Indiana Tribüne, Volume 27, Number 87, Indianapolis, Marion County, 2 December 1903 — Page 5
Jndiann Tribüne, 2. Dezember 190B.
Per Dippc'Zjanncs. Von Anna v. Krane. Was war das doch so nett, als er noch unser Dippe-Hannes war! Wie gemüthlich sah es in seiner Werkstatt aus. die er sich mit allerlei buntem iixam ausgeputzt hatte und in der es immer so stark nach feuchtem Thon und Lehm roch! Es war ursprünglich cm Stall gewesen, den er sich da zu seinem Privatwinkel hergerichtet hatte, man mußte durch einen weiten Hof ge,en, um hinzugelangen und stolperte meistens dabei über verschiedene Hindernine. denn der Hof wurde zu allen möglichen Betrieben benutzt. Aber das machte den Besuch bei dem Kunsttopfer Hans Stark gerade so merkwürdig! Es war so gar nicht nach der Schablone! Wenn man glücklich in der Werkstatt gelandet war, konnte man sich auf einen Kunstgenuß gefaßt machen. falls man etwas von Kunst verstand und mit dem Dippe-Hannes näher bekannt war, denn er thaute nicht leicht auf und zeigte nicht jedem seine wirklich guten Arbeiten. Sein Spitzname war ja scheußlich, aber er paßte so gut zu ihm! Wenn er auf dem Faß hockte, in dem er seinen Thon feucht erhielt, während man selbst auf dem einzigen Stuhl saß, der mit einem Blatt.Papier bedeckt wurde, weil überall Lehmreste klebten; wenn er dann im Dialekt von seiner Arbeit erzählte und seine Töpfe und Basen immer nur Tippe und Dippercher nannte, indessen seine langen, geschickten Finger fortwährend an etwas herum kneteten und modellirten. da war es eben der DippeHannes und der Name kam auf, keiner wußte wie. er war da! Ich stand sehr gut mit ihm, denn ich bewunderte sein ursprüngliches, frisches Talent und behandelte ihn als Collegen, was nicht alle einem Kunstgewcrbler gegenüber thaten, da sie ihre Malerei für etwas Höheres hielten als die Arbeit der Drehscheibe. Ich aber plauderte qar manche Stunde mit ihm über Kunst und Kunstgewecbe. kaufte einige seiner hübschen Sachen, bestellte
mir auch Dinge nach meinen eigenen Entwürfen und wünschte ihm die Möglichkeit eines weitern Studiums. Dieser Wunsch ging in Erfüllung! Der Dippe-Hannes wurde von einem Kunstfreund entdeckt, man verschaffte ihm die Mittel zur Ausbildung und er verließ die Stadt. Ich hörte lange Zeit nichts von ihm,, bis er nach und nach in den Kunstberichten der Zeitungen aufzutauchen begann. Man sprach von ihm als dem genialen jungen Künstler Hanns Stark-Cavaletti. Er hatte sich nach heutiger Künstlersitte einen zweiten Namen beigelegt, vermuthlich den seiner Mutter und. man muß aestebcn. daß Hanns (mit zwei n!) Stark-Cavaletti, wirklich sehr schön und volltönend klang für einen Meiste: der angewandten Kunst. Mit der Zeit las man auch von Besuchen, die höchste und allerhöchste Herrschaften in seinem Atelier abzustatten geruhten, man sprach von seinen Schülern und Schülerinnen. Daß sich einige Goldmedaillen auf ihn ergoien, sowie daß er zum Professor ernannt wurde, braucht kaum erwähnt zu werden! Trotz all' dieser Ehren waren aber die Erzeugnisse seines Ateliers sehr schön, wie ich auf Ausstellungen bemerkte, wo den Cavaletti-Fa-yencen die besten Plätze eingeräumt wurden. Selbstverständlich stieg meine Neugierde, den berühmten Mann einmal wiederzusehen, und als mich der Zufall in seinen Wohnort führte, machte ich ihm einen Besuch. Als ich aber der schmucken Villa nahte, die unser ehemaliger DippeHannes bewohnte, überkam mich eine gewisse Verlegenheit. Ich musterte mein besteidenes Aeußeres, sah nach, ob ich keinen Staub am Rock hatte und schaute mich schließlich nach ein wenig Protektion um. Die Protektion schien mir in Gestalt einer alt-jungen Dame zu erstehen, die gleich mir den Vorgarten der Villa betrat und in deren Gang, Haltung, Anzug und Hut mein geübtes Auge gleich die liebe KunstGenossin erkannte. Können Sie mir vielleicht sagen, ob der Professor um diese Zeit zu sprechen ist? wandte ich mich an die Dame. Sie musterte mich von oben bis unten. Das kommt :uf den Besuch an. sagte sie kühl. Wenn sie Empfehlungen an ihn haben Ich bin eine alte Bekannte des Professors. fiel Ich ein. So äh dann kann es sein, daß er Sie empfängt. Ich mache Sie übrigens aufmerksam, daß die Zahl der Schülerinnen, die er annimmt, gegenwärtig vollzählig ist. Außerdem macht er auch sehr hohe Ansprüche an
das Talent und die Vorbildung seiner Damen. Nach diesen echt collegialen Bemerkungen verschwand die Erkorene, so zu des Meisters Füßen sitzen durste, in einer Seitenthür, die für Eingeweihte bestimmt schien, indessen ich mit mühsam verbissenem Lachen am
Hauptportal schellte. Natürlich öffnete mir ein Diener in Livree, dem ich meine Besuchskarte überreichte und der mich bat im Hall" zu warten. Ich setzte mich in einen der Sessel, die vor dem Riesenkamin aus dunkelm Marmor standen, blickte zu den kirchen hohen Fenstern aus Christiansenglas empor; betrachtete die massive, Eichenholztreppe, deren grünlicher Beizton durch Wandteppiche von Scherrebeck gehoben wurde; schätzte im Stillen den Preis der Tiffanygläser. die auf desi
Kaminsims wie bunte Aquariumsischk im Halbdunkel schillerten; versenkti meine Füße in das Eisbärenfell et , mir uno dachte an den Hof mit dev Hindernissen, an den ehemaliger Pferdcstall mit seinem Lehmgeruck und den billigen Verzierungen, und an den guten, lieben alten Dippe-Hannes. dem "immer ein wenig Lehm in Haaz und Anzug klebte wie mochte die Veränderung bei ihm ausgefallen sein! Ich hatte Zeit, meinen bedanken
nachzuhängen, denn es dauerte eine geräume Weile, bis mich der Diener in ein G:mach führte, das nach Entwürfen van der Veldes eingerichtet war. Dort fand ich einen corrc!:en, sehr gemessenen Gentleman, der doch geruhte, sich meiner noch zu erinnern. Er war ein wenig herablassend, gar nicht stolz und fragte mich sogar nach meinen Arbeiten. Ich gestand, daß ich wenig mehr mit der bildenden Kunst zu thun habe, was er bedauerte: Sie waren nicht ohne ein gewisses Talent! Dann redeten wir von andern Dingen. Sie sind verheirathet, Herr Prosessor? jagte ich. Ja, seit einigen Jahren, antwortete er. Meine Frau. eine geborene Baronesse Hallenourg. hat mit mir schlichtem Arbeiter borliet genommen. Ah, er war also schon so weit, um den lUtann aus dem Volt betonen zu können! Das freute mich für ihn, und ich sagte lächelnd: Nun, der Adel wird bald auch kommen, nicht wahr, Herr Professor? Er machte eine etwas theatralische Handbewegung. Für den Künstler haden äußere Dinge keinen Werth! Ich will bleiben, der ich gewesen bin! Selbstverständlich drückte er sich im besten Hochdeutsch aus, mit etwas fremdem Tonfall, er war zu lange in Paris, und London gewesen, um die heimathliche Sprache noch ganz geläufig zu reden. Er brauchte mit Vorliebe englische Redensarten, und als er wirklich und wahrhastig geruhte, mich in sein Atelier zu führen und mir seine Arbeiten und Entwürfe zu zeigen, ging er ganz in die englische Sprache über, was in jeder Beziehung bequemer war, für ihn und für mich, denn ich verstand ihn besser, als bei seinem geschraubten Deutsch. Während wir noch so bei npplicd ail", modern pottery" und the seerets of the traft" waren, kam eine rothblonde Dame herein, in losem Künstler-Resormkleid. die mir als Frau Professor vorgestellt wurde. Sie war in Figur und Antlitz so ganz im Jugendstil gehalten, daß ich zerstreut wurde, dem Gespräch nur mit Mühe folgen konnte, und immer im Stillen berechnen mußte, wie viel Kopflängen die Frau Professor wohl hätte. Minbestens drei mehr als wir gewöhnliche Sterbliche! Die weitere beunruhigende Frage, ob sie in ihrem bleistif:schlanken Korper Platz für innere Organe, den Magen zum Beispiel, hätte, wurde durch die Thatsache beantwortet. daß mich das Ehepaar zum Thee einlud, wobei ich bemerkte, daß sie Speisen zu sich nahm, mithin einen kleinen Raum dafür in ihrem Innern haben mußte. Abgesehen von diesen anatomischen Bedenken war sie eine recht angenehme Frau, die sehr stolz auf ihren lieben Mann war. Er liebte sie auch, ihre Figur ließ sich so gut zu Henkeln für seine Fayencevasen verwenden, und diese gegenseitige Liebe war das einzig Unmoderne an den beiden. Mir gefielen sie aber deshalb besser als früher und ich fühlte mich ein wenig behaglicher in dem Künstlerhaus, aber nicht in dem modernen Ueberpuhl, in dem ich sitzen mußte und dessen Qualen ich ertrug, um nicht ungebildet zu erscheinen. Die junge Frau überschüttet mich mit Fragen nach der Jugendzeit ihres lieben Jungen. Ob es ihm wirklich so schlecht gegangen
wäre, ob er wirklich o erschrecklich gehungert und gedarbt hätte, poor, doar boy! und wie er in den unerhörten heroischen Kämpfen gewesen sei, in denen er sich den Ruhm errungen. Der poor dear boy wurde ein wenig unruhig bei diesen Fragen, denn er fürchtete, daß ich durch den ehrlichen Bescheid über sein Leben den Kranz von Wahrheit und Dichtung seinem Künstlerhaupt entreißen könne, den er so schön darum gewunden. Ich war aber nicht so grausam. Ich sagte nicht, daß er stets satt zu t)tn hatte; nie im kalten Dachkämmerchen fror, während er mit frosterstarrten Fingern zeichnete; ich verschwieg die Thatsache, daß er nie ein Märtyrer gewesen, sondern nur ein lieber, talentvoller Kerl. Ich sprach von seinem urwüchsigen Atelier im Hof mit den Hindernijjen, von seinen schönen Arbeiten, von allem möglichen aus der alten Zeit, und wenn ich vielleicht auch ein wenig dabei flunkene, so konnte man es mir nicht verargen, denn Beispiele stecken an und es war zu lustig, seine stille Angst vor vorwihigen Enthüllungen zu beobachten, sowie seine aufathmende Dankbarkeit über mein Eingehen auf seine kleine Täuschung. Mitten im Gespräch aber schoß mir ein toller Einfall durch den Kopf, den ich auch ausfübrte. Wissen Sie noch, Herr Profenor. sagte ich kühn, wie wir Sie im Scherz immer den Dippe-Hannes nannten? Er entsetzte' sich gar nicht, sondern that, als sei ihm der Name ganz geläufig, und lachte dazu wie ein toi bonliorniae, wenn seine Unterthanen sich einn Scherz erlauben. Ja, ia. richtia! der Divvc-üannes! Wie
heimelt mich das an, es war eigentlich famos! Aber Hannes, davon hast du mir ja nie etwas erzählt! warf seine Gattin ein. My dailinjr, wer kann an solche Kleinigkeiten denken! erwiderte er. Unter Kunstschülern hat man immer solche Spitznamen, da ist so wenig Auffälliges dabei, daß mir der meinige ganz entfallen war, bis ich eben wieder daran erinnert wurde. Ich werde das dem Prinzen Karl Viktor heute Abend erzählen, das wird ityi sehr belustigen. Da hatte ich ja dem Meister noch einen Gefallen gethan, indem ich seines Spitznamens erwähnte! Er behandelte mich von da an ganz als vertraute Jugendfreundin, und so verlief mein Besuch bei ihm besser, als ich anfangs gedacht hatte. Wir schieden auch als die besten Freunde aber, ich kann mir nun einmal nicht helfen, der alte Dippe-Hannes ist mir doch lieber als der berühmte Mann, in den er sich verwandelt hat. (Sin schlagfertiger Nomandichter. Aus Baris wird uns Geschrieben:
Der bekannte Romandichter Paul Adam stieg jüngst mit zwei Hunden in einen Wagen erster Klasse der Westbahn ein; gegen die Mitnahme der Hunde war nichts einzuwenden, da sich Adam einen Erlaubnißschein der Bahnvcrwaltung besorgt hatte. Einem qalligen Mitreisenden schien aber die Reisegesellschaft nicht zu gefallen. Dieses Coupe ist wohl ein Hundestall", sagte er, hier sind ja zwei Hunde!" Wenn Sie drin bleiben, sind es drei," erwiderte Paul Adam gereizt. Der fremde Herr hoü die Hand, um den Schimpf zu rächen, aber der Romandichter kam ihm zuvor und versetzte ihm eine schallende Ohrfeige. Die Folge war ein Prozeß, der dieser Tage zur Verhandlung kam. Das Gericht sprach den Dichter frei, mit du Begründung, daß seine Ohrfeige eine That d?r Nothwehr gewesen sei. Eine eigenartige U rkundenfälschung lag dem Verfahren gegen den Kunstmaler Heinrich Beeke zu Grunde, der sich unlängst vor der Strafkammer in Straßburg zu verantworten hatte. Beeke hatte im Sommer an die Vorsteherin eines Brüsseler Pensionats eine Depesche geschickt des Inhalts, daß der Vater einer ihrer Pensionärinnen, ein in Metz wohnender Oberstabsarzt, erkrankt sei. Die Fassung der Depesche mußte den Anschein erwecken, als ob sie aus der Familie des Krankeil käme. Durch diese Depesche verschaffte Beeke dem bildhübschen, jungen Mädchen einen heimlichen Urlaub, den sie in seiner Wohnung in Metz verbrachte. Das Gericht, das unter Ausschluß der Oeffentlichkeit verhandelte, nahm an, daß in der Absendung einer solchen Depesche die Fälschung einer Privaturkunde thatsächlich gegeben sei, und verurtheilte den Angeklagten zu sechs Wochen Gefängniß. Eine aufregende Jagd nach einem Automobil setzte dieserTage in Berlin die Passanten der Georgenstraße in Aufregung und fand schließlich ihr Ende in der Universitätsstraße. Das noch nicht ganz bezahlte Automobil eines Baumeisters sollte gepfändet werden. Der Vollziehungsbeamte suchte es längere Zeit vergeblich und fand thatkräftige Unterstützung bei der klägerischen Firma, die fünf Maschinen bemannte und auf die Birsch gehen hieß. Eines Nachmittags nun gelang es ihnen, ihr Wild, das unvorsichtigerweise seinen Schlupfwinkel verlassen hatte, zu erspähen. Sie nahmen sofort die Verfolgung auf. Doch das gehetzte Auto wurde geschickt aesteuert. und
schon sah es so aus, als ob es seinen Jägern ein Schnippchen schlagen werde. Zu seinem Unglück bog es in die Universitätsstraße ein. Die Verfolger hatten aber den Plan errathen und sich getheilt. Zwei schnitten ihm durch die Dorotheenstraße den Weg ab, zwei warcn dicht hinter ihm her. Alles Rasseln und Fauchen half dem Ereilten nichts mehr, es war gestellt und wurde dem
Beamten ausgeliefert. Im Juli vorigen Iahres stürzte die eben erst vollendete Eisenbahnbrücke über den Weifluß in Schantung ein. Sie war gegen die Fluthen des durch außergewöhnlich starke Ueberschwemmungen stark angeschwollenen rromes nicht widerstandsfähig genug gewesen. Mit großer Thatkraft hat man jetzt in Iahresfrist eine neue und stärkere Brücke errichtet. Ihre Fertigstellung wird von allen Reisenden, die die Bahn benutzen, mit Freuden begrüßt. Denn das fast in keinem Sommer fehlende Hochwasscr setzte der Nothbrücke oft arg zu und machte sie zeitweise unöenutzbar, was dann ein lästiges Umsteigen in Boote zur Folge hatte. Berufsfehler. 'Sagen Sie, Herr Amtmann, der Hofschauspieler, den Sie öfters zur Jagd einladen, kann wohl gar nicht richtig schießen, da er nie einen Hasen trifft?' O doch er hat nur immer das Lampenfieber!" Der b e st e Autor. Frau Müller: Welches ist Ihr Lieblingsschriftsteller?" Frau Meyer: Mein Mann." Frau Müller: O, ich wußte nicht, daß er schreibt." Frau Meyer: O, und wie schön er schreibt lauter Checks!"
Ziindtichc Handscrtigkcttskünfle.
Wie fi! i New Yorker Ttratzenaraber nutz
bringend bcschästigcn. Die Spaziergänge: in den Straßen
New Yorks werden in letzter Zeit oft von Knaben aufgehalten, die mit Eifer
und Erfolg bestrebt sind, einen neuen
Handelsartikel auf den Markt zu brin-
gen. Es handelt sich dabei um aus
Schuhbändern geflochtene Uhrketien,
welche d?e Burschen mit kunstfertiger
Hand herstellen und zu zehn Cents per i j . .
ma verlausen. machen dabei recht gute Geschäfte. Die Schuhbänder,
von denen rar zwei für iede Ket.e be-
nöthigt werden, sind allüberall zu einem
Cent per Stuck zu haben, die Arbeit nimmt kaum Stunde in Anspruch
und durch recht bunte Farbenkombinationen wissen die Bengel ihren Erzeugrr . ii i - w rf-
nicn ein allratliocs lausten zu geben und die Käufer beranzulocken. Geschickte Jungen sind im Stande, täglich
$1 auf diese Weise zu verdienen. Wenn
auch ein großer Theil dieses Geldes in den nächsten Candystore" wandert, so werden doch die Richtsnutze zur Freude lt. sima c r y l , l '
lurer nern uno eyrer onra) oie Flechtarbeit von allerlei Unsinn und tollen Bubenstreichen abgehalten und lernen ihre Zeit tmf nützliche Weise
verwenden.
Die 5iundschaft der jugendlichen Kapitäne der Industrie" besteht großentheils aus Frachtverladern und Arbeitern. die aus der Westentasche ihres Sonntagsanzuges gerne eine recht bunte Hängekctte baumeln lassen, auch wenn ein einfacher Schlüsselbund die Stelle des prätentiösen Zeitmessers einnimmt. Auch in den Ferry-Häusern machen die Jungen unter dem wartenden Publikum gute Geschäfte. Kinder von größerer Ambition begnügen sich übrigens nicht mit dem Flechten von Uhrlctien, sondern erzeugen aus zwölf verschiedenfarbigen Schuhöändern in derselben Weise Gürtel, die sie zu 50 Cents und $1 per Stück verkaufen. Die sinnreich? Tändelarbeit, die den Kindern so willkommenen Zeitv:rtreib gewährt und deshalb allen Anspruch darauf hat, auch von den Erwachsenen als Segen empfunden zu werden, wurde zuerst im heurigen Sommer auf den Strandpromenaden des New Jerseye? Badeorts Asbury Park geübt. Dort fanden sich auch Lehrer, die Frauen und Mädchen für das königliehe Honorar von 25 Cents Handfertigkcitsunterricht in ihrer Kunst ertheilten. Ob es nun ein von seinen Zöglingen geplagter Pädagoge, oder eine spekulative Mutter war, welche, Ruhe und Erholung suchend, das Kunsthandwerk des Kettenflechtens nach New Jork verpflanzten, bleibe dahingestellt. Jedenfalls kann die Einführung dieser Industrie," die es. ermöglicht, die Straßenaraber der Huds'onstadt einige Stunden des Tages nutzbringend zu beschäftigen, mit ruhigem Gewissen als eine Großthat bezeichnet werden und der Urheber der Idee darf leichten Herzens den Ehrentitel eines Wohlthäters der Menschheit sich in Anspruch nehmen, wenn er e nicht vorzieht, beim Candy-Trust" seine Ansprüche auf eine mehr .materiefle Entlohnung geltend zu machen. Niescn-Bauktrust. Die Dresdener Bank und der Schaffhauscner Bank-Berein haben sich zu einer Jnteressen-Gemeinschaft vereinigt, die gemäß dem getroffenen Uebereinkommen nächsten Januar beginnen und 30 Jahre in Kraft bleiben soll. Der Geschäftsbetrieb beider Banken bleibt getrennt, dahingegen soll d:r erzielte Verdienst gemeinsam sein und im Verhältniß zum Kapital und Reservefonds der beteiligten Institute vertheilt werden. Die Jnteressenvereinigung läuft nach einer Erklärung auf die Erlangung aller Vortheile einer solchen mit Umgehung aller Nachtheile binaus. 5ede de? Banken wählt nach
dem Abkommen zwei Direktoren und
drei Mitglieder des Ausjichtsratys der anderen Bank, wodurch eine gemeinschaftlicbe Leitung der Institute geickanen wird. Das Kapital der Dres-
Wr Äank beziffert sich auf $32,500,
000. während das des Schaffhauscner
Bankvereins sich aus $vd,vw,vv oeläust. Die Reservefonds beider Ban-
fen bktraaen 813.500.000 und deren
gemeinschaftliches Kapital erreicht also die Höhe von $71,000,000. Durch die
Konsolidirung beider Institute t ein tfunsoriiiim kreirt worden, das die 02
waltigste Anhäufung von Bank-Kapi-
tal in der Welt, mit ÄU-nayme oer
Bank von England, reprajenttr:. Tbeatcrgroftbctricbe.
Wbnrfsthen hon den Ver. Staaten.
sind nirgends so viele Bühnen in einer
Hand vereinigt, wie m onoon unv
Stockholm. In letzterer taoi in w rrftnr flrmft der arönte Theaterunter
nehmer. Von den acht Theatern, in hrrt rt.t(nVnnrtsl aei'vielt Wlld. Ne-
hören ihm fünf, und außerdem hat er ein Theater in Gotbenburg gepachtet. In diesen Theatern sind 239 Bühnenkünstler und Choristen beschäftigt, nbtr svViftmrnhanl der festanaestell
mannen Uir'äai über 400. Hierzu
kommen indessen noch etwa 300 Perso
nen, die mehr oder mmoer geiegcnuiaj beschäftigt werden. In London ist augenblicklich Charles Frohmann der größte Theaterunternehmer, denn m frhirm m?si befinden sich iekt fünf der
i " i m"t foWionUn Londoner Buhnen.
Sämmtliche 60 Theater der Riesenstadt
sind Nrivatbuanen.
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