Indiana Tribüne, Volume 27, Number 83, Indianapolis, Marion County, 27 November 1903 — Page 4
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Jndtana Tribüne, 27. November 1903.
Indiana Tribüne. HkrauSgecdrn von Itt uteders Es. Indianapolis, Ind. Karry O. Thudium Präsident. GeschaftSlocalt No. 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE 269.
n ered at the Post Office of Indianapolis a second dass matter. .Die Corruption im &tätc Wesen. Gouverneur Harkin von MassachusettZ ist in praktischer Weise unter die Schriftsteller getreten, und zwar widmet er seine Feder dem Kapitel der Be amtenbestechlichkeit und der Corruption überhaupt. Seine Berichte über die bische Verwaltungsbeamte und die Hab' gier politischer Bosse" sind ebenso dü fter wie wahr. Doch begnügt sich der Gouverneur nicht mit der Besprechung der Uebelstände, sondern giebt auch Mit tel zur Abhilfe an, die einleuchtend ud folgerichtig erscheinen. Man kann dem Gouverneur nicht Unrecht geben, wenn er das Ward-System als den Seuchen Herd der Corruption betrachtet. Seiner Ansicht nach sind es immer nur ein zelne Wards in den Großstädten, welche die lokale Politik und öffentlichen Dienst verpesten; jene Wards, die von Bossen beherrscht werden und aus denen die meisten käuflichen Politiker kommen, die mit der Absicht, sich an den öffentlichen Geldern zu bereichern, in die Politik eintreten. Um der Corruption in Großstädten ein Ende zu machen, befürwortet Gouverneur Harkin die Abschaffung der Wardvertretung in den GemeindeverWallungen. Die Candidaten sür die öffentlichen Aemter sollten in beliebiger Anzahl für das gesammte Gemein Wesen (at large) aufgestellt werden. Man kann mit Sicherheit annehmen, daß dann ausschließlich oder wenigstens fast ausschließlich, nur gute Canoidaten aufgestellt werden. Schlechte würden, wenn die Wählerschaft in ihrer Gesammtheit über jeden zu entscheiden hat, wenig Aussicht aus Ersolg haben. Die Cindidaten, welche die meisten Stimmen erhalten haben, würden alsdann den Stadtrath bilden. Auf diese Weise würde den Wardpolitikern und Winkeldrahtziehern, deren Einfluß sich gewöhnlich nur Über eine Ward erstreckt, und welche die unentbehrlichen Werkzeuge der großen politischen Ringe sind, bald in sehr effektvoller Weise das Geschäst verdorben werden. Daß der Berfaffer in dieser Hinsicht völlig im Rechte ist, haben die Ersahrungen bei den Budeluntersuchungen in verschiedenen Städten gelehrt. Dem Beutepolitiker wird aber schwer beizukommen sein, weil die Bosse beider Parteien das Ward-System mit allen Kräften vertheidigen. Mit dem gleichen Thema, dem Fortschritt derMunicipalreform in ameri kanischen Großstädten, beschäftigt sich auch in der'.New Yorker Times" Dr. A. Shaw, der Redakteurj der Reviem of the Reviews". Er bespricht zu dem Zweck die Zustände in 15 typischen amerikanischen Großstädten und kommt dabei zu dem Resultat, daß in 7 davon das Reformelement die Führung ergriffen hat; in 5 ist die Ausbreitung der Idee der municipalen Reform eine langsame, aber sichere; in 3 aber sind alle Bestreoungen municipaler Reformen an der Gleichgiltigkeit deS Publi kums und der eisern festen Organisa tion der politischen Ringe bis jetzt ge scheuert. Der Autor findet, daß in New York die Entrüstung über das corrupte Treiben der Tammanypolitiker zwei' mal in Zeit von wenigen Jahren zur Niederlage des TammanyTickets geführt hat. Er könnte noch hinzufügen, daß das letzte Wahlresultat nicht sowohl ein Sieg Tammany's war, sondern ein entrüsteter Protest der Wähler maffen der Viermillionenstadt gegen das Hereindrängen puritanischer Fana tiker in die Municipalpolitik, welche beständig bestrebt waren, dem großen Gemeinwesen ihre puritanischen Ideen aufzuzwingen. In St. Louis erblickt der Autor in dem energischen Kampf des Kreisge richtsanwalteS Folk gegen die Budel Politiker und in der begeisterten Zu stimmung, die derselbe bei dem großen Pubtüum findet, ein deutliches Zeichen, daß das Verlangen nach Munizipalre form sich immer dringlicher bei den Stimmgebermassen geltend macht. Wo dieses Bestreben ein immer stärkeres wird, kann ihm auch auf die Dauer .der
Erfolg nicht fehlen. Der Administra tion des Mayors Wells macht der Ar tikel das wohlverdiente Compliment, daß sie ebenso ehrlich, wie fähig ist und ganz im .Geist munizipaler Reform geführt wird. In Chicago hat das Streben nach Municipalreform vor sieben Jahren schon zur Organisirung der .Voters' Municipal League" geführt, die vor jede? Wahl die Stimmgeber genau be konnt macht mit der Vergangenheit und dem Charakter der Candidaten sämmt licher Tickets und die es bereits fertig gebracht hat, den Stadtrath von seinen käuflichsten und verwerflichsten Elementen zu säubern. Andere Vereinigun gen zu ähnlich? Zwecken haben sich dort gebildet, so beispielweise die ,,Le giölative Voters' League". die sich das Ziel gesetzt hat, Chicago eine ehrliche und fähige Vertretung in der StaatsLegislatur zu sichern. Die Citizens Ass'n." hat ihr Augen merk auf gerechtere Besteuerung und gewissenhaftes Collektiren der Steuern gerichtet. Mit diesen Organisationen arbeiten die Civic Föderation" und die ..Union of Jmproved Clubs" zur Erreichung gleicher Zwecke Hand in Hand. In Cleveland ist die Stadtverwaltung Mayor Johnson's frei von Corruption. Die absprechende Kritik, welche Mayor Johnson in letzter Zeit während der Wahlcampagne in Ohio gefunden hat, galt ausschließlich seinen radikalen Ansichten, nicht aber seiner Amtsführung. In MinneapoliS macht sich im Publikum ein starkes Streben nach Municipalreform geltend, welches nach Dr. Shaw's Ansichten nicht wenig dazu beigetragen hat, der Corruption des dortigen PolizeidepartementZ und deZ Mayors AmeS ein Ende mit Schrecken zu machen. In Portland, Ore., und in New Orleans hat das energische Verlangen nach Munizipalresorm die städtische Verwaltung in tüchtige und zuverlässige Hände ge bracht. In Boston, Baltimore, Toledo, Detroit und San Francisco hat die municipale Resorm gute Fortschritte gemacht. In Boston wird die gesammte Stadtverwaltung nach dem Prinzip der Civildienstreform geleitet. In Baltimore ist unlängst ein neuer Charter zur Annahme gelangt,' welcher dem Mayor und den ChcsS der verschieden? Verwaltungs-Abtheilungen eine bedeutend erhöhte Verantwortlichkeit auferlegt und besser, als das bisher geschehen war, sür eine gute und ge wissenhafte Verwaltung der städtischen Gelder sorgt. In Toledo hat die Agitation für municipale Reform gute Fortschritte gemacht; Detroit steht im Begriff, seinen städtischen Dienst nach Chicagoer Vorbild zu säubern, ebenso hat es San Francisco bewerkstelligt, der krassesten Corruption in seinem städtischen Dienst ein Ende zu machen. Sehr wenig schmeichelhaft lautet das Urtheil des Dr. Shaw über Pittsburg, Cincinnati und Philadelphia, die sei ner Angabe nach so tief, wie nur je, in dem Pfuhl der Boßwirthschast stecken. Dr. Shaw erwähnt, wie aussichtslos in den meisten Fällen der Kampf des BürgerthumS gegen dies? corrupten Ringe ist. Das Bürgerthum ist zwar politisch organisirt, ab'r gerade diese Organisation kommt den Parteibossen zu statten. Vor der Wahl beschuldigt jede Seite die andere die Stadt bestohlen zu haben, nach der Wahl drücken die Bosse sich oerständnißinnig die Hände, wissen sie doch, daß das tausendköpfige Ungeheuer ein sehr kurzes Gedächtniß hat.
Die aus London kommenden Mittheilungen über das englisch.italienische Liebesfest, welches dort soeben bei Gelegenheit des Besuches des italienischen Königspaares gefeiert worden ist, lassen keinen Zweifel mehr zu an der N:ugruppirung der Mächte, die sich in Europa in letzter Zeit vollzogen hat. Das bisher iso litte England steht nicht mehr allein. Die Staatskunft König Edward's hat es in Überraschend kürzer Zeit zum Schwervunkt einer neuen Partei gruppe zu machen verstanden. Wer hätte das noch vor zwei Jahren für möglich gehalten, als alle Welt aus den furchtbaren Blamagen und Fehl schlügen während deS Burenkrieges den Niedergang England's prophezeite? Frankreich hat sich anscheinend vom Zweibnd und Italien vom Dreibund selbstständig gemacht, um eine neue südwest - europäische Gruppe zu bilden. In Deutschland wird man jetzt erleichtert aufathmen, daß Hoffentlich nun endlich die ungesunde Engländerei ein Ende hat. Die politische Laze Europa's würde heute eine andere sein, wenn nicht während eine? Jahrzehnts so eifrig englische Politik in Berlin getrieben worden wäre.
mv viele Puter
Waren zur Labung der Jndianapoliser und ihrer Schützlinge benöthigt. An TurkeyZ" war ' ja, wie schon gestern berichtet, auch in Indianapolis kein Mangel, nachdem Commissions Händler und Farmer seit Anfang der Woche ihre Herzen und ihre Vorrathskammern geöffnet und allmählich den Preis der edlen Puterthiere herabgesetzt hatten. So konnten denn auch. Dank der Mildthätigkeit der Bürgerschaft und der Liebenswürdigkeit der betr. An-staltZ-Vorsteher, die Insassen der öff. Anstalten jeder Art sich gestern an einem DanksagungS-Schmause laben. Turkeys" bildeten selbstverständlich in den meisten Fällen die HauptDeli catesse, doch gab es hier und dort auch andere Leckerbissen. Im Indianapolis' Waisenhause gab's Turkeybraten nebst Zubehör für die 100 Pfleglinge, ebenso im Waisenhause für farbige Kinder, das 74 Infassen zählt. Die 65 Zöglinge des Deutschen Allgem. Prot. Waisenhauses und die 32 des Deutschen Ev.-Lutheri-schen Waisenhauses erhielten auch ihren Puterbraten nebst anderen Delicatessen. Auf gleiche Weise wurden die Insassen der folgenden Anstalten erquickt und erfreut : Heim der Kinder-Hüter (54). Coun-ty-ArmenhauS (165). Arbeitshaus (170), Blinden - Erziehungs . Anstalt (124), Mädchen-Jndustrie-Schule und Frauengefängniß (258), CentralJr renasyl (1750), Stadt-Hospilal (140). Taubstummen-Anstalt (331), Friendly Jnn, Door of Hope etc. etc. Sheriff Robert Metzger ließ seinen 90 Gästen in der Jail sogar Spanfer-kel-Braten serviren. Ueberall gab's etwas Gutes und die Wohlthätigkeits-Gesellschaften sorgten auch durch Vertheilung von Liebesgaben, daß in fast allen Hütten der Vedürftigen das Danksagungsmahl nicht fehlte. Abgesehen von den verschiedenen kirchlichen Feiern fanden auch in mehreren Anstalten Nachmittags Unterhaltungen für die Insassen statt, und so wurde der Danlsagungstag allgemein in angebrachter Weise gefeiert. Ob sie auch Dank sagen werden? Die Hermandad war gestern namentlich gegen Abend hinter Im Wirthen oder Schankwärtern her, die allzu offnes Haus" hielten. Die Folge war die Verhaftung von Herry Gates, Schankwärter von Dennis O'Lrien an der Kentucky Ave., Jack Zimmermann.Besitzerdes Vienna Busset", an der Wabash Str., und Theophil Heßling, Schankwärter in der Denison Hotel-Bar. Nach 1 Uhr wurde noch Jerry Gates' Wirthschaft an Jndiana Ave. und New Vork Str. ausgehoben, in der 4 weiße Frauenzimmer vorgefunden wurden. Grundeigenthttms Übertragungen. John Q. A. Ringer an George B. Yandes, Lot 58 in Edwards Subd. in Block 13 in Johnson's Erben Add. $3,000. Henry C. Kiel an Henry H. Kiel, Lot 53 in Long & Harlan's Pleasant Ave. Add. $1,800. Henry H. Kiel an Henry C. Kiel, Lot 12 in Sqr. 6 in Hubbard u. A. Subd. in S. E. Add. $3,400. Cinda Huntington u. A. an Mary E. Ray. Lot 20 in Sqr. 2 in S. A. Fletcher's N. E. Add. $1,100. Ralph Bamberger u. A. an William Rouse. Lot 106 und Theil von 105 in Joseph Kennedy's 1. Add. in Acton. 81,250. Tbe Central Trust Company, Gdn. an Rena Kittle, ungeteilter Drittel Theil von Lot 3 in Sqr. 39 in Jndianapoliö. $1,000. Benjamin T. Fisher u. A. an Mary K. Eastman, Lot 20 in Danforth & Knox's Subd. von Outlot 173. 86,000. John C. Shoemakeran Carl E. Paulsen, Lot 30 in Ruddell & Vinton's Park Place Add. S1,300. Charles G. Unversaw an Omer U. Newman, Lot 67 in 'Fletcher's Wood, lawn Add. $3,000. Edgar Riley an Mary S. Bremerman, Lot 34 in Block 34 in North Indianapolis. $1,560. Christian F. A. Enders an Samuel G. Burton, Theil vom südöstlichen Viertel in Sec. 3, Tp. 14, Range 2. $4,000.
Zur letzten Ruhe.
Das Leichenbegängniß des den Sei nen im blühendsten Jünglingsalter durch eine tückische Krankheit zu früh entrissenen Paul Frederick F r e n z e l, Sohn des Herrn und Frau Otto Frenzel, fand gestern Nach mittag von dem Trauerhause an der Nord Illinois Str. au unter zahlreicher Betheiligung der vielen Freunde des Verblichenen und seiner vom Schick sal so schwer heimgesuchten Eltern statt. Von allen Seiten waren denselben in den letzten Tagen schon Beweise der herzlichsten Sympathie entgegengebracht worden, gestern aber zeigten sich diesel ben in Gestalt von Blumengaben, wie sie schöner kaum gedacht werden können. Vor dem Sarge, welcher in diesem Blumenhain aufgebahrt war, widmete Herr Pastor Peters sodann seinem jungen, friedlich in seiner letzten Ruhestätte schlummernden Freunde einen warm empfundenen Nachruf, während er zugleich einige Worte des Trostes für die trauernde Familie fand. Noch einmal warfen hierauf die nach Hunderten zählenden Leidtragenden, welche sich im Trauerhause eingcfunden hatten, einen letzten Blick auf die durch den grausamen Tod in keiner Weise entstellten freundlichen Züge des Da Hingeschiedenen, und dann setzte sich der imposante Leichenconduct nach der stillen Stadt der Todten auf Crown Hill in Bewegung, woselbst mit dem Begräbniß des jungen Paul Frederic Frenzel auch so viele schöne Hoffnungen eines tiesbekümmerten Elternpaares auf immer zu Grabe getragen wurden. Im Trauerhause ehrte das Männerchor - Quartett (Steinhilber, Jose, Adam und Müller) den Todten durch die Lieder Süß und ruhig" und Ueber den Sternen". Draußen auf dem Friedhofe aber hatten sich zahlreiche Sänger des Männerchors eingefunden, welche den Ernst der Trauerfeier durch den Vortrag der Lieder Abendfeier" und Unter allen Wipfeln ist Ruh" noch erhöhten. Sechs Freunde des Verblichenen Fred Krauß, Paul Krauß jr., Otto Mueller, Robert Smeeney, Carl Vals und Martin Traub zollten demselben als Bahrtuchträger den letzten Tribut ihrer Freundschaft. Unabhängiger Tnrnverein. Ein erfolgreicher PreiskEuchre.. $ie gestern Abend vom Unabhängigen Turnverein veranstaltete Preis Euchre-Partie" sür Damen und Herren nahm einen sehr erfolgreichen Verlauf. Die Betheiligung an der Partie war eine rege, und da es dieses Mal galt, prächtige Preise zu gewinnen, so war der Eifer der Theilnebmer ein ganz be sonders großer. Nach 2stündigem Kampfe trugen folgende Damen resp. Herren die Palme des Sieges davon: Damen. I. Preis, Frau Yorger 100; 2. Preis, Frl. R. Häfner 100; 3. Preis, Frau Maurath 93; 4. Preis, Frau E. C. Reyer 94; 5. Preis, Clara Ballmann 90; 6. Vreis, Frau Scbreve 90; 7'. Preis, Frau C. Off 90; 8. Preis, Emma Winter 83; 9. Preis, Frau L. Meier 82; 10. Preis. Frau Douglas. 5 Lone Hand; 11. Preis, Frau Kocckert 80; 12. Preis, Frau Benz 80. Herren: 1. Preis, Enners 102, 6 Lone Hands; 2. Preis, C. Lauer 93; 3. Preis, Schreve 91; 4. Preis, Reyer 91; 5. Preis, T.Woerner 90: 6. Preis, O. E. Ruther 90; 7. Preis, W. C. Gardner 87; 8. Preis, F. Binninger 86; 9. Preis, Rexroth 84; 10. Preis, A. Minier 84; 11. Preis, Adams 84, 12. Preis, Haslinger 81. Der 5. Section, Vorsitzende Frau John A. Schuhmacher, gebührt Credit für die umsichtige Weise, in welcher die Vorbereitungen für die Partie getroffen worden waren. Sie fand in den Damen Frau Harald Schmidt, Frau Albert Minter und Frau Ballmann ausgezeichnete Assistentinnen. Nach Schluß des Spiels servirte das Wirthschafts-Comite, unter Vorsitz des unübertrefflichen Gastronomen Herrn Paul Durscewicz, einen DanksagungsLunch, welcher Allen infolge seiner schmackhaften Zubereitung vortrefflich mundete. E geht das Gerücht, daß am nächsten Sonntag nach Schluß des Scat'Turniers, ein ähnlicher Lunch servirt werden wird. Hoffentlich bewahrheitet sich das Gerücht. Die beste 5 Cent Cigarre in der Stadt, Mucho's Longfellow".
Damen-Verein des Socialen Turnvereins.
Eine interessante Danksagungs-Fsier. Der Damen-Verein des Socialen Turnvereins veranstaltete gestern im Deutschen Hause eine DanksagungsFeier, für welche die Vorbereitungen von der 6. Section, Vorsitzende Frl. Balz, Chef.Assistentin Frau Oscar Pflumm. getroffen worden waren. Ein Doppel-Quartett des MusikVereins eröffnete die Feier in anspre chender Weise mit dem vortresflich vorgetragenen Liede Rosenzeit". Hierauf brillirte Herr Benjamin Schreckengast mit Vorträgen auf dem Cornet. Frau Barmeyer, die mit Recht beliebte Sopranistin, trug das ewig schöne Lied Wenn der Frühling auf die Berge steigt" mit solcher innigen Gefühlswärme vor, daß das Publikum in rauschenden Beifall ausbrach und nicht eher ruhte, als bis die wackere Sängerin noch ein weiteres Lied gesungen hatte. Herr Bert Feibleman, welcher dem deutschen Publikum von den MinstrelVorstellungen der Elks vortheilhaft bekannt ist. zeichnete sich durch die Recitation einer Ballade, in welcher die hülfreiche Thätigkeit der Feuerwehr verHerrlicht wurde, aus. Eil, Damen Doppel-Quartett des Musikvercins bracht? das Lied Echos of tbe Bell" (englisch) in gefälliger Weise zum Vortrag. Die von Herrn M. I. Duffrey vorgetragenen, We'l! hurry to the Church" und Hallelujah" wurden beifällig aufgenommen. Dasselbe war auch mit den Declamationen (engiisch) des Frl. Lillian Hadich der Fall. Die Sopranistin Frl. Auguste Rentsch verdient in zweifacher Beziehung Lob. Einmal für ihren brillanten Vortrag der Spanische Serenade" von Lizet und dann, daß sie auf den famosen Gedanken kam, daß das Publikum im Saale auch end lich einmal wieder deutsche Laute boren möcbte. Sie brachte in entzückender Weise das stimmungsvolle Lied Mutter, o singe mich zur Nuh" zum Vortrag. Nach Schluß der zu dreiviertel Theilen englischen und einem viertel Theile deutschen Unterhaltung fand noch ein gemüthliches Tanzkränzchen statt, für welches die City Band" ihre schönsten Weisen aufspielte. Sonderbare Trauerkundgebung. Eine fdjtöc: ausrotibare Unsitte ist in Bayern fccr sogenannte Leicheutrunk. Vom Grabe geht es in's Sterbehaus oder, wenn die 'Hinterbliebenen zu den Begüterten zählen, in's Wirthshaus, um dort allen Schmerz mit Bier zu betäuben. Es ist schon vorgekommen, daß der Leichentrunk" in lustige Unterhaltung ausartete. Manchmal gibt's auch Prügel, je nach dem Charakter der trauernden Korona. So war's auch letzthin in Niedern. Dort hatte man die Hausbesitzersehefrau Weishaupt zu Grabe getragen. Wenige Stunden später lagen sich die trauernden Hinterbliebenen derart in den Haaren, daß die Gendarmen und der Arzt viel zu thun bekamen. Der Ehemann der Verstorbenen und zwei Verwandte erhielten mehrere Messerstiche. Ohne Geld keine B e -e r d i g u n g ! Vor Kurzem erhängte sich in der oberbayerischen Stadt Lechhausen der 18jährige Schuhmacherssöhn Xaver Weck. Nun hatte der Lechhauser Stadtmagistrat angeordnet, daß Beerdigungskosten im Voraus bezahlt werden müssen. Sie betrugen in diesem Falle 36 Mark. Die Eltern des Selbstmörders konnten nur 25 Mark aufbringen, sie versprachen aber, die restlichen 11 Mark später zu entrichten. Und was geschah? Die Leiche blieb sechs Tage im LeichenhauZ liegen und war zuletzt stark in Verwesung übergegangen. Dann erfolgte die Veerdigung, nachdem der Vater des Todten mit einer Beschwerde beim Bezirksamt Friedberg gedroht hatte. Bock als Gärtner. Seit einiger Zeit bemerkte der Restaurateur H. Petzold in Leipzig, daß sich seine Fleisch- und Cigarrenvorräthe auf eine Weise verringerten, die darauf schließen ließ, daß nur Diebeshände im Spiele sein konnten. Wer der Dieb war, das blieb trotz aller Recherchen ein Räthsel. Da kam Petzold auf die Idee, sich des Nachts selbst auf die Lauer zu legen. Nichts regte sich, bis plötzlich die Schlüssel klirrten und ein Beamter der Wach- und Schließgesellschaft eintrat, nicht aber um seines Amtes zu walten und Einbrüche zu verhindern, nein, der Wächter über Eigenthum und Sicherheit war es, der die Vorräthe auf so bequeme Weise verrinaern half. Am Kinnbackenkrampf g e st I r b e n ist der 18jäh?ige Harry M. Bisch von Westminster, Md. Der junge Mann hatte sich einen Svlitter unter einen seiner Fingernägel gestoßen. Es wurden mehrere Aerzte während seiner Krankheit konsultirt, doch konnte keiner helfen.
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