Indiana Tribüne, Volume 27, Number 85, Indianapolis, Marion County, 30 November 1903 — Page 3

Jndiana Tribüne, 30. November 1903.

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Größenwahn.

Sobson's Marine - Aorschlage für die nächsten 18 Jahre. Will mit ungeheuren Kosten das Land zur ersten Seemacht erheben. Perry S. Heath über die Anklagen des Bristow.Berichts. Restaurateur in Chicago wird zum Mörder nra nichts. Furchtbares Wüthen von typhösem Fieber in Butler, Pa. Ncd" Hoover, Mörder von Mar shall Payne, in Haft. Congrek'Programm für die gegen wärtigc Woche. Hobson's Vorlage. Washington, 29. Nov. Der ehemalige Commander Richmond Pear son Hobson hat eine Vorlage ausgearbeitet, die er durch den Abg. Wiley von Alabama dem Hause bei Beginn der regelmäßigen Session vorlegen läßt. Der Zweck ist nach Hobson, die Ver. taaten in den nächsten 13 Jahren zur ersten Seemacht der Welt zu machen. Die Vorlage verlangt im Ganzen S2,750.000,000, von denen jedes Jahr ein gewisser Theil für neue Schiffe verwendet werden soll. 50 Millionen sollen für das gegenwärtige Fiscaljahr ausgeworfen wer den. 60 für das nächste um so fort bei jährlicher Erhöhung von 10 Millionen bis 1915, wo eine PauschalSumme von $1,500,0(X "00 angesetzt wird, um das ' Vroaramm bis 1925 durchzuführen. Die Veröffentlichung des Bristow. Berichts und P. S. Heath. Washington. 29. November. Der Bericht des 4. Hilfsgeneralpostmeisters BristowS über die PostamtUntersuchung wurde heute nebst den Commentaren des Prafidentcn der Oeffentlichkeit übergeben. (Siehe auch 4. Seite.) Salt Lake City. Utab. 29. Nov. Nachdem der frühere erste Hilfs - Generalpostmeister Perry S. Heath, gegenwärtig Eigenthümer der ..Salt Lake City Tribune", den Bri stonz'schen Bericht und die Czmmentale des Präsidenten heute Abend gelesen. bemerkte er, er werde sich nicht scheuen. morgen in seiner Zeitung jedes Wort zu veröffentlichen. Er sei nicht überrascht, sich in diesem Berichte beschul digt zu sehen. Der Verfaffer diese? Berichts habe ihn von der Zeit seines Eintritts in's Postdepartement an in seiner amtlichen Eigenschaft persönlich verfolgt, wie jede öffentliche Persönlichkeit in Washington wiffe. Zum Schlüsse bemerkte P. Heath, dem Verfasser des Berichts er scheine seine Person besonders deshalb unangenehm, weil man ihn (Heath) nicht anklagen könne, während oder nach seiner Amtszeit jemals ein Ge schenk oder eine Gabe irgendwelcher Art ,'angenommen zu haben. Ein Mord um 5 Cents. Chicago, '29. Nov. Weil ihm 5 Cents fehlten, um seine Frühstücks. Rechnung begleichen zu können, wurde heute Marcus Sheehan, ein Hochbahn Angestellter, von James BerganuS, dem Besitzer eines Restaurants an State Straße, erschossen. Sh. hatte nur 15 Cts. in der Tascke und bestellte ein Mahl im Glauben, daß es diesem Betrage entspreche. Als es zum Zahlen kam, sagte ihm B., er schulde ihm 20 Cents. Sh. sagte: .Dies ist Alles, was ich hier habe, ich gebe Ihnen den andern Nickel heute Nachmittag." Sie zahlen jetzt oder kommen niemals aus diesem HauS", erwiderte B. Sh. lachte und wandte sich zur Thüre; bevor er sie erreichte, zog der Wirth einen Revolver und schoß. Der Schuß traf in den Kopf und hatte so fortigen Tod zur Folge. B. schleppte die Leiche auf die Siraße, schloß seinen Platz und ent floh. Er ist noch nicht verhaftet. Roher Geselle. L incoln,JllS., 29. Nov. Cwles Stanbury ist im Gefängniß unter der Anschuldigung internirt, die 8.? jährige Frau Lucinda DaviZ thätlich angegriffen zu haben. Der Zustand der Frau ist ernst und die Erbitterung gegen den Thäter ist groß.

Congrefz.

Haus. Washington, 29. Nov. Die Ankündigung der ComitkS durch Spre cher Canncn wird in der ersten Sitzung der Woche, am Dienstag, erwartet ; indessen werden in verschiedenen Fällen Verzögerungen bis zur voraussichtlich nächsten Sitzung am Freitag oder bis Samstag eintreten. Eine interessante Frage für die Woche wirft sich darin auf, ob die Extra-Ses-sion durch gemeinsamen Beschluß beider Häuser zu Ende kommt oder indem sie am ersten Montag im Dez. verfassungsmäßig in die regelmäßige Session über geht. Führer des Hauses vertreten die An sicht, daß die Verantwortung für den Schluß der Extra-Session in Anbe tracht der unvollendeten Cuba-Gesetz gebung nicht auf dem Abg. Hause ruhen darf. Gegen einen Beschluß erheben sich daher einige Einwände, es sei denn, daß diise Vertagungsform vom Senat ausginge. Nach bisheriger Gepflogen heit erwartete man indessen bei der Vertagung von Extra-Sessionen einen Vertagungsdeschlus vom Hause und eö erscheint daher wahrscheinlich, daß im Laufe der Woche daS Haus seinen Ver tagungsvorschlag dem Senate machen wird, der ihn dann annimmt. Andernfalls ist der Plan angeregt, sich am Samstag bis kurz vor 12 am Montag zu vertagen, dann die Extra Session zu schließen und sich Punkt 12 zur regelmäßigen Session zu versam meln. Die Extra-Session wird als erste Session des 53. Congresses, die regel mäßige als zweite bezeichnet. Da das Haus in dieser Woche nicht beschlußfähig sein wird, so hat die Mi norität die Gestaltung der Ereignisse bis zu gewissem Grade in der Hand. Abg. Williams, der Minderheits-Jüh rer, kündigt an, daß die Aufmerksam keit des Landes am Dienstag abermals auf das Schauspiel eines republikani schen, in Session befindlichen, aber in Unthätigkeit verharrenden Congresses" gelenkt werde. Sollten die Majoritäts-Führer bei dieser Lektion nicht gute Miene zum bö sen Spiel machen, so würde dieMinori' tät die Beschlußfähigkeit bezweifeln, was nach der Geschäftsordnung eine tägliche Sitzung des Hauses zur Folge hätte. Senat. Der Senat erledigt in der gegenwär tigert Woche durchweg nur laufende Ge schäfte. Er tritt am Dienstag zusammen und, falls das Haus keine Geneigtheit zur Schluß'Vertigung bekundet, vertagt er sich wieder bis Freitag. Es besteht die Absicht, einen Verta gungsantrag nicht vom Senat ausge hen zu lassen; einige Senatoren hoffen, daß das Haus einen Vertagungsbe schluß bis spätestens Freitag übersendet. Der CubaVertrag bleibt als unerle digte Geschäft auf der Tagesordnung; vor Beginn der regelmäßigen Session werden aber keine Reden in Be zug auf ihn gehalten werden. Bureaus für Abgeord n e t e. Washington. 29. Nov. Ein an der Südseite des Capitol.Platzes gelegenes Grundstück ist für S750.000 gekauft worden zu dem Zwecke, ein stattliches, aus Marmor aufzuführen des Ofsice-Gebäude für die Mitglieder des Haukes zu errichten. Die Zahl der letzteren beläuft sich auf 380, jedes von ihnen wird in dem zu errichtenden Gebäude ein Bureau erhalten, in welchem es seine Besucher empfangen und seine amtlichen Ge schäfte erledigen kann. DaS Ofsice-Gebäude, dessen Bau und Einrichtung S3, 100.000 kosten wird. soll mit dem Capital durch einen unter irzischen Gang Verbund? werden. dessen Herstellung S118.000 kosten wird. Der unterirdische Gang oder Tunnel wird ein bewegliches Trottoir und eine elektrische Bahnlinie enthalten. Die Gesammtzahl der Zimmer in dem Ofsice-Gebäude wird 411 betragen. TyphusEpkdemie. B u t l e r, Pa., 29. Rov. Seit 15. Sept. waren hier 1.300 Erkran lungen am typhösen Fieber -und 15 Todesfälle zu verzeichnen. Die staatliche Gesundheitsbehörde untersuchte die Ursache dieses auffallen den Zustandes und erklärt als Ursache die Verunreinigung des Wassers, das

im größeren Theile dts Orts benutzt

wird. A u t l e r . P.i., 29. Nov. Drei neue Todesfälle kamen heute vor und neue Erkrankungen werden stündig be richtet. Ein Arzt kommt auf 65 Pa tienten und kann sich unmöglich allen widmen. Gestern brach Dr. I. Groß mann unter der Ueberanstrengung zu sammen und liegt heute an typhösem Fieber darnieder. Im Ganzen sind vier Aerzte erkrankt. Bei einer öffentlichen Versammlung heute Nachmittag im Rathhause wurden in kaum einer Stunde 56200 gezeichnet. Die Aerzte und Prediger, welche die Lage am besten kennen, erklären, daß das Schlimmste erst noch bevorstehe, und daß bis zur Unterdrückung der Epi demie, die bis nach Frühjahr dauern kann, nicht genug Geld vorhanden sein wird. Die Ausgaben deS HilfscomiteS stellen sich auf beinahe 81000 für die Woche. ES wurde außerdem noch heute sin allgemeines Hitfscomite begründet. Wegen Verletzung der W a h l . G e s e tz e. C h i c a g o, 29. Nov. Gegen Stadt rath John I. Brennan und 2 politische Freunde, die wegen Verletzung der Wahlgesetze während der Richterwahl im Juni prozessirl wurden, erging heute ein Verdikt auf schuldig. Falls der Richter die Entscheidung der Jury aufrecht hält, kann jeder der Angeklagten mit 3 Monaten bis zu ei nem Jahre bestraft werden. Alle 3 wurden unter Bürgschaft gestellt. NamhafteTodte. Ellentown, Pa., 29. Novbr. Rev. Th. L. Seip, Präsident des Muslenberg Collegs bis 1896 und von besten Gründung 1867 an als Professor daselbst thätig, ist gestern Nacht einem Schlage erlegen. Er war 1342 in Caston, Pa., geboren. Chattanooga, Tenn., 29. Nov. E. Gould Richmond, einer der bedeu tendsten Capitalisten und Fabrikanten des Südens, ist heute einem Herzleiden erlegen. Sein Vater D. Richmond war ein vertrauter Freund von Samuel I. Tilden. Blutige Familien-Händel. C i n c i n n a t i, 29. Nov. Strei tigkeiten an der Richmond Str., die seit emer Woche im Gange waren, führten heute fast zu Mord und Lynchthaten. Es handelt sich um Streitigkeiten zwischen den Familien Anderson und Ford, welche letztere bei den A. zur Miethe im gleichen Hause wohnen. Da die Miethe bezahlt war, konnten die Leute nicht vertrieben werden und heute kam es zu einer Schießerei, die Hun derte von Leuten und auch die Polizei anzog. Ford wurde durch einen Schuß verletzt und wäre um ein Haar ge tödtct worden. Anderson ist verhaftet. RedHooperverhaftet. T i f f i n, O., 29. Nov. Harry, alias Red Hooper. der am Donnerstag auf dem Wege zur Polizei-Station, wo er sich wegen eines Raubanfalles zu verantworten hatte, dem Marshall von Fairmont, Ind., I. Payne, entwischte und diesen Beamten niederschoß, wurde heute hier bald nach der Ankunft eines Big Four Frachtzuges aus Spring sield, O., gefaßt. Er war von den Beamten überwältigt, bevor er irgendwelchen Widerstand zu leisten vermochte. Infolge der Kälte, welcher er auSge setzt war, litt H. an heftigem Rheuma tismus. Er lebte vor 6 Jahren hier. Vater rächt seine Tochter. Sedalia, Mo.. 29. Novbr. Frank Dunton erschoß heute Nachm. Emil Meyers. Im August hatte Dunton's Tochter Selbstmord verübt und Meyers in einem hinterlassenen Briefe ihrer Verführung beschuldigt. Der Vater kehrte erst gestern nach der Heimath zurück und suchte heute Meyers in seiner Wohnung zur Auf tlärung auf. Als M. eine Drohung ausstieß, schoß ihn D. nieder. Der Thäter ist in Haft. Die Erben des Millio. närs. La Crosfe, WiS., 29. Nov C. B. und JameS Rice, zwei arme Farmer bei Laforge, in der Nähe hie siger Stadt, sind Brüder des New Yorker Millionärs William M. Rice, wegen dessen Ermordung der New Yorker Anwalt Albert T. Patrick zum Tode verurthcilt worden ist und dessen Testament zu Gunsten Patrick'S als Fälschung erkannt wurde, und hoffen daS von ihrem Bruder hinterlassene Eigenthum zu erben.

Lynchmord befürchtet. Sbreveport. La., 29. Nov. Unbestätigte Berichte aus Belcher. La.. wo gestern Nacht der angeseh?ne Pflan zer R. Adager von Negern geschossen wurde, besagen, daß 3 der Neger ge fangen und zweifellos jetzt schon ge lyncht sind. An dem Verbrechen, das voraussichtlich einen tödtlichcn Aus gang nimmt, waren fünf Neger be theiligt. Die drei Neger wurden in der Nähe von Belcher gefangen und von den Bürgern daselbst versteckt, damit eine Rettung durch die Behörden nicht er folgen könne. Die Bürger machten kein Geheimniß aus ihrer Lynch'Absicht, da das Verbrechen der Neger ein besonders abscheuliches war. Eine Verbindung mit Belcher war heute Nacht nicht möglich und das Schicksal der Neger ist nicht mit Ge wißheit bekannt. Adager wurde 6 mal geschossen, während er Stlaßen-Unruhen zu stillen versuchte. Juwelendieb gefaßt. New York, 29. Nov. Adolf Walter harrt im Polizei'Haupt'Quar tier seiner Auslieferung unter der An klage, Frau Wm. Welch Harrison aus Glenstde, Vorstadt von Philadelphia, Juwelen im Werthe von $20,000 ge stöhlen zu haben. Er war 2 Monate als Diener in dem Hause angestellt und verschwand am Danksagungstag wo auch der Diebstahl erfolgte. Bei seiner heutigen Verhaftung fand man alle Schmucksachen mit Aus nähme zweier weniger werthvollen Stücke bei ihm.

Schisssnachrichten. Abgefahren : Moville: Ethiopia" nach New York. Queenstomn: Campania" nach New York. Havre: La Champagne" nach New York. . Cherbourg: St. Louis" nach New York. Ein Zunger Skudiren der des Technikums in Bingen hatte eines Sonntags, nachdem er schon vorher ziemlich viel Bier gekneipt hatte, infolge einer unsinnigen Wette innerhalb 18 Minuten vier Schoppen neuen Wein getrunken. Bald darauf ist der junge Mann an den Folgen seiner Ausschweifung gestorben. Vermuthlich von Zi geunern mitgeschleppt wurde die 9jährige Elfriede Becker aus Prenzlau, die seit einiger Zeit spurlos verschwunden ist. Das Madchen war zuletzt gesehen worden, als es sich auf dem Heimwege von der Schule befand. Die Zigeunerbande, die man mit dem Verschwinden des Kindes in Verbindung bringt, hat sich nach Mecklenburg gewendet. Die Ortspolizeibchörden und Gendarmen der ganzen Gegend sind von dem Vorfall benachrichtigt worden. Eine junge Thier bündigerm wurde kürzlich, während sie in einer Menagerie zu Völklingen, Preußen, eine Vorstellung gab, von einer Riesenschlange todtgedrückt. Anfangs dachten die Zuschauer, ihr Schreien und verzweifeltes Ringen gehöre zur Vorstellung und laute Bravorufe begleiteten diese, wie man meinte, so vor trefflich realistisch gespielte Scene, während sich die Schlange immer fester um den Leib des armen Weibes wand. Indessen hatten die Wärter des letzteren Gefahr bemerkt; rasch herbeieilend knüppelten sie die Schlange und schnitten sie mit Messern entzwei leider zu spät, ihr Opfer war todt. Die unlängst nach Geestemünde heimgekehrten Fischdampfer Nordstern" und Präsident Herwig" haben in den Tagen vom 2326. October bei Island einen Aschenregen beobachtet. Eine große Staubmasse wälzte sich in der Gegend zwischen Ingolshofde und Portland mit nordostlichem Winde von der Insel auf das Meer. Der Aschenfall war so dicht. daß man kaum zu athmen, vermochte und Nase, Mund. Augen und Obren unter dem scharfen Staube litten. Die Schiffe wurden in kurzer Zeit mit einer Schicht Asche in Höhe von 1 2 Zoll bedeckt und die Kleider der Leute waren grau vom Staube. Diese Erscheinung dauerte ununterbrochen vier Tage, während sonst Veränderungen des Wetters oder der See nicht wahrgenommen wurden. Schon im Juni d. I. war von mehreren deutschen FischKämpfern bei Island ein Aschenfall bemerkt worden, welcher aus dem Krater des Mont Paul herrrührte. Dieser Berg stieß eine hohe schwarzeRauchfaule aus, die sich über die Insel hinweg seewärts zog und aus der dichter, schwarzer Staub niederfiel. Z u s ch n e l l. Nun, Herr Aktuar. wie geht's im Ehestände? Was macht Ihre Frau?- Schnell alt wird s' halt. Vor der Verlobung war sie 23, nach der Verlobung 26. und nach der Hochzeit schon 29 Jahr' alt!"

nonrclirn ts pclmlAmcn.

I'.a'i:.'.lSalagctt !" KönisS von England uitd tti itcii.r von NuhlanV. Herrscher wollen so gut wie andere Leute ihr Geld gern sicher anlegen. Wenn z. B. der König Eduard VII. von England 0000 in Eisenbahnpapieren anlegen will, kauft er sie auf den Namen zweier Mitglieder seines Haushaltes; einer ist gewöhnlich der Intendant der königlichen Civilliste. Wenn er dann nach einem Monat etwa die Papiere als ständige Kapitalanlage behalten will, so werden sie auf seinen Namen eingetragen. Wenn jedoch durch den Verkauf ein guter Gewinn erzielt werden kann, so betraut d:r König einen der Käufer mit dem Verkauf, und die dabei verdiente Summe wird dem Privatkonto des Königs gutgeschrieben. Thatsächlich spekulirt König Eduard VII. selten, und seit seiner Thronoesielgung hat er seine Finanzgeschäste nur auf gute Papie:e beschränkt, die als ständige 5!apitalanla gen gekauft werden. Die Königin Victoria legte einen großen Tleil ihres Geldes sehr nutzbringend an und lies; sich in allen derartigen Geschäften von dem Rath eines lietannten Mitgliedes ihres Hofes leiten. Dieser Herr war einer der tüchtigsten Finanzmänner Englands und kaufte einmal auf seineu Namen für über $1.000,0(X) Papiere im Auftrage der 5lönigin, die unbegrenztes Vertrauen zu seinem Urtheil hcgic. Unter den europäischen Herrschern spekulirt am systemat.lchsien der Kaiser von Nußland; er hat die beste Einsicht in das Getriebe des G.'ldmarktes und macht selten eine schlechte Kapitalanlage. Ter Zar hat es sich zur Regel gemacht, in einem Jahre n'.emals mehr als $100,000 in Spekulationen zu verlieren. Diese Summe erscheint sehr groß, aber der Kaiser von Rußland ist einer der reichsten Männer der Welt, und der Verlust einer solchen Summe in einem Jahre verursacht ihm kaum eine Verlegenheit. Nur einmal verlor er thatsächlich in einem Jahre eine Summe bis zu der festgesetzten Höhe. Vor fimf Jahren nämlich kaufte er sehr viele Aktien einer russischen Goldmine, die sich nachher als völlig werthlos erwiesen. GcldgLschäftc in Pcrgamon. Bei den jüngsten deutschen Ausgrabungen in dem von den Königen prächtig angelegten neuen Stadtviertel Pergamons ist eine umfangreiche, ziemlich gut erhaltene Inschrift gefunden worden. die auf die Geldgeschäfte in Pergamon zur Zeit des Kaifers Hadrian (117-139) ein neues Licht wirft. In der Stadt befanden sich große Banken, die im Beiitze des Wechselmonopols waren, dafür aber an die Stadtrerwaltung eine hohe Umsatzsteuer entrichten mußten. Der Verdienst der Banken bestand darin, daß sie den Silbcrdenar zu 17 As kckuften und zu 18 As wieder verkauften, die hauptsächlichen Kunden aber waren die Kaufleute und Händler. Da kam es nun oft vor, daß sich die Käufer zusammenthaten und gemeinschaftlich in Silber kauften, worauf sie das Erstandene unter sich theilten. Dadurch bekam der Verkäufer kein Kupfer und die Banken blieben ohne den Agiogewinn. Diese und ähnliche Manipulationen wurden nun durch den Erlaß des Kaisers auf's strengste untersagt. Tes weiteren lernen wir aus der Inschrift. daß man in Pergamon einen Unterschied zwischen blankem und abgegriffenem Gelde machte, und daß dieses nur dann als vollgiltig angenommen wurde, wenn man eine, Art Aufgcld, Aspratura," dazugab. Man erfährt endlich, daß die Kaufleute an den einzelnen Banken, genau wie in unseren Tagen, ihr Konto hatten, das fortdauernd belastet und entlastet wurde, während nach bestimmten Zeiträumen ein Abschluß vorgenommen ward. Die Eröffnung des Kredits war aber an du eidliche Versicherung gebunden, mit keiner anderen Bank Geschäfte machen zu wollen. Wer dies dennoch that, der konnte sich durch eine Bußzahlung, die den Namen Hermesgroschen führte, von der gerichtlichen Verfolgung'des Eidbruches loskaufen. Groszc Fahrgeschwindigkeit. Ein kürzlich in New Orleans, La., eingelaufen''? Eztrazug der Illinois Centralbahn, auf welchem sich gegen 100 General-Passageagenten von Eisenbahnen aus allen Theilen des Landes befanden.um ihrem Jahreskonvente beizuwohnen, hat auf mehreren kurzen Strecken von etwa einer Meile die außerordentliche Fahrgeschwindigkeit von 94.4 Meilen per Stunde entwickelt. Die beste Leistung auf einer längerenStrecke war 189 Meilen in 187 Minuten und 396 Meilen in 420 Minuten. Er bestand aus der Lokomotive, einem Busfet- und einem Speisewagen.fünf Pull-man-Wagen und einem Observations wagen. Sein Gesammtgewicht war 551 Tonnen. Nach kürzlichen von der Pennsylvania - Bahn gemachten Bersuchen ist die größtmögliche Fahrschnelligkeit. die ein moderner Personenzug leisten kann, 95 Meilen per Stunde. I n L i n d o n sind die am häufigsten vorkommenden Verbrechen Einbruchdiebstahl und gewöhnlicher Diebstahl. Im Jahre 1900 wurden in London 37 Morde begangen. Nur 9 Mörder wurden des Mordes überfuhrt; 2282 Einbruchsdiebstähle wurden ausgeführt, aber nur in 300 Fällen würd: der Tbäter entdeckt.

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