Indiana Tribüne, Volume 27, Number 82, Indianapolis, Marion County, 26 November 1903 — Page 3
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Straffrei. Kein Procek vegen PostbetrugS gegen Er-Jnfpektor Crrwin.
Lage in den Kol)len-Distrir-ten Colorados wird ge fpannter. Haß gegen Gouverneur und Militär äusiert sich in Drohbriefen. Verhaftung eines namhaften Arbei tersührers in Iltah. Brutaler Naubansall gegen eine Stenographistin. Grubenbesitzer in Penna. besck)rän ken die Produktion. Aberklärung des Streiks der Chica uo'er StraKenbahN'Angestellten. Erwin kommt frei. San Francisco, 25. Nov. Der ehemalige Postamts Jnspector James E. Erwin, der in Washington wegen angeblicher Mitschuld an den Postbetrügereien von G. V. BeaverS und A. Machen angeklagt war, wurde heute von BundeScommissär Peacock un ter der Begründung aus der Hast ent lassen, daß das vorhandexe BeweiSma terial seine Auslieferung zur Processi rung nach Washington nicht recht fertige. Waffen für Colorado. Washington, 25. Nov. Das Kriegsdepartemmt hat dem Gesuche des Gouverneurs von Colorado um 1,000 Krag-Sorgensen Gewehre und Aus rüstungS-Gegenstände für 1,000 Mann stattgegeben. Im Departement wird erklärt, daß Colorado nur die Vorräthe erhält, zu denen es gesetzlich berechtigt ist. Von General Bates, der die StreikUnruhen n Colorado untersucht, ist noch kein Bericht eingegangen. Drohbriefe. Denver, 25. Nov. Gouverneur Peabody und General Adjutant Bell empfingen in den letzten Tagen Droh briefe. Es verlautete heute, daß demnächst Truppen nach den Kohlenfelvern gehen werden. Die Reserven Zählen 500 Mann und ihre Ausrüstung ist in we nigen Tagen vollendet. General Bell dittirte heute eine öffentliche Erklärung, nach welcher die Staatsgewalt bis zum letzten Mann dafür kämpfen werde, um die Ordnung zu wahren und Socialismus und Anarchie auszurotten." Der General hat Befehl zur Bildung von 2 weiteren MiliZ'Regimentern ertheilt. T e ll u r i d e , Col., 25. Nov. Generalmayor Bates untersuchte die hiesige Sachlage heute sorgfältig. Er meinte, der Staat scheine Herr der Lage zu sein. Er berichtet dem Präsidenten nach seiner Ankunft in Chicago. In Camp Goldsield trafen heute drei weitere Milizregimenter ein. In Ver bindung mit der Explosion in der Bin dicator-Grube wurde ein weiterer Gru benarbeiter verhaftet. Unter Militär. Schutz. Telluride, Col., 25. Nov. Mit 500 Soldaten, die an den verschiedenen Gruben dieses Distrikts postirt sind, hängt die Wiederaufnahme des Betriebs fast völlig davon ab, ob eS den Gruben sitzern gelingt, Leute zu finden. Eine Arische in den Reihen der Streiker läßt sich kaum erwarten ; die Mehrheit ist nach anderen Distrikten gereist. Aberklärung deöStreiks. Chicago, 25. Nov. Der Stra ßenbahn Streik kam heute zum Schlüsse, indem die Streiker einem Ab kommen ihrer Führer mit der Gesell schaft ihre Genehmigung ertheilten. Trotz dieses Abkommens wurden die Wagen heute noch durch Nichtgewerk schaftler unter Polizeischutz geführt. Heute Abend wurde indessen die Polizei benachrichtigt, daß man ihrer Dienste nicht mehr bedürfe und morgen wird der normale Betrieb hergestellt sein. Der Streik hat genau 14 Tage gedauert. Verhaftung eines Arbei t e r . F ü h r e r s. SaltLakeCity, Utab. 25.Nov Nach einer Depefche an die NewS" aus Coville, Utah, wurde heute Nachmittag Charles Demolli, Staats-Organifator des Westlichen GrubenArbeiterVer bandeS, aus einer 200 Leute starken Menge streikender Italiener von einem
Leutnant und 17 Soldaten mit aufge pflanztem Bajouett herausgeholt und
wegen Frieeensbluchs verhaftet. Demolli wurde in's CourthauS ge bracht und zu 30 Tagen Gefängniß verurtheilt. Nachts erfolgte seine Ueberführung unter militärischer Be wachung nach Price. Die Verhaftung verursachte ziemliche Erregung. Mysteriöser Angriff. Boston. 25. Nov. Ein Unbe annter, der heute b:i der Boston Note Brok. Co." wegen eineS Darlehens vorsprach, griff die Stenographistin Lillian Groß mit einem Meißel an und verwundete sie schwer im Gesicht und an den Händen. Frln. Groß gelang es, ein Fenster aufzureißen und um Hilfe zu rufen. Als Polizci erschien, war der An greiser verschwunden. Der Grund der That liegt in völligem Dunkel. Das Mädchen befindet sich in ernstem Zustande in einem Hospitale. Es stellte sich heraus, daß es sich um einen Raubanfall handelt, indem $400 auS dem Bureau fehlten. Das Mädchen gab nach Wiedererlangung dcS Be wußtseins der Polizei den Namen des Attentäters und es wird auf ihn ge fahndet. Er soll daö Bureau öfters besucht haben. .Trauriges Ende. MurfreeSboro, Tenn., 25. November. Frau SilaS Brackin, frü her Fräulein May Belle Gregory und vor einigen Jahren in dem Preisstreite einer New Jorker Zeitung als schönste Frau Amerikas erklärt, kam heute in ihrer Wohnung bei einem Brande um's Leben. Alle entkamen. PittSburg, Pa.. 25. Novbr. Ein Brand im Avenue Theater verur fachte heute Abend große Aufregung, aber glücklicherweise keinen Verlust an Menschenleben. DaS Publikum verlor keine Zeit beim Verlassen des Hauses, aber eS herrschte keine Panik und in sehr kurzer Zeit waren alle Leute auf der Straße Nach den ersten Gerüchten sollten Ver schiedene umgekommen sein. Ter EigenthumZschaden beträgt 815,000. Weitere Entlassungen. L o u i s v i l l e , Ky., 25. Nov. Fünf Angehörige des Feuerwehr De partementS wurden heute wegen der Vorgänge beim Brande des Freimau rertempelS entlassen. ES sind jetzt elf Leute entlassen und die Untersuchung ist vorläupg beendet. Trauung. South Bend, Ind., 25. Nov. Frau Jacob F. Studebakcr, Wittwe eines der Studebaker Brüder hier, und Andrew Langdon, ein angesehener Bewohner von Buffalo, N. wurden heute Abend in der Wohnung von Frau E. L. Kuhns, Tochter der Frau Stude baker, vermählt. Herr und Frau Langdon reisten nach der Feier nach dem Osten ab, um sich von New York nach Italien zu be geben. Hausbleibtfest. Washington, 25. Nov. Bevor der Senat die CubaVorlage ange nommen oder verworfen hat, wird sich das Abg.-Haus aus keinen Vertagungs Vorschlag für die ExtraSession ein lassen. Es ist dies die heutige Erklärung der HauS-Führer und der Senil wird da her kaum einen Versuch machen zur Vertagung der Extra-Session, bis sie von selbst in die regelmäßige Session am 7. Dez. übergeht. OdellundPlatt. New York, 25. Nov. Senator T. C. Platt bestätigte spät heute bei seiner Ankunft aus Washington die Angabe des Gouverneurs Odell, daß als Resultat der Conferenz mit Präsi dent Roosevelt die Harmonie in der republ. Staats Politik New Z)ork's wiederhergestellt sei. Hinrichtung. K e o k u k, Ja.. 25. Nov. Frank Clark, ein Mischling indianischer und mexikanischer Abstammung, wurde heute in Kaboka, Mo., gehängt. Er hatte am 20. Mai einen unsittlichen Angriff gegen Frln. Alice Heb verübt. Schneefall. St. LouiS, 25. Nov. Der erste Schneefall begann gestern Nacht; heute ist der Boden Zoll tief damit bedeckt. Der Schneefall erstreckt sich nach dem Wetterbureau über Ost'Ne braska, Kasas, das westliche Indianer Territorium, Süd'JllinoiS und ganz Missouri.
Congrek. Senat. Washington. 25. Nov. Der
Senat vollendete heute die ComiteEr Nennungen für den 53. Congreß und nahm den Antrag, die Abstimmung über die Newland'sche Resolution auf Annexion Cuba'S in Wiedererwägung zu ziehen, an. Die erste Rede zur cu banischen Vorlage hielt Senator Car mack, Demokrat aus Tennessee, der den Cntwurs bekämpste und erklärte, daß nichts anderes als eine allgemeine Re vision des Zolltariss die nothwendige Hilfe zu bringen vermöge. Zwischen den Senatoren Hale, Rep., Maine, Teller, Dem., Col., und New' lands fand eine Debatte über New lands Antrag statt, wobei der Antrag steller seine Ansichten erläuterte und Haie sich gegen jede Agitation bei dieser Frage aussprach. Senator Teller be tonte, daß Cuba in keiner Hinsicht als eine Dependenz an Amerika angesehen werden könne. De? Senat vertagte sich bis Freitag. Wünsche des Indianer Territoriums. Washington, 25. Nov. Abg. Curtis von Konsas stellte heute dem Präsidenten C. E. Foley aus Eaufale, Indianer Territorium, vor, der dem Congreß imNamen der Einwohnereine Petition unterbreitet hatte, daß die Be völkerung des Territor. zur Wahl eines Delegaten für daS Abg. Haus berech tigt werde. Der Präsident versprach sorgfältige Erwägung. Genau wie bisher. Shamokin, Pa., 20. Nov. In der Centralia Grube der Lehigh Valley Co. wurden heute Notizen angeschlagen, nach welchen der Betrieb vom 1. Dezem ber ab auf unbestimmte Zeit schließt. Ein Grund wird nicht angegeben; wahrscheinlich aber hängt die Schlie ßung mit der Restrktiionspolitik der großen Gesellschaften zusammen. 1500 Arbeiter werden hierdurch unthätig. Aufführung der Walküre." N e w V o r k, 25. Nov. Im Me tropolitan Opernhaus ging heute die Walküre über die Bretter. Felix Motl, einer der berühmtesten WagnerDirigen ten, dirigirte zum erstenmal in America. Frau Cadski hatte die Haupt'.olle der Brunhilde und Olive Fremstad Mün chen, machte ihr amer. Debüt als Sieglinde. Als Siegmund erschien E. Kraus; Fricka wurde von Frau Louise Homer dargestellt. Van Rooy war Wo tan und Blaß war Hunding. Die Wal küren waren durch die Damen Seygard. Kronold, Van Dresser, Jacoby, Schaffer und Weidelbach vertreten. m ii Kurze Depeschen. 25. November. Inland. New V o r k. Harriet Hubbard Ayer, die bekannte Mitarbeiterin der N. Y. World, ist gestorben. C i n c i n n a t i. Der republik. Staats'Senator Peter Echert starb ge stern Abend nach längerem Leiden. Washington. Richter Pullock vom Obergericht in KansaS wurde zum Nachfolger des BundeSdistrikts-Richters Cool auöerwühlt. K a n s a s C i t y. In einem Ho tel wurden vier Personen durch Gas in ihren Zimmern überwältigt. Ein vier jähriges Kind starb; die Anderen dürf ten davonkommen. St. Louis. A. Morrom, HilfS Sekretär des Gouverneurs und Th. A. Barrett, wegen Naturalisationsschwin deleien angeklagt, wurden von Bundes richte? AdamS entlassen. San Francisco. Samuel Rainey. viele Jahre hindurch ein:r der hervorragendsten Politiker Califor nienS, ist einem Herzleiden erlegen. Er war 1833 in New York geboren. Ausland. Rom. Nach der Tribrnrn" verbringt die Königin Wittwe Margherita den Winter in Egypten. Florenz. Hier fand die kirchliche Trauung von Frln. Cornelie Roofe velt Scovel mit dem Grasen Arturo Fabbrietti statt. London. Lord Roseberry svrach AbendS vor 3000 Personen im Surrey Theater gegen Chamberlain's Zoll Pläne. Bryan war zugegen. SantiagodeChile. Die Regierung beabsichtigt, S700,000 in 6-proc. BondS auszugeben. DaS Geld ist für Eisenbahnen und andere össent liche Werke bestimmt. -
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5 Haus, f)f und mh ' i v !x-x-i-k:-w-:w-h-h4 K a p e r n s a u c e. Man schwitzt Butter und Mehl, füllt mit Bouillon (man kann auch Hammelbouillon nehmen) auf. gibt Pfeffer und Salz dazu und, wenn es tüchtig durchgekocht ist. gießt man eZ durch. Zum Schluß gibt man die Kapern dazu und schmeckt die Sauce gehörig mit Essig oder Citronensaft ab. Kartoffeln. Es kommt häufig vor. daß Kartoffeln, die man in der Schale kocht, außen ganz weich sind, während sie im Innern noch hart bleiben. Man hilft diesem Uebelstande dadurch ab. daß man einen um die Mitte laufenden Ring aus der Schale schält. So behandelte Kartoffeln werden immer gleichmäßig weich werden. F l üch t i g e s L i n i m e. n t sollte in keiner Hausapotheke fehlen. Es ist ein vorzügliches, altbewährtes Mittel gegen Reißen, Rheumatismus, Lahmheit, Verrenkung und dergleichen mehr. Die mit kaltem Wasser und einem Lufahschwamm gut frottirte, leidende Stelle wird zwei- bis dreimal täglich mit fluchtigem Limment eingerieben. Mittöl gegen Nasenbluten. Die vom Nasenbluten befallene Person athme bei fest geschlossenem Munde durch die Nase tief ein, schließe sodann mittelst der Finger die Nase fest und athme durch den nunmehr geöffneten Mund aus. Die atmosphärische durch die Nase eingeathmete Luft bringt das Blut in der Nase zum Gerinnen. Kohl mit Kartoffeln. Kleine Kartoffeln werden geschält, gekocht und in Fett braun gebraten; hierauf wird der Kohl, wenn er gut gewaschen, gelesen und weich gekocht ist, fein gewiegt und mit ein wenig Semmel und Mehl, welches man in Butter schmort, dazu geschüttet, mit Brühe verdünnt und alles gut aufkochen lassen, dann die Kartoffeln darüber geschüttet. Das Tödten der Fiscy. gehört in der Küche und auf dem Fisch" markt noch immer zu den dunklen Punkten und sieht hinter einer regelrechten Thierquälerei durchaus nicht zurück. Man sollte in der Beziehung von den Holländern lernen. Dieses .Fischervolk" kennt und übt auch die allein richtige Tödtungsart der Fische. Der Holländer ißt keinen Fisch, der nicht regelrecht geschlachtet wurde. Mit einem scharfen Messer schneidet die Holländerin den Fisch hinter den Kopf und trennt so mit raschem Schnitt GeHirn und Rückenmark. Der Fisch ist sofort todt. Wenn bei dieser Tödtungsart einmal alle Thierquälerei vermieden wird, so hat sie andererseits den Vorzug, das Fischfleisch fest und haltbar zu machen. Daß der holländischen Köchin der Fisch zerfällt," kommt dank ihres Schlachtvcrfahrens gar nicht vor. Der Wohlgeschmack holländischer Fischgerichte hat seine Ursachen auch im Schlachten der Fische. Auf den holländischen Fischmäckten kennzeichnet der Händler die lebend geschlachteten Fische durch mehrere Querschnitte. Klaffen die Schnittränder breit auseinander, so hat die Hausfrau ein untrügliches Merkmal, daß die Thiere auch wirklich lebend geschlachtet und nicht etwa abgestorben sind. Die Schnitte todter Fische klaffen nicht. Eine gelöthete Blech-, dose ohne Dosenöffner zu öffnen, scheint unmöglich und doch fehlt derselbe manchmal oder versagt seine Dienste. In dieser Ratlosigkeit gibt es ein schnelles Mittel, um zu dem Doseninhalt zu gelangen. Man macht ein kleines Glätteisen glühend heiß und setzt es auf den Dosendeckel, der sich sofort leicht abnehmen läßt, da das heiße Eisen die Löthung gelöst hat. Zur Fütterung oer Schafe im Winter. Die Schafe brauchen im Winter gewürzige trockene Nahrung. Neben Stroh, welches von den Schafen besonders gut ausgenutzt wird, sollte man, wenn irgend möglich, Wiesenheu füttern, auch Esparsette oder gutes aromatisches Wickheu, und wenn diese Futtermittel fehlen sollten, bilden Klee und Luzerne ein ger genommenes Schaffutter. Saures, schlammiges, schmutziges oder sonst irgendwie verdorbenes Heu gebe man den Schafen nie. Von den verschiedenen Stroharten ist zur Nahrung der Schafe am besten das Hirsestroh zu empfehlen. Täglich einmal müssen die Thiere im Winter auch getränkt werden. Ein ausgewachsenes gesundes Schaf säuft etwa iz bis 2 Quarts Flüssigkeit, bei nur trockenem Futter jedoch mehr. Ueber den Durst lasse man die Thiere nicht saufen, denn dies ist ihnen nicht dienlich. Auch soll man nur kaltes Wasser verabreichen, welchem man etwas Salz beigemengt hat. Eingeweidewürmer bei Hausthieren werden leider zu häufig noch von vielen Besitzern für unschädlich gehalten, obgleich sie im Stande sind, Magen- und Darmwände des von ihnen bewohnten Thieres zu durchbohren und so den Tod herbeizuführen. In den meisten Fällen nehmen die Thiere die Eier der Würmer mit dem Wasser aus stagnirenden un'v auch selbst aus fließenden, Gewässern auf. weswegen man der Gefahr durch Filtriren oder Abkochen des Wassers begegnen sollte. Jedenfalls sollte man bei Turchfall .der Thisre stets sorgfäliin i,nt,rsncken. ob derselbe nickt von
dem Vorhandensein von EingeweideWürmern herrührt; sollte dies der Fall sein, was ja leicht festzustellen ist, dann wende man sich wegen Abhilfe sofort an einen Thierarzt. um Schlimmerem zu bcaeanen. Iculjchc lu Mittu. Las Thal von Kressone'., in Piemont ud stin Vewahner. Unter den deutschen Sprachinseln in Piemont in Oberitalin ist die im Thal von Gressoney, das sich vom Stock d?s Monte Rosa in südlicher' Richtung erstreckt, wohl am dedetends.en. Das Thal ist außerordentlich schön und birgt bis auf den heutigen Tag eine deutsche Bevölkerung, die, obwohl die Staatssprache Italienisch und die Kirchensprache Französisch ist, ihre deutsehe Art in ihrem ganzen Wesen, der Bauart ihre? Häufer und in Sitten und Gebräuchen bcwahtt hat. Den vorhandenen Urkunden ist zu entnehmcn. daß in dem Tl.l bereits im Jahre .12:18 Deutsche besessen hcen, und wahrscheinlich sind sie schon zum Beginn des 12. Jahrhunderts aus dem deutschen Wallis dorthin gekommen. Im Mittelalter wurden sie Krischeneyir oder Krythcneyer genannt. Daß sie so lange ihr Deutschihum sich bewahren konnten, ist jedenfalls darauf zurückzuführei, daß sie fast stets nach der deutscher. Schweiz oder nach Süddeutschland gingen, um dort als Händler ihr Brot zu suchen, das ihnen der karge Boden des hein?athlichen Thales versagte. Dieser Zusammenhang mit dem Mutterlande hat sich bis heute bewahrt, und so finden sich in Luzern, Zürich, St. Gallen, Lindau, Kempten, Augsbürg, Konstanz, Offenburg u. f. w. angesehene Handelshäuser, deren Inhaber aus Gressoncy stammen und im Somwer häufig ihr Heimaihstha! aufsuchen. Man hört daher in Gressoney viel Schriftdeutsch. Da französisch und italienisch unterrichtet wird, verstehen schon die Kinder drei Sprachen. Die Namen der beiden Hauptkirchmgemeinden La Trinite und St. Jean deuten darauf hin, daß von oben herab, vom Bischof von Aosta. auf die französischc Benennung Werth gelegt wird, die Leute sprechen dagegen immer von Oberdorf und UMerdorf. Die Namen der einzeknen Weiler zeigen mehr oder weniger deutlich die deutsche Wurzel: Dreißiger, Blattaz, Lomataz, Mettle, Boden, Wald, Viel, Ronquen, Grcßmattaz, Waldobbia, Albenson. Opfer der Mode. Ein französischer Vogelfreund hat eine Statistik über die Anzahl der Bögel aufzustellen gesucht, die getödtet werden, um die Hüte der -Damen zu schmücken. Zunächst theilt er mit, daß die Nachfrage nach Flügelfedern das fast vollständige Aussterben von Schwalben, Eisvögeln und Goldfinken in Frankreich bewirkt hat. Sie sind alle entweder in andere Länder vertrie-
ben oder ausgerottet Die Federn, mit denen die Damen ihre Hüte schmückn, kommen heutzutage meist aus Sibirien und aus den Gebieten der Kirgisen,Ostjaken und Samojeden. Diese Bölkerstämme verbringen ihren endlosen Winter hauptsächlich mit Schießen und Fangen von Vögeln. Sie essen das Fleisch und verkaufen sowohl den Balg als die Federn. Auf dem Markt von Urbit, einer Stadt im Grenzland von Europa und Asien, wurden in diesem Winter gegen 3000 Uhus zu ungefähr $3.59 das Paar verkauft; 4000 Paar Adler brachten denselben Preis. Weiße ?ulen wurden viel verlangt, und 16,000 Paar wurden zu 50 Cents das Paar verkauft. Die gewöhnliche graue Eule ist nicht gangbar." Nicht wen!ger als 200,000 Paar Elstern brachten gute Preise, und 2000 Haubentaucher (ein kleiner Vogcl mit einem Schöpf) wurden bis zum Preise von 18 Cents das Paar von toi Pelzhändlern getrieben, die sehr eifrig nach den Federn suchten, die viel wegen ihres Glanzes verlangt werden zu Muffs und zu Besatz von Damenkleidern. Gegen 6000 Paar Waldhuhn- und Auerhahnschwanzfedern wurden sehr niedrig bezahlt. Auch Rebhuhnfedern gab es ehe Menge auf dem Markt; 30.000 Paar RebHuHnflügel wurden für weniger alZ 6 Cents das Paar verkauft. Verschobene Hinrichtung. Der äußerst seltene Fall, daß eine Hinrichtung noch im letzten Augenblick in Befolgung des Gesetzes verschoben werden mußte, ereignete sich kürzlich in Greifswald, Provinz Pommern. Das dortige Schwurgericht hatte den Tischlergesellen Ludwig Teßnow aus Stolzenhagen bei Stettin wegen Ermordung von zwei Schülerinnen und zwei Knaben zum Tode vcrurtheilt. Als de? Staatsanwalt in die Zelle de5 Mörders trat und ihm die Mittheilung machte, daß am nächsten Morgen das Urtheil vollstreckt werden sollte, brach Teßnow in verzweifeltes Geschrei aus, er hatte alle Fassung verloren und tobte die ganze Nacht hindurch, nur zeitweise machte sich ti:fe Niedergeschlagenheit bei anscheinender Geis.e-abwe-scnheit bemerkbar. Als Teßnow am Morgen dem Scharfrichter zugeführt werden sollte, konnte es keinem Zweifel mehr unterliegen, daß er aus Todesangst verrückt gttuorden war. Er war vollständig schwach, und die Aerzt? stellten fest, daß er eine Lähmung der Herzthätigkeit erlitten hatte. Nach den gesetzlichen Vorschriften durfte die Hinrichtung nun nicht vorgenommen we-.. den und . Teßnow wurde in die Jrren Abtheilung des Krankenhauses zur Beobachtung übergeführt.
