Indiana Tribüne, Volume 27, Number 78, Indianapolis, Marion County, 21 November 1903 — Page 3
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Vergebens. Völliges ZZiasco der 'von Rehes geführten Mission.
Col. Deleaaten und Abtrün nige vertragen sich jedoch friedlich. Russische Prek'Commenlare über die Ver.'Staaten. Lebaudy. Ballon durch einen Unfall vernichtet. Verhaftung eines angeblichen ameri' konischen Spions. Kaiser Wilhelm vielleicht doch nach südlichem Klima. Koerber antwortet auf die ungari schen Angriffe. Colombia. Unwiderruflich. C o l o n, 20. Nov. Die Commis fian aus Panama conferirte heute des längeren mit der gestern aus Savanilla angelangten colombischen Commission unter General Reyes. Sämmtliche Vorschlüge der Colombianer wurden entschieden zurückgewiesen. Die Panama-Commission, aus dem Junta-Mitglied Arios. Justizminister Mendoza und zwei Anderen bestehend, traf heute früh aus Panama ein und ging sofort an Bord der Canada". Die Colombianer versprachen den Pa namanern, falls sie zu Colombia zu rückkommen, Concessionen und Schutz. Alle Vorschläge wurden aber einstimmig abgelehnt. Die Conferenz verlief ohne Auftritte und am Schluß frühstückten beide Seiten an Bord des Schiffes. Einige der Colombianer sollen ge stern kriegerische Anwandlungen gehabt haben, von dem friedlich gesinnten General Reyes jedoch beruhigt worden sein. Colon, 20. Nov. Die Canada, mit General Reyes und den andern colomb. Commissaren, fuhr Abends nach Port Limon ab. Vorher hatten die Commiffare nach erhaltener Er laubniß Arm in Arm mit jenen von Panama einen Spaziergang nach dem Ende des Hafens gemacht. Von China anerkannt. Panama, 20. Nov. Der chine sische Viceconsul theilte der Junta mit, daß China die neue Regierung anerkenne. Die Junta garantirt den Chi nesen. gleich den übrigen Nationalüäten, völligen Schutz. RussischePreß-Stimmen. St.Petersburg,20. Nov. Ein Theil der russischen Presse macht sarka stische Commentare über die von Ame rica in Panama gespielte Rolle. Die .Novoe Vremja" betrachtet das ganze Vorgehen als letzten Beweis für die imperialistischen . Tendenzen der Ver. Staaten. Sie wollen ein zweites römi sches Reib werden gemäß Lord Pal mersston's Ausspruch Wer den Stil. len Ocean beherrscht, beherrscht die Welt." Das Blatt verlacht den Gedanken der Canals Neutralität in Kriegszeiten, falls America verwickelt sei. Frankreich. Unfall des LebaudyBal. l o n s. P a r i s, 20. Nov. DaS Lebaudy Luft'Schiff stieß heute bei der Nieder, fahrt in der Nähe von Meudon an einen Baum. Der Ballon wurde zer. stört; die Insassen blieben jedoch un verletzt. Lebaudy war nicht an Bord. Der Ballon, der gleiche, welcher kürz, lich die bemerkenswerthe Fahrt von Morrisson nach Paris zurücklegte, stieg heute vom Marsfelde auf und manöverirte gut trotz scharfen Windes in der Richtung auf Meudon. Beim Beginne der Niederfahrt trieb ein heftiger Windstoß das Luftschiff nach einem Baume und die Aeste rissen ein großes Loch in die Seite des Ballons, der sofort zu sammensank. Die beiden Insassen, ein Luftschiffer und ein Ingenieur, schwebten eine Zeit lang in großer Ge fahr, kamen aber schließlich unverletzt aus den Boden. Ein angeblicher ameri k. Spion. Cherbourg, 20. Nov. Auf Veranlassung der Militär Behörden wurde hier ein Mann verhaftet, der sich Allen nennt und naturalisirter Ameri kaner von französischer Geburt sein soll. Er ist beschuldigt, durch Anknüpfung
v)n Äekanntschaften mit Artilleristen und anderen Soldaten Einblick in die Bertheidigungswerke von Ckeibourg zu erlangen gesucht zu baden. Ein Kano nier erstattete Meldung. Allen wird aus Frankreich ausgewiesen. Rache. Akt .Paris, 20. Nov. Gabrielle ChablineS, i.i den Musikhallen unter
don Namen Pacquerette bekannt, wurde gestern in einem Wagen von dem Ar tisten Bertraux durcb Stiche verletzt. Obwohl sie 16 Wunden erhielt, ist ihr Zustand nicht lebensgefährlich. Der Grund der That war die Weigerung des Mädchens wieder mit Bertraux zusammenzuleben. Deutschland. Die Socialisten bei der Wahl. Berlin, 20. Nov. Die Schluß. Wahlen zum preuß. Landtag, wo sich bisher die erwählten Wahlmänner ruhig an der WahlUrne versammelten, nahmen heute in manchen Wahlkreisen einen unordentlichen und selbst stürmischeu Verlauf. Im 2. und 4. Berliner Wahlkreise weigerten sich die Socialisten, an dem Wahl-Geschäfte theilzunehmm, bis die Polizei das L ocal verlassen habe. Früher war die Polizei stets geduldet gewesen ; sie mußte sich aber heute zurückziehen, nachdem ihr Verbleib als gegen das Ge setz verstoßend nachgewiesen war. Auch in anderen Wahlkreisen, hier und in der Provinz, verursachten die Socia. listen Scenen. Die heutigen Wahlen durch die Wahlmänner entsprachen im Ganzen den Aussichten bei den Urwahlen. In Breslau und einem Kreis bei Berlin ist das Resultat noch unentschieden; in beiden siegt voraussichtlich die Rechte. Die beiden freisinnigen Parteien hiel. ten Danzig entgegen den Erwartungen der Urwahlen. Klima Wechsel nöthig. Berlin. 20. Nov. Es ist mög. lich, daß Kaiser Wilhelm einen Theil des Winters in einem südlichen Klima verbringt. Eine Potsdamer Agentur, welche die Hof.Neuigkeiten sammelt, sagt, das all. gemeine Befinden des Kaiser mache es erforderlich, daß er im Januar und Februar kem ungünstigen deutschen Winter nicht ausgesetzt sei. Jedoch habe die Reise, falls es dazu kommt, nichts mit der lürzlichen Operation zu thun. Die Heilung der Wunde ist fast vollendet und nimmt einen normalen Verlauf. Der Kaiser machte heute trotz Kälte und Regen einen Spazierganz. Grokbritannien. Adressen an Victor Ema n u e l. London, 20. Nov. König Victor Emannel empfing heute nach einer Jagd Adressen von verschiedenen Depu tationen, darunter eine der Friedens gesellschaft, die dem Könige für seine Verdienste um die Schiedsgerichtssache dankt und ihn bittet, das Werk im Haag behufs Erreichung eines Abkom mens unter den Mächten zu fördern. wodurch Rettung vor den erdrückenden Lasten der unaufhörlich wachsenden Rüstungen gefunden wird". Mit einem Bankette im Windsor Schlosse kam der Besuch des Italien. Königspaares in England Abends zum Schlüsse. Abkommen erzielt. London, 20. Nov. Wie die Assoc. Presse vernimmt, wurde bei der gestrigen Conferenz zwischen den Ministern Tittoni und Lansdowne zwischen England und Italien ein vollkommenes Einvernehmen hinsichtlich ihrer aus wärtigen Politik erreicht. Oesterreich'Ungarn. Koerber antwortet. Wien, 20. Nov. Im Reich, rathe wies heute Ministerpräsident Dr. Koerber, in Beantwortung einer Pro test.Jnterpellation gegen die kürzllche Rede des ungarischen Premiers Tisza im ungarischen Abg. Hause, dessen Ausführungen energisch zurück. Spanien. Lehrer von Alfonö gefchof s e n. Madrid, 20. Nov. Ein Unbekannter schoß heute dreimal auf Herrn Briesta, einen der Erzieher des Königs AlfonS, ihn leicht verletzend; eS handelt sich, wie man glaubt, um eine Streitig, kett privater Natur.
Zlummer Drei. Aus dem Italienischen von Hans Liesel. Beifallssturm begrüßte das Erscheinen der Chameuse. Ei.ie schon mittelalterliche Französin, die schwarzen Haare h la Botttcelli in die Stirne gekämmt, die mageren Schultern aus einem Durcheinander
fe tK.li.. ?nT. .-Vi 0 '"IrtKirtt TTTTT ! VVil wf Igtll, -pH UUU .OUUUUU mernd,.das sie mehr ent? als. verhüllte. Wenig'Stimme, aber außerordentliche Lebhaftigkeit in den Gesten und viel Zweideutigkeit. Das war Numn er eins des Programms. Es ist doch schön-, sagte Vt junge Frau, die mit ihrem Galten in d,:r ersten Reihe saß. Ich finde es scheußlich",- entgegnetc dieser, ein kräftiger, hübscher Mann. Die beiden waren auf der Hochzeitsreise, und das blutjunge Weibchen betrachtete alles mit Entzücken. Ueber Nummer zwei. Mister Toms dressirte Hunde, gerieth sie vollends in Begeisterung. Ihr Gatte dagegen hatte keinen Blick für die Bühne, noch weniger für die heitere, geräuschvolleMenge, die das kleine Varietetheater füllte, und am wenigsten für die Kellerinnen, die geschäftig hin und her liefen: er sah nur sie. sein junges Weib. So frisch, so rein, so jung und so ganz sein eigen. Liebste" flüsterte er heiß, ihre Hand unter dem Mantel suchend. Sie antwortete ihm mit einem liebevollen Blick. Troh ihrer Naivität fühlte sie, was in ihm vorging; jene unbekannte, häßliche Welt mit den bezahlten Spaßmachern, den bemalten Weibern und dem grellen Licht, die Entfernung vom Vaterland, von den Verwandten, das alles umwob ihre Liebe mit einem duftigen Schleier von Poesie, gab ihr Flügel, leichte, zitternde Flügel, die sie zu reineren Höhen trugen. Aber schon hob sich wieder der Vorhang, und nun kam No. 3. die Hauptnummer des Programms: Don Jose Campos de Garcia, Marques di AI baredos". Ein wirklicher spanischer Marquis?" fragte ganz erstaunt die kleine Frau. Ihr Mann zögerte unwillkürlich mit der Antwort. Der junge Mann, der oben erschienen war, hatte Zweifellos das Aeußere eines vollkommenen Gentlemans: in tadellolem Salo.".anzug, das Monokel im Auge, sah er aus wie ein Gesandtschaftsattache, der aus Gefälligkeit in einem vornehmen Cirkel seine Künste zum besten gibt, dabei voll männlicher, kraftvoller Schönheit und unverkennbarem Selbstbewußtsein. Donnerwetter, wenn das eine Verkleidung ist. dann ist sie sehr gut", murmelte der Gatte überrascht. Mi? kommt es vor, als ob ich ihn schon irgendwo gesehen hätte; erinnert er dich nicht auch an irgend jemand?" fragte die junge Frau leise. Der Beginn der Musik überhob ihn der Antwort. Don Jose de Garcia machte gerade nichts Außergewöhnliches, denn zehn Stühle auf einem Arm halten, über ebensoviele springen, um sich dann mit Grazie auf den elften niederzulassen, auf einigen 50 Gläsern das Intermezzo aus der Cavalleria" spielen. das alles will nicht viel bedeuten. Aber die Art. wie es gemacht wurde, die ganze Persönlichkeit war außergewohnlich. All die Sprünge und Capnolen, die tolle Fahrt mit dem Rad ohne Sattel, ohne Leitstange und ohne Pedale hatten den Frack nicht um eine Linie verschoben, und nachdem er, mit der Fußspitze an einer Leiier hängend, seelenruhig ein Liedchen gepfiffen hatte, saß das Monokel noch gerade so correkt. und er lächelte genau so ruhig und selbstbewußt wie vorher. Die junge Frau war ganz still geworden, sie suchte vergebens in ihrer Erinnerung, wem der junge Mann glich. Aber er erkannte sie sofort. Nach einer kurzen Pause war er an den Rand der Bühne getreten, um dem Musikdirigenten eine Anweisung zu geben, und während er sprach, streifte sein Blick die jugendfrische Erscheinung und blieb an ihr haften. Cr vergaß den falschen, spanischen Namen, vergaß den zweiten, schwierigeren Thei! seines Programms, vergaß alles um sich her, vor der Erinnerung an die ferne Kindheit. Die Vergangenheit zog an ihm vorüber, und er verlebte Jahre in den wenigen Minuten, die den Dienern zur Aufstellung der neuen Apparate nöthig waren. Er sah sie wieder, zart und lieblich, wie fa. noch war, aber die feinen Locken fielen auf die Schultern und das weiße Schllrzchen. welches das ganze Persönlichen umhüllte. Mit der Mutter, der armen Klavierlehrerin, kam er in das Haus des reichen Bankiers, und während die au me Mama sich mit den beiden älteren Töchtern abplagte, kam die Kleine zu ihm, und sie spielten zusammen. Das Vorzimmer mit den schweren, geschnitzten Möbeln und der Empfangsalon mit den weichen Diwans, in denen man fast versank, waren ihrSpielplatz, und unermüdlich waren sie in der Erfindung immer neuer Spiele, die sie nie zur rechten Zeit zu Ende brachten, so daß es immer einen Kampf gab.
wenn die Mutter kam, ihn mit fortzunehmen. Sie stritten auch manchmal, aber diese kleinen Gewitter, so heftig sie werden konnten, gingen stets spurlos vorüber. Die Kleine war sein guter Eugel gewesen; der Gedanke an sie trieb ihn zum Guten und hielt ihn ab vom Bösen; sie brachte das bißchen Sonnenschein in seine Kindheit, das jeder nöthig hat, wenn im späteren Leden gute Früchte gedeihen sollen. So ging es ein Jahr lang weiter, dann hatte der Bankier die bescheidene Lehrerin durch einen berühmten Professor ersetzt, und das Paradies hatte sich für immer vor dem armen Jungen verschlossen. Aber seine erste Liebe war nie gestorben, sie hatte einen leuchtenden Schein in dem Dunkel seines Lebens hinterlassen, sie blüthe weiter in seinem verschlossenen Gemüth, wie manche Blumen, die im Schatten am besten gedeihen. Bald hatte ihn auch die Mutter verlassen, und er war ohne Hülfe, ohne Rath oder Unterstützung ganz auf sich allein angewiesen, und hatte sich, so gut oder schlecht es gehen wollte, fortgebracht. Er hatte sie noch oft von ferne gesehen, und ihr Anblick war ihm ein Tro?, obschon ihre Wege immer weiter auseinandergingen: sie stieg empor zu den Höhen, und er sank immer tiefer. Und nun erschien sie hier vor ihm, in der fernen, fremden Stadt, an der Seite des Mannes, der das Glück hatte, sie sein eigen zu nennen, und sie schien ihm noch schöner, reiner und unerreichbarer als je, fern und leuchtend wie die Sterne. Die Musik setzte mit einem tollen Galopp ein, der Vorhang hob sich wieder. und das Publikum erwartete neue erstaunliche Leistungen von dem eleganten Spaßmacher. Wollen wir nicht gehen? Es ist so heiß und so rauchig hier; ich hätte dich nicht in dieses Lokal bringen sollen", sagte der junge Ehemann, seinen Schnurrbart drehend. Weshalb? Es ist doch so amüsant!" Sie hatte es aufgegeben, in ihrer Erinnerung zu suchen, und ihre schönen Augen blickten wieder unbefangen wie vorher. Aber er war so merkwürdig nervös an diesem Abend. Einige Male war es ihm vorgekommen, als ob der Blick jenes hergelaufenen Hanswursten" mit einer unerklärlichen, frechen BeHerrlichkeit auf seine Frau gerichtet sei. Er wollte sie fortbringen aus dieser befleckenden Umgebung, und er schwur sich im Stillen zu, sie in Zukunft desser zu behüten. Sie waren auf den fast menschenleeren Platz getreten, durch dessen entlaubte Bäume ein eisiger Wind pfiff. Schlage den Mantelkragen auf und schmiege dich fest an mich, Liebsie. in wenigenMinuten werden wir im Hotel sein." Plötzlich zuckte er zusammen und schrie fast auf. . . aber der Schatten hatte sich schon von dem Baum gelöst und war im Dunkel verschwunden. Was hast du denn? Warum zitterst du?" fragte sie. seine Hand pressend. Ich weiß nicht. . . es schien mir. . . ah. es ist nichts." Aber das Herz hat oft das zweite Gesicht. Der. der alles besaß, hatte gefühlt, daß eine andere, entsagende Liebe an ihm vorüberging.
Ein drastisches Gesetz. Ein Correspondent der Londoner Daily Mail" hat folgendes alte Gesetz gegen dasCorsett ausgegraben, das unter Karl II. erlassen worden ist. Es bestimmt, daß alle Frauen jeden Alters, Ranges, Berufes oder Grades, die S. M. männliche Unterthanen durch (iutor alia) Corsette täuschen und in die Ehe locken werden, die Strafe der zu Kraft bestehenden Gesetze gegen Zauberei, Hexerei und ähnliche Verbrechen treffen soll und daß die Ehe auf Grund der Verurtheilung null und nichtig sein soll". Sowar'snichtgemeint. Dichterling: Wissen Sie auch, Fräulein Klara, daß Sie es waren, die mich zu meinem ersten dichterischen Versuch begeisterten? Ah, das ist aber nicht schön von Ihnen, daß Sie die Schuld jetzt auf mich schieben wollen!" Verstanden. Der Lehrer hat seinen Schülern die Küstentelegraphie erklärt und die Bedeutung des Semaphor" auseinandergesetzt. Um das Verständniß der Schüler zu prüfen, verlangt er einen Satz, in dem jenes Wort vorkommt. Der kleine Piefke: Mir kann uf de Straße mang de Automobils nischt Passiren, ick seh ma vor! Gefährliches Abenteuer. Ein Herr giebt seine Reiseabenteuer in Macedonien zum Besten: Wir fanden uns etwa 10 Kilometer vor Saloniki, da hielt plötzlich auf freier Strecke der Zug. Nichts Gutes ahnend, fuhr ich in die Höhe, riß das Coupfenster auf und beugte mich hinaus. Im selben Moment Platzte " Um Gotteswillen, eine Dynamitbombe!" rufen einige Damen erwarwartungsvoll. Nee, 'ne Naht in meinem Aermel, mit welchem ich am Fensterriegel hängen geblieben war
Dec Führer dcr Minorttäi.
Gin Lüdlänvrr alS neuer Führer Ver fcemkratilchen Vartei im Nepräsentantenkause. John Sharp Williams, der als Nachfolger James D. Richardsons neuerwählte Führer der demokratischen Minorität im Repräsentantenhause des Ver. Staaten-Kongresses, wurde 1L54 in Memphis, Tenn., geboren. Er besuchte das Kentucky Military Institute, bezog dann die Universität des Südens in Sewanee. Tenn., und vervollständigte seine Studien auf den UniversiJohn Sharp Williams. täten von Virginia und Heidelberg in Baden. Nach seiner Rückkehr in die Heimath bereitete er sich für die juristische Laufbahn vor und wurde 1877 zur Anwaltspraxis in Shelby County, Tenn.. zugelassen. Ende 1878 verlegte er seinen Wohnsitz nach Jazoo City, Miss., wo er es schnell zu einer geachteten Stellung unter seinen Verufskollegen brachte. Seine Thätigkeit erschöpfte sich jedoch nicht in der Anwaltspraxis. sondern er war gleichzeitig als Baumwollpflanzer thätig. Williams war einer der Delegaten des Chicagoer National-Konvcnts, der Grover Clereland und Stevenson als Kandidaten für die beiden höchsten Aemter er Republik nominirte. Er gehörte dem Repräsentantenhaus seit der 53. Kongreßsession ohne Unterbrechung an und wurde ohne Opposition als Mitglied des 58. Kongresses wiedergewählt. Sein Vater, ein Oberst im 27. Tennesseer Freiwilligen-Regimente der Konföderirten-Armee, fiel in der Schlacht von Shiloh. Der neue demokratische Führer erfreut sich besonders in den Südstaaten wegen seiner Ehrenhaftigkeit und Charakterstärke eines vorzüglichen Rufes. Dazu besitzt er eine umfassende Bildung und versteht es, über die Philosophischen Lehren eines Kant und Fichte so interessant zu sprechen, wie über national-ökonomische Probleme oder tagespolitische Ereignisse. Vom neuen Sprcchrr. Joseph G. EannonS Hei, in Washington nV seine gcscUschastliche Repräsentation. In der Bundeshauptstadt hat die' Thatfache, daß der neue Sprecher des Repräsentantenhauses, Joseph G. Cannon, seinen Wohnsitz von Danville, Jll., nach Washington verlegte, einiges Aufsehen hervorgerufen. Die beiden Vorganger Cannons, die Ex-Sprecher Reed und Henderson, zogen es vor, im Hotel zu wohnen und spielten im gesellschaftlichen Leben Washingtons eine verhältnißmäßig kleine Rolle. Auch Cannon, der bis zu dem im Jahre 1L99 erfolgten Tode seiner Gattin mit ihr und seinen Töchtern gerne an g?selligen Veranstaltungen in der theilnahm, führte in den letzten Jahren ein sehr zurückgezogenes Leden und begnügte sich mit einer Hotelwohnnng. Nun aber hat Onkel I o e " Cannon sein Washingtoner Heim in dem Joseph G. Cannon. früher von dem verstorbenen Senator McPherson von New Jersey bewohnten Hause aufgeschlagenundzweifellos wird dasselbe bald in sozialer Beziehung zu den bemerkenswerthesten Residenzen der Bundeshauptstadt gehören. Dem neugegründeten Haushalte des Sprechers, dejscn nach einer Momentaufnähme angefertigtes Bild wir heute unseren Lesern vorführen, wird seine Tochter, Fräulein Helene Cannon. eine feingebildete junge Dame, vorstehen, die sich bereits in früheren Jahren reiche Sympathien in der Washingtoner Gesellschaft zu erwerben wußte. Der hohen Würde des Sprecheramtes entsprechend, rangirt sie nach den gesellschaftlichen Regeln als Repräsentantin des väterlichen Haushalts nicht weit hinter Frau Roosevelt, der ersten Dame des Landes. Ihre Schwester. Frau E. K. Le Seures. deren vier Kinder die Großvater Zärtlichkeit des neuen Sprechers auf sich vereinen, wird Fräulein Helene Cannon bei der AusÜbung ihrer zahlreichen g:sellschaftlichen Funktionen unterstützen.
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