Indiana Tribüne, Volume 27, Number 78, Indianapolis, Marion County, 21 November 1903 — Page 4
Jndlana Trihüne, 2i. November 1903.
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jndiana Tribüne. Heraus egebe von bet utenbetfl K Indianapolis, Ind. arrtj O. Thuvium ... Präsident. Geschäfts loealt No. 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE 269.
n red at the Post Office of Indianapolis a second dass matter. Rußlands europäische cn delstellung. DaZ an Begegnungen fürstlicher Persönlichkeiten und leitender StaatsMänner so reiche Jahr 1903 schloß in dieser Hinsicht mit dem Besuche des russischen Ministers deS Auswärtigen in Paris und dem bald darauf erfolg, ten Zusammentreffen des deutschen und des russischen Kaisers in Wiesbaden und dem Besuch des Königs von Italien in England ab. Schon aus dem Umstände, dafc bei beiden Begegnungen Rußland betheiligt war, ergiebt sich, daß ein gewisser Zusammenhang zwischen ihnen besteht. Es lag russischerseits in beiden eine ge wisse Demonstration. Mit der Pariser Reise des Grafen Lamsdorf sollte den Engländern gezeigt werden, daß trotz der durch die Besuche des englischen Königs in Paris und des französischen Präsidenten in London vor aller Welt dokumentirten ?englisch - französischen Annäherung der Zweibund noch in alter Kraft bestehe; mit dem unmittelbar an Lamsdorfs Reise anschließenden Besuche bi russischen Kaisers in Wiesbaden sollte den Franzosen klar gemacht werden, daß Rußland sich durch das Bündniß mit Frankreich nicht an freundschaftlichen Beziehungen zn Deutschland hindern läßt. Ja, man weiß in Rußland ganz gut, daß durch die offene Bekundung freundschaftlicher Gesinnungen Rußlands gegen Deutschland die Franzosen nur noch fester an Rußland gekettet werden. Das mag paradox klingen, aber es verhält sich damit ebenso, wie wenn ein Liebhaber dadurch, daß sein Schätzchen ein wenig mit einem Andern kokettirt, nur zu desto größerer Liebesleidenschaft angefeuert wird. Der Hauptzweck der russischen Reisen nach Paris und Wiesbaden lag indessen wohl in riner anderen Richtung. Rußland hatte am 8. Oktober seine ostasiatischen Ziele mit aller jDeutlichkeit de maskirt, und es mußte ihm, bevor eS weiterging, daran liegen, sich über die Haltung seines Verbündeten und über die Stellung seines westlichen Nachbarn zu vergewissern. Als der berühmte 8. Oktober, an dem' die Räumung der Mandschurei einsetzen sollte, lvorüberge gangen war, ohne daß etwas Derart!ges geschehen wäre, erklärte ein Theil der französischen Presse rund heraus, Frankreich würde sich unter keinen Um ständen an Abenteuern in Ostasien be theiligen. Es will uns aber doch sehet nen. daß Graf Lamsdorss sich in Paris die Gewißheit verschafft habe, daß Frankreich unter gewissen Umständen, nämlich bei einer Eoalition mehrerer Mächte gegen Rußland, in Ostasien an Rußlands Seite zu finden sein wird. Was die Stellung Deutschlands zu der russischen ostasiatischen Politik anbelangt, so haben russische Blätter schon im Hochsommer, als einige deut sche Kriegsschiffe im Hafen von Port Arthur lagen, mit mehr Eifer als Ge schick Deutschland zum Verbündeten Rußlands in Ostasien stempeln wollen. Soweit ist die russische Diplomatie in ihren Wünschen und Hoffnungen wohl nie gegangen, aber eS scheint uns nicht unmöglich, daßZRußland eine Bindung Deutschlands auf Neutralität unter allen Umständen durchsetzen möchte. Für Rußland ist dabei nicht nur diese Netralität selbst von Werth, sondern es hat auch ein natürliches Interesse daran, Deutschland in einen dauernden politischen Gegensatz zu England hin einzubringen. Es ist. richtig, daß zwischen Deutsch. land und Rußland in Europa, wie in der Uebersee weder politische noch Wirth schaftliche Gegensätze bestehen, während zwischen Deutschland und England nicht sowohl ein politischer wie ein wirthschaftlicher scharfer Wettbewerb vorhanden ist. Gerade deshalb aber hat Deutschland gar kein Interesse daran, zu England in einen politischen Gegensatz zu gerathen. Denn solange ein Gegensatz der Politik nicht besteht. ist die Möglichkeit gegeben, daß der wirtschaftliche Wettbewerb sich in fairer Weise abspielt, und daß auch etwaige gelegentliche koloniale Reibuv
gen in freundlichem Einvernehmen beigelegt werden. ES ist demgemäß für die deutsche Politik gegeben, bei eng-lisch-russischen Gegensätzen und Kon flikten eine ruhige Neutralität zu wahren. Trotzdem diese Neutralität in der Natur derDinge liegt, wird sich Deutsch land kaum zu einer Bindung auf un bedingte Neutrolität verpflichten kön nen. Denn da man nie wissen kann, welchen Verlauf ein großer weltbewegender Konflikt, mag er sich nun in Ostasien oder anderwärts abspielen, schließlich nimmt, so muß eine große Macht wie Deutschland freie Hand be halten, einzugreifen oder nicht einzu greifen, je nach dem das eine andere seinen Interessen entspricht. Rußland kann ed auch, wenn Deutschland eine Bindung ans Neutralität ablehnt, um so weniger verübeln, als es selbst ja gar nicht daran denkt, sich für den Fall eines Konfliktes Deutschlands mit sei nem westlichen Nachbarn in bindender Weise auf Neutralität zu vervflichten. Deutschland wird aber zweifellos solange Rußland gegenüber die Neutrali tät wahren, als die russische Politik sich
in regelmäßiger Pendelschwingung zwischen der traditionellen Freundschaft zu Deutschland und der vertragsmäßigen Freundschaft zu Frankreich erhält. Bis zum Jahre 1870 hing der Friede des europäischeu Kontinents von der Laune Frankreichs ab; daß die Schlacht von Sedan nicht nur ein Sieg Deutsch lands, sondern ein Sieg des europäischen Friedens war, hat sich seitdem herausgestellt, denn trotz aller Revanchereden hat die Neigung der Franzosen zu großen kriegerischen Abenteuern durch die furchtbare Niederlage doch ei nen gewaltigen Stoß erhalten. Die Entscheidung über Krieg und Frieden in Europa ist von Frankreich auf Rußland übergegangen und dieses ist zum Pendel an der Uhr des europäischen Friedens geworden. Die Zusammen künfte in Paris und Wiesbaden dürf. ten dazu beigetragen haben, daß die Uhr noch geraume Zeit in gutem Gange bleibt. Um sich vor dem Vergessenwerden zu schützen, hat Senator Hoar eine Selbstbiographie geschrieben. Dieselbe kann unter Umständen recht Jnteres sant sein. Neue Inkorporationen. Folgende neue Firmen etc. wurden gestern incorporirt: Die .Genera Real Estate Co.", Ge neva, Capital 32.000; Directoren: W. I. Heeter, A. W. Carpenter und D. M. Shively. Die Co-operation Jce & Fuel Co.", South Bend, Capital S7,000. Der Fletcher & Mud Lake Gun Club", Fulton; Jncorporatoren: WilliamWhite, A.L.Prior, Elmer Da vis und Oliver DeWees, LoganSport und F. A. Martin und Charles White, Fulton. Ferner als auswärtige Corporation die Peter's Signal Co.", South Da kota, die in Knox eine S30,000.Fabrik anlegen will. Die Fotterall, Barker & Brown Co.", Huntington, hat ihr Capital von 540.000 auf $100,000 erhöht und ihren Namen in Barker, Brown & Co." umgewandelt. Ferner nennt die Hammond JUu minating Co." sich von jetzt ab South Shore GaS & Electric Co. Bermikte. Mehrere 525,Belohnunge.n zu verdienen. E. H. S h e r m a n von No. 834 Park Ave. bat gestern Nachmittag die Polizei, ihm bei der Suche nach seinem 77'jährigen Vater Herman Sherman behülflich zu sein, der in's Geheim da vongewändert ist. Der P o l i z e i C h e f von Cambridge, O., ersuchte ferner schrift lich die hiesige Polizei, bei der Suche nach der 21.jährigen Pauline Hacken bürg mitzuhelfen, die seit dem 15. Sept. aus Cambridge verschwunden ist. Sie ist die jüngste Tochter Leopold Hackenburg'S in . No.' 2263 Ho ward Str., Philadelphia, Pa., der eine Z25Belohnung für jede Auskunft über ihren Verbleib ausgesetzt hat. M. Frey von No. 1534 Süd 8. Straße, St. LouiS, verspricht ebensall? eme L25-Belohnurg für Auskunft über den jetzigen Aufenthalt eine Dr. G. F. Horrack, der feit dem letzten April aus KansaS City, verzogen ist, angeblich, um sich hierher zu begeben. Die fer Herr Doctor beschäftigte sich befonderS mit dem Vertriebe von Patent Medicinen, Bildern etc.
Mehr Beule gefunden, Doch scheinen die übrigen Diebe verschwunden. Die Detectibs Vray und Holtz sanden gestern in Brightwood und seiner Umgebung noch eine Menge von Gegen ständen, die von den Big Four-Bahn Bahn Räubereien herrühren, z. B. Teppiche, Anzüge, eine Standuhr etc. in der Wohnung eines EisenbahnAn gestellten, der seit Wochenfrist nicht heimgekehrt ist. Ferner fanden sie auf einem Felde nahe der Gürtelbahn ein großes Quantum von Pulver, Patro nen etc., die gleichfalls von den Diebstählen herrühren, denen die Waggons der Aahn auf der Eleveland-Division ausgesetzt gewesen sind. Verhaftungen von weiteren Bahn Angestellten in Brightwood wurden aber nicht vorgenommen. Alle Ver dächtigen scheinen verduftet zu sein.
Grundeigenthums- Uedertragungen. Union Trust Comp. an C. Ehrlich Coal Company, Lot 3, Fatouts Sub. Außenlot 130. S3500. Union Trust Comp. an C. Ehrlich Coal Company, Theil von Lot 91, Yandes Sub., Außenlot 130 und Th. von Außenlot 131. $2040. Mary V. Hammond an Realty In vestment Company, Theil vom südöst' lichen Viertel, Section 13, Township 16, Range 3. 524,000. E. Arthur DeVore an Daniel A. Chenoweth. Lots 1417 . Clark & OsgoodS 1. Aod., West Jndionapolis, Theil von Lots 17 und 18, Hender. sons Sub, und Theil vom nordöstlichen Viertel Seciion 23, Township 16, Range 4, $5000. James L. Pate an Hickman D. O' Connor, Lot 4, Gurins Sub, Theil von Fletchers 2. Brookside Add' S1200. Matilda G. Gauld an John W. McKenzie. Lots 32 und 33 und Theil von 31, Block 23, North Indianapolis, S2400. " Anna B. Comstock an Charles Mon ninger, Lot 53, Talbotts Addition. S6000. in John Weber's Wirthschaft, No. 764 West North Str. i,Mannliche Dicnstmädchcn. Wie die Tiknstbotenuotk, In Loudon junge Nusländern zum Segen ward. . Das männliche Dienstmädchen" ist schon oft scherzhaft als das einzige Mittel, der Dienstbotennoth ein Ende zu machen, hingestellt worden; jetzt aber ist das männliche Dienstmädchen" zur vollendeten Thatsache geworden;, in vielen Londoner Haushalten ist es, wie ein dortiges Blatt berichtet, bereits thätig. Vor einiger Zeit wurde in England die Einwanderung von Chinesen als Hauspersonal offen diskutirt, aber der Gedanke widerstrebte dem gefunden Menschenverstand der Menge, und so blieb England vor der gelben Gefahr" bewahrt. Bei dem Lesen der Tageszeitungen aber erkannten einige Deutsche und Schweizer, die Besitzer von Agenturen für Hotelpersonal sind, daß sich für junge Leute, die gewohnliche Hausarbeit gegen kleinen Lohn verrichten wollten und dabei noch die englische Sprache lernen könnten, eine große Zukunft böte. So haben sich denn in den letzten Jahren in der Gegend von Tottenham Court Road zwei oder drei Agenturen gebildet, die Leute des Mittelstandes mit Haushaltburschen" versorgen. Jetzt sind schon 2000 Ausländer, meistens Schweizer. Italiener, Deutsche und Franzosen, in derartigen bescheidenen und nützlichen Stellen thätig. Die jungen Leute werden, ehe sie nach England kommen, in der Hausarbeit ausgebildet, gewöhnlich in Hotels, so daß sie bewandert sind im Ausfegen, Staubwischen, Bettenmachen und anderer Hausarbeit, die bisher von Mädchen verrichtet wurde. Ueberdies ist ihre männliche Kraft im Haushalt sehr nützlich, denn sie können Möbel wegrücken, Kohlen und schwere Kisten tragen, Fenster putzen und andere Arbeit verrichten, die gute Hausfrauen Mädchen nicht gern zumuthen. Dafür erhalten sie Wohnung, Beköstigung und einen Lohn von $1.25 bis $2 wöchentlich. Die Arbeitgeber, die sie beschäftigen. erklären, daß die männlichen DienstMädchen" eine wahre Wohlthat sind. Sie sind alle Frühaufsteher und setzen eine Ehre darein, daß der schmutzige Theil der Hausarbeit gemacht ist. wenn die Familie aufsteht. Abends treibt der männliche Dienstbote englische Sprachstudien und er lernt in wenigen Monaten die Sprache. Einige Familien nutzen sogar die Sprachfähigkeiten ihrer Diener aus und lassen von ihnen ihre Kinder im Deutschen oder Französischen unterrichten. Wenn die HausHaltburschen sich in ihrer Stellung wohlfühlen, so bleiben sie gewöhnlich ein Jahr, so daß sie dann fließend englisch sprechen können. In ihrer Heimath bekommen sie nunmehr gut bezahlte Stellen in Hotels und viele werden schließlich Leiter und Besitzex von oiei3.
DilZamm im Mlttnraum.
In 1.7 Sßftren per Ek,nell,ug zur Sonne, in 11) Zähren zu Fuh zum Monöe. Wer etwas von seiner Schulweisheit behalten oder sich später eingehend mit astronomischen Studien beschäftigt hat. loeiz wohl ziemlich genau zahlenmäßie die Entfernungen der Erde von dem Mond, von der Sonne, vielleicht auch von anderen Planeten anzugeben. Wenige aber haben einen wirklich anschau lichen Begriff davon, was diese Entfer nungen bedeuten. Unser nächster Nachbar im Welträum ist de? Mond. Wenn es zwischen der Erde und diesem ihrem Trabanten einen festen Schienenweg gäöe, so würden wir selbst mit einem Schnellzuge von 62 englischen Meilen (Äeschwlndlg. keit in der Stunde erst in 23 Wochen den Mond erreichen, selbst wenn der Zug Tag und Nacht nicht eine Minutk anhielte. Diese Entfernung kommt etwa dem neunfachen Betrag des ErdUmfanges gleich, und es gibt wohl Menschen, die im Laufe ihres Lebens einen solchen Weg neunmal um die Erde vollenden, obgleich sie, wenn sie ganz ungeheure Leistungen als Fußaänger aufzuweisen hätten, 19 Jahre lang 37.2 Meilen täglich zurücklegen müßten, um diese Reise auszuführen, die in ihrer Länge der Entfernung des Mondes von der Erde entspricht. Die Sonne aber ist so viel weiter von uns entfernt, daß jener Schnellzug gar 177 Jahre brauchen würde, um' zum Ziele zu gelangen. Ueber dieser Zeit also würden sechs Generationen des Menschengeschlechts werden und vergehen. Wenn ein Knabe am Tage seiner Geburt die Reise antreten könnte und nach je 30 Jahren die nächste Generation die Reise fortsetzte, so würde erst der Enkel des Urenkels dessen, der von der Erde aufgebrochen ist. im Alter von 30 Iahren nach der Sonne gelangen. Der Abstand des weitesten Planeten, des Neptun, von der Sonne beläuft sich aber wieder noch auf das Dreißigfache. und unter denselben Reisebedingungen würden mit der Durchmessung der Entfernung von dem nächsten Punkt der Neptunbahn bis zur Sonne 5100 Jahre vergehen. Der unserer Sonne am nächsten stehende, am Firmamente sichtbare Fir, stern ist von uns 273,000 Mal weiter entfernt als die Sonne. Um uns davon überhaupt einen Begriff zu machen. müssen wir" schon zu dem Mittel greisen, die Verhältnisse des Sonnensystcms zu einem winzigen Miniaturbilde zu verkleinern. Nehmen wir an, die Entfernung der Erde von der Sonne betrüge nur 0.39 Zoll; dann wäre der Neptun von der Sonne 11.8 Zoll entfernt, und unser ganzes Sonnensystem könnte auf einem mäßig großen runden Tische aufgestellt werden. Auch in diesem Maßstabe aber würd der nächste Fixstern von diesem Tische 1.8 Meilen weit zu suchen sein. Und wie unsagbar klein wäre doch schon das Abbild des Sonnensystems, das wir da auf unserem Tische sähen. Die Sonne müßte darin nur als ein Kügelchen er.scheinen, dessen Durchmesser nur 0.1 Zoll betrüge, "und die Planeten würden überhaupt nur noch unter dem Mikroskop sichtbar sein. Der Schnellzug von 62 Meilen stündlicher Geschwindigkeit würde fast 40.000.000 Jahre brauchen, um den nächsten Fixstern zu erreichen, und selbst wenn unsere Erde einmal auf die sonderbare und unmögliche Laune verfiele, sich mit Allem, was auf ihr lebt, auf diese Reise zu begeben, so würde sie unter Beibehaltung ihrer jetzigen Geschwindigkeit, die etwa um das Tausendfache die Leistung des Schnellzuges übertrifft, noch 49.000 Jahre dazu brauchen, um die ungeheure Kluft zu durcheilen. Auf Grund einer solchen Ueberlegung kommt man auch erst zu einem vollen Verständniß für die Thatsache, daß der Sternenhimmel seit jenen Zeiten, als die Menschen zuerst die Sternbilder zu beobachten begannen, sich gar nicht verändert zu haben scheint, obgleich sich die Sterne nach verschiedenen Richtungen in einer Bewegung von ungeheurer Geschwindigkeit befinden. Im Löwcnkäfig. Im Cirkus Busch in Berlin arbeitete unlängst die Löwenbändigerin Miß Claire Heliot mit ihren zwölf Löwen in der Manege, als der Löwe August," der sich durch besondere Bösartigkeit auszeichnet, mit der Tatze nach ihr schlug und sie so unglücklich am rechten Handgelenk traf, daß die Pulsader durchschlagen wurde. Das Blut ergoß sich sofort über die Hand der Miß Heliot. Tücher, die ihr durch das Gitter gereicht wurden, genügten nicht, um das Vlut zum Stehen zu bringen, das sich auch über das lichte Seidenkleid der Dame ergoß. Sie bewahrte in der gefährlichen Lage, denn auch einige der übrigen Löwen begannen unruhig zu werden, eine bewunderungswerthe Kaltblütigkeit. Zwar mußte sie die Vorstellung sofort abbrechen, hatte aber noch die Besonnenheit, die Löwen ordnungsmäßig in ihre Käfige zu schaffen. Als Miß Heliot die Manege verlassen hatte, war sie durch den BlutVerlust so geschwächt, daß sie unter den Händen des Arztes, der sich ihrer sofort annahm, in Ohnmacht fiel. ausenv Fun llef gest ü r z t. In Butte, Mont.. fanden Zumberta Cattlina und Martin Pischkur. italienische Bergwerkleute, einen gräßlichen Tod. Sie fielen aus dem Sicherheitskorbe, der in das Minnie Healy-Bergwerk herabgelassen wurde. in eine Tiefe von 1000 Fuß.
Die JiiTtcfeii Des iluges. 0c$c:igcnBcr!!jc AailjMgc unD Wink? für Brillenträger.
Eine Sr:,t.Sr,2el Tle richtige riNenwak,!. Material für S?lllek!lua Oidjtifli MaZregel sät tturzsichtig Ju starke unS zu schache (vluscr. Brillen haben einzig und allein den Zweck, dasjenige zu e?sehen. was dem Auge fehlt. Sie bilden keine eigentlichen Heilmittel, sondern nur. allerdings sehr wichtige Hilfsmittel, ste sind gleichsam die Krücken" des Auges. Da nun aber das Erkennen der verschizdenen Fehler und Erkrankungen deS Auges unbedingt große wissenschzftllche Kenntnisse voraussetzt, erheischt auch die vWahl der für jeden einzelnen Fall passenden Gläser bedeutende Erfahrung und Sorgfalt. Deshalb sollte ein Brillenbedürftiger nie allein oder nur mit Hilfe des BrillenVerkäufers die Art und Nummer der Gläser aussuchen, sondern stets erst einen Arzt zu Rathe ziehen. Unzählige Irrthümer, welche sehr oft die Schwächung des Sehvermögens und bisweilen den gänzlichen Verlust desselben nach sich ziehen, werden dadurch sicher vermieden. Schon durch das lange Suchen und Probiren beim Einkauf werden die Aug?n in hohem Maße angestrengt. So geschieht es denn häufig, daß man sich zuletzt zu einer Brille entschließt, welche den ermüdeten Augen für den Augenblick zuträglich erscheint, die sich aber später, nachdem das Aug? ausgeruht, als zu scharf und höchst schädlich erweist. Die Gläser selbst dürfen natürlich, worauf man beim Einkauf wohl achten möge, keine Nisse. Luftblasen, Sprünge und dergleichen haben, da die geringste UnVollkommenheit dieser Art nicht nur den Zweck der Brille vereiteln, sondern auch das Auge wirklicher Gefahr aussehen würde. Solche Fehler bemerkt man am leichtesten, wenn man das Brillenglas in einiger Entfernung von einem Kerzenlicht vor dem Auge hin und he: bewegt. Auch Schmutzflecke bennträchtigen die Deutlichkeit der wabrgenom'menen Bilde? ganz bedeutend, weshalb Brillen während des Nichtgebrauches immer in passenden Futteralen verwahrt werden sollen. Zu ihrer Reinigung empfiehlt sich feweö Linnenzeug. Nebleber hat zwar den Vorzug der Weichheit, wird aber bei längerem Gebrauche leicht fettig und erfüllt dann nicht mehr seinen Zweck. Als Material für die Vrillenfassung dient am besten matt polirtes Metall. Horn und Schildplatt sind zwar leichter, werfen" sich aber gern und verändern dadurch die Stellung der Gläser zum Auge.' Und gerade diese ist von großer Bedeutnrg. Die Fassung muß nämlich die Gläser in der Weis? festhalten, daß der Mittelpunkt jedes Glases genau dem Mittelpunkt der Hornhaut jedes Auges entspricht. Das Gestell muß also die Gläser so vor den Augen befestigen, daß, wenn man geradeaus schaut, die Sehaxen beider Augen genau durch die Mittelpunkte beider Gläser gehen. Steht ein Glas zu hoch (dem Augenbrauenbogen' näher) und, das andere zu tief (der Wange näher), so steht man zunächst doppelt; nach einiger Zeit suchen sich allerdings die Augen durch gewaltsame ZusammenZiehung der betreffenden Muskeln dem widernatürlichen Zustand anzupassen, aber diese mächtige Spannung gereicht den Augen zum großen Nachtheil. Ferner sollen die Gestelle auch der Gesichtsbildung des Brillenträgers entsprechen. Die Biegung und Gestalt des Nasenbügels muß je nach der Nasenform verschieden sein; für die niedrigen Nafenrücken sind mehr geradlinige Büge! nöthig, für die hohen mehr nach oben gewölbte, und noch andere für die Nasen n, la Bourbon. Auch müssen im Gestell die Mittelpunkte beider Gläser genau dieselbe Entfernung voneinander haben, wie die Mittelpunkte der Augen. Namentlich- die Kurzsichtigen, welche schon in früher Jugend bei Weitem die Mehrzahl alle? Augenleidenden bilden. dürfen nie ohne vorherige ärztliche Untersuchung sich eine Brille anschaffen. Sind die Glaser zu schwach, dann genießen die Brillenträger nicht den ganzen Vortheil, den eine derA" Zweck entsprechende Brille ihnen bieten soll, und das schädliche, ermüdende Bestreben, durch kneifen der Augenlider oder Verengerung der Augenlidspalte besser zu sehen, bleibt wie vorher bestehen; auch übt das Auge sich leichter in genauer Wahrnehmung und Veurtheilung, wenn die Netzhaut foriwährend klare, sckiarfe Bilder empfängt. Sind die Gläser zu stark, dann ist der Nachtheil noch viel größer. Durch die übermäßige Anspannung der Augenmuskein entsteht zunächst heftiger Krampf derselben und späte? schnell zunehmende Kurzsichtigkeit Der Gewinn an den Ein-Eents-Stücken bezahlt die gesammten Ausgaben der Ver. Staaten-A ünze. Eisenbahnräuber Zn Rußland. Letzthin Nachts wurde zwischen Dünaburg und Pleskau der nach Petersburg verkehrende Personenzug von Räubern überfallen. Zeh"? Räuber sprangen während der Fahrt auf den Gepäckswagen. fesselten und verwundeten die beiden Schaffner und raubten das Gepäck und die Kasse, worauf es ihnen gelang, in den Wald zu entkomm-.
Frenzel Iro
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No. 1 W. Washington Str (Merchants National Bank,) Ein europäisches Department. Wechsel, Creditbriefe und Postanweisungen aus alle Städte Europas. Schiffsscheine von An und verkauf ausländischen Geldes. Geld sparen ist eweGewohnheit Eine Gewohnheit wachst und je mehr sie wächst, desto leichter wird sie, und fortwährend vermehren sich die 3 Prozent Zinsen Beginnt heute. Machen Sie sich keine Bedenken, wie wenig sparen Sie etwas ! In einem Jahr von jeht werden Sie sich wundern, warum Sie nicht früher 'begonnen haben.. .. . Inäiaua Trust Co., Capital - . 81.000,000 Ueberschuß . 200.000 Office: Jndiana Trust Gebäude. Ecke Washington Str. und Virginia Ave. Big 4 Route $19.80 "Ä $1180 Von Indianapolis und corrcspondi rendc Raten von allen Punkten in Jndiana. Specielle Gesellschaft, bestehend auö der Bicksburq. Commission und Freunden, wird von Indianapolis am Freitag, 2. November, abfadren, um die Punktezu besuchen, welche die Jndiana Regimenter währendder Belagerung besetzt hielten Einzelne Fahrt Raten sind bevollmäcktigt für diese Fahrt. Billette sind gültig vom Tage der Abfahrt, am 2. November, vis zur Rucksahtt. am 3. November, inclusive. Tiese Raten werden dem Publikum angeboten und Jedermann ist eingeladen sich bet Reise Gesellschaft anzuschließen. Specielle Schlafwagen werden dem um 7.05 Ubr Nachm. abgebenden Zuge angehängt und laufen dieselben ohne Wechsel via Big-Four bisMattoon, IllS., und Illinois Central bis zum Endpunkte in MemphiZ um 8.35 Morgens in Bicksburg und um ö.W NachmittagS am nächsten Tage in MemphiS anlangend. Für Raum in den Schlafwagen und für allgemeine Auskunft wenden Sie sich an p. C. A d a m ö. Vorsitzender des Comites, oder an die Agenten der Big. Four Bahn, No. I Ost Washington Str.. und Union Bahnbof, Indianapolis. Tiejcnigen, welche anderskeine Rundfahrt Billette dieser Bahn erhalten können sollten nach Indianapolis kommen, um dieselben hier zu kaufen. H. M. Bronson, A.G. P. A. MMM? In 4? stunden werden Sonarrhöa und Ausnusz au oen uria Organen durch Lantal-Mi' usaedoben ohne Undequemlichkklten. Prei fillTf 1 Oft hei fiNr ?rnniN, nhrr lnlHf . P. O. Bor 2081. New York. Schiffsnachrickten. A n g e l o rn m e n. New York: Laurentian- vor; Glasgow; Lucania" von Liverpool und Queenstown. Glasgory: Carthagenian" von Phila delphia via St. Johns. Gueenstown: Columbus" von Boston nach Liverpool; Campania" von New York nach Liverpool. Hovre: 8 Gascogne" von New Jork. Oueenstown: Celtic" von New York nach Liverpool. Abgefahren:' New York: .Cymric" nach Liverpool. Queenstown: Aurania nach Venice von New York. Genoa: Liguria- nach New York. Liverpool: "Dominion" nach Halifax. QueenStown: Remance" von Liver Pool nach Boston. Liverpool: Vicioria" nach New York. Ta regt sich die Preffe gcroaltig über den Mann auf der fein Ohr an einen Millionär für S5000 verkauft hat. Das einzige bemerkenswerthe ist dabei, daß ein höherer Preis für ein Ohr als wie so manches Gewissen bezahlt werden muß.
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