Indiana Tribüne, Volume 27, Number 88, Indianapolis, Marion County, 3 December 1903 — Page 3
Jndiana Tribüne, 3. Dezember 1903.
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Präsident
Bon den Vereinigten Grnbcn-Arlieitcrn in Trini-
dad, Col., Präsident und wood'Sall. F.
britischen Botschafters. Maffisten in haft. Mitchell'S Ankunft. iMitthcilunganVarilla.
Trinidad, Col., 2. Dez. John Mitchell traf heute Abend von lebhaften Hochrufen begrüßt em. Sein Wagen, der ihn nach dem Hotel brachte, war von 1000 Grubenarbeitern umgeben. Er zog sich sofort zu einer Conferenz mitMitgliede?n der National behörde zurück. An die auf der Straße harrende Menge hielt National-Organisator Geher eine Ansprache, worin er Mitchell mit Krankheit uno Ermüdung entschuldigte. Präsident nnd WoodUntersuchung.' Washington, 2. Dez. Ohne den Versuch zu machen, den Muitö OTitSfsfcttf X2 (CZartnlZ Tfftor UiUyUQ WbitM.V, vv.wyv Wood.Untersuchung führt, irgendwie ZU beeinflussen, verfolgen Präsident und Kriegssekretär die Vorgänge doch auf. merksam. Es kann konstatirt werden, daß geringste WahrelNllqieil vorliegt, uu5 vycneiui Wood von den Philippinen zum Zwecke seiner Vernehmung zurückgerufen wird. Ebensowenig wird der Präsident die Ernennung Wood's zurückziehen. Fred. Lynchehau n. Washington, 2. Dez. Die britische Reaierung hat Schritte er 17 . r;x v,, m.,r .o 0uMx gNNkN, UM sich der PttsON bte Lt)N0 haun ZU bemächtigen. EZ ist dies jener Jrländer, welcher, des mörderischenAngrifss gegen seine Wirthin in Irland beschuldigt, nach einem AuslieferungsVerfahren in Indianapolis freikam. DaZ neue Vergehen stützt sich auf die Einwanderung - Ausschließunas Gesetze. Es wird geltend gemacht, daß L. zur Zeit der Landung als Sträfling - r . . . . v nf .(f i ... v anzuheizen war uno oesyalv unrer oen Aussckliekunas-Geseken der Devorta- .. verworfen ist. Das (Muck) lieat . . ' ' ra " letzt dem ElNwanderUNgs-Bureau vor. BateS Über dieStreiklaae. Washington, z. lez. Gene ral-Major I. E. Bates, der die Unruhen in den Eolorado Grubendistrikten untersuchte, hat dem GeneralstabZchef Voung seinen Bericht übermittelt, der heute bekannt gemacht wurde. Der Bericht erklärt die Anwesenheit der Miliz in Eripple Ereek und Tel luride für nothwendig; da jedoch keine Belästigung der Post etc. bekannt ge I tnii.KiiH sät Wann tif X WllX.4rti ruiw" MV Wit rung oyne mucyen oer aaisoeyorlv rr r i ,r; ;ri . S-m . . m leine Psliqi zur lnm:,cqung vor. Empfang des britischen n t f A st f i ? r . Washington, 2. Dezbr. Sir Hey Mortimer Durand, der Nach folger Sir Michael Henry Herberts als britischer Botschafter bei den Ver. cw. urh Unk WnmUfi hnrn I4UU4bit MtVV VMtV MMIIIMM V Präsident Roosevelt amtlich im Weißen , , , - e,,s. .mNknen. v 1 rx n Bei Ueberreichung seines Beglaubi gungSschreibens zollte der Botschafter 1 . oem Anoenren seines Vorgängers einen nnrmort cfrtfiit Wsit ilMtA trirtr Yttr IVUtlimi K.VM. W.V MV.V, VM. Botschafter von dem militärischen Be gleiter des Präsidenten, Oberst Sy mour, nach dem Weißen Haufe escor. 1111 rcorDcnv ay e m p s a n g t e y e s Washington, 2. Dez. Der colombische Geschäftsführer Dr. Herran Iti X I i-.lV-U.l.Ml t.AW nyiuuj ucuie im luuisücyuiuuitiii uui . v. m . , v t . Ä und traf die Vereinbarung, daß Sekremorgen den General Reyeö .mviäat I " ' Maine" vorerst noch untauglich. Washington, 2. Dezbr. In Folge gewisser Maschinttie-Deselte be dem Schlachtschiff Maine" beschloß Sekretär Moody, das Schiff von Blockade Dienst auf dem Isthmus zum Zwecke der nöthizen Reparaturen im New Yorker Schifssbauhof zurück zuziehen. Einbringung von Ctrube St. Louis.. 2. Dez. Fred Strube, der Mörder Alice Henninger's traf heute hler ein und wiro nach Springfield, Jll., verbracht. Dem Sheriff erzählte Strube, daß er die Ermordung des Mädchens übe emkn Monat geplant habe.
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angelangt. Lsnchehaun. Empfang des Washington, 2. Dez. Dem Gesandten Bunau-Varilla gingen heute Depeschen der Regierung und des aus wärtigen Ministers aus Panama zu, welche die Billigung des CanalVer trazs mittheilen. Der Vertrag wird jetzt an Varilla sofort zurückgesandt und dürfte dem Senat durch den Präsidenten noch vor der Weihnachts'Vertagung des Con gresses übermittelt werden, M a f f i st e n i n H a f t. Philadelphia. 2. Dez. Die Polizei verhaftete heute in einem Mieth Hause des italienischen Viertels 15 angebliche Mitglieder der Masia. Anlaß bildeten Beschwerden ital. Geschäfts leute, die Drohbriefe um Geld em psingen. Jeder der Verhafteten trug 2 Revol ver und ein Stilett. Einer der Leute gab im Verhör seine und seiner Gefährten Angehörigkeit zur Mafia zu. Jeder wurde unter $1500 Bürgschaft gestellt. D i e Epidemie. B u t l e r, Pa., 2. Dez. Heute wurden keine neuen Todesfälle an typhösen Fieber gemeldet. Weitere Pflegerinen trafen ein. Auch Geldspenden, jedoch nicht in hohen Beträgen, gehen noch immer ein. Washington, 2. Dez. Zur Untersuchung der Epidemie in Butler wurde Dr. Anderson vom Marine Hospitaldienst abgesandt. Der Corruptions S c a n d a l. Grand Rapids, Mich., 2. Dez. Fünf der in dem Wasser-Scan dal Anglagten bekannten sich heute im Polizei-Gericht für schuldig. Sie ommen wahrscheinlich mit Geldstrafen davon und werden von der Staatsanwaltschaft als Zeugen gegen die an geklagten städtischen Beamten benutzt, die Processe verlangen. Bahnunfälle. Dover, Del., 2. Dez. Beim Zu ammenstoß zweier Frachtzüge und einer ich anschließenden Explosion wurden heute bei dem 25 Meilen entfernten Greenwood 2 Personen getödtet und verschiedene verletzt. Die Wagen ge riethen in Brand und die Flammen ergriffen einige Häuser beim Bahnhof, deren Bewohner fliehen mußten. C h i ca g o, 2. Dez. BeimZusam menstoß zweier Hochbahnzüge auf der Südseite wurde heute ein Motornier lebensgefährlich und einige Passagiere ernstlich verletzt. EllsworthGesellschaft belangt. PittSburg. 2. Dez. Gezen die Ellsworth Eoal Co. wurden heute vom Bundes.Distrikts - Anwalt 15 Klagen wegen Verletzung des' ContraktArbei ter Gesetzes anhängig gemacht. Die Gesellschaft ist beschuldigt, von Wales zahlreiche Grubenarb.'iter eingeführt zu haben, die nachher enttäuscht wurden und anderwärts Beschäftigung suchten. Die Strafe in jedem Falle ist S1,000. Samuel Parks im Ho s p i t a l. New York, 2. Dez. Sam" ParkS, der frühere Geschäftsagent der Hausschmiede und Brücken Arbeiter, befindet sich jetzt im Hospital des Sing Sing Zuchthauses, auf Anordnung des Gefängniß . Arztes, der ihn als einen sehr kranken Mann bezeichnet. Der Arbeiterführer ist ein Opfer der Schwindsucht und man erwartet feine Uebersührung nach dem Gefängniß Hrspital in Dannemora. Bedeutende Unterschla g u n g e n. N e m A o r k, 2. Dez. Zegen Da niel Myers, aus Cleveland, Obio, früher Präsident der verkrachten Fire Insurance Co., begann heute vor Re corder Gross ein Prozeß wegen Unter schlagung. Er wurde zusammen mit dem früheren VersicherungS-Commissar von Ohio und ehemaligen Vorsitzenden des republikanischen StaatZ.ComiteS W. M. Hahn angeklagt, der derzeit in Ohlo prozessirt mud. Bei Mvers handelt. eS sich . um eine Summe von $39,500.
Auf eigene Kraft Verlusten sich die Gewerkschaftler in diesem Distrikt.
Cripple Ereek, Colo., 2. Dez. Das Militär in diesem Distrikt wurde heute durch Eintreffen einer neuen Compagnie aus Pueblo und 44 Rekruten aus verschiedenen Orten ver stärkt. Eine Compagnie des 2. Regi ments schlug ihr dauerndes Winter quartier im Freimaurertempel auf. Die Gewerkschafts-Kohlengräber ha ben ein Sicherheit?. Comite gebildet, für dm Fall, daß ein Versuch gemacht werden sollte, sie aus dem Distrikt zu ver treiben. Präsident lehnt ein Eingreifen ab. Denver, Col., 2. Dez. Die Executiv-Behörde des Westlichen Ver bandes der Grubenarbeiter hat eine Depesche an den Präsidenten gerichtet, worin darauf aufmerksam gemacht wird, daß derzeit achtbare Bürger von Tellurive, Col., von den Staatsbehör den unter Drohungen zum Verlassen des Ortes genöthigt werden. Diese Personen seien keines Verstoßes gegen Bundes- oder Staatsgesetze schuldig. Der Präsident wird gebeten, eine Un tcrsuchung der herrschenden Zustände anstellen zu lassen und den geschädigten Personen den gesetzlich gewährleisteten chutz zu Theil werden zu lassen. Washington. 2. Dezbr. Der Präsident empfing heute das obige Gesuch der Gruben-Arbeiter. Da die Angelegenheit jedoch zur Zeit in den Händen der staatlichen Behörden Colo rado's ruht, so kann die Bundesregie rung gegenwärtig durch ein Vorgehen des Präsidenten nicht wohl eingreifen. Prophet Dowie appellirt an die Hilfsbereit s ch a f t seiner AnHänger. Chicago, 2. Dez. Im Tabernakel von Zion City fand heute Abend eine Versammlung statt, die Dowie einberufen, um durch Sammlung eines Fonds von Sl.000.000 sich und Zion City von der Schuldenlast lösen zu können. Aber die Halle war nur halb gefüllt und es herrschte nur gelinde B geisterung. Dowie setzte die Finanz Lage auseinander; er brauche nur augenblicklich Geld und dann werde Zion mächtiger als je zuvor erstehen. Dowies Schulden werden jetzt zu sammen auf S725.000 angegeben. Die Bücher seiner beiden Banken werden jetzt genau geprüft. T r i f t i g e r S t r e i k-G r u n d. Charlotte, N. C., 2. Dez. Die Straßenbahn Gesellschaft lieferte heute keine Heizung für ihre Wagen und alle Motorleute und Conducteure gingen an den Streik. Der Verkehr ist suSpendirt. Erzbischof Kain'S Nachlaß. St. Louis. Mo., 2. Dez. Im Probat-Gericht wurde heute ein Jnven tar des Vermögens, das der verstorbene Erzbischof Kain hinterließ, eingereicht. Der Werth wird auf $13,000 geschätzt, theils in Geld theils in der Bibliothek bestehend. Das Vermögen fällt an die Kirche und wohlthätige Anstalten. Schisssnachrichten. Angekommen. New York: Palatia" von Genua und Neapel. Queenstown: ..Teutonic" von New Aork. New York: Rhein" von Bremen. Cherbourg: Pennsylvania" von New York über Plymouth nach Ham bürg. Liverpool: Ultona" von Boston. Hamburg: Herodet", Tacoma" von San Francisco. Antwerpen: Switzerland" von Phila delphla. Abgefahren: Liverpool: Oceanic" nach New Vor! über Queenstown. New Aork: Fedric" nach Liverpool. Southampton: Kaiser Wilhelm II." nach New Nork. Cherbourg: Kaiser Wilhelm II." nach New Jork. An den Unrechten ge rathen. Als sich kürzlich der EisenA i ir vaynwagen-Jnspellor aun in incinnati um Mitternacht auf dem Heim wcqe befand, wurde er plötzlich von drei Kerlen angehalten. Vaily schlug einen seiner Angreifer zu Boden un hieb dann auf die anderen Beiden ein. Einer derselben zog zwar ein Messer und versuchte. Vaily zu stechen, aber die uerviaen Fäuste des Eisenbahners wurden schließlich doch zu viel für die drei Gauner, und sie suchten ihr Heil in der Flucht.
Das Crntralgct'ändc.
Eigenartiges ffrperiment zur Steuerung der Ttnl.boteny. Nach langen Vorbereitungen wird demnächst in Kopenhagen, Dänemark, ein interessantes Bauprojekt zur Ausführung kommen. Man will ein Gebaute von 25 Wohnungen zu je vier Zimmern errichten und den Miethern mit Hilfe eines Centralsystems Bequemlichkeiten verschaffen, wie sie sich der einzelne Haushalt nur in seltenen Fällen zu leisten vermag. Zu diesem Zwecke erhält das Gebäude als wichtlgste Anlage eme Centralkuche, die sämmtliche Miether mit Speisen versorgt und den Frauen die Mühe der Haushaltung abnimmt. Ferner liefert eine Centralheizung allen Wohnungen Wärme, alle Zimmer erhalten elektrische Beleuchtung, und endlich sind die Laderäume gemeinsam. Die Küche, mit der alle Wohnunaen durch einen automatischen Auszug in Verbindung stehen, liefert Kaffee, zweites Frühstück, bestehend m warmen und kalten Gerichten nebst Getränken nach Auswahl, Mittag- zwei Gerichte und Kaffee, sowie an manchen Tagen noch Nachtisch und Abendbrod, das ähnlich wie das zweite frühstück zusammengesetzt ist. Das Abwäschen des Geschirrs besorgt das Personal der Centralkuche, selbst um Fenster- und Stiefelputzen brauchen sich die Miether nicht zu kümmern. Nimmt man hierzu noch, daß jede Wohnung einen Hausfernsprecher hat, der zur Centralkuche führt, von wo aus der Anschluß mit der Fernsprechcentrale vermittelt wird, dann sieht man, daß das Centralgebaude in der That eine weltgehende Reform darstellt. Der Pres für eme solche Wohnung stellt sich mit Beköstigung für zwei Personen auf $605 und für vier Personen auf $955. Bewährt st h die Idee in der Praxis, so wird es sicher nicht bei diesem emcn Centralgeoaude bleiben Die meisten Hausfrauen werden die Kuchensorgen mit Vugnugen anderen Händen überlassen, wenn die Centralkuche im Stande ist, den Magen der Miether zu befriedigen. In dem geplanten Hause soll trotz alledem noch jede Wohnung mit einer kleinen Küche versehen sein. Amerikanischcr Sängerkrieg. LStstre!t von EesangSvereinen aus der St. ouiser Weltausstellung. Während der Dauer der Weltausstellung in St. Louis im Jahre 1904 soll auch ein Wettstreit von Gesangvereinen stattfinden. Sämmtliche Gesangvereinc, die ihre Theilnahme für dieses Wettsingen anmelden, sollen in drei Klaj.'cn getheilt werden. Zur ersten Klasse gehören Gesangvereine, die mindestens 100 Mitglieder haben, unter denen sich 32 Sopran-, 26 Alt-, 18 Tenor- und 24 Baßstimmen befinden. Die Preise betragen rn dieser Klasse $4500, $3500 und $2500. Die Gesänge, welche der dem Wettstreit vorgetragen werden müssen, sind Und die Herrlichkeit des Herrn" aus dem Messias von Handel; O erfreuliches Licht" aus der goldene Legende von Sullivan und Come away" von Parker. In die zweite Klasse gehören Gesangvereine mit mindestens 80 Mitgliedern. welche 26 Sopran-, 21 Alt-, 14 Tenor- und 19 Baßstimmen haben. Die Preise betragen $4000, $2500 und $1500. Die Lieder, welche vorgetragen werden müssen, sind Der Herr ist unsere Zuflucht" aus dem 46. Psalm von Dudley Buck; Ave verum" von Gounod und der Brautchor" aus der Rosenjungfrau" von Cowen. In die dritte Klasse gehören die Vereine, welche mindestens 60 Mitglieder, darunter 20 Sopran-, 16 Alt-, 10 Tenorund 14 Baßstimmen habsn. Die Preise betragen 82500. $1S00 und $1000. Die Lieder, welche vorgetragen werden müssen, sind Wie der Hirsch schreit" nach dem 42. Psalm von Mendelssöhn: Ave verum" von Mozart und die Danksagungshymne" von Surette. Außerdem hat jeder Gesangverein, der an dem Wettstreit theilnimmt. ein Lied nach eigener Wahl zu singen, das er vorher dem Musikbureau zu venennen hat. Einer der Gesanosvorträge muß ohne Instrumentalbegleitung stattfinden. Revolverdiebe. In Balti more, Md., wurden jüngsthin drei 16jährige Burschen unter der Anklage eingesperrt, aus emem Laden emen Nevolver gestohlen zu haben. Ter Revolver wurde in ihrem Besitz aufgefunden und außerdem noch fünf andere Revolver, welche sie in Philadelphia gestöhlen zu haben eingestanden. Die Burschen hatten einem Knaben einen Revolver verkauft, und hierdurch kam die Polizei auf ihre Spur, cothschrei aus Liberia. Es werden Anstrengungen gemacht, die Neger wieder zurückzubringen, die im Februar d. I. von Irwin County, Ga., nach Liberia auswanderten. Die traurige Lage, in der sich diese Schwarzen in dem dunklen Welttheile befinden, schildert ein Brief, den der Gesandte in Liberia an den Staatssekretär Hay gerichtet hat. Aus demselben geht hervor, daß von den 56 farbigen Personen, Männern. Frauen und Kindern, die unter der Führung eines gewissen Scott auswanderten, bis vor Kurzem 20 dem Mangel und 'Krankheiten erlegen waren, während der Rest halbverhunaert und zerlumpt war.
Vom Auslande.
Wievorsichtigmanbeii der Benutzungdes Wundermetalls Radium sein muß, zeigt eine in der Now. Wremja berichtete Affäre. Dr. Pu sepp in Petersburg hatte mit Radium zperimentirt und nachher das kleine Kästchen mit dem Metall etwa sechs Stunden lang in der Westentasche getragen. Einige Tage darauf zeigte sich an der entsprechenden Stelle des Körpers ein eigenthümlicher, in der Mitte weiß gefärbterLleck von der Größe eines 25 Kopeken - Stückes; das Hautgewebe starb nach und nach ab und erschien wie mit leichtem Mehlstaub bedeckt. Bald entstand eine Wunde von Vi Zoll Länge, die so empfindlich war, daß Kokain Compressen angewendet wurden. Die Wunde war nach mehr als drei Monaten noch nicht geheilt. Die Pariser Polizei hat kürzlich einen glücklichen Fang gemacht, indem sie vier Mitglieder einer weitverzweigten englischen Diebesbande verhaftete. Die unangenehmen Gaste aus England, welche Mahon, Howard, Smith und Martin heißen, wehrten sich nach Kräften gegen ihre Festnahme; als sie aber in einem regelrechten Boxerkampse von den französischen Kriminalbeamten überwältigt waren, legten sie ein Geständniß ab. Sie gaben zu, seit langer Zeit gemeinsam in Frankreich und auch inDeutschland an Bankschaltern und in Kirchen operirt" zu haben. Die vier Einbreeher pflegten nur einen Theil des Iahres auf Reisen" zu verbringen, die übrige Zeit verlebten sie als Gentlemen auf ihren Gütern in England. I n einem Kleinodiengeschäft zu Ofen-Pest bestellte vor einigen Tagen ein Herr ein Paar BrillantOhrgehänge. Das Geschäft ließ aus Amsterdam zwei Brillanten im Werthe von 20,000 Kronen kommen; der Inhaber legte die Steine in sein abgeschlossenes Arbeitszimmer, um sie zu fassen. Da trat der Geschäftsführer ein und meldete. einKunde wünsche ihn zu sprechen. Er sperrte das Zimmer ab. und als er nach zehn Minuten zurückkehrte, waren die Brillanten verschwunden. Alles Suchen blieb erfolglos. Nun erstattete man die An-. zeige, worauf die Angestellten eingehend verhört wurden. Jedoch vergebens. Plötzlich bemerkte der Beamte einen kleinen Schooßhund des Jnhabers. Er untersuchte den Hund und erklärte, der Hund' habe gewiß die Edelsteine verschluckt. Der Hund wurde in die thierärztliche Anstalt gebracht. Er wurde getödtet. und als man den Leichnam öffnete, fanden sich nebst den zwei Brillanten noch andere Edelsteine sowie Goldknöpfe vor. Ein Sonderling hat, wie aus Salzwedel gemeldet wird, in dem altmärkischen Dorfe Perver die Augen zur letzten Ruhe geschlossen. Der Verstorbene, der ?0jährige Tischlermeister Diemert, war als Original" weithin bekannt. Der Mann hatte sich schon vor langen Jahren einen Sarg selbst gezimmert; als er aber älter und immer älter wurde, erschien ihm der Sarg zu klein und wurde auch morsch, und Diemert verkaufte ihn und baute sich einen anderen. Dieser stand stets in dem Hause des Meisters. Aber auch in anderer Weise war Diemert auf sein Ende vorbereitet. Die Grabstelle auf dem Kirchhof war seit Iahren fertig und umgittert, und es lag ein Grabstein darauf mit vollständiger Inschrift, nur das Sterbe - Datum fehlte. Und der alte Diemert setzte sich gar oft auf sein eigenes Grab. Er starb, wenn man so sagen darf, ebenso originell", wie er gelebt hatte. Er saß im Lehnstuhl am Fenster, die kurze Pfeife im Munde, und schaute auf die Dorfstraße, als der Tod so schnell an ihn herantrat, daß er nicht mehr Zeit fand, die Pfeife aus dem Munde zu nehmen. In dieser Stellung ließ man ihn in der Annahme, daß er schlafe fast einen ganzen Tag hindurch. Am nächsten Morgen sah man näher zu der alte Diemert war längst verschieden. Mit Bruder Adebar" ist nicht gut spaßen. Das mußten zwei Studenten der Tharandter Forstakademie zu ihrem Leidwesen erfahren. Beide bis über die Ohren verliebt in zwei Schönheiten des Tharandter Mädchenpensionats und für tolleStreiche notorisch beanlagt, kamen im letzten Viertel einer durchzechten Nacht auf die Idee, die beiden aus Blech gefertigten Störche, die gravitätisch' den Garten der Gräfin L. bewachten, aufzupacken und in den Vorgarten des Mädchenpensionats zu verpflanzen. Nach Vollbringung dieser dunkelnThat schlichen Max und Moritz- diebisch lächelnd von dannen. Als am ander:n borgen die ersten Sonnenstrahlen die treubehüteten Küchlein an die Fenster lockten welch' schreckhaftes Erstaunen und im nächsten Augenblick welch' tolles Gelächter! So weit gmg alles gut. Aber das Verhängniß nahte, und zwar in Gestalt der neugierig herbeieilenden Penstonsmutter. Ihre Entrüstung kannte keine Grenzen, kein besänftigendes Wort fand eine aute , Statt. Die beiden Missethäter sollten
ihre notorische Strafe erhalten, und sie erhielten sie auch vom Schöffengericht in Freiberg, das wegen Hausfriedensbruchs auf je drei Wochen Gefängniß erkannte. Erschwerend fiel in's Gewicht, daß die Musensöhne den Gartenzaun des gräflichen GrundWeZ überklettert hatten.
