Indiana Tribüne, Volume 27, Number 83, Indianapolis, Marion County, 27 November 1903 — Page 7
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Claudinc
llornan von Ada B 0 y - (5 d M0-0-0-C( (Fortsetzung.) Sie lief durch den Schnee, der nrn sanfter Tecke den schneidenden EisgruZ des Hagels überzog, gegen die Bergwand hin. Sie streckt: die Arme aus. als wolle sie ihn mit denselben auffangen. ane er, erjHopst, die Sinne vertttrend, sank in diese Arme und fühlte, als ob sein Leben rerhauchte. Wie sie di: Kraft fand, ihn mit sich zu schleppen, wie es geschah, daß sie ihn auf den Estrich der Wirthsstube betten konnte sie wußte es später nie. Tie Liebe gab ihr die Kraft eines Mannes zu dem Muth eines Weibes. Tas Kind mußte alles herbeiholen. Sie schuf ein Lagcr auf den nackten Dielen. Sie riß ihm seine Kleider auf. Und da sah sie, was geschehen war. Albrechts Wunde war aufgebrochen und roth und dünn rieselte das Blut über die weiße Schulter, wie damals. Tie Frau erblich. Tödtliches Entsetzen umkrallte ihr Herz. Ihre Zähne schlugen aneinander. Mit schlotternden Gliedern blieb sie eine Minute hilflos neben dem ohnmächtigen Mann. Dann aber gab das Entsetzen ihr Kraft. Sie lief nach Essig, nach Wasser. Sie legte getränkte Tücher auf die Wunde und dann erst kam ihr das Bewußtsein, daß sie allein war, ganz allein in dieser Einöde mit dem Geliebten. Hilfe, Rettung! Dies war ihr einziger brünstiger Gedanke. Zum anderenmal stürzte sie in die Kamn-er des schlafenden Mannes. Aber zum zweitenmal war selbst der wildeste Ausruf ihrer Verzweiflung nicht stark genug, um in die Tiefen dieses Todtenschlafes hinabzuschallen. Ein neuer Einfall kam ihr, Hilfe zu ruf-.n. Sie lief in die Kapelle, sie kletterte drinnen die dünne Leiter empor. Ihr Fuß verfing sich in ihren Kleidern, sie riß das Kleid unter ihm entzwei. Und dann hatte sie das Seil in der 2uhtx vciZ nai rnn, wo zwlicyen weisen Geländen weißkochend der Bach hinschäumte, hin über die ernsten Tannenwälder, die aus weißem Marmorboden zu wachsen schienen, hinauf zu den ehernen, grauen Schroffen, an denen selbst der Schnee keine Statt findet, klang das flehende Glöcklein. Aber die es hörten, dachten wohl, die Bewohner von St. Adolari dankten Gott dafür, daß er sie gnädig die Gefahr überstehen ließ. Es klang über die große, stille Melt. es klang empor zum grauen, st'llen Himmel. Aber keine Antwort der Barmherzigkeit kam. Nur Schweigen hatte die Natur, die alles Menschenleben geheimnißvoll verschlungen zu haben schien. Elaudin? erbebte. Sie wartete eine lange, bange Stunde lang. Und dann war ihr vorgezeichnet, was sie thun müsse. Albrecht athmete ruhig. Das Blut sickerte kaum merklich aus der Wunde. Man konnte nicht unterscheiden, ob er bewußtlos war, oder von großer Erfchöpfung eingeschlummert. Eine Entschlossenheit eiserner Art !m Gesicht ging Elaudine hinauf. Sie zog sich ihre Bergschuhe an und nahm einen Mantel um. Ueber den Kopf band sie ein Tuch. Tann kam sie wieder herab und schärfte der kleinen Madei ein, alle Viertelstunden ein frisches Tuch, getränkt mit Essig und Wasser, auf Albrechts Wunde zu legen, und weiter, oft nachzusehen, ob der Vater nicht erwachen und den Sohn Pflegen wolle. Sie selber wollte gehen, einen Arzt zu holen. Das Kind sah Elaudine erstaunt an. Aber es war noch zu thöricht, zu fragen oder zu warnen. Es hatte nur den festen und hellen Willen, genau zu thun, was man ihm befahl. Und kein Warner war da. Nieniand, der ihr sagte: was Du thust, ist heller Wahnsinn! Du gehst den Gefahren eines schrecklichen Todes entgegen. Deine Füße sind zu schwach, diese Pfade zu wandeln, Dein Leib zu zart, dem Ansturm des Wetters zu trotzen. Aber selbst wenn die Stimme des Warners hätte laut werden können, den Eingang zu diesem verschlossenen Frauenherzen würde sie doch nicht gefunden haben. Elaudine dachte nur das eine: ihn retten. Eigne Leiden, ihr eigner Tod schien ihr wie nichts. Ihm Hilfe zu bringen, war sie bereit, alles zu wagen. Sie schritt von bannen. Den Weg zu finden, den von ihr nie begangenen, r cm i . r i t 1 Cremen lyr ganz icugi. jujtg cji Saiten sie von dem vorspringenden Plateau aus, darauf das Haus stand, dem Jäger nachgeschaut, wie er mit leichten, stetigen Schritten drüben scheinbar so mühelos aufwärts stieg. Und in den dichten Tannenwäldern müßte auch der schmälst? Pfad erkennbar sein an den in der Armee der Stämme fehlenden Gliedern. Ihr Fuß versank in dem Gemisch von Hagel. und Schnee, das den Boden
bedeckte. Die eisige Kälte, welche sich ihrer Haut mittheilte, die Nässe, die ihr in die Schuhe sickerte, empfand sie nur kurze Zeit. Die stete, gleichmäßige Bewegung, in welcher sie blieb, erzeugte eine Wärme, welche der schmerzhaften Kälte des Thauwassers entgegenwirkte. Dies erfüllte Elaudine mit frohem Muth. Sie glaubte, daß alle Schwierizkeiten der Wanderung sich ebenso durch die Gewöhnung weniger Minuten überwinden lassen würden. Sie ging über die Brücke und nun biek es ienseits binansteiaen. Wie in sanfter Senkung schien der Wald zum Thal niederzukommen, von da an. wo aus seiner schrägen Linie schroff und jäh die Felsenhäupter in lyrrr unzugangllcyen Gröe hinaushoben. Nun sah Elaudine, daß di?se scheinbar sanfte Linie, wenn man ihr nahe kam, doch sehr steil emporstieg. Ihr Fuß glitt aus und glitt zurück bei jedem Schritt. Schnee- und Hagelmassen polterten ihr dabei entgegen. Bald war ihr Kleid bis zu den Knieen durchnäßt. Ein stoßender Wind fubr zuweilen durch den Tann und schüttelte die Schneereste, die auf dem Nadelwerk noch lasteten, hinab auf das sich emporringende Weib. Droben ging der Pfad in immer gleicher Höhe um die Aus- und Einbuchtungen des Eebirgsstockes. Der Tannenabhang hatte so niedrig geschienen. Nun wuchs und wuchs er vor den Augen, die in flehender Hoffnung seinen Höhe- und Endpunkt erspähten. Und die Felsenschroffen über ihm, die so nah und greifbar dagestanden, schienen nach rückwärts zu versinken. Ein rinnendes Wasser, ein Quell, aus einer durchsumpften Stelle deö Bodens sich in vielen kleinen Adern lösend, versperrte den Weg. Es gab kein Ausweichen: hindurch also! Der Fuß versank, es schien, als wolle der Schuh zurückbleiben in dem moorigen, von Wasser vollgesogenen Boden. Jeden Athemzug fühlte Elaudine in ihrer heißen keuchenden Brust. Ueber ihr der Himmel war grauschwarz und schweigend standen die Tannen, in dem dichten Unterholz rührte sich nichts. Sie strebte todter, immer weiter. Vor ihr, über ihr that sich eine kleine Lichtung auf. Da wölbte sich aus dem felsigen Innern des Gebirgs ein runder Vorsprung heraus und durchbrach den Humus und das Tannendickicht. Von ihm hernieder ging es wie ein Riß durch die Bergwand. Aufath:nend stand Elaudine still. Eine ungeheure Arbeit lag hinter ihr. Sie fühlte keine Müdigkeit. Nur Frostsckiauer durchbebten ihren Körper. Sie sah sich um. Oberhalb der tiefen Spalte, die mit dem Vergabsturz zu Thal ging, wand sich hart unter dem vorspringenden Felsbrocken ein Pfad vorbei. In die Felswand waren ein paar eiserne Griffe eingelassen. An ihnen mußte man sich klammern, wenn man hinüber wrllte. Drüben, man sah es deutlich, trotzdem Schnee seine Spur bedeckte, ging der Weg weiter. Einem Wächter gleich, dunkel und ernst, stand neben seinem Anfang eine Eibe. Der düstere Baum mit seinem krausen Geäst und seinem röthlichen Stamm winkte fremd und geheimnißvoll. Da hinüber also Elaudine fühlte sich plötzlich sehr elend. Ihre Augen wurden wie von einer unwiderstehlichen Macht gezwungen, immer auf den sich überwölbenden Felsen zu blicken und den Abgrund, der sich schmal und brdenlos unter ihm aufthat. Und doch erregte ihr dieser Anblick eine große Uebelkeit. Ihr war, als müsse sie erbrechen. Sie wußte nicht, daß das. was sie empfand, Schwindel war. Sie glaubte nur ermattet zu sein. Sie wartete noch. Um sie war die erhabene Ruhe des Hochgebirges. Das Grün der Tanneu war durchwirkt vom Weiß des Schnees, von den Felsen herab wehte ein eisiger Wind. Der Himmel hatte noch immer dieselbe Bleifarbe. Neue Frostschauer durchschüttelten die Frau. Nicht stehen bleiben in den nassen Kleidern,- dachte sie sich selbst zur Mahnung. Sie ging mit zitternden Knieen an die verhängnißvolle Stelle. Noch einmal bebte sie zurück. Jäh kam ihr der Gedanke: wenn ich falle. Wenn es sie hinabwarf in diese Tiefe, wenn das das Ende sein sollte mit zerschmetterten Gliedern da unten vermodern Das Entsetzen lahmte ihre Glieder. Und Albrecht? Wenn sie verunglückte, blieb er hilflos! Wenn sie nicht wiederkehrte, würde er sterben! Plötzlich rann neue Wärme, neuer Muth durch ihre Adern. Sie warf ihren Bergstock hinüber. Sie schlich mit tastenden Füßen vorwärts. bis ihre Hand den ersten Eisengriff gepackt hatte. Kalt wie der Tod faßte der sich an. Sie schloß die Augen. Und so greisend und suchend kam sie hinüber. Als es geschehen war. fiel sie drüben in die Kniee. Thränen liefen über ihr Gesicht. Eine große Schwäche wandelte sie an und ein lechzender Wunsch, ausruhen zu dürfen. Aber die Minuten waren kostbar und die Höhe bis zum Pfad zu erklimmen, hatte viel, viel mehr Zeit fortgenommen, als Elaudine gedacht. Sie glaubte schon eine Stunde unter-
wegs zu sein und wußte nicht, daß sie mehr als zwei gebraucht hatte, den Jägerpfad zu erreichen. Von nun an konnte es nicht mehr mühsam sein. Sie raffte sich auf. Ihre Kleider waren b'cigewichtig geworden und hingen als schwerster Ballast von ihrem Gürtel nieder. Bei jedem Schritt stieften ibre Kniee aeaen das nasse K?roano wie gegen eme ialie 'anv. Durch die kurze Rast war ihr das Gefühl f'ir ihre Füße zurückgekommen. Sie schmerzten unaussprechlich. Es schien, als schreite sie auf Stecknadeln. Eine kurze Sekunde la?ig kam ihr die Versuchung: umkehren! Aber ihr Gatte er bedürfte der Hilfe er konnte sich verbluten Fieber bekommen sterben Vorwärts also, weiter. Zunächst war es doch eine Erleichteruna, daß ste nicht zu steigen brauchte. Und nach der nächsten Biegung offenbarte sich etwas Wunderbares: hier hatte es nicht geschneit, trocken und warm lagen die Wälder im Schutz einer Einbuchtung. An dem. nächsten vorspringenden Abhang schwebte zerfaserndes Gewölk zwischen den Tannenwipfeln, ward vom Winde entführt, wieder zusammengeballt und hineingetrieben.zog anderes nach sich und hüllte in wenig Minuten alles ein. Plötzlich sah Elaudine nichts mehr. Die Welt schien ein Ende zu haben. Weiße Schleier verbargen, was hundert Schritte weiter war. Die kurze Wegstrecke bis zu dieser weißen Wand war bald zurückgelegt. Feine prickelnde Schneetheilchen fuhren Elaudine in's Gesicht, wurden häufiger und dichter und endlich wirbelte ein Treiben von Flocken um sie her. Das Schweigen des Waldes war zu Ende. Langgezogene pfeifende Töne fuhren einher, brechend und knarrend schlugen di: Tannenwipfel zusammen. Hier war der Pfad reingefegt von Schnee, dort häufte er sich in kleinen, schrägen Wällen. Und immer weiter, immer weiter strebte das junge Weib. In ihrem Kopf war sein klares Denken mehr, sondern ein wallendes Geräusch wie Glcckentöne. Die Hände, die den Bergstock hielten, waren erstarrt, die Füße wund. Aber die Macht der Liebe, die sie vorwärts trieb, war ungebrochen. Als sei der Körper der gefühllose Sklave eines heiligen Willens, gehorchte er. Die Stunden rannen. Elaudine hatte längst jede Empfindung für Zeit verloren. Sie wußte nicht, wie lange sie unterwegs war, sie suchte nicht mehr nach Ausblicken in das Thal, UM Schlüsse zu machen, wie weit es noch bis zu ihrem Ziel sei. Sie
folgte dem Lauf des Weges, den sie trotz Schnee und Nebel nicht verlor, weil er im Waldesdickicht als sich fortspinnende Lücke zwischen den Stämmen, weil er, am Abhang als ausgehetene schmale Fläche kenntlich blieb. Und die Wunder der Liebe siegten über die Schrecken der Natur. Wohl zerriß ihr der scharfe Wind das feine Gesicht, wohl schlugen fallendes Reiserwerk oder über den Pfad sich hinstreckende Gerten ihr die Wange blutig, wohl klebte das Haar naß um Nacken und Stirn und die Füße schritten wie auf den Martereisen, das im Goitesgericht einst die Unschuld prüfte. Aber sie erreichte ihr Ziel! Längst war die Mittagsstunde überschritten als an der Thür eines GastHauses vor dem Städtchen Loser ein junges Weib erschien bleich, mit zerrissenen nassen Kleidern und schlotternden Knieen. Ihre Lippen bebten und konnten stammelnd nur das eine Wort hervorbrinaen: Zum Arzt!" Die Hausbewohner sammelten sich um sie, man fragte, woher sie komme, man rieth der Stummen und halb Ohnmächtigen gegenüber so lange, bis diese durch Nicken bejahte. Also über den Jägerpfad, an den Steinbergen war sie daher gekommen! Großer Gott, und so allein, so schwach, so wagehalsig, das heiße ja den lieben Gott versuchen. Und ein Gast, der gerade Einkehr hielt, fragte, ob sie nicht die Frau von dem kranken Mann sei und auf St. Adolari wohne. Ja, sie sei es. Was dann geschah, war wie ein Traum. Elaudine fand sich, sorglich in Pferdedecken gewickelt, auf einem klapprigen Wägelchen wieder. Neben ihr saß ein alter Mann, in einen groben Lodenmantel gehüllt und mit FaustHandschuhen an den Händen, der führte die Zügel und trieb sein zottiges, plumpes und schnelles Pferd zu immer größerer Eile an. Ab und an sah ihr der Mann in's Gesicht und fragte: Na, wie geht's?" Gut!" hauchte sie jedesmal und ein ärmliches Lächeln schlich über ihre Züge, die verfallen und alt aussahen. Und in ihrer Seele brannte eine wahnsinnige Angst. Sie wüßte jetzt, es waren sieben Stunden vergangen, seit sie Albrecht heute Morgen verlassen. Lebte er noch? War er langsam hinübergeschwmmert in jenes Land, von dessen geheimnißvollen Gefilden noch keiner wiedergekehrt war. um Kunde zu geben? Hatte er diese Zeit hilflos auf seinem Lager verbracht? War br unglückliche Mann, sein Vater, endliq zur Besinnung gekommen? Waren die Hausbewohner zurückgekehrt?
Das Wägelchen bog in die Schlucht ein, Elaudine wußte, nun waren sie in einer halben Stunde oben. Ihre Erregung wuchs. Sie wäre am liebsten vom Wagen gesprungen, weil da" thatenlose Sitzen ihre Qual erhöhte. Sehr langsam und vorsichtig leitet der alte Doktor sein Pferd auf der schmalen Straße dahin. Wie grüßte der Heilige in seiner aufgemauerien und mit einem 01a.fenster gesicherten Nische, die am Weg zwischen Tannen stand, wie grüßte er Elaudine traulich! Thränen entstürzten ibren Auaen Sie war schon halb aus dem Wagen, ehe er noch ganz hielt. Auf das Geräusch der rollenden Rader und der klappernden Pferdchufe kamen die Wirthin und der Wirth herbeigelaufen. Lebt er?" schrie Elaudine und hörte keine Antwort. Sie stürzte hinein, an den aufgcregten Leuten vorbei, in die Stube und zu ihm hin, der da lag, wie sie ihn verlassen. Sie fiel neben seiner Statt auf die Kniee. Sie bedeckte seine Hände mit Küen. Sie waren warm. Er lebte. Noch? Jetzt noch! Aber sein Angesicht war wie das eines Todten, und sein Auge blieb geschlössen. Da hob sie das Haupt, das lange tief über ihn gebeugt geblieben, und sah mit einem fürchterlichen Blick voll Zorn zu dem anderen Mann hinüber, der bleich und elend auf einem Stuhl saß und mit stieren Augen seinen Sohn bewachte. Du bist sein Mörder!" rief ste laut. Deine Hand hat ihn erschlagen. Und als es seine Rettung galt, da schliefst Tu." Elaudine!" schrie der Mann auf. der hier Stunde um Stunde gesessen und ein Selbstgericht ohne Erbarmen gehalten! Elaudine!" Aber sie hörte nicht mehr. Ihre Sinne schwanden. Ihre Kraft war erloschen. Ruprecht von Vrandow hielt das Weib seines Sohnes in den Armen. Fürchterliche Stunden hatte er um ihr Leben gebangt. Ihre kühne That, unternommen zur Rettung seines Sohnes, während er, der Vater, schlief Gott und welchen Schlaf hatte seine Seele vernichtet. Heiße Schwüre hatte er gethan und ohne Erbarmen sich selbst den Elendesten der Elenden geheißen. Von Gott hatte er nur die eine Gnade erfleht, daß der sie, die Heilige, den Engel seines Sohnes, beschirme und behüte. Nun war sie gekommen. Und Gott hatte sie wahrlich behütet. Aber sie war gekommen als seine Nichterin. Und aus ihrem Munde hörte er ein Wort des Entsetzens. Du hast ihn erschlagen." Was in dämmernden Tiefen der Erinnerung geschlummert, was in der Seele dieses Mannes wie ein halberloschener und ganz verworrener Traum geruht, was in manchen Stunden sein armer Geist hilflos versuchte, sich wieder zurecht zu legen, das ward blitzhell beleuchtet und erstand in grauenvoll deutlicher Helle vor ihm. Er sah jene Nacht wieder vor sich mit ihren Schreckensbildern, überloht vom rothen Fackellicht, überwölkt vom Pulverdampf. Er sah sich wieder von Barrikade zu Barrikade ziehend, und er sah sich mit der Flinte an der Wange, schußbereit, und gegenüber Männer im bunten Rock des Königs. Und in diesem Augenblick begriff er, daß seine Hand dem Sohn die Kugel in die Brust gejagt. Und er begriff die unerschöpfliche Liebesfülle, die ihm das verhehlt hatte, bis auf den heutigen Taq. Er drückte die 'leblose Gestalt fester an sich. In sein Auge trat ein seltsames Licht. Und über sein Angesicht ging es wie ein feierliches Leuchten. Es war der Widerschein eines heiligen Gelöbnisses, das Morgenroth eines neuen Tages, der seiner Seele anKrack. (Fortsetzung folgt.)
yrorntsitf. & t ? U(T. ? jfm ) f V ? i7 i 5 s. Si.ts s' X. f!- JV WA X. ? :: fW) miMmmm ,k i"ufItn Jt ' M'-. 'i r Hör' nur, Jsidor. wie die Nachtigall schlägt!" Wie haißt: Nachtigall schlägt? Hab'n mer uns geheirathet aus Lieb'?" In Belgien gibt es 3842 Temperenzgesellschaften unter den Schulkindern des Landr.
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Herr (galant eine junge Dome nach einer Coupethür weisend): Sie bevorzugen gewiß Nichtraucher?" O, ich würde auch einen Raucher nehmen!" Arbeitsprog.ramm. Dame (ein Gefängniß besuchend): Haben Sie denn schon einige Pläne, wenn Ihre Strafzeit vorbei ist? Sträfling: Ach ja, ein paar. Ich habe den Plan von zwei Postgebäuden und von vier Privatwohnungen. Verlockende" Einladung. Nur herein, lieber Freund, thu' ganz, als wenn Du hier zu Hause toä rest!" Fatale Ausrede. Baie: (der frühmorgens seinen siudirenden Sohn besuchen will): Wie. mein Sohn ist noch nicht zu Hause, da hört aber alles auf! Hauswirthin (verlegen): Ja, in der Kneipe ist er aber sicher nicht mehr, da ist er gewiß wieder verkehrt abgegeben worden! ZarteAndeutung. Qfc n IMKÄÄM W &ArL Wl . . . Und wie oft soll die Heirathsannonce aufgenommen werden?" Ich denke, drei Mal genügt!" Na na!" Einfache Erledigung. EhemanA: Ein Zwanzigmarkstück hast Du verschluckt, mein Herz? Na, da verzichtest Du einfach auf einen neuen Winterhut, dann ist die Sache erledigt! Ein Held. Kneipcollege (ironisch): Na, Schul ze, diese Nacht hat's wohl was abgesetzt, wie Du nach Hause gekommen bist?" Schulze: O. da kennst Du mich schlecht! Ich sag' Dir, ich hab' die ganze Nacht auf der Treppe gesessen aber meine Frau hat sich nicht herausgetraut! Gemüthlich. Polizist (zu einem Mann, der aus einer Vereins Versammlung herausgeflogen kommt): Wer sind Sie?" Ich bin die Op-Vosition!-
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