Indiana Tribüne, Volume 27, Number 78, Indianapolis, Marion County, 21 November 1903 — Page 6

Judiana Tribünc, 2l. November 1903.

G Europäische Nachrichten.

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g)eNerreicy''Zlnaarn. Wien. Einer der Letzten der Uebeliebenden der Akademischen Legion des Jahres 1848, Conimerzienrath Hermann Stiaßny. ist im 72. Lebensjähre nach kurzer Krankheit gestorben. Anton Rückauf, der talentirte Musiker und Componist, ist im Schloß Alt-Erlau, das ihm die Herzogin von Oldenburg zur Verfügung gestellt hat. von anderthalbjährigem heroisch getragenen Siechthum erlöst worden. Der 50jäbrige Kapitän derDonau-Dampf-schifffahrts-Gesellschast Franz Staud. zu Semlin geboren, hat sich in der Krieau durch einen Revolverschuß ge tödtet. Staud war Kapitän des Lossr:kk,z w.tUrir di zmZrn lnz uno vien verleyn. ur icoic in geordneten Verhältnissen, war auch nicht krank, so daß die Ursache des Selbstmordes völlig unaufgeklärt ist. Abermals verfällt ein altberühmtes hiesiges Wirthshaus der Demolirung. Es wurde schon vor längerer Zeit bekannt. daß das mehr als hundertJahre alte Wirthshaus zum Auge Gottes" an der ehemaligen Matzleinsdorfer Linie der Straßenregulirung zum

Coscr fällt. Der ältere Bruder es Professors an der hiesigen Umrersität Hofrath R. v. Mosetig-Moor-hos. der h:er lebende pensiomrte Mannekaplan, emer. Kurath - Benesiciat des Bürqer - Äersorgungshauses und Weltpriester der Diöcese Triest - Eapodlstria. Karl Mosetig, woselbst derelbe 1830 geboren wurde, feierte sein ünfzigjähriges Priesterjubiläum. ' Auf der Abtheilung des Professors , Dr. Budlnger im Allgemeinen Krankenhaufe wurde der aus Ung.-Hradi,ch zugereiste 50jährige Edmund Bernreiter aufgenommen, um operi.rt zu werden. Er war vor zwauzig Jahren von seinem Freunde aus Versehen angeschossen worden und hatte seit dieser Zeit die volle Ladung eines Flobertgewchres im Körper herumgetragen. Erst rn der letzten Zeit stellten sich schmerzen ein und veranlaßten Bernrciter, die Reise hierher zu machen, um auf operativem Wege Heilung zu finden. B o z e n. Zwei Touristen unternahmen mit einem Führer einen Auf stieg vom Eontnnhaus auf die Ombretta und Vernale. Auf dem Rückwege wurden sie von Sturm und Schneegestöber überrascht; ein Weiter kommen war unmöglich, weshalb sie in einer Felsenhöhle übernachteten. Beim Abstiege vom Vernale starb der Tourist I. S. König aus Asper an einer Herzlähmung. Nach mühevoller Arbeit wurde die Leiche zum Eontrinhaus gebracht. B u d a p e st. Die Stallungen der am Giselplatze befindlichen DampfWäscher Hattyn' brannte vollständig ab. Das Feuer war dadurch entstanden, daß die Kinder eines Kutschers ein Spiel Der Brand des Pariser Waarenhauses" ersonnen und im Stalle befindliches Stroh angezündet hatten. Das Feuer wurde lokalisirt. Franzesfeste. Der zwanzigjährige Studirende der Philosophie an der Wiener Universität Paul König ist in Folge eigener Unvorsichtigkeit vom großen Fermadathurm abgestürzt und sofort todt geblieben. Die Leiche wurde gefunden. L a i b a ch. Die ' GrundbesitzersGattin Margarethe Podstudenschek aus Podstudenec wurde auf dem Dachboden ihrer Wohnung todt aufgefunden. Sie hatte Schnittwunden am Halse. Neben 'oer Todten lag ein blutiaes Taschenmesser. Die eingeleiteten Nachforschungen ergaben, daß Margarethe Podstudenschek von ihrem Ehegatten Marwegen ermordet wurde. Martin Podstudenschek wurde verhaftet und dem Bezirksgerichte in Stein eingeliefert. Marburg. Der 51jährige hier ansässige Geflügelhändler Jgnaz Schisko erschoß auf der Straße nach St. Peter seine 5?iahrige Gattm Margarethe, mit der er schon seit längerer Zeit im offenen Unfrieden lette, während eines Streites. Der Bruder der Erschossenen und eine Anzabl Bauern waren Augenzeugen der That. Der Mörder flüchtete, einige Wachleute ei!ten ihm nach. Als Schisko keine Möglichkeit des Entkommens sah, sprang er in die Trau. Die Gendarmen eilten ihm nach und reichten ihm eine Stange. Er stieß jedoch das Rettungsmittel von sich und schwamm stromabwärts. Die Verfolgung dauerte circa eine Stunde. Schließlich verschwand Schisko in den Wellen. Oderberg. Die Feuerwehr hiesiger Stadt feierte das Fest ihres 30jährigen Bestehens, verbunden mit der Weihe des neuerbauten Löschgeräthögebäudes. O l m ü tz. Im 85. Lebensjahre verschied der hiesige Stadtkassier i. P. Eduard Zilak. Der Dahingeschiedene war eine äußerst beliebte und hochgeachtete Persönlichkeit unserer Stadt und erfreute sich auch als Beamter wegen seiner großen Pflichttreue und Eonzilanz im Verkehre mit den Parteien allgemeiner Werthschätzung. Luzeernvurg. Luxemburg. Herr Buchs eler, bisher Bureauchef in der Direktion der Prinz Heinrich - Gesellschaft, ist zum Controleur der Buch- und Kassenführunz ernannt worden. A u m e tz. Hier wurde der Schlosser Karl Michel auZ Niederneunkirchen wegen unerlaubter Auswanderung

295 Broad Strafte. Philadelvhia. Pa.. den 12. Juni. 1003. Ich Ntt neun Javre lang an llierstockbeschwerden. toai mir daS Leben, so wie auch meiner Familie, zur Last machte. Während jener Zeit hatte ich zwei Jrübgcbur. ten, und obgleich wir unS nach eisern Kinde sehnten. daS unser HauS beglücken sollte, so schien dieS unmöglich. Ich hatte beständig marternde, niederdrückende Schmer zen in den Lcckenorgancn und iln Reißen in meinen Gliedern, mit läufigen Kopfschmerzen. ES war mir übel, hatte häufiges Erbrechen, und keine Medizin half mir. bis lch den Win t Cardul vrobirte.

Tann besserte sich mein allgemeiner Gesundheitszustand, die schmerzen wurden allmälig geringer, und nach acht zehn Wochen war ich gesund. Ich bin jetzt die glückliche Mutter. eines achtzehn Monate alten Knaben, und mein Mann ?U& dankt 5bnen mit mir. von ancm Sern. für Jbre wertbvolle Medizin. Ohne dieselbe wäre ich kinderlos geblieben.

anstatt eine alückliche unk aekunde

ES war nicht sonderbar, daß Frau Nirdlmger eine Frühgeburt hatte, nachdem sie neun Jahre lang an Eicrstock-Ttorung gelitten. Diese Schwäche machte sie für die Aufgabe unfähig, ein gesundes Kind zur Welt zu bringen. Niederdrückende Schmerzen und Leiden des EicrstockZ sind die Folgen von Entzündung, und der daraus entstehenden Schwächung der Muskeln und Bänder, die die weiblichen Organe an ihrer Stelle halten. Entweder drücken deren eigenes Gewicht dieselben nieder, oder irgend eine Anstrengung, welche in gesundem Zustande nicht empfunden wurde, verursacht das Leiden. Indem der Wine os Cardul die MonatZregeln ordnet, vertreibt er die Entzündungen von dem ganzen weiblichen Organismus, und die gestärkten Bänder bringen die Organe in ihre gehörige Lage zurück. Tas ist's, was der Wine ok Cardul für Frau Nirdlmger gethan hat. Ihre Gesundheit und Kräsre kehrten zurück, und schreibt sie es dem Wine of Cardul zu, daß sie in den Stand versetzt worden ist. eine glückliche Mutier zu werden. Es giebt viele leidende Frauen, die denken, daß sie nie gesund werden können, weil sie sich nickt der Dienste eines berühmten Spezialisten bedienen können. Aber wir möchten gerade hier bemerken, daß Mrs. Nirdlmger, obsckon sie in Philadelphia, einer großcn medizinischen Stadt, wohnt, sich doch auf den Vine ok Cardul verlassen hat, und daß sie kuriert wurde. Wollt Ihr ihn versuchen? Alle Apotheker verkaufen 1.00.Flaschen des Wine of Cardui.

verhaftet, als er von Luremburg kam, woselbst er sich niedergelassen hatte. Düdelingen. Nach längerem Leiden starb hier Herr Leclere-Schiltz aus Luxemburg, Vater des Herrn Dr. Prosper Leclere und des Substituten Herrn E. Leclere aus Luxem"!Ä'r evenmacher. - Nächtlicherweile wurde dem Rollefaze Michel Weder der Brauerei Heinrich Funck aus Neudorf vor dem Gasthause des Herrn Dauphin ein Faß Bier von 50 Litern entwendet. Von dem Diebe fehlt jede Spur. N e u d o r f. Während der Zimmermann Franz Ketten von Hause abwesend war. brach in dessen Wohnung ein Brand aus, welcher vas ganze Gebände bis auf das nackte Mauerwerk einäscherte. Ueber einen Studentcnkrawall in Lemberg wird berichtet: Kürzlich drangen ungefähr 20 ruthenische Universitätshörer und mehrere Fremde früh Morgens in den Hörsaal, in dem der Rektor Pater Fijalet eine Vorlejung hielt, und bewarfen ihn mit Eiern. Der Rektor verließ, von den polnischen Theologiehörern beschützt, den Saal. Der Universitätssekretär stellte die Namen mehrerer der Ruhestörer fest, die schreiend aus dem Universitätsgebäude stürmten. I n Wien haben zahl reiche Firmen Ansprüche auf den Nachlaß des ermordeten serbischen Kö nigs zu erheben. Für Anmeldung dieser Forderungen ist kürzlich ein Endtermin festgesetzt worden. Es handelt sich um einen Gesammtbetrag von mehreren hunderttausend Kronen. Als eine der Hauptgläubigerinnen figurirt eine Verlagsfirma in Wien, welche L6.000 Kronen zu fordern hat. Diese Schuld hat ihren Ursprung darin, daß König Alexander in den letzten vier Jahren eine Hofbibliothek anlegte; das Geld für die angeschafften Bücher wurde der Wiener Firma jedoch bis heute nicht überwiesen. Als der größte Gläubiger des ganzen Nachlasses gilt die russische Wolgakama-Bank, welcher seinerzeit die Schulden des Königs Milan saniren half und hierfür ein Hypothek von ungefähr 2A Millionen Francs auf die Liegenschaften der Obrenowitsch in Belgrad, Semendria usw., erwarb; es besteht nun allerdings die Gefahr, daß diese Bank als Hauptgläubiger alles an sich reißen wird und die anderen Gläubiger leer ausgehen werden. Was nun das Privatvermögen des Königs Alexander anlangt, das im Auslande deponirt war, so betrug dieses im Jahre 1901 etwa 800.000 Francs und ist seit dieser Zeit sicherlich eher gewachsen als geringer geworden. Dieses Vermögen ist 1901 von der serbischen Gesandtschaft in Wien beim Hause Rothschild abgehoben und bei einer anderen Wiener Bank auf den Namen der Königin Draga deponirt worden und verschwunden. Es heißt, daß es von eine? nahen Verwandten der Königin Draga in Empfang genommen worden sei. Ein interessanter Injurienfall gelangte kürzlich 'vor das Strafgericht Mieden bei Wien. Es handelte sich um die Frage, ob eine Beleidigung der verlassenen Braut darin liege, daß der Bräutigam ihre Liebesbriefe öffentlich verliest. Die Private Emma G. wurde Ende vorigen Jahres die Braut des Großfleischhauers Ed. Böhm. Bald wurde der Verkehr des Paares immer kühler und hörte schließlich ganz auf. Ende August erfuhr nun die verlassene Braut von einer Frau Blaschke, daß Böhm im Kaffeehause die Briefe, die sie während der Brautzeit an ihn gerichtet, vorgelesen und außerdem öffentlich erklärt habe, er müsse seiner gewesenen Braut schreiben, sie solle ihm nicht länger nachlaufen. In der Verlesung der Briefe und in dem Vorwurfe des Nachlaufens erblickte Fräulein G. eine öffentliche Verspottung und brachte durch ihren Vertreter die Klage gegen Böhm ein. Der Angeklagte bestritt den incrimimrten Thatbestand und die

eschwerden der Wutterschafto

Mutter u sein. geführten Zeugen wußten von dem Vorfalle nur vom Hörensagen. Der Richter sprach schließlich den Angeklagten frei. Der Vorwurf des Nachlaufens" sei keine Beleidigung, weil eine Braut berechtigt sei, ihrem Bräutiaam, der sie verlassen wolle, mit alim Mitteln zur Aufrechterhaltung des Verlöbnisses zu bewegen; das Vorlesen der Briefe sei zwar, wenn Böhm das wirklich gethan habe, eine arge Taktlosigkcit gewesen, eine Uebertretung der Ehrenbeleidigungs - Paragraphen bilde sie indeß nicht. ZurReinigung besserer seidener Strümpfe ist folgendes Verfahren zu empfehlen: Man setzt zu einem Eimer mit kaltem Wasser 2 Unzen Borax hinzu, rührt mehrere Male um und legt die Strümpfe etwa zwei Stunden in diese Lösung. Hierauf werden sie leicht ausgedrückt, in reinem Wasser nachgespült und mit Gallseife und lauem Wasser, ohne dabei stark zu drücken oder zu reiben, nachgewaschen und nochmals tüchtig ausgespült. Wenn sie halb trocken geworden sind, werden die Strümpfe auf der linken Seite mit einem mäßig warmen Ei sen ausgebügelt. Helle Vallschuhe aus Atl a ö reinigt man mit Watte, die mit erwärmtem Spiritus angefeuchtet ist. Das Erwärmen darf jedoch nur in einer mit einem Wattepfropfen verschlafsenen Flasche erfolgen, die man, in kaltes Wasser gestellt, mitdiejem auf's Feuer bringt und so erwärmt. Es ti nochmals betont, daß beim Erwärmen des Spiritus durchaus Vorsicht beo buchtet und in der vorstehend angege benen Weise verfahren werden muß. Unter eigenartigen Umständen wurde in Lagos (WestAfrika) ein Todesurtheil gegen einen Finnländer, Namens Gustav Lanvolanien, gefällt. Lanvolanien war angeklagt, den Eapitän Moore von dem britischen Dampfer Egga" ermordet zu haben. Die Jury, die ihn aburtheilte, bestand aus 7 Weißen und 5 Schwarzen. Sie zog sich Nachmittags 3 Uhr zur Berathung zurück und kehrte erst Abends y2l Uhr in das VerHandlungszimmer zurück. Inzwischen war es dunkel geworden und die elektrischen Lampen sollten angezündet werden. Die Beleuchtung versagte jedoch und die Verhandlung wurde im Dunkeln weitergeführt. Als der Angeklagte gefragt wurde, ob er gegen das Todesurtheil etwas vorzubringen hätte, hörte man ihn im Dunkeln schluchzen, dann kam mit leiser Stimme die Antwort: Ich lege Berufung beirrt Gericht in England ein". Der Richter antwortete, das sei nicht zulässig. Wieder hörte man leises Schluchzen in der Finsterniß: Ich lege VerufunL beim hiesigen Gericht ein." Hier gibt es keine Berufung," antwortete der Richter und setzte die schwarze Kappe auf, zum Zeichen, daß das Todesurtheil Rechtskraft erlange. Der Richter las gerade den Wortlaut des Urtheils vor, als plötzlich die elektrischen Lampen aufflammten und die Scene beleuchteten. Der Verurtheilte stand zitternd und sich mühsam am Geländer aufrecht erhaltend in der Ecke. Am nächsten Tage bereits wurde er gehängt. Seit Menschengedenken ist dies der erste Fall, daß in West-Afrika an einem Weißen ein Todesurtheil vollstreckt wurde. In der Ortschaft Kalsdorf bei Graz ereignete sich ein erschütternder Vorfall. In der Gendar-merie-Kaserne erschien Vormittags der 16jährige Frank! und zeigte an, daß Wilderer die 14jährige Tochter des Försters Herunter erschossen hätten. Er habe den Schuß gehört, dann einig Männer hinter dem Försterhause weglaufen gesehen und endlich das Mädchen im Hausflur mit zerschmettertem Kopf todt aufgefunden. Ein Gendar-merie-Postensührer begab sich mit dem Burschen in das Forsthaus und fand das Mädchen in einer Blutlache liegen. Ein aus unmittelbarer Nähe abgegebener Schrotschuß hatte dem Mädchen die Schädeldecke abgerissen, daß daS

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SBßQD eylrn'frei zutage trat. Der Förster war eben in Graz, die Geschwister waren in der Schule und die Dienstmagd hatte sich einer Besorgung wegen außer Hause begeben. Als die Magd von ihrem Botengang zurückkam und sah, was vorgefallen war, fiel sie in eine schwere Ohnmacht, aus der sie nach drei Stunden noch nicht erwacht war. Der Gendarm, dem die Anzeige des Burschen von Anfang an nicht glaubwürdig vorkam, nahm ihn vor der Leiche in ein scharfes Verhör und brachte ihn zum Geständniß, daß er das Mädchen erschossen habe. Er will das Mädchen besucht und bei dieser Gelegenheit einem Schrank ein Gewehr entnommen und ohne zu wissen, daß es geladen war, damit gespielt haben, bis der Schuß losging und das mit dem Fegen der Stube beschäftigte Mädchen traf. Die Ruhe und Besonnenheit, mit der der Bursche nach der That die Irreführung versuchte und der unheimliche Gleichmuth, den er an den Tag legt, lassen schlimmere Schuld vermuthen. Gummiringe zum Dichten von Bierflaschen, Einmachgläsern und dergleichen werden unter dem Einfluß von Luft und Feuchtigkeit mit der Zeit hart und brüchig. Um die Ringe wieder brauchbar zu machen, legt man sie eine Stunde lang in eine Mischung von gleichen Theilen Salmiakgeist und Wasser, trocknet sie dann und reibt sie nachher mit einigen Tropfen Glycerin ab. BehandlungderKorkteppiche. Linoleum sollte täglich frisch aufgewischt werden. Wöchentlich reinigt man es einmal mit lauwarmem Seifenwasser und reibt trocken nach. Mindestens alle Vierteljahr sollten Korkteppiche mit Leinöl abgerieben werden. Zum Bleichen von verg i l b t e m E l f e n b e i n sind folgende Mittel zu empfehlen: 1. Pulverisirtes Bimstein wird mit Wasser angefeuchtet, auf den Elfenbein gestrichen und dieser unter Glas der Sonne ausgesetzt. 2. Einen Flanelllappen in Terpentinöl tauchen, den Gegenstand damit einreiben und ihn ebenfalls in die Sonne legen. Nach einigen Tagen sieht der Gegenstand wie neu aus, die gelbe Farbe ist verschwunden. 3. Ein Theil frischer Chlorkalk wird mit 4 Theilen Wasser angerührt und in diese Lösung legt man den Gegenstand. Nach einigen Tagen wird die Wirkung die gewünschte sein. Wenn nicht, so muß man ihn eben nochmals einige weitere Tage darin liegen lassen. E i n S ch a tz vom Meere sgrunde ist nach siebzig Jahren ungestörter Ruhe gehoben worden und ist einem einfachen Fischer zugefallen. Die Brigg Barbaric" sank auf dem Atlantischen Ocean in der Höhe von Seawall, Neu - Schottland, bei einem schrecklichen Sturm, und die ganze Mannschaft ging mit ihr unter. Da es zu jener Zeit noch wenig Tauchvorrichtungen gab, wurde die Brigg ihrem Schicksal überlassen. Ein Fischer aus Seawall Namens Thomas Burns erbt sich im vergangenen Sommer, das Wrack zu kaufen. Da es fast ebensoviel kostete, die Anker. Kupferbefchläge und andere Metallgegenstände heraufzubefördern, als dieses alles werth war, so wurde ihm die Barbaric" zu einem sehr geringen Preise ($5) verkauft. Aber der Fischer Burns hatte von einer alten Geschichte gehört, die die Brigg mit einem Schatz in Golddollars, im Werthe von $60,(XX) in Zusammenhang brachte, der während drei Jahre langen Kreuzens in den südamerikanischen Gewässern angesammelt sein sollte. Mit einiger MUhe bewog er einen Taucher in Halifax, Vorkehrungen zur Hebung des Schatzes zu thun. Wie ein englisches Blatt jetzt berichtet, haben Burns und der Taucher schon 18.000 Golddollars aus dem Wrack geborgen, und der Taucher hat den Platz von noch 30.000 Dollars festgestellt, so daß jetzt schon der ganze Schatz entdeckt' zu sein scheint.

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Chaplain. Ct. Undrew'A ssociatloa. Mc Schisse. ftüi noch bestehende NdmIraltschlZs NelsonI daS bemcrkcnowcrtkcstk. Eines der ältesten noch bestehenden Schiffe, das allerdings keinen Dienst mehr versieht, ist die 1763 vom Stapel gelassene Victory," das berühmte Admiralsschiff Nelsons in der Schlacht von Trafalgar (1865), das unlängst bei einer Kollision mit dem ebenfalls ausrangirten Linienschiff Neptuns erheblich beschädigt wurde. Die Victory" führt ein bequemes Pensionärdasein im Hafen von Portsmouth und wird immer wieder aufgeflickt, wenn sie gichtbrüchig zu werden beginnt. Neben diesem Schiff sind aber auch andere zu nennen, die noch länger als die Victory" gelebt und dabei dauernd im Dienst gestanden haben. Ter bemerkenswertheste Fall dieser Art ist wshl der des Walfischfängers True Love." in Hull beheimathet. Dieses Schiff. eine Dreimastbark von 248 Tonnen. wurde im Jahre 1748 in Philadelphia erbaut und, nachdem es ein paar Jahre unter amerikanischer Flagge gefahren, von einem britischen Rheder für den Walfang im nördlichen Eismeere erwarben. Noch im stattlichen Alter von 97 Jahren, wenn der Lebenslauf anderer Schiffe längst zu Ende, trotzte die True Love" mit Erfolg dem Polareise. Sie ging in anderen Besitz über und fand noch 44 Jahre lang im Holztransport in der Ostsee Verwendung, bis sie nach 139 aktiven Dienstjahren dem Beile des Schiffsschlächters anheimfiel. Eine lange Lebensdauer war auch dem Segler Vetsy Eains" beschicken. Wann er vom Stapel gelaufen, ist nicht bekannt, es steht aber fest, daß er im Jahre 1688 den Namen Princesse Marie" führte und den Prinzen WilHelm von Oranien nach England hinübertrug. Dann diente er der Königin Anna eine Zeitlang als Lustyacht, wurde darauf verkauft und erhielt nun den Namen Betsy Eains"; er ging im Jahre 1827 durch Schiffbruch auf der Barre von Tynemouth verloren, nachdem er 139 Jahre lang die englische Flagge getragen hatte. Ein langes Dasein war ferner der Dreimast-Goelette Three Sisters" bestimmt, einer Zeitgenossin der Betsy Eains." sie hatte bereits im Jahre 1689 an der Belagerung von Londonderry theilgenommen und fuhr noch zu Anfang des vorigen Jahrhunderts, 130 Jahre alt. auf der Irischen See. Sodann verdient die Brigg Brotherly Love" Erwähnung, auf der Kapitän Eook mehrere seiner großen Reisen machte; sie fiel nach 140 Jahren Fahrt im Hamburger Hafen einem Zusammenstoß zum Opfer. Die Succeß," die vor einigen Jahren als Ausstellungsschiff eine Rundfahrt durch die englischen Häfen machte, war im Jahre 1789 zu Wasser gelassen, machte 1895 noch eine Frachtfahrt nach Australien und später eine solche über den Atlantischen Ozean. Die britischen Registerbehörden stellten jüngst Untersuchungen über das Alter der Schiffe an und fanden dabei in den Registern 24 Fahrzeuge unter englischer Flagge, die über 100 Jahre, und 13, die über 95 Jahre alt waren. Dagegen wurden als mittleres Alter eines Seeschiffes 26 Jahre festgestellt. Bemerkenswerth aber, ist, daß von den Dampfern, die in den Jahren 1815 bis 1830 gebaut sind, auch nicht einer mehr vorHanden ist. Der älteste Dampfer der englischen Handelsflotte-ist der Raddampfer Sir Charles Ogles," in Halifax beheimathet und 1830 in Dartmouth gebaut. Unter den heutigen eisernen Dampfern Englands ist die Cardiffer Swift" der älteste; er wurde 1841 erbaut und ist noch in Fahrt. Auch in der deutschen Handelsmarine gibt es Schiffe, die es auf 100 Jahre gebracht haben. Frankreich ist in Europa das einzige große Land, das seine Einfuhr von Nahrungsmitteln nicht vergrößert hat. Die Einfuhr Teutschlands hat sich dagegen, so weit Nahrungsmittel in Betracht kommen, in den letzten zehn fahren fast genau verdopveU.

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