Indiana Tribüne, Volume 27, Number 77, Indianapolis, Marion County, 20 November 1903 — Page 3
Jndiana Tribüne, 2S. November 1903.
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Berathung Des auswärtigen Budgets in der französischen Kammer. Dcschanclcrklärt die russtsche Allianz für den Grundstein.
Ankunft der colomb. Friedenscom' Mission in Colon. Keinerlei Aussicht aus einen Crsclg ihrer Mission. Italien. Königspaar als Gäste der Stadt London. -tahltrust - Plan in Deutschland stößt auf Hemmnisse. Sternburg dementirt die Chemnlher Unterredung. Frankreich. Deschanel über auswärt i g e F r a g e n. Pari, 19. Nov. Vor gefülltem Hause sprach heute der frühere Kammer Präsident Deschanel, Republ., über das Budget de auswärtigen Amt. Bezüglich Maroccos erklärte Redner, daß Frankreich keinen Krieg gegen jenes Land beabsichtige. Frankreich wünsche eine Militär - Abenteuer, weder die Theilung Moroccos noch die Eroberung Siams. Es gebe keine Frage, die nicht durch Diplomatie oder Schied. zericht erledigt werden könne. Für den bewaffneten Frieden seien Jene verantwortlich, die eine Discussion der Abrüstungsvorschläge ablehnen. Zwischen Großbritannien und Frank reich wäre es ein Verbrechen Streitfragen zu erheben, ct Beziehungen zu Italien seien seien sehr freundschaftlich, allein den Grundpfeiler der franz. Politik müsse das Bündniß mit Rußland bilden. Auf Panama spielte der Redner nicht an. Colombia. General Reyes. Colon, 19. Nov. Der Dampfer Canada" von Savanilla nähert sich dem Hafen. An Bord befindet sich General Reoes mit den übriaen Mitgliedern der von der colomb. Regie-1 rung gesandten Friedens-Delegation. Die Ankunft der Canada" verursachte große Erregung. Reyes und seine Begleitung lehnten Einladungen, an Bord der amerikanischen Schiffe Dixie" und Mayflower zu kommen. ab. Die Commissare sandten eine Depesche an die Regierung von Panama, worin für morgen eine Conferenz nach gesucht wird; die Junta lehnte aber ab. Die Commissäre durften nicht landen; die Mission ist sicher ein Fehlschlag. Geschäftsträger Herran. Washington, 19. Nov. Im Staatsdepartement ging ein vor 2 Tagen aufgegebenes Telegramm des Gesandten Beaupre ein, wonach die Er rcgung in Bogota sich legt. Der colomb. Geschäftsträger Herran und der colomb. Generalconsul Brigand treffen Anstalten, um die Geschäfte der Gesandtschaft zum .Abschluk zu bringen. Dr. Herran fühlt, daß die Schließung seiner Gesandtschaft nur eine Frage der Zeit sein kann. Er wurde augenscheinlich von seiner Regierung ignorirt, die weder seine Depeschen beantwortete, noch ihn über die Jsthmus-Lage verständigte Eine Depesche an's Marine-Departe-ment meldet, daß das Kanonenboot Newport" heute früh von Puerto Plata nach der Stadt San Domingo abging. DieJuntaaufdem amer. Flaggschiff. Panama, 19. Nov. Die Junta erwiderte gestern den amtlichen Besuch des Contre-AdmiralS Glaß an Bord des Flaggschiffs Marblehead. Sämmtliche amer. Schiffe hatten die Flagge der Republik Panama gehißt und falutirten sie mit 21 Schüssen. Im Namen der Junta hielt der sie begleitende Minister AriaS eine Ansprache, auf welche Admiral Glaß erwiderte. Ueber die Anerkennung der Republik von Seiten Frankreich'S herrscht hier lebhafte Freude. Interessen der Gläu. b i g e r. London, 19. Nov. Die Amsterdamer Handelskammer will die holländisch Regierung ersuchen, die Republik von Panama erst dann anzuerkennen, wenn sie sich zur Uebernahme eines entsprechenden Antheils der colombischen
Staats - Schuld verpflichtet bat. Die Mehrzahl der Bonds befinden sich in England und Holland. AuswärtigesAmt zufrieden. Berlin, 19. Nov. Das auswärtige Amt hat seine vollständige Be friedigung mit dem raschen Verlauf der Panama-Angelegenheiten kund gegeben und wird die Ver. Staaten an dem Tage beglückwünschen, wo das erste Schiff den Isthmus durchkreuzt. Es ist alle Aussicht vorhanden, daß die deutsche Regierung Panama ohne Zögern anerkennt, sobald ein diesbe zügliches Gesuch an sie gerichtet wird. Die deutsche Presse zeigt sich bei der Veröffentlichung der Isthmus -Nach, richten vollkommen frei von Eifersucht auf die Ver. Staaten; auch die Hai tung derselben wird nur wenig kritisirt. Grokbritannien. Ehrung durch die Stadt London. London, 19. Nov. Die heutige Begrüßung des italien. Königspaares durch den Lord-Mayor und den Stadt' rath von London trug einen herzlichen Charakter. Der italien. König und die Königin fuhren nach ihrer Ankunft von dem Windsor Schlosse zunächst nach der italien. Botschaft, wo sie Adressen der italien. Eolonie entgegennahmen. Später wurden die königl. Besucher in der Guild Hall vom Lord-Mayor empfangen, wobei der König seinen Dank für die glänzende Gastfreundschaft ausspracb. Von der Oxford-Universität erhielt König Victor Emanuel heute ein Doc-tor-Diplom für Clvil.Recht. Bald nach der Rückkunft der kgl. Gäste nach Windsor conferirte der itaUenische Minister des Aeußeren Tittoni mit dem auswärtigen britischen Minister, Lord Lansdowne, und hatte später eine Audienz bei König Edward. Nach dem Diner fand im Schlösse eine Theater-Vorstellung statt, später in der Georgs-Halle ein Souper. Zusammenstoß im Canal. Davenport, 19. Nov. Während der Nacht collidirte im Canal der Torpedoboots - Zerstörer Falcon mit einer Fischer-Barke.Die letztere sank und die ganze Mannschaft ertrank, ebenso ein Mann vom Falcon. Ost.Asien.
Begründete Sorge. T o k i o, 19. Nov. Mit Spannung wird hier die russische Antwort auf den japanischen Schlichtungsvorschlag erwartet. Man hegt hier die Besorgniß, daß die Verhandlungen in einem unbefriedigenden Compromiß endigen werden. Die Haltung chinesischer Beamter. St. Petersburg, 19. Nov. Nach einer Depesche aus Port Arthur erneuert die japanische Presse ihren kriegerischen Ton. Dle Agenten Japans sollen in China gewisse Erfolge erzielt haben: ferner wird weiter berichtet, daß die chinesischen Vicekönige und Gouverneure zur Sammlung von Geld und Truppen im Hinblick auf den möglichen Abbruch der diplomatischen Beziehungen mit Rußland angewiesen wuroen. Nnßland. Das Leiden der Zarina. St. Petersburg, 19. Nob. Nach einem Bulletin, welches Dr. Hirsch, der Leibarzt des Zaren und Dr. Reni in Skierniewic. Russisch-Polen, unterzeichnet, leidet die Zarina an einer Entzündung des rechten Ohrs; die Krankheit nimmt einen normalen Verlauf. Die Meldungen über die Erkrankung des Zaren sind ohne Begründung. Teutschland. Der Stahltrust. Plan. B e r l i n, 19. Nov. Der General Direktor der westphälischen Stahlwerke kündigte auf der heutigen General Versammlung der Aktionäre zu Boch um an, er könne ihnen nicht den Anschluß an den in Aussicht genomme nen Stahltrust empfehlen, da sich mit gewissen Werken kein Abkommen treffen lasse. lZr hoffe jedoch auf Erzielung eines Modus Divendi oder, falls nicht, auf Verlängerung der derzeitigen ein zelnen Syndikate. Sternburg dementirt. Berlin. 19. Nov. Der deutsche Botschafter bei America, Frh. v. Stern bürg, äußerte in einer Unterredung zu Chemnitz mit einem Vertreter der Nordd. Allg. Zeitung, am 17. Nov. publicirt, keinerlei Bemerkungen über die Unterstützung, welche die Zoll Behörden beim amer. Senat oder bei
industriellen Körperschaften finden sollen, noch überhaupt üder irgend eine Frage, welche die amerikan. Politik be rührt. Beerdigung der Prinz e s s i n Elisabeth. Berlin, 19. Nov. Die Beerdigung der kleinen Prinzessin Elisabeth, Tochter des Großherzogs v. Hessen, die am Montag in Russisch-Polen gestor ben ist, sand heute in Darmstadt statt. Unter denen, die dem Sarge vom Bahnhofe nach dem Mausoleum das Geleite gaben, befanden sich als Ver treter des Kaisers dessen zweiter Sohn Prinz Eitel Friedrich, Prinz Ludwig v. Bayern, als Vertreter deS PrinzRegenten, ein Vertreter des Königs Edward sowie verschiedene andere Fürstlichkeiten. Die Mutter Elisabeths, die frühere Großherzozin v. Hessen, war ebenfalls erschienen. Vom Zaren traf eine Beileids-De pesche ein. Verzichtet auf sein Erbrecht. Berlin. 19. Nov. Der Reichstagsabgeordnete Graf Kwilecki, in vorderster Linie an dem Kinderunterschie bungsprozesse gegen die Gräsin Jsabella Kwilecki betheiligt, verlas heute vor Gericht eine Erklärung, worin er feierlich auf sein Erbrecht an dem Gute Wroblawo verzichtet. Der Graf wählte diesen Schritt, da man behauptet hatte, er werde in seinem Vorgehen durch schmutzige Motive geleitet. San Domingo. Stadt hält aus. San Domingo, 13. Novbr. Gestern wurde ein abermaliger heftiger Angriff auf die Stadt ohne Erfolg gemacht. Die Rebellen hatten zahlreiche Todte und Verwundete, nur geringe Verluste dagegen die Regierungstruppen. Die Preise der Lebensmittel steigen; die sanitären Verhältnisse sind gut. Türkei. Rücktritt des Groß, v e z i e r S. Wien. 19. Nov. Einer Depesche an die Neue Freie Presse" aus Con-
stantinopel zufolge ist der Großvezier zurückgetreten wegen der Intriguen der Palast-Clique, die Annahme des ruf sisch'österr. Reformplans zu hindern. Zugleich wird die Meldung bestätigt. daß die Botschafter Rußland's und Oesterreich's, falls die Vorschläge nicht diese Woche angenommen werden, dem Sultan persönlich Abschriften - unter breiten und ihn für die Folgen der Nicht'Annahme verantwortlich machen werden. Kurze Depeschen. 19. Novbr. Inland. K a l k a s k a. Mich. In Sharon kamen durch eine Dynamit-Explosion 3 Männer um's Leben; ein weiterer ist tödlich verletzt. Chicago. Mary Sullivan, 41, die den Präsidenten Roosevelt mit Drohbriefen belästigt haben soll, wurde gerichtlich für geisteskrank er klärt. Omaha, Neb. Anläßlich der Anklage gegen Bundessenator Dietrich wurde Bundesanmalt Summers nach Washington berufen und reiste noch Abend? ab. Trinidad, Col. In Segundo wurde der katholischePriester Berta von einem Mob schwer mißhandelt, bevor ihn Beamte der Ver. Grubenarbeiter zu befreien vermochten. San Francisco. John Fowler, am. Consul in Eher Foo, China, traf auf dem Dampfer Gaelio ein. Während des Boxcr-Aufstandes spielte er eine mannhafte Rolle. Minneapolis. Die Leiche von S. Battalia wurde mit 21 Stilett Wunden aufgefunden. Unter dem Verdachte der Betheiligung an dem Morde wird ein italien. Schuhmacher festgehalten. Abgefahren : Queenstowu: Nordland" nach Phila delphia; Cedric" von Liverpool nach New Jork. New Vork: Main" nach Bremen; La Savoie" nach Havre; Fürst Bis marck- nach Algier. London: Mesaba" nach New York. Neapel: Palatia" nach New York. Liverpool: Romania" nach Boston über Queenstown.
Dcr wahre IVtxW) der Edelsteine.
5n,ara.z?e uu Rubine dedtuttnÄ kostbarer als ?ia,ailt,tt. Intcrcssünte Anqaben über den wir!lich?n Wcith, den Edelsteine gcgenwärtig hzben, finden wir in einer englischen Zeitschrift. Danach ist keineswegs mehr der Diamant der kostbarste St:m. Was seinen Geldwerth anbetrifft, muß er weit hinter Rubin und Smaragd zurüä'stehen, und auch die Perle wird bedeutend hoher taxirt. Als modernster Stein gilt augenblicklich der Smaragd, und zwar erfreut er sich deshalb so besonderer Gunst, weil er mit jedem Tage seltener wird. Seit Jahren wurden kaum neue Smaragde gefunden, und je größer die Nachfrage, desto rapider steigt natürlich der Preis. In dem Moment, da man eine neue Smaragdmine entdecken würde, dürfte das jetzt stetig wachsende Verlangen nach den schönen Steinen wohl fchnell wieder abnehmen. Thatsache ist es, daß ein Smaragd von mittlerer Größe und Reinheit, der vor sieben bis acht Jahren $40 gekostet haben mag, zur Zeit nicht unter zu erhalten sei", würde. Absolut fehlerfreie Steine vom reinsten, durchsichtigsten Grün erzielen Preise, einem Laien absurd erscheinen müssen. So wurden unlängst für einen Smaragd von drei Karat 700 verlangt und gezahlt, während ein 16karätiger Stein für Z3200 fortging. Ein Brillant von derselben Größe und Reinheit d'irfte dagegen nur etwa $2000 kosten. Vor einigen Jahren war der Rubin dem Smaragd im Preise bedeutend voran, heute hat der letztere, wenngleich es ihm auch nicht gelungen ist, dem löstlichen rothen Stein den ersten Platz streitig zu machen, es doch erreicht, daß man ihn fast ebenso schätzt. Was Rubine anlangt, fo ist nach wie vor der hellere orientalische Stein werthvoller als der von dunkler glühendem Roth, den man in Siam findet. Ebenso ist der hellere Saphir von der Insel Ceylon viel kostbarer als der tiefblaue Stein aus anderen Gegenden Indiens. Es darf nun aber nicht angenommen werden, daß Diamanten an Werth verloren baben, was durchaus nicht der Fall ist. Andere Steine, und besonders Smaragde, sind eben in letzter Zeit nur auffallend nn Preise gestiegen. Stets denselben Werth behält die Perle. Einer der eigenartigsten, prächtigsten und seltensten Steine ist dft Alerandrit, der im Tage eine tiefgrüne Färbung zeigt und bei Abendbeleuchtung in herrlich rothem Feuer glüht. Er ist sehr kostbar und so ungemein selten, daß es unmöglich sein dürfte, ihn jemals in Mode zu bringen. Der wohlfeilste Stein ist ohne Zweifel der Opal, dcr heutzutage nicht mehr als unheilbedeutend gilt und sich beständig wachsender Beliebtheit erfreut. Neue kommunistische Sekte. Im Schweizer Kanton St. Gallen entstanden. Glauben der Sekte. Eine christlich-kommunistische Sekte hat sich in Amden im Kanton St. Gallen angesiedelt. Gründer der Kolonie ist ein gewisser Klein, der schon vor zwei Jahren ein großes Gut "Crappenhof" in Amden käuflich erwarb und sich dort häuslich niederließ. Familien und einzelne Männer und Frauen kamen hinzu, verschiedene Mitglieder der Kolonie stammen aus Amerika. Die Kolonie bildet eine Kommune im Sinne der ersten Christen. Neueintretende müssen auf ihren Besitz zu Gunsten der Gemeinschaft verzichten, treten aber in alle Rechte der Gesellschaft ein. Die Fortführung des Berufs ist dem Einzelnen freigestellt. So wird die Villa Arbenz in Weesen für Künstler eingerichtet. Einer soll für den Andern leben; man will ein "Christenthum der That"; man gibt deshalb keine Schriften heraus und hält auch keine Predigten. Nach den religiösen Anschauungen der Leute ist Gott in der Natur überall, auch im Menschen, denn Natur und Mensch sind aus derselben Materie. Der Mensch kann nichts aus sich selbst, und es geschieht auch absolut nichts, das Gott nicht zuläßt, darum ist das Gebet entbehrlich. Alles, was Gott schickt, dient zu unserm Besten. Die Anhänger der Sekte drängen sich Niemandem auf, verzichten auf Reklame und nehmen an, daß ihre Jünger durch göttliche Eingebung kommen. Von Christus sagen sie, er sei ein menschliches Wesen gewesen, und zwar das einzige, das sich ausschließlich durch Gottes Willen habe leiten lassen. Alles, was lebt, auch die Millionen Luftgeister und die Todten, warten auf einen neuen Christus. Die Amdener Brüder behaupten, er werde im Jahre 1904 zu Ostern kommen und in Amden sein Reich aufrichten. Er werde Frieden bringen, die Welt werde dann ihre Waffen ablegen, und die Mächtigen der Erde würden kommen, um Rath zu suchen. Die Schweiz sei von der neuen Gemeinde als Heimath erkoren worden, weil sie im Herzen Europas liege und als Staatsform die Republik habe; darum müsse sie auch die Quelle des neuen Heils werden. Die Regierung prüft in ihrem Laboratorium zu Washington alle Samenarten, die ihr zu diesem Zwecke von den Farmern zugeschickt werden. Dabei ist es nicht ungewöhnllch, daß sich die Hälfte des Samens als unfruchtbar erweist. So fand man in einem Pfund Kleesamen 27,700 Körner Unkrautsamen, hauptsächlich grünen Wiesenfuchsschwanz und Wege ricü.
Soldaten-Selbstmorde. Ein M'inisterialerlak. der seinen Urheber zur ?t,re gereicht. Das italienische Kriegsministerium richtete vor Kurzem im Hinblick auf die zunehmende Häufigkeit der Selbstmorde im Heere den folgenden Erlaß an die ihm unterstehenden Militärbehörden: Das Kriegsministerium sieht sich veranlaßt, die Aufmerksamkeit sammtlicher Militärbehörden auf die zahlreichen Selbstmorde in der Armee zu lenken. Allerdings wirken dieselben Ursachen, die in allen Gesellschaftskreisen eine Steigerung der Selbstmorde bewirken, auch im Heere. Da aber hier diese unglückliche Neigung zum Selbstmorde noch gesteigert werden kann durch die jähe Aenderung in der Lebensweise und ganzen Umgebung, sowie durch die schmerzliche Trennung von der Familie, der Heimath und den Freunden, so ist es dringend nothwendig, daß alle. Offiziere und Unteroffiziere, denen die Ausbildung der Soldaten anvertraut ist, mit ganz besonderer Sorgfalt darüber wachen, die Stimmung ihrer Schutzbefohlenen gut und normal zu erhalten, indem sie sich ihrer annehmen, sich andauernd um sie bekümmern, ihre Bevürfnisse kennen lernen und für ihre körperliche und geistige Gesundheit Sorge tragen. Ter Vorgesetzte hat sich auf diese Art die Liebe seiner Untergebenen zu gewinnen und wird darum auch die Disziplinarstrafen verhüten
können; denn die den ersten leichten Disziplinarmaßregeln folgenden Strafen sind bedenklich, weil sie geeignet scheinen, oftmals ehrgeizige und leicht reizbare Charaktere aus dem Gleichgewicht zu werfen. Das Kneasmmistenum wiederholt darum den Militärbehörden die in dieser Angelegenheit schon im vorigen Jahre gegebenen Weisungen und befehlt, eifrig darüber zu wachen, daß alle Vorgesetzten den Soldaten gegenüber mit aufrichtigem Wohlwollen vorgehen; ohne Schwache, aber noch mehr ohne übertriebene Strenge und ohne jemals jene väterliche Gefühle der Fürsorge und die Umgangsformen des gebildeten Mannes zu verlieren, zu denen ieder Vorgesetzte im Verkehr mit dem Untergebenen verpflichtet ist. Vor allem ist das Hauptaugenmerk auf das Naturell und den Charakter des Soldaten und auf seine FamilienVerhältnisse zu richten: die Kenntniß dieser Umstände ist nothwendig, um gegebenenfalles dem Untergebenen rathen und helfen zu können und stets jene Rücksichten walten zu lassen, die durch besondere Verhältnisse geboten sem konnen. Vor allem sind es schwächliche, weichherzige und anormale Individuen, die zum Selbstmord neigen; es ist darum eine strenge Pflicht, sich solcher Personen besonders anzunehmen und ihren individuellen Anlaqen und Umständen auf's Gewissenhafteste Rechnung zu tragen." Spezialscsnoncn des Kongresses. Die Spezialfefsion, zu welcher der Ver. Staaten-Kongreß zur Erledigung des Kuba-Rcziprozitätsvertrags kürzlich zusammentrat, bildet die 16. außerordentliche Sitzungsperiode, zu welcher diese Körperschaft seit ihrem Bestehen seitens des Oberhauptes der Republik entboten wurde. Die letzte vorhergegangene Spezialsession versammelte die Kongreßmitglieder zu Ende des ersten Amtstermins des Märtyrer-Präsidenten McKinley, die erste Spezialsession in der Geschichte der Republik wurde von John Adams kurz nach Antritt seines hohen Amtes anberaumt. Bisher bedienten sich zehn Präsidenten des Rechtes, den Kongreß zu einer solchen außergewöhnlichen Tagung einzuberufen. Jefferson und Hayes machten von diesem Vorrecht zweimal, James Madison sogar viermal während ihrer Amtszeit Gebrauch. Etwa dieHälftederSpezialsessionen des Kongresses trat bei drohender Kriegsgefahr oder während eines Krieges, in den die Ver. Staaten verwickelt waren, zusammen. Eine Spezialsession war es auch, in welcher der Vertrag über den Ankauf des Louisiana-Gebiets im Jahre 1803 durchberathen und angenommen wurde. In wenigen Tagen waren $15.000,000 für den Ankauf des Territoriums bewilligt, und England und Spanien, die mit Ungelegenheiten drohten, wurde durch diese rasche Handlungsweise der amerikanischen Gesetzgeber der Wind aus den Segeln genommen. Mittel gegen Ttirnrunzeln. Viele Menschen haben die Gewöhnheit, ohne jeglichen Anlaß die Stirn in Falten zu ziehen. Dies gibt dem Antlitz einen sorgenvollen oder auch finstern Ausdruck, und felbst in jungen Jahren nimmt dadurch die Haut bleibend Falten an, die je nachdem in horizontaler oder senkrechter Richtung verlaufen. Dr. H. Salomonsohn in Werlin hat NUN ein Mittel zur Abgewöhnung des Stirnrunzelns veröffentlicht. Es besteht darin, z bis 1 Zoll breite Streifen englischen Heftpflasters senkrecht zur Richtung der Fallen auf die Haut zu kleben. Bei jedem Versuch, die Stirn in Falten zu ziehen, macht sich das Pflaster sofort fühlbar, und es wird so dem Träger ein Mahuer, der Angewohnheit nicht nachzuceben. Eine Dame nimmt eine der hervorragendsten Stellen unter den Pe-troleum-Magnaten von Los Angeles ein. Man sagt, daß sie die Hälfte der 'Gefammt-Ausbeute kontrollirt.
