Indiana Tribüne, Volume 27, Number 89, Indianapolis, Marion County, 4 December 1903 — Page 6

Indianer Tribüne, 4 Dezember 1903

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Europäische Nachrichten. Waden. Karlsruhe. Der Großherzog hat dem Gesandten am preußischen Hofe, Wirklichen Geheimen Rath Dr. v. Jagemann das Grsßkreuz des Ordens Berthold des Ersten und dem Obergeometer Martin Schifferdecker das Ritterkreuz 2. Klasse mit Eichenlaub des Ordens vom Zähringer Löwen verliehen und Letzteren auf sein Ansuchen wegen vorgerückten Alters unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste in den Ruhestand versetzt. Altenheim. Das 17jährige Dienstmädchen des Gemeinderaths Jakob Trunkenbold verunglückte dadurch, daß es in einen brennenden Spirituskocher Spiritus nachgießen wollte. Die Kanne mit Spiritus erplodirte und im Nu stand die ganze Küche in Flammen. Das Mädchen erlitt so schwere Brandwunden, daß es hoffnungslos darnieder liegt. Bahlingen. Ein Dienstmädchen warf hier von einem Wagen ein Dungfaß herunter, wodurch das 2jährige Kind des Feldhüters Fr. Maurer getroffen und todtgedrückt wurde. Donauesch ingen. In ZollHaus Blumberg brannten zwei Oekonomiegebäude. dem PostHalter Xaver SchaUer gehörig, vollständig nieder. Erdmannsweiler. Das hiesiege Gasthaus Zur Sonne" brannte vollständig nieder. ' Das Feuer wurde durch Kinder verursacht. Der Eigenthümer, Kronenwirth Schilling in Billingen, ist versichert; der Schaden ist beträchtlich. Goggingen. Die Wohnhäuser und Oekonomiegebäude derLandwirthe Hahn und Sicka brannten bis auf den Grund nieder. Heidelberg. Ein schwerer Unfall ereignete sich an einem Neubau in der Gaisbergstraße. Als der 20jährige Gypser Georg JunghannS aus Wil Helmsfeld einen Kübel mit Mörtel in den dritten Stock ziehen wollte, brach der Hebel des Aufzugs; der Kübel, sowie die Aufzugskette fielen dem Unglücklichen auf den Rücken. Lebensgefährlich verletzt wurde Junghanns ins akademische Krankenhaus verbracht. O d e n h e i m b e i K e h l. Der pensionirte 76 Jahre alte Grenzaufseher Johann Tiebold Sckwing, der der bei seinen Angehörigen lebte, wurde auf dem Felde durch einen umfallenden

Wagen erschlagen. O e h n i n g e n. Hier brannten 2 Wohnhäuser und 2 Scheunen ab. Der Brand entstand durch Kinder. Die Eigenthümer sind Pankraz, Mattler und Abraham Gump in Wangen. Pforzheim. Der hiesige Turnverein konnte über 50 seiner Mitglieder für mehr als 25jährige Mitgliedschaft mit Diplomen auszeichnen. Scherzheim. Erhängt haben sich hier der Seidenweber Käser und die 82jährige Wittwe Kientz. Beide Selbstmorde dürften im Zustande ceiftiger Umnachtung verübt worden sein. Ueberlingen. Eine Teuersbrunst zerstörte das Anwesen des Engelbert Engesser, sowie das Haus des Zimmermeisters Fecht in der Neustadt. W i e s l o ch. Aus Lebensüberdruß erschoß sich der Bezirksgeometer a. D. Grader. ?Zl)einpfrz. Frankenthal. Unter dem dringenden Verdachte, den etwa 30 Jahre alten vcrheiratheten Dienstknecht Heinrich Graf von Kirchheim a. E. erschlagen zu haben, wurde der ausBierstadt in Rheinhessen stammende, 39 Jahre alte, unverheiratete Dienstknecht Anton Lips von Kirchheim a. E. in das Untersuchungsgefängniß des hiesigen Landgerichts eingeliefert. Hudwigshafen. Zimmerer Daniel Schneider. 19 Jahre alt, im Zimmergeschäft Gebrüder Schneider thätig, verunglückte, als er in derKorkfabrik Grünzweig & Hartmann mit Reparaturarbeiten und dem Verlegen eines Dampfkessels beschäftigt war. Ein gußeiserner Fuß des Kessels brach ab, der Kessel fiel auf Schneider und drückte ihm das rechte Bein vollständig ab. Mechtersheim. Gelegentlich des Kirchweihfestes hier wurde dem 19 Jahre alten Tagner Heinrich Köhler von hier die Hirnschale eingeschlagen. Die Gendarmerie von Speyer verhaftete den Bahnarbeiter Peter Weiler von Heiligenstein und die beiden Tagner Johann Hirth und Johann Guth von hier. Der Verletzte ist gestorben. Meckenheim. Im hohen Alter von 92 Jahren starb hier Frau Elisabetha Rheinwald. Niedermoschel. In der Scheune der Wittwe Mündel brach Feuer aus, das nach kurzer Dauer auch auf die Scheune des Ackerer Linn übersprang und beide Gebäude, da sie dem Feuer reichlich Nahrung boten, in kurzer Zeit einäscherte, ebenso zwei nebenangelegene Stallungen. Der 19jährige Sohn Wilhelm und der 17jährige Sohn Ludwig, die mit Löscharbeiten beschäftigt waren, fanden in denFlammen den Erstickungstod. N e u st a d t a. H. Auf dem Manöver - Gelände zwischen Kaulbach und Kollweiler verunglückten Hauptmann Gutmann vom 18. InfanterieRegiment und Leutnant Lauer vom Ulanen Regiment in Dieuze. Beide Offiziere erlitten Knochenbrüche. W e i d e n t h a l. Das hinter der katholischen Kirche gelegene Hausanwesen No. 105, dem Daniel. Hevv ge-

hörend, ist durch Feuer zerstört worden. Nur dem raschen und thatkräftigen Eingreifen ist es zu danken, daß die Inwohner dem Feuer- und Erstickungstode entkamen. Klsnß-Lottzringcn. Straßburg. Auf dem hiessgen Güterbahnhof gab die Kellnerin Katharina Hardt auf den 50jährigen. von seiner Ehefrau getrennt lebenden Lademeister Heinrich Dahl, mit dem sie ein Liebesverhältniß unterhielt, in einem Anfall von Eifersucht drei Schüsse ab. Die Verwundung Dahls ist lebensgefährlich. G e b w e i l e r. Der Nestor der reichsländischen Klerikalen. Superior Josef Guerberg. trat in sein 80. Lebensjahr. Guerberg, welcher den hiesigen Wahlkreis von 187498 im Reichstage vertrat, gehört zu den MitUnterzeichnern des Protestes. Der ehemalige Depu! erfreut sich noch vollcr geistiger und körperlicher Rüstigkeit. K o l m a r. Oberleutnant Otto v. Buttlar - Brandensels vom Jnfante-rie.-Regiment No. 171 hat sich hier erschossen. Als Ursache der That wird die Verweigerung eines sechsmonatlichen Urlaubs bezeichnet, um den von Buttlar wegen einer Nervenkrankheit eingekommen war. Nach einer anderen Version soll die Ursache des Selbstmordes mit der Lösung eines Verlöbnisses mit einem bürgerlichen Fräulein in Verbindung gestanden haben. Die Braut habe dem Officier das Wort zurückgegeben, um ihm den Familienfrieden zu sichern. Aus Gram hierüber habe sich von Buttlar - Brandenfels das Leben genommen. Mülhausen. Im Alter von 53 Jahren starb auf Schloß Marbach am Bodensee der hiesige Reichsbankdirektor Otto Kaul. Ä u f a ch. Dem Hauptmann der Landwehr a. D. Eltze hier, bisher in der Infanterie 2. Aufgebots des Lernt Wehrbezirks II Mülhausen i. E., wurnt oer nolye Avieroroen vierter Zklae verliehen. Ztlccükcnbitrg. Schwerin. Auf den Tag, an welchem er vor 50 Jahren zum Schulrath ernannt wurde, sah der Geheime Oberschulrath D. TheodorLorenz hierselbst zurück. Boizenburg. In seltener geistiger und körperlicher Frische konnte das Rentier Falck'sche Ehepaar seine golöene Hochzeit feiern. Der Grotzyerzog übersandte ein Glllckwunschschreiben. Groß-Sremen. Die elfjährige Tochter des Tagelöhners Arndt macht sich in Abwesenheit ihrer Eltern am Herd zu schaffen. Die Flammen erfaßten die Kleider des Kindes, das schwere Brandwunden an Händen, Armen und Brust davontrug. Hohenkirchen. Lehrer und Organist C. Lukow feierte sein 50jähriges Amtsjubiläum. Dem Jubilar wurde durch Pastor Pieper die Mittheilung gemacht, daß ihn der GroßHerzog zum Kantor ernannt habe und die Gei.'.eind ließ ihm dinch Gutsbesitzer Keoing - Groß-Walmstorf einen prachtvollen Pelzrock überreichen. N e u st r e l i tz. Die hiesige Realschule beging die Feier ihres 75jährigen Bestehens. P l a u. Bei der Rückkehr von einer kleinen Segelregatta vor der Silbermühle sank ein mit zwei Personen besetztes Boot. Dem Kaufmann Elkan Hierselbst gelang es, nach etwa stündigem Schwimmen, das Land 34 erreichen, während der zur Zeit hier aushilfsweise stationirte Postbeamte Rehder aus Rostock ertrank. Seine Leiche konnte noch nicht gefunden werden. Warnemünde. 50 Jahre besteht in dieser Saison das Hotel Hübner", welches im Jahre 1853 vom Vater des jetzigen Besitzers begründet wurde. W i s m a r. Der Schnitter Anton Zakrzewski aus Schönwalde, welcher vom Amtsgericht Hierselbst wegen Diebstahls verfolgt wird, wurde vom Gendarmeriewachtmeister in Lübow verhaftet. Zrdenl)urg. Oldenburg. Tischlerlehrling Evers. der von seinem Meister Pieanik beauftragt war, Holz aus dem Wempeschen Schuppen zu holen, stürzte aus der Luke des Schuppens in ziemlich beträchtlicher Höhe zur Erde. Der junge Mann trug eine schwere Verletzung am Kopfe davon und mußte im Wagen zum Hospital geschafft werden. ' B ü h r e n. Das HauZ des Eigners Thier brannte mit dem ganzen Erntevorrath und dem größten Theil des Mobilars meder. Elsfleth. Oberlehrer Köster konnte aus eine 50jährige Thätigkeit zurückblicken, indem er drei ahre in Hamburg und 4 Jahre hier sein Lehramt gewissenhaft und treu ausgeübt hat. H a l s b e k. Leichtsinniges Umgehen mit einem Gewehr hat über zwei Familien unseres Ortes großes Un. glück gebracht. Der 14 Jahre alte Haussohn Wilhelm Piepelsjohann legte im Scherz mit dem Gewehr seines Vaters aus den kleinen sechsjährigen Nachbarssobn Peter Bllntjen an: dabei krachte ein Schuß und traf den kleinen Vurschün so unglücklich am Kopse, daß er auf der Stelle todt niedersank. K i r s ch w e i l e r (Oberstein). Bei einem hier niedergegangenen Gewitter wurde die Frau des Feldhüters Henrich auf dem Felde vom Blitze erschlagen. ....

'PcrrmuttcrsZschcrci.

Gin lohnender (rrwcrbszwcig in den Staaten Missouri und Iowa. SZissiksippi Clam" St Sniveckung einer neu Industrie Thätigkeit der Perliuut tersiiÄer PerlknfunSe als Nbeneinnahme. Knopsfabrikation. Vor etwa zehn Jahren kam man dahinter, daß es sich lohnen wurde, im Mississippi nach Clams zu fischen, dercn Schalen sich zur Herstellung von P:rlmutterknöpfen eignen. Bis dahin war diese spezielle Galtung von Schalthieren, die sich an gewissen Stellen ds Stroms in Mence vorfinden, als wcrthlos betrachtet worden. Die En!dciuna, ihres Handelswerthes erfolgte dadurch, daß ein Geschäftsmann in Iowa einige solche Muscheln an einen in Oesterreich lebenden Freund sandte, der ihm unverweilt schrieb, daß man daraus Perlmutterknöpfe sabrizlen könne. Die Folge hiervon war. daß sich nach und nach Hunderte von Menschen daran machten, nach solchen Punkten im Flusse zu suchen. Es entstand daraus ein eigenes Gewerbe, und dies führte zur Errichtung von Fabriken, in denen entweder Perlmutterknöpfe fertig hergestellt oder auch nur die runden Plättchen ausgeschlagen werden, die zum Fabrizicen von Knöpfen dienen. Die Pcrlmutterfischer benutzen mcistens größere oder kleinere Boote mit flachem Boden; an jeder Seite eines solchen BooteS ist eine ziemlich lange Stange befestigt, die über das Wasser reicht und von der so und so viele Schnüre bis auf den Boden des Flusses herabhängen. Am Ende jeder Schnur befindet sich ein Stück Eisen, das so gebogen ist, daß es einen Haken bildet und wenn das Boot über eine Stelle fährt, an der sich Schalthiere befinden, dann werden sie durch die Eisen losgerissen. Die Thiere liegen nämlich mit geöffneten Schalen im Wasser und in dem Augenblick, in welchem ihr weiches Fleisch von den kleinen Stückchen Eisen berührt wird, klappen die Schalen fest zu. Auf diefe Manier wird von der obern Schichte nes solchen Muschelbetts eine ganze Anzahl Muscheln auf einmal losgelöst und an den Schnüren in die Höhe gezogen; eine einzige Person kann im Lause eines Tages an 1000 Schaltyiere einfangen und da das Hundert mit 40 Eents bezahlt wird, so kann ein gewandter Fischer einen Tagelohn von $4 bis $5 erzielen. Ehe die Schalen verkauft werden, müssen die noch immer lebenden Thiere aus denselben entfernt werden. Die meisten der Fischer leben auf Hausbooten und haben auf denselben aus Eisenblech verfertigte flache Kessel, die mit siedend heißem Wasser gefüllt werden und sobald die Clams da hinein geworfen werden, öffnen sich die Schalen, worauf deren Bewohner ohne viele Mühe herausgenommen werden. Zuweilen enthalten die Schalen eine werthvolle Perle und ein derartiger Fund verschafft dem Finder eine unerwartete Nebeneinnahme. In den Fabriken werden die Schalen nach ihrer Beschaffenheit und Größe sortirt und ehe sie verarbeitet werden, legt man sie mehrere Tage lang in Behälter, in denen sich Wasser und gemahlener Hafer befindet; das geschieht, um sie weich zu machen, denn ohne dieses Verfahren sind sie zu spröde und würden in Stücke brechen. Die durch das Einweichen mehr oder weniger elastisch gemachten Muscheln werden dann mit scharfen Stahlsägen in Streifen zerschnitten; nachdem dies geschehen ist, machen die kleinen Stückchen einen weiteren Prozeß durch, der sie nach und nach in fertige Perlmutterknöpfe verwandelt. Diese Industrie war früher in den Ver. Staaten nicht heimisch, die Perlmutterknöpfe wurden hauptsächlich aus Oesterreich importirt, wo Massen von Arbeitern damit ihren Unterhalt erwarben; seit Amerika sie nicht mehr vom Auslande bezieht und bei der Fabrikation fast Alles durch Maschinen geschieht, sind die Preise der Knöpse beträchtlich niedriger als in früheren Zeiten, der Arbeitslohn in den hierländischen Fabriken ist jedoch ein verhältnißmäßig guter geblieben. Lebendige Leiche." Durch einen Irrthum in einem Hospitale zu Philadelphia verbreitete sich kürzlich das Gerücht von dem Tode der siebenjährigen Edith Bonner, und die Folge war, daß die Eltern des Mädchens zahlreiche Vlumenstücke und Kondolenzschreiben von Freunden erhielten, während Edith munter und vergnügt im Elternhause umhersprang. Viele derFreunde sprachen im Trauerhause" vor. um den Eltern ihr Beileid auszudrücken, und wurden in den meisien Fällen von der kleinen munteren Leiche" selbst empfangen. Es stellte sich heraus, daß bald nach der Aufnähme Ediths in dem Hospitale, die eine Armverstauchung erlitten hatte, ein Knabe mit einem Schädelbruch eingeliefert wurde. Ter Junge starb am nächsten Tage, und statt den Tod des Knaben zu melden, wurde durch ein Versehen des Elerks, der die Patientenliste führte, der Name des Mädchens in Verbindung mit dem tödtlichen Unfall genannt. Das P r e d i g e r a rn t ist zur Zeit der einzige Gelehrten-Beruf, der nicht überfüllt ist.

jDaktnlofnopic. NeueS ersolzreicheS System zur Vrmittelung von Verbrechern Zingerabdrücke. Das Verfahren, Verbrecher lediglich auf (Zrund ihrer Fingerspitzenabdrücke genau zu ermitteln, die Daktyloskopie, die bisher nur in England, Indien und von den Kriminalpolizeibehörden in Dresden und Wien angewandt und im kriminalistischen Museum der Deutschen Siädte-Ausste!-lung zu Dresden zuerst weiteren Kreisen bekannt gemacht wurde, macht Schule. Kürzlich beschlonen die Vertreter der größeren Polizeibehörden des Königreichs Sachsen die Einführung dieses neuen Systems bei d:n Sächsischeu Pslizeioehorden und die königliche Polizeidirektion Dresden wurde als Centrale für die Registrirung und Sammlung der Fingerabdruckbogen innerhalb des Königreichs Sachsen gewählt. In England bildet sich der Fingerabdruck im Erkennungsdienst immer mehr als Schrecken der Verbrecherwelt aus. Es ist interessczn:, den Bericht der Londoner Kriminalpolizei über die Erfolge dieser Abtheilung des Erkennungsdicnstes zu erfahren. Das recht mühsame und nicht leicht anwendbare anthropometrische System" ist zu Gunsten des Systems der Fingerabdrücke" jetzt vollständig aufgegeben worden, da die durch dieses erreichten Erfolge höchst überraschende, bei den Verbrechern geradezu Bestürzung erregende sind. Das System wird in geregelter, wissenschaftlicher Weise von der Londoner Kriminalpolizei seit sechs Monaten angewendet; vorher befand es sich ebenso lange im Versuchsstadium. Dennoch wurden 1722 Verbrecher während dieses Zeitraumes durch Fingerabdruck festgestellt gegenüber 462 nach alter Meungsmetho'de. Somit werden in diesem Jahre die Feststellengen die noch nie erreichte Zahl von mehreren Tausend erreichen können. Dieses Fingerabdrucksystem, erfunden im Jahre 1892 von Sir Francis Galton. wandten Jndier, Chinesen, Egyptcr in alten Zeiten an, indem sie den Daumen als Signatur unter einem Dokument abdrückten. Erst Galton wies überzeugend nach, daß die Kurven und Windungen des obersten Fingergliedes eine gewisse UnVeränderlichkeit für Lebenszeit besitzen. Schwache Druckerschwärze wird bei dies:n Abdrücken in ein kleines Polster gelassen, aus welches der Verbrecher die Fingerspitzen drückt, um sie dann nochmals fest auf eine Karte zu legen, 'nter der dann sein Name und Nationale vermerkt wird. Die Registrirung des Abdruckes ist so einfach und praktisch, daß ein Verbrecher am Fingerabdruck sofort wieder erkannt wird. Zuerst wandte die cnglisch-indische Polizei, dann die englische Polizei das System an; darauf wurde es von der Polizei anderer Staaten übernommen. H c r m a s s a g c. Wiederbelebung stillftchendcr Herze Tr. Sterlings kühner Versuch. Einer d:r kühnsten Versuche, die in der Medizin möglich sind, ist jüngst einem Londoner Arzt Dr. Starling geglückt, nämlich die Wiederbelebung eines fast schon leblosen Körpers durch Herzmassage. In neuester Zeit ist zwar verschiedentlich schon in verzweifelten Fällen der Versuch gemacht worden, die Herzthätigkeit dadurch aufrecht zu erhalten, daß das Herz durch einen Schnitt bloßgelegt, mit den Händen ergriffen und zur Wiederaufnahme seiner Bewegungen durch eine Art von Massage veranlaßt wurde. Die Ergebnisse solcher kühn:n Eingriffe haben wohl gezeigt, daß auf diesem Wege die Herzthätigkeit etwas länger aufrechterhalten werden kann, aber bisher hatte der Tod nur immer um Verhältnißmäßig kurze Zeit verzögert werden können. so daß das Verfahren praktisch als nutzlos erschien. Dr. Starlina operirte einen 05 Jahre alten Mann an Blinddarmentzündung unter Rarkose, und merkte plötzlich, daß Puls und Athmung in bedrohlichem Grade nachzulassen begannen und schließlich stillstanden. Als die sofort eingeleitete künstliche Athmung zu keinem Ergebniß führte, streckte er seine Hand durch die im Unterleib gemachte Wunde und erfaßte das bewegungslose Herz durch das Zwerchfell hindurch. Er übte nun mit der Hand einen Druck auf das Herz aus und fühlte, daß es danach wieder zu pulsiren begann, obgleich ein Pulsschlag in dem Handgelenk noch nicht fühlbar wurde. Gleichzeitig wurde NUN die künstliche Uhmung fortgesetzt, auch andere Mittel wurden zur Wiederbelebung angewandt, und in der That stellte sich nach zwölf Minuten die natürliche Athmung wieder ein. und auch der Puls wurde wahrnehmbar. Die Operation wurde nun ohne AnWendung von Betäubungsmitteln beendet, und der Patient genas. Der Fall steht vorläufig einzig da. Furchtbare Familient r a g ö d i e. Die Frau des Schriftsetzers Winterstein in Berlin hatte schon seit geraumer Zeit Spuren von Geistesstörung gezeigt, doch da man sie für harmlos hielt, wurde sie im Hause unbeaufsichtigt gelassen. Dieser Tage erschien sie plötzlich auf der Polizei, um sich, als des dreifachen Kindsmordes schuldig, selbst zu stellen. Ihr Geständniß erwies sich als schreckliche Wahrheit. Sie hatte ihre eigenen drei Söhne, sieben, sechs und vier Jhre alt. im SÄlafzimrner erbänot.

Dir Coocsslunde. SaS Verhalten dS Menschen vor dem Hl, scheiseu Allerlei Jrrtl,ümer. Oft hört man, dem Sterbenden wohne die Fähigkeit einer deutlichen Ahnung des nahe bevorstehenden Erelgnisses inne, die sich zuweilen bis zur Weissagung sieigere, und in zahllosen Werken der Dichtkunst kann man von Helden lesen, die furchtlos bei klarem Bewußtsein ihren letzten Seufzer aushauchen und mit Worten der Weisheit auf den Lippen in den ewigen Schlaf eingehen. Nüchterne wissenschaftlich? Untersuchungen über das Verhalten des menschlichen Zellstaates kurz vor seiner Auflösung haben ihre großm Schwierigkeiten, denn die angeblichen Erfahrungen Abgestürzter, halb Ertrunkener oder vom Erhängungstode Erretteter sind bei der Lust zum Fabuliren, die dem Menschen nun einmal nicht abzugewöhnen ist, nur mit größter Vorsicht zu verwerthen, aber auch aus andern Gründen wird es schwerlich jemals möglich sein, den Schleier ganz zu lüften, der über dieses Ereigniß ausgebreitet ist. Nichtsdestoweniger ist es auch in dieser Frage der modernen Forschung gelungen, durch gewissenhafte Veobachtung eine Reihe von Thatsachen festzustellen, die über die physiologischen und psychologischen Räthsel der Todesstunde wenigstens einigermaßen Klarheit schaffen. Dr. Näcke, dem auf diesem Gebiete eine besonders reiche Erfahrung zu Gebote steht, veröffentlichte darüber eine Studie, in der er zu dem Ergebniß gelangt, daß das Meiste, was über diese Frage im Volksglauben fest begründet erscheint, falsch ist. Er stellt fest, daß es bei den meisten Sterbenden kurz vor dem Ende zu einer Bewußtseinstrübung kommt, die sich in der Mehrzahl der Fälle als Traumzustand ähnlich dem Schlafe, seltener als eine Art Delirium mit Halluzinationen und Illusionen äußert, wie es bei schweren Infektionskrankheiten unter dem Einflüsse heftigen Fiebers so häusig beobachtet wird. Bei diesen Halluzinationen spielen wahrscheinlich Jugend - Erinnerungen eine Hauptrolle. Dabei ist zu berücksichtigen, daß zwischen der Bewußtlosigkeit und dem echten Schlaf nur ein Gradunterschied und ein solcher bezllglich der Entstehung und des Ausganges vorhanden ist. Prophetische Aeußerungen Sterbender sind ebenso wie die so oft behauptete Gabe eines erhöhten Gedächtnisses in das Reich der Fabeln zu verweisen; meist sind es dem Schwinden des Geistes entsprechend unbedeutende und gleichgiltige Worte, die dem Abschlüsse des Lebens voraufgehen. Daß derartigen Aussprüchen, wenn sie von hervorragenden Menschen gethan werden, ein gar nicht beabsichtigter Sinn untergelegt wird, sehen wir beispielsweise bei Goethe, dessen Mehr Licht" durchaus im alltäglichen Sinne gemeint war und vielleicht auf den Todcsschatten zurückzuführen ist. der sich auf die Augen des Dichterfürsien herabsenkte. Denn eins nach dem andern versagen auch die Sinnesorgane ihren Dienst, bis als die letzten der Tastsinn und das Gehör erloschen sind. Geisteskranke zeigen in der Sterbestunde meist dieselben oder wenigstens sehr ähnliche Erscheinungen wie Geistesgesunde, und wenn auch zuweilen kleinere Aufhellungen des Geistes beobachtet werden, so kehrt doch bei völliger Verwirrthcit nur ganz vereinzelt der Intellekt wieder. Daß sich das Verscheiden auch in den Gesichtszügen deutlich ausprägt, ist eine schon von Hippokrates erkannte Thatsache; mit großer Naturtreue schildert der Altmeister der Medizin die Veränderungen, die sich dabei gerade an den mimischen Muskeln wahrnehmen lassen und noch heute unter dem Ausdruck hippokratisches Gesicht" zusammengefaßt werden, und nur die Schönfärberei lie bender Verwandten und Freunde spricht von einer Verklärung des Antlitzes Sterbender. Hochnordische Hoblcnfundc. Spuren von vorgeschichtlicher Anwesenheit der Menschen unter arktischen Breitengrad? wurden bisher in wissenschaftlichen Kreisen als außerordentliche Seltenheiten betrachtet und die hierauf bezüglichen Fundgegenstände als hochinteressante Unika geschätzt. Eine werthvolle Ergänzung der einschlägigen Kenntnisse ist in den letzten Jahren durch die Untersuchungen skandinavischer Gelehrter beschafft worden, die ihre Aufmerksamkeit besonders der lappländischen Fjällregion zugewandt haben. Aus den dort zutage geförderten, allerdings sehr spärlichen Funden läßt sich der Schluß ziehen, daß auch in jenen hochnordischen Breiten, jenseits vom arktischen Wendekreise, vor ungemessenen 'Zeiträumen eine Bevölkerung ansässig gewesen ist,deren KulturstandPunkt dem Entwickelungsniveau des Steinalters, und zwar dessen sögenannter älterer Periode, entsprochen hat. Eine lehrreiche Erhärtung dieser Hypothese bietet eine größere Sammlung von arktischen Fundgegenständen, die dem Stockholmer Reichsmuseum auf Grund unablässiger Nachforschungen eines im lappländischen Fjällgebiet stationirten königlichen Forstmeisters zur Verfügung gestellt worden ist. Die Kollektion umfaßt außer verschiedenen Pfeilspitzen und Steinäxten eine Anzahl Steinhämmer,Meißel und Schleudersteine, die von einer recht ansehnlichen Handfertigkeit ihrer .Hersteller Zeugniß ablegen.

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