeUm Antwort. Ich erfülle nur meine Pflicht, wenn ich den Befehl meines Vorgesetzten nach Möglichkeit schnell ausführe. Was wünschen der Herr Nath von mir?" Mit diesen Worten leiteten zwei Männer eine längere Unterhaltung ein, von denen der eine wohl direkt vom Bahnhof gekommen war, denn eine kleine Reisehandtasche stand in der Nähe der Thüre. Die Unterredung fand im Bureau des Amtsgerichtsraths in einem kleinen rheinischen Städtchen statt; der eben mit dem Zuge Angekommene war der Kriminal-Polizeikommissar Titus Wach aus der Hauptstadt. Der den Titel Nath führende Oberamtsrichter war ein verhältnißmäßig junger Mann von lebhaftem Temperament, den man eher für einen lebenslustigen Sportsmann, als für einen ernsten Juristen gehalten hätte. Tie moderne, sorgfältig gewählte Kleidung, die ganze Art. wie dieser junge Herr Rath sich gab und bewegte, zeigte so deutlich auf den Salon oder Tanzsaal hin. als die Hauptstätte seiner Triumphe, daß auch ein wenig geübter Beobachter auf eine solche Vermuthung gekommen wäre. Doch auch den Kriminalkommissar bätte man nicht auf den ersten Blick als solchen erkannt; der etwa 35jährige, behäbige Mann von untersetzter Statur sah wie ein wohlhabender Rentier aus einer kleinen Stadt aus. Er hatte so wenig Polizeiliches an sich, daß selbst derRath. der den vielgenannten Komminar bisher nicht persönlich gekannt hatte, in dem eintretenden Wach nicht den erwarteten Kommissar vermuthet hätte. Gedanken sind ja zollfrei und verletzen nicht. So konnte der Rath unbeanstandet denken: Das soll der scharfsinnige, hochgeschätzte und oft belohnte Kriminalkommissar sein? Intelligent sieht er nicht aus. Andererseits durfte auch der Kommissar ungenirt denken: Aha.der Mann ist mit der Untersuchung zu keinem ordentlichen Resultat gekommen. Kann mir's denken; er sieht aus wie ein Lebemann! Diese gegenseitige Beurtheilung in Gedanken währte natürlich nur einige Augenblicke. Der Rath, seiner Würde sich bewußt, aniworteie etwas von o?en herab: Sie thun, als ob Sie von der Sache, die Sie hierher führt, nichts wüßten, und dennoch wird man Ihnen schon in Berlin vor Ihrer Abreise deutlich gesagt haben, um was es sich handelt" Hm. Herr Rath, deutlich sprechen nur die Akten, die ich mir zuerst erbitten muß. Oberflächlich weiß ich wohl, daß es sich um die Ermordung eines alten Wirthes in einem Gebirgsdorfe handelt, über welche die Zeitungen die wunderlichsten Vermuthungen brachten; allein dergleichen Schreibereien ist nach meiner Erfahrung kein großer Werth beizulegen, wenn man sie auch nicht gerade unbeachtet läßt." Gie haben jedoch immerhin alles gelesen, was man über den Fall berichtet hat?" Verzeihen Sie. Herr Rath, das möchte ich nicht geradezu behaupten. Wie käme ich dazu? Ich habe in der Hauptstadt mehr zu thun, als alle Kriminalfälle in der Provinz auf's Genaueste zu studiren; wir sind dort selbst sehr beschäftigt." So muß ich Sie also förmlich instruiren. denn in den Akten steht nicht alles, was Ihnen zu wien nöthig ist." Ihre Ansicht über den Fall wird mir von großem Werthe und hoffentlich auck von Nutzen sein. Ich bitte daher, mich über den Mord zu instruiren." Am 23. Juli starb der Landmann und Wirth Reinhart Espinger in der kleinen Ottschaft Rosenthal bei Langenthal. Der Mann war 00 Jahre alt und bei den Einwohnern sehr beliebt. Er betrieb vußer geringfügiger Landwirthschaft die Wirthschaft zur .Klosterrukne dabei unterstützt von seiner Tochter Blanka. einer Dienstmagd und einem Knechte. Da die Mutter schon seitJahren todt war und der alteMann uuf die Hilfe seiner erwachsenen Tochter angewiesen schien, hatte Blanko, die mit einem wohlhabenden Bauern Bern ein Liebesverhältniß unterhielt, beschlössen, zu Lebzeiten ihres Vaters nicht zu heirathen. Der alte Espinger hieß den Franz Vern als Schwiegersöhn willkommen und hätte es gern gesehen, wenn Vern bald geheirathet und Einzug in's Haus gehalten hätte. Vern. der selbst von seinen Eltern ein stattlickes Haus geerbt, wollte davon nichts wissen, sondern suchte Blankas Vater zu überreden, die Wirthschaft und die unnütze Klosterruine zu verkaufen und zu der Tochter zu ziehen. Da starb, wie aesaat. am 25. Juli der alte Espinger Plötzlich, das heiß:, die Dienstmagd, welche an diesem Erntetage bei dem al ten Mann allein zu Hause geblieben war. fand ihren Herrn in der Wuthsstube todt am Boden liegen. Sie schlug natürlich L'änn.man kam berbei. schickte
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ff -- 9r WJT " " f f 4 Kriminal-Uoman 4 Jean 3Jciuoii) 4"5 : - - 7 t ; : - . i i M v; 44 :: w vv nacy dem Arzt inLangentyal und luchle den Greis wiederzubeleben. Der Arzt konstatirte den bereits eingetretenen Tod und gab als Ursache Herzschlag an. Man bestattete unter großer Theilnahme den allgemein geachteten Greis, und Blanka führte die Wirthschaft weiter, obwohl sie nun aewillt war. nach dem Wunsche ihres Bräutigams sowohl die Wirthschaft, als den Klostergarten mit den alten Ruinen und den Ueberresten einer höher gelegenen Schloßruine, die ebenfalls Eigenthum des Valers gewesen, zu verkaufen. Franz Vern hatte eben keine Lust zum Betrieb einer. Schänke und schwärmte mehr für den Ackerbau. So standen die Dinge, als der Bürgermeister von Rosenthal, Haderten. auf amtlichem Wege einen ihm zugesandten anonymen Brief zu Gerichtshändcn lieferte, welcher nichts mehr und nichts weniger behauptete, als daß Neinhart Espinger vergiftet worden sei. Man möge nur in der Schublade des Ecktisches, in der die Kartenspiele und Würfel aufbewahrt würden, nachsehen; dort werde man eines der Halbschoppengläser finden, aus denen Espinger seinen Wein zu trinken pflegte. Dieses Glas möge man genau untersuchen, worauf sich alles Weitere ergeben werde. Der Briefschreibe? sei zufällig Zeuge gewesen, als man das Glas versteckt habe " Und der anonyme Briefschreiber blieb unentdeckt?" fragte der Kriminalkommissar lebhaft. Bis jetzt ja," meinte der Rath fast unwillig über die Unterbrechung. Es wurde in dieser Richtung auch keine besondere Nachforschung angestellt; man hatte ja bald Gelegenheit, sich von der Wahrheit des Behaupteten zu überzeugen. Das Glas wurde gefunden, es enthielt noch Ueberreste einer mit Strychnin vermischten Flüssigkeit. Tie in Folge dessen ausgegrabene Leiche Espingers zeigte erhebliche Mengen Strychnins. Da ein Selbstmord ausgeschlossen schien, wurden die zunächst der That Verdächtigen: dieMagd Ehristine, die TochterBlanka und der Knecht Konrad verhaftet. Letzterer konnte bald auf freien Fuß gesetzt werden, da sein Alibi zweifellos war." Und war das Blankas weniger zweifellos?" Wozu unterbrechen Sie mich? Die Motive zu meinen Entschlüssen werden Sie in den Untersuchungsakten finden. Ich liebe es nicht, unterbrochen zu werdm " Ah. Sie l'eben das nicht! Hm. es kann auch unterbleiben," versetzte der Kommissar in seiner ruhigen, kalten Sprechweise. Ich hal'e Ihnen nicht mehr viel zu erzählen. Die Untersuchung bewegte sich hauptsächlich auf der Grundlage, daß man annahm und mit Beweisen zu stützen suchte. Blanka habe, des Wartens müde, das Lebensende des Vaters gewaltsam herbeiführen wollen und für die Giftverabreichung die Dienstmagd Christine gewonnen. Für eine Mitwissenschaft des Verlobten Franz Vern konnte ein Beweismoment nicht erbracht werden. Wie Sie aus den Akten ersehen werden, hat die Un tersuchung auch gegen Christine und Blanka nichts derart Gravirendes zu Tage gefördert, daß eine Anklage wegen Mords aehoria begründet werden könnte. Trohdem ist es zweifellos, daß der alte Espinqer das Opser eines mederträchtigen Verbrechens geworden ist. Die Staatsanwaltschaft hat die Erhebunq der Anklage hinausgeschoben, bis wucbtiaere Anbaltspunkte für die Schuld der Verhafteten herbeigebracht sind. Man hat Sie deshalb zur Hilfe gerufen. Wie gedenken St? den geheim nißvollen Fall anzufassen?" Vorläufig kann ich noch nichts sa gen. Ich werde die Akten studiren und mit den Verdächtigen im Gefäng niß sprechen. Ich bitte mir die nöthiqen Vollmachten auszustellen, nament lich auch bezüglich der Benützung der Gerichtskasse; ich muß finanziell völlig unabhängig dastehen, damit ich in iedem Auaenblick eine Reise antreten kann. Doch das sind selbstverständliche Dinge" Ich dachte mir unser Verhältniß allerdings so." meinte der Rath enttäuscht, daß Sie vor jedem Schritt. den Sie unternehmen wollen, erst mit mir Berathung pflegen. Billige ich Ihr Vorhaben, so ist immer noch Zeit. Ihnen in jedem einzelnen Falle eine Anweisung auf die Kasse zu geben Nicht wahr?" Titus Wach war mit einem Ruck, ohne ein Wort zu äußern, aufgestanden und qnff nach seiner Reisetasche. Wohin wollen Sie denn?" rief der Richter erstaunt. Nach dem Bahnhof," erwiderte der Kriminalkommissär, um an meinen direkten Vorgesetzten in Berlin zu depeschiren." Wozu?" Um , neue Instruktionen einzuho?en." Die kann ich Ihnen in reichlichem Make ertheilen." Nein. Herr Nath. auf der von Jh nen vorgeschlagenen Grundlage kann !ck nickt erkolareick arbeiten. Wenn
mem vorgesetzter freilich vesieytt, me
(Grundlage anzunehmen, o mutz icy mich fügen, bin denn auch für den Mißerfolg nicht verantwortlich." Sie wollen also ganz unabhängig arbeiten?" Bis zu einer gewissen Grenze. Ich weise Verathungen mit Ihnen. Herr Nath, durchaus nicht von der Hand, aber es muß in meinem Ermessen siehen, davon Gebrauch zu machen oder Nicht." Gut denn, zugestanden; Sie sollen die nöthigen Vollmachten haben. Mir ist mehr, als Sie denken, daran gelegen, Licht in die dunkle Geschichte zu bnngen. Jawoy!, kann es mir denken,' sprach Wach mehr für sich, während der Rath ein Vollmachtsformular in der gewünschten Weise ausfüllte und unterzeichnete. Wo werden Sie Wohnung nehmen?" Sobald ich eine solche hier in der Stadt überhaupt nehme, werde ich Sie davon in Kenntniß setzen. Es kommt ganz darauf an. wie mir die Lage erscheint, nachdem ich Mit den Gesängenen gesprochen. Doch nun, Herr Rath. mochte ich nach dem Gefängniß hinüber. Ich darf wohl mein Köfferchen einstweilen in einer Ecke des Bureaus stehen lassen?" Nach Belieben. Aus den Cefangenen werden Sie nichts wesentlich Neues herausfragen; bei jedem dritten Worte betheuern sie ihre , Unschuld, wie das bei Verbrechern üblich ist." Titus Wach cntgegnete nichts, sondern empfahl sich. Wenige Minuten später trat er in die Zelle der Dienstmagd Christine ein, die beim Anblick des fremden Mannes nervös aufschrie. Sie ließ sich von Wach auch nicht beruhigen und erklärte, nichts weiter zu wissen. als was sie schon oft genug dem Herrn Rath mitgetheilt habe, dann brach sie in Thränen aus, jammerte über ihr Schicksal und betheuerte, unschuldig am Tode des Herrn Espinger zu sein. Es gelang Wach nicht, das nervös erregte Mädchen zu veranlassen, auf seine Fragen ruhig und wahrheitsgetreu zu antworten. Er sah ein, daß das robuste Vauernmädchen durch die wiederholten eindringlichen Fragen des Untersuchungsrichters ganz fassungslos geworden war und seinen Aufklärungsverfuchen verständnißlos gegenüberstand. Wach ließ sich daher die Zelle Blankas öffnen und jene schließen. Blanka Espinger, ein dreiundzwanzigjähriges, nicht unschönes, schlichtes Landmädchen schaute kaum auf, als der Kommissar in die Zelle trat, deren Thüre der hinausgehende Wächter wieder abschloß. Wach betrachtete eine Zeit lang die Tochter desermordetenEspinger schweigend, dann begann er freundlich mit ihr zu reden. Wundern Sie sich nicht, Fräulein Espinger, daß ein Fremder zu Ihnen in's Gefanqniß kommt?" Weshalb sollte ich mich darüber wundern? Hm! Ich bin gekommen, einige Fragen an Sie zu richten Wenn Sie das Recht dazu haben. fragen Sie nur. Sie sagen das so schroff und mürrisch. als würden Sie am liebsten gar nicht antworten. Verdenken kann ich Ihnen das freilich nicht, denn das Unglück hat Sie schwer getroffen, um so schwerer, als diese geheimnißvolle Ver giitung sich vielleicht nie ganz aufklären läßw" Dann wäre das Unheil entsetzlich." Ja. Hören Sie, Fraulem Espm ger. ich bin kein Richter, obwohl ich in gewissem Sinne auch dem Gericht diene. Ich konnte mich einen Aufklarungsbeamien nennen, denn mein Beruf ist, die Wahrheit an s Licht zu bringen. Unschuldig Verdächtigten bin ich ein wah rer, aufrichtiger Freund, für Schuldige allerdings ein unnachsichtiger, unbarm herziger Feind. Sie betheuern, wie man Mir sagte, fortwahrend Ihre Un schuld am Tode Ihres Vaters. Wenn Sie wirklich, wie ich gern glaube, un schuldig sind, so hilft die bloße Be theuerung der Unschuld unter den ob waltenden Verhältnissen nicht viel; es muß im Gegentheil mit aller Kraft dahin gestrebt werden, den wirklich Schuldigen ausfindig zu machen. Und das wollen Sie?" fragte Blan ka sehr lebhaft. Das ist die Pflicht meines Berufes sagte Wach einfach. Sehen Sie nun ein. wie unendlich wichtig es ist, die volle Wahrheit m allen Punkten zu sa gen?" Das babe ich längst gethan. Jede Frage des Herrn Rath habe ich nach bestem Wissen beantwortet. Haben Sie die Akten gelesen?" Noch nicht, ich werde es bald thun; ich wollte vorher ohne Vomngenom menheit mit Ihnen sprechen. Ich wollte Sie nicht zuerst aus den Akten kennen lernen, obwohl ich den Vorgang nur oberflächlich erfuhr aus Mittheilungen der Zeitungen und des Herrn Rath. Haben Sie Vertrauen zu mir. denn ich bin vielleicht der einzige Mensch, der Ihnen nachdrücklich helfen kann! Ich habe schon viele verwickelte Falle entwirrt, schuldlos Angeklagte einem frohen Leben wiedergegeben und sich sicher dünkende Verbrecher aus ihrer Sorglosigkeit aufgescheucht und der gerechten Strafe überliefert. Ich muß Ihnen das sagen, weil Sie in Ihrer ländlichen Einzamkeit wohl nie erfahren haben werden, was ein gehzimer Krimmalkommissar ist. Nein, wer sollte mir das gesagt ha ben?"
Eden vesyald. Frauteln, kyetle q Ihnen das mit. Wenn Ihr Gewissen keine Anklage erhebt, so dürfen Sie offen und vertrauensvoll auf meine Fragen antworten." Fragen Sie," cntgegnete Blanka seufzend.
Standen Sie Ihrem verstorbenen Vater nahe? Ich meine, hatten Sie sein Vertrauen in jeder Beziehung?" Gewiß. Seit die Mutter todt war, hatte er Niemanden als mich. Ich führte den Haushalt, und der Vater besprach alles mit mir, wie ich auch nichts that, wovon er etwa keine Kenntniß gehabt hätte." Alte, vereinsamte Leute, besonders wenn sie vermögend sind, haben oft kleine Geheimnisse" Nein, mein Vater hatte keine GeHeimnisse, so wenia als ich welche vor ihm hatte." Kannten Sie denn seine Ausaaben?" Ich sagte Ihnen doch, daß ich den aanzen Haushalt führte. Einnabmen und Ausgaben gingen durch meine Hand; ja in den letzten Jahren kümmerte sich der Vater kaum mehr um den Wemeinkauf. Fort ging er fast gar nicht und dann nur im Sommer in den uns gehörenden, prächtigen Klostergarten. Warum wollen Sie das so genau wissen?" Weil ich mir eine Meinung bilden wollte über den immerhin möglichen Fall eines Selbstmordes!" O nem, Herr Kommissar, mem Vater beging keinen Selbstmord!" Ich glaube es auch nicht. Das Glas mit dem Strychninreste wurde in der Tischschublade gefunden; hatte er selbst Hand an sich gelegt, so würde er wohl nicht Zeit gefunden haben, die lange Schublade ganz herauszuziehen und das Glas zu verbergen. Wozu sollte er es in einem solchen Falle auch verbergen? Leute, welche das Leben von sich werfen, sind in so verzweifelter oder gcistesgetrübter Stimmung, daß es ihnen höchst gleichgiltig ist, was die Menschen von ihrer That denken. Wer mag das Glas mit dem Giftreste m die Schublade gestellt haben, wenn es Espinger nicht selbst that. War an diesem Tage kein Gast im Hause?" Ich selbst war an dem Unglückstage mit dem Knecht auf's Feld gefahren, ich kann es nicht wissen. Christine, welche im Hause blieb, versicherte, es sei an diesem Erntetag Niemand in die Wirthsstube gekommen, weder ein Einheimischer, noch ein Fremder; nur der Vater befand sich in der Stube, und Christine ging ihrer Arbeit in Hof und Küche nach." Hätte Christine die Anwesenheit eines Gastes unbedingt gewahr werden müssen?" Ich glaube schon," antwortete das Mädchen zögernd, namentlich wenn der Gast durch den Haupteingang über den Wirthschaftshof gekommen wäre." Alfo hatte Ihr Haus noch einen Nebencingang?" Ja gegen den Klostergarten zu." Wenn ein Gast durch diesen Eingang in's Haus und in die Wirthsstube gekommen wäre, ohne sich durch Geräusch bemerkbat zu machen, würde Christine, sagen wir von der Küche aus. nothwendiger Weise diesen Gast gesehen haben?" Nein, denn die Küche liegt nach dem Hefe zu; aber ein solcher Gast wäre ja aus dem eingehegten Klostergarten gekommen. Das Gehege des Klos!era'artcnS war durch eine eiserne Gitterthüre beständig verschlossen, weil wir für das Betreten des Gartens und i-' angrenzenden Kloslerruinen ein kleines Eiutrittögeld erhoben." War die Git!?rthür so hoch, daß man sie nicht übersteigen konnte? Sie war niedrig, wie die ganze inhegung. und wurde zur Zeit der Obstreife ost von Kindern überklettert. wenn sie sich Aepfel ode? Birnen an ?ia,nen wollten." Ich werde alles an Ort und Stelle sehen." sagte Wach mehr zu sich, es kann unter Umständen so geschehen sein. Entschuldigen Sie. Fraulem, ich war in Gedanken. Sagen Sie mir, ob Ihr Vater mit Ihrem Verlöbmß zufrieden war? Es war ihm damit ein Herzenswünsch erfüllt worden; er benahm sich sehr herzlich zu Franz." So, er wurde aber m seinen ErWartungen getauscht, wie lch vernahm. Höchstens darin," bemerkte Blanka, daß Franz sich weigerte, einst bei der Heirath di? Wirthschaft zu übernehmen. Und Sie hatten erklärt, beim Va ter bis zu dessen Lebensende ausharren zu wollen? Das ist wahr." Lieat in den Wirkungen dieser schroffen Meinungsverschiedenheiten nicht ein Konflikt verborgen, der das Motiv zu der traurigen That abgeben konnte? Verstehen Sie mich recht, ich meine. Christine wird öfters den Wort Wechsel mit angehört haben und dann der Ueberzeugung gewesen sem, es konnte durch den Tod des alten Man nes allen ein Gefallen erwiesen werden. Von einer solchen Ueberzeu gung bis zur wirklichen That ist dann nur ein kleiner Schritt. Sie. Fräulein, mögen davon keine Ahnung gehabt ha ben. das ist sehr wahrscheinlich." Wie. Herr Kommissar, auch Sie glauben an die Schuld Christinens? Nein, das Madchen war wie ein Kind im Hause gehalten und von einer An- ' . a ff - "t . yangiiHleli an uns auc, cic ruulciiv wirkte. Das ist im aanzen Dorf bekannt. Christine ist eines so gemeinen Verbreckens nickt fäbia. Sie verebrte
eieinen Vater, wie wenn er iyr eigener Vater gewesen wäre. Christine war
eine Doppelwaise und sah unser Haus als ihre zweite Heimath an. Ich könnte stundenlang noch dies und jenes anführen, was zu ihrcn Gunsten spricht, aber was nützt es!" Der Schein ist gegen sie, das kann nicht geleugnet werden, nahm Wach wieder das Wort, doch sagen Sie mir, ob Sie im Hause Naiten oder Mäuse hatten?" In letzter Zeit nicht mehr." antwortete die Tochter Espingers verwundert. Vor mehreren Jahren litten wir wohl unier dieser Plage, doch der Vcter vertrieb und todtete die Thiere durch sogenannte Nattenwürste und ließ den Keller durchaus cementiren. Seitdem" Strychnin wurde dazu also nicht v:rwcndet?" Nein." Ich werde das alles noch auf's Genaueste erforschen; aber nehmen wir an, es verhält sich alles so, wie Sie sagten wie kann der Tod des alten Mannes durch Strychnin erklärt werden?" Das weiß, ick nickt." (Fortsetzung folgt.) S. traßenbahnfahrten unternahm jeder Mann, jede Frau und jedes Kind in den Ver. Staaten im letzten Jahre nach einem Berichte des Ccnsus-Burcaus durchschnittlich 63, das ist 31 per Kopf mehr als im Jahre 1899. Ein Chinese aus Java hat ein Mittel gegen Lepra (Aussatz) erfunden, welches sich in einigen frappanten Fällen bewährte. Die AerzteKommission hat in Folge dessen beschlössen, ihm die für ein Anti-Lepra-Mittel ausgesetzte Prämie von $39,. 830 auszubezahlen. 2) e r Import von taonzirlem Kakao und Chokolade hat hierzulande eine Abnahme erfahren. Während sich der Import im Jahre 1897 auf 1.467.927 Pfund zum Werthe von $239.819 stellte, betrug er im Jahre 1903 nur 690.824 Pfund zum Werthe von 8144.823. Die Zahl der Student c n an den amerikanischen Colleges, Universitäten und technischen Hochschulcn beträgt mehr als 100.000; dazu kommen noch 50.000 Studenten in den Colleges für Theologie, Jurisprudenz und Medizin, also im Ganzen eine Schaar von über 150.000 Studienbeflissenen. , Macht der Gewohnheit. In Leipa in Böhmen starb kürzlich die älteste Bewohnerin dieser Stadt, Frau Therese Bredschneider. im 94. Lebensjähre. Die Greisin erfreute sich bis in die letzte Zeit bewundernswerther Nüstigkeit und machte täglich Spaziergänge, bei welchen sie alle nöthigen Einkäufe selbst besorgte. Sie liebte es, besonders an Sonn- und Feiertagen, sich in ihrem kostbarsten Staate und mit reichem Schmucke auf der Straße zu zeigen. Trotz allen Wandels der Zeiten konnte sich die alte Frau niemals entschließen, der ihr lieb gewordenen Krinoline zu entsagen. Die Greisin ist ohne vorangegangene Krankheit in ihrem Armsessel entschlummert. Selbstmord mittelst Dyn a m i t. Einen entsetzlichen Selbstmord verübte jüngst der 19jährige italicnische Erdarbeiter Alois Cedolin in Tannwald, Böhmen. Er hatte sich eine Tynamitpatrone unter die linke Achselhöhle gesteckt und dann dieselbe angezündet. Die Wirkung war eine fürchterliche. Ter Körper des Selbstmörders wurde in Fetzen gerissen; der Kopf war ein blutiger, formloser Klumpen, die Brust war völlig zerfleischt, das Herz verschwunden und die Rippenknochen, an denen Fleischfetzen hingen, legen im Umkreise verstreut umher. Streitigkeiten mit seiner Geliebten haben den jungen Südländer in den Tod getrieben. Mord vor der Front. In Wilna, Rußland, trat neulich ein Soldat aus der Front heraus und hieb mit seinem Säbel einen Offizier nieder, der wenige Minuten später selnen Geist aufgab. Die eingeleitete Untersuchung ergab eine militärische Verschwörung. Der betreffende Soldat hatte das Loos gezogen und mußte, da der Offizier von seinen eigenen Leu. ten zum Tode verurtheilt worden war," das Todesurtheil" vollstrecken. Der Verhaftete hat dies vor dem militärischen Richter selbst ausgesagt, jedoch die Namen der Mitverschworenen nicht genannt. Der betreffende Offizier war bei seinen Untergebenen sehr unbeliebt. Glücklicher Bräutigam. Der gewiß seltene Fall, daß eine Millionärin einen Bahnwärter heirathet. ereignete sich dieser Tage in Verona. Italien. Ein Fräulein Colo. Tochter eines ' verstorbenen Stadtrathes, die 2.000.000 Francs Mitgift besitzt, verliebte sich in den Bruder ihrer Dienerin Namens Peretti, einen einfachen ehrlichen Arbeiter. Die Braut wollte, daß die Hochzeit mit großem Pomp gefeiert werde; insbesondere wurde die Kirche mit Teppichen und Blumen herrlich ausgeschmückt. Der glückliche Ehcmann ist 25 Jahre alt, seine Frau etwas älter. Ä'rultrotlj. Besucher (zum Hausherrn): Ihr Junge hat ganz genau dieselbe Nase wie Sie!" D er kleine Willi (einwerfend): Ja. Papa, ich bin auch schon auf der Straße gefragt worden, ob wir leere Weinflascken zu berkoufei haben?"
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t Pennshlv und Mark i Engiish' Opern-Hau crast und NVork 7 Noble und Michcgan 3 N. Jerjcy u. Mafs 2ti 0 Pine und North .0 Market und Pine ,1 Vermont nahe 5ast '2 N. 8 Spritzenhaus Maff. Ave naye 3Mli .3 TerZwareund Walnu: 4 Jersey uEcntral A. 5 rZass und EorncllAvr Asy m d li. Straße 7 Park Ave und 12 Ctt a Columbia undHiUftd 3 Highland Ave u.Pratt n Illinois und Et. Js 'Z Pennsvlv. und Pratt .4 Meridian und ll. Ctr "i No. S Spritzenhaus IS. nahe Illinois '.S EenateAvku.CtCia 7 IllinoiS und Mchigan . Pe sylvania und l. Senate Ave. und 13, l TiO. 1 Spritzenhaus JnoAvenaheMichiga .2 Meridian und Walnut 4 California u Vermont is Blake und New Aork jud. Zlv. u. St, Llatr i? City Hospital :s Blake und Nort? IS Michigan und LgneS l No. Spritzenhaus Wajyingion nah West i sendorf u Wash. Missouri u New Fort iü Meridian u Wasy JllmoiS und Ohio 17 Capitel Av. u Wash 48 mgan'S Porkhau 4? Straßenbahn Stalle 23. Washington Ctr 51 No. 10 Spritzenhaus IllinoiS errill s Jvinnii u !.'ouisiana 58 We und South it West und McCarty Senat Av. u Henry 67 Meridian und Ray 8 No. 4 Spritzenhaus LladisonAv.uMor-.-iS 69 Madiion Av.uTunlop 1 No Hnken LetterhauS South nahe Delawar tl Penn, u Slmill Delawar u. McSarttz 4 afl und earty New Jersey u. VerrtU n Virg. Ay. u Bradslza 68 gast und Prospect 9 Bicking und High 71 No. 11 Spritzenhaus vir Ave. tuh Huro 7 Last und Georgia 7Z da, und Elm 7 Dadldson u Georgt t English Av. u Pine 75 Chelby und BateS 7S No. 5 Cpritzenhaul Prospekt nahe Chciby 'S Flctchcr Av. u Ehelby Sl Market u. New Jersey 62 Telaware und Wasy. SZ East u Washington 34 New York u. Tavidsor 65 Taubstummen Anstalt 96 er. Staaten Arsenal 87 Oriental und Wash. 59 Fraucn-Neformat. 1 No. iz Spritzenhaus Maryland nah Mer. 2 Meridian u. Scorata. 93 Meridian und South 4 Pennsyl'o u. Louisiana 95 iri.-zi Av u. Alab. 96 HarHtquarrier. 97 Grand Hotel. 93 Capital Av und DtK 23 No. 16 Spritzenhaus 16. und Ash. 124 Alabama und I. ,25 Ccntral Ave und lt. 126 DandeS und 15. 127 Brookside und IM 139 CXewtral Av und 17. 129 Dclawzre und 19. 131 Alabama und 11. .32 93Uffcntaln und 131 Collkgk L und 8. 135 Telamare und 13. 136 Alabama und North 137 Nctomann nd 19. 133 College Ave und 14. 13? Corncll Ave und 13, 141 DandeS und 19. 142 Highland Av und 10. 143 Tecumseh und 10. 145 New Jersey and 2. 146 Alvord und 17. 147 No. 2 Spritzenhaus Hiltside Ave und 13. .43 College Ave und 22. 149 College Ave und 7. 152 Park Ave und 2. 15 L E u. W Bahn u. 22. l54 Ramsey Av und 10. 156 Stoughton u Newmcn 157 AtlaS und Pike. 158 Blovd und Pawvaw. 15? No. 21 Spritzenhaus Srightwood Arden und Depot 16 Brightwood und 25. 164 Rural und Lloyd 165 St. Clair u. eystone 167 Arsenal Av unh 23. 163 Bellefontain und 28. 169 Park Av und 1. 212 Capital Av und 17. 13 Pennshlv.u.Vichiaas 214 Illinoi4 und 20. 215 Senate Ave und 21. 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Morriß 432 Niver Av u. MorriZ 54 River Ave und Nay 435 Harding u. Big 4 R I 436 Harding und Oliv 4Z7 No. 19 Cprinha MorriS und Hardina. 4 3 tm Bloss 439 etOtfbStl 451 Rettn und 9Ot 452 Howard und Set 453 Mors und Stapjfit 45 Lamdert und Ktbutvi 4S7 Nordtzke Ave u. Va rnon WorkS 613 West und Sury 513 enwä2ve u.MerrE 014 Meridian and MorriS 51 IllinoiS nk anlas 17 Morris und Takota 518 MorriS und Churey 519 Capital TU u McTar 521 Meridian und Palmck 523 Pine unb Lord 524 Madisor. Ave Lwcolk Meridian und S3U RR 627 Carlo und Rav 525 Meridian und Anzona 529 Meridian. Raymond 531 Meridian u. McSal. 632 No. 17 kpriyenhiS MorriS nah West 1 McSUraanunb Dounh. 613 Last u. Lincoln &n 614 East und Leech 15 Wr.?ht und Vandere 17 McCarry und Leaty lg New Jersey u Blc Ave 712 Epruce und Prospct 715 English Av. u. LaunI 714 Etat Avu. Seit N Z 715 Chelby und Veechn 71 State Ave und Dran 713 Orange und auri 719 Ehelby u.Ct'.tage U 721 LexingtonA. fltat 723 FlctchnAvu.Spr 724 Statk Avk U. Pleasan 7iä Prosvckt und leasa?.? 725 Orange und Harla? 723 Liberty und Wea 729 Nvle und South öl No.l Srritzenht'uk Ost Washington 81, Market und NoblL14 Ohio u. Highland 815 Mickigan u. Highla 81 Market u Arsens Zldt 817 Ost S Clair und Union Bahn Geleise. Ml Pan Handl Shepl 823 Vermont und Wakot? 824 Wash. und State Atz. 626 Madden'Skounge Kav 82 TuSer und Torsev S27 Wash. und evill Ar 829 No. 12 Spritzenhau Beville nahe Michig, 831 Southeafter Ave un Woodside. 832 Wash. und Tearbon: 834 Eoutheaftern und Arsen! Ave. 836 New Z)ork xxd TnnpU 12 IllinoiS und Maryl. 913 Jllinoi Und Markt. 914 Penn, nd Wasiz. 915 Telawar nd H Cpezial.Siznale. irften I CchlZg, zweiter Alarm, Aweite 2 Schlag, dritter Alarm, Dritten 2 Schlage, vierter Alarm. i-2-i, Feuer aus und Schlauch aufgenllZ. 5 Schlag, Waslerdruck ab. 12 Schläge, 12 UHr Mittag. Die so bezeichneten Signale werden nur dem ?dun ächter angegeben da an den betreffenden Strabe Zreujuns kw Alarmkönen anaebracht find. Chicago und der große Nordweste dl n ffirnnsrär ij UkXlÄU) s g)) CfcnwraaMggffiU Rww Ulakka-Sawaii-Vdilivdine Insel. Vier tägliche Schnellzüge nach Chicago. Von der Mono 47. Etr. Station, tllikcaao. 4nb nur 5 Minuten mittelst elektrisch Car acd den Union iehdöfen Freiich Lick Spring, In dem Orange County Hochland. ffamUien-HoteT unter neuer Seschaftöleitung. Pluto, Proserpin ind BowieS Quellen. Bestes Mineralwasser der Seit, wei Züge täglich via Gree-.tcastle. Ticket-Ofsieen : Union Station, Massachusetts Av ad es West Washington Etrasze. R.P.Alge,. Diffrtkt Vass. Agent. Jndlanapoll. Znd. . H. MeDoel, . H. R o t , II, Pris. und Gen. Vgr. rtrUMUiU? Z5rakJ. Reed. Ven.Pzl. aent. diczgo. Jll.
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