Indiana Tribüne, Volume 27, Number 79, Indianapolis, Marion County, 23 November 1903 — Page 4

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Jndmna Trlbüne, 23. November 1903.

jndiana Tribüne. HerauSgeAebcn von bet utctifcttfl G. Indianapolis, Ind.

Harry O. Thudium Präsideut. (SeschaftSlocalk No. 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE 2. n erert r.t the Post Office of Indianapolis a3 second dass matter. Die Rückwanderung nach Europa. Die ungewöhnlich hohen Ziffern der Einwanderung der letzten Jahre haben vielen amerikanischen Zeitungen das Thema zu sehr erregten Besprechungen gegeben, durch welche wie ein Leitmo tiv die Vermuthung klang von den an geblichen Gefahren", welche die stark angeschwollene Einwanderung dem Lande bringen müsse. .Man übersah bei diesen Befürchtungen meist die Thatsache, daß ja ein sehr reichlicher Theil der amerikanischen Cultur ganz ausschließlich aus der Einwanderung hervorgegangen ist. Von mehr Bedeutung freilich war der Umstand, daß gegen neun Zehntel der Einwanderung aus Süd und OstEuropa kamen, während die Einwan derung aus den germanischen Ländern, die erwünschteste, in ganz überraschen der Weise zurückgegangen war. Die Einwanderung des letzten Finanzjahres hatte sich auf 921.315 belaufen. Die unangenehmste Begleit erscheinu.ig derselben war, daß die deutsche Einwanderung nur einen sehr kleinen Bruchtheil don dieser kolossalen Gesammtzisser bildete. Sie war auf 40,086 zusammengeschrumpft, während die aus Italien 230.622 betragen hatte; die aus Oesterreich Ungarn 206,011; Rußland 136,093; Irland 35,310; England 26,219; Japan 19,963 und China 2209. Man hat die ungewöhnlich stark angeschwollene Einwanderung oftmals mit einer ungeheuren Fluthwoge verglichen. Wenn man an diesem Bilde festhalten will, so kann man nun von der Ebbe reden, die nach dieser Fluth eingetreten ist; denn wie die Einwänderung der letzten Zeit eine ungewöhnlich starke war, so hat nun auch die Rück Wanderung nach Europa kolossale Di menfionen angenommen. Der Dampfer, auf welchem letzthin Mark Twain seine Neise nach Italien angetreten hatte, führte nicht weniger als 1.420 Zwischendecks-Passagiere mit sich, d. h. die größte Anzahl, die je ein transatlantischer Dampfer zurück nach Europa brachte. Alle transatlantischen Damvserlinien thun zur Zeit ein ungeheures Passagiergeschäft in Folge der starken Rückwanderung nach Europa; bei Weitem am meisten aber sind die nach den Hafenstädten am Mittelländischen Meere fahrenden Dampfer in Anspruch genommen. Diejenizen, welche mit Besorgniß auf die stark anschwellende Einwände rung aus Süv- und Osteuropa blickten, können also wieder erleichtert auf. athmen. Denn wie die italienische Einwanderung die stärkste war, so bil det sie nunmehr auch den stärksten Procentsatzder Rückwanderung. Der Weigen der transatlantischen' DampferGesellschaften blühte; denn ihr Passagiergeschäft nach Europa ist zur Zeit fast ebenso stark, wie es bisher das jenige nach den Hasenstädten der Ver. Staaten war. Die Ursachen der starken Rückwände rung sind nicht eben schwer zu erkennen, Die Verschlechterung der Lage in man chen Industrien und die ungeheuren Massenarbeitseinftellungen dieses Iah res haben einen Ueberschuß an Arbeits kräften hierzulande verursacht, der nun in der Rückwanderung feinen Abfluß sucht. Eine andere Erklärung für die auf fällig starke Rückwanderung ist, daß der Charakter der Einwanderung in letzter Zeit ein völlig anderer gewor den ist. Wer bisher nach den Ver. Staaten kam, der that es fast immer in der Absicht, sich hier dauernd niederzulassen. Der erleichterte Eerkehr über den Atlankischen Ocean jedoch hat zur Folge gehabt, daß auch vielfach Massen von Europäern nach den Ver. Staaten komnun, um aus den hiesigen bedeutend höheren Arbeitslöhnen Nutzen zu ziehen. Haben sie sich eine kleine Summe erspart, klein nach unseren arnerika Nischen Begriffen, aber groß nach den Vermögensverhältnissen ihres Heimathlandes, so gehen sie häusig wieder in die Heimath zurück, wo ihnen da? er

wordene Geld die Mittel zu verbesserten Daseinsbedingungen bietet. Späterhin treten sie vielleicht noch einmal die Reise nach Amerika an, wenn hier wieder eine starke Nachfrage nach Arbeitskräften entstehen sollte; oder an ihre Stelle An dere, die ebenfalls von den höheren amerikanischen Arbeitslöhnen prositiren möchten. Eine derartige Regelung des ArbeitsMarktes kennt man in den europäischen Ländern schon längst. Massen von fleißigen polnischen und böhmischen Arbeitern kommen alljährlich nach deutschen Ackerbau- oder Industrie, distrikten, wo die Nachfrage nach Arbeitem eine starke ist und die LohnverHältnisse dementsprechend günst'ge sind; Massen von Italienern suchen und finden alljährlich Arbeit in Deutschland, der Schweiz. Oesterreich und Frankreich. Fast alle haben nicht die Absicht, sich dort dauernd niederzulassen. Vielmehr begeben sie sich nach ihrer Hei math zurück, wenn die Arbeitsverhält' nisse sich verschlechtert oder wenn sie sich eine kleine Summe erarbeitet oder erspart haben. Mit dem ungeheuren Anwachsen des Weltverkehrs hat dieses Suchen Arbeitswilliger nach besseren Lohnverhältnissen sich auch bis über die Weltmeere erstreckt. Es ist ein Faktor, mit dem man dauernd zu rechnen haben wird. Den Vereinigten Staaten erwächst daraus kein Nachtheil. Sie erhalten dadurch in Zeiten großer Nachfrage die erforderlichen Arbeitskräfte, die aber beim Eintreten industriellen Stillstandes nicht die drückende Concurrenz auf dem amerikanischen Arbeitsmarkte vermehren, sondern wieder in ungeheuren Massen nach Europa zurück wandern. Allem Anschein nach ist die starke Rückwanderung nach Europa keine zufällige oder vorübergehende Zeiterscheinung; man wird dauernd mit ihr zu rechnen haben. (Westl. Post.)

Colombia's Marsch dürste kaum so schreckenerregend sein wie der Columbia's. Noosevelt würde seinen Tanl-sagungs-Truthahn mit mehr Genuß verspeisen, wenn der wieder neu ausbrechende Hanna-Boom nicht so vernehmlich kollerte. Auch Grand Rapid'S Mich., marschirt an der Spitze des Fortschritts. Siebzehn Stadträthe und städtische Bean te sind dort wegen Budelns in Anklage-Zustand versetzt worden. Der fi! ütische Anwalt stand anscheinend an der Spitze also wieder mal ein Bock als Gärtner. Nun schlickt auch, wie gestern gemeldet wurde, Italien mit England ein Schiedsvertrag ab, ähnlich demje nigen zmischen Britannien und Frankreich. Welche Bedeutung diesen Verträgen im Falle wirklicher Differenzen zukommt, läßt sich auch schwer ermessen; aber als Zeichen weiterer Entfer nung Italiens vom Dreibund hat auch das neueste Abkommen eine nicht zu unterschätzende Bedeutung. Viel wich tiger als alle Besuche in London und Paris nebst den folgenden Verträgen ist aber zweifellos die Annäherung Deutschland'S und Rußland's, die sich diesmal in Wirklichkeit vollzogen zu haben scheint. Das; unter den Staatsmännern Italiens Eorruption in bedenklichem Umfange grassirt, ist nichts Neues mehr; indessen herrschte der Glaube, nach Crispi's warnendem Beispiele, den trotz hoher Verdienste zweifelhaste GeldTransactionen gestürzt, sei eine Wandlung zum Besseren eingetreten. Allein die Enthüllungen durch die oder gegen den socialistischen Abgeordneten Ferri, den Verfolger ver Corruptionisten, angestrengten Processe zeigen diese Annahme als irrthümlich. Zugleich ist die Erbitterung auf beiden Seiten auf beiden Seiten auf einender artigen Siedepunkt gestiegen, daß eS am Samstag vor einem römischen Ge richtshofe zu einer solennen Prüzelei kam, an der sich hervorragende Abgeord ute und die ersten Anwälte des Landes betheiligten und Tintenfässer als Wurfgeschosse benutzten. Auch in diesem Falle es handelt sich um den früheren Minister Betello sind die Beschuldigungen die gleichen wie früher: Ausnutzung des ministeriellen EinflusseS zur Ergatterung großer Aufträge für eine Firma, an welcher der Ex-Minister interefsirt war. Es ist also so ziemlich die gleiche Geschichte wie bei den Vorgängen in unserem Posl-De-partement, allerdings mit dem Unterschiede, daß die Sühne in Rom wenigftenS wiederholt schon auch die wirklich Schuldigen, die Departements-Chefs, erreicht bat.

Socialer Turnv:rein.

Die Deutschen in den Vereinigten Staaten. Interessanter Vortrag des Herrn Adolf Fatbisaner. Im Auditorium des Dev.tfckien Haufes hielt gestern Vormittag unter den Auspicien der Freisinnigen Sonntagsschule des Socialen Turnvereins Herr Adolf F a l b i s a n e r, Mitglied des Lehrer-Personals der Schule, einen Vortrag über das Thema : Deutsche Ansiedlungen in Nord-Ämerika im 17. und 19. Jahrhundert." Der Redner führte in der Einleitung aus, daß die Verkörperung deutscher Eigenart, deutscher Sitten und Gebräuche sich deutlich in dem Werdezange deutscher Ansiedlungen hierzulande ausgeprägt fände. Nichts sei natürlicher, als daß sich bei den deut schen Ankömmlingen in der rauben Fremde unter Menschen von anderer Sprache und fremden Lebcnsgewohnheilen das Gefühl der Zusammengehörigkeit ganz besonders stark geltend machte und der Gedanke sich Bahn brach, in der freien Republik sich zusammen zu schaaren. um die Sitten und die Sprache des so heiß geliebten Vaterlandes zu hegen und zu pflegen und unter Leuten zu wohnen, deren Streben dem ihrigen ähnlich, deren Sprache der ihrigen gleich w?r. In fesselnder Weise schilderte der Redner die Gründung der ersten deutschen Ansiedelung auf nordamerikanischem Boden und hob hervor, daß es die Deutschen von Germantown in Pennsylvanien waren, welche in Amerika den ersten Protest gegen den schändlichen Menschenhandel im Jahre 1683 erließen. Bemerkenswerth sei auch die Thatsache, daß eine deutsche Zeitung die erste Zeitung in den Ver. Staaten gewesen, welche die Kunde von der Unabhängigkeits - Erklärung veröffentlichte. Der Hinweis auf die rühmliche Be thciligung der deutschen Ansiedler am Revolutionskriege und die Thaten von Steuben, DeKalb und Herkimer bildete den Uebergang zur Betheiligung deutscher Stammesgenossen zu Beginn des 19. Jahrhunderts, welche infolge der geradezu schändlichen Verbältnisse und des wortbrüchigen Verhaltens der preußischen Despoten, Als des Volkes blut'ge Saat Um alle Frucht betrogen, Im Dunkeln schleichenden Verrath - Sein tückisch Netz gezogen." nach der Zufluchtsstätte der Unterdrückten und Geknechteten flüchteten, umsteh der grenzenlosen Willkür des Schinderknechtes von Gottes Gnaden" zu entziehen. Der Redner verbreitete sich dann des Weiteren über die Giessener Gesellschaft, welche im Jahre 1834 Deutschland Valet sagte, sich ursprünglich in Arkansas ansiedeln wollte, aber sich auflöste, ehe amerikanischer Böden erreicht war. Die Ansiedelung der lateinischen Bauern" in der Nähe von Velleville. JllS., fand gebührende Erwähnung, und die Principien der Deutschen An-stedelungs-Gesellschaft von Philadelphia, den Gründern der Weinstadt Hermann in Missouri, besprach der Redner ausführlich. Einen feurigen Tribut zollte er dem geistigen Führer jener Rationalisten-Colonie, dem früheren lutherischen Prediger und Burschen fchafter, Eduard Mübl. Im Contrast zu der freisinnigen Colonie stellte Falbisaner die Niederlassung der sächsischen Lutheraner, welche durch den Bischos Stephan schmählich bilrogen wurden und in großer Zahl, fern von der Heimath, infolge ungewöhnlicher Strapazen zur letzen Ruhe gebettet wurde. Bon besonderem Interesse waren auch die AuSführungm über die EntWickelung der Rappisten'Kolonie in Indiana. New Harmony. Die Gründung der texanifchen Ansiedelungen des deut fchcn Adelsvereins, Neu Braunfels und Friedrichburg, unterzog der Recensent einer kritisch-sarkastischen Beleuchtung. Zu guter letzt wurde daS aufmerksame Auditorium im Geiste auf das Gebiet der Turner Ansiedlung Neu - Ulm, Minnesota, geführt und die Anfänge dieser vom Turnerbunde begünstigten Niederlassung in Worten der Begeisterung deutlich geschildert. Als eifriger Befürworter jenes Projektes erwähnte der Redner Herrn Jacob Nix, den Vater des Herrn Robert Nix, Superintendenten des deutschen Unterrichtes an den öffentlichen Schulen, und als ersten Stadtschreiber Herrn Charles Koehne, den amerikanischen Stammhalt'r der hier vortheilhast bekannten gleichnamigen Familie.

Herr Falbisaner schloß seinen mit großer Sorgfalt ausgearbeiteten und von den Zuhörern sehr beifällig aufgenommenen Vortrag mit den Worten : Gedenken wir der vielen braven Männer deutscher Abstammung, die uneigennützig hier mühsam wirkten, litten und stritten; gedenken wir deutscher Pionier-Arbeit, welche in hartnäckigem Ringen fast undurchdringliche Urwälder lichtete und an ihre Stelle blühende

Farmländereien und Gemeinwesen schuf; werden wir uns ferner der Thatsache bewußt, daß jedweder edlen Bestrebung und gerechten Sache des deutschen Gei stes Stempel unverkennbar aufgedrückt ist; erkennen wir ferner, daß auf dem Gebiete der Kunst und Wissenschaft, der Industrie und des Handels deutsche Stammesenossen hier bahnbrechend wirkten und deutsche Männer ihre hohen Geistessähigkeiten und ihre ganzen Kräfte bereitwillig in' den Dienst der freien Republik stellten, war es nun zu Zeiten des Friedens oder in den Tagen des männermordenden Krieges, ja wann immer es galt, der Sache des gesunden Fortschrittes und der Menschenrechte zum Siege zu verhelfen dann haben wir wahrlich keine Ursache, die Geschichte der Deutschen in Amerika zu verschweigen oder uns gar unserer Vor fahren oder des Wirkens deutfch-ameri-konischer Pioniere zu schämen. Durch den Hinweis auf das edle Wirken jener Männer, welche deutschem Geiste hier Bahn brachen, erhalten wir den lau den an die Macht des deutschen Jdealismus wach, durch den wir dem hiessgen, allzu eintönigen GcschäftSleben einen besonderen Reiz verleihen. Durch dieses Bewußtsein des Werthes deutschamerikanischer Mitwirkung an dem Ausbaue dieses gewaltigen Staatenbundes dürfen wir uns aber nicht zu fader Deutschthümelei hinreißen lassen, welche nur allzu ost in Veranstaltungen aus artet, die mehr dazu angethan sind, den deutschen Michel" lächerlich zu machen, als geeignet. daS Ansehen der Deutschen zu wahren und zu mehren. WaS gut und schön und edel am deutschen Volkscharakter ist, schätzen wir nicht einzig und allein, weil es deutsch ist, sondern zuvörderst und zumeist, weil eS eben gut und schön und edel ist. Wir haben aber auch alle Ursache, stolz zu sein auf unser amerikanisches Bürgerrecht, dos der Deutsche sich wohl verdiente, und mit Freiligrath dürfen wir sagen: Mit nerviger Faust und wehende n Haaren, Mit Hacke, Spaten und Gewehr, So ist sie kühn hinausgefahren. Die deutsche Arbeit, über's Meer. Sie hat ihr Werkzeug wohl geschwungen. Kein Hemmniß schreckte sie zurück; Froh schassend hat sie sich errungen Das Bürgerrecht der Republik." Sowohl vor dem Vortrag als auch nach demselben trugen die Zöglinge der Sonntagsschule unter der Leitung oes Frl. Mamie Schulmeyer mehrere Lieder in gefälliger Weise vor. Vortrag von Prof. R. A. H o h l f e l d. Den Cyclus der Vorträge, welche das Comite für geistige Bestrebungen für die bevorstehende Witersaison arrangirt hat, wird am Sonntag den 6. December, Prof. R. A. Hohlfeld von der Universität zu Madison, Wis., eröffnen. Er wird über das Thema Das Volkslied" sprechen. Damenverein des Unabhängigen Turnvereins. Ter Damenverein deS Unabhängigen Turnvereins veranstaltete gestern für seine Mitglieder seine regelmäßige monatliche EuchrePartie. Die Betheiligung an derselben war eine sehr rege. Nach zweistündigem Kampfe trugen nachstehende Damen die Palmen des Sieges davon : 1. Preis Frl. Kate Stucky. 2. Preis Frau Joseph Miller. 3. Preis Frau Harolo Schmidt. 4. Preis Frau Emil Mueller. 5. Preis Frau E. Schlaegel. Er-stadtrath-Präsident H. M. Saldeman bankerott. Aus Chicago kommt die Nachricht, daß dort Harry 'M. Haloeman im Bundesgericht seinen Bankerott angemeldet hat. Seine Passiva beliefen sich auf $128,266, seine Activa auf 821.. 090. Derselbe ist in hiesiger Stadt wohl bekannt. Er war hier Stadtrath ar large, auch einmal Präsident des Stadtraths und Präsident des Jndianapolis Zweiges der Vereinigung der Handlungs-Reisenden.

Nachrichten aus Jndiana. Ein netter Vater. Anderson. Fred. Hazelmeyer kam nach hier, um seinen 14-jährigen Sohn zu besuchen, welcher im St. John's Hospital an Blutvergiftung darnieder liegt. Der Vater begab sich zunächst an eine Bummeltour, dann annectirte er in einer Wirthschaft eine Brille und als er hierauf sich nach dem Hospital verfügte wurde er wegen Diebstahls eingesteckt. Noch immer auf freiem Fuße. Cannelton. Der Schurke, der Dienstag Nacht auf Lafayette Elder von Leopold, Perry County, einen Mordangriff machte, besindet sich immer noch auf freiem Fuße. Die Bluthunde, welche man von Boonville kommen ließ, verfolgten die Spur des Mordgesellen nach dem Hause von James Elder, einem entfernten Verwandten des vermundeten ManneS.

Dessen 13 Jahre alter Sohn soll einen Streit mit Lafayette Elder gehabt und seit der Schießerei aus der Gegend verschwunden sein. Der Zustand des Verwundeten ist immer noch ein sehr "prekärer und man glaubt kaum, daß er irgend welche Aussicht auf Genesung hat. Was den verschwundenen jungen Mann anbetrifft, so glaubt man, daß er sich in der Gegexd aufhält und sich wieder einsinken wird, sowie die Aufregung in der Umgegend einmal vorüber ist. Beschwindelte Wittwen. Washington. Bei der biesigeu PolizeiBehörde lief e'n Schreiben des County-Sheriffs von Marshall, Mich., ein, in welchem mitgetheilt wird, daß der Mann, welcher angeblich George Cramer von Toledo, O., ist und welcher hier die Wittwe des Anwalts Willard O. Williams um S2500 beschwindelte, dort mit einem gefälschten Besitztitel eine Wittwe Cameron betrog und mit $3000 hineinlegte. E i n schlimmer Bankkrach. E l k h a r t. Als es dem temporären Massenvermalter Bosworth endlich gelang den Geldschrank der insolventen Jndiana National-Bank zu öffnen, fand er zu seinem größten Erstaunen nur $2000 in Baar rnnv Wenn in Betracht gezogen wird,' daß den Büchern der Bank zufolge dieselbe Depositen im Gesammtbetrage von 5600.000 hatte u. daß dieselbe noch an dem Tage vor dem Banischluß Depositen entgegennahm, so ist dieser Stand der Dinge geradezu unglaublich. Der Massenverwalter weigert sich nach wie vor, irgend welche Aufschlüsse zu geben. Er hat jedoch erklärt, daß der Bankerott ein sehr schlimmer sei. Bank-Präsident Brodrick und CassirerCollins lassen sich nicht blicken, sodaß es unmöglich ist, von ihnea Auskunft zu erlangen. In Folge des Bankkrachs hat die Buescher Mfg. Co. in Elkhart sich bereits genöthigt gesehen, ihre Zahlungen einzustellen und ein Assianment zu machen. Die Gesellschaft soll der Bank 850,000 schulden. Feiger Angriff auf ein junges Mädchen. T e r r e Haute. George Elbrink benachrichtigte die Polizei, daß am Freitag Abend ein unbekannter Mann auf seine Tochter Bertha, während sie sich im Garten vor dem Hause befand, eine Flasche, welche Vitriolläute enthielt, schleuderte. Das junge Mdchcn wurde zum Glück nur leicht verletzt. 9In Heidelberg in S ü dafrika wurden kürzlich die Leichen von acht Führern aus , dem Transvaalkriege exhumirt und wieder bestattet. Die Le:chenfe:erlZchkeit. die in der holländischen Kirche von Heidelberg stattfand, war sehr würdig und eindrucksvoll. Vor dem Altar standen die acht Särge, eingehüllt in Fahnen mit den Farben der früheren Republik und mit Blumen überhäuft. Hunderte von Mitkämpfern der Gefallenen befanden sich unter den Leidtragenden. General De Wet hielt eine feurige Rede. Er pries die Buren, die den Tod für ihr Land starben, und appellirte dann an alle Afrikander. Er wiederholte, daß er nach den Friedensbedingungen von Vereeniging leben und sich nicht mehr mit Politik beschäftigen werde, und er beschwor seine Mitbürger, ihre ganze Energie auf die Erziehung ihrer Kinder zu richten und mitEntschlossenheit in den glorreichen Traditionen der Hugenottischen Vorväter zu wirken. Es soll bei einigen Buren Anstoß erregt haben, daß man den Todten, die auf diese Weise geehrt wurden, auch den Feldcornet Vanas zugesellte, der im Juni 1902 erschossen wurde, weil er den Capitän MyerZ ermordet hatte. Man sagt, Botha habe sich aus diesem Grunde von der Trauerfeierlichkeit ferngehalten.

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