Indiana Tribüne, Volume 27, Number 80, Indianapolis, Marion County, 24 November 1903 — Page 6

Jttdiaun Tribünc, 24 November 1903.

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Europäische Nachrichten.

freirntj Sctzleswtg'KorlZein. Schleswig. In einer Guttaperchafabrik in der Holstenstraße kam der 17 Jahre alte Arbeitsbursche John Appel einer Transmission zu nahe, wurde von derselben erfaßt und einige Male herumgeschleudert und so schwer verletzt, daß er in hoffnungslosem Zustände nach dem Krankenhause gebracht werden mußte. A l t o n a. Zur Feier des 50jährigen Amts-Jubiläums des Rektors Horstmann fand in den Räumen der zweiten Mädchen - Volksschule eine würdige Feier statt, der das gesammte Lehrer- und Lehrerinnen-Collegium und eine größere Anzahl Schülerinnen beiwohnte. Ein Unglücks fall mit tödtlichem Ausgang ereignete sich in der Finken Straße. Der Händler Chr. Göttsch stürzte über das Treppengeländer in den Hausflur und erlitt einen Schädelbruch. Der Verunglückte verstarb nach wenigen Augenblicken. Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich an der Flottbecker Chaussee in der Nähe des Groth'schen Gesellschaftshauses. Der am Röhrendamm in Hamburg wohnende Bäckermeister Eybächer wollte mit drei Personen eine Wagenfahrt nach Vlankenese machen. Plötzlich löste sich die Deichsel vom Wagen, das Pferd scheute und ging durch. Eybächer, welcher das Gefährt selbst leitete, fiel vom Wagen, auch die übrigen drei Personen wurden auf das Straßenpflaster geschleudert. Er sterer trug recht erhebliche Verletzungen davon. Sein 25jähriges Dicnstjubiläum feierte der in der Schumachersiraße wohnende Polizeisergeant von Scheven. Bimöhlen. Das Ehepaar I. Steen und Frau feierte das Fcst der goldenen Hochzeit. Beide sind noch sehr rüstig. Der Jubilar machte den Feldzug von 1848 mit und wurde in der Scblacht dei Jdstedt verwundet. Eckernförde. Der Neste i der schleswig-bolsteinschen Lehrer, Lehrer a. D. E. F. Mahrt, ist in einem Alter von fast 93 Jahren in Schleswig gestorben. Mahrt war lange Jahre liier tbätig. Helgoland. Bei Südw:ststurm kenterte unweit der Landungsbrücke ein Segelboot mit acht Insassen. Der Steuermann Krueß. der Sohn des Besitzers des Bootes, ertrank. Jtzehoe. Dem Direktor unserer Realschule, Professor Dr. Seitz, welcber 24 Jahre die Anstalt geleitet hat. ist aus Anlaß seiner Pensionirung der Rothe Adlerorden 3. Klasse verliehen worden. Das 60jährige Geschäftsjubiläum und zugleich seinen 87. Geburtstag beging Bleicher Keil hier. In seltener Rüstigkeit ist der alte Mann noch in seinem Geschäft thätig, das er mit Hülfe seiner Kinder führt. Kiel. Selbstmord durch Erschießen hat in seiner Privatwol,nung der Marine-Stabsarzt Dr. Maithisson begangen. Ein Nervenleiden, an dem Matthisson seit längerem krankte, in als urjacye zu dem ?eionmoro anzusehen. Lägerdorf. Werkmeister Hinrich Steffen hierselbst feierte den Tag seiner 25jährigen Thätigkeit bei der Alsenschen Portland - Cementfabrik. Dem Jubilar wurde von der Musikkapelle der Alsenschen Fabrik-Feuer-wehr ein Ständchen gebracht. A o l l st e d t. Die Eheleute Thomas Andresen und Frau feierten das Fest ihrer goldenen Hochzeit. Provinz gdftcsictu Breslau. Auf der Klosterstraße ereignete sich ein Unfall mit tödtlichem Ausgange. Der Palmstraße 33 lebende Gymnasial Oberlehrer a. D. Professor Wutke wurde durch einen Straßenbahnwagen umgefahren und erlitt eine so schwere Verletzung an der Stirn, daß er während der Uebcrführung nach dem Barmherzigen Brüderkloster starb. Görlitz. Auf der Bühne des Wilhelm - Theaters erschoß sich der Garderobier und TheatermeistcrGarbe von hier. Man fand ihn hinter dem herabgelassenen Vorhang auf einem Sessel sitzend todt vor. Was den Bedauernswerthen. der schon mehr als 20 Jahre am Wilhelm - Theater angestellt war, in den Tod getrieben hat, ist nicht bekannt, jedenfalls waren es aber nicht Nahrungssorgen. H e i n r i ch a u. Nach längerem Leiden verschied hier der Superintendent und Schloßprediger Lic. Paul Gottwald im 06. Lebensjahre. Er war Mitglied der Prüfungs - ComMission für die Candidaten des evangclifchcn Predigtamtes, auch in fast ganz Schlesien als Festprediger bekannt. In der hiesigen Gemeinde hat er 31 Jahre als Seelsorger gewirkt. K a l t w a s s e r. Der frühere Stellenbcsitzer Josef Heinze hierselbst feierte seinen neunzigsten Geburtstag. Vor kurzer Zeit feierte derselbe in aller Stille mit seiner 80 Jahre alten Gattin die diamantene Hochzeit". Das Jubelpaar erfreut sich noch guter Gesundheit und Rüstigkeit. L i e g n i tz. Sein 25jähriges Jubiläum beging der Polizei - Sergeant Neumann hierselbst. Seitens des Magistrats wurde ihm ein Jubiläumsgeschenk von 100 Mark überreicht. Ebenso befindet sich der KassenWächter Kallert 25 Jahre im Diensie der Stadt. Er erhielt ein Jubiläums geschenk von 50 Mark. N e u m a r k t. Auf dem Domimum Stusa, hiesigen Kreises, verunglückte

i der dort beschäftigte Hofgärtner Bi-

schoff dadurch, daß die Pferde der

Saemaschme, bei welcher ischofs veschäftigt war. durchgingen und er untcr die Maschine gcrieth. Seine Verletzungen waren so schwere, daß er verschied. Prau snitz. Auf dem Wege hierber, wohin er telegraphisch zu einem Kranken verlangt wurde, fiel Sanitätsrath Körner so unglücklich vom Rade, daß er cinenSchienbeinbruch erlitt. Provinz "gfosen. Posen. In Baden - Baden verstarb im Alter von 75 Jahren der Gymnasialdirektor a. D. Dr. Geist. Der Verstorbene war lange Jahre Direktor des hiesigen Berger - Realgymnasiums. Bromberg. Sein 50jähriges Dienstjubiläum beging Rechtsanwalt Justizrath Sußmann. Der Präsident des Landgerichts, Rieck, überbrachte ihm den von ihm verliehenen Rothen Adlerorden 3. Klasse. In Moritz' Hotel fand ein ihm zu Ehren veranstaltetes Festessen statt. Eine Bltthat wurde auf dem Grundstück Arenkenhöferstraße 9 verübt. Dort wohnen der Eisenbahnstellmacher Zabel und der 81 Jahre alte Maurer Stange. Als der 11jährige Sohn des Zabel im Garten spielte, erschien Stange am Fenster seiner Wohnung und rief dem Knaben, der vielleicht nach Kinderart etwas laut war, drohende Worte zu. Dann trat er in die Stube zurück und erschien gleich darauf wieder am Fenster mit einem geladenen Gewehr. Er legte auf den nichts ahnenden Knaben an, schoß 'ab, und die starke Schrotladung traf den Kleinen so unglücklich in Hals und Kopf, daß er todt niederstürzte. Der Thäter wurde sofort verhaftet. F l i e ß h a i n. Aus Furcht vor Strafe hat sich der 22jährige Käthnersöhn Otto Thimm in der Gonsawka ertränkt. K l o n o w o. Durch Blitzschlag brannte das Wohnhaus sowie bfi Scheune des Käthners Engwer nieb Sämmtliche Erntevorräthe sind verbrannt. Der Geschädigte war nicht versichert. L i s s a. Erschossen hat sich hier der Oberkellner Beil aus Landeshut. Beil war Letztens in einem hiesigen GastHause abgestiegen, um, wie er angab, bald nach Posen weiter zu reisen, wo er Stellung bekommen habe. Tcr Selbstmörder war ohne alle Baarmittel, nur noch 2 Pfennige wurden bei ihm vorgefunden. Dieser Umstand dürfte wohl auch die Ursache zur That gewesen sein. Neu-Beelitz. Maurer Firch hat sich hier erhängt. Er- war ein alter Mann, der sich wie viele andere verführen ließ, sich dem im Frühjahr hier ausgebrochenen Maurerstreik anzuschließen. Er konnte deshalb keine Arbeit bekommen und soll aus Nahrungssorzen sich das Leben genommen haben. O st r o w o. Auf dem Vorwerk Goliszewn wurde die 5 Safirs alte 9srr.ns cmvnvsll von einem ommmlioagen überfahren und sofort gctödtet. Das Wirth Vegandische Ehepaar aus dem Nachbardorfe Radlow wurde verhaftet und dem hiesigen Justizgefängiß eingeliefert. Eine im feindlichen Verhältniß zu ihnen stehende Tochter hat nämlich beim Gericht die Anzeige erstattet, daß sie selbst vor etwa neun Jahren den auf dem Begandi'schen Gehöft ausgebrochenenScheunenbrand angelegt hat. aber dazu von ihren El tern angestiftet worden s:i. S ch o ck e n. Das Maurer Franz Ni:m?i!owski'sche Ehepaar feierte das Fest der diamantenen Hochzeit. Dem Jubelpaar hat der Regierungspräsident zu Vromberg aus diesem Anlaß 30 Mark überwiesen. W r e s ch e n. In einer Stadtverordnetcnsitzung wurde der Beigeordnete Einicke auf weitere sechs Jahre g?wählt. Er ist 84 Jahre alt und gehört der Stadtvertretung über 40 Jahre an. 'Arovinz Sttchlen. Magdeburg. Dem Oberpräsidialrath Davidson ist vom König von Sachsen das Comturkreuz des Albrecht - Ordens verliehen worden, fcrner erhielt der pensionirte EisenbahnZugführer David Jacoby das Kreuz des Allgemeinen Ehrenzeichens. Aschersleben. In der' Nähe des hiesigen Gartenhauses (am Selkethale) verunglückte der Bandagist Friedrich Giesemann aus Harzgerode dadurch, daß er von seinem eigenen Geschirr überfahren wurde. Während der Ueberführung nach seinerHeimathstadt verstarb er. D e l i tz s ch. Zur Arbeit gehende Arbeiter bemerkten, daß aus den Fen stcrn der Wohnung des Zimmermannes Richter dichter Qualm hervorquoll. Sie schlugen sofort Lärm. Man fand, daß im Zimmer ein Bett, mehrere Kleidungsstücke und einige Möbel verbrannt waren. Der alte Mann lag entseelt am Fußboden. Jedcnfalls ist er im Rauch erstickt. G e n t h i n. Das Rentier Euen'sche Ehepaar feierte in völliger Frische die goldene Hochzeit im Kreise von Kindern, Enkeln und Urenkeln. H e i l i g e n st a d t. Dem Commissarius und Geistlrchen Rath Osburg ist der Rothe Adlerorden vierter Klasse verliehen worden. Jlsenburg. Hier feierte das Karl Dieckmann'sche Ehepaar die golden? Hochzeit. Dos Jubelpaar erfreut sich noch der größten Rüstigkeit. Pastor Orthmann vollzog die Einsegn'.na und überreichte mit der Ehejubi-

läumsmcdaille eine von der Fürstin zu

Stolberg - Wernigerode gestifteten Prachtbibcl. Kalbea a. M. Die 74jährige Frau des verstorbenen Fleischermeistcrs Lehmann war bei der an der hiesigen Dampssägemühle aufgestellten Dreschmaschine beschäftigt. Im Begriffe, Roggen nachzustoßen, kam die Greisin mit dem linken Arm in das Maschinengetriebe. Ein furchtbarer Aufschrei ertönte und der Arm wurde immer weiter in die Räder hineingezogen. Schon war er bis zum Ellenbogen zerquetscht, als die trotz furchtbarsten Schmerzes bei Besinnung geblieben? Frau, die den Tod vor Augen sah, wenn es ihr nicht gelang, sich loszumachen, ihren Körper mit äußerster Energie von dem Armstummel losriß. Sie hatte sich gerettet, aber der Arm blieb in der Maschine. Aerztliche Hilfe war sofort zur Stelle, auch ein Stück des übrig gebliebenen Oberarmes mußte der Frau noch amputirt werden. L ö d d e r i tz. Der zehnjährige Sohn des Landwirths Knopf war beim Einfahren mit beschäftigt. Während des Fahrens sprang er aus der Schoßkelle heraus, blieb dabei im Gestränge hängen und gerieth unter die Räder des Wagens. Das eine Rad ging ihm über den Leib und das andere zerbrach ihm den Unterkiefer. Alle Hilfe war vergebens. Der Tod erlöste den Knaben von seinen Schmerzen. Quedlinburg. Die große Simon'sche Tischlerei, Augustinern 6, wurde durch ein Schadenfeuer vollständig zerstört. S t a ß f u r t. Im benachbarten Klein - Mühlingen holte der hiesige Fleischcrmeistcr Rockmann einen Bullen beim Gutsbesitzer W. Diesing ab. Dabei wurde das Thier wild, warf den Futtcrknecht Bertram zu Boden, trat mit den Füßen auf ihm herum und verletzte ihn derart, daß der Bedaucrnswerthe bald darauf starb. JnWienistdieserTage der Belgrader Advokat Velikowitsch, der frühere Minister und Vertrauensmann König Alexanders, in Vegleitung des ehemaligen serbischen KreisPräsidenten Dcmeter Kalajdzitsch eingetroffen, um die von der Königin Draga bei Wiener Geldinstituten hinterlegten Depots für die erbberechtigten Schwestern abzuheben. Sie kassirten auf Grund der Vollmachten bei der österreichischen Sparkasse eine Betrag von 130,000 Kronen ein, die Draga kurz vor ihrer Ermordung hinterlegt hat, und bei der Unionbank 23.000 Kronen. Gleichzeitig fanden sich die genannten Vertreter beim Hofjuwelier Köchert ein, um verschiedene Schmuckgegenstände, welche Königin Draga zur Reparatur gegeben hatte, abzuholen. Der Juwelier erklärte, die Geaenstände nicht eher ausliefern zu wollen, als bis seine Forderung ton mehreren tausend Kronen beglichen sei. AufGrundderinFinnl a n d geltenden Gesetze wurde kürzlich vor dem Rathhausgericht in Wiborg zwischen dem Fräulein Etna Selin und dem Dr. Rolf Lagerborg eine Civilehe eingegangen, die erste in Finnland. Dr. Lagerborg hat vorher eine Abhandlung veröffentlicht und weist darin aus den finnländischen Gesetzen nach, daß eine, solche Ehe in Finnland gestattet ist. So lautet z. B. ein Gesetzesparagraph: Wenn ein Mann seine Braut entehrt, so handelt es sich um eine Ehe, die durch eine Trauung bestätigt werden muß. Weigert sich der Mann, die Trauung vollziehen zu lassen, und beharrt er bei dieser Weigerung, so wird die Betrefsende für seine Ehefrau mit allen Rechten einer solchen erklärt." Dazu bemerkt Dr. Lagerborg: Hiermit bietet sich also allen denen, die sich weigern, eine kirchliche Trauung über sich erge hcn zu lassen, die volle gesetzlich? Möglichkeit, sie zu vermeiden." Ävn einer interessanten Forschungsreise in das öde Innere von Labrador ist unlängst der amerikanische Forscher Colonel Willard Glazier nach New Jork zurückgekehrt. Es war seine zweite Expedition, die ebenso wie die erste nur zum Theil erfolgreich war, da nur eine viel kleinere Strecke zurückgelegt werden konnte, als in Aussicht genommen war. Die beiden Expeditionen haben sich nur längs dem Rande des 200.000 Quadratmeilen großen, thatsächlich unerforschten Gebietes bewegt; trotzdem berichtet Colonel Glazier über die Entdeckung von sechs Flüssen. 15 Inseln, vier Bcen und zehn Bergen. Auch eine große Fülle von neuem Material für Botanik und Mineralogie wurde gesammelt, ebenso einige werthvolle Daten über die Eingeborenen, ein Volk, das den Eskimos blutsverwandt ist. Ein Mitglied der Gesellschaft war die Tochter des Forschers, Miß Alice W. Glazier, die ihrem Vater muthig während der ganzen Reise folgte. Die Expedition wollte quer durch die Halbinsel marschiren, aber die Rauhheit der Gegend und eine Fliegen- und Moskitoplage trieb die Gesellschaft an die Küste zurück, der sie von Battle Harbour bis zum Kap Mugford folgte. Kein Vergnügen. Er: Xun, hast Du Dich bei der Pferdeausstellung amüsirt?" Sie: Gar nicht. Es herrschte solches Gedränge, daß ich keine einzige Toilette kritisiren lonnte."

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Zu Tode gemißhandelt hat eine Arbeiterfrau ihr eigenes Kind, und wurde deshalb vor dem Schwurgericht in Prcnzlau zu 10 Jahren Zuchthaus verurtheilt. Die Abeiterfrau, Sophie Heiner aus Wildenberg bei Prenzlau ist der Tödtung der 5-jährigen Frida Heiner angeklagt; die Frau war in zweiter Ehe mit dem Tagelöhner H. rcrheirathet. der aus erster Ehe vier Kinder b:saß. darunter die 5-jährige Frida, welche die Angeklagte geradezu mit Haß verfolgte. 'Im Mai d. I. erkrankte das Kind infolge der Mißhandlungen, die es von der Stiefmutter tagtäglich zu erdulden hatte. Das entmenschte Weib zwang das Kind aus dem Bett aufzustehen; als die Kleine zu Boden fiel, band die Stiefmutter ihr die Füße mit einem Strick zusammen und hing daarme Wesen so an einem Ofenhaken auf. Als das Stöhnen des Kinder immer ärger wurde, nahm die Rabenmutier das Mädchen wieder 'herab und warf es auf das Bett; dieses wieder holte sich mehrere Male, so daß die Kleine vor Angst und Schmerz einer Ohnmacht nahe war. Jetzt befahl die Furie dem Kinde, das sich kaum auf den Beinen halten konnte, sich an den Oftn zu stellen; als dieser Befehl nicht sofort ausgeführt wurde, wurde das Kind a:i den Vettpfcstcn festgebunden. Noch in derselben Naebt starb das Kind unter Quälen, nachdem es noch kurz rorlici von der Stiefmutter mit einem dicken Sbcfe seprügelt worden war. Die BeWeisausnahme ergab, daß das kleine Mädchen planmäßig zu Tode gequält wurde: die äuztliche Untersuchung tai einen Nippenöruch. und zahllose Verletzunaen durch Schläge festgestellt, die in Verbindung mit der mangelhaften Ernährung das Ende des bedauernswertben Wesens herbeiführten. Der Spruch des Gerichts lautete auf IC Jahre Zuchthaus und Ehrverlust von gleicher Daucr. Cr., (?l:cckfälsÄcr. Vor dem Gericht in Bowstreet zu London hatie sich ein junger Mann loggen Fälschung eines Checks in der Hztze von 19.400 Lstrl. zu verantworten. Die Verhandlung ergab, daß der Angeklagte, der in Brighton die Rolle eines Offiziers der 9. Ulanen spielte, mit Leichtigkeit von sonst keineswegs unerfahrenen Leuten Geld zu erhalten wußte. Den Check hatte er ausgestellt auf einem von einem der Celdleiher zur Verfügung gestellten Formular. Da er sich aber nicht vergewissert hatrc, ob der betreffende reiche Herr, dessen Namen er bei der Ausstellung des Checks benutzte, auch wirklich ein Conto bei der genannten Bank hatte, wurde sein Betrug bald entdeckt. Der junge Mann ist der Sohn eines Vorarbeiters in den Londoner Docks. Außerordentlich erstaunlich ist es, daß dieser junge Mcnsch, der als gewöhnlicher Soldat wegen körperlicher und geistiger Untauglichkeit" entlassen wurde, im Stande war, eine lange Zeit hindurch die Rolle eines rei-ci-en Erben und Sohnes eines Varonets zu spielen. Wie es früher dem Sohn eines Droschkenkutschers gelunzen war, unter falschen Vorspiegelunqen eine vornehme Dame zu heirathen, so ist dies offenbar auch diesmal wieder der Fall gewesen. Bei den Verhandlungen gegen den jungen Schwindler, dessen richtiger Name Wood ist, war der Rechtsvertreter einer Dame zugeben, die den jungen Wood geheirathct haben soll, weil sie ihn für den Sohn eines Lords hielt. Ein schöner Frcudcntag. Der Geburtstag der Kaiserin wurde, wie aus Kiel gemeldet wird, für einer, armen Tagelöhner des Gutes Damy in Schwansen ' der schönste Freudentaz. Das kam so: Der Tagelöhner Jng wertsen. ein fleißiger, unbescholtener Arbeiter auf Damy. dem Nachbargute des herzoglichen Besitzes Grünholz, hatte das Unglück, daß er mit einem Wagen sein eigenes Kind, einen sechsjährigen Knaben, überfuhr und so schwer verletzte, daß der Kleine starb. Im Schmerz um den Verlust des Schnes erhielt der Vater die Nachricht, daß gegen ihn Anklage wegen fahrlässiger Körperverletzung mit tödtlichem Ausgang erhoben worden sei. Die Kieler Strafkammer verurtheilte den Schwergeprüften zu drei Monaten Gefängniß. Da erschien in den letzten Tagen des Septembers die Kaiserin mit dem Prinzen Adalbert auf Grünholz, damit der nach Ostasien gehende Prinz sich vom Herzog und der Herzogin, seinem Oheim und seiner Tante, verabschiede. Der Tagelöhner bat um eine Audienz bei der Kaiserin, und die hohe Frau erfüllte die Bitte. Der unglückliche Vater schilderte der Kaiserin, wie er durch das unselige Verhängniß fein Liebstes verloren habe, und dazu jetzt auch noch der Schande verfalle. Er bat schlicht und eindringlich, beim Kaiser zu seinen Gunsten ein Wort einzulege?:. Die Kaiserin sicherte ihm dies 'zu. und an ihrem Geburtstage traf bei dem Tagelöhner die Freudenbotschaft ein, daß der König die Gefängnißstrafe im Wege der Gnade erlassen habe. Die Monarchin ließ sie sogar telegraphisch dem Tagelöhner übermitteln. WcmlitlNiclf. P o l i z i st (zu einem Mann, der aus einer Vereinsversammlung herausgeflogen kommt): Wer sind Sie?" Ich bin die Opposition!"

Schurz wieder ganz juzcndlicZ,. Bei dem Kudlich-Fest in New York wehte neben der fchwarzweißrothen Fahne des neuen deutschen Reichs die schwarzrotgoldene. Durch ihren Anblick wurde der vierundsiebzig Jahre und ickt Monate alte Kämpe Carl Schurz in sein neunzehntes und zwanzigstes Jahr zurückversetzt; denn er sagte in seiner Rede besonders auch folgendes. Ich freue mich, die schwarzrothgoldene deutsch-nationale Freiheitsfahne heute Abend hier noch einmal mit alter Liebe und Ehrfurcht zu begrüßen. Ja. ich grüße sie hier mit alter Liebe und Ehrfurcht die Fahne, deren Farben Jahrzehnte lang von den treuesien Patrioten Deutschlands, damals als Demagogen verfolgt, verborgen auf der Brust getragen worden: die Fahne, die im März 1848 plötzlich im Sonnenlicht des Völkerfrühlings frei und froh und hehr flatterte über dem gesammten Laterlande als das Wahrzeichen der höchsten Ideale der deutschen Nation; die Fahne, die in jenen großen Tagen des nationalen Erwachens Könige und Fürsten die ihrige nannten, mit dem feierlichen Versprechen .sie dem Volke treu voran zu schwingen, und die sie ihren Hcerschaaren zu tragen gaben; die Fahne, die ein Jahr später von den Mächten der Reaktion, trotz jener Verivrechen, in dem Blute der Freiheitskämpfer begraben wurde, um nicht wieder zu erstehen. Verstehen Sie mich wohl. Ich sage dies nicht, als ob ich die mächtigen Errungenschaften und Fortschritte unterschätzte, die unter der Fahne des neuen Reichs, der fchwarzweißrothen. gewonnen worden sind. Gewiß nicht. Ich achte sie hoch, sehr hoch. Dem großen Verdienst große Ehre. Aber W schwarzrotgoldene Banner bedeutet doch dte Geburt dessen, was es unter dem fchwarzweißrothen Großes. Erhe' bendes und Verheißungsvolles giebt. Ich kann nicht unternehmen. Ihnen hier den Urspruna und Gang der Revolution von 1848 darzulegen. Man hat sich bier und da in Deutschland seither darin gefallen, das Jahr 1843 als das ..tolle Jahr" zu bespötteln. Ich sage ncn, die Zeit wird kommen, wenn der Geist, der die Feder der Geschichtschreibung führt, sich auch in Deutschland nicht mehr scheuen wird, darüber die ganze Wahrheit zu sagen, auch auf die Gefahr hin. den Mächti gen zu mißfallen. Dann wird es von aller Welt anerkannt werden, daß die oeutsche Revolution von 1848, wenn auch nit in ihrem unmittelbaren Erfolge, aoer doch in der Recktmäb.keit ihrer Ziele und dem patriotischen Sinn ihrer Führer und Heerfolge den ReVolutionen, denen England seine freie Regierungsform und Amerika seine Unabhängigkeit verdankt, vollkommen ebenbürtig war; daß die Forderungen, die sie ursprünglich stellte nationale Einigung und konstitutionelles Regierungswe'sen auf volksthümlicher Grundlage Forderungen, die ja auch seither, zum Theil wenigstens, thatsächlich verwirklicht worden sind nicht allein vernünftig waren, sondern auch damals durchaus erreichbar geWesen wären, hätten die Könige und Fürsten ihre in den Märztagen feierlick gegebenen Versprechen damals treu erfüllt; daß der unmittelbare Fehlschlag nicht wahnwitzigen Bestrebungen zuzuschreiben war. noch auch gefährlichen Ausschreitungen der Massen, deren es verhältnißmäßig wenige gab, sondern vor Allem der gewiß aus keiner unedlen Quelle entsprungenen Vertrauensseligkeit, mit der man auf jene königlichen und fürstlichen Versprechen baute und damit versäumte, zu guter Zeit, zur Zeit des noch allmächtigen Volkswillcns. sich gegen die im Geheimen spinnende Reaktion zu rüsten. Man wird dann einsehen, daß jener Fehlschlag viel weniger den Freiheitsmännern von 1848 anzurechnen 'Ü, als den Gewalthabern jener Zeit, die das gemüthliche Vertrauen des Volkes mißbrauchten und mit Waffenmacht diejenigen erdrückten, die auf der Er' füllung jener Versprechen bestanden. Man wird erkennen, daß das Jahr 48, weit entfernt davon, ein tolles" Jahr zu sein, in Wahrheit das Jahr des mächtig erwachendenSelbstbewußtseins eines lange in knechtischer.Vormundschaft gehaltenen Volkes war; das Jahr der Aussaat großer Ideen und Anregungen, deren Nachwirkung die blutige Hand der Reaktion nicht hat ersticken können Ideen und Anregungen, die seither von den größten ihrer früheren Gegner selbst mit weitblickendem Genie und gewaltiger Kraft ergriffen, in großartigen Schöpfungen zum Ausdruck gebraut worden und noch zu freierer Entwicklung bestimmt sind. Wenn die Deutschen einmal ein ebenso freies wie großes Volk geworden sind, so werden sie sich besinnen, daß auch die größte Nation alle Ursache hat, sich selbst zu achten, in dankbarer Erinnerung an solche Zeit des Erwachens und der Erhebung, und stolz zu sein auf die Stammesgenossen, die mit patriotischer Opferwilligkeit bereit waren, sich für solche Anregun gen und Ideale todtschlagen zu lassen. Statt sie hochmüthig zu verspotten, wird man dann die Achtundvierziger ehren als die siegenden Geschlagenen eines aronen Veainnens.

Deutschland hat nichtnur Schwierigkeiten in Südwestafrika. sonder auch in seinen ostafrikanischen Vesitzurrgen . Gegen die Massai, welche in deutsches Gebiet eingefallen waren. Ist ein kk.rvedition ausnesandt trotten.

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