Indiana Tribüne, Volume 27, Number 82, Indianapolis, Marion County, 26 November 1903 — Page 6

Jndiana Tribun, 2G. November 1903

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Europäische Nachrichten

Mtkekdeutsche Staaten K o b u r g. Hier wurde eine neu eingerichtete Haushaltungsschule, für welche eine eigene Lehrkraft augestellt st, eröffnet. In ihr werden 120 Confirmandinnen der Mädchen Volksschule im Kochen und anderen HausHaltungszweigen unterrichtet. Sodann haben die Stadtverordneten die Einrichtung einer Hilfsschule für die Schwachbefähigten beschlossen. Leopoldshohe. Hiesige Schuer hatten einen Ausslug nach dem Siekkruge unternommen. Einige von ihnen nahmen in der Wem ein Bad. Hierbei geriethen die Zwillingsbrüder Diederich aus Sonnenkrug in einen Studel. Rektor Kordes sprang sofort in das Wasser und rettete den einen Schüler. Bei dem Versuch, auch den zweiten Schüler dem Tode zu entreißen, wurde er vom Herzschlag ereilt. Er sowohl, als auch der zweite Schüler konnten nur als Leichen geborgen werden. Aeulenroda. Bei einer Schläaerei unweit unseres Ortes wurde der unverheirathete in den dreißiger Iahren stehende Tischler Poser so schwer verletzt, daß er im Krankenhaus gestorben ist. Der Handarbeiter Oertel aus Weißendorf hat die Schuld an dem Tode der Poser. da er. um den Streit zu schlichten, hinzusprang und mittelst eines Dreschflegels den todtlichen Schlag ausführte. B a l l e n st e d t. Frl. Julie von Sigsfeld hat zum Andenken an ihre Eltern unserer Stadt 50.000 Mark zu einem Heim für arme und hülfsbedürftige ältere Personen gestiftet. Kachle. Dresden. Die Feier ihres 23jährigen Thätigkeitsjubiläums begingen: Geschäftsreisender Alfred Fugmann bei der Firma Zum Pfau" von Robert Gaidecska; Bahnhofs - Inspektor Boigt auf Bahnhof Komg Alberthafen; Sekretär beim FinanzMinisterium Herman Scbmidt; Prokunst Paul Zschoch in der Zweignie derlassung der Basler Berstcherungsgesellschaften. und Gustav Krah, in der Chemischen Fabrik Helsenberg. In einem Abtheil des Perfonenzuges Burgstädt - Aue erschoß stch der 35jährige Rechtsanwalt Rudolf Iahn, Mit dem Revolver rn der Hand, wurde er todt aufgefunden. Auf einer borgefundenen Visitenkarte hatte Iahn gebeten, seinen Leichnam nach Rudolstadt zu überführen; Geld dazu befände stch in seinem Portemonnaie. Als man die Kleider durchsuchte, bestätigte stch diese Angabe; in dem Portemonnaie wurden über 200 Mark in Baar gefunden. P l a u e n. Der frühere Icrngjahnge Chefredakteur des Vogtländischen Anzeigers", Professor Dr. Johnson. ist im Alter von 63 Jahren gestorben. R a tz w i ck. Um ein auf dem Bahnüberaanae befindliches Kind vor dem Ueberfahrenwerden zu retten, setzte der 35 Jahre alte Bahnarbelter Schlegel auf der hiestqen Station (Berlln-An-halten Bahn) muthig sein Leben ein - es gelang ihm, das Kind wegzureißen, er selbst aber hauchte unter den Rädern der Lokomotive sem Leben aus. Schwarzenberg. Das 6jähriete Söhnchen des Steinmetzmeisters und Steinbruchbesttzers Lippold ist an den Folgen des Genusses giftiger Beeren gestorben. W a l d h ei m. Dem Zugführer der Freiwilligen Feuerwehr, Dennstädt, wurde das Feuerwehr - Ehrenzeichen, dem Zeugmeister Siederer, dem Zugführer Lehmann und dem Boten Reinhold das Diplom für 20jährigeDienstzeit verliehen. Weißenberg. In Krischa brannte die mit Getreide gefüllte Rittergutsscheune der Frau Strube vollständig nieder. Z w i ck a u. Zwischen den Orten Wernesgrün und Schnarrtanne wurde der Wirth von Schnarrtanne. Wappler. todt aufgefunden. Es ist anzunehmen, daß Wappler durch Wilddiebe getödtet worden ist. KellenZarmstadt. D a r m st a d t. Dem Geheimen Oberforstrath Gustav Dittmar und dem Geheimen Oberforstrath Ludwig Frey wurde aus Anlaß ihrer Versetzung in den Ruhestand das Comturkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmüthigen, sowie dem Stationsassistenten in der Hesstsch - Preußischen Eisenbahngemeinschabt, Karl Pfannemüller, aus demselben Anlaß das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmüthigen verliehen. K o st h e i m. Der 10l.jährige Knabe des Maurers Georg Daschmann fiel oberhalb der Schleuse in den Main, als er Holz auf einem Floße suchen wollte, dabei ausrutschte und unter den Augen seiner Genossen im Wasser verschwand. Mainz. Der am 18. Juni wegen Raubmordes zum Tode verurtheilte 18 Jahre alte Schreinergeselle Detrois aus Montigny wurde hier im kleinen Hofe des ProviuzZal - Arresthauses durch den Scharfrichter Brand aus Gotha hingerichtet. Nieder - Saulheim. Dem hiesigen Gesangverein Liederkranz", Dirigent Lehrer Köhler, wurden von seinem Ehrenmitgliede Weyerhäuser in Rord-Amerika 6000 Mark zur Verfüung gestellt, in Anbetracht der Ver-

dienste des Vereins um den deutschen Männergesang." Steinbach. Die Gattin des Gastwirths Schmitt zu Hohn wurde in der Küche ermordet aufgefunden. Die unglückliche Frau, die erst einige vierzig Jahre alt war. hatte einen tiefen Messerstich in die Brust erhalten, der mitten durchs Herz gegangen war und den sofortigen Tob herbeigeführt hatte. Eine Gerichtscommisston begab stch sofort an den Thatort. Der Gatte der Ermordeten, Gastwirth Schmitt, wurde unter dem Verdacht der Thäterschaft verhaftet. Wayern. München. Professor Friedr. v. Thiersch hier feierte mit semer Gemahlin das Fest der goldenen Hochzeit. Das Jubelpaar beging die Feier in engstem Kreise auf seinem schönen Gute in der Schönau bei Berchtesgaben. Eines der ältesten, renommirtesten Cafös unserer Stadt, das in der Reuhauserstraße gelegene Caf6 Probst, wird in nicht ferner Zeit vom Schauplatze verschwinden. Es ist um den Kaufpreis von 580.000 Mark in den Besitz der Waarenhaus - Firma Emden übergegangen, die es zur Vergrößerung ihres daneben befindlichen Neubaues erworben hat. Mühlried. In der Schäferei des Bauern Jakob Schäfer brach Feuer aus, das sich rasch auf die Nebengebäude ausdehnte, die niedergebrannt sind. Hierbei sind auch 23 Stück Schafe und 7 große Schweine mitverbrannt.

T e t t a u. Zwischen Pafl anten und streikenden Arbeitern der hiesigen Porzellanfabrik kam es zu Streitigleiten, da die Arbeiter Steine auf die Straße warfen. Der patrouillirende Gendarm Hering von Thiersheim. der zur Aushilfe von Marktredwitz nach hier commandirt war, wurde vlötzlich von einem Unbekannten überfallen und durch einen wuchtigen Messerstich in die rechte Seite lebensgefährlich verletzt. W a i d h a u S. In den Anwesen der Oekonomen Pinter. Bodensteiner und Nickl geriekhen sämmtliche Nebengcbäude in helle Flammen. Das so mühsam eingebrachte Futter und Getreide wurde sämmtlich vom Feuer vernichtet. Das Vieh konnte mit großer Mühe gerettet werden. Zwiesel. Beim Neubau des Rentamts geriethen unmittelbar vor Feierabend die Arbeiter miteinander in Streit, der einen üblen Ausgang nahm. Ein Arbeiter Namens Pohuholzer von Khier stach mit seinem grifffesten Messer ' den ledigen Taglöhner Rankl von Frauenau mit aller Wucht in den Unterleib, daß die Gedärme hervordrangen. Der Thäter Pohnholz",r wurde vom Platze weg m ai av geführt. Württemberg. Stuttgart. Kürzlich waren 25 Jahre verflossen, daß das Olga-Stift hier eröffnet und eingeweiht wurde. Die Eröffnung fand in feierlicher Weise in Gegenwart des Königs Karl und der Stifterin. der Königin Olga, statt.' Das Olga - Stift zählte in seinem 1. Schuljahre 359 Schülerinnen, den Unterricht besorgten je 12 Lehrer und Lehrerinnen. Am 1. Januar 1903 zählte der Stift nur noch 253 Schülerinnen, da inzwischen mehrere neue Anstalten erstanden sind, so daß der Andrang auf die einzelnen Klassen nicht mehr fo stark ist wie früher. Dem Regierungsrath Kälber bei der Ministerialabtheilung für das Hochbauwesen wurde das Ritterkreuz erster Klasse des Friedrichsordens verliehen. Vaiersbronn. Der 87 Jahre alte Bauer Adam Haiff und seine 81jährige Ehefrau Christine, geb. Walz, feierten im Kreise von Kindern, Enkein und Urenkeln und unter Theilnähme der ganzen Gemeinde das Fest der diamantenen Hochzeit. M e tz i n g e n. Stadtschultheiß Caspar hier feierte sein 25jähriges Amtsjubiläum. Oberamtmann Wessinger brachte dem Jubilar die Glückwünsche der Staatsregierung und des Regierungspräsidenten v. Bellino entgegen. N ü r ti n g e n. Beim Abladen von Stammholz wurde dem bei Sägewerkbesitze? Löffler Bediensteten, 23 Jahre alten Fuhrmann Johannes Mutschler aus Grabenstetten durch einen ausspringenden Keil der Kopf zerschmettert. so daß der Tod sofort eintrat. S u l z a. N. Der kürzlich von seiner Heimath Holzhausen abwesende Schmied Schleeh wurde in der Nähe des hiesigen Bahnhofs todt aus dem Neckar gezogen. Tübingen. Der hier wohnhaste Schaffner Rampf verunglückte auf dem Cannstatter Bahnhof auf folgende Weise: Ein Reisender ließ bei der Abfahrt des Zuges die Coupethür offen stehen. Schaffner Rampf. der dies bemerkte, war im Begriff, diese zuzumachen. als im selben Moment der Orientezpreßzug heranbrauste und ihm den rechten Arm abriß, so daß er nur noch lose an der Haut hin. Der Arm mußte sofort amputirt werden. Unterreich e n b a ch. Dem Landjäger Schuhmacher wurde für die mit eigener Lebensgefahr ausgeführte Rettung eines Menschen vom Tod des Ertrinkens die Rettungsmedaille in Silber verliehen. W a l d s e e. Der verheirathete GastWirth Brauchle zur Sonne hier ertrank beim Baden. Die Leiche konnte nicht geborgen werden.

D i e durch den Mangel an Trinkwasser infolge langanhaltender Dürre in Dalmatien hervorgerufenen Verhältnisse illustrirt eine Episode, die sich kürzlich in einem Orte des Berglandes von Trau abgespielt hat. Bei einem Kirchweihfeste wurde nämlich das Trinkwasser um den Preis von zwölf Kreuzern für das Liter verkauft, während der Wein nur um zwei Kreuzer theurer geschänkt wurde. Zur Erleichterung und Hebung des Touristenverkehrs auf der österreichischen Seite des Riesengebirges solvom nächsten Frühjahr ab von den Bahnstationen Pelsdorf nach Spindelmühle und Freiheit nach Großaupa -Petzer regelmäßiger Automobildienst eingerichtet werden. Die besonders construirten 20 22sitzigen Kraftwagen sollen bei der Ankunft eines jeden Perfonenzuges zur Verfügung stehen. Auch unterwegs sollen einige Haltestellen eingerichtet werden. Der Unternehmer ist der Herrschaftsbesitz Graf Rudolf Czernin. Im 22. Vattaillon der französischen Alpenjäger, in der Garnison von Albertvillo, waren vor einigen Tagen mehrere Gemeine Nachts ohne Erlaubniß aus dem Fort von Lestal entwichen. Es wurde festgestellt, daß sie sich schwerer Diebstähle schuldig gemacht hatten und den Ertrag ihres Raubes in der Stadt verjubelten. Als ein Leutnant mit einem Pikett zu ihrer Verhaftung schreiten wollte, meuterten sie, und einer von ihnen versuchte sogar, den Leutnant mit dem Bajonett niederzustechen. Sie wurden schließlich überwältigt und auf das Fort gebracht. Das Schwurgericht in Wien verurtheilte kürzlich den Reichsfreiherrn Franz Joseph v. Lerchenfeld wegen Betruges zu 15 Monaten schweren Kerkers und Adelsverlust. Der Verurtheilte ist der Sprößling eines der vornehmsten bayerischen Adelsgeschlechter und ein Pathenkind des Kaisers Franz Joseph. Mit zwanzig Jahren trat er in die österreichische Armee ein, gerieth aber bald auf AbWege, schied aus dem Militärdienst und sank von Stufe zu Stufe. Jetzt stand er unter der Anklage, durch die Vorspiegelungen, daß . er mit seinen Schwestern einen MillionenerbschaftsProzeß führe, sowie daß er mittels seiner Beziehungen Stellen verschaffen könne, eine Reihe Personen um Veträge in Höhe von insgesammt 4000 Kronen geschädigt zu haben. , Ein Pariser Architekt tst kürzlich mit einer eigenartigen Hausconstruktion vor die Oeffentlichkeit getreten. Er verfolgt den Zweck, den Bewohnern des Hauses so lange wie möglich die gesundheitlich so wohlthätige Wirkung der Sonnenstrahlen zutheil werden zu lassen. Der Bau ist nach dem Prinzip eines Drehtisches eingerichtet und läßt sich auf einem Centralzapfen bequem von zwei Personen je nach dem Stande der Sonne drehen. Auch die Frage der Einführung von Wasser. Gas und Elektriziiät in dieses Haus, welche natürlich besondere Schwierigkeiten verursachte, ist in genialer Weise gelöst worden. Für Heilanstalten und Krankenhäuser dürfte sich das drehbare Haus", das für Sonnenkuren wie geschaffen ist, wohl als sehr zweckmäßig erweisen. VolleAnerkennung verdient die muthige That eines Knaben, die aus Br-nge auf der Insel Rügen gemeldet wird. Bei einem heftigen Sturm war ein Fischerboot gekentert. Die beiden Insassen klammerten sich verzweifelnd am Kie! des Bootes fest. Am Strande standen viele Erwachsene, aber keine Hand regte stch, den Verunglückten Hilfe zu bringen. Schien es doch aussichtslos, dem Sturm und den Wellen zu trotzen. Was keiner der Erwachsenen wagte, das versuchte mi! kühnem Muthe der Schiffsjunge Paul Gau. der Sohn eines Hiddenseer Fischers. In einem kleinen Nachen eilte er den fastErtrinkenden zu Hilfe, nahm dieselben ins Boot, und obgleich dasselbe fast voll Wasser schlugkamen alle glücklich ans Land.

Abgelauscht. Mutter: Aber Kinder, warum schlagt Ihr Euch denn? Paulchen: Wir spielen Vater und Mutter". Mißglückte Beschwerde. Gast (zum Wirth): Da seh'n Sie selbst, in der ganzen Blutwurst war nur dieses einzige Stückchen Speck!" Wirth (ärgerlich): So a' Schlamperei! Wie is denn jetz' dös wieder 'neinkomma?" ' rij Entschuldigung. Mutter (bei der sich der Lehrer über ihren zerstreuten Jungen beklagt hat): Gott, was kann der Bub' dafür, daß er schreibt wie t Doktor und zerstreut is wie e' Professor! . . . Der muß halt e'mal so 'was werden!" Umschrieben. Wie kommt es nur, daß Sie sich noch keine Braut angeschafft '.haben, Herr Flepps?" Damit geht mir's ganz eigenthümlich, gnädige Frau; wenn mir 'mal eine junge Dame gut gefällt, gefällt sie immer einem anderen. Galant. Ein älterer Herr hat das Unglück, im Pferdebahnwagen auf den Fuß einer Dame zu treten., die in einen lauten Schmerzensruf ausbricht. Der' Herr entschuldigt sich: Verzeihen Sie,' aber es war nicht meine Schuld, warum ist-Ihr Fuß so klein, daß man ihn nicht sehen kann?" und das Aechzen der Dame v:rwandelte sich in ein Lächeln. ' -

I n der Eiskammer eingeschlossen. Als jüngst A. B. Nichol, der Buttermann des PalaccHotels" in San Francisco, die Eiskammer betrat, um etwas zu holen, schlug er die Thüre derselben fo stark zu, daß der Außenriegel niederfiel und die Fhüre sperrte. Drei lange Stunden mußte er in Hemdsärmeln in der Kälte ausharren, wobei er sich durch starke Bewegungen warm zu halten versuchte. Er wäre aber schließlich doch der Kälte zum Opfer gefallen, wenn nicht nach drei Stunden der Elektriker Appetit nach Buttermilch bekcmmen hätte, die er sich aus der Eiskammer holen wollte. Als er die Thüre öffnete, fuhr er mit einem Schrei des Entsetzens zurück, denn Haar und Bart des eingesperrt gewesenen Nichol waren völlig mit Reif überzogen, so daß er eine geisterhafte Erscheinung bot. Schieß affäre nach einer Theatervorstellung. Während einer Theatervorstellung im Wallace - Opernhause zu Wallace, Jda., rauchte ein gewisser Cuff auf der Gallerie eine Cigarre, und als ihm Polizist Rose dies verbot, entfernte er sich. Er holte sich einen R:volver, stellte sich an der Theaterthüre auf und gab. als sich die Besucher nach der Vorstellung entfernten. Feuer auf Rose, welcher die Schüsse erwiderte. Andere Polizisten erschienen, und es kam zu einer allcemeinen Füsilade, in deren Folge die Menge nach allen Richtungen hin fluchtete. Dr. Ems wurde durch einen der von Cuff abgegebenen Schüsse g:tödtet. Cuff. welcher als Soldat auf den Philippinen gedient hatte, wurde schließlich vom Polizisten Ouinn durch drei Schüsse todt niedergestreckt. Stinkthier im Weizen. Der Geschäftsführer Dumunds vom Peavey Elevator in Durdal. Minn.. füllte vor Kurzem mit einigen Gehilfen einen Wagen mit Weizen, der nach Minneapolis bestimmt war, als er ein schwarz und weiß geflecktes Thier in den Elevator kommen sah. das einer Katze ähnlich sah. Kurze Zeit darauf mußten die Männer, eines furchtbaren Geruches wegen, ihre Arbeit im Stiche lassen. Es wurde ausgefunden, daß die vermeintliche Katze, die in einen Weizenbehälter im Elevator kroch und sich auf der Oberfläche nicht halten konnte, eine Skunk war und von dem Weizen erstickt wurde. Der Weizenbehälter, worin das Stinkthier seinen Tod fand, enthielt beinahe 1000 V::shel d:s besten Weizens, der dadurcb unbrauchbar wurde. A l u m i n i u m - M ü n z e n. Dem Mangel an Münzen im kleinen Verkehr haben Kaufleute und Farmer von Williams, Ja., und der Umgegend dadurch abgeholfen, daß sie eine Association gebildet haben, die ihre eigenen Münzen prägen läßt, und zwar aus Aluminium. Dies? Münzen werden in Dollar-, Halbdollar-. Vierteldollaiund Zehncent-Stücken geprägt und, da ihr Nennwerth von den der Asscciation angehörenden verantwortlichen Personen garantirt ist, von allen andern Geschäftsleuten und Privatpersonen zum vollen Nennwerth in Zahlung genommen. Der einzige Platz, wo diese Münzen zurückgewiesen werden, ist Onkel Sams Postamt. Das Sysiem hat bereits in Webster, Ja., Nachahmung gefunden. Waldbrand in Chic a g o. Auf dem Graceland-Frie-Hofe in Chicago geriethen letzthin die Stallungen in Brand, und die Flammen verbreiteten sich auf den umliegenden bewaldeten Theil im Umfange von vier Straßengevierten. Hasen. EichHörnchen und anderes kleines Gethie5, die in dem Wäldchen hausten, wurden. von den Flammen aus ihren Schlupfwinkeln vertriebenund rannten in blinder Angst mitten unter die umstehende Menge. Zwei Stallgebäude mit 20 Fuhrwerken, drei Treibhäuser, sowie Bäume und Gesträuch auf dem bewaldeten Theile des Friedhofs gingen in Flammen auf. Der Brandschaden bezifferte sich auf $50,000. Von Räubern eingesperrte? Polizist. Vier Einbreche? überwältigten neulich in Mcrrimack, Mass., den einzigen Pclizisie.i des Ortes, leerten seine Taschen und schlössen ihn in dem Ortsgefängniste ein. Sie sprengten später die Spinde im Postamte und raubten circa $1000, welche das Privateigenthum der Pos:Meisterin Elizabeth W. Smart waren. Die durch die Erploston aus dcm Schlafe geweckten Bürger läuteten Sturm, allein die Räuber entkamen, nachdem sie mehrere Schüsse auf die Bürger abgegeben hatten. Erbse als Todesurs. a ch e. Dem neun Jahre alten Ludlow Taylor in West Allis, Wis., halten Spielkameraden zum Scherze eine Erbse in's Ohr geschossen, die erst nach vielen vergeblichen Versuchen seileiu seiner Gespielen durch einen Arzt herausgeholt werden konnte. Dadurch, daß der Knabe eine Nadel gebraucht hatte, um die Erbse zu entfernen, war eine Entzündung im Ohr entstanden, die sich dem Gehirn mittheilte und den Tod herbeiführte. Zugentgleisung durch eine Kuh. Ein Eisenbahnzug überfuhr kürzlich unfern Dixon, Ja., eine auf dem Geleise befindliche Kuh. und die Lokomotive und sieben Waggons fielen einen 13 Fuß hohen Abhang hinunter. Der Bremser wurde getödtet, und' der Lokomotivführer brach ein Bein.

Zur Arbrilknvohlsahr!. fftti Gtnofftnsckmstt,auA der Vetliner etra Kedal,n Bediensteten. Einen anscheinend wohlgelungenen Versuch zur Abhilfe der Wohnungsnoth und zur Durchführung einer heilsamen Wohnungsreform in den minder begüterten Klassen der deutschen ReichsHauptstadt stellt das unlängst in dem Vororte Wttmersdorf vollendete Genosscnschaftshaus der Berliner Straßenbahnbediensteten dar. Der stattliche Bau liegt am oberen Ende der bäumgeschmückten Berliner Straße. Das vierstöige Vorderhaus, die beiden mächtigen Seitenflügel und das Quergebäude enthalten nahezu 70 Wohnungen. die zwar in der (!öße differiren. aber alle in gliche? Art eingerichtet sind. Jede Wohnung hat ihren besonderen Eingang; in jeder münden die einzelnen Räume auf einen hellen Korridor. Jede Wohnung, gleichviel, ob sie drei, zwei oder nur ein Zimmer hat, enthält ein? Küche, eine Speisekammer, eine Badestube, ein Klosett und einen Balkon. Die Zimmer sind mit hellen, geschmackvollen Tapeten und gut konstruirten Kachelöfen ausgestattet; die Decken zeigen leichte Malerei; die Küchen glänzen in sauberem leichten Oelanstrich. Die Fenster sind mit einer Patentvorrichtung versehen, die sie bei Offenstehen vor dem Zuschlagen schützt. Die Balkons haben eiserne Gitter zum Aufstellen von Blumenkästen. Zu jeder Wohnung gehört ein Heller Kellef und ein Bodenraum. Für gemeinschaftlichen Gebrauch sind fünf Waschküchen, ebensoviele Trockenböden und zwei Rollkammern vorhanden. Der weite Hof gewährt mit den grün angesäten Rasenflächen und den blumengeschmückten Balkons einen sehr freundlichen Anblick. Die Müll- und Aschkästen sind in einem Holzbau untergebracht, so daß auch ihr Anblick das Auge nicht beleidigt. Das Bestreben, mit einfachen Mitteln wohlthuende, harmonische Wirkungen zu erzielen, ist im ganzen Hause zu spüren. So macht die Einfahrt mit der weißen, stuckverzi,ten Decke, den hellen, mit einem weißen und grünen Kachelpancel abgegrenzten Wänden einen überaus freundlichen und behaglichen Eindruck. Auch die Wände und Decken des Treppenhauses zeigen selbst an den Hofaufgängcn geschmackvolle farbige Ornamentverzierungen. Die Miethsprcise in dem Hause sind niedrig gehalten. Eine Wohnung von einem Zimmer und dem geschilderten Zubehör kostet 18 bis 20 Mark (1 Mark gleich 23.5 Cents) monatlich, zwei Zimmer bedingen je nach der Etage eine Ausgabe von 23 bis 26 Mark. Im Vorderhause sind zwei einfensirige Zimmer für 25 Mark, zwei zweifenstrige für 34 Mark und d:ei zweifenstrige neöst Kammer für 54 Mark Monatsmiethe zu haben. Die Ausstattung dieser Vordcrräume ist ein wenig eleganter, sämmtliche Nebenräume sind die gleichen wie bei den kleinen Wohnungen. Selbstverständlich waren nach der Fertigstellung des Hauses sämmtliche Wohnungen rasch vermiethet. Die Nachfrage seitens der übrigen Straßenbahnbediensteten ist aber so groß, daß alsbald mit dem Bau eines zweiten noch umfangreicheren GenossenschaftsHauses begonnen werden soll. (5in Nicscnfast. Das große, über 100 Eimer haltende Weinfaß, das seit dem Jahre 1672 im Schloßkeller zu Neckarulm, Württemberg, lagert und bis zum Jahre 1900 dem dortigen Weingärtnervcrein zur theilweisen Aufbewahrung seiner ErZeugnisse diente, ist für seinen Zweck unbrauchbar geworden und soll verkauft werden. Das Riesenfaß, anfanglich in Holz, dann im Jahre 1762 in Eisen gebunden, hat einen Durchmesser von 11 1s9 und eine Läne von 15 Fuß. Die Dauben in ungemein starke Lager eingefügt sind 6 Zoll dick. Das Monstrum hat 19 Stück eiserne Reifen, die zusammen 30 Centner wiegen. Auf dem vorderen Boden des Fasses befindet sich die Inschrift:

..Boll im Herbst mit gutem Wein Möcht ich alle Jahre sein." Als Ersatz für den ausra7,girten Veleranen, der während seiner gewiß langjährigen" Dienstzeit manch köstlichen Tropfen verwahrte, wird ein gleich großes Faß aufgestellt werden. Bewegliche Scheiben. Ein ausgedehntes System von Scheiben einer neuen Art, das vom Oberleutnant v. Tschirsky erfunden ist, wurde kürzlich inBerlin von dem Königin Elisabeth Garde-Grenadier-Regi-ment scharf beschossen. Die Scheiben, welche im freien Gelände stehen, markiren eine feuernde Tirailleurlinie. Sie sind elektrisch mitdemPunktverbunden, wo sich der kommandirende Offizier befindet, und dieser kann die einzelnen Scheiben elsktrisch so dirigiren. daß die Scheiben verschwinden und erscheinen. Neu an den Scheiben ist, daß mit ihrem Verschwinden und Erscheinen zugleich Platzpatronen entzündet werden, wodurch das feindliche Feuer zu einer bisher nicht gekannten treuen Darstellung gebracht wird. Obgleich der Munitionsverbrauch bei den neuen Scheiben vergrößert wird, halten die höheren Of fiziere die Scheiben doch für ausgezeichnet. weil sie Ruhe in die Feuerlinie bringen. . Haiti verwexdet ein Sechstel seitzt Revenuen für die öffentlichen Schu-len.