Indiana Tribüne, Volume 27, Number 88, Indianapolis, Marion County, 3 December 1903 — Page 6

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Jüdinn Tribüne, . Dezember 1903.

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Europäische Nachrichten. Mittckdeutsche Staaten. Braunschweig. Zur Feier deS 75jährigen Bestehens der hiesigen Taubstummenanstalt versammelten sich in der Turnhalle der Anstalt derschiedene Ehrengäste, darunter Wirk-

licher Geheimer Rath Hartwieg, Bür-! germeister Retemeyer, Schuldirektor ' Professor Schaarschmidt, die jetzigen ' und viele frühere Schüler. Der An- ! staltsleiter Inspektor Schlott hielt eine Ansprache, in der er einen Rückblick auf die Geschichte der Taubstummenanstalt gab und allen, die sich um deren Förderung verdient gemacht haben, dankte. Mit dem Vortrage eines Chorals und der Verlesung eines Vibelspruches wurde die Feier geschliffen. Dessau. Infolge der großen Hitze fiel der auf einem Gerüst am Hause Luisenstraße 14 beschäftigte. 53 Jahre alte Maurer Höhne in einem Ohnmachtsanfall in der Höhe von zwei Stockwerken auf das Strafzenpflaster. wo er todt liegen blieb. Der Verunglückte hinterläßt eine Wittwe und 10 theilweise noch unversorgte Kinder. H e i m b u r g. Die verwittwete Frau Cantor Müller feierte ihr 25jähriges Jubiläum als Handarbeitslehrerin an der hiesigen Schule. Bei dieser Gelegenheit wurden der noch sehr rüstigen, 75jährigen Frau zahlreiche Aufmerksamkeiten erwiesen. H c i n a d e. Nach nahezu 40jähriger segensreicher Thätigkeit in hieüger Gemeinde trat der Cantor I. ijL Andreas Jörns in den Ruhestand. Holzminden. Der betagte städtische Arbeiter Friedrich Sieburg stürzte in semer Wohnung die Treppe herab und verletzte sich dabei so sckwer, daß er alsbald verstarb. K ö n i g s l u t t e r. Der hiesige tadtvogt Lohmann ist jetzt 25 Iahre im Dienst, weshalb ihm seitens der Stadtverwaltung ein namhaftes Geldgeschenk und von den städtischen Beamten ein schöner Sessel überreicht wurde. M ü b l e n b e r g. Todt aufgefunden wurde im Sollinge die etwa 60jährige Wittwe Düsterdiek aus Stadtoldendorf. Sie hatte noch kurz vorher Waldarbeiter um Schnaps angesprochen und ist vermuthlich einem Herzschlage erlegen. S e e s e n. In der Lautenthalerstraße wurde das fünfjährige Töchterchen des Arbeiters Jürries durch einenLastwagen überfahren und auf der Stelle getödtet. Den Führer des Wagens soll keine Schuld treffen. Wolfenbüttel. Erhängt hat sich im hiesigen Zuchthause der Arbeiter Gries aus Borßum, der. eme längere 'kreibeusstrafe zu verbüßen hatte.

Sacösen. D i t t e r s d o r f. In einer Lehmgrübe der Dampfziegelei des Baumeisters Hertel stürzte eine große Wand ein, welche drei Arbeiter verschüttete. Dem Ziegelmeister Heinzmann wurden mehrere Rippen eingedrückt. Kurz darauf erlag er den Verletzungen. Der Arbeiter Weinzner, den man erst nach längerer Zeit von den Erdmassen befreien konnte, war sofort todt, während ein weiterer Arbeiter Namens Klemm aus Kemtrau mit leichten Verletzungen an den Beinen davonkam. G l a u ch a u. Ein an dem demnächst in Zwickau zur Verhandlung kommenden großen Spielerprozeß Betheiligter, der in dieser Angelegenheit stark compromittirte Malermeister Rabe hier, hat seinem Leben durch Erhängen ein Ende gemacht. Die Spieleraffäre hat hier überhaupt in derschiedene Familien große Noth und Sorge gebracht. H a i n i ch e n. Weber Ulbricht von hier wurde auf Flur Schlegel als Leiche aus einem Teiche gezogen. L e i s n i g. Rentner Carl Buchheim und seine Frau Sidonie, geb. Kretzschmar, feierten die goldene Hochzeit. Bekannt ist Buchheim in weiteren Kreisen durch seine Rosen- und Beerenobst - Culturen, die mustergültig sind. M e h l t h e u e r. In der neu erbauten und mit Erntefrüchten gefüllten Scheune des Gutsbesitzers Reinicke brach Feuer aus, das das Gebäude völlig in Asche legte. Obergruna. Das Erbgericht des Besitzers Bruno Paul brannte mit der gesammten Ernte nieder. (Sbctfcn-'g)cvmstcxbt. D a r m st a d t. Lokomotivführer Karl Zöller feierte das Fest der Silbernen Hochzeit. B e n s h e i m. Ein schwerer Un glücksfall ereignete sich in der hiesigen Euler'schen Papierfabrik. Der Cylinder einer Dampmaschine platzte, wobei der im Kesselhaus anwesende 42 Jahre alte verheirathete Werkmeister Georg Käferstein sofort getödtet wurde. Ein anderer Arbeiter wurde von den ausströmenden Dampsmassen schwer zugerichtet, ist jedoch außer Lebensgefahr. B ü r st a d t. Einem bedauerlichen Unglücksfall ist der Handelsmann Lösemann von hier zum Opfer gefallen. Er fuhr mit einem anderen hiesigen Bürger auf dessen Fuhrwerk nach Hause, als ihnen ein Automobil mit rasender Geschwindigkeit entgegen kam, wodurch das Pferd scheute und durchging. Lösemann fiel vom Wagen und wurde überfahren. Er erlitt dabei so schwere Verletzungen, daß er in seiner Wohnung starb. Jriedbera. Dem Oberförster

der hiesigen Obersörstere: Oberforstmeister Karl Schnittspahn wurde aus Anlaß seiner Ruhestandsversetzung das Ehrenkreuz des Verdienstordens Philipps des Großmüthigen verliehen. Lauterdach. In der mit Heu und Stroh gefüllten Scheuer des H. Guntrum. welche an das Anwesen des Friedrich Schäfer grenzt, brach Feuer aus. Beide Gebäude waren rasch ein Raub der Flammen. Von der angrenzenden Hofraite Lippert's wurde ebenfalls die Scheuer vollständig einge'äschert. Worms. Nunmehr sind es 25 Jahre, daß Lederfabrikant N. A. Reinhart zum ersten Male von den Wahlmännern zum Vertreter der Stadt in der hessischen zweiten Kammer gewählt wurde. Trotz der ihm wiederholt von der eigenen (nationalliberalen) Partei bereiteten Schwierigleiten bei der Wahl ist Neinhart seit 1878 ununterbrochen bis jetzt Landtagsabgeordneter hiesiger Stadt geblieben. Das 5 Jahre alte Töchrr(W rii2 TT?mtrjrS Nick vmmnTiirf t

l V t Wy V V V r,., vwwHv während des Spielens auf dem HolzHofe der Firma Freund & Krafft, indem ein Bretterhaufen umfiel und das Kind so schwer verletzte, daß es während des Transports nach dem städtischen Krankenhause starb. Wcrncrn. München. Im Hause No. 17 an der Adelgundenstraße erschoß sich der 55 Jahre alte frühere Kaufmann, jetzige Rentier Anton Saal. Der freiwillig aus dem Leben Geschiedene, ein vermöglicher Junggeselle, führte ein höchst zurückgezogenes Leben. In den letzten Jahren litt er an hochgradiger Nervosität, infolge deren er sich schon lange mit Selbstmordgedanken trug. Vermögensverlustc man spricht von 25.000 Mark, die er an Verwandte hingegeben scheinen den Mann geistig noch mehr verwirrt zu haben, so daß er in einem unbewachten Augenblick durch einen Revolverschuß seinem Leben ein Ende machte. A n s b a ch. In der hiesigen Eisengießerei und Maschinenfabrik gerieth der ledige Schlosser Zipfel von Burgbernheim in das Schwungrad eines Motors. Er wurde sofort getödtet. Ebern. Im Forster'schen GastWirthschafts - Anwesen brach Großfeuer aus, das mit rasender Schnelligkeit den Gasthof mit sämmtlichen Nebengebäuden. Stallungen, Scheunen u. s. w. ergriff und einäscherte. Geiselhöring. Der ehemalige Gendarm Anton Halsbeck, der im Jahre 1899 beim Verfolgen eines Verbrechers so unglücklich stürzte, daß er fast vier Jahre ununterbrochen bettlägerig war, ist jetzt gestorben. K e m p t e n. In Lenzried geriethen in dem Gasthause Zum Hir-sehen-mehrere Bauernburschen und Knechte in Streit, der vor dem Wirthshause in Thätlichkeiten ausartete. Hierbei wurde der 25jährige Dienstknecht Jakob Zepfel aus Burgheim bei Neuburg durch einen Messerstich getödtet, der ledige Käser Ludwig Herz von Ay schwer verletzt. Der Thäter ist unbekannt. L a n g e n a l t h e z m. Die Steinbrucharbeiter Fr. Küchler und Johann Bauer stürzten in der Dunkelheit i eine tiefe Grube des Etschel'schen Steinbruches und blieben, sofort todt am Platze. N e u - U l m. Beim Baden in der Donau sind der 16jährige Monteurlchrling Kölle, Sohn eines PolizeiWachtmeisters, und der 14jährigeSohn einer Wittwe Stengle, beide von hier, ertrunken. Regensburg. Bäckermeister Graf von hier, der von einer Fliege an der Stirne gestochen worden war, ist nach qualvollen Leiden trotz ärztlicber Bemühungen an Blutvergiftung verschieden. Tengling. Hier wüthete ein furchtbarer Brand, dem zwölf Firste zum Opfer fielen. Der Brand brach im Stadel des Bauern Deisenberger aus. Infolge des herrschenden Windes griff das Feuer rasch um sich; außer den Gebäulichkeiten .Deisenbergers brannten noch ab die Bauern 'Berner, Kramer und Wimmer und Stadel und Stallung des Wirthes Niederbuchner. Württemberg. V i b e r a ch. Bei Rettisweiler, Gemeinde Unterschwarzach, wurde in einem Obstgarten der Dienstknecht Michael Miller ermordet aufgefunden. Dem 27jährigen Burschen war das Herz durchbohrt, sein Fahrrad lag am Gartenzaun. Ein in Eggmannsried beschäftigter Tagelöhner wurde als der That verdächtig verhaftet. F r e u d e n st a d t. Die Verwalterin in der der Firma Gebrüder Mez und Söhne in Freiburg gehörigen hiesigen Seidenspinnerei, Frl. Agathe Flamm, feierte das Jubiläum ihrer 50jährigen Thätigkeit in der Fabrik. Göpplingen. Der 17jährige Schlosserlehrling Anton Geiger von Großeislingen hatte in der Maschinenfabrik von L. Schuler an einem schweren Krahnen zu arbeiten, ging dabei anscheinend unvorsichtig, um und brachte seinen Kopf zwischen das Geländer und den Krahnen, so daß ihm derKopf vollständig zerquetscht wurde. L o r ch. In der Harmonie veranstaltete die biesiae Büraersckaft au Ehren des Oberlehrers Kirn, der auf eine 25jährige Amtsthätigkeit in unserer Stadt zurückblicken durste, eine Feier.

Hohe Auszeichnung. Ter erste ausländische Fahrgast der deutscht Lchnellbakitt. Der berühmte amerikanische Technologe und Astronom Professor Dr. Henry Smith Pritchett, dem in Deutschland die Auszeichnung zu Theil wurde, als erster Ausländer bei den Versuchen auf der elektrischen Schnell-

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Professor Dr. H. S. Pritchett. bahn Marienfelde-Zcssen mitfahren zu dürfen, ist kürzlich in seine Hcimath zurückgekehrt und hat sich in enthusiastischer Weise über das SchnellbahnUnternehmen und die erzielten Resultäte ausgesprochen. Professor Pritchett VrA.rifl .tJPl VCi VA fs AfT sft 3iucitii uiuji, uuij uic vcujuiuuuiyu uti einer Fahrgeschwindigkeit von 110 Meilen d'e Stunde zu einem kommerziellen Erfolg gemacht werden kann. Hinsichtlich des Fortschritts in der Elektrizitätstechnik in Deutschland und Amerika stehen nach semer Meinung die beiden Länder ungefähr gleich. Professor Dr. Henry S. Pritchett ist nicht nur in Amerika, sondern auch in Europa in den wissenschaftlichen Kreisen eine wohlbekannte Persönlichkeit. Er wurde 1856 zu Fayette. Mo., geboren, absolvirte das Morrison College in Glasgow. Mo., studirte dann unter Professor Hall vom Marine-Ob-servatorium in Washington Astronomie und wurde später der Assistent dieses berühmten Gelehrten. Im Auftrage der Ver. Staaten beobachtete Pritchett den Durchzang des Planeten Venus auf Neuseeland und machte auch in Japan und China astronomische Studien. Im Jahre 1884 erhielt er eine Professur für Mathematik und Astronomie an derWashington-Univer-fität, St. Louis. 1892 und 1893 war er Präsident der Akademie der Wissenschaften in St. Louis und 1895 wurde er von der Universität München durch Verleihung des Titels eines Ehrendoktors der Philosophie ausgezeichnet. Präsident Mcftrnley ernannte ihn zum Superintendenten des Küstenvermes-sungs-Burcaus. Im Jahre 1900 wurde er Präsident des Technologischen Instituts von Massachusetts in Boston und im Juni 1902 wurde er in gleicher Eigenschaft an die Universität von Wisconsin in Madison berufen. Ehrcncr Poflrn. 2tt neue (?eneralanwalt der Zt. Louiser WcltaussteUungs-Gesellschast. Eine wichtige Veränderung in der Vertretung der St. Louiser Weltausstellung hat kürzlich insofern stattgefunden, als von dem Direktorium der Ausstellungs-Gesellschaft an Stelle des von seinem Posten zurückgetretenen bishcrigen Gereralanwalts der Louisiana Purchase Exvosition Company. Blair, der Krcisrichter Franklin Ferriß erwählt ward. Franklin Ferriß wurde 1849 in Clinton County, N. F., geboren und kam, nachdem er die Cornell-Universi-tät absolvirt hatte, im Jahre 1873 nach St. Louis. Hier besuchte er die St. Louis Law School und wurde zur Advokatenpraxis zugelassen. Bald darauf begründete er eine Anwaltsfirma, die sich 'ine geachtete Stellung Franklin Ferriß. errang. Ferriß wurde 1893 in den St. Louiser Stadtrath gewählt. J::i Jahre 1893 erfolgte seine Wahl zum Kreisrichter in der Hügelstadt." e:n Losten, den er bis zu seiner jungst? Berufung innehatte. Mit der Stel -lnz des Generalanwalts der Ausstellung ist ein Jahresgehalt von Z10.000 verbunden.

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Militärische Scclsorge. Ter euernannte katholische Feldpropst der vreukische Armee. Der als Nachfolger des Ende Mai verstorbenen, bekannten Titularbischofs Dr. Johann Baptist Assmann zum obersten kirchlichen Leiter der katholischen Truppcntheile ' der preußischen Armee ernannte Feldpropst Heinrich Vollmar ist als Sohn eines Kaufmanns am 1. Mai 1839 zu Paderborn geboren. Nach Absolvirung des Gymnasiums in seiner Vaterstadt widmete er sich daselbst den philosophischen und theologischen Studien an der bischöflichen Lehranstalt, empfing 1864 die Priesterweihe und nach 4jähriger Wirksamkeit als Seelsorger inGütersloh wurde er dem Feldpropsteiamte zugewiesen. Er begleitete die deutschen Truppen in den deutsch-französischen Krieg, der seinem Seclsorgseiser, seinem Opfergeist und seinem patriotischen Sinn ein' unermeßliches Feld zur Bethätigung darbot. Die Strapazen des Fcldzugs rieben aber die Kräste des sonst so widerstandsfähigen Militärgeistlichen auf. und Vollmar kehrte aus dem Kriege schwer erkrankt in seine Garniscnstadt Trier zurück. Seine großen Verdienste auf dem Felde hatten ihre Anerkennung in der Verleihung des Eisernen Kreuzes gefunden. Vom

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Fkldpropst Heinrich Vollmar. Jahre 1876 bis 1894 war Vollmar in den verschiedensten Theilen Preußens als Militärpfarrer thätig. Im Jahre 1894 berief ihn der heimgegangene . Feldpropst Dr. Assmann nach Berlin, um ihn nach einigen Iahren zu seinem Gcneralvikar zu machen. Ccchnischrs vundrrmrrl:. Tic schweizerische Pilatttsdalzn uns ihre ric fige Tagung. Wenige unserer Leser dürften sich eines leichten Schwindelgefühls erwehren können, wenn sie das beigefügte Abbild einer Strecke der schweizerischen Pilatusbahn betrachten und sie ihre Einbildungskrast unter die Insassen Tie Pilatusbahn an der Esclswand. des zwischen Himmel und Erde in einsamcr Hohe dahinlausenden. Waggon versetzt. Die Pilatusbahn bildet eines der kühnsten Werke der modernen Technik in der an ähnlichen Unternehmungen wahrlich nicht armen Schweiz. Sie ist diejenige Zahnradbahn, welche die größte Steigung ausweist, und zwar beträgt diese zum Theile 48 und im Durchschnitte über 38 Prozent. Diese große Steigung brachte es mit sich, daß man von den gewöhnlichen Zahnstangen, in welche die Zahnräder von oben eingreifen, absehen mußte. Dieses System schließt bei sehr starker Steigung die Gefahr in sich, daß das Gewicht, welches auf dem Zahnrad lastet, nicht mehr genügt, um mit Sicherheit den Antrieb nach oben und die Bremsung gegen Zurückrollen nach unten auszuführen. Sobald die Zähne am Rade und die Zahnstange ausgearbeitet und sehr glatt geworden sind, liegt die Möglichkeit vor. daß das Zahnrad die ganze Last des Wagens aufnimmt und dann an den Zähnen der Zahnstange in die Höhe rutscht. Um dieser Möglichkeit unter allen Umständen auszuweichen, nahm die Pilatusbahn ein eigenes Zahnstangensystem mit zwei neben der Zahnstange horizontol liegenden Rädern an. so daß die Zahnstange selbst oben flach und an jeder der beiden Seiten ausgezahnt ist. Zur noch größeren Sicherheit gegen eine Trennung der Zahnräder von der Zahnstange greift die Peripherii einer unterhalb des Zahnrades liegenden Scheibe unter die Zähne der Zahn stange, so dß der Wagen an die Zahn-, siange unausweichbar angeschlossen ist.

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Ausland "M!"!!"!'!" .T,r. Bestrafter Vorwitz. Ein neunjähriger Knabe entzündete neulich im Bahnhofe der Nürnberger Vorstadt Mogeldorf das Papier, mit dem eine Abortröhre sich verstopft hatte. Die Folge war eine Explosion der Grubengase. Der Knabe wurde an die Thüre des Aborts geschleudert und erlitt Brandwunden an Hand und Gesicht. Eine Millionenspende. Der Krakauer Bürger und Millionär Jgnaz Mossakowski hat sein ganzes, circa 6,000.000 Kronen betragendes Vermögen für Studienzwecke gewidmet. Die Hälfte des testirten Betrages ist für Stipendien für arme Gymnasiasten, die andere Hälfte für Universitätshörer bestimmt. Mossakowski ist unverheirathet und lebte stets sehr sparsam. Im Fuchsbau verschüttet. Im Heidesheimer Walde bei Mainz fanden kürzlich einige junge Burschen einen Fuchsbau; einer derselben, ein junger Mann von 18 Iahren, kroch in den Fuchsbau hinein, wobei dieser plötzlich in sich zusammenbrach. Erst nach Verlauf einer halben Stunde gelang es, den jungen Mann aber als Leiche aus dem Bau auszugraben. Trauung im Gefängniß. Ein Berliner Ingenieur, der-sich in Dessau, Anhalt, in Untersuchungshaft befand, ließ sich im dortigen Gefängniß mit einer Berliner Dame trauen. Zur Vollziehung der Eheschließung begab sich der Standesbeamte mittelst Droschke nach dem Gefängniß; als Trauzeugen fungirten beide Gefängnißbeamte. Es war dies dererste derartige Fall in der Stadt Dessau. Bejahrter Kolonist. In Rockhampton, Australien, starb unlängst einer der angesehensten deutschen Kolonisten Queenslands, Wilhelm Voldemann, im Alter von 82 Jahren. Boldemann, der im Jahre 1853 von Deutschland nach Sydney ausgewandert war, hatte sich ein Jahrzehnt später in Rockhampton niedergelassen, wo er sich industriellen Unternehmungen zuwendete. Unter Anderem gründete er dort die erste Brauerei, sowie eine Kerzen- und Seifenfabrik. Sonderbarer Gerichtsb e f u n d. Vor dem Kriegsgericht in München wurde kürzlich gegen zwei Gendarmen verhandelt, die in Wolfratshausen anläßlich eines kleinen Re krutenexzesses einen jungen Bauernburschen nach der Anklage derart mißhandelt haben sollten, daß ihm ein Bein amputirt werden mußte. Die Anklage war erhoben wegen schwerer KörPerverletzung unter Mißbrauch der Dienstgewalt. Einer der Angeklagten wurde freigesprochen, der andere zu 11. Monaten Gefängniß verurtheilt. Das Gericht hat angenommen, daß alle Thatzeugen, die unter Eid aussagten, auf Irrthum beruhende Angaben machten. Von einem Elephanten verletzt. Der langjährige Wärter des Elephanten im Thiergarten des Stadtwäldchens in Budapest. Andreas Szobola, wurde dieser Tage von dem Thiere schwer verletzt. Er brachte ihm, wie alltäglich, das Futter, als der Elephant ihn mit seinem Rüssel zu schlagen begann. Der Wärter erkannte den Ernst der Situation und schrie um Hilfe. Dadurch scheint das Thier noch wilder geworden zu sein und schlitzte dem Wärter mit dem Stoßzahn das linke Bein auf. Die herbeigeeilten Wärter zogen den Schwerverwundeten aus dem Käfig, worauf seine Ueberführung in das nächstgelegene Hospital erfolgte. Kämpfende Löwen. Im Cirkus Busch in Berlin entstand neulich Abends, kurz nach Beginn der großen Löwendressurnummer unter den Löwen ein allgemeiner Kampf, weil der eine Löwe von seinem Sitze herunterfiel und unglücklicher Weise auf einen anderen Löwen zu liegen kam, der das übelnahm und zum Angriff überging. Die beiden Löwen verbissen sich heftig ineinander und auch die anderen Löwen mischten sich in den Kampf. Drt Bändigerin trat zwar dazwischen, aber es gelang ihr nicht, Ruhe zu schaffen. Durch Schläge mit Eisenstangen wurden die Thiere schließlich so weit ring'schüchtert, daß sie in ihre Käfige flüchteten. Im Publikum entstand ein? große Panik und zahlreiche Damen verließen den Zuschauerraum. Luftfahrt wider Will e n. Ein aufregendes Erlebniß hat ten dieser Tage zwei Offiziere der Verliner Militärluftschifferabtheilung, die mit ihrem Ballon nach neunstündiger Fahrt in der Gegend von Leobschütz in Oberschlesien zu landen beabsichtigten. Als sich der Ballon auf dem sogenannten Hutberge in Neudorf bei Leobschütz niederlassen wollte, erfaßte ein 14jährigcr Knabe beherzt das herabhängende Tau. In demselben Augenblick ging der Ballon wieder in die Lüfte, riß den Jungen über eine 300 Fuß breite und 50 Fuß tiefe Sandgrube hinweg und ließ sich auf der anderen Seite der Grube nieder, wo der Knabe von seiner Todesangst befreit wurde. Er hatte bei der Luftfahrt keinen Schaden erlitten. Die Landung selbst ging mit Hilfe herbeigceilter Dorfbewohner glait von Statten. Der Ballon hatte eine Höhe von 23.400 Fuß erreicht.