Indiana Tribüne, Volume 27, Number 82, Indianapolis, Marion County, 26 November 1903 — Page 7

Jndiana SStibünc, 26; November 1903

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Claudine

Vornan von I d a B o y - E d (Fortsetzung.) Ltna$ Art yat micy vazu gevrangi. Dir das alles mitzutheilen. Ihr Verdacht hat jeden Frieden aus unserem kleinen Kreis verscheucht. Jüngst ereignete sich ein Vorfall peinlichster Art. Ich hatte ihr einen Band Gedichte geschenkt. Sie. in ihrer eifrigen, hochintelligenten Weise, alles Neue zu erfassen und sich mit allen ihren Geisteskräften zu freuen oder zu entrüsten, je nachdem das Neue ihren Ansichten entspricht oder widerstreitet, sie las sogleich einige Strophen patriotischer Art aus dem Buch vor. Es ist dann so wunderbar anzusehen, wie ihr Angesicht sich im Schein der Begeisterung verschönert, von welcher Anmuth ihre Geberden, ihr Ausdruck sind. Ich wechselte mit Teiner Mutter einen lächelnden Blick der Freude. Sie aber. Lena, glaubte offenbar, daß wir über sie spotteten, und warf mir das Buch vor die Füße. Es war einer ihrer selbstquälerischen Anfälle, an denen sie oft leidet und von denen ihre unruhevolle Seele befreien zu dürfen, eine herrliche Aufgabe fein müßte. Wahrlich, der Mann, der dies reich begabte, unausgeglichene, herbe und heiße Wesen einmal zum Glück der Liebe führen darf, der helfen darf, ihr Harmonie zu geben, der ist zu beneiden. Seitdem nun ist sie so fremd und so feindlich, daß ich mich nicht einmal mit ihr über das Mißverständniß aussprechen kann. Aber sie läßt es deutlich merken, daß ihre Feindseligkeit besagen soll: Wenn Du etwa denkst, mein Stiefvater zu werden, so irrst Du. wenn Du glaubst, ich werde Dir als solckem die mindeste Ehrfurcht zeigen. Ich kann sie nicht fort und fort in dieser irrigen Vorstellung sich verrennen lassen. Immer, wenn sie sähe, daß das von ihr Erwartete heut nicht geschieht, wurde sie mahnen, es geschahe morgen. Deine Mutter, ohne sich Lenas Launen erklären zu können, die ich allein durchschaue, leidet schwer und glaubt. Du habest als mildernder Schutzgeist neben Lena gestanden und ihre vielen Dornen überdeckt. So wird die Mutte? ungerecht gegen die Tochter, und ich kann nicht, wie zu Dir, zu ihr die Gründe nennen, die Lena ungeberdig machen. Im Grunde ist es ein ganz allt'ag llches Gefühl, daß erwachsene Söhne und Tochter sich gegen einen Stiefvater und eine Stiefmutter feindlich wehren. Lena nun zu zeigen, daß es ihr gar nicht bevorsteht, in mir einen Shefva ter zu bekommen wozu ich mich un ter anderem auch so viel zu jung fühle, daß mich der Gedanke lächeln macht. Dir, Dina, Vater sein zu sollen, geschweige denn Lena gibt es nur zwei Wege: eine offene Aussprache, und die kann ich nicht veranlassen, ohne vielleicht das Feingefühl Deiner Mutter zu verletzen, oder Trennung. Und deshalb will ich trachten, mir einen anderen Wirkungskreis zu suchen. Später, wenn ich ihn gefunden habe, und wenn ich fern von Berlin bin. sage Lena, daß sie sich irrte. Dir aber, die Tu so fern weilst, war ich schon jetzt Offenheit schuldig, denn wenn man Dir bald schreibt: Bernhard Claudius geht, er verläßt uns! hätte Dein treues Herz, das Untreue nicht begreifen kann, staunend aefraat: , S o bewährt er seinen Schwur? s o hält er die Freund schaft? er trennt sich von uns ohne Noth?' Daß solche Noth, daß ein Zwang vorlag, habe ich Dir nun mit getheilt." Claudine sah aus dem Briefe dies eine: daß Bernhard Claudius ihre Mutter nicht liebte. Es fiel ihr doch wie eine große Last vom Herzen. Ob schon sie ein wenig mehr jetzt vom Leben verstand als vordem und sich bemühte, gerecht zu sein, wäre es ihr doch sehr seltsam vorgekommen, die eigne Mutter als Braut zu sehen. Aber ob Claudius Lena liebte, das konnte sie nicht aus diesem Brief ex kennen. Und doch er verheimlichte - den Kuß, den Lena auf seine Hand gedruckt er sprach davon, welche Herr liche Aufgabe es sein müsse, sie zum Glück zu führen warum löste er denn nicht kühn den Knoten? Fürchtete er vielleicht der Mutter damit weh zu thun? Glaubte er sich von der Mutter geliebt? Und mit welchem Grund? Hier stieg es Claudinen roth bis in die Augen. Dann freilich war für die Mutter wie für Lena das Unglück gewiß ünd Claudius' Flucht der einzige Ausweg. Auf diesen Brief zu antworten, ward ihr wahrlich schwer. Sie brachte es über einige mühsame Reden nicht hinaus, aus denen der Empfänger kaum ihre wa?me Anhänglichkeit hätte herauslesen können, wenn er sie nicht auch so ge kannt. i i nii ri :if nrinr i piiri iiiiii i 11 rri i ri 11 r nw vtüv yv jw mu -i t n . .tr ii i . Herz, den Ihren nahe sem zu können. Oft ging ihr Blick nach Norden, eine it 1 . i. . i. l. n..9f!jti C IJllSiUUUV UtljUlUlUlt Ulfc 44U3luyt UilV schien zu sagen: Du bi gefangen. Aber weder mit Blick noch Wort ver rßift s?M Wffrsrfcl Yf fr CfmVnf Jiiir heimlich zahlte sie aus dem grovge j W W p VU VtT ' 7 druckten Kalender die Tage, und all die roth- und schwarzgedruckten Namen der katkollsän eiliaen toufetUje schon

auswendig, die auf dem 'Papier noch aufmarschirten vor dem Tag der Abreise und Heimkehr. Schon war der

Monat August seinem Ende nahe. Ungewöhnliche Hitze hatte ihn oealeltet. in der reinen warmen Luft konnte man spät im Freien sitzen. Die Wirthsleute sprachen davon, daß am ersten September vas xziey von oen rrgr herunter muß. Jetzt weideten die braunen Kuhe und Kalber zwischen den Bäumen des Waldes bergan, und die Sennerin in ihren Männerhosen stieg mit den Milcheimern dem Klang der Glocken nach, die die Thiere um den Hals trugen. Das robuste Weib in semer -hakllchen Tracht und den spuren harter Arbeit in Gesicht und Gestalt sah fast wie ein Mann aus. Claudine mit ihrem feinen Sinn für das Schone entsetzte sich immer von Neuem. Die Warme hatte aber Albrecht nicht gut gethan. r fieberte immer mehr und fing selbst an zu erwägen, ob man nicht zu dem alten Doktor nach dem Städtchen Lofer fahren wollte. Und an einem schwülen Augustabend, als ihm der siechende Schmerz gar zu fühlbar ward, setzten sie für den anderen Morgen die Fahrt fest. Mit dem dürftigen Wagelchen mußte man durch die Schlucht nach Waidring fahren und von da auf guter Straße nach Lofer. Es würde wenig über zwei Stunden dauern, bis man hinkäme, und Claudine ließ sich erklären, daß das Städtchen jenseits der Stemberge läge und daß auf deren halber Höhe ein Pfad hinüberführe, den die Jäger benutzten. Die bevorstehende Fahrt war em großes Ereiqniß. und man beklagte, daß der ältere Herr von Brandow nicht mit könne; das Wagelchen hatte nur Platz für zwei Personen, der Wirth, auf dem Rand des Wagengestells sitzend, mußte fahren. Man ging zeitig zur Ruhe. In den niederen Stuben war es schwül. Draußen schien die Todtenstille noch dunkler und lastender als sonst. Albrecht lag sehr unruhig und hielt mit Mühe leise Schmerzenslaute zurück. Seine Hände waren heiß und trocken. Ich glaube, es gibt ein Gewitter," sagte er endlich auf Claudinens besorgte Fragen. Seit ich diese verwünschte Stelle habe, fühl' ich jedes Wetter vor an " 3ute i&tunoen lammen mn. uiauome konnte nicht zur Ruhe kommen, weil sie sah. daß Albrecht litt. Wohl zehnmal machte sie Licht und sah nach der Uhr. Wie bleiern gehen doch schlaflose Nacht stunden. Und immer trat sie auch an's Fenster. Draußen die immer gleiche, finstere sternenlose Nacht. Heute er regte diese schweigende Schwarze die Furcht der zunqen Frau. Es mochte fünf Uhr sein, als Al brecht zum unendlichsten Male nach seinem Wasserglase tastete. Schon war Claudine emporgefahrii:. Der Rest in der Flasche ist warm. ich will Dir frisches Wasser holen. Unter ihrem Fenster am Fuße der Hausmauer rieselte ein Quell aus sei ner Röhrfassuna. Das melodische, im mer gleiche Eerinsel war so oft ihre Schlummermusik gewesen. Albrecht wollte selbst hinunter gehen. Ein liebevoller Streit entstand, in dem Claudinens freudige Pflegsamkeit wie immer Siegerin blieb. Sie nahm den Leuchter, auf dem ein leckendes Talglicht qualmend brannte, und stieg, den Krug in der Hand, trepp ab. Es wurde spät Tag. und die Haus leute begannen ihr Tagewerk stets mit dem Licht der steigenden Sonne. Noch aber kroch kein Dämmerschein über den Bergen am schwarzen Himmel empor. Ein Schauer der Angst durchflog Claudine. als sie in's Freie trat. Ihr Licht brannte ebenso weiter wie drin nen, denn kein Lüftchen regte sich, es auszublasen. Rauschend rann der Strahl des kr'af tiaen Quells in den engen Krug und überströmte mit eisiger Frische noch Claudinens Hand. Das wird Albrecht gut thun," dachte sie. Sie schritt um die Hausecke zur Thür zurück. Ter Strahl ihres Lichtes blin kerte auf den Scheiben der Wirthsstube, verhuzchte auf dem ersten und glitt über das zweite. Er erhellte drinnen sekundenlang einen Streif des Estrichs, des Tisches und der Wand. Und in dieser Sekunde schien es Claudinen, als sähe sie drinnen einen Menschen. Ihr Herzschlag stockte vor Furcht. Blitzschnell huschte durch ihr Gehirn der Gedanke an Schmuggler,Wilddiebe. Aber sie sagte sich sogleich, daß das Un sinn sei. Von Natur ein wenig furchtsam und durch die schlaflose Nacht ohnehin etwas überreizt, kostete es sie eine ungeheure Ueberwindung, nicht zu schreien. Ein Hilferuf würde Albrecht tödtlich er schreckt haben. Das war's, was ihr die Kehle zuschnürte. Nun hieß es aber an der Thür der Wirthsstube wieder vorbeigehen. Der Leuchter drohte ihrer Hand zu entfallen Wie, wenn sie über den Flur schritt und jene Thur öffnete sich plötzlich? Mit schweren Füßcn kam sie einige Schritte weiter. Ihr Blut pulste so schwer, daß es in ihren Ohren sauste und die ganze Luft von Glockentonen erfüllt schien. Dies verhinderte sie zu horchen. Sie nahm all ihren Muth zusammen Plötzlich kam ihr ein klarer Gedanke Hier gab es nichts zusteylen.dieWirths leute bargen ihre paar Gulden in ihren Betten. Wenn hier sich Jemand mit verbrecherischer Absicht emgefchlrchen batte. konnte diese Absicht nur ihr und

Albrecht gelten. Fremde und Reick-

thum, das war den Leuten der Gegend ein zusammenfallender Veariff. Und doch warum hatte man denn nicht die Nackt benudt? Titki aina es auf fünf Uhr, und die Hausbewohner sonn ten jeden Augenblick ausstehen. Mit einer iah über sie kommenden Kaltblütigkeit öffnete sie die Thür. Ihr schwaches Licht warf ungewissen Schein in den niederen Raum, der trotzdem mit seinen paar Tischen und Banken, seinem Schenkschrank und semem riesigen Ofen schnell übersehen war. Der trübe Lichtschein blinkte m emem kleinen, scharfen Reflex aus einemGlase wider, das auf dem Tisch stand. Es war das Glas einer großen, dicken, weißen Flasche, deren Platz sonst hinter den Scheiben des Schenkschrankes sich befand, und die Flasche war zetzt leer. An dem Tisch auf der Bank saß ein Mann und schlief, die Arme auf der Holzplatte, den dunkeln Kopf hineingewühlt in die verschränkten Arme. Er schlief lautlos, tief, schwer. Es war Ruprecht von Brandow. Sekunden verrannen. Claudine hatte noch nicht die Kraft, sich zu bewegen. Mit graßen, entgeisterten Augen starrte sie auf das traurige Schauspiel. Dann hob ein Seufzer ihre Brust. Sie raffte sich auf und ging hinaus. Die schmale alte Holztreppe knackte unter ihren mühsamen Tritten. Albrecht saß im Bett, fieberhaft und sorgenvoll. Wo bleibst Du so lange? Ich hätte Dich nicht gehen lassen sollen. Mir war. als geschähe Dir etwas. Du bist so bleich meme Claudine o, ich mache Dir auch noch Deute Nachte ruhelos! Wie siehst Du aus als sei Dir ein Gespenst begegnet!" Sie küßte ihm beruhigend die Stirn. Nichts, mein Albrecht. Komm. trink und dann wollen wir noch schlafen," sagte sie ohne em Beben m der Stimme. 11. Kapitel. A 9 der ihnen war keine Ruhe mehr irl beschicken. Mit dem ersten bleiernen Grau, welches draußen am Himmel emporkroch und, durch die kleinen Fenstergevierte dämmernd, diese von der schwarzen Wand abhob, wurde ein ferner Donner vernehmbar. Gewitter in den Bergen kommen und gehen mit rasender Gewalt. Alles im Hause kam in Bewegung. Albrecht wollte auch aufstehen und hinuntergehen. Hinunter und sehen, wo und wie sein Vater schlief? Um keinen Preis. Mit schlotternden Händen warf Claudine ihre Kleider über. Sie lief hinab, und das Auge desWirthes wie seinesKnechtes meidend, bat sie, man möge den Vater doch in seine Kammer bringen. Da.in horchte sie mit allen Sinn:n, ob es auch geräuschlos geschähe, ob Albrecht auch gerade seine Thür öfsne. Und dann erst ging sie hinauf, den Gatten zu holen. Die ganze Hausbewohnerschaft war auf dem Flur versammelt. Durch die offene Hausthür herein kam die frostige Morgenluft. Es ward kalter, als es die ganze Nacht hindurch gewesen. Albrecht und Claudine standen vor dem Hause und sahen mit scheuer Bewunderung vor sich bergab. Aus dem Gewölk schien sich ein Fetzen loszulösen, dick, schwer und bis zur Erde niederhängend. Das fuhr daher durch di: Luft, und ein Sausen, Toben, Donnern.Blitzen begleitete seine rasende Fahrt. Und vor diesem schweren, einherja genden und die Erde streifenden Gewölk ging eine Finsterniß einher, die dem Himmel alles Licht aussog und em fahles Grau verbreitete, die alle Strah lenkronen von den Felsenhäuptern nahm, wie mit gespenstischen Fingern Die Leute lagen im Flur auf den Knieen. Der Wirth und die Wirthin, die Sennerin und der Knecht, wie auch die kleine Madei bekreuzten sich und murmelten unaufhörlich m immer glei chem Tonfall: Mutter Maria, beschirme das Haus und das Vieh auf den Bergen; wenn Du Schaden stiften willst, stift' meinem Nachbar Schaden, Mutter Maria, be schirm' das Haus und uns alle." Ein eisiger Hauch, der Athem der Muhre. die nun schon über die See da her fegte, fauchte sie an. Albrecht zog Claudine mit sich in das Haus. Da heulte schon ein Sturm um das Haus, daß die Bewohner mit lauterer und noch jammernderer Stimme ihre Gebete herleierten. Balken und Steine donnerten hernieder, es ward Nacht draußen. Vater!" rief Albrecht mit plötzlichem Schreck. Claudine umklammerte seine Hand Mit eisernem Druck. Er schläft," sagte sie, ich habe nach ihm gesehen. Albrecht sah sie an. Er schläft?" fragte er staunend.

Er kann schlafen bei dem Wetter " Die Worte kamen ihm immer langsamer von den Lippen. Seine Blicke wurzelten in denen seines Weibes. Und er las in ihnen eine schreckliche Wahrheit. Sein Angesicht ward fahl. Er stöhnte und verbarg sein Haupt auf Claudinens Schulter. Die liebe, tröstende Stimme, die m jeder Noth wie Erlösung klang, sprach zu ihm milde, gute Worte des Mitleids für den Armen. Das Geknatter niederprasselnden Hagels verschlang nun jeden Laut von Menschenstimmen.

Draußen schichtete es sich weiß auf

von körnigen, großen, eisigen Stücken. Das dauerte Minuten. Und dann lichtete sich die Nacht ein wenig, daö schwarze Gewölk, die trächtige Muyre jagte weiter. Aber in ihrem Gefolge kam etwas Entsetzliches: Ter Schnee! Die Leute brachen in ein Jammergeschrei aus. Ihr Vieh war in den Wäldern. Morgen batte man es einholen wollen, denn Anfang September kamen so plötzliche Schneefälle in dieser Höhenlagc schon vor. Albrecht versuchte sie zu trösten. Man hatte ihm so oft erklärt, daß das Vieh Nachts zu Thal steige und auch bei herannahendem schlechten Wetter me bergan weid?. Nun meinte er, müsse das Vieh in der Thalsohle an dem Fuß der Berge leicht zusammenzuholen sein. Aber an der besinnungslosen Aufregung der Leute sah er. daß es doch wohl in Gefahr sein müsse. Es stellte ihr Vermögen, ihren Stolz, ihren Lebenszweck dar. Es verlieren, hieß vernichtet sein. Einige Stücke verlieren, bedeutete nicht nur großen Schaden, sondern auch großen Kummer. Die Leute rüsteten sich hinauszuziehen. Sie wollten ihre Thiere zusammenholen und hertreiben. Sie verabredeten die Statten, wo jeder absuchen sollte. Viele Thiere würden auch von selbst angezogen kommen, mit ihrem feinen Instinkt Rettung und Schutz im heimischen Stall zu suchen. Auch Albrecht griff nach seinem Bergstock. Was willst Du thun?" rief Claudine. Den armen Leuten helfen," sagte er fest. Sie warf sich an seine Brust und flehte ihn an, sich keinen Anstrengungen auszusetzen. Denn sie sah bei dem Vorhaben nur Anstrengung; die Gefahr war ihr ganz unbekannt. Soll ich denn ganz zur Memme werden," sagte er bitter, nicht einmal mehr diesem armen Volke beistehen, das für uns in seiner Art zutraulich und theilnehmend war?" In diesem Augenblick klang ein blechernes Gebimmel nahe am Hause. Das breitstirnige Haupt einer Kuh tauchte im wirbelnden Schnee auf, von einem Freudenschrei begrüßt. Die kleine Madei stürzte sich dem Thiere entgegen und führte es in den Stall. Mit belebterem Muth stiegen die Leute in das Thal hinab, um jenseits des Baches ihre Suche zu beginnen. Claudine. durch die Erscheinung dieses einen Thieres beruhigt, dachte nun, es werde die Sache eines Viertelstündchens sein, daß die ganze Schaar sich hier oben einfände. Sie ließ den Gatten mitgehen, wohl fühlend, daß das stete Umsorgen und Bevormunden ihm eine Last sei. Die erste Viertelstunde verrann schnell, fern vergrollte das Wetter. Der Schnee fiel licht und lichter. Das Bild der Natur war von hehrem Reiz. Ab und an kam ein Thier angebimmelt, träg schreitend, oder mit lustigen Sprüngen, von der kleinen Madei immer mit dem Namen gerufen und in den Stall geleitet. Und dann hörte es auf zu schneien. Aber der Himmel blieb grau und ein scharfer Wind blies in launischen Stößen. Man konnte wieder in das Thal hinabsehen und hinüber zu den Bergen. Im Thal donnerte der hochgeschwollene Bach tobend über die mächtigen Steinblöcke, die in seinem Bett lagen. Drüben aber an den Hängen war Todtenruhe. Das lang forschende Auge konnte weder Menschenspuren entdecken, noch braune Thierleiber. Die Zeit schlich. Claudine fühlte eine rasende Angst in sich erwachen. Sie stürzte in die Kammer von Albrechts Vater. Der lag in seinen Kleidern und schlief wie ein Todter. Sie rüttelte ihn. Erwache! Erwache!" schrie sie rerzweifelt. Kein Laut kam von seinen Lippen und sein Athem blieb gleichmäßig. Sie stürzte wieder an die Hausthür. Dasselbe Bild. Weiße Tücher über jedem freien Fleck Erde und dazwischen die ragenden Tannen wie Grabeswächter. Und kein Laut, außer dem Donnern und Rauschen des Wildbaches. Drinnen schlug eine Uhr. Ihre schnellen Töne schienen die Zeit vor sich herjagen zu wollen. Sie hetzte ihre Klänge so, daß man sie kaum zählen konnte. Und doch acht Schläge waren es gewesen. , Claudine schrie auf. So war er schon zwei lange, fürchterliche Stunden fort! Sie klammerte sich an das mit ihr bangende Kind. Die Kleine zählte an

den Viertelstunden die Gefahr, das fehlende Vieh zu verlieren, und dachte gar nicht anders, als daß Claudine von derselben Sorge gepeinigt sei. Da krachte etwas hinter ihnen wie brechendes Geäst. Sie sahen sich um. Aon dem schroffen, bewaldeten Bergstürz, der unmittelbar hinter der Kapelle aufstieg und an dem nur in schmalen Serpentinen ein Saumpfad hinan führte, kam Jemand herab rutschend halb und halb steigend brach er sich durch das Unterholz. .Albrecht!" schrie Claudine. (Fortsetzung folgt.) Raucht d!e B0NANZA.

Die Mgm Ehemänner."

Zwei Silbergrcisc im Bundesscnate und ihre Lausbahn. ..Tom" VlattS Zlzätigkcit und schnelle lus, fassung Ttewart als Lehrer. GolVgrüber und Asvokat Nationale Minengesetze und Irrigation. Zu den seit Jahren prominenten Mitgliedern des Bundessenates zählen die beiden jungen Ehemänner" Thomas C. Platt von New York und Wil. liam M. .Stewart von Nevada. Tom" Platt, der 1833 in Owego in Tioga County, N. geboren Thomas (j. Platt. wurde, besuchte das Aale College und wandte sich dem kaufmännischen Berufe zu. Cr begründete 1856 eine Drogucnfirma in Owego, bethätigte sich im Holzgeschäfte in Michigan und wurde, nachdem er von 1859 bis 1861 seinem Heimaths-County als CountyClerk gedient, 1865 Präsident der Tioga National-Bank in Owego. Platt war später Präsident verschiedener Eiscnbahngcsellschaften und fungirt seit 1880 als Präsident der United States Expreß Company. Seine Karriere im nationalen Parlamente begann er als Repräsentant im 43. Kongresse. Nachdem er noch in der gleichen Eigenschaft dem 44. Kongresse angehört hatte, wurde er 1831 in den Bundessenat gewählt, legte jedoch mit seinem New Vorker Kollegen Conkling noch im selben Jahre sein Mandat nieder, weil er mit einigen Beamtenernennungen von Seiten des Präsidenten Garfield für den Staat New York nicht zufrieden war. Seinen gegenwärtigen Sitz im Bundessenate hat er seit 1897 inne. Tom" Platt ist kein schneidiger Redner oder scharfer Debatte?, aber ein Mann von klarem Verstand und schneller Auffassung. William M. Stewart erblickte 1827 in Lyons. N. Y.. das Licht der Welt. Seine Eltern verzogen mit ihm, als er sechs Jahre alt war, nach Mesopotamia Township, O.. wo Stewart eine Akademie absolvirte und als Lehrer fungirte. Mit den wenigen, als Bakelschw'mger" gemachten Ersparnissen trat er in das Yale College ein. das er jedoch nach zweijährigem Studium William M. Stewart. wieder verließ, um in Kalifornien als Goldgräber sein Glück zu versuchen. Er studirte dort später die Rechte, wurde erst Distriktsanwalt und dann Generalanwalt des goldenen" Staates. Im Jahre 1860 seinen Wohnsitz nach dem damaligen Territorium Ne vada verlegend, bethätigte sich Stewart hier im Zinnminengeschäfte und wurde Mitglied der Konvention zur Absas sun-g einer Staatskonstitution. Nach der Erhebung Nevadas zum Staate im Jahre lSßi wurde Stewart in den Bundessenat entsandt, dem er, mit Ausnahme der Jahre 1875 bis 1887, während derer er als Advokat in Carson City. Nev., praktizirte, seitdem un. unterbrochen angehört hat. Stewart ist der Verfasser der nationalen Minenaesetze und war stets ein eifriger Verfechter der künstlichen BeWässerung im Westen. Trotz seiner 76 Jahre bekundet er noch eine erstaunliche geistige und körperliche Rüstigkeit. Die allertheuersten S ch m u ck f e d e r n sind die des Mirafols, eines in Argentinien heimi schen Vogels. Gegenwärtig hat das Pfund davon etwa einen Marktpreis von $1250.

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